Der
Opportunist (lateinisch opportunus:
günstig, bequem, gelegen, passend, vorteilhaft, geschickt,
gewandt) handelt nicht nach Grundsätzen, sondern nach
Zweckmäßigkeit, immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er
richtet sich nach den jeweiligen Einflußverhältnissen (vor allem
den jeweiligen ideologischen Strömungen) aus. Er verhält sich
parasitär (schmarotzerhaft). Er nutzt eine günstige Gelegenheit
ohne Rücksicht auf Konsequenzen oder eigene Wertvorstellungen zu
seinem Vorteil. Er sieht nur Zweckmäßigkeit für sich selbst und
kennt kaum Grundsätze. Eine abgeschwächte Form des Opportunismus
findet sich im Pragmatismus (lebensnah) oder eventuell auch
Realismus wieder. Dann schleicht sich Kompromissbereitschaft in
den Opportunismus ein. Der Opportunist nimmt unter Umständen
langfristige Nachteile in Kauf, um kurzfristig Zustimmung zu
erzielen und gibt oftmals eine eigene Meinung auf - teilweise
oder ganz - zum Vorteil einer anderen Meinung, welcher er
größere Chancen auf allgemeine Zustimmung einräumt. Als Gegenpol
zum Opportunisten kann man den Ideologen sehen, der im
Extremfall nur seiner Ideologie (Religion) kompromisslos folgt.
Die darwinsche Evolutionstheorie beschreibt beispielsweise ein
opportunistisches Prinzip in der Natur. In der Ökologie
bezeichnet Opportunismus ein Verhalten von an sich harmlosen
Parasiten, die bei einer Abwehrschwäche des Wirtes zu
gefährlichen Krankheitserregern werden können.