Karl Homann
(Jahrgang 1943) war bis 2008 Inhaber des Lehrstuhls Philosophie
und Ökonomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Gemeinsam mit seinen Schülern entwickelte er den
Institutionen-ökonomischen Ansatz zur Wirtschaftsethik, die vor
dem Hintergrund der Ethik praktisch anwendbare Lösungsansätze
für moralische Probleme der Wirtschaft zu formulieren versucht.
Dabei entstanden unterschiedliche, sich oft widersprechende
Lösungsvorschläge, die nicht nur aus dem ökonomischen sondern
auch aus anderen Bereichen der Sozialwissenschaften heraus
entwickelt wurden. Im P.M.-Artikel ist von ihm zu finden, "dass
die Anonymisierung der modernen Marktwirtschaft den Tisch für
die Raffgierigen deckt: »Die Gefahr, dass der Unehrliche
entdeckt wird, ist gering.« Homann fordert eine neue
Wirtschaftsethik, weiß aber: »Ethik ohne Kontrolle ist nichts
wert. Moral ist keine Kategorie, mit der sich moderne
Marktwirtschaft steuern lässt."
Zu erwähnen ist noch die Beobachtung der Psychologin Victoria Medvec aus den USA, die in einer Studie an Sportlern herausfinden konnte, "dass sich Gewinner von Bronzemedaillen glücklicher fühlen als die mit der Silbermedaille. Der Grund: Die Zweiten vergleichen sich mit den Siegern und fühlen sich als Verlierer, die Dritten vergleichen sich mit denen, die gar keine Medaille haben, und fühlen sich als Sieger. Aus Sicht der Entwicklungsgeschichte ergibt eine Psyche, der es nicht auf den absoluten Luxus ankommt, sondern auf den relativen Status, durchaus Sinn: Beim Kampf ums Dasein kommt es schließlich nur darauf an, immer etwas besser abzuschneiden als die Konkurrenz."

Ohne Gier geht offenbar nichts. Allerdings gilt auch: Mit Gier kann alles kaputtgehen - und diese Gefahr ist inzwischen zweifellos global.
"Die Gier treibt die Menschen hinter die Grenzen jeglicher Vernunft", sagt der renommierte Prager Philosoph und Bewusstseinsforscher Stanislav Grof. Sie führe "zu fast allen Übeln: Boden-, Wasser-, Luftverschmutzung, nuklearer Abfall, Treibhauseffekt, Vergiftung der Meere." Ebenso ist Gier die Ursache der weltweiten Wirtschaftskrise.
Der deutsche Wirtschaftsexperte Alan Posener verteidigt den Mechanismus. "Der Wunsch, mehr zu verdienen, hat der Welt einen Wohlstand beschert, der vor 100 Jahren unvorstellbar erschien", betont er.
Leider kann man den Gierigen nicht an seiner Physiognomie (seiner äußeren körperlichen Erscheinung, insbesondere der Gesichtszüge) erkennen, wie im Ausschnitt des Bildes vom flämischen Maler, Quentin Massys, das einige Jahre nach 1500 entstanden ist.
Nein, der Versuch,
äußere Erscheinung mit Charaktereigenschaften zu verknüpfen -
wie es der Psychiater Ernst Kretschmer im vorigen Jahrhundert
mit seinen "Konstitutionstypen" beschriebt, wäre zu schön
gewesen. Die Gierigen sehen aus wie die folgenden 3 Beispiele,
als Ausschnitte aus dem Börsianer-Bild ganz oben:

Noch besser passt das Bild dieses "Biedermannes", des ehrenwerten Herrn Ministerpräsidenten des Bundesstaates Sachsen (von 1994 bis 2002), des Wirtschaftsjuristen und Politikers, Kurt Biedenkopf, der (wie Magazin P.M. - Welt des Wissens - 1/2009 zu lesen ist): ... Professor Dr. Biedenkopf (CDU) und seine Frau feilschen an der Kasse des Möbelhauses so lange, bis ihnen 15% Rabatt eingeräumt wird - bei einem Monatsgehalt in 5-stelliger Höhe, also mit mindestens einem Stundenlohn von über Tausend €.
Dieser Hinweis führt zu einer anderen Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Gier und Geiz und damit verbundener Schnäppchenjagd:
Es gab vor einiger Zeit die diskussionsauslösende Werbung einer Firma Saturn mit dem Spruch: "Geiz ist geil". Geil meinte ursprünglich: lüstern, geschlechtlich erregt, hat bei Jugendlichen dann die Bedeutung "gieriges Verlangen" angenommen. (Aber eine geile Pflanze war immer schon eine kräftig üppige Pflanze.) Damit sind wir wegen der Doppeldeutigkeit von geil bei der Nutzung der Werbung von sexueller Erregbarkeit angekommen, die immer schon bei der Werbung für insbesondere Männer ansprechende Ware anzubieten versuchte in Verbindung mit sexueller Reizung durch beispielsweise sehr leicht bekleidete Damen in Verbindung mit einem forschen Auto. Dennoch lassen sich immer noch viele Frauen durch Werbeagenturen gerne zu Werbezwecken "missbrauchen" (obwohl Fachleute erklären, dass solche Werbung zweifellos potentielle Vergewaltiger und andere, fast ausschließlich männliche Täter natürlich, zu sexuellen Übergriffen anregt).
Also - kaum ein verkaufendes Geschäft kommt heute ohne
- Bonusheft,
- Rabattmärkchen,
- pay-back Karte ("card" natürlich),
- Treuepunkte
aus.
Für billig, billiger, am billigsten und vor allem mit Discount - d.h. heruntergesetzten Preisen - werden Kunden angelockt, die Stunden damit zubringen (sollen), herauszufinden, wo ein "Schnäppchen", d.h. das Billigste vom Billigen zu haben ist. Dieser Erfolg wird dann im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis als besonders "clever" zum Besten gegeben. Sogar ein Biedenkopf opfert seine "wertvolle" Zeit, einen Sonderpreis auszuhandeln, den - übrigens - ein Normal-Sterblicher niemals hätte gewährt bekommen.
Kommentar: Es ist unglaublich, dass das derzeitige Weltgeschehen in unserer heutigen, angeblich aufgeklärten Zeit von Leuten gesteuert wird, die durch Hormone, Belohnungszentren im Gehirn, charakterlich von einer kriminellen Energie getrieben, wie unter Drogen reagieren, abgesehen von der grundsätzlichen Wahnvorstellung, wonach sich das globalisierte Wirtschaftssystem ausschließlich nach - offensichtlich nicht zurechnungsfähigen Börsenspekulanten richte. Ausschließlich Gewinne treiben die kapitalistisch-politische Religion an und kein Bedarf, keine Vernunft, geschweige denn ein soziales Empfinden. >Hier< zu den gestörten Persönlichkeiten, insbesondere den hochgefährlichen Psycho- bzw. Soziopathen.
Auch kann man sagen, dass die Börsenspekulanten und Spitzenmanager zu einem großen Teil - wie Psychologen meinen - in einer frühkindlichen Phase des natürlichen Lustprinzips (>hier<) behaftet geblieben sind. Wonach danach getrachtet wird, primitive Bedürfniszustände jeweils sofort zu befriedigen, unbekümmert um die in der realen Situation vorhandenen Möglichkeiten. Es macht Spaß, so viel Adrenalin wie möglich zu bekommen, unbekümmert, ob die eigene Firma oder wer auch immer "über den Jordan" geht. (Der "urzeitliche" Übergang der Israeliten über den Fluss Jordan wurde als Eintritt ins Himmelreich aufgefasst. Das ist jedoch erst nach dem Tod möglich.)
Sigmund Freud hat die erste Form des Denkens, mit der sich das Kleinkind beschäftigt als Primärprozess >hier< bezeichnet, wobei dieser Prozess vom Lustprinzip gesteuert werde und nicht den Beschränkungen von Raum und Zeit unterliege. Das heißt die Gier lässt alles vergessen.
Am Beispiel der "Hedge-Fonds" (>hier<) kann man erkennen, wie kompliziert und wahnsinnig der Erfindergeist von jedoch erwachsenen (jedoch im frühkindlichen Stadium behafteten) Mitmenschen am Rande der Legalität ist. "Diese Menschen versuchen mit allen Mitteln, nur und ausschließlich an Geld und Vermögen zu kommen" - wie Helmut Schmidt, (deutscher Bundeskanzler von 1974 bis 1982 und Initiator des Europäischen Währungssystem) im Rahmen der Interviews zu seinem 90. Geburtstag am 23.12.2008 erklärte.
Es gab im vorigen und vorvorigen Jahrhundert Klassenkämpfe, teilweise fast bürgerkriegsähnlich mit dem Ergebnis, dass die ausschließliche Feudal-Herrschaft - an vorderster Stelle des Adels - in eine (mehr oder weniger) demokratische "soziale Marktwirtschaft" überging. Nur noch wenig Großgrundbesitz, kaum Burgen und prunkvolle Schlösser blieben im Besitz der Aristokratie.
Schon Friedrich II, der Große, der Preußen-König von 1740 bis 1786 (der "Fridericus Rex" oder der "Alte Fritz" im Volkmund) gewährte Gedankenfreiheit, ziemlich weitgehend religiöse Toleranz freundete sich mit Leuten aus der französischen Aufklärung an. (Pierre Louis Moreau de Maupertuis, einem Physiker, Mathematiker und Philosophen; dann zu nennen der Philosoph und Mediziner, Julien Offray de La Mettrie, der "wegen Religionsfeindlichkeit" als Militärarzt entlassen wurde. Vor allem ist die Beziehung zu Voltaire - alias François-Marie Arouet, dem französischen Schriftsteller und Philosophen bekannt, der 6 Jahre vor Friedrich dem II. gestorben ist.) Leider konnte sich dieser "große" Friedrich nicht mit dem Gedanken hin zum Ziel der französischen Aufklärung, der politischen Gleichheit, anfreunden, und er brachte großes Leid nicht nur über die Untertane der damaligen Zeit; denn sein großes Machtinteresse, das alle Vernunft- und Humanitätsideen verdrängte, ließ ihn unerbittliche Kriege anzetteln: zuerst die beiden "Schlesischen Kriege" und dann den "Siebenjährigen Krieg", der 1763 endete. Auch er, der "Große", wurde von Gier getrieben. Er wollte Schlesien haben...

Von der von ihm bekannt gewordene Staatsräson mit be-amtischer Zucht und Ordnung ist heute kaum noch etwas übrig geblieben. Vor allem waren preußische Beamte absolut unbestechlich und zuverlässig. Ein Staatsbeamter zu sein war wie ein Ehrentitel. Bares Schmiergeld in Köfferchen umherzuschleppen, wie von derzeitig hohe "Staatsdienern" (z.B. Altbundeskanzler Helmut Kohl, ein Ministerpräsident Roland Koch im Bundesland Hessen oder ein Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble), hätte sofortige Entlassung ohne jegliche Pensionszahlung zur Folge gehabt. Zu erwähnen sei noch, dass es allerdings bei der Spannung zwischen eben dieser Staatsräson und einem humanitärem Idealismus geblieben ist. Das bekannteste Beispiel ist den meisten Deutschen heute noch in Erinnerung als die Posse des "Hauptmanns von Köpenick" (>hier<).
Adolf Friedrich Erdmann von Menzel hat 1850 das Bild "Friedrich der Große auf Reisen" gemalt - rechts ein Ausschnitt. Hinzuweisen sei auf die untertänige Haltung der Menschen aber vor allem der fehlende "Personenschutz". So würde es heute kein Politiker und kein Chef der Deutschen Bank oder der Deutschen Bahn wagen, mit "seinem Volk" derart eng in Kontakt zu kommen.
Die Macht des Adels und des Klerus (Geistlichkeit) sind gebrochen. Deren prachtvolle Schlösser und Kathedralen sind fast alle jedermann zugänglich. Mir erklärte einmal schon vor etwa 45 Jahren der japanische Counterpart (Gegenstück, Ebenbild, Kopie; gemeint ist hier jedoch: in gleichem Amt und Würden) zu Otto Wolff von Amerongen,1969 bis 1988 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Prof. Shinota, dass in Japan die Gesellschaftsform im Prinzip vom alten Feudalismus in den neuen sozialen Kapitalismus übergegangen sei: Die kapitalistischen Firmen würden sich um die Mitarbeiter kümmern wie klassische Unternehmer früher auch in Europa mit Haus- bzw. Wohnungsbau, Straßen, Freizeitanlagen, Schulen usw. Daher würde kein Mitarbeiter zu einem anderen Betrieb abwandern. Ein ganzes Arbeitsleben würde bei ein und derselben Firma zugebracht. Es gäbe keine Streiks, keine Faulenzerei udgl. Meine Frage nach den gerade zur der damaligen Zeit geführten Kämpfen um Mitbestimmung, beantwortete er als nicht notwendig; denn der Firmeninhaber betrachte sich für seine Mitarbeiter - ohne die er ja garnichts machen könne - als das Oberhaupt einer Familie, für die man doch alles tun würde. Da es in Japan keine Tradition in Richtung auf Arbeitskämpfe wie in Europa gegeben habe, wären die Mitarbeiter ziemlich frei von solchen Gedanken, wie beispielsweise einer Mitbestimmung. Jedoch gab es zur Zeit meines Gespräches mit Shinota sogar eine "RAF", eine japanische rote Armeefraktion, die jedoch nie eine solche Bedeutung wie in Deutschland bekommen hat; denn, so erklärte Shinota, nur wenige Menschen in Japan hätten eine so weit gefächerte Ausbildung wie in Europa, vor allem kaum Gedanken einer Aufklärung kennengelernt... Es habe auch einen Generalstreik und Massendemonstrationen aber gezielt gegen USA-Stützpunkte gegeben. Da jedoch ab den 60er Jahren alles in Japan von hohem Wirtschaftswachstum geprägt sei mit einem weit verbreiteten Wohlstand für alle und sich rund 70% der Japaner zum Buddhismus bekennen, der ja Gewaltfreiheit fordere, habe die "Rote Armee-Fraktion" keine Chance (gehabt). - Für mich war das Gespräch mit Shinota deshalb unvergesslich, weil er trotz der ihm (unter anderem) gehörenden Großtanker auf den Weltmeeren voller Öl, Visionen andeutete, wie sie Jahre später bekannt wurden durch Leute vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie (gegründet 1991) oder einem Club of Rome (seit 1968, zu dem vielleicht Shinota Kontakt hatte).
Heute unterscheidet sich Japan kaum noch von so genannten westlichen Lebensweisen und ist voll und ganz im globalen Kapitalismus eingebettet.
Es führt zu weit, mehr zur japanischen Geschichte zu sagen,
voller Widersprüche zum buddhistischen Gedankengut, der immensen
Bedeutung des martialischen* Militärwesens, der
Christenverfolgung, der Verfassung von 1889, nach preußischem
Vorbild, den Regierungsformen, der Wichtigkeit des Kaisers als
Gott in der Shinto-Religion ("Weg der Götter oder Geister"), der
90% der Bevölkerung zugehörig sind. Da der Buddhismus mehr als
Weltanschauung zu verstehen ist - Gott und das Jenseits usw.
fehlen, als Ergänzung zur Religion, können Japaner sowohl
Buddhisten als auch Schintoisten sein.
* lateinisch martialis: zum Kriegsgott Mars
gehörend, bedeutet: kriegerisch, wild und grob auftretend. (Auch
das ist Japan.)
Ich muss doch noch einmal zurückkommen zum eigentlichen Thema dieser Webseite:
Macht ist von
Gier nicht zu trennen: Gier nach Macht. An hand der folgenden Bilder soll
einiges
beispielhaft verdeutlicht werden:
Der in Breslau geborene und 1905 in Berlin 90 jährig gestorbene, fast nur autodidaktisch ausgebildete Maler, Adolf Friedrich Erdmann von Menzel, hat beeindruckende historische Zeugnisse in seinen Gemälden hinterlassen, die oft wie fotografische Momentaufnahmen wirken. (Sein obiges Bild mit dem "Alten Fritz" ist jedoch impressionistisch dargestellt (ein wenig wie von Edouard Manet).
Das ist Alfred der Große, 28 Jahre angelsächsischer König von
Wessex (der 899 über 50jährig starb): großer Eroberer, aber auch
die Zusammenstellung der "Angelsächsischen Chronik«" begann.

Diese beiden folgenden Bilder von Menzel zeigen
den krassen Gegensatz der sich
vergnügenden Oberschicht (der "höfischen" Gesellschaft) - Ballsouper (1878)
- d.h. großes festliches Abendessen und dazu die Arbeit in einem Eisenwalzwerk (1875)

Als nächstes 2 Bilder von Giovanni Bellini (1430 bis 1516, also etwa die Zeit des Michelangelo Buonarroti) aus Venedig, dort bekannt als "Giambellino".
Zuerst ein herrschaftlicher Doge, namens Leonardo Loredan, Oberhaupt der Stadtstaaten Venedig und Genua, (nach 1501 gemalt) und daneben das Portrait eines Condottiere, eines italienischen Söldnerführer aus dem 14./15.Jahrhundert (um 1480 gemalt).

Während Kleidung, Habitus, d.h. äußeres Erscheinungsbild und Verhalten, also Kleidung, Gesichtsausdruck, Pose (Haltung) von Menschen auf älteren Bildern, vor allem auf Gemälden noch vielsagend sind - man sieht sofort, wer, was, wie ist, kann man heutzutage niemandem mehr seine soziale und berufliche Stellung ansehen, ausgenommen sogenannte Würdenträger von, vor allem traditionellen Organisationen/Institutionen, also aus "historischer Zeit" (in Kirchenämtern, in konstitutionellen Monarchien). Die Bilder unten sollen das verdeutlichen. So wie ein Herr George W. Bush wäre niemals ein Kaiser, König, Kurfürst in der Öffentlichkeit aufgetreten. Sogar die traditionsbewusste britannische königliche Familie passt sich an. Sogar in den Gerichtssälen verschwindet allmählich der "Muff der alten Talare" (ein Begriff der Studenten aus der Bewegung von 1967/68).
Eine kleine Sammlung ist als "Miniaturausgabe" zusammengestellt, die >hier< auf einer getrennten Seite vergrößert zu sehen sind (Aufbau der Seite bei langsamen Modem zeitraubend).

Einige Beispiele zur Maßlosigkeit und zur kriminellen Energie:
SCHREIBER-PROZESS (Karl-Heinz Schreiber, ein bekannter Waffenhändler, den kaum ein - zumindest rechter, d.h. rechtdenkender Politiker nicht persönlich kennt, angefangen vom Ex-Innen- und jetzigen Finanzminister, Dr. Jur. Wolfgang Schäuble bis..., ist nach viele Jahre dauernden Auslieferungsbemühungen wegen Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft - Waffenhandel ist ja nicht verboten und Bestechung kann als Ausgaben von Steuern abgesetzt werden...)
Zeugen schildern Zuwendungen
Augsburg. Im Steuerprozess gegen den Rüstungslobbyisten
Karlheinz Schreiber hat der frühere CSU-Politiker und
Verteidigungs-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ausgesagt,
Millionenbeträge angeboten bekommen zu haben. Es seien für ihn
wohl 3,8 Millionen Mark auf einem Schweizer Konto platziert
worden, auch wenn ihm nur drei Millionen noch in Erinnerung
seien, sagte Pfahls vordem Landgericht Augsburg. Diese stünden
im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften. Gestern sagte auch der
ehemalige Thyssen-Manager Winfried Haastert aus, belastete den
Angeklagten aber nicht. Er habe von 1988 bis 1993 knapp zwei
Millionen Mark von Schreiber erhalten, so Haastert. Diese seien
aber nicht an Gegenleistungen geknüpft gewesen. Es seien
Geschenke unter Freunden gewesen. (Soweit
>hier<
23.2.2010)
Also: Der Herr Pfahls hat wahrscheinlich irgendwie und
irgendwann vielleicht 3,8 Millionen in ehemaliger Deutscher Mark
(DM, umgerechnet kaum der Rede werten knapp 2 Millionen Euro)
auf einem seiner Schweizer Konten (vor oder nach Steuern)
aufblitzen sehen. Aber er erinnert sich nur an einen Betrag von
3/4 der vorgenannten Summe irgendwie schwach. Ein Manager der
Firma Thyssen (wozu auch die bekannte Werft, Blohm+Voss Holding
AG, u.a. als Kriegsschiffe-Bauer gehört), namens Winfried
Haastert, spricht von um die 2 Millionen DM, die auch
irgendwie (vor oder nach Steuern) als kleine Geschenke, ohne
jegliche Gegenleistungserwartung, über 5 Jahre verteilt, bei ihm
angekommen sind. Wie und wo ist unerheblich. Interessiert auch
kein Gericht. Ich habe noch nie nicht einmal einen
Kugelschreiber zugesteckt bekommen, z.B. aus der Apotheke ohne
Erwartung, mir das Wiederkommen zu erleichtern. Sehe ich das
falsch, wenn ich solche Berichte von Spitzenleuten als eine
unbeschreibbare Arroganz empfinde? (Arrogant = anmaßend,
dünkelhaft, überheblich, eingebildet.) Aber was bedeuten denn
schon Millionen, wenn sich niemand über ein
Militärtransportflugzeug aufregt, das zum Stückpreis von um die
20 Milliarden Euro produziert werden soll von der europäischen
Airbus Industrie S.A. (die seit 2001, zu 80% ein
Tochterunternehmen der EADS N.V. und mit den
restlichen 20% der BAe Systems PLC ist)
S.A. = Société Anonyme, französisch Aktiengesellschaft
EADS = European Aeronautic, Defense and Space Company (europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsgesellschaft) mit vielen Beteiligungen aus europäischen Ländern
BAe Systems = British Aerospace (Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern)
PCL = Powerline-Kommunikation (eine Technologie für schnelle und zuverlässige Datenübertragung)
Das alles ist ein gigantisches Mafia-ähnliches Geflecht (zu Zwecken wie vom Bundesrechnungshof >hier< beschrieben)
Pfusch auf Baustellen:
In Köln hat man wie in vielen anderen Städten versucht eine Untergrund-Bahn zu bauen bzw. das Streckennetz auszuweiten, obwohl die geldlichen Mittel überhaupt nicht vorhanden sind, obwohl der Verkehr einigermaßen fließt, aber nach Beginn der Bautätigkeiten jedoch seit Jahren durch die unzähligen Baustellen sogar für Fußgänger unerträglich geworden ist. Macht nichts: Es wird gebaut. Man möchte ja auch nicht auf Zuwendungen von den Baufirmen verzichten, und die Arbeitsplätze könnten in Gefahr geraten. Dennoch Geschäfte mussten schließen, da sie kaum beliefert werden konnten und von Kunden gemieden wurden. Das sind dann andere Arbeitsplätze, die die Verantwortlichen nicht interessieren.
In Amsterdam sind durch den U-Bahnbau ganze Stadtteile nicht mehr bewohnbar. In Köln ist das Stadtarchiv in einer Baugrube verschwunden mit einigen Wohnhäusern und zwei Toten. Das sind die Kollateralschäden, die zwar in Verbindung mit irgendwelchen (meist militärischen >hier<) "Aktionen" stehen, aber als unvermeidbar gesehen werden. Sie werden achselzuckend in Kauf genommen. Seit Monaten wird in Köln nach den "Unfall-Ursachen" gesucht. Plötzlich heißt es, dass sogenannte Sicherheitsbügel, die Betonteile und Verschalungen zusammenhalten sollen nicht eingebaut worden sind. Die Baufirma verharmlost das: "Das hätte auch so halten müssen." Da gibt es dann das Geschwätz von der Redundanz, d.h. vom Überflüssigen, davon: darf es etwas mehr sein? Die Metallbügel seien einem Schrotthändler verkauft worden, stand in den Zeitungen. Na und? Die rumänischen Bauarbeiter sind auf etwas Nebenverdienst angewiesen. Daher sind also mehr Bügel vorgesehen gewesen als wirklich nötig? Als ich noch REFA-Kurse abhielt, durfte ich anraten, dass man Mitarbeitern einer Firma durchaus etwas als "Klaurate" "mitgehen lassen" sollte; denn dann würden sie sich eher in die Firma integrieren. (REFA = Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung1924 gegründet, heute: "Verband zur Förderung betriebsorganisatorischer und arbeitswissenschaftlicher Forschung sowie zur Ausarbeitung und Verbreitung technischer und wirtschaftswissenschaftlicher Verfahren zur Rationalisierung industrieller Arbeitsprozesse" nach © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG.)
Etwas weniger Beton als geplant, ist auch ermittelt worden. Immer noch gar kein Grund zur Aufregung. Auch dabei hat man mehr als nötig in der Planung gehabt. Nach Wochen dieses Her und Hins hat sich mal ein Staatsanwalt dazu entschieden, bei der Baufirma anrufen zu lassen, dass die Büros durchsucht werden würden und man solle doch bitte die Akten bereit halten.
Berichte über Baubereiche, die sicher stellen sollen, dass alles ordnungsgemäß war bzw. wenn nicht, welche Nachbesserungen erforderlich wären. Diese Sicherheitskontrollberichte stellten sich in vielen Fällen als völlig übereinstimmend heraus. Sie waren offensichtlich einfach von irgendeinem Bauabschnitt kopiert worden. Das kann durchaus heute passieren, meinten Vertreter der Baufirmen, wenn alles durch den Computer erstellt wird. Nun ist der Computer kein menschliches Wesen. Kaum jemand scheint zu wissen insbesondere nicht in leitender Position, dass alles, was ein Computer macht, erst einmal von mindestens einem Menschen vorgedacht und programmiert werden muss. Jedes Protokoll müsste eigentlich von einem Verantwortlichen abgezeichnet werden. Aber was bekommt man dauernd zu lesen? "Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig..."
Das Stadtarchiv in Köln ist weg - ein Milliardenschaden. Jeder der Millionen kölner Bürger könnte einige Tausend Euro mehr im Geldbeutel haben vom Eintagskind bis zur über 100jährigen Person. Es wird weitergebaut werden. Die U-Bahnstrecke von ein paar Kilometern Länge verkürzt nachdem zig Milliarden an Steuern und Abgaben begraben worden sind, die Fahrzeit um wenige Minuten, was man durch geschicktere Ampelrythmusprogrammierung auch hätte erreichen können.
Zeitungsberichten zufolge liest man: "Der Skandal um Pfusch beim
U-Bahn-Bau weitet sich aus. Nicht nur in Köln sind wichtige
Unterlagen verfälscht worden, sondern auch in Düsseldorf. Bei 27
Schlitzwand-Protokollen seien Auffälligkeiten gefunden worden,
die auf Manipulationen hindeuten..." Ja bei wie vielen
Schlitzwänden insgesamt? Gut der Einsturz einer Schlitzwand
reicht für eine Katastrophe. Weiter war zu lesen: "Zudem würden
an sechs von insgesamt 541 Wandabschnitten Sicherheitsbügel aus
Eisen fehlen." Beim Baukonzern Bilfinger Berger
Aktiengesellschaft (aus Mannheim, 1880 gegründet), die einzige
Firma, die sich beim U-Bahnbau gut auskennt, sagt man, zeigt man
sich nicht beunruhigt; denn - so erfährt man: in Düsseldorf, der
Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen, ist ja noch nicht mit
dem Ausheben der Baugruben begonnen worden. Also ist ja "die
Standfestigkeit der Baustellen nicht gefährdet." Das ist reiner
Sarkasmus! (Griechisch: sarkázein = zerfleischen bedeutet:
verletzender Spott, beißender Hohn.)
Inzwischen gibt es auch Berichte, wonach beim Ausbau der
ICE-Strecke (InterCity[Hochgeschwindigkeits-]Express)
Nürnberg-Ingolstadt mehr als die Hälfte der Protokolle gefälscht
worden seien, die um die 600 Metallanker betreffen, welche die
Stützwände der Trasse sichern sollten. Ist das alles nur
zufällig? Ist Untersuchungshaft ab einem bestimmten Einkommen
und Einfluss abartig?
Goldschmidt: "Der Konsumrausch
ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Die Sozialisation in einer von Konsum
geprägten Gesellschaft befördert gieriges Verhalten..."