Abtötung individuellen Lebens

 

aber auch heute noch zumindest

Verhinderungsbestrebungen einer >individuell<en Entwicklung

 

wird von modernen Staats- und vor allem Wirtschaftlenkern betrieben:

 

Modetrend (Frisur, Kleidungsart, "Ideal-Gewicht", sogar Habitus [äußeres Erscheinungsbild und Verhalten; Gestalt])

Produktnorm (kein Fernseh- oder Computerbildschirm mehr im Seitenverhältnis 4 zu 3, nur Breitband im Verhältnis 16 zu 10 bzw. 16 zu 9. Nur Spiele sollen gesehen und gemacht werden)

Müsli-Arten (von dutzenden von Anbietern in derselben Verpackungsgröße und im selben Format) als ein Beispiel; Automarken fast nur noch an den Lampenformen zu erkennen

Amerikanismen (coffee to go [nicht aus Togo], Laptop [heißt wörtlich: Schoß drauf], Desktop [heißt wörtlich: Pult drauf])

Abkürzungen zur Verschleierung der Bedeutung (KZ [Konzentrationslager], DSGV [Sparkassenverband?], ksta [Kölner Stadt-Anzeiger], WASG [Wahlalternative für soziale Gerechtigkeit - weiß kaum jemand] und tausende mehr)

Werbung als Vollbeschäftigung, z.B. durch ausschließlich Werbung ausstrahlende Fernsehsender und Bombardement an Werbeflugblättern.

 

Im Arbeitsprozeß oder im Krieg sind Menschen völlig ersetzbar (Produktionsmittel, Kanonenfutter). Ein Wirtschaftler sagte einmal zu den sozialen Problemen mit Arbeitskräften, die gesucht und angeworben worden waren: Es kamen Menschen...


 

Jeder von uns ist einmalig. Wir unterscheiden uns nicht nur durch einmalige Fingerabdrücke.

 

Jede Ideologie - auch die kapitalistische - erreicht eine "Gleichschaltung" (Programmschlagwort der Nazi-Ideologie >hier<) gewollt oder ungewollt(?).

 

Da aber in unserer (globalisierten, also den gesamten Globus einzubeziehenden) "aufgeklärten Neuzeit" viele Ideologien nebeneinander bestehen, wird Unsicherheit und damit Angst (>hier<) bei vielen Individuen erzeugt. Fritz Riemann widmet dem Begriff Angst ein ganzes Buch (>hier<). Dort ist zu lesen: "Bei aller Breite, in der wir durch Rasse, Familien- und Volkszugehörigkeit, durch Alter, Geschlecht, durch unseren Glauben oder unseren Beruf usf. bestimmten Gruppen angehören, denen wir uns verwandt und vertraut fühlen, sind wir doch zugleich Individuen und damit etwas Einmaliges, von allen anderen Menschen deutlich Unterschiedenes.." Und weiter: "Unsere Existenz gleicht einer Pyramide, deren breite Basis sich aus Typischem und Gemeinsamkeiten aufbaut, die aber zur Spitze hin sich immer mehr aus den verbindenden Gemeinsamkeiten herauslöst und im einmalig Individuellen endet."

 

Ist aber nun die Grundfläche besagter "Pyramide" schon sehr klein und schwach durch fehlende Bindung an rassengleiche Volkszugehörigkeit, an eine bestimmte nicht infrage gestellte Ideologie usw., dann bleibt zwar die vorgenannte Höhe. Wenn wir also schon bei einer klassisch breiten Pyramide "mit dem Annehmen und Entwickeln unserer Einmaligkeit, mit dem Individuationsprozeß, wie C. G. Jung diesen Entwicklungsvorgang genannt hat, aus der Geborgenheit des Dazugehörens, des »Auch-wie-die-anderen-Seins« herausfallen , und die Einsamkeit des Individuums mit Angst erleben", dann das in Anführungszeichen Gesagte verstärkt;  denn "je mehr wir uns von anderen unterscheiden, um so einsamer werden wir, und sind damit der Unsicherheit, dem Nichtverstanden-, dem Abgelehnt-, u. U. dem Bekämpftwerden ausgesetzt." Damit wird die Angst verstärkt gegenüber einer Gesellschaftsform, die geschlossen ist, die kaum infrage gestellt wird, weil keine anderen Meinungen und Gesichtpunkte in diese Gesellschaft hinein gelassen werden. Angst kann Aggression erzeugen. Und die Aggression erleben wir heutzutage immer heftiger, wie Medienberichte zeigen. >Hier< mehr zum Zusammenhang zwischen Aggression und Angst.

 

Riemann schreibt weiter: "Riskieren wir ... nicht, uns zu eigenständigen Individuen zu entwickeln, bleiben wir zu sehr im Kollektiven, im Typischen stecken, und bleiben unserer menschlichen Würde etwas Entscheidendes schuldig."

 

Nach dem Sozialpsychologen Solomon E. Asch ist die geistige Abhängigkeit des Menschen von seiner Gruppe ein entscheidendes Dilemma (also die schwierige Wahl zwischen zwei gleichwertigen Übeln), wenn man eine Wahl hat. Diese entfällt in einer Unisonogesellschaft, in der man im Einklang ist oder sein muß mit der herrschenden Ideologie (Religion).