
Schleimpilze >hier<,
Pflanzen >hier<,
Lebewesen unter - nach unseren Begriffen - lebensfeindlichen
Bedingungen >hier<,
DNA-Helix, Quervererbung >hier<.
Seesterne, auch ohne Gehirn >hier<.
Einzellige Lebewesen umfassen alle Urformen des
Lebens (Archaeen) die meisten Bakterien, einige Pilze und viele
Protisten (Bezeichnung für alle einzelligen Organismen, wie
Bakterien, einzellige Algen und Pilze von Ernst Haeckel - 1919
mit 85 Jahren gestorben und deutscher Verfechter der
Abstammungslehre Darwins).

Einzeller
bilden keine geschlossene Verwandtschaftsgruppe. Manche können
Zellkolonien bilden, wie die Pilze.
Pilze werden fälschlicher Weise oft zu den Pflanzen
gerechnet. Sie bilden kein Chlorophyll* ("Blattgrün") wie alle
Pflanzen. Pilze vermehren sich durch die Verbreitung von Sporen.
Sie brauchen zum Gedeihen einen Nährboden (in der Regel lebende
oder abgestorbene Organismen). Sie bestehen im Normalfall nur
aus einer Zelle, die jedoch viele Zellkerne enthält und bis zu
80 cm Durchmesser haben kann.
* griechisch chlorós »gelbgrün« und phýllon
»Blatt«, das die Fotosynthese ermöglicht. Bei Pflanzen
unterscheidet man hauptsächlich blaugrünes und gelbgrünes
Chlorophyll. Bei der herbstlichen Laubfärbung wird Chlorophyll
abgebaut, und andere Blattfarbstoffe (z. B. rote Carotinoide)
treten hervor. Chlorophyll wird in der Lebensmittel-, Kosmetik-
und Kerzenindustrie als Pigment verwendet.
Algen sind Pflanzen (denn sie bilden Blattgrün).
Eine Einteilung in
Ein- und Mehrzeller ist rein beschreibend und gibt keinerlei
Information über den Verwandtschaftsgrad der Lebewesen, ihre
Lebensweise oder ihren inneren Aufbau und ihre
Stoffwechselvorgänge.
Einzeller sind
potentiell unsterblich. Vor einem Katastrophentod sind auch
Einzeller nicht sicher, z.B. wenn ihr Lebensraum abrupt
austrocknet oder wenn sie räuberisch lebenden Mitlebewesen zum
Opfer fallen. Unter idealen Bedingungen durch Zellteilung
vermehren sie sich beliebig immer weiter. Allerdings wurde
beobachtet, dass jede Nachfolgergeneration etwas kleiner,
schwächer und anfälliger für das Sterben erscheint. Auch
unterliegen sie Mutationen, zwar ganz selten. Carl R. Woese
nennt diese Art der "Vererbung" eine Genweitergabe in
horizontaler Richtung im Gegensatz zur geschlechtlichen
Vererbung, an der mindestens zwei Lebewesen beteiligt sein
müssen, die in vertikaler Richtung verläuft. (Es besteht noch
viel Forschungsbedarf auf diesem Gebiet.)
Die Wimpertierchen
(Ciliophora, Ciliata) sind Protozoa (Protozoon aus
dem Griechischen = „das erste Tier"), einzellige Lebewesen, die
im Süßwasser, Meer und Boden vorkommen und deren Zelloberfläche
ganz oder teilweise von Wimpern bedeckt ist, die zur
Fortbewegung und zum Herbeistrudeln von partikulärer Nahrung
dienen. Wimpertierchen sind ein Stamm der Alveolata
(lateinisch alveolus = kleine Wanne), zu dem etwa
7500 Arten gezählt werden. Sie gelten als die am höchsten
entwickelten und am stärksten differenzierten Protisten. Ihre
besondere Organisation wird aber auch als Fortentwicklung eines
Synzytiums (vielkernige Plasmamasse, die aus der
Verschmelzung vieler einzelner Zellen entsteht [Plasmodium]) diskutiert.

Eine ganz besondere Art von Einzellern
sind Schleimpilze
(griechisch: Myxomyceten),
die nicht wie Pilze und Pflanzen festgewachsen sind, die mit
mehreren Zellkernen ausgestattet sind und die mehrere
Quadratmeter bedecken können, Sie sind Lebewesen, die also
zwischen Pilzen und Tieren stehen und sich durch eine besondere
Intelligenz auszeichnen. Mehr
>hier<
(zweiter Absatz).
Lebewesen, die sich
an völlig - nach unseren Begriffen - lebensfeindliche Bedingungen angepasst
haben: wie solche, die ohne Licht und Luft auskommen, die unter minus
200 Grad Celsius (°C) leben können, wie hitzebeständige Flechten,
die nachweislich Temperaturen von minus 213,15 °C, ohne Schaden zu
erleiden. Sie reduzieren "einfach" ihren Stoffwechsel. „Aber auf Luftschadstoffe
reagieren viele Arten sehr empfindlich," berichtet der Flechtenexperte Johannes
Bradtka. Die Bakterien Pyrolobus fumarii überleben bis plus 113 °C
und "Schwarze Raucher" ertragen bis 300 bar in der Tiefsee (also
das 300fache unseres Luftdrucks auf der Erdoberfläche). Es kommt noch besser:
Endolithe, z.B. die Acidithiobazillen leben tief unter der Erdkruste bei sehr
hohem Druck, ohne Licht und Sauerstoff. Sie ernähren sich vom Gestein. Die
Besiedlung soll so hoch sein mit zehn Milliarden Einzellern pro
Kubikzentimeter,
dass sie fast ein Drittel der gesamten Biomasse der Erde ausmachen. Die einen
halben Millimeter großen Bärtierchen (Bild links) ertragen einen
Temperaturbereich von minus 200 °C bis plus 150 °C in getrocknetem Zustand. Mehr
als 3% gegenüber uns brauchen sie sowie nicht. In den brasilianischen
Schwefelhöhlen, mit Schwefelwasserstoff gesättigter Luft, fühlen sich einige
Mikrobenarten wohl und ernähren bestimmte Mückenlarven. Anderen Kleinstlebewesen
fühlen sich in mit Öl verunreinigtem Umfeld wohl und vermehren sich
explosionsartig, in dem Vögel, Fische und andere Lebewesen verenden.
Natronobakterien nitratireducens ernähren sich von Laugen, die wir als
Abflussreiniger benutzen. Andere Kleinlebewesen, wie die Archaeen, fühlen sich
nicht nur in Magensäure wohl, die in der
Regel Keime abtöten soll. Für sie kann die Konzentration um ein Vielfaches höher
sein. (Einen ausführlichen Artikel zum Thema gab es in PM 11/2011.)
Die Mikrobiologien Dr. Mary A. Voytek
am "U.S. Geological Survey in Reston", übernahm einen Auftrag im Rahmen des
astrobiologischen Untersuchungs-Programms der NASA
ab 15. September 2008. Sie ist der Überzeugung, dass es überall im Kosmos
Lebewesen geben muss. Ihrer Ansicht nach wurde bisher nichts auf dem Mond und
auf unseren Nachbarplaneten gefunden, weil wir Menschen sie nicht wegen ihrer
Andersartigkeit nicht zu erkennen vermochten bzw. garnicht danach gesucht haben;
denn es wurde von irdischen Bedingungen ausgegangen, wonach Lebewesen Licht,
Luft und Wasser brauchen.
Pflanzen haben Menschen schon immer fasziniert

Ein wenig zu
Pflanzen, die mir immer rätselhaft erschienen; denn jeder lebende
Organismus muss über den jeweiligen Zustand seiner Um- aber auch seiner Innenwelt so
gut wie möglich informiert sein, um überleben zu können. Dafür sind alle Lebewesen mit Sinnesorganen,
Sinneszellen, Rezeptoren (Signalempfänger) ausgestattet, die uns Lebewesen
Informationen darüber liefern, wo wir Nahrung finden und wo Gefahr drohen
könnte. Was Augen, Ohren, Geruchs-, Geschmackssinn, Tastsinn (Art der Berührung
vom angenehmen Streicheln bis zu einer Verletzung, Temperatur, Wind) bei Tier
und Mensch bedeuten, ist bekannt durch den Schulunterricht. Pflanzen jedoch
haben keine speziellen Organe, sind dennoch in der Lage, Licht, Temperatur,
Berührungen (teilweise sogar Geräusche = gleich Luftschwingungen), "Duftstoffe"
je nach Pflanzenart in besonders differenzierter Form wahrzunehmen. Sie haben
kein Gehirn zur "Datenverarbeitung".
Phytohormone (Pflanzenhormone), also chemisch sehr
unterschiedliche Stoffe, werden von den höheren Pflanzen genauso synthetisiert
wie in tierischen (menschlichen) Organen und wirken wie bei uns bereits in
sehr geringen Konzentrationen. Bildungsorte und Wirkorte sind oft räumlich
voneinander getrennt. Eine Pflanze kann als eine Art symbiotisches Gebilde
gesehen werden, wobei Blätter, Wurzeln, geschlechtsspezifische Blüten
"zusammenleben" wie aneinander angepasste Organismen zu gegenseitigem Nutzen,
mit einem Versorgungssystem als Leitungen, die von den Wurzeln bis zu den
äußersten Blattspitzen laufen (bis zu zig Metern hoch). So können die Pflanzenhormone physiologische
Reaktionen wie Wachstum, Frucht- und Samenreifung von den Genen gesteuert
wirken. Zu den Pflanzenhormonen gehören u. a.
- Auxine (Pflanzenwuchsstoffe
von griechisch „auxano“ – „ich wachse“), die
durch Beeinflussung der Zellstreckung das Wachstum fördern,
- Gibberelline (Namensursprungsherkunft
nicht ausfindig zu machen, hingewiesen wird auf Gibberella zeae" . den Namern
eines Pilzes) beeinflussen u.a.
die Regulierung des Streckungswachstums und die Blütenbildung),
- Zytokine (altgriechisch kýtos "Gefäß", "Höhlung" bzw. kinos "Bewegung") in
Wurzelspitzen und jungen Samen synthetisiert mit einer die Zellteilung
aktivierenden Wirkung, Förderung von Knospenaustrieb und Fruchtwachstum,
Verzögerung von Alterungsprozessen - wie Blattvergilbung - und Brechung der
Samenruhe,
- Ethylen (auch
Ethen, Äthylen; Namensherkunft und - gebung nicht ausfindig zu machen) wird von
einer Reihe von Früchten während des
Reifeprozesses ausgeschieden und stimuliert seinerseits den Reifevorgang; ist
ein wichtiges Zwischenprodukt in der modernen Petrochemie; vor allem zur
Herstellung von Kunststoffen.
Pflanzen - natürlich auch Mensch und
Tiere - sind ungeheuer komplizierte "chemische Fabriken" auf allerkleinstem Raum.
Sie können aus dem Grundwasser (fast) alle Atome des gesamten chemischen
Periodensystems gebrauchen, um alle nur erdenkbaren Farben, Düfte, sogar Gifte herzustellen.
(Daher
werfe ich Pflanzenabfälle, insbesondere -blüten und nicht weg, sondere gebe sie zerkleinert zurück in den
Blumentopf oder lasse sie möglichst in der Nähe ihres Standortes im Garten.)
Im Gegensatz zu Mensch und Tier kommt
die Pflanze - so wie ein Einzeller - ohne Nervensystem und ohne Gehirn aus. Die
Pflanze kann ihren Standort nicht verlassen und die Pilze (außer Schleimpilze) auch nicht.
So wenig
wie die meisten Bakterien und anderen Einzeller, zumindest nicht bewusst und
keinesfalls nach einem zentral gesteuerten Plan reagieren, in der Form: Wenn ... Dann,
so laufen doch in den Pflanzen unbewusste Prozesse ab wie auch bei uns. Bei
einer Verletzung können wir den Heilungsprozess nicht direkt steuern, Bibbern
bei Kälte und eine Gänsehaut nicht verhindern und eine Brandblase auch nicht,
ebenso wenig den Schüttelfrost. Die einzig und allein biochemischen
und physiologischen Gesetzen folgenden Abläufe bei Pflanzen sind also zu vergleichen
mit ähnlichen auch nur rein genetisch programmierten Abläufen im
Mensch-Tier-Körper (fast vollkommen) ohne Gehirnzutun: Schwitzen bei hohen
Temperaturen, Hormonausschüttungen zur
Verdauung, Adrenalin bei Gefahr und vieles mehr. Kein menschliches (und
tierisches) Gehirn kann in diese Anläufe eingreifen.
Auch die Pflanze hat viele Möglichkeiten. Sie kann durchaus kommunizieren, natürlich vollkommen unbewusst. Sie produziert
- als eine (zufällige) zusätzliche evolutionäre "Verbesserung" - Botenstoffe, also
Duftstoffe, um zum Beispiel bestimmte Insekten anzulocken, die gefährliche
Feinde vernichten sollen. Sie kann sogar Gift produzieren, um Fressfeinden
zumindest die Lust an der pflanzlichen Mahlzeit zu verderben, sich also nicht
weiter an ihr zu laben, wie eine Akazien-Art in
Afrika, die die Giraffen verscheuchen kann und ihnen Übelkeit zufügt und andere
Akazien in der Nachbarschaft durch Duftbotenstoffe darauf hinweisen, auch sofort
mit der Produktion der gleichen Giftstoffe zu beginnen. Die Giraffen wissen das
inzwischen und fressen nur ganz kurz, um dann alle Akazien in der Nachbarschaft
zu vermeiden. Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Evolutionsgeschichte. Es
darf nicht übersehen werden, dass all diese Entwicklungen ohne jeglichen Sinn
und vor allem ohne Verstand ablaufen.
Einen sehr ausführlichen Artikel von
Daniela Wittenborn ist zu finden in der Monatszeitschrift "P.M. 04/2009" zum
Thema "Pflanzen-Kommunikation - Tut das dem Salat weh? - Sie planen, jagen,
kommunizieren und erinnern sich. Und vielleicht fühlen sie sogar. Haben Pflanzen
eine Würde." Mit diesem Artikel wird deutlich, dass Pflanzen auf Signale
reagieren, die aus ihrer Umgebung kommen, sogar mit einer angeborenen, also
genetisch verankerten Immunabwehr. "Sie erkennen das in den Antriebshärchen von
Bakterien vorkommende Protein Flagelin*, das bei Kontakt eine Welle von
Reaktionen auslöst. Die Spaltöffnungen für den Gasaustausch werden geschlossen
und der Weg nach innen versperrt. Dann werden Abwehrgifte produziert, und rund
um die erkrankte Zelle opfern sich die Nachbarzellen, um eine weitere
Ausbreitung zu verhindern."
* unbekannt. Gemeint
ist wohl "Flagellum" (= Geißel), der zarte, fadenförmige, aktiv beweglicher
Zellfortsatz, der der Fortbewegung der Zelle dient
Weitere Beispiele zeigen, dass
Pflanzen unter anderen ein Ich-Empfinden kennen, ob beispielsweise sich eigene
Wurzeln berühren oder die Berührung von einer Fremdwurzel kommt. Es wurde
bereits auf die Kommunikation über Duftstoffe hingewiesen. Forscher wollen
bisher 1000 (Tausend) verschiedene Stoffe gefunden habe. Man denke an die
Vielzahl der Düfte und Farben und Formen, die bei der Übertragung des
Blütenstaubes (Pollen) auf die Narbe einer Blüte vorausgeht. Was da alles
abläuft ist Bücher füllend: Bei Selbstbestäubung (Autogamie) werden Pollen
derselben Blüte übertragen, bei Fremdbestäubung (Allogamie) Pollen aus einer
anderen Blüte gleicher Art. Überträger sind Wind, Wasser, Tiere.
Wasserbestäubung ist selten und kommt bei untergetaucht wachsenden
Wasserpflanzen vor (z.B. Seegras, Hornblatt). Bei der Tierbestäubung ist die
Insektenbestäubung durch Bienen, Schmetterlinge oder Fliegen am häufigsten; in
tropischen und subtropischen Gebieten Bestäubung auch durch Vögel (z.B.
Kolibris). Bestäubung durch Tierfell erfolgt jedoch nicht gezielt. Zu bemerken
ist jedoch, dass auf keinen Fall irgend etwas in Form eines zentral gesteuerten Orgasmus abläuft.
Gefühle (griechisch organ = heftig verlangen) wie Befriedigung, Mitleid wird es
bei Pflanzen nicht geben.
Die Pflanze,
der Pilz, der Einzeller sind
Wesen, das sich evolutionär, also allmählich und stufenweise mutierend*
entwickelt haben ohne Sinn und Verstand nur auf Grund eines jeweils besseren
Angepasstseins an die Umwelt. Ändert sich die Umweltzone so, dass ein Lebewesen
nicht mehr überlebensfähig ist, verschwindet diese Art. So einfach und aus
menschlicher Sicht so grausam ist das nun mal. An dieser Stelle sollte daher
erwähnt werden, dass der Mensch die einzige Lebensform auf unserer Erde ist, die
sich über Naturgesetze hinwegsetzen kann, die ansonsten lebensunfähige
Mitgeschöpfe unterstützen kann (und sollte).
* Mutation heißt auf Latein: Veränderung und bedeutet in der
Genetik: Erbänderung, die plötzlich auftritt, dann aber ohne weitere Veränderung
(bei Bewährung im Überlebenskampf) weitergegeben wird. Eine Mutation kann spontan, ohne erkennbare Ursache,
entstehen (Spontanmutation) oder durch Einwirkung von Mutagenen
(chemische Wirkstoffe, Strahlen) induziert werden. Die Mutation ist ein
grundlegender Evolutionsfaktor, der durch Auslese und ein Zusammenwirken mit
anderen Evolutionsmechanismen zur Artbildung beiträgt. In der Tier- und
Pflanzenzüchtung werden durch Kreuzungen Mutationen, die ein gewünschtes Merkmal
bedingen, gefördert. Mithilfe der Gentechnik ist es inzwischen auch möglich,
Mutationen ganz gerichtet zu erzeugen.
Walter Rath, März
2009
der
DNA (englisch deoxyribonucleic acid)*. Das
Bild links gibt einen ganz, ganz kleinen Überblick, was genetisch in einer Zelle
abläuft. Der wahre Vorgang füllt Bücher und ist immer noch nicht vollständig
beschrieben (überhaupt beschreibbar?).
* anschaulich beschrieben von James D. Watson in seinem Buch
"Die Doppel-Helix", 1951.
Eine bekannte
Geschichte, wonach es menschlichen Wissenschaftlern gelungen ist, parallele
Vererbung durchzuführen als identische Kopie eines Elternteils, wird zitiert aus
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG:
"Das Klonieren* eines
Säugers aus Somazellen (Körperzellen) eines erwachsenen Tieres gelang
erstmals 1996 in einem schottischen Labor unter Leitung von Ian Wilmut und ist
1997 der Öffentlichkeit in Gestalt eines sieben Monate alten Schafes (»Dolly«)
vorgestellt worden. Hierbei wurde die entkernte Eizelle eines Schafes mit einer
Körperzelle aus dem Euter eines anderen Schafes verschmolzen. Die so
manipulierte Eizelle teilte sich im Reagenzglas, ein Embryo wuchs heran, den man
einem dritten Schaf in die Gebärmutter einpflanzte. Geboren wurde ein
genetisch identisches Ebenbild des Schafes, dem die Körperzelle aus dem
Euter entnommen worden war. Inzwischen sind auch andere Säugetiere aus
Körperzellen mit dem gleichen oder ähnlichen Verfahren kloniert worden. Das
Klonen menschlicher Embryonen, zum Beispiel zur Gewinnung von Stammzellen, die
zur Bildung von Zell- und Gewebeersatz verwendet werden können (therapeutisches
Klonen), ist aus ethischen Gründen heftig umstritten. Die gezielte Erzeugung
menschlicher Klone (z.B. mit bestimmten Eigenschaften, als »Wiedergeburt« eines
Verstorbenen oder als Organspender) wird mehrheitlich von Politik und
Wissenschaft abgelehnt."
* griechisch klon = Schössling, Zweig. Durch Abgliederung
vegetativer Keime, Stecklinge, Teilung von Embryonalzellen (u.a.) wird eine
Zellteilung, also eine ungeschlechtliche Vermehrung aus einer pflanzlichen
oder tierischen Ursprungsstelle eine erbgleiche Nachkommenschaft erreicht
(Quervererbung >hier<).
Beispiel für eine völlig andere
Lebensform
Seesterne, - auch als Stachelhäutler bezeichnet, verwandt mit
Seeigeln, Seewalzen und Seegurken - gibt es wahrscheinlich seit 50 Millionen
Jahren ohne ein zentrales Nervensystem bzw. ein diffuses Nervennetz. Niemand
konnte bisher ein
Organ finden, das als Gehirn bezeichnet werden könnte. Diese
Lebewesen brauchen auch kein Herz oder Atmungsorgan und haben kein Gesicht, also keine Augen, mit denen
sie Objekte erkennen oder identifizieren könnten. Jedoch befinden sich an ihren
Armen (maximal 23) einige lichtempfindliche Zellen zur Wahrnehmung von
Helligkeitsunterschiede in ihrer Umgebung.
Seesterne haben keinen Kopf und auch kein Vorder- und Hinterende; vielmehr
besitzen sie einen scheibenförmigen Körper mit mehreren Armen. Da jeder Arm nahezu alle wichtigen
Organe enthält, können einzelne Arme weiterleben und sogar den Rest ergänzen.
Bei diesem Vorgang entsteht zuerst die Körperscheibe, aus der dann die Arme
knospenartig herauswachsen.
Seesterne
verspeisen gerne (insbesondere Mies-)Muscheln, welche sie mit ihren Armen mit
einer Kraft von bis zu 5 Kilogramm aufbrechen. Dann stülpt der Seestern seinen
Magen über die freigelegte Muschel. Austretende Verdauungssäfte betäuben die Muschel,
schließen sie auf, zersetzen und verwerten sie. Dann zieht der
Seestern den Magen wieder in sein Inneres zurück. Weitere Futtertiere sind
Schwämme, Schnecken, Aas, Fische, Moostierchen und Seescheiden. Die
Körperfärbung ist auf der Oberseite meist sehr auffällig, während die Unterseite
eine hellere Farbe aufweist. Man kann den Seestern durch 5 Schnittebenen in je 2
spiegelbildlich gleiche Teile zerlegen.
Insgesamt gibt es etwa 1.600 bisher bekannte Arten, die in acht Ordnungen und 35
Familien eingeteilt worden sind. Seesterne können sechs bis sieben Jahre alt
werden.
Seesterne sind durch ihren Verzehr von Miesmuscheln besonders nützlich; denn die
Muscheln vermehren sich durch die von uns Menschen in die Meere kommenden
Nährstoffe so stark, dass sie ohne diese Fressfeinde beispielsweise in nur zwei
Jahren die ganze Kieler Förde (im Bereich der Ostsee) besiedelt hätten und
keinen Platz mehr für Seegras, Tange, Schwämme oder andere Muscheln mehr bliebe.
Sehr spezialisiert auf Seesterne ist Prof. Dr. Martin Wahl vom
Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und
>hier< (als sehr um fassende und
ausführliche .pdf-Datei* mit vielen Bildern) seine "Nachrichten von den Sternen
im Meer" vom 5. Mai 2009 für Schülerinnen und Schüler von 8 bis 12 Jahren.
* wurde kopiert, weil oft sehr gute Dokumente oft einfach aus dem
Netz verschwinden
Er beginnt mit "Zwei unterschiedliche Erfolgsgeschichten von Mensch und
Seestern: Die Menschen sind ausreichend zahlreich und mächtig, um diesen
Planeten zu gestalten und die Lebensbedingungen auf ihm dramatisch zu verändern.
Damit kann der Mensch etwas, was vor ihm nur eine Organismengruppe geschafft
hat: Das waren die ersten Einzeller, die mit der Photosynthese den (damals noch
giftigen) Sauerstoff in die Atmosphäre brachten. Seesterne haben nie viel
verändert, aber vielleicht ist gerade dies ihre große Leistung: sie überleben
seit vielen Millionen Jahren, haben zahlreiche verschiedene Arten hervorgebracht
und behaupten sich in den unterschiedlichsten Lebensräumen aller Meere."
Viele Bilder gibt es bei
naturfoto-online.de, z.B.

Walter Rath, Dezember 2011