Psychopathen sind gewissenlos...

 

Anlass zu dieser Webseite: Ein ausgezeichneter und erschreckender Artikel wurde veröffentlicht in der monatlich erscheinenden Zeitschrift P.M. "Welt des Wissens", Ausgabe Januar 2010 ( www.pm-magazin.de ).


Auf getrennten Seiten:

>Hier< zu Bestätigungen der unten gemachten Aussagen (Seite über "Gier");

>hier< zu den "Straftaten" allgemein;

>hier< Wirtschaftskriminalität;

>hier< zu den Persönlichkeitsstörungen (unterschiedliche Bezeichnungen);

>hier< ein "Eigenschaftenkatalog" aus obiger Seite direkt;

und

>hier< Persönlichkeit und Störungen (etwas andere Sicht),

ferner

Das "balladeske Hohe Lied der Psychopathen" >hier<.

>Hier< ein ausgelagerter Artikel: Psychopathen regieren die Welt

und ein

 externer Artikel aus die Zeit online: Fuehrungskraefte-chefs-typen.

Auf dieser Seite:

>hier< "Psychopathie", angelehnt an "Lexikon der Psychologie...";

>hier< Wirtschaftskriminelle und jugendliche Straftäter;

>hier< Aktienhändler noch egoistischer und risikobereiter als Psychopathen

und

>hier< (zusätzliche) 47 Literaturangaben


Doch zuerst ein paar Definitionen:

 

Die Psychopathie [griechisch: Psyche = seelisch, seelen..., patho... = leiden..., krankheit...]  bedeutet eine meist endogen bedingte (d.h. von innen kommende)  Persönlichkeitsstörung  im Fühlen, im Wollen und/oder im Triebleben. Im Vordergrund stehen Anpassungsschwierigkeiten an die Umwelt. Als Ursachen sind auch  konstitutionelle* und soziale  Faktoren von Bedeutung. Der  Begriff Psychopath fällt unter den Oberbegriff abnorme Persönlichkeit (>hier<).

   * Summe aller physischen und psychischen Eigenschaften eines Menschen

 

Eine Definition von Johännes Hoffmeister: "Wörterbuch der Philosophischen Begriffe", Felix Meiner-Verlag, Hamburg, 1955 (mit einigen Zusätzen von W. Rath):

Psychopath: Neubegriff aus griechisch psyche (Seele, Hauch, Leben) und pathos (Leiden) ; psychopathische Persönlichkeiten sind solche abnormen Persönlichkeiten, »die an ihrer Abnormität« (Seele)»leiden« (genau das tun sie selbst leider nicht) »oder unter deren Abnormität die Gesellschaft leidet« (Kurt Schneider*, Lehrer von Werner Scheid >hier<). Zu den Psychopathien rechnet man selbstständige abnorme Reaktionen, die auf der Basis von Erkrankung stattfinden oder Neurosen und Entwicklungen abnormer Persönlichkeiten (Karl Jaspers*). Von den Psychopathen sind zu unterscheiden Menschen mit Psychosen >hier< und somatische (den Körper betreffende) Krankheiten mit Seelenstörungen, der Psychopathologie (die allgemeine Lehre von den seelischen Krankheiten).
* K. S c h n e i d e r: Die psychopathischen Persönlichkeiten (1942); K. J a s p e r s : Allgemeine Psychopathologie (1946).

 

Hans Jörg Weitbrecht (Prof. Dr. an der Universitäts-Nerven- und Poliklinik in Bonn-Venusberg) stellte in seinem 1967 im Springer-Verlag erschienenen (und Kurt Schneider "zugeeigneten") Buch: »Psychiatrie im Grundriss« fest, dass die psychopathische Persönlichkeit als "grundlegender Begriff der seelisch abnormen Persönlichkeiten in engem Zusammenhang mit demjenigen der abnormen Erlebnisreaktionen (Neurosen)" zu sehen ist. Psychopathologische Störungen betrachtet Weitbrecht als "lediglich Spielarten und Variationen menschlichen Sichverhaltens, Reagierens und Sichentwickelns". Immer noch (weitgehend) gültig (meines Wissens W. Rath) sind seine (jedoch in der ursprünglichen Reihenfolge etwas geänderten) Unterteilungen:

 

a) Asthenische Psychopathen (Psychastheniker, griechisch:  »Kraftlosigkeit«), welche sich dauernd seelisch unzulänglich halten, unter schneller Ermüdbarkeit, Schwäche, Kräfteverfall leiden. Diese sind für ihr Umfeld keineswegs gefährlich! Sie müssen ganz aus der Klasse der Psychopathen herausgenommen werden.

b) Depressive Psychopathen, bei denen "die Abnormität der Gestimmtheit" stärker im Vordergrund steht als "diejenige des Temperaments".  (Gehören , nach heutiger Auffassung, nicht zur Psycho-/Soziopathie; denn das Leiden betrifft den Depressiven vorwiegend selbst.)

c) Stimmungslabile Psychopathen werden "besonders nachhaltig, oft und intensiv von grundlosen endothymen" (endo "innen" - thymós "Gemüt, Gemütsregung", d.h. die Schicht des Psychischen betreffenden) "depressiven Stimmungen heimgesucht"...  (Gehören auch, nach heutiger Auffassung, nicht klar zur Psycho-/Soziopathie; denn das Leiden betrifft diesen Typus vorwiegend selbst.)

d) Selbstunsichere Psychopathen mit "Minderwertigkeitskomplexen", welche sie dann "gerne überkompensieren".

e) Geltungssüchtige Psychopathen, die im Vergleich zu einem normalen Geltungsbedürfnis nach Karl Jaspers "mehr scheinen wollen, als sie sind". Dieser Geltungssüchtige ist der "echte Typ des Hochstablers".

f) Hypothymiker (Hypo... "über"; thymós "Gemüt, Gemütsregung"), der Mensch "mit überdurchschnittlich lebhaftem, betriebsamen Temperament" und "überdies zum Teil ständig fröhlicher Stimmung", mit einer "Variante", dass "an die Stelle der fröhlichen Grundstimmung eine aufgeregte Gehetztheit tritt".

g) Fanatische Persönlichkeiten, die "unter ihren eigenen überwertigen, mit ungeheuren, weder sich noch anderer schonender Aktivität verfochtenen Ideen oder unter ihrer sanft-unbeeinflussbaren Verbohrtheit ..." nicht zu leiden pflegen .

h) Explosible Psychopathen neigen zu "zornmütigen Kurzschlussreaktionen". Bei aufkommendem Ärger "tritt sofort ein Wutanfall auf, der sich in unüberlegtem Schimpfen, Zerstören und Zuschlagen Luft macht". (Der Psychiater Ernst Kretschmer (bekannt durch seine "Typenlehre" - seinem  [vermeintlichen] Zusammenhang von Körperbau und Temperament - sprach von "Primitivreaktionen).
i) Willenlose Psychopathen lassen sich besonders leicht "von Menschen, deren Persönlichkeit und Stil ihnen imponiert, ins Schlepptau nehmen. Es sind die besonders leicht verführbaren" ... und gute Vasallen (gemeint ist die unabdingbare Treue zum Herrn). "Es gibt sie auf allen Niveauschichten ... viel häufiger, als man denkt."

Schließlich

j) die abnorme Gemütslosigkeit. Das sind die "sozialen Gemütslosen", nach Kurt Schneider "die stahlharten Naturen, die über Leichen gehen", die sich für "Herrenmenschen" halten und "sich auch so aufführen". Diese "echten Gemütslosen mit ihrem hochgradigen Mangel an Gefühl für andere, an Mitleid oder vollends Scham oder Reue sind weder psychotherapierbar noch als Kriminelle durch Strafen besserungsfähig. Sie treten oft als Sadisten und Lustmörder in Erscheinung, "sind überdies nicht ganz selten mehr oder weniger schwachsinnig".

 

Insbesondere soll diese letztere Gruppe im Folgenden vordergründig interessieren, wobei die übrigen aus obiger Einteilung durchaus auch gefährlich sein können und sind; denn es gibt Überlagerungen und keinen klaren Trennungsstrich zwischen Gruppeneigenschaften!!


 

Psychopathen kann man nicht leicht erkennen: Sie sind freundlich, liebenswert, erscheinen auf den ersten und auch noch auf den zweiten völlig "normal", oft aber etwas überdurchschnittlich. Sie sind in der Regel intelligent und sympathisch (durch Wohlgefallen, Zuneigung, positive Gefühlsreaktion gegenüber Personen, Dingen oder Ideen). Sie verstecken sich unter einer "Maske der Gesundheit" (aus dem Titel eines Buches von Hervey Cleckley, siehe unten unter "Literatur") und gut angepasster Normalität. Nur bei einer ihnen übergestülpten Normalität. verrät sie geschulten Fachleuten ihre nervöse Körpersprache.

 

In Deutschland leben rund eine Million Psychopathen, haben neue Studien ergeben (nach Monatszeitschrift P.M.). Manche von ihnen arbeiten unerkannt in hohen Führungspositionen und sind gefährlich. Wie kann man sich vor ihnen schützen? »Die Chance, dass Sie in Ihrem Leben schon einmal mit einem Psychopathen zu tun hatten, liegt bei genau 100 Prozent«, sagt der Tübinger Hirnforscher Niels Birbaumer.

 

Die eingangs erwähnte PM-Ausgabe zeigte einen Schnelltest des US-amerikanischen Psychologen Robert D. Hare (auf dieser Internetbuchseite: 2 Buch-Hinweise mit Dr. Paul Babiak). Der emeritierte Professor der University of British Columbia ist der renommierteste Psychopathen-Jäger der Welt. Was ihn antreibt, ist mehr als Neugier, nämlich sein Verantwortungsgefühl gegenüber der Menschheit. Denn keine andere Persönlichkeitsstörung richtet nach seinen Untersuchungen einen ähnlich verheerenden Schaden an wie die Psychopathie. »Psychopathen bringen Unglück und Zerstörung über die Menschen in ihrem Umfeld«, erklärt Hare. »Deshalb ist es so wichtig, sie erkennen und ihnen begegnen zu können.«

 

Der von Prof. Hare entwickelte Test, die sogenannte PCL (»Psychopathy Checklist«), benennt eine Reihe von Persönlichkeitsmerkmalen, die nach Meinung von Fachleuten dem perfekten Psychopathen zu eigen sind. Wer mehr als 75 Prozent dieser Merkmale erfüllt, gilt offiziell als Psychopath. Die meisten Experten halten Psychopathie für angeboren. Und für unheilbar. Einmal Psychopath, immer Psychopath – dieser These folgen heute auch einige Gerichte in den USA. Längst lassen sie ihre Angeklagten mit Robert Hares PCL untersuchen. Ein hoher Score hat in Amerika schon eine Reihe von Verbrechern direkt auf den elektrischen Stuhl gebracht.

 

Schnelltesttitel: Ist mein Chef ein Psychopath?
Experten halten es für fast unmöglich, einen Psychopathen ohne spezielle Ausbildung zweifelsfrei erkennen zu können. Dennoch liefert dieser Schnelltest ein paar erste Hinweise. Sicher: Jede der genannten Verhaltensweisen lässt sich gelegentlich auch bei ganz normalen Menschen beobachten. Wenn Sie in Bezug auf Ihren Boss jedoch jede oder fast jede der folgenden Fragen mit »Ja« beantworten können, dann sollten Sie sich ernsthaft um einen neuen Job bemühen.

  1. Ist er auf oberflächliche Art charmant und ein guter Redner?

  2. Hat er ein überhöhtes Bild von sich selbst?

  3. Ist er ein Meister darin, andere zu manipulieren?

  4. Ist er ein krankhafter Lügner?
  5. Ist er unfähig, Reue zu empfinden?
  6. Ist er unfähig, tiefe Gefühle zu empfinden?
  7. Fehlt ihm die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen?

  8. Übernimmt er nie die Verantwortung für das, was er tut?
  9. Ist er schnell gelangweilt und stets auf der Suche nach neuen »Kicks«?

10. Lebt er gern auf Kosten anderer Leute?

11. Verliert er häufig die Selbstbeherrschung?

12. Hat er Sex mit ständig wechselnden Partnern?

13. Fällt es ihm schwer, sich realistische langfristige Ziele zu setzen?

14. Folgt er in seinen Entscheidungen oft einer kurzfristigen Laune?

15. Ist er als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt geraten?

16. Beobachten Sie häufiger, dass er getroffene Vereinbarungen bricht?

17. Enden seine Beziehungen in der Regel schon nach kurzer Zeit?

 

Dem ist hinzuzufügen (Vorschlag vom Autor dieses Internetbuches):

 

18. Geht er Risiken ein? (Rasantes Autofahren. Riskante Sachentscheidungen. Lacht er, wenn der Gerichtsvollzieher im Anmarsch ist. Freut er sich über ein Knöllchen...)

19. Feiert er gerne? (Muss aber nicht selbst Alkohol oder Drogen haben)

20. Ist er bei den Feiern auch spendabel.

21. Lässt er sich gerne mit Chef anreden? (In jedem Fall mit Titel -  wenn er hat oder z.B. "Direktor" ist)

22. Lässt er sich eine Mitarbeiter- (Untergebenen-) oder Entlassung von Gesellschaftern durchaus ausreden?

23. Ist er eitel? (Trägt keine Brille, selbst wenn er müsste, beim Autofahren, zum Lesen eines Vertrages)

24. Wie sieht seine Internetseite aus? Ist da nicht nur ein wenig zu viel und zu dick aufgetragen?

25. Verliert er überdurchschnittlich oft die Selbstbeherrschung?

26. Meint er, nur er könne alles selbst gut machen?

27. Ist er nachtragend?

28. Geht er über "kritische" Situationen mit einem Lachen hinweg?

29. Ist er tolerant?

30. Ist er hilfsbereit?

31. Mag er Katzen?

 

Die Verneinung der Fragen 29 bis 31 muss nicht unbedingt typisch für einen Psychopathen sein, kann aber den Wahrscheinlichkeits-Grad für eine Psychopathie erhöhen. Wenn aber für mehr als 23 Fragen ein sicheres "Ja" zutrifft und für 29 bis 31 ein klares "Nein", haben Sie ziemlich treffend einen Psychopaten beurteilt.

 

Nehmen wir noch die Definitionen zur Redlichkeit >hier< hinzu, dann werden die Maschen für eine Wegfilterung vieler unserer psychopathischen (soziopathischen) ungeeigneten und abzulehnenden Politiker und Führungskräfte sehr eng. (Die dann noch durchkommen, könnte man tolerieren.)

 

Wie immer gibt es bei jeder so genannten Abnormität (Abweichung vom "Normalen" oder strenger vom Ideal*), graduelle Unterschiede zwischen 0% und 100%, wobei 0 und 100 statistisch (fast) ganz auszuschließen sind. 100% sicher und 100% gesund gibt es nicht. Es gibt nirgends eine 100prozentigen Sicherheit und auch keine 100prozentige Wahrheit und jeder muss mal husten! Überhaupt keine Angst (0 % Angst) wäre absolut tödlich.

* Griechisch: idéa »Urbild«, ist der Inbegriff der Vollkommenheit, des makellos Mustergültigen und kann nur als höchster Wert für ein angestrebtes Ziel angesehen werden.

 

Die vorgenannte Aufzählung charakterisiert nicht nur Ihren Chef, sondern den Psychopathen allgemein. Nun überlegen Sie mal, auf welchen unserer Politiker und Führungskräfte die Kriterien zutreffen und dann treffen Sie eine Wertung, ob wir in guten Händen sind oder überhaupt einem voll und ganz vertrauen können. Immerhin ist in der Zeitschrift P.M. erschreckend zu lesen:

 

"Sind Psychopathen so etwas wie eine feindliche Spezies im Menschengewand?" oder "Die chaotischen Prozesse der Globalisierung, erst recht die gegenwärtige Krise haben das Business in ein noch günstigeres Biotop für Psychopathen verwandelt. Denn je schneller und radikaler sich die Welt verändert, desto besser werden sie sich darin zurecht finden."

 

Es ist nirgends in der Literatur ein Vergleich zwischen der Zahl an männlichen und weiblichen Psychopathen zu finden. Er gibt aber auch Frauen, z. B. wahrscheinlich die ehemalige britische Premierministerin, Margret Thatcher (>hier< unterhalb Seitenmitte zu finden oder gleich mit [Strg][F] als that suchen).


Es ist etwas übertrieben, wenn PM schreibt: "Psychopathen haben kein Gewissen. Sie empfinden keine Reue und kein Mitgefühl". Das ist nur ziemlich journalistisch reißerisch! Aber "keine andere Persönlichkeitsstörung richtet ähnlich verheerenden Schaden an wie die Psychopathie", ist richtig, wenn man an die bisherigen Führungskräfte denkt, z.B. schon an Nero Claudius Caesar, den römischen Kaiser (54 - 68 nach der Zeitrechnung), der immerhin (von Seneca, dem römischen Dichter und philosophischen Schriftsteller, beeinflusst) ziemlich vernünftige Reformen im Finanzwesen und in der Rechtsprechung durchgesetzt hat. Sein Zündeln in Rom (bzw. in seinem Auftrag) ist übrigens nie nachgewiesen worden. Wenn nun üblicherweise Hitler und Stalin genannt werden, so weiß ich nicht, was denen gutgeschrieben werden kann. Mich fragte nach dem Kriege meine kurzzeitige (18jährige) NAZI-Klavierlehrerin: "Haben wir denn jedes und alles falsch gemacht?" "Ja, habt ihr," antwortete ich (warum, ist in meinem Vorwort erwähnt). Wie sieht es mit George Walker Bush aus? Was hat er zum Fortkommen der Menschheit getan? Vielleicht schreibt es mir mal jemand. Ich kann mioch an absolut garnichts erinnern! Wie ist er an die Macht gekommen?

 

Und wie steht es um unsere derzeitigen Führungskräfte? Da gab es die Kofferträger Bundeskanzler Helmut Kohl,  Ministerpräsident Roland Koch, den Innenminister und jetzigen Finanzminister Wolfgang Schäuble (seit Ende 2009), dann den (2009) verstorbenen Bundeswirtschaftsminister (1982 - 84), gemeint ist dieser Grafe Lamsdorff, alles sehr ehrenwerte Leute. Gehen Sie mal obigen Fragekatalog durch. Wie steht's um den Deutschen Chef-Banker, den immer gut gelaunten Dr. Josef Ackermann, der unsere derzeitige Bundeskanzlerin im Frühling 2010 in ihr Bundeskanzleramt zu seinem Geburtstag eingeladen hat? (Also wer regiert denn da wirklich im Bundeskanzleramt?? Wie viele Leute verdanken dem Herrn Ackermann ihre "Freisetzung" (Gegenteil von "Arbeit macht frei" über dem KZ-Eingang zu Auschwitz)?

 

Wer sich einmal die Zeit nehmen will, über Führungspersönlichkeiten mit oder eher ohne Verantwortung für Mitmenschen..., welchen Grad an Psychopathie all diese Herren und wenige Damen hatten, zu schreiben, wird ein tolles und dickes Buch - im wahrsten Sinne des Wortes - füllen können. Aber jetzt eine allgemein gültige Bemerkung zum eindeutig psychopatischen Adolf Hitler, Reichskanzler des "Drittes", des "Tausendjährigen Reiches", über den der Publizist Sebastian Haffner, eigentlich Raimund Pretzel, (1999 in Berlin im Alter von über 91 gestorben), gesagt hat (wahrscheinlich allgemein gültig): "Malt mir den Teufel nicht zu schwarz!" Damit ist gemeint, dass - wie bereits oben gesagt - niemandem hundertprozentige Merkmale zuzuschreiben sind.

 

"Schlangen in Anzügen - Wenn Psycho-

pathen zur Arbeit gehen",  ist eines der

Bücher von Dr. Robert D. Hare (zusammen

mit Dr. Paul Babiak); ob bereits in Deutsch?

 

Im Artikel der PM wird gefragt:

 

"Was genau macht einen Menschen zum Psychopathen? Und woran kann man ihn erkennen? Lange Zeit haben die Wissenschaftler auf diese Fragen keine eindeutige Antwort gefunden. ... Erst die Arbeiten von Robert D. Hare haben Klarheit in die verworrene Diskussion gebracht. Ein von ihm entwickelter Test, die so genannte PCL (»Psychopathy Checklist« siehe oben!), benennt eine Reihe von Persönlichkeitsmerkmalen, die nach Meinung der Fachleute dem perfekten Psychopathen zu eigen sind. Wer mehr als 75 Prozent dieser Merkmale (ohne die Ergänzung) erfüllt, gilt offiziell als Psychopath. Die meisten Experten halten Psychopathie für angeboren und für unheilbar ... Psychopathen sind verlogen wie Pinocchio (Hauptgestalt des italienischen Kinderbuches »Die Abenteuer des Pinocchio« von C.Collodi, 1883), ... selbstherrlich wie Josef Stalin, aufbrausend wie Adolf Hitler und sexuell untreu wie Giacomo Casanova. Sie übernehmen niemals Verantwortung für das, was sie getan haben und was ihre Nachfolger tun. Und der vermutlich entscheidende Punkt: Sie sind nicht dazu in der Lage, Reue oder Mitgefühl mit anderen Menschen zu empfinden. Sie haben buchstäblich kein Gewissen. Robert Hare hat den typischen Psychopathen als »Raubtier in Menschengestalt« bezeichnet.
»...der typische Psychopath wirkt sehr angenehm und hinterlässt einen positiven Eindruck, wenn man ihm zum ersten Mal begegnet«, schreibt der US-Forscher Hervey Cleckley in seinem Standardwerk »The Mask of Sanity«. Diese Maske der Normalität ist es, die Psychopathen so gefährlich macht. ...»Nirgendwo finden wir eine so hohe Dichte an Psychopathen wie in den Hochsicherheitstrakten unserer Gefängnisse«, sagt Hare. ... Geschätzte 50 Prozent aller schweren Gewaltverbrechen gehen auf ihr Konto. ..."

 

Dazu ist anzumerken, dass der Anteil von Psychopathen an der Gesamtbevölkerung durchschnittlich um 2% liegen soll (Männer 3%, Frauen 1%), dass über 60% von ihnen als Gefängnisinsassen leben und meistens wieder rückfällig werden, dann ist das schon allein erschreckend genug. Im übernächsten Zitatblock aus "Lexikon der Psychologie" ist zu finden: "Psychopathische kommen kaum vermeidlich mit dem Gesetz in Konflikt, aber schaffen es oft, harte Strafen zu vermeiden". Verlässliche Zahlen sind kaum zu bekommen.

 

Doch weiter mit P.M.:


"Das ist jedoch nur ein Teil der Geschichte. Denn die meisten Psychopathen sitzen nicht im Gefängnis, sondern führen ein freies und unerkanntes Leben. Experten schätzen ihre Zahl in Deutschland auf knapp eine Million. »Die Chance, dass Sie in Ihrem Leben schon einmal mit einem Psychopathen zu tun hatten, liegt bei genau 100 Prozent«, sagt der Tübinger Hirnforscher Niels Birbaumer... »Einige von ihnen arbeiten in den allerhöchsten Positionen der Geschäftswelt«, antwortet Birbaumer. »Hier finden sie alles, was sie interessiert: Geld, Macht, Kontrolle über andere Menschen. Man trifft sie in der Politik, im Gesundheitswesen, den Medien - intelligente Psychopathen sind häufig sehr erfolgreiche Menschen... Der psychopathische Chef ist nicht weniger gewissenlos, manipulativ oder kalt als ein durchgeknallter Serienkiller, jedoch zu schlau, um sich in allzu große Gefahr zu begeben - oder sich erwischen zu lassen. Keine besonders beruhigende Diagnose. Wer unter einem psychopathischen Chef arbeitet, wird immer unter ihm leiden, von ihm manipuliert und gedemütigt werden. Und fassungslos dabei zusehen, wie der Peiniger von einem Erfolg zum nächsten eilt.
... Wissenschaftler können menschliche Angst im Gehirn" mit Hilfe eines Kernspintomografen "sichtbar machen. Wir verbrennen uns die Finger am Kaminfeuer - unser Gehirn reagiert. In Zukunft werden unsere Hände die Flammen meiden. »Negative Konditionierung« nennen Psychologen diesen Vorgang - eine der fundamentalsten Formen des Lernens. ...In vergleichbaren Situationen herrscht im Gehirn von Psychopathen absolute Funkstille. »Diese Menschen sind nicht dazu in der Lage, Angst zu empfinden«, erklärt der Forscher Niels Birbaumer. ...
»Leider haben wir das Problem, dass sich die wirklich intelligenten und erfolgreichen Psychopathen niemals freiwillig in einen Hirnscanner legen werden«, sagt Birbaumer. Die zweite Konsequenz ist wesentlich bedrohlicher: Wenn Psychopathen keine Angst empfinden, dann laufen fast alle Sicherungsmaßnahmen des Staates bei ihnen ins Leere. Keine Strafandrohung wird sie dazu bringen, ihr Verhalten zu kontrollieren. Genau hier könnte der Grund dafür liegen, dass Psychopathen nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis etwa dreimal so häufig rückfällig werden wie andere Kriminelle. Ihr Gehirn ist einfach nicht darauf programmiert, aus der erlittenen Strafe zu lernen.
Sind Psychopathen so etwas wie eine feindliche Spezies im Menschengewand? Fest steht: Viele Experten weigern sich inzwischen, Psychopathie lediglich als eine Persönlichkeitsstörung unter vielen zu betrachten. Denn Psychopathen leiden nicht an ihrem Zustand. ... In einer ganzen Reihe von Situationen sind Psychopathen gesunden Menschen deutlich überlegen. Sie werden etwa im Krieg schneller und bereitwilliger töten als andere Soldaten. ...
»Bekäme ich meine Probanden nicht kostenlos aus dem Gefängnis, würde ich mich einfach an der Börse (>hier<) umsehen«, scherzt Robert D. Hare. Tatsächlich sehen viele Experten in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise weniger die Folgen allzumenschlicher »Gier« (>hier< ausführlich) einzelner Banker, sondern vielmehr das skrupellose Wirken psychopathischer Manager...
Mit ihrer Risikobereitschaft, ihrer Furchtlosigkeit, ihrer Fähigkeit, schnelle und harte Entscheidungen zu treffen, wirken Psychopathen wie geborene Anführer.

 

Hare und Babiak: »Menschenschinder oder Manager« (Hanser, 24,9o Euro)
Homepage von Prof. Robert D. Hare, dem weltweit wichtigsten Experten für Psychopathie: www.hare.org
Dokufiim-Homepage- wie es sich anfühlt, mit einem Psychopathen unterwegs zu sein: www.i-psychopath.com ". (Aus dieser Webseite bin ich nicht schlau geworden. - W.Rath)
 


Empfehlung: Versuchen Sie, den ganzen Artikel „Psychopathen sind gewissenlos…“ von P.M. zu bekommen: Telefon 01805 861 8000 (14ct/Min)


Noch eine Beschreibung der Psychopathie etwas angelehnt an Artikel im "Lexikon der Psychologie", Herausgegeben von


Professor Wilhelm Arnold, Würzburg,
Professor Hans Jürgen Eysenck, London und
Professor Richard Meili, Bern
11. Auflage

Verlage Herder, Freiburg, Basel, Wien, 1993

 

Beim Psychopathen kann eine antisoziale Persönlichkeitsstörung angenommen werden (Bezeichnung auch: Soziopath). Er wird als "eine impulsive, unverantwortliche, hedonistische (griechisch hedone = »Freude«, »Vergnügen«, »Lust«, „zweidimensionale" Person, der die Fähigkeit fehlt, die normalen emotionalen Komponenten zwischenpersonalen Verhaltens zu erleben, eingeschlossen Schuld, Reue, Einfühlungsvermögen, Liebe und echte Sorge für das Wohlergehen anderer." Die hedonistische Komponente lässt sie immerzu lachen. Dr. Kurt F. Schobert, Chefredakteur der Informationsbroschüre "Humanes Leben - Humanes Sterben", Jahrgang 29, erregt sich heftig in einer seiner Ausgaben, dass er das Lachen der Manager und Politiker nicht mehr ertragen könne. Er wusste nicht, dass diese Leute in den Komplex der Psychopathie eingeordnet werden müsse. Natürlich kann der Psychopath normale Emotionen mimen und zärtliche Zuneigung simulieren. Aber  "seine sozialen und sexuellen Beziehungen zu andern bleiben oberflächlich und fragwürdig. Sein Urteilsvermögen ist gering, und er scheint unfähig, die Befriedigung seiner augenblicklichen Bedürfnisse hinauszuschieben, gleich welche Konsequenzen dies für ihn selbst und für die andern hat." Er verstrickt sich in ein "Gewebe aus Lügen und Rationalisierungen, verbunden mit theatralischen und manchmal überzeugenden Erklärungen, Ausdrücken der Reue und Versprechen, sich zu ändern. Viele Psychopathen sind herzlos, räuberisch und aggressiv; andere sind mehr typisch parasitisch oder passiv manipulierend, indem sie sich auf eine zungenfertige Blasiertheit verlassen, auf oberflächlichen Charme und den Anschein der Hilflosigkeit, um zu erreichen, was sie wünschen."
Psychopathische kommen kaum vermeidlich mit dem Gesetz in Konflikt, aber schaffen es oft, harte Strafen zu vermeiden. Man denke an das Victory-, d.h. Siegeszeichen des Herrn Dr. Josef Ackermann (Chef der Deutschen Bank) >hier<. Oft werden diese Psychopathen von Freunden (Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel) beschützt arbeiten in einem Bereich der Gesellschaft, der ihr Verhalten entschuldigt oder toleriert. "In manchen Fällen können sie reizend und intelligent genug sein, um unmoralische oder skrupellose Machenschaften in einer legalen oder fast legalen Weise auszuführen oder um sich aus Verfolgung und Überführung herauszureden."

 

Die Richterin Brigitte Koppenhöfer machte einmal Bemerkungen zum sogenannten Mannesmann-Prozess gegen die Manager Josef Ackermann von der Deutschen Bank (siehe Bemerkung im obigen Absatz), Ex-Mannesmann-Chef Esser und Ex-IG-Metall-Gewerkschaftsführer Klaus Zwickel (sowie anderen ehrenwerten Herren) in etwa wie folgt: "Es gibt viele unerwartete Ähnlichkeiten zwischen Managern und Jugendlichen. Diese wissen häufig nicht, wie sie sich vor Gericht zu benehmen haben. Ein Manager ist es gewohnt, Stärke zu zeigen und Verhandlungen zu leiten, auch hofiert zu werden. Vor Gericht wird er vorgeführt, muss aufstehen, wenn andere reinkommen - er fühlt sich hilflos. Bei Jugendlichen ist das ähnlich. Die sind in ihren urbanen Umgebungen der Platzhirsch und überspielen ihre Hilflosigkeit mit Imponiergehabe" (Ende des angenäherten Zitatausschnittes). Da dieser Prozess für andere, ähnliche Fälle beispielgebend wurde, >hier< eine Extra-Seite, und weiter mit der Psychopathie aus dem "Lexikon der Psychologie".

 

Das Bild stammt von coresec.de/
Sehr aufschlussreich ist auch die sogenannte Persönlichkeit des derzeitig unter Hausarrest stehenden ehemaligen Staatspräsidenten Hosai Mubarak, der sich sogar für tausende Euro die Nadelstreifen seines Anzugs mit Namen versehen ließ. Diesen Menschen, nicht nur psychopathischer Einordnung, sondern dazu noch von grenzenlosem Narzismus ausgefüllt, ist Rücksichtnahme auf Mitmenschen ein Fremdwort. Nur das eigene Ego (das Ich) steht im Vordergrund.

 

Eine wichtige Auskunft geben elektroenzephalographische (griechisch enképhalos »Gehirn«) Untersuchungen (EEG = Gehirnstrommessungen). Es sieht so aus, daß Gehirnstromanomalien bei psychopathischen Individuen ungewöhnlich hoch sein können, "wobei die allgemeinste Anomalie im Auftreten einer übermäßigen Menge von Niederstromaktivität (4-7 cps" = Zyklen, also regelmäßig wiederkehrender Ereignisse je Sekunde) "besteht. Einige Forscher bemerkten, dass die Niederstromaktivität (Langsam-Wellen?) der Psychopathen einige Ähnlichkeit mit den EEG-Mustern hat, die man gewöhnlich bei Kindern findet." Das würde ja bedeuten, dass die Psychopathen so wie Kinder, die noch kein Gefühl für Tierquälerei, kaum oder sogar gar keine Ängstlichkeit und Schuld empfinden, keine Vorstellung von Rechten und Pflichten haben, was alles erst erlernt werden muss (>hier< etwas nach unten gehen, Kinder sind Barbaren...). Dann müsste man den Psychopathen eine Rechtsunmündigkeit zubilligen so wie Kindern. Nun darf man so weit nicht gehen; denn die Psychopathen sind ja durchaus in der Lage, sich in einen Arbeitsprozess zu begeben, sich in einem Sozialen Umfeld zu bewegen, nicht dauernd anzustoßen, sehr unangenehme negative Sanktionen zu vermeiden. Das zeigen die Deals ("Kuhhandel") bei Gericht (wieder mal das Beispiel Ackermann). Man sollte in jedem Fall verweiden, dass Psychopathen in die Positionen geraten, in denen man sie heute fast ausschließlich antrifft, durch eine Eignungsprüfung, wobei sie durchaus sich zumindest einer EEG-Analyse zu unterziehen haben und bei Unsicherheiten in die MRT-Röhre (Magnet-Resonanz-Tomografie) gesteckt werden. In jedem Fall ist die Psychopathie als Krankheit zu sehen, zwar (wenigstens bisher) nicht heilbar aber dem "Patienten" bewusst zu machen. Damit wäre der Psychopath wie ein chronisch Kranker anzusehen, der ständige Beobachtung braucht und Hilfe in Form einer Verhaltenstherapie zur Linderung der Folgen seine antisozialen Verhaltens- bzw. Anpassungsschwierigkeiten; denn "abgesehen von Angstzuständen und der Vermeidung des Lernens bestehen wenig Anzeichen dafür, daß sich die Lernfähigkeit von Psychopathen von der normaler Personen unterscheidet, besonders wo geeignete Versuche gemacht werden, um sie zu motivieren, ihre Pflicht zu erfüllen (vgl. Hare, 1970, 1978a; Schmauk, 1970)." Es sollte jetzt doch noch ein wenig Fachkompetenz zu Wort kommen bezüglich einer möglichen "Modifikation des psychopathischen Verhaltens. Die traditionellen psychologischen und biologischen therapeutischen Verfahren haben bewiesen, daß sie beinahe völlig unwirksam sind in der Modifikation des psychopathischen Verhaltens (vgl. Überblick: Suedfeld und Landen, 1978). Es gibt mehrere Gründe für diese Situation, einschließlich der wohlbekannten Begrenzungen der Techniken selbst. Zum ersten leidet der Psychopath weder an persönlichem Kummer, noch sieht er etwas Falsches in seinem Verhalten, und deshalb wird er nicht dazu angeregt, sich zu ändern."

 


So, wie Wissenschaftler den Psychopathen beschreiben, ist bei ihm eine Empathie (Einfühlungsvermögen aus dem Englischen), also Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Gefühls- und Erlebensweise anderer Menschen einzufühlen, d.h. die psychische Möglichkeit (vielleicht sogar physisch bedingt) zumindest eingeschränkt, bis sogar überhaupt nicht vorhanden. Noch einmal wegen der großen Bedeutung: Dem Psychopathen/Soziopathen fehlt die Fähigkeit, sich in die Lebensumstände, Gefühle und Bedürfnisse anderer Lebewesen einzufühlen. Daher hat er - der Psychopath - gar kein Mitempfinden, genauso wie eine Katze, die mit einer Maus "spielt", was für das Tier einen Sinn hat: Die Katze will (angeblich) die Maus erst dann fressen, wenn das "Beutetier" genügend Adrenalin (Stresshormonen aus der Nebenniere) im Blut hat, was auch in jedem Fall erreicht wird, wenn die Schlachttiere als Nahrung für Menschen weite Strecken transportiert und dann mit Stromstößen zur "Schlachtbank" gequält werden. (Guten Appetit!) Aus dem selben Grunde schlagen die Hunde-fressenden Chinesen ja auf die Tiere, in einen Sack gesteckt, so lange mit Knüppeln ein bis sie tot sind; oder die Japaner bearbeiten Rinder vor dem Schlachten mit Stöcken, damit außer Adrenalin als anregendem Genussverstärker, das Fleisch weich wird. Dieses Fleisch - bekannt als die berühmten Kobe-Steaks (genannt nach der Hauptstadt der Präfektur Hyogo auf Honshu) ist sehr begehrt. Adrenalin wirkt angeblich als Geschmacksverstärker, aber vor allem als drogenähnliches Aufputschmittel, kann jedoch bei zu hoher Dosis tödlich wirken.

 

Jetzt muss jedoch geklärt werden, ob die vorgenannten brutalen Metzger alle in die Psychopathie-Gruppe eingestuft werden können [müssen] oder ob da einfach nur Traditionen [Memplexe, >hier<], d.h. Altgewohntes als unverbrüchliches Brauchtum für ein Handeln [wie ein Kochrezept] wirken. damit kommen wir zu der wichtigen Frage: Ist Psychopathie/Soziopathie physisch - also anlagemäßig gegeben oder nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass fast sämtliche in einen adligen Stand (bzw. in die Oberschicht) hineingeborenen Personen ein psychopathisch/soziopathisches Verhalten an den Tag gelegt haben in Form von Machtmissbrauch und von  - nach unserer heutigen Rechtsauffassung - dissozialem (sozial nicht angepasstem) und anmaßendem Verhalten. Diese privilegierte Menschengruppe mit rechtlicher Sonderstellung*, in den unteren Schichten durch von der "Oberschicht" ausgestellte Urkunde verbrieft (als "Freibrief"), war und ist nicht insgesamt einfach in die psychologische Klassifizierung als Psychopathen/Soziopathen einzuordnen.

* Abgeordnete und Diplomaten genießen noch immer Schutz vor Strafverfolgung (Immunität = Unantastbarkeit)

 

Da sind ganz einfach Begriffe wie:

- von Gott gewollte Ordnung (die immer wieder von den Glaubensvertretern den Gläubigen als selbstverständlich "eingeimpft" wurde; selbst der Reformator Luther predigte, die "Obrigkeit" als solche unangetastet zu lassen),

- die Religionen - von der Oberschicht* gestützt - galten überall als Leitlinien und legten fest:

- entsprechende Gesetze (z.B. Leibeigenschaft, Recht der "ersten Nacht"),Bild nach Wikipedia

- Traditionen, Brauchtum,

- volkstümliche Überlieferung,

- Volkswissen und -glaube,

- Sitten und Gebräuche.

Folklore wird als schützenswert angesehen, darunter fallen Stierkämpfe bis hin zu koscherem Schlachten, dem Schächten, der rituellen Schlachtmethode mit "vorschriftsmäßigem Schächtmesser" (»Challaf« im Judentum. Mit einem Halsschnitt werden Schlagadern, Luft- und Speiseröhre durchtrennt...).

*  Insbesondere waren schon die Pharaonen gleichzeitig Gott und Regent, und die Priester hatten eine ganz bedeutende Stellung. Das ist im heutigen Globalen Kapitalismus, als politische Religion, nicht anders. Politiker (als die "Priester") und Spitzenwirtschaftler (Lobbyisten) (als die "Götter") arbeiten Hand in Hand.

 

Beim Nudeln von Gänsen wird bei den Tieren durch eine unnatürlich große Futterzufuhr eine massive Vergrößerung und Verfettung der Leber erreicht, die dann meist zu Gänseleberpastete weiterverarbeitet wird (französisch: Pâté de Foie gras ist ein Weltkulturerbe!). Das Geflügel (Enten und Gänse) würde so große Futtermengen selbst niemals aufnehmen. Den Tieren werden bei vollem Bewusstsein Rohre in die Speiseröhre eingeführt und das Futter direkt in den Magen gepumpt. Die Tiere können sich nicht mehr bewegen!

 

Es ist anzunehmen, dass ein Psychopath, d.h. jemand mit abnormer Persönlichkeitsstörung (wie es oberbegrifflich heißt), kaum etwas mit den Ausführungen auf der Webseite über Moral und Ethik - >hier< - anfangen kann oder doch? Immer wieder wird in der Literatur erwähnt, dass sich Psychopathen generell über jegliche soziale Normen (>hier< unter anderen Normen) einschließlich über Gesetze hinwegsetzen.

 

Noch einige Bemerkungen dazu, dass Psychopathen keine Angst kennen, d.h. die üblichen Angstreaktionen den untersuchenden Wissenschaftlern (bisher) nicht erkennbar sind. Dennoch folgen auch die Psychopathen einem "Selbsterhaltungstrieb", also den Antrieben, die für die Lebenserhaltung notwendig, zumindest zweckmäßig sind:

- sich ausreichend zu ernähren,

- sich zu schützen vor Kälte, Wärme, vor wenigstens als tödlich erkennbaren Gefahren,

- sich gegen Angriffe zu verteidigen.

 

Viele Fragen sind noch ungelöst, wie z.B. ein Zusammenhang mit

- Selbsttötungsbereitschaft. Mut wird ihnen ja bescheinigt, jedoch wahrscheinlich nicht im Sinne von Aufopferung für andere Mitlebewesen.

- Wie gehen sie mit körperlichen Gebrechen um? Es scheint als wären sie kaum gesundheitsgefährdet.

- Wie kommen sie zurecht mit Rentnerdasein? Auch hier kann man vermuten, dass sie bis zum natürlichen Ableben aktiv sind, wie beispielsweise der im Februar 1924 geborene "Eigentümer" von Simbabwe, Robert Gabriel Mugabe, Chef der "schwarzafrikanischen Befreiungsbewegung" (ein "Befreier" im wahrsten Sinne des Wortes).

 

Fast völlig offen ist die Frage - wie so oft bei psychologisch-soziologischen Untersuchungen: welchen Anteil haben Frauen an psychopathischen Auswirkungen, insbesondere in Führungspositionen? Z.B. Agrippina, sowohl die ältere Frau des Germanicus, die sich verhungerte, als auch Julia, die jüngere, 15 nach der Zeitrechnung in Köln als Tochter des Germanicus geboren, die ihren Ehemann vergiftete und dann von ihrem Sohn Nero ermordet wurde? (Insbesondere die Karnevalisten von Köln sind heute noch stolz auf diese klassische Psychopathin!!)

 

Psychopathen sind bisher nicht (wirksam) therapiefähig. Sie sind vor allem auch nicht willig; denn sie kennen keinen "Leidensdruck". Im Gegensatz zu anderen Persönlichkeitsstörungen (Hysterikern usw. >hier<) gibt es für Psychopathen (Soziopathen) auch noch keine ausreichend erprobten Therapieansätze. Hinzu kommt, dass sie (nach Eysenck: unten Literatur) sowieso nur beschränkt lernfähig sind, also keineswegs umdenken können zur Gewohnheits- und Sinnesänderung (unvorstellbar für Hitler, Stalin, Mao, George Dabbelju Bush, Osama Bin-Laden).

 

Wichtig: Einordnungen in Klassifizierungen sind immer und überall zwischen 0 % und 100 % zu sehen, wobei 0 % und 100 % praktisch nicht vorkommen. Körperlich ist niemand 100 % gesund und 0 % bedeutet den Tod. So gibt es niemanden ohne einen Anteil an Psychopathie und auch (wahrtscheinlich) keinen 100-prozentigen psychopatischen/soziopathischen Menschen. Aber es gibt Überlagerungen mit anderen psychischen Störungen bzw. Verhaltensmustern (narzistisch z.B., d.h. das Selbstbild, das Selbstbewusstsein und die Identität betreffende Störungen), so wie man gleichzeitig Flöhe, Läuse und Wanzen haben kann. Daher nochmals der Hinweis auf eine (nicht vollständige) Palette der psychischen Störungen >hier<.

 

Aber: Hitler, Stalin, Mao, George Dabbelju Bush, Osama Bin-Laden sind nicht ohne Hilfe von ganz "normalen" Mitmenschen an die Macht gekommen. Und auch unser heutiges marktradikales Wirtschaftsmodell will den Menschen als "Homo Ökonomikus", als ein Wesen, das immer nur versucht, möglichst viel Gewinn und Karriere zu machen, rücksichtslos um jeden Preis. (Jedoch wollen alle möglichst billig einzukaufen. Qualität ist zweitrangig.) Ein Wesen, das keine Zeit für Freunde hat, das keinen Wert darauf legt, gelitten zu werden, das nur Macht anstrebt, das knallhart ist, das ist dann zumindest nach den Definitionen in der Psychologie zwar eine dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeit (>hier<), ja sogar der Soziopath. Doch - man staune - deren Verhaltensweisen werden bewundert. Würde ein Mensch wie Josef Goebbels heute fragen: "Wollt ihr diesen Menschen, rücksichtslos und so knall-hart wie es nur eben geht; diesen Menschen, der euch mit starker und eisener Hand führt, ganz gleich wohin?" (Statt wie damals: "Wollt ihr den totalen Krieg, totaler als überhaupt vorstellbar...?"); man würde ihm wahrscheinlich entgegen schreien: "Ja, wir wollen ihn! Wir wollen genau so einen starken Führer! Weg mit den Zauderern, die sich erst alles genau überlegen müssen..."


Der durch den Menschen geschaffene Gott hat typisch psychopathische Züge. Dazu braucht man nur den obigen Katalog (>hier<) auszufüllen. (Ich komme 22 mal auf ein klares "Ja" bzw. bei Frage 27 auf ein klares "Nein".) Was diese menschliche Projektion (>hier<) jedoch von einem klassischen Psychopathen unterscheidet, ist: Diese menschliche Projektion - als Gott bezeichnet - kann nicht lachen. (Dafür ist dann der Teufel bekannt.) Das Wesen, auf das menschliche Wünsche und (Führungs-)Eigenschaften übertragen wurden, soll ja auch nur Furcht und Schrecken verbreiten und einschüchtern...

 

Also unser Wirtschaftsmodell* begünstigt gerade diesen Typ Mensch und belohnt solch dissoziales (asozial-soziopathisches) Verhalten durch Bewunderung und aus Neid auf seinen Reichtum. Durch diese Bewunderung sieht sich jeder genötigt, der etwas erreichen will, sich in diese Richtung zu entwickeln. Und wer schließlich davon überzeugt ist, dass alle anderen Menschen nur egoistisch und profitgierig sind, wird sich letztendlich genauso verhalten (müssen), um möglichst viel vom Kuchen (oder zumindest etwas) zu bekommen, bevor die anderen ihm alles weggenommen haben.

* als eine politische Religion (>hier<), mit esoterischen Vorstellungen (Esoterik stammt aus dem griechischen und bedeutet lateinisch occultum, das Geheimnisvolle, Verborgene), Glaube an Glück (z.B. bei Gewinnspielen mit geringerer Wahrscheinlichkeit als durch einen Blitzschlag umzukommen), vom "Tellerwäscher" zum Milliardär (ohne auch nur das Geringste lernen zu müssen) werden zu können. (Immerhin ist bekannt: Die allergeringste Chance ist allerdings, mit "normaler, anständiger" Arbeit reich zu werden.)
 

Neuere Forschungen: Wissenschaftler der Vanderbilt-Universität in Nashville, Tennessee, haben die Rolle des Belohnungssystems des Gehirns in Bezug auf Psychopathie durchleuchtet. Die Forscher um Joshua W. Buckholtz wählten dabei einen anderen Ansatz als die meisten Psychopathie-Studien in der Vergangenheit, also wie oben geschildert.

Wie Drogenabhängige jagen Psychopathen einem einmal gefassten Wunschziel nach, ohne Furcht und Rücksicht auf mögliche Schäden. Wie ähnlich Psychopathen Süchtigen sind, haben jetzt Psychologen aus Tennessee (USA) demonstriert. Sie gaben Menschen mit psychopathischen Charaktereigenschaften, d.h. Manipulativität, Egozentrik, Aggressivität, überhöhte Risikobereitschaft eine Portion des Amphetamins Speed (eine synthetisch hergestellte Substanz mit stimulierender Wirkung).

Bei normalen Menschen stößt nach Genuss dieser Droge das Belohnungszentrum im Gehirn, der Nucleus Accumbens, eine erhöhte Menge Dopamin aus (gemessen mit der Positronenemissionstomographie - PET, dazu die funktionelle Magnetresonanztomografie - fMRI). „Es zeigte sich, dass das Gehirn der Studienteilnehmer, die ein höheres Maß an psychopathischen Zügen aufwiesen, die vierfache Menge von Dopamin als Antwort auf die Amphetamine freigab,“ erklärte Joshua Buckoltz, Leiter der Studie. Nochmals wegen der Wichtigkeit: Die Psychopathen produzierten gleich das Vierfache dieser erhöhten Menge! Ihr Belohnungszentrum muss also schon in nüchternem Zustand hyperaktiv sein, mutmaßten die Wissenschaftler; denn als den Probanden für ihr Mitwirken bei dem Test Geld versprochen wurde, schossen ihre Dopaminwerte schon gleich nach oben – viel höher, als bei einer Gruppe nicht-psychopathischer Vergleichsteilnehmer. Psychopathen haben also offenbar ein Botenstoffproblem, das dem von Drogenabhängigen gleicht; denn deren Dopaminlevel ist häufig erhöht, weil sie ständig "ihrem Stoff" nachjagen müssen. Psychologen folgern, dass Kriminelle und gewalttätige Verbrecher, anders als bisher vielfach vermutet, durchaus Skrupel fühlen können: „Sie sind nur nicht in der Lage, sich auf irgend etwas anderes zu konzentrieren, bis sie bekommen haben, was sie wollen“, so Joshua Buckoltz*. (Die Studie ist im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ erschienen.)
* Gilt als Nobelpreisanwärter, schreibt aber z.Z. noch an seiner Doktorarbeit (April 2011). Er hielt am 3. September 2010 einen Vortrag über "die sich anhäufende wirtschaftlich Belastung in Höhe von jährlich nahezu 1,7 Billionen US$ durch Verbrechen in den USA. Ein unverhältnismäßiger Ursachen-Anteil ist allein der psychopatischen Hemmungslosigkeit in Form von stetigem antisozialen Verhalten in Bezug auf Kapital-Missbrauch zuzuschreiben, was das Ziel einer kritischen wissenschaftlichen Untersuchung sein muss." (..."on the aggregate economic burden of crime in the United States which has been estimated to approach $1.7 trillion annually. A disproportionate share of this expense is driven by costs related to disinhibitory psychopathology, such as persistent antisocial behavior and substance abuse, making these phenomena critical targets for scientific investigation.")

Ergebnis: Psychopathen können offensichtlich wegen der übergroßen Dopaminantwort ihres Gehirns auf eine mögliche Belohnung ihre Aufmerksamkeit nicht mehr abwenden, bevor sie nicht bekommen haben, was sie wollen.

Sind sie, die Psychopathen also doch vielleicht therapierbar?

 

Christan Elger (1949 in Augsburg geboren, seit 1990 Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn und Mitglied im Frankfurter Zukunftsrat (http://www.frankfurter-zukunftsrat.de/Organisation/), sucht Antworten auf gesellschaftliche Fragen und fordert:

 

"Wer soziale Regeln nicht einhält, muss aus diesem Regelsystem herausgenommen werden, um die Gesellschaft zu schützen - ungeachtet, ob er dabei durch seinen psychisch gegebenen Persönlichkeitshintergrund als schuldig zu sehen ist oder nicht!"
 

>Hier< zum Balladesken "Hohen Lied" der Psychopathen (noch im Entwurf und zu vertonen zu einem rhythmischen Sprechgesang ["Rap"])

 

Walter Rath, Juni.2010



afp: STUDIE: An der Börse wird laut einer Studie hart gekämpft - Aktienhändler wenig kooperativ.


Professionelle Aktienhändler verhalten sich einer neuen Studie zufolge rücksichtsloser und manipulativer als Psychopathen
. Die Universität St. Gallen untersuchte die Kooperationsbereitschaft und den Egoismus von 28 Profi-Händlern, wie der „Spiegel" am 25.9.2011 berichtete. Die Händler verhielten sich im Ergebnis „noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von (durchschnittlichen) Psychopathen*, die den gleichen Test absolvierte", sagte Thomas Noll, Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies nördlich von Zürich. Statt sachlich und nüchtern auf den höchsten Profit hinzuarbeiten, „ging es den Händlern vor allem darum, mehr zu bekommen als ihr Gegenspieler"...Und sie brachten viel Energie auf, um diesen zu schädigen." Es sei in etwa so gewesen, als hätte der Nachbar das gleiche Auto, "und man geht mit dem Baseballschläger darauf los, um selbst besser dazustehen". (Erklären können die Wissenschaftler diesen Hang zur Zerstörung nicht.)

* nach welchen Kriterien ausgewählt und welcher Grad der Psychopathie konnte nicht herausgefunden werden (Walter Rath)

Mit ihrem Verhalten erzielten die Aktienhändler zudem nicht mehr Gewinn als die Vergleichsgruppen.

Mitte September 2011 ist der Londoner UBS*- Händler Kweku Adoboli aufgeflogen, der über zwei Milliarden Dollar durch Spekulationen** verzockt hat. (Er soll bis auf weiteres in Haft bleiben.)

* Union de Banques Suisses, im Juni 1998 aus der Fusion von 2 Schweizer Grossbanken entstanden

** ist in der Wirtschaft eine auf Gewinnerzielung aus Preisveränderungen gerichtete Geschäftstätigkeit

Noch gut im Gedächtnis sind der frühere Investmentbanker Nick Leeson, der die Barings Bank zu Fall brachte (mit 825 Millionen Pfund Sterling?). Leesen wurde verhaftet, schrieb eine Autobiographie, die unter dem Namen High Speed Money verfilmt wurde (späterer deutscher Titel Das schnelle Geld – Die Nick-Leeson-Story).  

Der 1977 geborene Franzose Jérôme Kerviel (Bild rechts) bescherte der französischen Bank Societe Generale 2008 mit Spekulationsgeschäften Verluste von fast fünf Milliarden Euro. (Obige Angaben teils nach "Wallstreet-online.de" vom 27.9.2011). Kerviel ist inzwischen berühmt durch seinen Strafprozess, ein Interview mit dem Sender RTL (Jerome Kerviel als das Gesicht der maßlosen Gier einer ganzen Branche"), Interview mit der Zeitschrift "Freundin", natürlich gibt es ein Buch, die Wochenzeitschrift "Der Spiegel" stellt es am 2. Mai 2010 vor ... "Der französische Skandalhändler ist wieder da - und hat ein Buch mitgebracht. Darin bekennt sich Jérôme Kerviel zu seinen Fehlern...". Später am 8. Juni 2010 beginnt sein Prozess, über den alle Welt berichtet.

Er wurde im Oktober 2010  zu 5 Jahren Haft verurteilt, also je 1 Milliarden pro Jahr angeblichen Schaden. Außerdem muss diese Summe nun auch noch an seinen früheren Arbeitgeber zurückzahlen. Kerviel hatte den größten Spekulationsverlust aller Zeiten verursacht. Das Gericht befand, dass Kerviel genau wusste, was er tat und dies zu vertuschen versuchte.

Er wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Seine Verteidigung hatte Freispruch gefordert und der Bank Mitverantwortung vorgeworfen, weil sie sein Handeln tolerierte, so lange er Gewinne machte.

Kerviel durfte maximal 125 Millionen Euro einsetzen, spekulierte aber mit Summen bis zu 50 Milliarden Euro. Er hatte sich während des Prozesses als Opfer des Systems dargestellt. Die Société Générale hatte nach der Aufdeckung des Skandals die internen Kontrollen deutlich verbessert. Der damalige Chef Daniel Bouton wurde mit einer stattlichen Abfindung entlassen. (Einzelheiten bei WELT ONLINE, wo zu lesen ist: Ausschnitt 1 - "Als der Schwindel aufflog, damals im Januar 2008, rasten die Börsen in den Keller, und eine Aktie besonders: die der französischen Großbank Société Générale. Jetzt, da das Urteil im Fall Jérôme Kerviel gesprochen wurde, ging es mit den Börsen nach oben, und besonders der Kurs seines Ex-Arbeitgebers. Ausschnitt 2: Die Strafe von 4,9 Mrd. Euro ist eher symbolisch. Damit signalisiert das Gericht, dass es die Schuld allein bei Kerviel sieht. Bei seinem derzeitigen Monatsgehalt von 2300 Euro müsste er knapp 180.000 Jahre dafür arbeiten. Ausschnitt 3: Kerviel selbst hatte bis stets darauf beharrt, mit Billigung seines Arbeitgebers gehandelt zu haben. Seine Vorgesetzten hätten solange beide Augen zugedrückt, wie er mit seinen gewagten Transaktionen Gewinne machte. Ausschnitt 4: In seinen jetzt erschienen Memoiren - „Nur ein Rad im Getriebe“ - klagt Kerviel den Zynismus eines Finanzsystems als Ganzes an: Es sei eine vollkommen von der Realität abgekoppelte Sphäre, die „Kapital aus denjenigen schlägt, die darin arbeiten, das sie aber bedenkenlos fallen lässt, wenn sie versagen.“ En detail schildert er zahlreiche Auswüchse: Seinen Schilderung zufolge lud die Bank ausgewählte Händler zu Lustwochenenden ein. Sekt floss in Strömen und Stars boten ein Unterhaltungsprogramm für teures Geld. Bei solchen Anlässen hätten die Risikomanager, die eigentlich dafür zuständig sind, für Disziplin zu sorgen, durchblicken lassen, dass die Finanzmarkt-Regularien nicht allzu ernst zu nehmen seien. Ausschnitt 5: Als Aktienhändler, lebte Kerviel stets bescheiden in einer kleinen Wohnung in einem Pariser Vorort. Von seinen Bonuszahlungen kaufte er sich damals weder einen Porsche noch maßgefertigte Anzüge, sondern einen kleinen weißen Hund. „Mister Nobody“ spöttelten damals einige seiner Kollegen über ihn. Zumindest das dürfte sich geändert haben.)

Es sind also viele Milliarden Euro oder US$ abgezockt, aber doch nicht vernichtet worden. Der Frage, wo es geblieben ist, ist offensichtlich niemand bisher nachgegangen, auch kein "Investigations-Journalist". Eine Geldmenge, mit der man vieles hätte machen, z.B. Ungerechtigkeiten beseitigen können,  ist einfach "untergetaucht" oder? In Wirklichkeit ist es im wahrsten Sinne des Wortes doch nur verschoben worden.Jérôme Kerviel gibt an,  er habe mit dem, von ihm veruntreuten Geld "gespielt wie im Casino". Dann hätte das verlorene Geld eben dieses Casino einbehalten. Aber ein solches war nicht "im Spiel". Irgendwelche Leute sitzen darauf und freuen sich; denn niemand kümmert sich.  Es kann mir doch niemand erzählen, dass keine Hehlerei, ja sogar bandenmäßige Hehlerei im Spiel ist. Haben wir die §§259, 260, 260a nur für "Kleinkriminelle" im Strafgesetzbuch (StGB)? Antwort: definitiv ja; denn wir haben beispielsweise mit einem seit Oktober 2009 amtierenden Bundesminister der Finanzen, dem Herrn Dr.Wolfgang Schäuble einen sehr erfahrenen Mann...

Walter Rath, September 2011


Literatur:

 

American Psychiatrie Association (APA): Diagnostic and statistical manual: Mental disorders. Washington (D.C.) 1968

z.B. im Rahmen des APA/Lilly Resident Research, Training und Funding Award (englisch "Award" = Auszeichnung, Preis; gefunden von Walter Rath):

Nathan Kolla, MD, MA, MSc, University of Toronto (MD: Dr. med.; MA: Master of Arts = Magister der Philosophischen Fakultät; historisch der Freien Künste; M.Sc.: Master of Science entspricht etwa einem Diplom-Ingenieur (inzwischen auch Dipl.rer.nat. [rerum naturarum = Neturwissenschaft])
Manuscript: An fMRI Investigation of Reversal Learning in Violent Offenders with Psychopathy and Antisocial Personality Disorder
Training Director: Ari Zaretsky, MD

Andry, R.: Delinquency and parental pathology. London, 1960

Arieti, S.: The intrapsychic self. New York, 1967

Bell, R.: A reinterpretation of the direction of effects in studies of socialization. Psychological Review, 1968, 75, 81-95

Babiak, Paul und Robert D. Hare: Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit. HANSER

Blair, J. et al. 2005: The Psychopath - Emotion and the Brain. Malden, MA: Blackwell Publishing, ISBN 978-0-631-23335-0

Buss, A.: Psychopathology. New York, 1966

Cleckley, H.: The mask of sanity. St. Louis (Mo.). 1976

Craft, M.: Ten studies into Psychopathic personality. Bristol, 1965

Eysenck, H. J.: The biological basis of personality. Springfield (III.), 1967

Eysenck, H. J.: Psychopathy. personality and genetics. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathic behavior: Approaches to research. Chichester, 1978. 197-224

Eysenck, H. J. & S. Rachman: Neurosen - Ursachen und Heilmethoden. Berlin, 1973

Gough, H.: A sociological theory of psychopathy. American Journal of Sociology, 1948, 53, 359-366

Grant, V. W.: The menacing stranger: A primer on the psychopath. Dabor Science Publications. New York, 1977

Hare, Robert D.: Gewissenlos - Die Psychopathen unter uns. Springer/Wien/New York -  ISBN 3-211-25287-8

Hare, R. D.: Temporal gradient of fear arousal in psychopaths. Journal of Abnormal Psychology, 1965, 70, 442-445

Hare, R. D.: Detection threshold for electric shock in psychopaths. Journal of Abnormal Psychology, 1968. 73, 268-272 (b)

Hare, R. D.: Psychopathy: Theory and Research, New York, 1970

Hare, R. D.: Electrodermal and cardiovascular correlates of psychopathy. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.) Psychopathic hehavior: Approaches to research. Chichester, 1978. 107-144 (a)

Hare, R. D.: Psychopathy and electrodermal responses to nonsignal stimulation. Biological Psychology, 1978. 6, (b)

Hare, R. D. & D. N. Cox: Clinical and empirical conceptions of psychopathy, and the selection of subjects for research. In: R. D. Hare & D. Schulung (Eds.): Psychopathic behavior: Approaches to research. Chichester. 1978. 1-22 (a)

Hare. R. D. & D. N. Cox: Psychophysiological research on psychopathy. In: W. H. Reid (Ed.): The psychopath: A comprehensive study of antisocial disorders and hehaviors. New York, 1978 (b);

Hare, R. D. & D. Craigen: Psychopathy and physiological activity in a mixed-motive game situation. Psychophysiology, 1974, 11, 197-206

Hare, R. D.. Frazelle, J. & D. Cox: Psychopathy and physiological responses to threat of an aversive stimulus. Psychophysiology, 1978. 15, 165-172

Hare, R. D. & M. J. Quinn: Psychopathy and autonomie conditioning. Journal of Abnormal Psychology, 1971, 77. 223-235

Hare. R. D. & D. Schalling (Eds.): Psychopathic hehaviour: Approaches to research. Chichester, 1978

Hare, R. D. & M. J. Quinn: Psychopathy and response to elcctrical Stimulation. Journal of Ahnormal Psychology, 1970, 76, 371-374

Hare, R, D.: Psychopathie und Soziopathie. Frankfurt a. M.. 1977

Jaspers, K.: Allgemeine Psychopathologie. Berlin - Heidelberg, 1973

Lykken, D. T.: A study of anxiety in the sociopathic personality. Journal of Abnormal and Social Psychology, 1957, 55. 6-10

McCord, W. & J. McCord: The psychopath: An essay on the criminal mind. Princeton (N. J.), 1964

Mednick, S. A. & R. Hutchings: Genetic und psychophysiological factors in asocial behaviour. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathic behaviour: Approaches to research. Chichester, 1978, 239-254

Mowrer, D.: On the dual nature of learning - a reinterpretation of „conditioning" and „problemsolving". Harvard Educational Review, 1947, 17, 102-148

Pichot, P.: Psychopathic behaviour: A historical review. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathic behaviour: Approaches to research. Chichester, 1978. 55-70

Quay, H.: Psychopathic personality as pathological stimulation seeking. American Journal of Psychiatry, 1965, 122, 180-183

Reid, W. H. (Ed.): The psychopath: A comprehensive study of antisocial disorders and behaviors. New York. 1978

Robins, L.: Deviant children grown up. Baltimore, 1966

Satterfield, J. H.: The hyperactive child syndrome: A precursor of adult psychopathy? In: R. D. Hare & D. Schulung (Eds.): Psychopathic behaviour: Approaches to research. Chichester. 1978, 329-346

Schalling, D. & S. Levander: Spontaneous fluctuations in skin conductance during anticipation of pain in two delinquent groups differing in anxiety-proneness. Report No. 238 from the Psychological Laboratories. University of Stockholm, 1967

Schmauk, F. J.: Punishment, arousal and a avoidance learning in sociopaths. Journal of Abnormal Psychology, 1970, 76, 325-335

Seligman, M. E. & S. C. Johnson: Cognitive theory of avoidance learning. In: F. J. McGuigan & D. E. Lumsden (Eds.): Contemporary approaches to conditioning and learning. Washington (D. C.), 1973

Siddle, D.: Electrodermal activity and psychopathy. In: S. A. Mednick & K. O. Christianson (Eds.): Biosocial bases of criminal hehavior. New York, 1977

Skrzypek, G.: The effects of perceptual isolation und arousal an anxiety, complexity preference.and novelty preference in psychopathic and neurotic criminals. Journal of Abnormal Psychology, 1969, 74, 321-329

Suedfeld, P. & P. B. Landon: Approaches to treatment. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathic behaviour: Approaches to research. Chichester, 1978, 347-376

Syndulko, K.: Electrocortical investigations of psychopathy. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathic behaviour: Approaches to research. Chichester, 1978, 145-156

Trasler. G.: Relations between psychopathy and persistent criminality - Methodological and theoretical issues. In: R. D. Hare & D. Schalling (Eds.): Psychopathie behaviour: Approaches to research. Chichester, 1978, 273-299

Weltbrecht, H. J.: Psychiatrie im Grundriß. Berlin - Heidelberg, 1973.

Zusammengestellt von R. D. Hare