Computerviren

Viren ab Werk
Schon im Auslieferungszustand
sind viele Technikprodukte
mit Schadsoftware verseucht

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 Über E-Mails wird versucht, an Ihr Konto zu kommen, z.B. >hier<


KÖLNER STADT-ANZEIGER:

Herr Wüest, im Internet kursieren verstärkt Gerüchte, in denen behauptet wird, dass auch fabrikneue Geräte bereits mit Viren verseucht sein können. Wie konkret sind diese Behauptungen?
CANDID WÜEST: Das sind keine Gerüchte, das ist leider die Realität. Die ersten Manipulationen in diese Richtung gab es bereits vor einigen Jahren. Angefangen hat alles mit den CDs, die früher oft den Computer-Fachmagazinen beilagen. Auch diese waren häufiger mit Viren verseucht. Das war allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack, denn inzwischen ist alles noch viel mehr geworden.

Inwiefern?
WÜEST: Am häufigsten betroffen sind MP3-Player, selbst wenn die frisch aus der Herstellung kommen. Dabei habe ich sogar selbst schon eine schlechte Erfahrung gemacht. Ich habe mir bei Ebay einen MP3-Player aus China ersteigert. Das Produkt kam bei mir völlig neu an, also auch noch original verschweißt. Kein Hacker konnte in der Zwischenzeit einen Virus darauf installiert habe, trotzdem war da bereits eine Schadsoftware drauf . Es muss also während der Herstellung passiert sein.

Wie ist das möglich?
WÜEST: Da muss man unterscheiden, es gibt zwei Kategorien. In den meisten Fällen passiert das unbewusst in den Fabriken. Bei MP3-Playern werden im Werk meist noch einige Standardlieder oder eine spezielle Software aufgespielt. Wenn die Qualitätskontrolle dann nicht sehr hoch ist, kann sich ganz schnell ein Virus auf dem neuen Gerät einnisten.

Und die zweite Möglichkeit?

WÜEST: Da passiert das Ganze vorsätzlich. Es gibt bei Ebay Händler, die kaufen beispielsweise USB-Sticks auf, spielen dann eine Schadsoftware auf den Speicher und versteigern das Gerät dann wieder. Der gutgläubige Käufer schließt ihn dann an seinen Rechner an und hat sich schon einen Virus eingefangen.

Was hat der Hacker dann davon?
WÜEST: Das kann teilweise schlimme Folgen haben. Es wird häufig als Horrorszenario verkauft, aber wir haben es in der Praxis tatsächlich schon mehrfach erlebt: Die Schadsoftware dringt möglicherweise bis zum Online-Banking vor. Dort kann dann das Konto leer geräumt werden, ohne dass der User zunächst etwas davon mitbekommt. Im schlimmsten Fall geschieht das sogar mit den geheimen Tan-Nummern des Bankkunden.

MP3-Player und USB-Sticks haben Sie bereits angesprochen. Welche Geräte sind noch betroffen?
WÜEST: Das ist fast überall möglich. Häufig hören wir, dass die digitalen Bilderrahmen ebenfalls sehr anfällig für Schadsoftware ab Werk sind. Auch bei Navigationsgeräten sollte der Kunde sehr vorsichtig sein.

Der Kunde kann sich also nicht mal mehr sicher vor PC-Viren fühlen, wenn er ein völlig neues und original verpacktes Gerät im Fachhandel kauft?

WÜEST: Das ist leider richtig. Inzwischen lauert fast überall die Gefahr, dass man den PC mit einem Virus infiziert - auch mit völlig neuen Produkten.

Wie kann man sich davor schützen?
WÜEST: Es ist von entscheidender Bedeutung, eine Sicherheitssoftware auf dem Rechner installiert zu haben und diese auch immer zu aktualisieren. Außerdem ist es wichtig, immer den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Wenn man also beim ersten Gebrauch einen neuen USB-Stick an den PC anschließt und dann auf einmal eine völlig unbekannte Datei installieren soll, ist immer Vorsicht geboten.

Und wenn sich trotz aller Vorsicht doch einmal ein Virus eingenistet hat, was ist dann zu tun?
WÜEST In diesem Fall ist es wichtig, einen kompletten Scan des Computers durchzuführen. Gratis-Scans im Internet bieten eigentlich fast alle großen Hersteller von Anti-Viren-Programmen an. Wenn der Rechner dann hoffentlich wieder sauber ist, sollten unbedingt noch alle Passwörter und Zugangsdaten geändert werden, angefangen beim Web-Mail-Account bis hin zum Online-Banking. -


INTERVIEW: SVEN WINTERSCHLADEN

 für Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 80

 


Andere Art von Computer-Kriminalität

BEISPIEL 1:

Von: "willi schultz" <wilynat@alice-dsl.net>
An: <undisclosed-recipients:>
Betreff: IT-Service
Datum: Mittwoch, 16. März 2011 14:02

IT-Service,
Sie haben das Limit von 23432 Speicherung auf Ihre Mailbox von Ihrem WEBCTSERVICE / Administrator festgelegt überschritten, und Sie werden Probleme haben, beim Versenden und Empfangen von Mails, bis Sie erneut überprüfen. Um dies zu verhindern, klicken Sie bitte auf den untenstehenden Link auf Ihr Konto zurück.
CLICKHERE <http://cach.us/bulk/edfbd6.html> :
Wird dies nicht, wird in begrenzter Zugriff auf Ihr Postfach Warnung Ergebnis! Senden Sie keine Ihrem Benutzernamen und Passwort per Email.
Grüße,
IT-Service
System-Administrator

oder

BEISPIEL 2

Von: "info@netcologne.de" <celitel@lipetsk.ru>
An: <undisclosed-recipients:>
Betreff: Final Mitteilung ComCenter E-Mail-Support (Warnung Code: ID67565434)‏
Datum: Donnerstag, 10. März 2011 11:48

Sehr geehrter E-Mail Besitzer,

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Geburtsdatum: ============
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Staat: ===============

Sie können auch Ihre Email-Adresse bestätigen, indem Sie in Ihrem
ComCenter E-Mail Account bei
http://comcenter.netcologne.de/

Warnung! Jeder Kontoinhaber, die zu seinem Konto innerhalb von drei Tagen
dieses Update-Benachrichtigung Aktualisierung verweigert wird sein / ihr
Konto dauerhaft verlieren.

Vielen Dank für Ihr ComCenter E-Mail.

ComCenter E-Mail Support Team.
http://comcenter.netcologne.de/
Warnung Code: ID67565434

 

Es wird also Bezug genommen auf eine renommierte Telefongesellschaft "NetCologne", die lapidar (kurzerhand) erklärte, damit nichts zu tun haben.


>Hier< zur Seite Trojanisches Pferd: wir fallen auf verlockende Angebote aus der Werbung, in den Geschäften, aus dem Internet herein.