Chronik der Erde

Buch mit Schutzumschlag 29,8 x 24 cm, 1,6 kg»Die Chronik der Erde«

ist eine reich bebilderte Dokumentation der Erdgeschichte - von der Entstehung unseres Planeten bis zu seinen Perspektiven nach dem Auftreten des modernen Menschen.

Genehmigte Lizenzausgabe für Bechtermünz Verlag im Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1996
© Chronik Verlag im Bertelsmann-Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh/München

Gesamtherstellung: Brepols n.v., Turnhout

Printed in Belgium
ISBN 3-86047-128-7
 

Inhalt
Vorwort von Friedrich Strauch

Wegweiser durch die Chronik


Vor 20 bis 4 Mrd. Jahren
Geburt des Universums und Entstehung der Erde
Vor 4000 bis 590 Mio. Jahren: Das Präkambrium - Erstarrte Erdkruste bildet die ersten Kontinente
Vor 590 bis 500 Mio. Jahren: Das Kambrium - Algen und erste wirbellose Tiere leben in den Meeren
Vor 500 bis 440 Mio. Jahren: Das Ordovizium - Erster bescheidener Aufschwung der Wirbeltiere
Vor 440 bis 410 Mio. Jahren: Das Silur - Pflanzen und Tiere erobern Süßwasser und Festland
Vor 410 bis 360 Mio. Jahren: Das Devon - Pioniere des Luftraumes: Die Insekten erscheinen
Vor 360 bis 290 Mio. Jahren: Das Karbon - Im warmen Sumpfland entstehen große Kohlenlager
Von 290 bis 250 Mio. Jahren: Das Perm - Trockene Hitze bestimmt das Gesicht der Welt
Vor 250 bis 210 Mio. Jahren: Die Trias - Reptilien - Konkurrenten der ersten Säugetiere
Vor 210 bis 140 Mio. Jahren: Der Jura - Saurier beherrschen die Meere, das Land und die Luft
Vor 140 bis 66 Mio. Jahren: Die Kreide - Erste Bedecktsamer begründen neue Pflanzenwelt
Vor 66 bis 1,7 Mio. Jahren: Das Tertiär - Große Ära der Säuger beginnt mit der Erdneuzeit
Vor 1,7 Mio. Jahren bis heute: Das Quartär - Der Mensch breitet sich auf der ganzen Erde aus
Wie kann die Zukunft der Erde aussehen?

Anhang
 

Das wunderbare Buch von hintenAbbildungen auf dem Schutzumschlag:
Vorderseite (zu sehen oben rechts - Bilder oben links beginnend)
Fossiles Krokodil aus der Grube Messel in Hessen
Wüstenbildung durch Sandschliff und Temperatursprengung

Schwefelpyrit
Brachiosaurus, ein pflanzenfressender Dinosaurier der Ordnung Saurischia

Mexikanischer Kaktus
Urvogel Archaeopteryx aus dem Oberjura
Korallenachat
Tyrannosaurus-Skelett
Fossile Seesterne aus dem Oberjura von Solothurn
Wüstenluchs, ein Fleischfresser aus der Familie der Katzen

Skelett eines Rüsseltiers der Gattung Gomphotherium

Geysir auf Island
Latimeria chalumnae, der einzige heute noch vorkommende Quastenflosser

Felsmalerei aus der Höhle Lascaux in der Dordogne
Passionsblumengewächs
Ammonit der Gattung Dactylioceras aus dem Oberen Lias von Holzmaden

Lavasee, ein in der Erdfrühzeit häufiges Phänomen

Buchrücken (oben beginnend)
Schädel eines Frühmenschen aus Steinheim
Versteinerte Seelilienkolonie im Anfangsstadium

Deinonychus, ein 3 bis 4 m langer fleischfressender Saurier

Tropischer Laubfrosch der Gattung Dendrobates

Rückseite (oben links beginnend)
Durch Brandrodung verwüstetes Regenwaldgebiet,

Gepanzerter Dinosaurier der Gattung Sauropelta

Stechapfelblüte
Ureinwohner Australiens mit einem Didgideroo

Trilobit aus dem Mittelkambrium Malachit aus Zaire
Atombombentest auf dem Mururoa-Atoll

Mücke
Berggorilla, der größte heute noch vorkommende Menschenaffe
Die »Schleierdame«, ein Rutenpilz aus Thailand
Die »Venus von Laussel«, vor etwa 18000 Jahren entstandenes Flachrelief

Diictodon, ein Wirbeltier mit Reptil- und Säugetiermerkmalen

Bizarre Gesteinsformationen, entstanden durch Fließwassererosion

Die Wasserfälle von Iguacu an der brasilianisch-argentinischen Grenze

Jungtierskelett eines Hadrosaurus vor nachgebildetem Nest
 

Umschlaginnenseite:
Wie und wo ist das Leben auf der Erde entstanden? Warum sind die Dinosaurier ausgestorben? Wie lebten unsere frühesten Vorfahren? »Die Chronik der Erde« gibt einen umfassenden Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Natur auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse.

Auf 576 Seiten bietet »Die Chronik der Erde«: - 35 Kalendarien mit 800 in sich abgeschlossenen Informationen
- 954 Einzelartikel aus den Bereichen Geologie, Botanik, Zoologie, Ökologie und Anthropologie
-12 Übersichtsartikel zu den großen erdgeschichtlichen Epochen
- 1200 meist farbige Abbildungen
- 374 Karten, Grafiken und Rekonstruktionszeichnungen, die für »Die Chronik der Erde« eigens angefertigt wurden
- 47 Seiten Anhang mit Glossar, Zeittafeln und Sachregister.

Autor der »Chronik der Erde« ist Felix R. Paturi, der zu den Themen Natur und Prähistorie zahlreiche Arbeiten veröffentlichte. Als redaktionelle Berater standen Prof. Dr. Friedrich Strauch, Professor für Paläontologie an der Universität Münster, und der Paläontologe Dr. Michael Herholz zur Verfügung.
 


Vorwort von Prof. Dr. Friedrich Strauch (Münster, September 1991):
Erkenntnisse in der Physik und Chemie sowie in den technischen Disziplinen, die diese Ergebnisse umsetzen, haben in den letzten Jahrzehnten die materiellen und sozialen Lebensbedingungen weltweit verändert. Auf ihrer Grundlage entwickelten sich neue Forschungsrichtungen, wie z. B. im Bereich der Biologie und Medizin. Die Wissenschaften, die sich mit der festen Erde befassen, standen dagegen nur dann im Brennpunkt, wenn es darum ging, der Menschheit neue Rohstoffvorkommen zu erschließen. Historische Disziplinen der Geowissenschaften galten daher als Steckenpferd einer kleinen Elite, deren Erkenntnisse scheinbar ohne Relevanz für den Alltag des modernen Menschen waren. Erst nachdem sich zeigte, daß man nicht schad- und straflos seinen Planeten nur zum Nutzen einiger weniger Generationen ausbeuten und plündern darf, begann sich diese Haltung zu verändern.


Anlaß für diesen Meinungswandel waren Ereignisse wie der »Ölschock«, bedrohliche Naturkatastrophen und die Bevölkerungsexplosion. Aber auch die Thesen des »Club of Rome« (>hier<) über die Endlichkeit der Ressourcen weckten die öffentliche Aufmerksamkeit für Fragen zum »System Erde«, an das der Fortbestand der Menschheit gekoppelt ist. Damit wuchs auch das Interesse an den Geowissenschaften.


Die Erde ist unsere Heimat. Der Mensch ist Produkt dieser Erde und ein Teil ihrer Geschichte. Der heutige Zustand der Erde ist nur aus dem gestrigen verständlich und ihre Zukunft - und damit unser Schicksal- nur aus der Geschichte heraus prognostizierbar. Wir müssen die Erde verstehen lernen, um sie zukünftigen Generationen lebenswert erhalten zu können.


Dieses Buch soll dazu beitragen, die oft rätselhafte Geschichte unseres Planeten einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Die Materie ist schwierig, doch hat es der Autor F. R. Paturi - losgelöst von den Zwängen des zunehmend auf Einzelprobleme fixierten Forschers - verstanden, den Stoff in eine auch dem Außenstehenden zugängliche Form umzusetzen. Daß aber trotzdem an den Leser besondere Anforderungen gestellt werden, ist dem Autor, dem wissenschaftlichen Beirat und der Redaktion bewußt, denn Überlieferungsmöglichkeiten und Zeiträume dieser Chronik überschreiten die Üblichen menschlichen Vorstellungen und gängigen Erfahrungen. Urkunden und Zeugnisse der Erdgeschichte, wie z. B. die Gesteine, können wir greifen und nutzen, als Findlinge zieren sie unsere Vorgürten, als Baumaterial dienen sie unserem Schutz. Wir umgeben uns mit ihnen, sie sind uns räumlich nah, dabei zeitlich fern zugleich wie der Quarzitbrocken am Wegesrand, der vor 3,8 Mrd. Jahren in Westgrönland entstanden ist. Solche Zeugnisse dokumentieren das Werden unseres Planeten. Sie sind Teil der Lithosphäre, der Erdkruste (bis zu 100 bis 300 km Tiefe), zugleich aber auch Informationsträger, die den Einfluß der Hydro-, Atmo- und Biosphäre vergangener Zeiten als Spuren der Veränderung speichern. Aufgabe des Wissenschaftlers ist es, diese Spuren wie Schriftzeichen zu entschlüsseln und zu interpretieren.
Das Werden und Vergehen von Kontinenten mit ihren Gebirgen läßt sich rekonstruieren. Nicht wiederholbar aber ist die einmalige Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten. Diese Unumkehrbarkeit der Evolution des Lebens, seine auf Zusammenwirken beruhende Weiterentwicklung, gibt dem Chronisten eine Skalierung an die Hand, die zugleich die Geschichte des Lebens ist. Allerdings müssen wir zweierlei beachten: Die Entwicklung des Lebens lief langsam an, um immer rascher zu komplizierteren Strukturen zu finden. Das chronologische Gerüst der Frühzeit umfaßt daher sehr große Zeiträume. Erst mit zunehmender Annäherung an die Gegenwart entstand eine feinere Gliederung einer auch immer differenzierteren Umwelt.


Zugleich wird der Leser erfahren, daß zerstörende und verändernde Prozesse Zeugnisse weiter zurückliegender Zeitepochen stärker verändern oder gar eliminieren konnten als jüngere, so daß also das historische Auflösungsvermögen älterer Zeitdokumente der Erde wesentlich geringer ist. Aus beiden Prozessen ergibt sich, daß die Chronologie mit Annäherung an die Gegenwart immer enger und detaillierter wird.


Die Verantwortlichen dieses Buches hoffen und wünschen, daß die innige Verflechtung der Entwicklung von Geosphäre und Biosphäre einen breiten Leserkreis findet. Geologie und Paläontologie* sind heute in der Lage, die einzigartige Rolle der Entwicklung des Lebens und der Lebensräume darzustellen und zugleich auch zu zeigen, daß unsere heutigen Ökosysteme nur aus ihrer Geschichte heraus verstanden werden können. Schließlich belegt der jüngste Abschnitt, daß die erdgeschichtlich formenden Prozesse noch heute tätig und mit globalen Auswirkungen verbunden sind, auf die wir uns einstellen müssen, die wir aber auch beeinflussen können.

* Wissenschaft von den fossilen, das heißt versteinerten Tier- und Pflanzenresten (Paläoanthropologie ist die Wissenschaft "nur" von menschenartigen und menschlichen Fossilen)


Der Mensch ist nicht nur zunehmend fähig, seine Umwelt zum Nachteil künftiger Generationen zu verändern, er kann ebenso seinen Beitrag zur Bewahrung unserer Erde leisten und sich damit seiner unvergleichlichen Verantwortung stellen.