Religionsgegner

Zum Buch von Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte -

Wie Religion die Welt vergiftet >hier<.

>Hier< zum Buch von Rolf Degen: Das Ende des Bösen

- Die Naturwissenschaft entdeckt das Gute im Menschen.

>Hier< Wirtschaftsjournalist Christian Rickens; 3 Bücher:

"Die neuen Spießer", "Links!", "Ganz oben".

>Hier< Wilfried Bommert: Kein Brot für die Welt.

>Hier< Nouriel Roubini: "Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft“.


Der Brahmanensohn Jiddu Krishnamurti, 1895 in Madanapalle in Indien geboren, verstarb 1986 in Ojai, Kalifornien. Ihm, dem Philosophen, Autor, Theosophen und spirituellen Lehrer wurde eine große Karriere vorausgesagt. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erkannte die Theosophische Gesellschaft in ihm eine Art kommenden Messias. Extra für ihn wurde eine eigene Organisation gegründet, der Order of the Star in the East. Doch Krishnamurti spielte nicht mit.

1929 löste er diesen Orden auf, mit der Begründung, dass er nicht glaube, dass die Wahrheit mit irgendeiner religiösen Organisation erreichbar sei: "Die Wahrheit ist ein pfadloses Land." Krishnamurti wollte keine Anhänger, keine Jünger, er wollte nicht der Guru sein oder der große Lehrer, dessen Worte unwiderlegbar seien.

Die Religion ist nichts als ein Schutzwall, den sich die Menschen zugelegt haben. Ideen und Glaubensinhalte beherrschen unser Denken. Schlimmer noch, sie führen zur Trennung zwischen Menschen, da der Glaube des einen Menschen zur Konfrontation mit dem Glauben des anderen führt. Nach dem zweiten Weltkrieg reiste Krishnamurti oft nach Indien, die USA und Europa.

Er hielt Vorträge ohne Manuskript und wurde doch so etwas wie ein Lehrer, allerdings einer, der keine Lehre verkündete. Er war sanftmütig und zugleich radikal. Immer wieder bestand er darauf, dass die Wahrheit in jedem Menschen zu finden sei. Der Glaube an Gott oder der Unglaube an Gott, beides sind nichts anderes als Produkte des Denkens.

"Wenn Sie eine Reise in sich selbst hinein unternehmen, sich all des Inhalts entledigen, den sie angesammelt haben, und ganz, ganz tief eindringen, dann ist da dieser weite Raum, die sogenannte Leere, die voller Energie ist. Und in diesem Zustand allein ist das, was das Heiligste ist."

Umfangreich viel mehr über ihn bei Wikipedia.

Das Buch wird (Nov. 2011) von www.zehn.de/vollkommene-freiheit-von-jiddu-krishnamurti für 19,99 Euro angeboten. (Als Bewerbung wurde auch obiger Text entnommen.)

Zitat aus obigem Buch: Wenn wir Angst haben, werden wir gewalttätig. Wir wollen vernichten im Namen Gottes, im Namen der Religion, im Namen einer sozialen Revolution, und so weiter und so weiter.

Die meisten Gedanken Krishnamurtis sind durch seine zahlreichen Reden und Gespräche überliefert. Obwohl er mit zunehmendem Alter mehr und mehr die Öffentlichkeit scheute, beeindruckte er durch eine charismatische Überzeugungskraft seinen erlesenen Zuhörerkreis, zu dem so bedeutende Persönlichkeiten gehörten wie Bernard Shaw, Aldous Huxley, Joseph Campbell, Fritjof Capra und David Bohm (ist bei www.zitate-aphorismen.de zu lesen und weiter:)

1. Alle Gedanken Krishnamurtis basieren kristallklar auf der dem unvoreingenommenen Beobachten abgerungenen Fundamentalprämisse der philosophia perennis. Diese besagt, dass der Kosmos ein raumzeitloses einheitliches Kontinuum ist, das sich dem unbegrenzten Bewusstsein als solches offenbart, während es dem begrenzten Bewusstsein als in Raum und Zeit, Geist und Materie, Subjekt und Objekt aufgespaltene Dualität erscheint.

2. Krishnamurti hat diese Einheit sowohl intuitiv erfasst als auch beobachtend wahrgenommen sowie geistig durchdrungen.

3. Es ist dem Autor gelungen, seine Weisheiten auf einfache und verständliche Weise auszudrücken und Wege aufzuzeigen, wie sie im alltäglichen Leben praktiziert werden können.

4. Durch sein radikales Bekenntnis zur geistigen Freiheit des Einzelnen zeigt er auch praxistaugliche Wege auf, wie man sich aus den Fesseln instrumentalisierender Institutionen befreien kann, ohne Weltflucht zu betreiben.

5. Krishnamurti ist es gelungen, eine Brücke zu schlagen zwischen den mystischen Einheitslehren und den modernen Wissenschaften wie etwa Psychologie, Soziologie und Quantentheorie. Hier ist der Autor seiner Zeit ebenso weit voraus wie diejenigen, die die Quantentheorie verstanden haben, gegenüber denjenigen, die noch dem newtonschen Weltbild verhaftet sind.

In seinem Buch Das neue Denken schreibt der 1939 geborene US-amerikanische Physiker, Systemtheoretiker, Philosoph Fritjof Capra:
«Das Problem, das Krishnamurti für mich in Zen-Manier mit einem Streich gelöst hatte, ist genau das der meisten Physiker, wenn sie mit Ideen mystischer Überlieferungen konfrontiert werden: Wie kann man das Denken transformieren, ohne der Wissenschaft untreu zu werden?»


Christopher Eric Hitchens ist ein US-amerikanischer Autor, Publizist und Literaturkritiker britischer Herkunft (1949 in Portsmouth, England geboren). Seine Haupteinwände gegen den Glauben sind: Falsche Darstellung des Entstehens der Welt, Unterwerfungsanspruch unter einen Gott, sexuelle Repressionen, das Fußen auf Wunschdenken.

Zum gezeigten Buch: "Welche Rolle darf Religion heutzutage spielen? Keine - wenn es nach Christopher Hitchens geht. Schon gar keine Sonderrolle, dazu ist unsere Welt zu klein geworden. In seiner Streitschrift legt er eloquent und provokant dar, dass die Rückkehr zum Glauben - ob als archaische Staatsdoktrin oder vermeintlich modernes Sinnstiftungsangebot für den Privatgebrauch - in eine gefährliche Sackgasse führt.
Eine gute Welt, so empfand es Bertrand Russell 1927 in seinem grundlegenden Vortrag "Warum ich kein Christ bin" (>hier<), brauche keine Fesselung der freien Intelligenz durch Worte, die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden. Sie brauche einen furchtlosen Ausblick auf die Zukunft. Achtzig Jahre später hat sich Christopher Hitchens in der Welt umgesehen. Sein Bericht: Nach wie vor lehren die Religionen auf allen Erdteilen das Fürchten, stehen als Quell von Intoleranz, Sexismus, Siechtum, Gewalt und körperlichem wie seelischem Missbrauch einem menschenwürdigen Zusammenleben im Wege. Und selten stand die Zukunft so in ihrem Bann wie jetzt. Mit seinem polemischen Rundumschlag beleuchtet Hitchens Entstehung, Verbreitung und Wirkung diverser Glaubensgemeinschaften - von Cargo-Kult (>hier<) bis Christenheit - und macht deutlich, wie stark und unheilvoll ihr Einfluss auf Politik und Gesellschaft gerade heute ist." (So schreiben viele der Buchanbieter.)
Kapitel sechzehn

Im Folgenden eine Leseprobe: Kapitel 16 - Ist Religion Kindesmisshandlung?

     "Sag es mir selbst geradeheraus, ich rufe dich auf, antworte: Stell dir vor, du selbst hättest das Gebäude des Menschenschicksals auszuführen mit dem Endziel, die Menschen zu beglücken, ihnen Friede und Ruhe zu bringen; dabei wäre es jedoch zu eben diesem Zweck notwendig und unvermeidlich, sagen wir, nur ein einziges winziges Wesen zu quälen - beispielsweise jenes Kind, das sich mit den Fäustchen an die Brust schlug - und auf seine ungerächten Tränen dieses Gebäude zu gründen: Würdest du unter diesen Bedingungen der Baumeister dieses Gebäudes sein wollen? Das sage mir, und lüge nicht!"
Iwan zu Aljoscha in Die Brüder Karamasow

Wenn wir abwägen, ob die Religion mehr geschadet als genützt hat - und das sagt noch gar nichts über Wahrheit oder Authentizität aus -, führt uns das zu der schwierigen Frage, wie viele Kinder infolge der Zwangsindok­trination durch den Glauben psychisch und physisch irreparable Schäden davongetragen haben. Diese Zahl ist fast so schwer zu ermitteln wie die Zahl der "wahr" gewordenen spirituellen und reli­giösen Träume und Visionen, die man, um sie auch nur ansatzweise zu bewerten, denen gegenüberstellen müsste, die sich nicht bewahr­heitet haben, wobei Letztere nicht belegt oder in Vergessenheit geraten sind. Fest steht dagegen, dass die Religion immer auf den noch ungeformten und schutzlosen Verstand junger Menschen Einfluss zu nehmen versucht und alles Erdenkliche getan hat, um sich dieses Privileg zu sichern, indem sie mit den säkularen Mächten der materiellen Welt Allianzen eingegangen ist.

Ein berühmter literarischer Fall von moralischem Terrorismus findet sich in der Predigt Vater Arnalls in James Joyce’ Ein Porträt des Künstlers als junger Mann. Der widerwärtige alte Priester bereitet Stephen Dedalus und seine anderen jungen Schützlinge auf den Festtag zu Ehren des heiligen Franz Xaver vor (der die Inquisition nach Asien brachte und dessen Knochen bis heute von Leuten verehrt werden, die gern Knochen verehren). Vater Arnall verängstigt seine Schüler mit einem langen, genüsslichen Vortrag über die Höllenqualen, wie er in der Kirche üblich war, als sie noch das Selbstbewusstsein dazu hatte. Ich kann hier unmöglich die ganze Tirade zitieren, doch zwei Elemente, in denen es um die Folter und um die Zeit geht, sind von besonderem Interesse. Es ist nicht zu übersehen, dass der Pries­ter mit seinen Worten darauf abzielt, den Kindern Angst einzujagen. Erstens wählt er kindliche Bilder. Im Abschnitt über Folter lässt der Teufel einen Berg zusammenschmelzen wie Wachs. Er beschwört furchtbare Krankheiten herauf und spielt geschickt mit der Angst der Kinder, dieser Schmerz könnte ewig andauern. Als er das Bild einer Zeiteinheit entwirft, sehen wir ein Kind, das am Strand mit Sandkörnern spielt und dann die Einheiten spielerisch vergrößert:

     "Nun stellt euch einen Berg aus diesem Sande vor, eine Million Meilen hoch, die von der Erde bis an die fernsten Himmel reichen, und eine Million Mei­len breit, die sich bis in den entlegensten Raum erstrecken, und eine Million Meilen in der Tiefe: und stellt euch vor, man multipliziere eine solche Masse von Partikeln Sands so oft, als da Blätter im Walde sind, Tropfen Wassers im mächtigen Ozean, Federn an Vögeln, Schuppen an Fischen, Haare an Tieren, Atome in der unermesslichen Weite der Luft …"(1)

Seit Jahrhunderten werden erwachsene Männer dafür bezahlt, Kinder auf diese Art zu verschrecken, aber auch dafür, sie zu foltern, zu schla­gen und zu vergewaltigen, so wie sie es in Joyce’ Erinnerung und der Erinnerung zahlloser anderer Menschen getan haben.

Auch die anderen menschgemachten Dummheiten und Grausam­keiten der Gottesgläubigen sind schnell festgemacht. Die Folter ist so alt wie die Garstigkeit der Menschheit, ist der Mensch doch die einzige Spezies mit der nötigen Fantasie, sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn man jemand anderem etwas antut. Wir können der Religion diesen Impuls nicht vorwerfen, aber wir können sie da­für verurteilen, dass sie die Folter institutionalisiert und perfektioniert hat. Die Mittelaltermuseen Europas von Holland bis in die Tos­kana sind vollgestopft mit Instrumenten und Geräten, mit denen fromme Männer austesteten, wie lang sie einen Menschen am Leben halten konnten, während er über dem Feuer briet. Wir müs­sen hier nicht weiter ins Detail gehen, doch es gibt sogar religiöse Bücher, die in diese Kunst einführen und zeigen, wie man mittels Schmerz Ketzerei aufspürt. Wer nicht das Glück hatte, sich an einem Autodafe zu beteiligen, also einem "Glaubensgericht", wie die Folter auch genannt wurde, durfte sich nach Gutdünken Schauermärchen und Albträume ausdenken und sie dem unwissenden Volk ver­bal verabreichen, um es in einem Zustand permanenter Angst zu halten. In einer Ära, in der es so gut wie keine öffentlichen Vergnügungen gab, entsprach eine nette öffentliche Verbrennung oder das Verstümmeln und Rädern von Menschen in etwa der Dosis an Zerstreuung, die man dem Volk vonseiten der Kirche zu gestatten wagte. Nichts macht deutlicher, dass die Religion vom Menschen erschaffen wurde, als das kranke Hirn, das sich die Hölle ausdachte, dicht gefolgt von dem arg beschränkten Hirn, dem nichts Besseres ein­fiel, als den Himmel als Ort weltlicher Behaglichkeit oder ewiglicher Langeweile zu beschreiben.

Schon die vorchristlichen Höllen waren sehr unangenehm und vom gleichen sadistischen Einfallsreichtum gezeichnet. Einige der frü­hen Höllen, die uns bekannt sind - hier vor allem die der Hindus -, hatten eine zeitliche Begrenzung. Ein Sünder wurde beispielsweise zu einer bestimmten Anzahl von Jahren in der Hölle verurteilt, wo jeder Tag sechstausendvierhundert Menschenjahren entsprach. Hatte er einen Priester erschlagen, entsprach die Strafe 149 504 000 000 Jahren. Danach durfte er ins Nirwana einziehen, was wohl mit der Vernichtung gleichzusetzen war. Es blieb den Christen vorbehalten, eine Hölle zu erfinden, aus der es kein Entrinnen gibt - eine Vorstellung, die übrigens auch gern abgekupfert wird: Ich habe einmal gehört, wie Louis Farrakhan, Anführer der häretischen "Nation of Islam" mit ausschließlich schwarzen Mitgliedern, der Menge im Madison Square Garden ein entsetzliches Gebrüll entlockte, indem er den Juden voller Verachtung zurief: "Und denkt dran - wenn Gott euch in die Öfen steckt, dann AUF EWIG!"

Die Fixierung auf Kinder und die strikte Überwachung ihrer Erziehung gehört zu jedem System absoluter Autorität. Es könnte ein Jesuit gewesen sein, der als Erster sagte: "Gib mir das Kind, bis es zehn ist, und ich werde dir den Mann geben", doch die Idee ist sehr viel älter als die Schule des Ignatius von Loyola. Wie wir vom Schicksal vieler säkularer Ideologien wissen, geht die Manipulation von Kin­dern oft nach hinten los, doch dieses Risiko gehen die Vertre­ter der Religionen offenbar ein, um den durchschnittlichen Jungen oder das durchschnittliche Mädchen mit ausreichend Propaganda zu impfen. Was haben sie auch sonst für eine Chance? Wenn die reli­giöse Unterweisung erst in einem Alter zugelassen wäre, in dem Kinder selbstständig denken können, lebten wir in einer völlig anderen Welt. Gläubige Eltern sind da geteilter Ansicht, weil sie das Mysterium und die Freude des Weihnachtsfestes und anderer kirchlicher Feiertage natürlich gern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs erleben möchten - und nebenbei Gott, den Nikolaus und andere Figuren gut gebrauchen können, um ihre unartigen Kinder im Zaum zu halten. Wenn sich ein Kind oder auch ein junger Erwachsener zu einem anderen Glauben, geschweige denn einem anderen Kult verirrt, behaupten Eltern jedoch gern, die Unschuld ihres Kindes sei ausgenutzt worden. In allen monotheistischen Religionen wurde oder wird aus ebendiesem Grunde die Apostasie streng verboten. In ihrem autobio­grafischen Buch Eine katholische Kindheit erzählt Mary McCarthy, was für ein Schock es für sie war, als sie von einem Jesuitenpredi­ger erfuhr, dass ihr protestantischer Großvater - der gleichzeitig ihr Vormund und Freund war - zum ewigen Höllenfeuer verdammt sei, weil er die falsche Taufe erhalten hatte. Das intelligente, aber altkluge Kind gab keine Ruhe, bis die Mutter Oberin bei höheren Stellen in der Sache nachforschte. So entdeckte sie schließlich in den Schriften des Bischofs Athanasius ein Hintertürchen. Athanasius vertrat die Ansicht, dass Ketzer nur verdammt seien, wenn sie die wahre Kirche wider besseres Wissen ablehnten - und ihr Großvater konnte ja über die wahre Kirche so wenig wissen, dass er der Hölle vielleicht doch noch entkam. Aber welche Qualen wurden da ei­nem elfjährigen Mädchen auferlegt! Und wie viele weniger hartnäckige Kinder schluckten solche niederträchtigen Lehren, ohne sie zu hinterfragen. Wer Kinder solcherart anlügt, ist in höchstem Maße bös­artig.


Rolf Degen, geboren 1953, studierte Psychologie, Soziologie und Publizistik. Er lebt als freier Wissenschaftsjournalist in Bonn und schreibt für verschiedene Medien. Eines seiner Bücher ist:

Das Ende des Bösen - Die Naturwissenschaft entdeckt das Gute im Menschen.

Piper, München. 304 Seiten, 19,90 Euro.

Im Klappentext steht:

Bisher hat die Wissenschaft kein gutes Haar am Menschen gelassen. Nach der Lehre der Evolutionsbiologie gilt das Recht des Stärkeren, aus der Sicht der Ökonomie geht es dem Homo Oeconomicus um Maximierung des Nutzens, die Psychologie sieht den Menschen als selbstsüchtige Kreatur auf der Suche nach Lust. Warum ist der Mensch trotzdem nett, hilfsbereit, solidarisch, gar moralisch? Die Naturwissenschaft entdeckt derzeit das Gute im Menschen und kommt zu einem folgenschweren Ergebnis: Die Moral steckt in den Genen. Rolf Degen fasst in seinem grundlegenden Buch erstmals den neuesten Stand der Forschung zusammen und zeigt das aufregende Panorama unserer moralischen Gefühle sowie die faszinierende kooperative Natur des Menschen.

Der Autor Michael Miersch schrieb am 05.01.2008 in WELT ONLINE unter dem Titel "Warum Religion überflüssig ist" :

Die Menschen haben das Gute geerbt und nicht erlernt – das ist die These des Buches "Das Ende des Bösen". Rolf Degens Werk enthält mindestens soviel atheistischen Sprengstoff wie die Bücher von Richard Dawkins oder Christopher Hitchens. Denn wenn der Mensch gut ist, wovon soll er erlöst werden?

Die Natur ist blutig rot an Zähnen und Klauen, lautet ein angelsächsische Redensart, die viele als Kurzzusammenfassung des Darwinismus verstehen. Die seit fast einem halben Jahrhundert in der Tierforschung dominierende Soziobiologie schien dieses Bild immer aufs Neue zu bestätigen: Alle Lebewesen sind Egoisten, gesteuert von Genen, die sich reproduzieren wollen.

Diese Sichtweise auf Natur und Menschen fügte sich bestens ins Weltbild der Religionen. Ohne Gott würde Mord und Totschlag herrschen, tönt es von den Kanzeln. Erst Moses mit seinen Gesetzestafeln und Jesus mit seiner Bergpredigt hätten dafür gesorgt, dass aus Wilden humane Wesen wurden, die fürs Rote Kreuz spenden und den Sitzplatz freigeben, wenn Greise den Bus betreten.

Das Gute gab es schon vor Moses

Doch es bleiben Zweifel am segensreichen Wirken der Gottesverehrung. Denn schließlich herrschen in Teilen der Erde nach wie vor Mord und Totschlag – oft angefacht von Religionen. Allen, die diese Debatte um Religion und Moral interessiert verfolgen, liefert der Wissenschaftsjournalist Rolf Degen gute Gründe für weiteres Nachdenken

In seinem Buch steckt mindestens soviel atheistischer Sprengstoff wie in denen von Richard Dawkins und Christopher Hitchens. Und dass, obwohl es vordergründig nicht um Religion geht. Degen liefert Befunde, um eine allzu krude Soziobiologie zu relativieren – darum geht es ihm. Mensch und Tier sind nicht so eindimensional egoistisch, wie uns seit Jahrzehnten berichtet wird.

Doch während Degen die Theorie vom Egoismus der Gene demontiert, zerfällt ganz nebenbei auch der Glaube an die Notwendigkeit von Religion. Denn seine zahlreichen Beispiele aus Zoologie, Anthropologie und Psychologie legen nahe, dass der Zug in Richtung Humanität längst rollte als Moses vom Berg herabstieg.

Auch Raben helfen sich gegenseitig

Schon Max Horkheimer schrieb: „Die Menschen sind gewöhnlich viel besser als das, was sie denken, sagen oder tun.“ Dass dies tatsächlich so ist, wurde in letzter Zeit in zahlreichen ausgetüftelten Versuchen nachgewiesen. Psychologen arrangierten dafür Spiele, bei denen es um echtes Geld ging – wissend, dass es leichter fällt, gut zu sein, wenn man nur symbolisch gewinnt oder verliert.

Diese Spiele waren so aufgebaut, dass man sowohl mit egoistischen als auch mit kooperativen Strategien gewinnen konnte. Zur Verwunderung aller Misanthropen benahmen sich die Versuchspersonen in der Regel viel sozialer und großzügiger als plausibel wäre, wenn uns die reine Ichsucht in den Genen steckte. Dabei fiel auf, dass das Bestrafen von unfairem Verhalten den meisten Menschen sehr wichtig ist. Viele Probanden nahmen eigene Verluste in Kauf, um sicher zu stellen, dass der Anti-Soziale bestraft wird.

Dieser Drang zur sozialen Kontrolle zahlte sich wahrscheinlich schon für die sammelnden und jagenden Urhorden aus. Es war überlebenswichtig, Betrüger zu ächten. Aber nicht nur Menschen, sogar Raben bestrafen asoziales Verhalten. Im Rabenschwarm gilt die Regel, wer ein Stückchen Futter hat, wird nicht behelligt.

Jeder Affe weiß, welcher Artgenosse ihm half

Verletzt ein Vogel diese Norm und versucht seinem Artgenossen Futter zu stibitzen, geht fast jedes Mal ein Dritter dazwischen und hackt mit dem Schnabel nach dem Dieb. Das erstaunliche daran: Der bestrafende Rabe hat keinen Vorteil von seiner Aktion, außer dass die soziale Norm insgesamt gestärkt wird.

Gegenseitige Hilfe zwischen nicht verwandten Tieren läuft meist nach dem Motto, wie du mir so ich dir. In der Fachsprache heißt dies reziproker Altruismus. Bei Schimpansen ergab sich nach Tausenden von protokollierten Einzelbeobachtungen ein deutliches Bild: Jeder Affe weiß genau, wer ihm schon mal Futter abgegeben oder einen anderen Gefallen getan hat und richtet sein eigenes Handeln danach.

Geizhälse werden sozial isoliert und beziehen Prügel, wenn sie andere um Leckerbissen anbetteln. Überaus sozial verhalten sich auch Vampire – nicht die Untoten aus den Gruselfilmen, sondern die gleichnamigen südamerikanischen Fledermäuse. Sie saugen kleine Mengen Blut von Weidetieren (was diese meist nicht einmal bemerken).

Vampir-Fledermäuse teilen das Blut

Nach den nächtlichen Beutezügen kehren sieben Prozent der Blutsauger mit leerem Magen zum Schlafplatz zurück. Der kleine Körper dieser Feldermäuse braucht jedoch täglich Nahrung, um am Leben zu bleiben. Andere Vampire – auch Nicht-Verwandten – füttern die Erfolglosen durch. Beim Graudrossling etwa, einem orientalischen Singvogel, beobachteten Verhaltensforscher ein regelrechtes Wetteifern um die Rolle des Freigiebigsten.

Der gute Ruf, den sich der Vogel so erwirbt, ist offenbar ein Überlebensvorteil, der die Kosten der Freundlichkeit überwiegt. Solcher Altruismus kann auch Paarungsvorteile bringen, denn Großzügigkeit beeindruckt das andere Geschlecht. In allen menschlichen Kulturen überprüfen die angehenden Liebespaare sich gegenseitig auf eine Reihe von sozialen Tugenden. Wer sich geizig und egoistisch zeigt, verringert in der Regel seine erotischen Chancen. Schon allein die Anwesenheit einer attraktiven Frau kann die Hilfsbereitschaft von Männern – auch gegenüber Dritten – erheblich steigern.

Zu den überraschendsten Indizien, die Degen fand, um seine These einer evolutionär entstandenen Moral zu stützen, gehört die Schamesröte. Sie ist ununterdrückbar, nicht vortäuschbar und allen Menschen gemein. Schamesröte stellt sich ein, wenn wir Normen verletzen und dies bereuen. Sie ist für die anderen ein sicherer Indikator, dass die rot werdende Person die Normen anerkennt und sich schlecht fühlt, weil sie sie übertreten hat.

Den Menschen aller Kulturen ist Schamesröte peinlich und sie versuchen sich so zu benehmen, dass keine Beschämungssituation besteht. Die Fähigkeit unserer Augen, Rot und Grün zu unterscheiden, entstand möglicherweise um Schamesröte wahrzunehmen. Denn alle Affenarten mit behaarten Gesichtern sind rot-grün-blind, die mit nackten Gesichtern nicht. Ein unbehaartes Gesicht zeigt den Gemütszustand – eine wichtige Information im sozialen Zusammenleben. „Moral“, schreibt Degen, „gründet sich auf ein Repertoire von urzeitlich geformten Gefühlen.“ Moses und Jesus haben also nicht das Gute in die Welt gebracht, sondern uns Menschen nur dort abgeholt, wo uns die Evolution schon hingeführt hatte.


Christian Rickens,1971 geboren, Studium der Journalistik und Wirtschaftswissenschaften,  2000: Redakteur des Manager-Magazins, 2005: Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik (Förderpreis), Bücher:


Dr. Wilfried Bommert, Jahrgang 1950, studierte Agrarwissenschaften in Bonn, seit 1979 Journalist im WDR und als Leiter der ersten Umweltredaktion im WDR-Hörfunk mit den Themen Gentechnik, Klimawandel, Welternährung und Bevölkerungswachstum beschäftigt. Buch:

"Kein Brot für die Welt - Die Zukunft der Welternährung",  Riemann Verlag, Sachbuch,  2009, 352 Seiten

Gründe für die Ernährungskrise: unter anderem das Verschwinden von Ackerland, der Klimawandel und das Schrumpfen von Wasserreserven.

Susanne Billig im Deutschlandradio am 10.11.2009: "Sarah" rettet Menschenleben. Die Erträge der Gerstensorte sind zwar mager, aber sie braucht zum Gedeihen nur 120 Milliliter Niederschlag jährlich. Dass es "Sarah" überhaupt gibt, ist einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des Internationalen Agrarforschungszentrums Aleppo und Kleinbauern im Norden Syriens zu verdanken. Die gemeinsam gezüchtete Pflanze macht die Bauern unabhängig von den durstigen und teuren Sorten internationaler Saatgutkonzerne.

Diese Episode erzählt WDR-Redakteur Wilfried Bommert in seinem neu erschienenen Buch "Kein Brot für die Welt - Die Zukunft der Welternährung", erschienen im Riemann Verlag. Sie wirft ein Schlaglicht auf einige der wichtigsten Anliegen des Autors. Wir steuern auf eine Ernährungskrise neuer Ausmaße zu, erklärt Bommert, die sich an den Peripherien der Weltgemeinschaft schon jetzt ankündigt. Schuld daran ist eine komplexe Gemengelage aus politischen und ökologischen Umständen.

Kapitel für Kapitel erläutert der studierte Agrarwissenschaftler die Hintergründe der Krise: Die Äcker der Welt verschwinden unter Asphalt oder durch die Erosion immer trockener werdender Böden. Der Klimawandel sorgt für weitere Probleme, denn schon heute gerät der Monsun aus dem Takt, von dem weltweit viele Millionen Menschen abhängig sind. Auch in den Industrieländern kommt es, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, bereits zu Ernteausfällen; Notreserven an Nahrungsmitteln schrumpfen. Die Wasserbestände der Erde sind überstrapaziert. Der dramatische Schwund von Nutzpflanzenarten erhöht das Risiko von Ernteausfällen. Steigt der Hunger auf Fleisch so wie bisher, müsste bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Tonnen Getreide zusätzlich geerntet werden, um die Mittellosen der Welt satt zu machen. Wie und wo? Niemand weiß es.

Zudem klettern die Bevölkerungszahlen weltweit weiter, ohne dass der Ausweg in Sicht wäre, den Europa einst nahm: Auf die Jugend der Dritten Welt wartet kein Auskommen durch Industrialisierung.

Und die internationale Politik? Die Welternährungsorganisation FAO leidet an Überbürokratisierung, Lobbyistentum und mangelndem Durchsetzungsvermögen, zeigt Bommert. Dreißig Milliarden US-Dollar würden reichen, um weltweit Kleinbauern so zu stärken, dass der Hunger von der Erde verschwindet - Programme und Gelder werden nicht bewilligt.

Wilfried Bommerts Buch entfaltet Sogwirkung: Anschaulich, reich an Menschen und Geschichten und mit großer sprachlicher und atmosphärischer Dichte ist es geschrieben. Immer wieder bringt der Autor auch weniger bekannte Aspekte ins Spiel, beispielsweise die Unterfinanzierung der öffentlichen Agrarforschung, die als einzige willens und in der Lage wäre, den Schwund an Nutzpflanzenarten aufzuhalten und lokal angepasstes Saatgut zur Verfügung zu stellen. Denn Pflanzen wie "Sarah", in den Dörfern und auf den Dächern der neuen Millionen-Städte in kleinbäuerlicher Hand gepflegt, sind die Hoffnungsträger der Zukunft.


 

Der US-amerikanische "Nationalökonom Nouriel Roubini, 1958 in Istanbul, Türkei, geboren, ist Professor an der zur New York University gehörenden Stern School of Business und Gründer und Vorsitzender von Roubini Global Economics LLC, einem Anbieter für Kapitalmarkt- und Wirtschaftsinformationen. Er war auch Berater des US-Finanzministeriums.

Nouriel Roubini, Stephen Mihm

Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft
- Crisis Economics -

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer

Campus Verlag 2010,

geb., 470 Seiten; D 24,90 € / A 25,60 € / CH 42,90 Fr.
ISBN 978-3-593-39102-1
Erscheinungstermin/Sperrfrist: 11. Mai 2010

Stephan Mihm ist "Assistant Professor of History at University of Georgia" (mehr war nicht ausfindig zu machen, jedoch sein eigenes Buch: "A Nation of Counterfeiters: Capitalists, Con Men, and the Making of the United States" von 2007 scheint sehr erfolgreich zu sein. Gibt es [Nov. 2011 noch nicht] auf deutsch)

Aus der Buchinnenseite: Der Star-Ökonom Nouriel Roubini hat als weltweit Einziger die Finanzkrise genau kommen sehen. Keiner kennt die Bruchstellen der globalen Märkte so wie er. Roubini zeigt, wie die Weltwirtschaft erschüttert wurde und warum das große Beben droht. Mit seinen brillanten Analysen weist er den Weg in eine krisenfeste Zukunft.
Und er spricht Klartext. Für alle, die wissen wollen, was unsere globale Wirtschaft erwartet, gibt Roubini die Antworten: Erklärend. Erhellend. Verständlich.
Die nächste Krise wird kommen, und sie wird uns alle treffen. Doch wir werden sie überstehen. Dieses Buch verrät, wie.

Pressestimmen:

17.01.2011, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Nur keine Katastrophe
"Was dem Leser geboten wird, ist eine fundierte Analyse der Krise und Antworten auf jene Fragen, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aktuell bewegen ... Das Buch hilft in jedem Fall, Krisen zu verstehen, und macht zugleich Hoffnung, dass es bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Reformen nicht wieder zu solchen Katastrophen kommt."

29.08.2010, NZZ am Sonntag
Dr. Doom wäre lieber Dr. Realist
"Das Buch liest sich wie ein Krimi und erklärt so fast alles, was Laien im Zusammenhang mit der Finanzkrise interessieren könnte."

01.08.2010, Acquisa
Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft
"Pflichtlektüre für den Sommerurlaub."

23.06.2010, Focus-Money
Mehr Staat, nicht weniger
"US-Starökonom Nouriel Roubini zeigt in seinem neuen Buch Wege aus der Wirtschafts- und Finanzkrise."

21.06.2010, Tages-Anzeiger
Krisen-Ökonomie, flüssig geschrieben
"Das bis dato beste makroökonomische Buch über die Finanzkrise. Deshalb der Tipp: Nicht nur unbedingt kaufen und ins Bücherregal stellen, sondern auch lesen."

07.06.2010, taz.de
Kreative Zerstörung schlechter Banken
"Mit dem Journalisten Stephen Mihm hat Roubini nun nichts Geringeres als eine Wirtschaftskrisentheorie entwickelt."

01.06.2010, Manager Magazin
Prophet des Niedergangs
"Auch für ökonomische Laien gut verständlich."

30.05.2010, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Roubini on Tour
"Roubini ist ein Phänomen ... Er spricht das Unbehagen aus, das viele Menschen beim Gedanken an die wirtschaftliche Zukunft empfinden - und das auch noch auf wissenschaftlichem Niveau."

21.05.2010, Bilanz
Der Krisenschwan ist weiß
"Nouriel Roubini ist ein brillanter Wissenschaftler."

16.05.2010, Welt am Sonntag
"Dr. Untergang" fordert radikale Reformen zur Rettung des Kapitalismus
"Roubini glänzt mit einer tiefgehenden Analyse."

15.05.2010, Süddeutsche Zeitung
Die Rezepte des Dr. Doom
"Dr. Dooms Rezepte würden das Spiel der Finanzmärkte von Grund auf ändern. Und so wie die Stimmung in der Öffentlichkeit ist, haben sie eine gute Chance, auch angewendet zu werden."

12.05.2010, Die Zeit
Gier frisst Verantwortung
"Besser wurde die Geschichte der Krise bisher nicht erzählt."

10.05.2010, Der Spiegel
Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft
"Nouriel Roubini gilt als der Prophet der Finanzkrise."


Kein anderer Wirtschaftswissenschaftler hat die Weltwirtschaftskrise so frühzeitig und detailliert vorhergesehen wie der US-amerikanische Ökonom Nouriel Roubini. Gemeinsam mit dem Wirtschaftshistoriker Stephen Mihm liefert er eine historisch fundierte und ganzheitliche Analyse der jüngsten Krise, sowie wissenschaftlich begründete Prognosen für die Zukunft.

Märkte sind selbstregulierte Gebilde und als solche stabil, solide und verlässlich. Dieser Glaubenssatz diente jahrzehntelang als Grundlage für wichtige politische Entscheidungen und groß angelegte Investitionsstrategien. Wirtschaftskrisen passten nicht in diese Logik. Dementsprechend wurden sie als bloße Ausreißer betrachtet, die weitgehend unvorhersehbar seien. Wie falsch diese Annahmen sind, das belegen Nouriel Roubini und Stephen Mihm in ihrem großen Buch zur Krisenökonomie.

Die Autoren betrachten Krisen nicht als Ausnahme, sondern als Regel. Dementsprechend rücken sie die Krise wieder in den Mittelpunkt der Wirtschaftswissenschaft. Krisen, so ihre These, sind fester Bestandteil des kapitalistischen Genoms. Dies belegen die Autoren anhand vieler historischer Beispiele aus verschiedenen Ländern und Jahrhunderten. Roubini und Mihm erklären, welchen Gesetzen wirtschaftliche Krisen unterliegen, und können dadurch viele drängende Fragen der Gegenwart beantworten.

Wie konnte der jüngste finanzwirtschaftliche Zusammenbruch überhaupt entstehen? War er eine Folge mangelnder staatlicher Aufsicht oder übertriebener staatlicher Eingriffe? Haben die Interventionen der Notenbanker das Schlimmste verhindert, oder sind sie der Keim für weitere Krisen? Wie sieht die Zukunft des angelsächsischen Modells des ungebremsten Laisser-faire-Kapitalismus aus? Ist die Krise der Anfang vom Ende der amerikanischen Vormacht? Wie können wir das globale Wirtschaftssystem reformieren, um zukünftige Krisen zu verhindern bzw. ihre Schäden in Grenzen zu halten?

Die Autoren Nouriel Roubini, Jahrgang 1959, ist Wirtschaftsprofessor an der Stern School of Business der New York University. Unter Bill Clinton war er Wirtschaftsberater des Weißen Hauses und des amerikanischen Finanzministeriums. Seine einzigartig frühe und exakte Prognose der Weltwirtschaftskrise brachte ihm den Spitznamen "Dr. Doom" ("Dr. Untergang") ein. Er ist einer der bekanntesten und gefragtesten Wirtschaftsexperten der Welt und berät zahlreiche Notenbankchefs.

Stephen Mihm schreibt als Journalist für renommierte Zeitungen über wirtschaftliche und geschichtliche Themen. Er ist Associate Professor für Geschichte an der University of Georgia.

Kontakt: Margit Knauer, 069-976516-21, knauer@campus.de