Umweltschutz, insbesondere Klimaschutz

>Hier< (auf dieser Seite) Erklärung des Begriffes Ökosystem.

>Hier< ähnliches, jedoch mit Treibhaus- bzw. Glashauseffekt.

>Hier< einige erschreckende Bilder von Umweltzerstörung,
von da aus - am Seitenende - zu weiteren Bildern.

>Hier< am Ende dieser Seite zu einem Buch von Wilfried Bommert:
Nahrung als Spekulationsobjekt - Kein Brot für die Welt?

>Hier< "Umweltschutz, gedeihliches Miteinander in sozialem

Bewusstsein und Tierschutz: islamisches Anliegen"
 


Umweltschutz ist ein (seit 1970) geprägter Begriff für die auf Umweltforschung* (= Ökologie) und Umweltschutzrecht basierende Gesamtheit der Maßnahmen (und Bestrebungen), die dazu dienen, die natürlichen Lebensgrundlagen von Pflanze, Tier und Mensch zu erhalten bzw. ein gestörtes ökologisches Gleichgewicht wieder auszugleichen. Im engeren Sinne versteht man unter Umweltschutz den Schutz vor negativen Auswirkungen, die von der ökonomischen Tätigkeit des Menschen, seinen technischen Einrichtungen und sonstigen zivilisatorischen Begebenheiten ausgehen. Dabei soll die Umweltvorsorge (durch geeignete Maßnahmen und Techniken) die Schäden gar nicht erst aufkommen lassen als Vorsorgeprinzip, was effektiver und billiger ist als nachträgliche Maßnahmen des technischen Umweltschutzes. Es ist unerlässlich, dass alle Vorkehrungen zum Schutz vor Umweltbeeinträchtigungen getroffen werden, die nach dem jeweiligen Stand der Technik möglich sind. Der Umweltschutz geht damit über den bloßen Naturschutz** und über (getroffene) Maßnahmen zur Vermeidung oder Beseitigung von Zerstörungen durch Naturgewalten hinaus.

* Umweltforschung ist die Untersuchung und Erkenntnisgewinnung der durch die Tätigkeit des Menschen auftretenden Veränderungen seiner Umwelt und der komplexen Wechselwirkungen zwischen dieser vom Menschen künstlich geschaffenen Umwelt und einem natürlichen Ökosystem. - Die Ergebnisse der Umweltforschung finden ihre praktische Anwendung in Maßnahmen zur Erhaltung unser aller Lebensgrundlagen (Mensch, Tier, Pflanze).

** Nach dem Umfang des Schutzes unterscheidet man:

1.  Vollnaturschutzgebiete: Hier sind Eingriffe und Nutzungen nur zur Erhaltung des natürlichen Zustandes erlaubt; das Betreten dieser Gebiete ist verboten (Banngebiete).

2.  Teilnaturschutzgebiete: Gebiete mit speziellen Schutzzielen und den dazu notwendigen Nutzungsbeschränkungen. Hierzu gehören auch Pflanzen- und Tierschutzgebiete (z. B. Vogelschutzgebiete).

3.  Landschaftsschutzgebiete: naturnahe Flächen, die zur Erhaltung ihrer ökologischen Vielfalt sowie eines ausgeglichenen Naturhaushaltes und ihres Erholungswertes gegen Veränderungen (Abholzung, Aufforstung, Überbauung, Industrialisierung) geschützt werden. Als Landschaftsschutzgebiete werden viele Waldgebiete, Seeufer, Mittelgebirgs- und Heidelandschaften ausgewiesen.
 

Zum Umweltschutz gehören nicht nur die Verhinderung fortschreitender Verkarstung (als waldlose Flächen), Versteppung (zu Trockengebieten) und Verwüstung (z. B. durch Grundwasserabsenkung oder Überweidung) oder der Schutz des Bodens vor Wegspülung (Erosion, Bild rechts) und Windabtragung (Deflation), sondern vor allem die zahl- und umfangreichen Maßnahmen z. B.

- zur Bewahrung von Boden und Wasser vor Verunreinigungen durch chemische Fremdstoffe,

- durch Abwasser (Abwasserbeseitigung vor allem -reinigung),

- durch Auslaugung abgelagerter Stoffe auf Deponien und durch Erdöl.

- Nachhelfen muss man auch bei ariden Klima, wenn die Verdunstung stärker als der Niederschlag ist, durch künstliche Bewässerung.
Zum Umweltschutz gehören ferner Vorschriften und Auflagen z. B. zur Erreichung größerer Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln, zum Transport und zur grundwasserungefährlichen Lagerung von Erdöl und Kraftstoffen sowie zur Rekultivierung ausgebeuteter Rohstofflagerstätten; dabei können auch Rechte von Grundeigentum eingeschränkt werden.


Der Klimaschutz wurde von den Vereinten Nation (United Nations = UN >hier<) durch internationale "Weltklimakonferenzen" organisiert:
1972 in Stockholm;
1992 in Rio de Janeiro, wo zum ersten Mal das Ziel definiert wurde, einen drohenden Klimawandel abzuwenden;
1995 in Berlin;
1996 in Genf;
1997 in Kyoto, wo Treibhausgas-Reduzierungen* festgelegt wurden (aber die USA als größter Treibhausgasemittent der Industrienationen - verantwortlich für 36 % - und Australien sich nicht festlegen ließen);
1998 in Buenos Aires mit der Gründung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), = regierungsübergreifender Ausschuss zu Klimaänderungen bzw. "Weltklimarat" mit drei Arbeitsgruppen: Wissenschaft, Auswirkungen von Klimaänderungen, vorbeugende Maßnahmen und einer Taskforce (= "Sonderkampfgruppe") für nationale Bestandsaufnahmen der Treibhausgase, Statusberichte und Empfehlungen zum Problemkreis der Menschengeschaffenen globalen Klimaänderungen (Zusammenarbeit mit World Meteorological Organization = WMO, "Weltorganisation für Meteorologie")
1999 in Bonn,
2000 in Den Haag (ergebnislos abgebrochen),
2001 wieder in Bonn und auch in Marakesch;
2002 in Neu-Delhi;
2003 in Mailand;  
2004 erneut in Buenos Aires;
2005 in Montreal;
2006 in Nairobi;
Mitte November 2007 im spanischen Valencia, um die UN-Klimakonferenz im Dezember
2007 auf Bali vorzubereiten, doch dort wurde dann wieder nur im Wesentlichen ein neuer Fahrplan für weitere Verhandlungen ausgearbeitet.
Auf der UN-Klimakonferenz in Posen (Polen) im Dezember 2008 einigten sich die Teilnehmer auf den Beginn konkreter Verhandlungen im Jahr 2009 im deutschen Ostseebad Heiligendamm (wo bereits 2007 der Weltwirtschaftsgipfel unter deutscher Präsidentschaft stattfand, eine seit 1975 jährlich stattfindende Konferenz der Staats- beziehungsweise Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA - als die sogenannte Siebenergruppe, G 7). In Heiligenhaus mit starken Protestbewegungen und einem ebenso starken Polizeiaufgebot konnten keine Vereinbahrungen mit konkreten Grenzwerten zum Kohlendioxidausstoß erzielt werden.

 

*Verhandelt wurde vorwiegend über die Reduzierung oder zumindest die Duldung der Emission der 6 "gefährlichsten" Treibhausgase:

– Kohlendioxid, CO2 (an Kohlenstoffatom klammert sich rechts und links je ein Sauerstoffatom);
– Methan, CH4 (Kohlenstoffatom von 4 Wasserstoffatomen umgeben. Methan ist nur eines der Alkene, auch Olefine genannt);
– Lachgas (= Distickstoffmonoxid, N2O, ein Betäubungsmittel), ferner
– Schwefelhexafluorid, SF6;
– Fluorkohlenwasserstoffe, FCKW 
(Teil der Halogenkohlenwasserstoffe, HCFC);
– Perfluorkohlenwasserstoffe, PFC.
In den Industrieländern mit nur einem Viertel der Weltbevölkerung werden drei Viertel obiger Chemikalien ausstoßen. Wichtig zu nennen ist das Kyoto-Protokoll von 1997, in welchem 36 Industrieländer dazu verpflichtet werden sollten, die Emission oben aufgezählter 6 Klimaschadstoffe bis zum Zeitraum 2008, spätestens 2012 um jeweils 5,3 % unter das Niveau von 1990 zu senken.

Die einzelnen Industriestaaten bekamen unterschiedliche Vorgaben:
– Russland, die Ukraine und Neuseeland z. B. dürfen ihre Ausstoßmenge an Treibhausgasen von 1990 beibehalten,
– Norwegen diese um 1 % erhöhen.
– Australien darf um 8 % und
– Island um 10 % erhöhen,
– Deutschland muss den Ausstoß um 21 % reduzieren,
– Österreich um 13 %.
– Die Entwicklungsländer werden noch nicht einbezogen.
Zur Umsetzung dieser Ziele kommen vor allem innerstaatliche Maßnahmen in Betracht wie Energieeinsparungen, Steigerung der Energieeffizienz und der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien. Zusätzlich können drei marktwirtschaftliche Instrumente genutzt werden: Emissionshandel, Clean Development Mechanism, Joint Implementation.

Das Kyoto-Protokoll trat erst in Kraft, nachdem Russland als das 55ste Land im November 2004 das Protokoll ratifizierte; denn mindestens 55 Unterzeichnerstaaten waren  Voraussetzung. Das Kyoto-Protokoll konnte damit am 16. 2. 2005 in Kraft treten.

Deutschland erreichte sein Reduktionsziel bereits im Jahr 2007, in dem die Treibhausgasemissionen um 22,4 % geringer ausfielen als 1990. Während die Emissionen in Haushalten und im Straßenverkehr schon seit mehreren Jahren rückläufig sind, stiegen die Kohlendioxidemissionen der deutschen Kraftwerke 2007 jedoch an. Insgesamt haben die 40 Industriestaaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, seit der Jahrtausendwende wieder mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen (2,3 %). Nur der Zusammenbruch der Industrie in den Nachfolgestaaten des Ostblocks sorgte dafür, dass alle Kyoto-Staaten zusammen 2006 ihr Reduktionsziel noch erfüllten.
 


Dipl.-Ing. Klaus Jacob schrieb für © wissenmedia GmbH, 2010, einen hervorragenden Artikel betitelt:

Klimaschutz: Eine globale Aufgabe

Der Mensch hat bereits so stark in das weltweite Klimageschehen eingegriffen, dass eine Rückkehr zum vorindustriellen Zustand nicht mehr möglich ist. Es kann jetzt nur noch darum gehen, den Schaden des Klimaexperiments zu begrenzen. Aber auch dafür ist rasches Handeln nötig. Denn selbst wenn es gelingt, die Emission von Kohlendioxid, dem schlimmsten Treibhausgas, auf heutigem Niveau zu stabilisieren, würde die CO2-Konzentration in der Atmosphäre noch länger als hundert Jahre ansteigen. Im Jahr 2050 hätte sie sich gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits verdoppelt, und erst im 21. Jahrhundert würde sich ein neues Gleichgewicht einpendeln. Um die Gefahr zu bannen, das heißt den Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre auf heutigem Niveau zu stabilisieren, müssten die CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte reduziert werden. Auch bei den übrigen Treibhausgasen wäre es unumgänglich, den Rotstift kräftig anzusetzen. Eine Utopie, denn derzeit steigen die Emissionsraten noch immer an, und ein Umschwung zeichnet sich nicht ab.


Solarzellen und Windräder statt Kohle und Öl

Um den Ausstoß an Kohlendioxid herunterzufahren, muss die Weltgemeinschaft vor allem beim Umgang mit Energie umdenken. Statt Erdöl, Erdgas und Kohle zu verfeuern gilt es, regenerative Energiequellen zu erschließen. Ansätze dazu gibt es längst. Wasserkraft spielt schon immer eine große Rolle. Erdwärme und Windkraft sind zwar noch vernachlässigbare Energielieferanten, gewinnen jedoch an Bedeutung. Im Jahr 2003 wurden in der Europäischen Union Windkraftanlagen mit insgesamt 5 381 Megawatt (MW) Leistung neu installiert. Fast die Hälfte davon - nämlich 2 645 Megawatt - wurden in Deutschland aufgebaut (49,1 Prozent). Die Gesamtleistung lag damit Ende 2003 bei 28 401 Megawatt. Im Jahr 2002 waren es noch 23 083 Megawatt. Damit werden rund 2,4 Prozent des gesamten EU-Stromverbrauches durch Windräder gedeckt. Dadurch konnten 39 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart werden. Auch Solarkollektoren, die mithilfe der Sonneneinstrahlung warmes Wasser produzieren, werden immer beliebter.

Die Zukunft gehört freilich der Fotovoltaik. Solarzellen sind zwar noch relativ teuer, doch mit steigenden Produktionsraten werden die Preise purzeln. Bald könnten sie als billiges Massenprodukt gegen fossile Brennstoffe konkurrieren. Ihr Vorteil: Sie verwandeln Sonnenenergie in Strom, ohne der Umwelt zu schaden. Selbst wenn alle 8 bis 10 Milliarden Menschen, die voraussichtlich in 50 Jahren auf der Welt leben werden, ausschließlich Solarenergie nutzen, kommt das Klima nicht aus dem Tritt. Außerdem gibt es Sonnenenergie im Überfluss: Um den gesamten weltweiten Bedarf zu decken, reichen wenige Promille der Sonnenleistung, die auf die Erde einstrahlt.

Sonnenstrom kann man direkt ins Netz speisen oder zum Spalten von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff nutzen. Wasserstoff ist ein potenter Energieträger, der sich sowohl lagern als auch transportieren lässt. Das Gas kann Motoren antreiben, indem es mit Sauerstoff explosiv reagiert. Es vermag aber auch in einer Brennstoffzelle seine chemische Energie in elektrischen Strom umzuwandeln und damit einen Elektromotor zu versorgen. Autohersteller engagieren sich seit Jahren für Brennstoffzellenautos, aus deren Auspuff statt stinkender Abgase nur Wasserdampf quillt. Daimler-Chrysler hat bereits den Prototyp eines solchen Wagens vorgestellt, der eine Spitzengeschwindigkeit von 145 Stundenkilometern erreicht und mit einer Tankfüllung 450 Kilometer weit kommt.


Klimaschutz geht alle an

Wenn die Wende beim Umgang mit der Energie gelingen soll, sind alle gefordert: der Einzelne ebenso wie die Industrie und der Staat. Jeder Bürger kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, etwa indem er sein Haus gegen Wärmeverluste isoliert, um den Verbrauch an Heizenergie zu drosseln, Licht nicht unnötig brennen lässt oder herkömmliche Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt. Er sollte auch seinen Computer und Fernseher ausschalten, anstatt die Geräte im Stand-by-Betrieb laufen zu lassen.

In deutschen Haushalten und Büros werden nach einer Studie des Umweltministeriums 11 Prozent des elektrischen Stroms mit Stand-by-Schaltungen verplempert. Auch automatische Heizkörperventile oder sparsame Kühlschränke helfen, dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Den weitaus größten Beitrag liefert, wer sein Auto stehen lässt und auf öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn umsteigt. Wer ohne Einbußen des gewohnten Lebensstandards zum Klimaschutz beitragen will, ist allerdings auf industrielle Hilfe angewiesen. Sparsame Waschmaschinen oder FCKW-freie Spraydosen kann man nur benutzen, wenn Unternehmen sie entwickeln und auf den Markt bringen. Und erst die rasanten Fortschritte bei der Isolierverglasung machen eine wirksame Wärmedämmung des Eigenheims möglich. Immer mehr Firmen entdecken die Möglichkeiten, die im Ökomarkt stecken. Fertighaushersteller bieten inzwischen sogar Energiesparhäuser zu vertretbaren Preisen an. Vor allem haben die Autobauer den Spritverbrauch ihrer Modelle erheblich gesenkt und den Schadstoffausstoß reduziert. Volkswagen wirbt sogar mit einem Drei-Liter-Auto, einem Lupo 3L mit einem 61 PS starken Dieselmotor und einer Spitzengeschwindigkeit von 165 Stundenkilometern (Produktion inzwischen eingestellt).

Die Industrie lässt sich auf den Umweltschutz freilich nur ein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Wie im Fall der Ölkrise in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts: Als der Rohölpreis kräftig anzog, war Energiesparen bei den Bürgern plötzlich gefragt. Meist sind es nicht arabische Ölscheichs, die ökologische Weichen stellen, sondern staatliche Vorgaben. Mit Subventionen und Steuerabgaben übt der Staat Druck aus und gibt Richtungen vor. So forciert er seit Jahren mit Steuererleichterungen die Entwicklung schadstoffarmer Motoren oder reduziert mit verbindlichen Grenzwerten den Schadstoffausstoß von Kraftwerken. Das Energieeinspeisungsgesetz von 1991 etwa führte dazu, dass Deutschland heute eine führende Rolle bei der Windenergietechnologie einnimmt.

Doch längst nicht alle staatlichen Weichen sind auf Klimaschutz gestellt. Deutschland etwa subventioniert die Kohleproduktion jedes Jahr mit vielen Milliarden Mark, obwohl gerade dieser Brennstoff stark zum Treibhauseffekt beiträgt. Auch ist in den meisten Ländern Flugbenzin von der Steuer befreit, obwohl Düsenjets besonders auf Kurzstrecken extrem viel Kerosin benötigen und damit vergleichsweise viel Kohlendioxid freisetzen.


Klimaschutz ist eine globale Aufgabe

Einzelne Länder können zwar Zeichen setzen, aber sie können die Klimaschraube aus eigener Kraft nicht zurückdrehen. Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, denn Luftverschmutzung und Treibhausgase kennen keine Grenzen. Wenn jeder US-Amerikaner Jahr für Jahr 20 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst, 30-mal so viel wie ein Indonesier, bekommt auch der Afrikaner die klimatischen Folgen zu spüren. Und wenn in Brasilien der Regenwald brennt, steigen auch in Deutschland die Temperaturen. Für einen wirksamen Klimaschutz sind internationale Vereinbarungen nötig. Doch 200 Staaten mit ihren unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen gehört zu den schwierigsten diplomatischen Kunststücken. Dass sich die Mühe lohnt, zeigt der Kampf gegen das Ozonloch. Das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht von 1987, das 1990 und 1992 verschärft wurde, untersagt den Industrienationen die Produktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen. Seitdem sind die FCKW-Emissionen um mehr als zwei Drittel gesunken.

Wenn es um Treibhausgase geht, fällt es allerdings wesentlich schwerer, das Ruder herumzureißen. Während sich Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die schlimmsten Ozonkiller, relativ leicht durch andere chemische Substanzen ersetzen lassen (teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffe [HFCKW]), rührt man beim Kohlendioxid am Fundament der Industrienationen. Um die CO2-Emissionen zu reduzieren, muss eine ganze Gesellschaft umdenken lernen.

Doch ein Anfang ist gemacht. Die weltweite Koordination in Sachen Treibhauseffekt begann 1988, als das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environmental Programme, UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ins Leben riefen. Die überstaatliche Organisation, die alle verfügbaren Informationen über den Klimawandel bündelt, arrivierte rasch zum anerkannten Treibhauswächter. Schon ihr erster Bericht, 1990 herausgegeben, fand ein lautes Medienecho. Er leistete die Vorarbeit für die Klimarahmenkonvention, die 1992 auf dem »Erdgipfel« in Rio von 155 Nationen unterschrieben wurde.


Interessengruppen formieren sich

Diese Konvention, der erste große Baustein für ein nachhaltiges Wirtschaften, war zwar in ihren Formulierungen äußerst allgemein gehalten, doch sie gab die Richtung vor. Demnach soll die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau stabilisiert werden, das Ökosysteme (>hier< mehr), Landwirtschaft und Menschen nicht länger bedroht. Die Vertragsstaaten treffen sich seitdem regelmäßig, um die Grundsätze auf eine Weise umzusetzen, die alle akzeptieren können. Dabei formierten sich rasch einzelne Interessengruppen. Nationen etwa mit reichen Lagerstätten an fossilen Brennstoffen bremsen vertragliche Bemühungen stets ab, um ihre Wirtschaft nicht zu gefährden. Zu ihnen zählen vor allem die Erdöl exportierenden Staaten (Organization of Petroleum Exporting Countries, OPEC), aber auch die Länder USA, Russland und China, in denen mehr als die Hälfte der weltweiten Kohlevorräte lagern. Die US-Amerikaner, die bislang nach Belieben Energie verbrauchen und jedes Jahr die gigantische Menge von 4700 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft blasen, fürchten besonders um die Qualität ihres Lebensstandards. Mit dieser Sorge hat der ehemalige Präsident George Bush 1992 in Rio argumentiert und die Klimaschützer damit in die Schranken gewiesen.

Der mächtigen Allianz dieser Nationen stehen vor allem die kleinen Inselstaaten (Alliance of Small Island States, AOSIS) gegenüber, die eine Überflutung ihrer Territorien befürchten. Ein steigender Meeresspiegel könnte viele der Eilande, die teilweise nur wenige Dezimeter über dem Meer liegen, vernichten. Die AOSIS-Staaten schlugen deshalb 1995 vor, dass die Industrieländer ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2005 um 20 Prozent gegenüber 1990 reduzieren sollten. Rund 20 Länder unterstützten den Vorstoß, darunter auch Bangladesh, das oft von Wirbelstürmen und Überschwemmungen heimgesucht wird, und Ägypten, dessen Nildelta zu versinken droht. Doch die Öl- und Kohlelobby konnte ihre Interessen durchsetzen.

Widerstand gegen ökologische Fortschritte leisten auch die Entwicklungsländer, die sich von Klimaschützern nicht ihr wirtschaftliches Wachstum beschneiden lassen wollen. Sie fürchten teure Verpflichtungen, die sie mit ihrer Unterschrift unter ein Abkommen eingehen müssten. Sie wollen nicht unter den vertraglichen Bestimmungen leiden, da sie wegen ihrer ökonomischen Defizite derzeit noch relativ wenig Kohlendioxid in die Atmosphäre emittieren. Ihrer Ansicht nach sollen erst einmal die Hauptverursacher der irdischen Treibhausglocke, die Industrienationen, ihren Schadstoffausstoß herunterfahren. Allerdings tragen auch viele arme Länder zum Treibhauseffekt bei, indem sie beispielsweise ihre Wälder roden.

Alle Interessengruppen einigten sich 1997 in Kyoto auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Das Protokoll von Kyoto gilt als Durchbruch, weil es erstmals Nationen zu konkreten Schritten für den Klimaschutz verpflichtet. Die Industrienationen müssen danach bis zum Jahr 2010 ihren Treibhausgasausstoß im Mittel um 5,2 Prozent gegenüber 1990 verringern. Für die Länder der europäischen Union sind es 8 Prozent, für die USA 7 Prozent, für Japan und Kanada 6 Prozent. Entwicklungsländer kommen ohne Reduktionen davon. Zu den indizierten Treibhausgasen zählen neben Kohlendioxid auch Gase wie

Methan (brennbares Gas),

Distickstoffoxid (das Narkosemittel "Lachgas"),

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (verwendet als Kältemittel, Treibgas in Sprühdosen - inzwischen verboten, hydraulische Flüssigkeiten, Schmiermittel, Rohstoffe für hoch beständige Kunststoffe)

     und

Schwefelhexafluorid (ein Isolierstoff für die Elektroindustrie),

die im Verhältnis zu ihrer Klimawirksamkeit angerechnet werden. Das Protokoll von Kyoto sieht auch den Handel mit Emissionsrechten vor, ohne allerdings die Vorgehensweise zu regeln. Die USA könnten beispielsweise, wenn sie ihre zugesicherte Zielvorgabe verfehlen, von den Russen Emissionsrechte kaufen, deren CO2-Emissionen ohnehin seit dem Ende des Kaltes Krieges um 25 Prozent gesunken sind. Außerdem steht es den Ländern frei, sich die Aufforstung von ihren Wäldern als Kohlendioxidreduktion anrechnen zu lassen. Allerdings fehlen auch dafür noch konkrete Regeln. Die Vereinbarung geht zwar nicht weit genug, um das Treibhausproblem zu lösen, aber sie ist ein erster Schritt zum Klimaschutz.

Im Februar 2005 trat das Protokoll in Kraft. Nachdem Russland Ende Oktober 2004 ratifiziert hatte, war die Schwelle für das Inkrafttreten erreicht: Das KP tritt nämlich dann in Kraft, wenn mindestens 55 Staaten, auf die mindestens 55 % der CO2-Emissionen der Annex I-Staaten (Industrieländer) nach dem Stand von 1990 entfallen, den Vertrag ratifiziert haben. Mehr als 150 Staaten beabsichtigen die Ratifizierung, 141 Staaten haben bereits ratifiziert. Die Mitgliedstaaten der EU haben 2002 ihre Ratifikationsurkunden hinterlegt. Von den Industrieländern beabsichtigen lediglich die USA und Australien, nicht zu ratifizieren. Australien will allerdings seine Emissionen freiwillig so weit reduzieren, als hätte es das Kyoto Protokoll ratifiziert.

Bemerkungen:
In obigem Artikel fehlt ein Hinweis auf den klima-beeinflussenden Wasserdampf. Der Einfluss ist jedoch kaum erforscht (und erforschbar). Die in Klammern gesetzten und klein gedruckten Erklärungen sind nachgetragen worden.


Ökosystem

ist das Zusammenspiel zwischen Lebewesen verschiedener Arten und ihrem Lebensraum. Die Sonne liefert für die Struktur und die Funktion des Systems die Energie (das Klima). Die Pflanzen (v. a. grüne) sind die den Produzenten. von denen primär Mensch und Tier leben als Konsumenten.  Bakterien, Pilze und bodenbewohnende Tiere (Regenwürmer z.B.) zerlegen die abgestorbenen organischen Substanzen (der Pflanzen und von anderen Lebewesen) in einfache anorganische Verbindungen als  Reduzenten (lateinisch reducere »zurückführen«], auch Destruenten [destruere = niedermachen, zerstören] genannt, um damit den Produzenten neue Nährstoffe zu liefern.
Ökosysteme (in Form von Laubwald, Wattenmeer, Sandwüsten usw.) sind offene Systeme. Die natürlichen Stoffkreisläufe in einem Ökosystem sind ausgeglichen, sodass sich ein dynamisches Gleichgewicht, ein Fließgleichgewicht, einstellt. Die im System vorhanden Stoffmenge bleibt konstant, wenn der Mensch nicht eingreift (Abbau von Torf, Humusboden) und damit durch seine Änderung einzelner Komponenten die Balance empfindlich stören (z. B. Überdüngung von Gewässern) und, da Ökosysteme immer in Beziehung zueinander stehen, auch das Gleichgewicht benachbarter Ökosysteme beeinflusst.

Dazu ein Diagramm:

Energie

 

 

 

 

 

 

Produzenten

 

 

 

Konsumenten

 

 

 

 

Reduzenten

Destruenten

 

 

 

 

Nährstoffe

 

                                        Sonne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

              

Co2 der Luft               Humusstoffe            Mineralsalze

                                                                      des Bodens

 

Ein noch detaillierteres Bild, das auch die Rückwirkungen (z.B. auf das Klima) zeigen :


Die Glieder eines Ökosystems: Strukturell baut sich jedes ökologische System aus folgenden Hauptbestandteilen auf:
1. Abiotische Bestandteile: Sie umfassen alle Komponenten der unbelebten Umwelt, also Klima, Boden, Wasser, Höhenlage und andere topographische Gegebenheiten.
2. Biotische Bestandteile: Sie gliedern sich in die Erzeuger, Verbraucher und Zerleger. Erzeuger oder Produzenten, am Anfang der Kette, sind grüne Pflanzen, die durch die --- > Photosynthese organische Substanz aufbauen (= autotrophe Organismen); Verbraucher oder Konsumenten sind Tiere und Menschen, die organische Substanz zum Leben benötigen (= heterotrophe Organismen); als Zerleger oder Reduzenten am Ende der Kette wirken Bakterien und Pilze, die tote Organismen zu abiotischen Grundelementen abbauen. Diese werden wiederum von Produzenten benötigt.

 

Ein Ökosystem ist Bestandteil der Forschung innerhalb der Ökologie, die sich wissenschaftlich beschäftigt mit

1. der Struktur der Natur und

2. deren Funktion.

Sie untersucht

3. die Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Tieren untereinander und setzt

4. diese in Beziehung zur unbelebten Umwelt.

Erforscht werden: Protoplasma (das Innere) und Zytoplasma (das Äußere von Zellen): Also Zellen selbst – Gewebe – Organe –Organsysteme – Organismen – Populationen – Lebensgemeinschaften (= Biozönosen) – Ökosysteme – Biosphäre (= Gesamtheit der mit Lebewesen besiedelten Schichten der Erde: Atmo- [Luft], Hydro- [Gewässer, Boden-, Grundwasser, Gletschereis und Wasserdampf in der Atmosphäre] und Pedosphäre [die etwa 5m tiefe Bodenschicht, in der z.B. Regenwürmer neben anderen Lebewesen leben]).

Der Begriff Population (die Gesamtheit der Artangehörigen eines Standorts) umfasst Gruppen von Individuen jeder Organismenart. Die Lebensgemeinschaft (= Biozönose) und die unbelebte Umwelt (das Biotop) beeinflussen sich gegenseitig und bilden ein ökologisches System, das Ökosystem, z. B. Teich, Wald. Die ökosysteme der Erde, also der von Lebewesen bewohnte Boden, die Luft und das Wasser, werden als Biosphäre bezeichnet. In einem Ökosystem sind in ihrer Struktur sehr verschiedene Organismen nach bestimmten Gesetzen funktionell miteinander verbunden.

Die Hauptökosysteme sind nachfolgende:

Meere, Ströme und Flüsse, Flussmündungen und Meeresküsten, Seen und Teiche, Sümpfe und Moore, Wälder, Graslandschaften, Steppen, Tundren, Wüsten.
 
Da der Mensch heute nicht mehr existieren kann, ohne in die natürlichen Abläufe der Ökosysteme einzugreifen, ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Landschaften, in denen die natürlichen Kreisläufe funktionieren, von größter Bedeutung für das Überleben des Menschen. Das ist auch in unseren dichtbesiedelten und wirtschaftlich überstark genutzten Ländern durch ein Gitternetz »ökologischer Zellen« möglich. Das sind meist kleinräumige Landschaftsteile (Hecken, Feldraine, Tümpel, Ödlandflächen u. ä.), die sich durch eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt auszeichnen und Rückzugsgebiete für anderwärts vom Aussterben bedrohte Individuen darstellen. Sie spiegeln ein Bild des gesamten Lebensraumes wider und dienen als Bioindikatoren, die auf Gefahren für das ökologische Potential einer wirtschaftlich genutzten Landschaft hinweisen. Beispiel Bild des kleinen Gartens des Autors dieses Internetbuches, in dem jede Menge Spatzen, sogar Distelfinken, Igel, Insekten jeder Art, Schnecken jeder Art usw. zu finden sind. Da Gras ganz selten geschnitten wird, wenn schon, dann nur Schneisenartig, hält sich die Feuchtigkeit und damit die "grüne Farbe".

Fälle sind bekannt, die zeigen, dass die Störung des biologischen Gleichgewichts nicht mehr behoben werden konnte, z. B. im Copperhill-Becken in Ost-Tennessee (USA). Durch den giftigen Rauch von Schmelzöfen wurden alle Wälder in weitem Umkreis vernichtet. Trotz verschiedener Versuche, das wüstenhafte Gebiet wieder aufzuforsten, konnten keine Erfolge erzielt werden. Auch durch den Siedlungsbau sowie durch die Anlage von Straßen und Flugplätzen werden natürliche Ökosysteme verändert, z. T. zerstört. Jeder Eingriff in die Ökosysteme müsste daher sehr sorgfältig überlegt werden. Aber die Gier der Investoren lässt es oft nicht zu, siehe Buch unten.

>Hier< zur Seite "Umweltzerstörungen" mit einigen erschreckenden Bildern - insbesondere am Seitenende.

Bei  (c) wissenmedia GmbH, 2010 finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:

Ökologie: Populationen und Biozönosen

Ökosystem: Struktur der Nahrungsbeziehungen

                   Stoffkreisläufe und Nährstoffhaushalt

Ökosystem: Störungen und Regulation

Wald: Der Laubmischwald als Beispiel für ein Ökosystem

Für die Ausarbeitung des Seitenanteils zum Ökosystem (Ökologie) wurde "Abiturwissen - Biologie" aus dem Weltbild-Verlag (ISBN 3-89350-164-9) zu Hilfe genommen.


"Umweltschutz, ein gedeihliches Miteinander in sozialem Bewusstsein und Tierschutz ein islamische Anliegen".

Wer sich obige Bilder aus der islamischen Welt angeschaut hat, der sollte einiges wissen, was der Koran - das mächtigste Buch der Welt bezüglich menschlicher Verhaltensregeln - zur "Umweltzerstörung", insbesondere in der islamischen Welt sagt:

"Aus muslimischer Sicht ist die Welt nicht umsonst erschaffen. Gottes Schöpfung ist mit einem bestimmten Sinn versehen. Zu allererst ist sie Zeichen der Herrlichkeit und Allmacht des Schöpfers. Die gesamte Schöpfung ist ein in sich geschlossenes System, das von Gott, dem Herrn der Welten, erhalten wird und von Ihm abhängig ist. Alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist, gehört Allah, kann man dem Koran entnehmen (Sura 42:4)," so sprach die Frauenbeauftragte (der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich) Andrea Saleh an der Evangelischen Akademie (im November 2003, welcher? wo?) zum Thema: "Der Mensch ist als von Gott eingesetzter "Statthalter auf Erden" aufgefordert, diesen (Herrscher-)Auftrag verantwortungsvoll wahrzunehmen."

Weiter aus der Ansprache: "Im Koran wird der Mensch als „khalifa“ bezeichnet, was soviel wie Stellvertreter oder Statthalter bedeutet. Aus dieser Stellung ergibt sich Verantwortlichkeit. Die Schöpfung ist dem Menschen nur anvertraut, damit er daraus Nutzen ziehen kann, dies aber nicht ohne Bedingungen oder gar zur grenzenlosen Ausbeutung.

Im Koran steht:

(31:20) »Hast du nicht gesehen, dass Gott alles, was auf der Erde ist, in euren Dienst gestellt hat ...« oder in
(45:13) »Und (Er) hat euch zu Nutzen gegeben, was in den Himmeln und was auf der Erde ist, alles insgesamt von Ihm. Hierin sind bestimmt Zeichen für Leute, die nachdenken.«

In Sura 18:7:

»Wir haben ja, was auf der Erde ist, als Schmuck für sie (die Menschen) gemacht, damit Wir sie prüfen, welcher von ihnen am besten handelt.«

Gott der Herr, dem die Schöpfung gehört, hat also diese dem Menschen anvertraut und der Mensch ist Ihm gegenüber für den Umgang mit der Schöpfung verantwortlich und schuldet Seinem Herrn Rechenschaft.

An vielen Stellen des Koran wird der Mensch im Hinblick auf diese Rechenschaft gewarnt. Er wird Gutes oder Schlechtes, das er getan hat - und sei es nur "im Gewicht eines Stäubchens« (Sura 99:7,8 »Und wer nur um eines Stäubchens Gewicht Gutes tat, er wird es schauen. - »und wer auch nur soviel, wie eine Ameise wiegt, Böses setzte, der soll es gleichfalls sehen«) - so die koranische Diktion, dereinst sehen.

In Sure 7:56 wird der Mensch gewarnt, Unheil auf Erden anzurichten, nachdem Gott dort alles - wie es heißt - »bestens geordnet« hat. »... und stiftet kein Unheil auf der Erde, nachdem dort alles bestens geordnet ist.«

(67:30) »Sag: Wenn ihr eines Morgens seht, dass all euer Wasser versiegt ist, wer gibt euch dann Wasserquellen?«

In diesem Vers wird nicht nur ein Nachdenken über die Gnade Gottes angeregt, mit der Er die Menschen mit Wasser versorgt, sondern auch die ganz aktuelle Problematik des sinkenden Grundwasserspiegels angesprochen. Der Koran spricht auch zahlreiche alarmierende Schilderungen dessen an, was sich derzeit auf dem Umweltsektor abspielt. Neben dem Absinken des Grundwasserspiegels ein anderes Beispiel dafür ist die Erwähnung des Phänomens des sauren Regens in der 56. Sure, Vers 68-70:

»Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt? Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersendet, oder sind nicht Wir es, die es niedersenden? Wollten Wir, so könnten Wir es sauer machen. Warum also dankt ihr Mir nicht?«

Ein Beispiel von vielen aus dem Koran: »Und Er ist es, der wachsen lässt Gärten mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere und die Palmen und das Korn,.... dessen Speise verschieden ist, und die Oliven und die Granatäpfel, einander gleich und ungleich: Esst von ihrer Frucht, so sie Frucht tragen und gebt die Gebühr davon am Tag der Ernte, und seid nicht verschwenderisch, siehe Er (Allah) liebt nicht die Verschwender.« (6:141)"  


Es tut mir leid, Frau Saleh, außer so einigen, meines Erachtens an den Haaren herbeigezogenen Interpretationsversuchen - wie so oft bei Koranzitaten - sollte sich jeder selbst einen Eindruck von Ihren Ausführungen verschaffen und diese lesen auf der "islamischen" Web-Seite

http://www.derislam.at/islam.php?name=Themen&pa=showpage&pid=98 ).

 

Ich interpretiere die "Frommen Sprüche" eher so: Gott und Allah haben mehr oder weniger gefordert:

Macht euch die Erde untertan,

was zu der tatsächlichen Interpretation und den von jedermann zu sehenden Tatsachen geführt hat:

Umwelt-, Klima- und Tierschutz sind Gotteslästerung"

Walter Rath, Oktober 2011


Wilfried Bommert: Nahrung als Spekulationsobjekt - Kein Brot für die Welt? War Interviewthema mit dem Publizisten am 22.4.2011 im Deutschland-Radio. Einige wenige Stichworte:

Von den zur Zeit 7 Milliarden Menschen auf der Welt hungern 1 Milliarde und eine weitere Milliarde sind vom Hunger bedroht.

Die Ackerfläche reicht kaum noch aus, die Menschen zu ernähren. Große Flächen sind unbrauchbar, andere werden für sogenannte regenerierende Pflanzen zur Brennstoffgewinnung genutzt.

1/4 der Ackerfläche ist im Besitz von Großfirmen.

Finanzinvestoren verscherbeln Ackerland (so wie ganze Länder, die in den Ruin getrieben werden. (Anmerkung: W.Rath)

Wilfried Bommert
Unter Mitarbeit von
Sabine Jacobs
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-50108-5
Verlag: Riemann

Bommert erklärt auf seiner Home-Page:

Noch sind unsere Lebensmittelmärkte gut bestückt, aber die globalen Getreide- und Reisreserven sind bereits aufgebraucht. Kehrt der Hunger in die Welt zurück?

Angesichts wohl gefüllter Regale in unseren Supermärkten kaum vorstellbar, aber die Zeiten einer gesicherten Welternährung gehen zu Ende. Seit zwei Jahren explodieren die Preise für Reis, Mais und Weizen. Allein in den letzten sechs Monaten haben sie sich verdoppelt. In Asien reichte das Haushaltsgeld 2006 noch für drei Säcke Reis, heute reicht es kaum noch für einen. In China und Australien verdorren ganze Landstriche aufgrund der Klimaveränderung. In Indonesien und Malaysia riefen die Regierungen zur Rationierung auf. Bis jetzt wirkt sich die herannahende Katastrophe vor allem auf die armen Länder aus. Doch wenn die reichen Industrieländer abwarten, bis die Auswirkungen bei ihnen ankommen, wird es zu spät sein.

Durch Klimawandel, Verlust der Bodenfruchtbarkeit, durch industrielle Monokultur und die Anfälligkeit der Gentech-Pflanzen kehrt der Hunger in die Welt zurück. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte könnte ein Gau der Welternährung auf uns zukommen, der einem apokalyptischen Szenario gleichkommt. In dieser Situation bleibt nur eine Notbremsung, die die Priorität der Welternährung auch gegenüber den Interessen der Weltkonzerne durchsetzen muss. Eine radikale Herausforderung, bei der der Menschheit die Zeit davonläuft.

Die heraufziehende Welternährungskrise entwickelt sich neben dem Klimawandel zu einer der großen globalen Bedrohungen dieses Jahrhunderts.