Persönlichkeit, Persönlichkeitsstörungen
Insbesondere: >hier< die dissoziale Persönlichkeit,
>hier< die ängstlich, vermeidende Störung,
>hier< die narzisstische Persönlichkeit,
>hier< die psychopatisch/soziopathische Persönlichkeit.
Etwa andere Darstellung der Störungen >hier<.
Zu diesen Stichworten bringt das
Kompendium der Psychiatrie und Psychotherapie
(begründet von Th. Spoerri)
Herausgegeben von Harald J.Freyberger und Rolf-Dieter Stieglitz
Karger Verlag Basel (1996)
ISBN 3-8055-6173-3
sehr gute Definition und eine Übersicht wie folgt (leicht abgeändert und gekürzt):
Persönlichkeit kann im psychologisch-psychiatrischen Sprachgebrauch definiert werden als die Gesamtheit der (psychischen) Eigenschaften und Verhaltensweisen, die dem einzelnen Menschen eine eigene, charakteristische, unverwechselbare Individualität verleihen. Es handelt sich dabei um eine weitgehend stabile oder doch lange Zeit überdauernde Struktur individueller Eigenschaften in Bezug auf Charakter, Temperament, Intelligenz und körperliche Grundbedingungen eines Menschen.
Das Temperament beschreibt dabei die Art des Antriebs und der Aktivität, die sich in Form von Gefühlen, Willensbildung und Triebleben zeigen. Charakter bezieht sich auf die im Laufe des Lebens weitgehend konstanten Einstellungen, Handlungsweisen, die individuelle Besonderheit und vor allem die Werthaltungen eines Menschen.
Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte und
lang anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren und unangepassten
Reaktionen in verschiedenen persönlichen und sozialen Lebenssituationen zeigen.
Bezug genommen wird dabei auf eine Durchschnittsnorm, die von der Mehrheit
der betreffenden Bevölkerung oder kulturellen Gruppe gebildet wird. Die
Abweichungen zeigen sich besonders im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den
Beziehungen zu anderen. Normabweichend ist dabei nicht so sehr die Qualität der
einzelnen Merkmale des Verhaltens und Erlebens, sondern vielmehr ihre
Akzentuierung, die Ausprägung und vor allem ihre Dominanz, was sich sowohl in
mangelnder sozialer Anpassung als auch in subjektiven Beschwerden ausdrückt.
Diese besondere Akzentuierung,
Ausprägung und Dominanz charakterisiert insbesondere den Psychopathen (>hier<).
Die auffälligen Merkmale sind:
- Deutliche Unausgeglichenheit in Einstellungen und Verhalten in mehreren Funktionsbereichen, wie Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmen und Denken, Beziehungen zu anderen
- Gleichförmiges, andauerndes, nicht auf Episoden (Zeitabschnitte innerhalb eines Geschehens) psychischer Krankheiten begrenztes Verhaltensmuster
- Tiefgreifend gestörtes, in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassendes Verhaltensmuster
- Beginn der Störung in Kindheit und Jugend, dauernde Manifestation im Erwachsenenalter
- Deutliches subjektives Leiden und/oder deutliche Einschränkung der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit
- Die Störung ist nicht auf ausgeprägte Hirnschädigungen, Hirnerkrankungen oder andere psychische Störungen zurückzuführen
Unter die Persönlichkeitsstörungen fallenden Charakteristika (Begriffe) nach Internationaler Klassifikation von Krankheiten (ICD - International Classification of Diseases) (>hier< zur ICD-10, als allgemeine Definitionen und speziell zu "Psychische und Verhaltensstörungen"):
Paranoide Persönlichkeitsstörung
Misstrauisch, streitsüchtig, nachtragend
Diese Menschen sind ständig voller Misstrauen und Groll, sie sind streitsüchtig, unnachgiebig und haben oft
ungerechtfertigte Gedanken an Verschwörungen, die sie hinter an sich
alltäglichen Ereignissen in ihrer näheren Umgebung, aber auch in aller Welt,
vermuten.
- Dazugehörige Begriffe: Fanatische, paranoische und querulantorische
(nörglerisch , auf [in der Regel falschem] Recht beharrende)
Persönlichkeitsstörung.
- Differentialdiagnostisch sind schizophrene Störungen, anhaltende wahnhafte
Störungen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen (>hier<
mit Literaturverweis) zu erwägen.
Schizoide Persönlichkeitsstörung
Emotional kühl, distanziert, einzelgängerisch
Es handelt sich meist um Einzelgänger, die wenig Interesse an anderen Menschen haben und sich gleichgültig gegenüber Lob und Kritik verhalten. Häufig sind sie mit Phantasien und in sich gekehrten Betrachtungen beschäftigt, durch mangelnde Sensibilität beim Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Regeln wirken sie oft exzentrisch.
- Differentialdiagnostisch abzugrenzen sind Schizophrenien (bei denen der Strukturzusammenhang der Persönlichkeit verloren geht und für die tief greifende, unterschiedlich ausgeprägte Störungen kennzeichnend sind), schizotype und wahnhafte Störungen.
Dissoziale Persönlichkeitsstörung (dissozial ersetzt
heute asozial; di, dif, dis bedeuten lateinisch: auseinander..., zer...,
miss..., un... und a griechisch: nicht..., un..., ...los, z.B. amorph =
zusammenhangslos. Inzwischen wird lieber "sozial unangepasst" gesagt; klingt
neutraler! )
Es wird jedoch der treffender
Bezeichnung "antisoziale
Persönlichkeitsstörung" gebraucht und charakterisiert durch:
Verantwortungslos, aggressiv, Missachtung von Normen und Verletzung
der Rechte anderer
Dissozialität, der ständige oder wiederholte Verstoß gegen gesellschaftliche Regeln und von der Gemeinschaft anerkannte Gesetze, ist häufig. Delinquentes oder kriminelles Verhalten allein rechtfertigt noch nicht die Diagnose »Persönlichkeitsstörung«, auch wenn es wiederholt oder über einen längeren Zeitraum auftritt. Die Diagnose »dissoziale Persönlichkeitsstörung« ist nur gerechtfertigt, wenn die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 (>hier<) gegeben sind.
- Kennzeichnend ist eine starke Diskrepanz zwischen dem Verhalten und den geltenden sozialen Normen. Diese Menschen sind verantwortungslos, bindungsunfähig, frustrationsintolerant und aggressiv, sie zeigen kaum Schuldbewußtsein und neigen dazu, andere für ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Fehler zu beschuldigen oder für das eigene Fehlverhalten vordergründige Rationalisierungen anzubieten. Zumeist ist die dissoziale Persönlichkeit auch ständig reizbar, erste Symptome zeigen sich oft bereits in der Kindheit. Der Missbrauch psychotroper Substanzen ist bei diesen Menschen häufig. Es sind im wesentlichen diese Persönlichkeitsgestörten, die das negative Bild der gesamten Gruppe der Persönlichkeitsstörungen und besonders des Psychopathiekonzepts geprägt haben.
- Dazugehörige Begriffe: Antisoziale, psychopathische, soziopathische Persönlichkeitsstörung.
- Dissoziale Persönlichkeiten werden häufig kriminell. ("Neben den persönlichkeitsgestörten Kriminellen gibt es auch neurotische, die unter einem Übermaß an Schuldgefühlen leiden und es oft darauf anlegen, ertappt und bestraft zu werden. Andererseits sind viele Verbrecher keine dissozialen Persönlichkeiten; sie kommen aus sozialen Gruppen, in denen Kriminalität »normal« ist, können normale Schuldgefühle empfinden und sind zu Liebesbeziehungen fähig, ihre Werte weichen allerdings von denen der Mehrheit ab." Zitat aus: wissenmedia GmbH, 2010)
- Differentialdiagnosen: Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, narzißtische Persönlichkeitsstörung.
Dissoziale Persönlichkeiten ähneln den Psychopathen (>hier<).
Dissoziale, antisoziale Persönlichkeitsstörung tritt [nach (c) wissensmedia
GmbH, 2010] in westlichen Gesellschaften bei etwa 3 % der Männer und 1 % der
Frauen auf. Ältere Bezeichnungen sind Psychopathie und Soziopathie.
Andere Formen antisozialen Verhaltens sind:
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Instabile Stimmung, impulsives Handeln ohne Rücksicht auf die Konsequenzen
Die Kernsymptomatik besteht in der
Tendenz, ohne Rücksicht auf Konsequenzen impulsiv zu handeln. Die Stimmung ist
oft instabil, es besteht ein Mangel an vorausschauender Planung, Ausbrüche
intensiven Ärgers und gewalttätigen explosiven Verhaltens sind häufig. Diese
Reaktionen werden leicht ausgelöst, wenn die Betroffenen von anderen kritisiert
oder behindert werden.
- Nach ICD-10 werden zwei Subtypen unterschieden:
Impulsiver Typ. Hier stehen die emotionale Instabilität und die
mangelnde Impulskontrolle im Vordergrund, häufig sind gewalttätiges und
bedrohliches Verhalten, besonders bei Kritik durch andere.
- Dazugehörige Begriffe: Aggressive, reizbare, explosive Persönlichkeitsstörung.
- Differentialdiagnose: Hirnorganische Schädigungen, Psychosen, dissoziale
Persönlichkeitsstörung.
Borderline-Typ. Die Merkmale
dieser Störung bestehen außer in den allgemeinen Kennzeichnen der emotional
instabilen Persönlichkeit zusätzlich darin, daß Selbstbild, Ziele, Präferenzen,
auch sexuelle, unklar und gestört sind. Diese Menschen leiden an einem
chronischen Gefühl innerer Leere, sie gehen oft intensive, aber sehr
unbeständige Beziehungen ein, es kommt häufig zu emotionalen Krisen, suizidalen,
parasuizidalen und anderen selbstschädigenden Handlungen. Weitere häufige
Symptome sind frei flottierende Ängste, dissoziative Reaktionen,
Depersonalisation, Suchtverhalten und kurzfristige psychotische Dekompensationen.
- Differentialdiagnostisch sind andere Persönlichkeitsstörungen, affektive Störungen und Psychosen zu erwägen.
- Der Borderline-Begriff wird leider in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in unterschiedlicher Bedeutung, teils auch unscharf und inflationär verwendet. Die Bezeichnung geht zurück auf das englische » borderline« = Grenzlinie. In ihrer allgemeinen Bedeutung beschreibt sie eine psychische Störung, die zwischen Psychose und Neurose angesiedelt ist. Als Diagnose wird das Borderline-Syndrom häufig für unklare Fälle »mißbraucht«. Das besonders auf Kernberg zurückgehende psychoanalytische Borderline-Modell bezieht sich auf eine psychische Fehlentwicklung in den frühkindlichen Entwicklungsphasen: Es kommt dabei zu einer radikalen Auftrennung der Objektrepräsentanzen in gut und böse, charakteristische Abwehrmechanismen sind Spaltung. primitive Idealisierung, projektive Identifikation, Verleugnung, Omnipotenz und Entwertung. Abzugrenzen und nur teilweise deckungsgleich mit diesem psychoanalytischen Konzept einer spezifischen Ich-Struktur ist das deskriptive Konzept der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach ICD-10, wonach bei der Diagnostik nicht auf theoretische tiefenpsychologische Konstrukte, sondern auf beobachtbare Verhaltensmerkmale abgestellt wird.
Histrionische Persönlichkeitsstörung
Dramatisierend, theatralisch, manipulativ (Histrion = altrömischer Schauspieler)
Im Vordergrund steht ein
dramatisierendes theatralisches Verhalten, verbunden mit einem übertriebenen
Ausdruck von Gefühlen, wodurch die eigene Person in den Vordergrund gespielt
werden soll. Diese Menschen geben sich übertrieben emotional, sie sind
suggestibel und leicht beeinflußbar, oberflächlich und labil und streben danach,
stets im Mittelpunkt zu stehen. Oft versuchen sie dies durch besonders
verführerische äußere Erscheinung und aufreizendes Verhalten zu erreichen. Viele
histrionisch gestörte Menschen sind durchaus zu künstlerisch-kreativen
Leistungen in der Lage (griechisch: histrio = Schauspieler). Durch ihre
Egozentrik, ihr ständiges Verlangen nach Anerkennung und ihre starke
Kränkbarkeit sowie ihre Tendenz zu manipulativ agierendem Verhalten rufen sie
jedoch häufig starke Ablehnung hervor, nachdem es ihnen anfänglich zumeist
gelingt, mit ihrem oberflächlich gewinnenden Wesen Menschen vorübergehend für
sich einzunehmen. Mit ihrer Neigung zu Simulation und Pseudologia phantastica,
dem Schaffen phantastischer Lügengebäude ziehen sie jedoch bald Zorn und
Abneigung auf sich.
- Ältere Bezeichnungen: Hysterische oder infantile Persönlichkeit.
- Differentialdiagnostisch zu erwägen: Dissoziative Störungen, die allerdings bei histrionischen Persönlichkeitsstörungen oft zusätzlich auftreten.
Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung, Anankasmus
(ananke auf griechisch: Zwang) Bezeichnung für ängstliches und äußerst gewissenhaftes Verhalten;
im engeren Sinn Auftreten von Zwangsphänomenen (Zwangshandlung, Denkzwang), die
als unsinnig erkannt werden (nach Brockhaus)
Übergewissenhaft, rigide, pedantisch, perfektionistisch
Das Leben dieser Menschen ist geprägt
durch übermäßige Zweifel und Vorsicht, sie sind ständig beschäftigt mit Details,
Regeln, Listen, Ordnen und Organisieren, wobei sie ihr Perfektionismus häufig an
der Fertigstellung von Aufgaben hindert. Häufig sind auch Pedanterie, Skrupelhaftigkeit, extreme Leistungsbezogenheit unter
Vernachlässigung von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen sowie das
Bestehen auf der Unterordnung anderer unter die eigenen Gewohnheiten und die
Unfähigkeit, Aufgaben zu delegieren. Bei diesen Persönlichkeiten kommen auch
zwanghaft sich aufdrängende beharrliche oder unerwünschte Gedanken oder Impulse
vor. Sind diese stark ausgeprägt, kann dies die eigene Diagnose einer
Zwangsstörung rechtfertigen.
Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
Ständig angespannt, besorgt, unsicher
Im Vordergrund steht die
Selbstunsicherheit, verbunden mit ständigen Gefühlen von Anspannung und
Besorgtheit.
Diese Menschen halten sich selbst für sozial unbeholfen, unattraktiv und
minderwertig, sie haben ausgeprägte Ängste, in sozialen Situationen kritisiert
oder abgelehnt zu werden, ihr Lebensstil ist oft wegen des Bedürfnisses nach
körperlicher Sicherheit eingeengt, auch werden häufig soziale oder berufliche
Aktivitäten aus Furcht vor Kritik und Ablehnung vermieden.
- Dazugehöriger Begriff: Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung.
- Differentialdiagnose: Es bestehen Überschneidungen mit der abhängigen
Persönlichkeitsstörung.
Abhängige Persönlichkeitsstörung
Entscheidungsschwach, unselbständig, hilflos, nachgiebig
Diese Menschen erleben sich selbst
als hilflos, sie sind entscheidungsschwach, selbst bei einfachsten
Alltagsentscheidungen wird an die Hilfe anderer appelliert oder diesen die
Entscheidung überlassen. Dies führt dazu, daß eigene Bedürfnisse denen anderer
untergeordnet werden. Eigene Ansprüche werden gegenüber Personen, zu denen
Abhängigkeit besteht, nicht energisch vorgetragen. Diese Menschen fürchten sich
vor dem Alleinsein und dem Verlassenwerden.
- Dazugehörige Begriffe: Asthenische (schmächtig, zartgebaut), inadäquate (nicht
passend, ungleichwertig), dependente (abhängig), passive oder
selbstschädigende Persönlichkeitsstörung.
- Differentialdiagnostisch ist vor allem die ängstliche (vermeidende)
Persönlichkeitsstörung zu beachten.
Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen, die zu verschlüsseln ist,
wenn nicht die Kriterien eines spezifischen Subtyps erfüllt sind.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung, arrogant, übersteigertes Größengefühl
oder etwas anders ausgedrückt (wegen der Wichtigkeit): Narzissmus bezeichnet
im engeren Sinn eine auffällige Selbstbewunderung oder
Selbstverliebtheit und übersteigerte Eitelkeit.
(Siehe auch unter
de.wikipedia.org.)
Im
klinischen Alltag ist die narzisstische Persönlichkeit jedoch von Bedeutung. Im
Vordergrund steht hier ein durchgängiges Muster von Großartigkeit sowohl in der
Phantasie als auch im Verhalten. So wird die eigene Bedeutung oft übertrieben
und überschätzt, es werden ohne entsprechende eigene Vorleistung besondere
Vergünstigungen von anderen erwartet, diese Menschen fühlen sich stets als etwas
Besonderes, Einmaliges und haben ein Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung. Sie
nutzen zwischenmenschliche Beziehungen oft rücksichtslos aus, um eigene Ziele zu
erreichen und zeigen dabei einen ausgeprägten Mangel an Empathie. Häufig sind
auch Neid und besonders arrogantes hochmütiges Verhalten.
Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur geraten häufig in soziale und auch
in juristische Konfliktsituationen, besonders aufgrund ihrer übermäßigen
Kränkbarkeit. In Krisensituationen kommt es auch nicht selten zu suizidalem
Verhalten (Selbstmord).
Neben den soeben dargestellten Persönlichkeitsstörungen sind in anderen
Klassifikationen, besonders im DSM-IV, einige weitere, zur Zeit aber noch nicht
als eigenständige Formen allgemein akzeptierte Persönlichkeitsstörungen
aufgeführt. Nach dem Konzept der ICD-10 wird die schizotype Störung nicht als
Persönlichkeitsstörung, sondern als dem Formenkreis der Schizophrenien zugehörig
angesehen. Die früher als Persönlichkeitsstörungen
klassifizierten depressiven und die zyklothymen (gesellig,
aufgeschlossen, rasch die Stimmung wechselnde) Persönlichkeiten finden sich in
der ICD-10 bei den anhaltenden affektiven Störungen.
Psychopatische (soziopathische) Persönlichkeitsstörung: >hier< eine besondere Webseite.
>Hier< eine Seite über Straftaten allgemein, spezielle Umweltkriminalität und Gewaltverbrechen
Therapiemöglichkeiten:
Nach Fiedler [1994a?] kamen bisher folgende Therapierichtungen in der Behandlung Persönlichkeitsgestörter zur Anwendung:
- Psychoanalyse,
- interpersonelle Psychotherapien,
- Verhaltenstherapie und kognitive Therapien.
Wie bei anderen Störungen kann die Behandlung auch in unterschiedlichen Settings (Milieu, Umgebung, Rahmen) stattfinden:
- ambulant versus stationär,
- Einzelperson versus Gruppe.
Aufgrund der Heterogenität
(die im Sinne ganztägiger Bildung
produktiv genutzt werden kann) dieser Störungsgruppe (vgl.
verschiedene Subtypen) sei bezüglich der dementsprechend vielfältigen
Therapieanwendungen auf weiterführende Literatur verwiesen [vgl. z.B. APA, 1991;
Fiedler, 1994a].
Psychopathen sind (bisher) nicht
wirksam therapiefähig, vor allem nicht willig; denn sie kennen keinen
"Leidensdruck" und daher nicht therapiewillig.