Hedge Fund (Fonds) - Hedging

>Hier< Kopie aus "Gablers Wirtschafts-Lexikon" zu "Hedge".

>Hier< Erklärungen von System, Systemanalyse, -änderung, -anpassung, Simulation, Planspiele,

"Schäfferturm", "Glasdach" über Autobahn und Kritik am Gabler-Wirtschafts-Lexikon


 

Hedging, vom englischen to hedge - eine Hecke anlegen, ausweichen, sich nach allen Seiten sichern, sich nicht festlegen, sich vorsichtig ausdrücken, sich winden.

 

Hedge-Fonds (von lateinischen fundus = Landbesitz; im Englischen: Kapital, Fülle Vorrat Schatz) sind Investment1)fonds, die eine hochspekulative Anlagepolitik betreiben und Verlustrisiken durch verschiedenartige Hedginginstrumente zu begrenzen suchen. So werden z.B. Gelder in bestimmte Hochzinswährungen investiert und durch Kreditaufnahmen in Niedrigzinswährungen finanziert. Unter Hedge-Fonds besteht man nicht nur die Investmentfonds sondern auch von Investmentgesellschaften, die vor allem derivative ("abgeleitete")Finanzinstrumente (z. B. Optionen2), Futures3)) auch zu spekulativen4) Zwecken einsetzen, Leerverkäufe vornehmen, durch Kreditfinanzierung einen hohen Verschuldungsgrad nutzen (Leverage-Effekt - "Hebelwirkungs-, Druckmittel-Effekt") und ein relativ hohes Mindestanlagevolumen und lange Haltefristen voraussetzen.

1) "Investment" ursprüngliche englische Bedeutung: die Belagerung und Einschließung, dann: das Anlegen (Investierung), also: Geld- Kapitalanlage.

2) Optionshandel, (Börsen-)Termingeschäft, bei dem der Käufer einer Option das Recht erwirbt, nicht aber die Pflicht eingeht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums (amerikanische Option) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Option) eine bestimmte Menge eines bestimmten Handelsobjektes (Basiswert oder Underlying [zugrunde legend, eigentlich]) zu einem im Voraus festgelegten Kurs (Basispreis) zu kaufen (Kaufoption, Call) beziehungsweise zu verkaufen (Verkaufsoption, Put). Der Optionsverkäufer hat sich der Entscheidung über das Ausübungswahlrecht zu beugen und erhält für das eingegangene Risiko ein Entgelt (Optionspreis, Optionsprämie). Als Basiswert können dem Optionsgeschäft konkrete Produkte (börsengehandelte Waren, Aktien, Anleihen, Zinssätze, Devisen), aber auch abstrakte Gegenstände (v. a. Börsenindizes, z. B. der DAX[® = registriertes Warenzeichen für Deutscher Aktienindex, 1988 eingeführt]) zugrunde gelegt werden. Der Käufer einer Kaufoption (Verkaufsoption) rechnet mit steigenden (sinkenden) Kursen und erzielt einen Gewinn, wenn der Börsenkurs z. B. einer Aktie am Ende der Optionsfrist höher (niedriger) ist als die Summe aus Basispreis, Optionspreis und Spesen (nach "© 2006 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG").

3) standardisierte Terminkontrakte, die an Börsen gehandelt werden und neben dem spekulativen Aspekt v. a. der Absicherung von Wechselkurs-, Aktienkurs- oder Zinsänderungsrisiken dienen. Stark an Bedeutung gewonnen haben die Financial Futures, wobei Terminkontrakte auf Devisen (Currency-Futures), festverzinsliche Wertpapiere (Interest-Rate-Futures) und Aktienindizes (Stock-Index-Futures) unterschieden werden. Commodity-Futures beziehen sich hingegen auf realwirtschaftliche Objekte, wie z. B. Rohstoffe, Edelmetalle. (Termingeschäfte) (Wieder nach © 2006 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)

4) Geschäftsabschlüsse, die in Erwartung beziehungsweise unter Ausnutzung von Preisschwankungen getätigt werden. Spekulationsobjekte sind vor allem Wertpapiere, Devisen, Rohstoffe und Immobilien.

Hedge-Fonds zielen darauf, auch bei sinkenden Preisen eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Ungeachtet ihrer Bezeichnung, die auf Risikoabsicherungsstrategien (Hedging) hindeutet, gelten Hedgefonds aufgrund der großen Hebelwirkung der derivativen Produkte als risikoträchtige Anlageform. In Deutschland sind Hedgefonds seit 2004 (durch die Richtlinienpolitik des damaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder) als Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen (§§ 112 ff. Investmentgesetz vom 15. 12. 2003).

Das Hedgegeschäft gilt als Sicherungsgeschäft zur Ausschaltung oder Begrenzung von Preisrisiken bei börsengängigen Objekten. Beim Rohstoffhedging wird eine am Kassamarkt
(unter sofortiger Barzahlung abzuwickelnde Geschäfte) gekaufte Rohstoffmenge in gleicher Menge gleichzeitig per Termin (entspricht dem vorgesehenen Verkaufszeitpunkt der Fertigware) verkauft.

 

Mit dem Finanzhedging werden Zinsänderungs- oder Wechselkursrisiken im Handel mit Devisen, Edelmetallen oder Wertpapieren minimiert.
 


Jetzt eine Kopie aus "Gablers Wirtschafts-Lexikon" - 16. Auflage aus dem Gabler Verlag, einem Unternehmen von Springer Science+Business Media, ISBN 3-409-10386-4 zum Begriff "Hedge Fund" (Hedge-Fonds) mit hinzugefügten Erklärungen:
 

1. Begriff:

Investmentfonds mit einer besonderen Vielfalt von Anlagegegenständen und -strategien, in den 50er Jahren in den USA erstmals kreiert und nicht zu verwechseln mit der Hedging-Strategie bei Termingeschäften. Anlagegegenstände können neben Aktien und Anleihen Devisen Derivate sein, es werden - Leerverkäufe getätigt und Kredite zur Ausnutzung des - Leverageeffektes1) eingesetzt. Die Hedge-Fonds streben dabei nach absolutem Return, d. h. orientieren sich nicht an einer Benchmark2). -

 

2. Strategien:

a) Der Global-Macro-Ansatz ist berühmt geworden durch den Quantum (lateinisch: angemessene Menge) Fonds von G. Soros3). Makroökonomische Entwicklungen werden beobachtet und für Long(=lang)- oder Short(=kurz)geschäfte ausgenutzt, beim Quantum Fonds war es die Entwicklung der Währung. -

b) Commodity Trading Advisors ist ein systematischer Anlagestil, der sich auf statistische Analysen und Trendfolge-Programme stützt. -

c) RelativeValue-Strategien nutzen Preisunterschiede zwischen gleichen Wertpapieren an verschiedenen Börsen oder zwischen verwandten Wertpapieren. -

d) Long Short Equity Fondsmanager versuchen, sowohl Long- als auch Short-Positionen zu nutzen, wobei in der Regel Longpositionen überwiegen. Sie kaufen unterbewertete Anlagen und verkaufen gleichzeitig überbewertete Anlagen leer. -

e) Event Driven Fonds setzen auf besondere Ereignisse wie Fusionen, Beteiligungsverkäufe, Gewinnwarnungen oder Insolvenzen. -

Die Strategien sind unterschiedlich mit der allgemeinen Marktentwicklung korreliert und daher sind die Fonds z. T. sehr gut geeignet zur Beimischung in ein klassisches Anlageportfolio. Sie werden von den Banken als Alternative Investments bezeichnet.-

 

3. Hedge-Fonds in Deutschland:

Erstmalig in Deutschland wird durch das Investmentgesetz die Auflage von Hedge-Fonds als Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken für institutionelle und private Anleger ermöglicht. Zu unterscheiden sind Single-Hedge-Fonds und Dach-Hedge-Fonds. Single-Hedge-Fonds sind Publikumsfonds, die nicht öffentlich vertrieben werden und deshalb der Privatplatzierung unterliegen. Sie können außer in Immobilien, Immoblienfonds oder Massenwaren in beliebige Vermögensgegenstände investieren. In den Vertragsbedingungen muss entweder eine Leverage- oder eine Leerverkaufsstrategie vorgesehen sein. Dies ist für Dach-Hedge-Fonds untersagt. Dach-Hedge-Fonds sind Investmentvermögen, die in Anteilen von Zielfonds anlegen. Zielfonds sollen mindestens fünf Single-Hedge-Fonds sein. Ihre Zusammensetzung unterliegt weiteren Vorschriften und ist dem Anleger transparent zu machen. Durch die Einbeziehung mehrerer Single-Hedge-Fonds und dadurch einer Mischung verschiedener Fondsstrategien sind Dach-Hedge-Fonds als weniger riskant einzustufen als Single-Hedge-Fonds. Damit sollten solche eklatanten Ausfälle, wie sie mit dem LTCM Fonds (Long Term Capital Management) auftraten, vermieden werden. Natürlich ist aber auch hier die Fähigkeit des Fondsmanager und eine entsprechende Risikokontrolle von großer Bedeutung. Das hat der Gesetzgeber in Deutschland nun auf den Weg gebracht und lässt somit die Dachfonds für den öffentlichen Vertrieb und damit für jeden Anleger zu.

 

Hedging:

Verringerung eines Risikos durch Kombination negativ korrelierter4) Einzelpositionen. Die Risiken der einen Position werden durch die Chancen der anderen teilweise kompensiert (Diversifikation = Ausweitung).


I. Rohstoff-Hedging: Sicherungsgeschäfte in Form von Warentermingeschäften (Deckungsgeschäft) zum Zwecke der Ausschaltung von Preisrisiken bei Welthandelsrohstoffen; diese unterliegen in der Regel starken Preisschwankungen (z. B. Baumwolle). Der Verarbeiter der Rohstoffe verkauft gleichzeitig mit dem Einkauf eine gleiche Menge des Rohstoffs als Terminware5), und zwar auf den Zeitpunkt der beabsichtigten Veräußerung der Fertigware. Fallen die Preise während der Verarbeitung, kann er die fertige Ware nur billiger absetzen, aber auch die zur Erfüllung des Termingeschäfts benötigten Rohprodukte entsprechend billiger einkaufen und dadurch den geminderten Gewinn bzw. Verlust des einen Geschäfts durch den des anderen ausgleichen; umgekehrt beim Steigen der Preise.


II. Finanz-Hedging: Sicherungsgeschäfte (Risikomanagement) zur Absicherung von Zins- und Wechselkursrisiken im Devisen-, Edelmetall und Wertpapierhandel. Der Hedger überträgt die Zins- und Wechselkursrisiken auf einen Kontrahenten, der entweder das Risiko aus spekulativen Motiven übernimmt oder ein entgegengesetztes Risiko abzusichern versucht. Dabei werden die Cash-Positionen durch zeitlich und wirtschaftlich kongruente Hedge-Instrumente aus dem Bereich der Termingeschäfte gesichert, so z. B. durch Financial Futures (siehe 3)oben), Collars6), Caps (cap = Kappe; vertraglich vereinbarter Höchstzinssatz bei Krediten oder Anleihen), Floors (floor = Fußboden [im Börsensaal]; vereinbarter Mindestzins bei Krediten oder Floating-Rate-Notes), Optionen.
 


1) Leverage-Effekt: (englisch = Hebelwirkung) Bezeichnung für den überproportional starken Einfluss, den ein hoher Fremdkapitalanteil auf die Rentabilität des eingesetzten Eigenkapitals ausübt; an der Börse Kennziffer zur Beurteilung von Optionsscheinen, die ausdrückt, wie der Schein auf prozentuale Veränderungen des Kurses des zugrunde liegenden Wertpapiers reagiert (bei Optionsscheinen auf Aktien der Quotient aus Aktienkurs und Kurs des Optionsscheins).

2) Bench ist im Englischen die Werkbank und die Benchmark, der Abrißpunkt, das Nivellierungszeichen,  Maßstab, Richtgröße für den Vergleich von Leistungen. Bedeutung im Bank- und Börsenwesen: neutraler Bezugspunkt zur Beurteilung des Anlageerfolgs eines Spezialfonds oder Vermögensverwalters, der in der Regel entsprechend den Anlagezielen des Kunden festgelegt wird. Die Benchmark definiert ein Vergleichs- beziehungsweise Referenzportfolio, anhand dessen die Performance des tatsächlichen Portfolios bewertet werden kann.

3) George (György) Soros, amerikanischer Börsianer und Investmentbanker ungarischer Herkunft (1930 geboren),  gründete 1979 die George-Soros-Stiftung und setzt seit 1990 beträchtliche Mittel (jährlich etwa 400 Mio. US$) aus seinem Privatvermögen zur Förderung von Demokratieentwicklung, Menschenrechten, Gesundheit, Bildung, Medien, sozialen und wirtschaftlichen Reformen in mehr als 50 Ländern ein. Empfehlenswerte Bücher: "Die Alchemie der Finanzen"1994; "Die Krise des globalen Kapitalismus"1998; "Die offene Gesellschaft -  Für eine Reform des globalen Kapitalismus" 2000).

4)  Zwei Begriffe sind aufeinander bezogen

5)  Bei Terminware handelt es sich um Zeitgeschäfte, die (im Gegensatz zu Kassageschäften, unter sofortiger Barzahlung abzuwickelnde Geschäfte) erst zu einem späteren Zeitpunkt, aber zu den am Tag des Vertragsabschlusses vereinbarten Bedingungen erfüllt werden (nicht unbedingt erst Lieferung, dann Zahlung); Gegenstand von Termingeschäften können Waren, Devisen, Wertpapiere und abstrakte Basiswerte (z. B. sogar Aktienindizes) sein. Unterschieden werden feste Termingeschäfte (unbedingte Termingeschäfte), die zum festgesetzten Termin abgewickelt werden müssen (Fixgeschäft), gegebenenfalls aber durch ein Prolongationsgeschäft gegen Zahlung einer besonderen Vergütung (Deport = z.B. ein Kursabschlag) aufgeschoben werden können, und bedingte Termingeschäfte, die einen Rücktritt vom Geschäft gegen Zahlung einer bestimmten Summe (z.B. vertraglich festgelegte Konventionalstrafe) zulassen.

6)   Collar ist im Englischen der Kragen, Hülse, Zwinge, Schelle. Collars sind Zinsvereinbarungen bei Krediten oder Floating-Rate-Notes (mittel- bis langfristige Anleihen mit variabler Verzinsung), mit der eine Zinsobergrenze (Cap) und eine Zinsuntergrenze (Floor) festgelegt werden.


Kommentar zum Gabler-Wirtschaftslexikon:

 

1. Definition von System im folgenden beschränkt auf das von Menschen gestaltetes, jedoch künstlich, komplex, also umfassend, vielschichtig und verzweigt wie z.B. als politisches System): Das System ist nach (© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG) "ein auf allgemeine Grundsätze zurückzuführendes und danach geordnetes Ganzes von Einzelerkenntnissen einer Wissenschaft oder des menschlichen Wissens überhaupt." Diese Definition trifft voll und gang auf religiöses, je allgemein auf (fast) alle ideologische, sogar philosophische Systeme zu.

 

Doch weiter zur Definition: Das System ist "das Prinzip oder die Ordnung, nach der etwas aufgebaut wird". Das Gabler-Wirtschaftslexikon kann bestens mit dazu herangezogen werden (im folgenden jedoch nicht wörtlich) - Das System ist die Ordnung bzw. die Struktur seiner Elemente* als Organisation (im Sinn der Systemtheorie sind Organisation und  Struktur identisch).

*  können innerhalb dieser Gesamtheit nicht weiter zerlegt werden. Die Menge von geordneten Elementen haben Eigenschaften, welche die durch Relationen verknüpft sind.

 

Der ganzheitliche Zusammenhang von Einheiten (Elementen), deren Beziehungen untereinander heben sich quantitativ (zu höherer Anzahl von Interaktionen) und qualitativ (zu größerer Ergiebigkeit von Interaktionen) von ihren Beziehungen zu anderen Entitäten (d.h. zu deren Dasein im Unterschied zum Wesen der Dinge - philosophisch gesehen) ab. Diese Unterschiedlichkeit in den Beziehungen konstituiert eine Systemgrenze, durch die sich das System gegenüber seiner Umwelt abgrenzt. Die Systemgrenzen von Sozialsystemen oder psychischen Systemen (von denen wir nur sprechen wollen) sind nicht physikalisch-räumlich, sondern durch Symbol- und Sinnzusammenhänge bestimmt (Kognition, also Erkennen, Kennenlernen, das sind Prozesse und Strukturen, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen, wobei Erkenntnisprozess in den Vordergrund stehen im Gegensatz zum Empirismus, d.h. umgangssprachlich "nicht durch rumspielen").

 

Komplexe, also umfassende, vielschichtige und verzweigte Systeme sind selbstorganisatorisch, wie das bei der Darwinschen Evolution stattgefunden hat. Deshalb wird gerne das moderne Wirtschaftsystem als ein Fressen und Gefressenwerden gesehen (steht natürlich nicht bei Gabler). Das komplexe System wird als selbstreferenziell, auf sich selbst beziehend bezeichnet. Eingriffe sind aus diesen Gründen problematisch und rufen häufig überraschende und unerwünschte Wirkungen hervor. Zum Beispiel: Die für Menschen völlig harmlosen Blattläuse, unansehnlich auf den Rosen werden mit einem Insekten-Vertilgungsmittel umgebracht: Eine Ameise "melkt" eine vergiftete Blattlaus. Die Meise vergreift sich an der Ameise usw. Eine ganze Nahrungs-Kette gerät in Unordnung (sehr beschrieben >hier< im Buch "Der stumme Frühling").

2. Systemanalyse: Dient der Untersuchung eines Systems mit Bezug auf dessen Aufgabe und Bestimmung (Funktion), Wesen, Beschaffenheit, Schichtung, Gestaltung, Anordnung, Zusammensetzung, Gliederung (Struktur), seines zeitlichen Verhaltens und der Beeinflussung als ökonomisches System von unserem gesamten menschlichen Zusammenleben. Man kann Modellsysteme und -methoden, wie >hier< in den "Möglichkeiten, um zu einer »Neu-Ordnung« und damit zu einer »besseren« Welt zu kommen in diesem Internetbuch "gotteswahn.info" teilweise aufgezeigt, verwenden 

Die Systemanalyse soll die Wechselbeziehungen innerhalb des betrachteten Systems sowie die dadurch bewirkten (Entwicklungs-)Prozesse quantitativ erfassen und - im Falle unseres derzeitigen Wirtschaftssystems, das keineswegs ethisch und moralisch >hier< ist, aber unser menschliches Zusammensein mit den "Idealen" zu einer gewissen Gleichheit, Realisation der Grundgesetze und Konventionen (Menschenrechte, Kinderrechte, Menschenpflichten) in Einklang bringen soll.

 

Spezielle Vorgänge können nachvollzogen werden, z.B. durch Simulation, Planspiele: >hobby-output-info< zeigt Beispiele (auf einer neuen Seite von mir), die jedoch nicht auf dem neuesten Stand sind (und nur als Anhaltspunkte dienen sollen.)

 

3. Systemänderung, -anpassung: Die derzeitige globalkapitalistische politische Religion ist vollkommen in das Fahrwasser der gesamten biologischen, man sagt -  wertneutralen Evolution und "ohne Sinn und Verstand" gedriftet. Da ist kaum, man kann sogar sagen, überhaupt nicht mehr die Rede von sozialer Marktwirtschaft (>hier<) die Rede. Es gibt keine Bedarfswirtschaft sondern nur die Angebotswirtschaft. Die Wirtschaft dient nicht uns allen, sondern wir dienen ihr. Aber - immerhin - auch in einem solchen System werden wir mit allem versorgt, wenn wir das nötig Geld zur Beschaffung haben. Täglich werden wir darüber informiert, dass die Reichen immer reicher und Armen immer ärmer werden. Aber in unserem europäischen System muss keiner verhungern (>hier<).

 

Die Staatsbankrotte, trotz der ausgeklügelten und mit wissenschaftlichen Anstrichen versehenen Formulierungen, Berechnungen in Form von hochkomplizierten mathematischen Formeln, sind von den Wirtschaftsweisen (oder besser "Waisen" ohne besseres Wissen) nicht vorhergesehen und nicht verhindert worden, auch von Gabler an keiner Stelle nicht einmal andeutungsweise erkannt oder erahnt und durch keine Hinweise, wenn, dann im derzeitigen System enthalten. Zum Beispiel hat der Ökonom Joseph Alois Schumpeter (1883 - 1950), bezogen auf den Staatshaushalt, schon vor vielen Jahrhunderten gesagt: Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve.

 

Keiner Erwähnung würdig findet man bei Gabler den ehemaligen, 1888 geborenen Finanzminister Fritz Schäffer, von 1949 bis 1957 Bundesminister der Finanzen mit seinem  genannten „Schäfferturm“, wobei die laufenden. Einnahmen nicht vollständig verausgabt, sondern der Rücklage zugeführt wurden. Die Politiker danach, egal welcher Couleur, verjubelten und verprassten die Staatseinnahmen auf kommunaler bis rauf zur Bundesebene: Wirtschaftwachstum auf Teufel komm raus durch Überschuldung und (mäßig schleichende) Inflation wurde zum rücksichtlosen Ziel. Den Bauern teerte man die Straßen bis in ihre Wälder, und die Autobahnen werden inzwischen mit einem mindestens 200millionenteuren Glasdach hermetisch abgedichtet („Spätestens Anfang 2013 sind wir fertig,“ heißt es), wie auf der Bundesautobahn A1 zwischen Köln-West und Köln-Lövenich (20 Nachahmer haben sich schon angemeldet). Die Belästigung durch unerträgliche, kilometerlange fast jahrzehnte-lange Staus werden geduldig in Kauf genommen. (In den Baukosten sind Parteispenden und schwer nachweisbare private Wintergärten eingeschlossen. Bestechung, Korruption, Begünstigung, Seilschaften sind nach Gabler zu verurteilen, wie denn? wenn es kaum Fahnder gibt?)

 

Bei Gabler fehlen die Berechnungen, wie und wann es zum Bankrott kommt, bis zum Zahlungsunfähigkeit ganzer Staaten. "2009 gingen exakt 32 687 Firmen pleite", berichtete das Hamburger Abendblatt am 10.3.2010. Die Forderungen der Gläubiger werden nach Angaben von Gerichten mit rund 85 Milliarden Euro" beziffert. Nichts hört man, ob die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen und haftbar gemacht werden. Es erfordert eine Dissertation, die Steuerausfälle und den effektiven wirtschaftlichen aber auch den psychischen Schaden zu ermitteln.

 

Psychologie und Soziologie werden im Gabler Wirtschaftslexikon zwar häufig erwähnt, aber Anwendungen fehlen, wie ein Hinweis auf die Psycho/Soziopathen >hier< (auf welche nicht oft genug hingewiesen werden kann), von denen wir fast ausschließlich beherrscht werden.

 

Gabler macht einen kleinen Versuch, auf ein ein Kleidchen hinzuweisen, das die derzeitige - im wahrsten Sinne des Wortes - assoziale Marktwirtschaft (>hier<) ein klein wenig verhüllen könnte als Feigenblättchen. >Hier< der Hinweis auf die Wirtschaftsethik (auf meiner Seite über Wirtschaftformen).

 

Dennoch sind die Gedanken als Ergebnis meines Internetbuches als das Wichtigste, nämlich die Vorschläge und Möglichkeiten, um zu einer "Neu-Ordnung" und damit zu einer "besseren" Welt zu kommen, in der wir alle leben müssen, wollen und können, auszuloten. Fast alle Voraussetzungen existieren bereits, wie >hier< gezeigt wird. Das sei an dieser Stelle noch einmal wiederholt.

 


Die folgenden Verzweigungen führen zur Seite "Kapitalismuswahn", was etwas dauern kann:

 

>Hier< ein wenig Grundlegendes zur Börse (zum Aktienmarkt),

daran anschließend oder direkt

 zum "Dow-Jones-Aktienindex" (>hier<),

 zu einer Bemerkung zu Börse = Roulett (>hier<),

 die Forderung, dass zahlungsunfähige Unternehmen zum Konkurs gebracht werden müssten (>hier<)

und

 zu einem Kommentar (>hier< wie immer direkt)


Walter Rath, 2009

Obiger Kommentar: Juli 2011