
bisher nur bekannt als vertikale Weitergabe,
aber
es ging und geht auch horizontal
>Hier< ist eine Webseite über
Lebensformen (Einzeller, Pilze, Pflanzen).
>Hier<, auf dieser Seite, mehr zur
Evolution, der Unwahrscheinlichkeit,
noch einmal Menschen wie wir im Weltall zu finden und
Vorstellungen,
den markwirtschaftlich darwinistischen Überlebenskampf zu
imitieren
Einstein ist für die Physik wie
Woese für die Evolution
Im
Vergleich zu Darwin ist Woese (1928 geboren - >hier<
mehr über sein Leben) allgemein bei seinem Mitmenschen
fast völlig unbekannt. Dabei fand er heraus, dass Charles Robert Darwin
(im April 1882 gestorben) nur für die letzten dreieinhalb Milliarden
Jahre der Existenz der Erde Recht hatte; denn zu Beginn des Lebens tauschten die Organismen ihre
Gene in der irdischen "Ursuppe" frei mit ihren Nachbarn aus
- horizontaler
Gentransfer genannt -, ohne dass es dabei zu einer Artbildung gekommen wäre. Dieser freie Austausch genetischer
Innovationen war die treibende Kraft der frühen Zell-Evolution.
Mit wachsender Komplexität der Organismen wurde dieser
horizontale Gentransfer immer schwieriger und die Gene konnten
nicht mehr so leicht an die in der Nachbarschaft lebenden Organismen
weitergegeben werden, sondern vorwiegend an ihre Nachkommen - vertikaler
Gentransfer - (d.h. zeitlich nach unten). Die Grenze, bei der die Evolution über Mutationen
und Selektion vorherrscht, hat Carl Woese die "Darwinsche
Schwelle" genannt. Damit nimmt Woese Abschied von Darwins
"Prinzip der gemeinsamen Abstammung", welches besagt, dass das
Leben mit einer Urzelle begann.
Über die Entdeckungen von Woese, die
eine ziemlich unerwartete Ergänzung der Evolutionstheorie bedeutet, existieren
bisher nur einige Aufsätze in Fachzeitschriften. Dabei ist er mit seinen
Forschungen gleich zu setzen mit Albert Einstein, der mit seiner Erkenntnis von
der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie, sowie der Gleichsetzung von
Materie und Energie den Horizont der Physik erweitert hat (erst dann von
Bedeutung, wenn man unsere tägliche physikalische Umgebung verlässt, daher
Erweiterung" und nicht Revolution, wie viele sagen).
2009:
Zweihundert Jahre nach seiner Geburt wurde Charles Robert Darwin zum "Medienstar",
und seine
Evolutionstheorie wird gefeiert. Und völlig ohne mediale Beachtung feierte Carl R. Woese
2008 seinen 80.
Geburtstag. Den größten Teil seines Lebens hat er sich mit der Biochemie von
primitiven Einzellern beschäftigt und dabei Entdeckungen überraschende gemacht, die
aber bislang nur von seinen Forscherkollegen für spektakulär gehalten werden. Die
heute anerkannte Taxonomie (Einteilung in Klassen) der Prokaryonten
(auch Akaryobionten*, sind Organismen ohne echten Zellkern:
Archaebakterien**, Bakterien, Cyanobakterien) ist sein Werk.
* Karyon = Zellkren
(griechisch)
** Urbakterien: deren Wände enthalten keine (Stützsubstanz
und ihre Membranen sind gegen chemisch-physikalische Einflüsse widerstandsfähig
sowie durch Antibiotika nicht angreifbar.
Es bleibt gerne unbeachtet, dass
Einzeller biochemisch weit komplexer sind , als man bei einem noch so stark
prüfenden Blick durch ein Mikroskop annehmen
könnte. Doch sind deren chemische Stoffwechselprozesse ziemlich genauso
unterschiedlich wie bei Tieren und Pflanzen. Die Einzeller sind fremdartig, ungewöhnlich und
oft noch völlig unbekannt (d.h. exotisch).
Genforscher suchen nach Abweichungen
von einer Art zur anderen, und je größer diese Abweichungen sind, "desto weiter
in der Vergangenheit lebte der letzte gemeinsame Vorfahre von zwei heutigen
Arten... Vor rund
dreieinhalb Milliarden Jahren lebten die Urahnen der heutigen Bakterien, der Archaeabakterien
(Erklärung oben) und der Eukaryonten.
Als Woese versuchte, die
Verwandtschaftsverhältnisse unter Einzellern (den Exoten) genauer zu
klären, als man bisher angenommen hatte, machte er überraschenden
Entdeckungen: Zwei Mikroorganismen können sich berühren, um über einen Kanal
in ihrer Zellwand frei ihre Gene auszutauschen, wie beim Sex, nur dass man nicht
erst auf das Heranwachsen der nächsten Generation warten muss, um den Erfolg der
neuen Genmischung zu sehen.
Ulrich Kühne schreibt in einem sehr ausführlichen Artikel in einer Ausgabe der
Wochenzeitung "Freitag" im Februar 2009: "Wie Sex von so entgrenzter Innigkeit, dass die
Geschlechtspartner schon ihre aktiven Gene mischen, nicht bloß die, die sie
vererben", sondern alle.
Das wird als horizontaler Gentransfer bezeichnet, eine völlig neue
Entdeckung. Dieser horizontale Gentransfer ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass sich
Medikamentenresistenzen so schnell unter Krankheitserregern verbreiten. Hätten
die Erreger der Tuberkulose nur die Möglichkeit, sich darwinistisch
weiterzuentwickeln, wären sie dank Penizillin längst ausgerottet worden. Aber Mycobacterium tuberculosis besitzt leider noch in geringem Maße eine Fähigkeit,
die nach Woese sämtliche Lebewesen auf der frühen Erde hatten: sich frei und
über Artengrenzen hinweg aus dem Genpool ihrer Artgenossen zu bedienen.
Betrachtet man den horizontalen Gentransfer, dann war in der frühen
Evolution des Lebens auf der Erde der Art-Begriff nicht mehr anwendbar; denn Gene sind damals frei zwischen den verschiedenen Individuen
ausgetauscht worden. Eine
einmal entstandene Mutation, die in einer Nische von Vorteil war, beispielsweise
ein neuer Stoffwechselprozess, der neue Energiequellen der Umwelt aufschließt,
hat sich dank horizontalem Gentransfer sofort unter allen Individuen verbreitet.
Etwas kompliziertere Lebewesen als die Einzelle vermehrten sich durch Zellteilung.
Dann entstand viel später in der
Evolution die sexuelle Fortpflanzung mit zwei Eltern pro Nachkommen. In
beiden Fällen - der Zellteilung und der sexuellen Fortpflanzung - erfolgt
die Weitergabe der Erbanlangen vertikal von Vorfahren auf
Nachkommen - einschließlich von gelegentlichen Variationen, den genetischen
Mutationen.
Ulrich Kühne schreibt: "Darwins Verdienst war es, einen Mechanismus
zu beschreiben, wie aus seltenen und rein zufälligen Variationen eine
Entwicklung in Richtung zunehmend ausdifferenzierter und angepasster Arten
entstehen kann. Kernbegriffe sind dabei „Nachkommensüberschuss" und „natürliche
Selektion": Wenn die Eltern in der Regel weit mehr Nachkommen produzieren als
später überleben und selbst wieder Nachkommen haben, dann werden nicht alle
Variationen der elterlichen Erbanlagen in späteren Generationen fortbestehen.
Die Auswahl der überlebenden Merkmalsvariationen unter den Nachkommen nannte
Darwin survival of the fittest (Überleben des am besten
angepassten). Die natürliche Umwelt übernimmt die Rolle eines Züchters, der
unangepasste Nachkommen ausselektiert. In emotionsloser Grausamkeit entfaltet
sich die darwinistische Evolution."
Ulrich Kühne geht, wie folgt, näher auf die "emotionslose Grausamkeit" der Natur
ein: "Die Natur kümmert sich nicht darum, was wir über sie denken. Das am weitesten
verbreitete Missverständnis des Darwinismus wird von der Philosophie
naturalistischer Fehlschluss genannt - der Schluss vom Sein auf das Sollen;
von der Tatsachenfeststellung, dass die Natur bestimmten Gesetzen unterworfen
ist, auf die Behauptung, dass diese Gesetze für unsere menschlichen und
moralischen Belange erstrebenswert seien. Gegen den naturalistischen Fehlschluss
spricht nicht nur, dass er die Freiheit und Verantwortung, unsere Lebensumstände
nach unseren eigenen, besten Maßstäben zu gestalten, leugnet, sondern auch ein
pragmatischer Einwand: Keine der Behauptungen über die Natur, auf die sich das
Naturrecht je berufen hat, ist immun gegen den wissenschaftlichen Fortschritt."
Carl R. Woese, am 15. Juli 1928 in Syracuse,
im US-Bundesstaat New York geboren, promovierte in Yale* und ist
seit 1964 Professor an der Universität von Illinois in Urbana-Champaign. Sein revolutionärer Beitrag zur
Evolutionstheorie steht in einer langen Reihe von
Forschungsarbeiten aus den Bereichen Biophysik,
Molekularbiologie und Genetik, unter anderem auch über die
Chemie der Ursuppe und die Entstehung der ersten Lebensformen.
Ausgezeichnet wurde Woese unter anderem mit der Leeuwenhoek**-Medaille 1992, die als höchste Ehre im Feld der Mikrobiologie
nur alle zehn Jahre vergeben wird, und 2003 mit dem Crafoord***-Preis der Schwedischen Akademie der Wissenschaften für
die wichtigste Grundlagenforschung in all denjenigen
Disziplinen, die der Nobelpreis
nicht abdeckt.
* benannt nach dem Kaufmann und britischer
Gouverneur von Madras, Elihu Yale (1649 -1721). Yale ist
die drittälteste, aber eine der führenden (privaten)
Universitäten der USA mit Sitz in New Haven (Connecticut)
** Der niederländische Naturforscher Antoni van
Leeuwenhoek (gestorben 1723) entdeckte mit selbst gebautem
Mikroskop die Welt der Bakterien, Blutkörperchen bis hinzu
Spermien.
*** von dem schwedischen Unternehmerehepaar
Holger und Anna-Greta Crafoord gestiftet und seit 1988
verliehen.
Einiges mehr bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Woese oder direkt zur Webseite von Woese
unter
http://mcb.illinois.edu/faculty/profile/1204

Einige Gedanken zu der
Ergänzung in der Evolution durch Karl R. Woese, z.B.: „Eine Gesellschaft, die aus Biologie eine Ingenieurswissenschaft macht, die
die Welt verändert, ohne sie zu verstehen, kann zu einer Gefahr für sich
selbst werden!"
Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass die Entstehung und
Ausdifferenzierung der Tier- und Pflanzenarten durch den von Darwin
beschriebenen Mechanismus stattgefunden hat. Das ist heute (nahezu)
unbestritten. Dieser Mechanismus ist völlig wertfrei, völlig absichtsfrei und
beruht auf völlig zufälligen Gesetzmäßigkeiten, die mit größter
Wahrscheinlichkeit kein zweites Mal mit denselben Ergebnissen im gesamten
Weltall existieren kann; denn Voraussetzung wäre (sehr grob aufgezählt)
- gleiche Größe der Sonne, mit
deren unvorhersehbaren Aktivitäten und mit gleichem Abstand von unserer Erde
- gleiche Größe der Erde und des Mondes in Relation von
Größe und jeweiligem Abstand,
- genau gleiche Erdzusammensetzung (Verteilung und Menge der Atome aus dem
periodischen System der Elemente), insbesondere gleiche Boden-, Wasser- und
Luftzusammensetzung; Magnetfeld als ein
lebenswichtiger Schutz gegen
kosmische und auch terrestrische Strahlung,
das bedeutet:
-
gleiche zeitliche Art und Entfernung von Sternexplosionen in anderen Sonnensystemen unserer
Milchstraße (wegen genau der gleichen Verteilung
der chemischen Elemente auf der Erde).
Ferner ist von Wichtigkeit:
- zeitgleiche Art und Intensität der Katastrophen durch
Beschuss aus dem Weltall mit u.a. dem zeitlich gleichen Aussterben der Dinos
-
gleiche Anordnung von Meeren und Land (mit Landverschiebungen),
-
gleiche klimatischen Bedingungen - also gleich Temperaturen, Verteilung von Wind
(Stärke und Richtungen) Regen und Sonnenschein,
- gleiches Temperaturgefälle zwischen
den Polen und dem Äquator,
- gleiche Gezeiten, also gleich
großer Mond in gleichem Abstand zur Erde
und schließlich
- eine entsprechende genetische Entwicklung
zur Menschheit aufgrund von zufälligen Mutationen, nach Wanderungsbewegungen von
vormenschlichen Lebewesen
und mehr noch alles in allem
- tausende Variablen mehr (mit unterschiedlich nötigem zeitlichen Auftreten,
dazu gleicher Intensität usw.).
Ergebnis: eine zweite, nicht einmal sehr ähnliche "Natur" wird es höchst
unwahrscheinlich im gesamten Weltall geben!
Die
"Natur" kennt keine Begriffe wie gut, böse, Ethik,
Moral, Mitleid, Hilfsbereitschaft, Rechte, Pflichten - fast ausschließlich
einzig und allein von (wenigen Mit-)Menschen "erfunden", aber inzwischen
weitgehend klar definiert und teilweise in Konventionen (Übereinkünften)
anerkannt, ja in vielen Fällen sogar als Gesetze erlassen. (Beispielsweise ist
unterlassene Hilfeleistung strafbar.)
Töten ist nach menschlichen - genauer gesagt, zumindest deutschen Gesetzbüchern
das als das schlimmste Verbrechen (Straftat, die im Gegensatz zum Vergehen)
anzusehen, insbesondere wenn es sich um Mord, der vorsätzlichen Tötung handelt,
wie z.B. aus reiner Mordlust - aber auf die Jagd gehen ist kein Mord, ebenfalls
nicht die vorsätzliche Tötung im Schlachthaus. Im Tierreich gehen die frei
lebenden Lebewesen eben nur auf die Jagd, auch auf die grausamste Art, wie nicht
einmal das grausamste Bild links aus dem ganz hervorragenden Film von ARTE (Association
Relative à la Télévision Européenne in Zusammenarbeite mit
2 deutschen Fernsehsendern) am 22.10.2010 unter dem Titel: Was Darwin noch nicht
wusste.
Die Evolution beruht auf Überleben, Sich
Durchsetzen, Arterhaltung, Verdrängung durch Fressen und Gefressenwerden. Es
gibt überhaupt keine Gesetze, keine Regeln, keine Normen. Die
menschliche, die allen anderen Lebensformen am besten überlegene Art - man kann
sagen - am Ende der bisherigen Evolution (der biologischen Fortentwicklung im
Geschichtsablauf) bildet geschichtlich keine Ausnahme: Kriege, Umweltzerstörung, Missionierung
(in Form einer religiösen/weltanschaulichen Überwucherung), Unersättlichkeit,
Rücksichtslosigkeit usw. ...
Alle unsere Mitlebewesen befinden sich in dauerhafter Furcht vor Angriffen, also
in Angst vor gefressen- oder nicht satt zu werden, außer einige unserer
Haustiere (bis auf die zur "Nutzung ihrer Produkte oder Arbeitsleistungen"
gehaltenen und geschundenen).

Das Bild rechts zeigt ein Beispiel
für eine Einmaligkeit. Es sind Eisblumen auf einer Autoscheibe, die unglaublich
sind; denn diese fraktalen Gebilde (>hier<
erklärt) lassen sich nie und nimmer wiederholen. Nur ähnliche Gebilde wird es
geben, so wie die vielen Milliarden, von jedem von uns unterscheidbaren Menschen
auf der Welt, an hand von Fotos beweisbar, und von allen unzähligen (nicht geklonten und quervererbten)
Lebewesen, einschließlich der Pflanzen und das gilt sogar für alle anderen
Planeten im gesamten Kosmos. Kein Mathematiker wird die Entstehung solcher
Eisblumen in Formeln kleiden können, nicht einmal bruchstückhaft. Nehmen wir sie
als (vergängliche Wunder) der Natur. (Die Originalfotos können Sie gerne
anfordern.)
Aber schon die Behauptung, dass
durch das Wechselspiel aus Überschussproduktion und Selektion in der Evolution ein besonders
effizienter Mechanismus beschrieben sei, um eine optimale Anpassung und
Ressourcenverwertung der so entstandenen Arten zu erreichen, ist reine
Spekulation und dann erst Vorschläge, ob es erstrebenswert ist, in menschlichen,
kulturellen Belangen den darwinistischen Überlebenskampf zu imitieren, wie z.B.
die "freie Marktwirtschaft" sich vollkommen selbst zu überlassen:
- Privatisierung von allem, von der Müllabfuhr, sämtlicher Firmen einschließlich
der Banken ... bis zur Kriegführung (>hier<)
und der Gesetzesformulierung in den Ministerien (>hier<),
- Privatisierung von Polizei,
Finanzbehörden, der "Steuereintreibung" (>hier<),
Justiz (Gerichtsbarkeit), einschließlich der Gefängnisse,
- Gesundheitswesen (einschließlich
aller Krankenkassen),
- freier Wettbewerb: vollständige
Konkurrenz, offene Märkte.
Irgendwie könnte das gehen, wenn
nicht das maffiose Bewusstsein gäbe, die Wirtschaftverbände, zuständig für
Preisabsprachen, Angebotsabsprachen (z.B. unter dem Stichwort
Wettbewerbsverzerrung). Zumindest würde von den 260 Autoherstellern
wahrscheinlich der Großteil verschwinden. Aber lassen wir es - man spricht ja
jetzt schon vom "Raubtierkapitalismus" und ähnlichem
Auch das sind fraktale
Gebilde, nachdem die Scheiben eines Supermarktes in Westlondon von Wütenden
zertrümmert
worden sind, von Menschen, die sich gegen das ungerechte Wirtschaftsystem
auflehnen,
aber von der Regierung
als Verbrecher bezeichnet werde. - Der abgebildete Mann, der durch das Loch im
Schaufenster schaut,
soll aufräumen . (Aufnahme vom Oktober 2011 - Bild: RTR)
Das Verdienst von Woese ist keineswegs, dass er Darwin widerlegen würde (oder
sogar ersetzen),
sondern dass es sich um eine Erkenntnisergänzung handelt, "einbettet in ein größeres, umfassenderes Bild".
Noch einmal Ulrich Kühne: »Woese konnte zeigen, dass sich nach der Entstehung der ersten Urzelle des Lebens
in Windeseile von nur ein paar hundert Millionen Jahren ein großer Teil des
genetischen Reichtums aller heutigen Lebensformen entwickelt hat. Diese enorme
Evolutionsgeschwindigkeit lässt sich jetzt erklären: Die ersten Lebenszellen
genügten noch offenen Standards und ermöglichten den freien horizontalen
Gen-Austausch zwischen modular organisierten Stoffwechselprozessen. Die
evolutionäre Problemlösung einer Zelle konnte sofort von den anderen Zellen
übernommen werden.
Aber schließlich, nachdem alle größeren Herausforderungen der Umwelt an die
biochemische Organisation von Leben erfolgreich bewältigt waren, haben einige
Zellen angefangen, sich den Luxus von Egoismus zu leisten. Sie entwickelten sich
in einer Weise weiter, die die offenen Standards des freien Austauschs von Genen
verletzte. Sie wurden zu eigenen, abgetrennten Arten. Und sie haben überlebt,
weil eben die Natur keine neuen, großen Herausforderungen mehr an sie gestellt
hat. Woese spricht von der Darwinschen Schwelle dem Ende des horizontalen
Gen-Austausches und dem Beginn der Evolution nach der Methode „Nachkommensüberschuss
und Selektion".«
Inzwischen gibt es wieder die
horizontale Vererbung wie die
menschliche Kultur, wie Bücher, Zweitschriften mit Artikeln jeglicher Art,
Musik, Filme, die sich jedoch auch vertikal über Generationen hinweg zugänglich
sind. Das Klonieren, das inzwischen künstlich gelungen ist, erfolgt ebenfalls
horizontal (>hier< am Seitenende; dieselbe
Verzweigung wie oben am Anfang dieser Seite).
Walter Rath, Oktober
2009