Bei Luther heißt es noch: "Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte." Jetzt hat sie plötzlich mehr drauf - und weniger an. Ein Auszug aus der "Bibel in gerechter Sprache".
Und sie gab auch ihrem Mann neben ihr. Und er aß. Da wurden beiden
die Augen geöffnet und sie erkannten, dass sie nichts anhatten. Sie
hefteten Feigenblätter aneinander und machten sich Schurze. Dann
hörten sie ein Geräusch. Adonaj, Gott, ging im Garten umher in der
täglichen Brise. Adam, der Mensch als Mann, und seine Frau
versteckten sich vor dem Antlitz Adonajs, also Gottes, in der Mitte
der Bäume des Gartens. Da rief Adonaj, also Gott, den männlichen
Menschen herbei und sagte zu ihm: "Wo warst du?" Der sagte: "Ein
Geräusch von dir habe ich im Garten gehört und mich gefürchtet, denn
ich habe nichts an und da hab ich mich versteckt". Darauf: "Wer hat
dir denn gesagt, dass du nichts anhast? Hast du etwa von dem Baum
gegessen, von dem ich dir geboten habe, nicht zu essen?"
(Bild:
Montage aus Bild "Gabrielle d'Estrées und Dame im Bade - um 1600 auf
eine Kobra)
Da sagte der Mann-Mensch: "Die Frau, die du mir selbst an die Seite gegeben hast, die hat mir von dem Baum gegeben. Und da habe ich gegessen." Da sagte Adonaj, also Gott, zur Frau: "Was hast du da getan?" Und die Frau sagte: "Die Schlange hat mich reingelegt, so dass ich gegessen habe." Da sprach Adonaj, also Gott, zur Schlange: "Weil du das getan hast, bist du verflucht - als Einziges von allem Vieh und von allen Tieren des Feldes. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde essen alle Tage deines Lebens. Feindschaft stifte ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. Der wird deinen Kopf angreifen, du wirst seine Ferse angreifen."
Und zur Frau: "Ich sorge dafür, dass deine Lasten groß und deine Schwangerschaften häufig sind. Nur unter Mühen wirst du Kinder bekommen. Auf deinen Mann richtet sich dein Verlangen. Doch der wird dich beherrschen." Und zum Mann als Menschen: "Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten hatte: 'Du sollst nicht von ihm essen', deswegen: Verflucht ist der Ackerboden um deinetwillen. Dein Leben lang sollst du dich nur mit Mühe von ihm ernähren. Dornen und Disteln lässt er für dich aufsprießen, so musst du das Kraut des Feldes essen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du Brot essen, bis du zum Acker zurückkehrst, von dem du genommen bist. Ja, Erde bist du, und zur Erde kehrst du zurück."
Da gab der Mann-Mensch seiner Frau einen Namen: Chawwa, Eva, denn sie wurde zur Mutter aller, die leben. Und Adonaj, also Gott, machte selbst für den Menschen als Mann und für seine Frau Gewänder für die Haut und bekleidete sie. Und Adonaj, also Gott, sprach: "Schau, der Mensch ist im Blick auf die Erkenntnis von Gut und Böse wie einer von uns geworden. Dass er nur nicht auch noch seine Hand ausstreckt, vom Baum des Lebens nimmt, isst und so ewig lebt."
Da schickte Adonaj, also Gott, sie fort aus dem Garten Eden,
damit sie auf dem Acker arbeiteten, von dem sie genommen wurden. So
vertrieb sie die Menschen und ließ östlich des Gartens Eden die
Kerubim* lagern, dazu die Flamme des zuckenden Schwertes, um den Weg
zum Baum des Lebens zu bewachen. Die Schlange hatte weniger an, aber
mehr drauf als alle anderen Tiere des Feldes, die 'Adonaj', also
Gott, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: "Also wirklich - hat
Gott etwa gesagt: "Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens nichts
essen"?
* oder Cherub, hebräisch = Engel, himmlischer Wächter (Plural
Cherubim)
Erstes Buch Mose, Kapitel 3
http://www.bibel-in-gerechter-sprache.de/downloads/Gen1ff.pdf
GERECHTE BIBEL

Ulrike Bail, Frank Crüsemann, Marlene Crüsemann (Herausgeber): Bibel in gerechter Sprache. Gütersloher Verlagshaus 2006, 2400 Seiten