Papst Paul VI.(1963 - 78), alias Giovanni Battista Montini: Apostolische Konstitution
Indulgentiarum
Doctrina über die Neuordnung des Ablaßwesens. (1. Jan. 1967)
AAS. 59. 1967, 5–24. Deutsche Übersetzung in:
Handbuch der
Ablässe. Normen und Gewährungen (= Enchiridion
Indulgentiarum, 3. lat. Aufl.) 10 Euro. ISBN 978-88-209-8013-9. Ferner lat. und dt. mit Nuancen der Übersetzung in: Nachkonziliare
Dokumentation. Band. 2. (NKD. 2): Apostolische Bußkonstitution,
Bußordnung der deutschen Bischöfe, Apostolische Konstitution
über die Neuordnung des Ablaßwesens. Lateinisch – deutsch. Trier
1912, Seiten 72–127.
Ablassbrief,
zu sehen im Kulturhistorischen Museum in Stralsund, der dem
Beichtvater
beim
Tode vorgelegt werden konnte, damit dieser vor dem Ableben alle Sünden vergab.

JOHANNES PAUL II
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 29. September 1999
Liebe Schwestern und
Brüder!
1. In engem Zusammenhang mit dem Sakrament der Buße stellt
sich unserem Nachdenken ein Thema, das mit der Feier des
Jubiläums besonders verbunden ist: Ich beziehe mich auf das
Geschenk des Ablasses, welches im Jubeljahr in besonders
reicher Fülle angeboten wird, wie es in der Bulle
Incarnationis mysterium und den angefügten Anweisungen der
Apostolischen Pönitentiarie vorgesehen wird.
Es handelt sich um ein brisantes Thema, über das es an
geschichtlichen Mißverständnissen nicht gefehlt hat, die sich
negativ auf die Gemeinschaft der Christen selbst auswirkten. Im
gegenwärtigen ökumenischen Umfeld verspürt die Kirche die
Notwendigkeit, daß diese alte Praxis, begriffen als
bedeutungsvoller Ausdruck des Erbarmens Gottes, recht verstanden
und angenommen werde. Die Erfahrung bestätigt in der Tat, daß
der Ablaß oft mit einer oberflächlichen Haltung angegangen wird.
Das führt schließlich dazu, das Geschenk Gottes zunichte zu
machen und die vom Lehramt der Kirche angebotenen Wahrheiten und
Werte zu verdunkeln.
2. Der Ausgangspunkt, um den Ablaß zu verstehen, ist die
Überfülle des Erbarmens Gottes, die am Kreuz Christi offenkundig
wurde. Der gekreuzigte Jesus ist der große »Ablaß«, den der
Vater der Menschheit gewährt hat mit der Vergebung der Sünden
und der Möglichkeit eines Lebens als Kinder Gottes (vgl. Joh
1,12-13) im Heiligen Geist (vgl. Gal 4,6; Röm
5,5; 8,15-16).
Allerdings kann in der Logik des Bundes, die den Kern der
ganzen Heilsökonomie bildet, dieses Geschenk ohne die Annahme
und Antwort unsererseits nicht empfangen werden. 
Im Licht dieses Grundsatzes ist es nicht schwer zu verstehen,
wie die Versöhnung mit Gott, die zwar auf einem ungeschuldeten
und überreichen Angebot des Erbarmens beruht, dennoch zugleich
einen anstrengenden Prozeß erforderlich macht, in den der Mensch
mit seinem persönlichen Einsatz und die Kirche mit ihrem
sakramentalen Auftrag einbezogen sind. Für die Vergebung von
nach der Taufe begangenen Sünden hat dieser Weg seinen
Mittelpunkt im Sakrament der Buße, reift aber auch nach dessen
Vollzug weiter. Der Mensch muß in der Tat schrittweise von den
negativen Folgen »geheilt« werden, die die Sünde in ihm
zurückgelassen hat (und welche die theologische Tradition
»Strafe« und »Schuld« der Sünde nennt).
3. Nach der sakramentalen Vergebung noch von Strafen zu
sprechen mag aufs erste gesehen wenig folgerichtig erscheinen.
Das Alte Testament zeigt uns aber, daß es normal ist, nach der
Vergebung Sühnestrafen zu erleiden. So sagt Gott von sich
selbst, er sei ein »barmherziger und gnädiger Gott«, er nehme
»Schuld, Frevel und Sünde weg«, setzt jedoch hinzu, daß er
»nicht ungestraft« lasse (Ex 34,6-7). Im zweiten Buch
Samuel bewirkt das demütige Bekenntnis des Königs David nach
dessen schwerer Sünde die Vergebung Gottes für ihn (vgl. 2
Sam 12,13), nicht aber die Aufhebung der angekündigten
Strafe (vgl. ebd., 12,11; 16,21). Die Vaterliebe Gottes
schließt Züchtigung nicht aus, auch wenn diese stets in
barmherziger Gerechtigkeit zu verstehen ist. Sie stellt die
verletzte Ordnung zum Wert des Menschenwohls selbst wieder her
(vgl. Hebr 12,4-11).
In diesem Zusammenhang meint zeitliche Strafe die
Leidensbefindlichkeit desjenigen der, obschon mit Gott versöhnt,
noch jene »Schuld« der Sünde an sich trägt, die ihn nicht völlig
offen für die Gnade sein läßt. Und eben im Blick auf die
vollkommene Genesung ist der Sünder gerufen, einen Weg der
Reinigung zur Fülle der Liebe aufzunehmen.
Bei diesem Weg kommt uns die Barmherzigkeit Gottes mit
besonderen Hilfen entgegen. Die zeitliche Strafe selbst erhält
die Funktion einer »Medizin«, in dem Maß als der Mensch sich
durch sie zu gründlicher Bekehrung ansprechen läßt. Das ist auch
die Bedeutung der im Bußsakrament geforderten »Genugtuung«.
4. Der Sinn des Ablasses ist vor diesem Hintergrund völliger
Erneuerung des Menschen aufgrund der Gnade Christi, des
Erlösers, durch den Dienst der Kirche zu verstehen. Der Ablaß
hat seinen geschichtlichen Ursprung im Bewußtsein der frühen
Kirche, daß sie dem Erbarmen Gottes durch die Milderung der für
die sakramentale Vergebung auferlegten kanonischen Bußen
Ausdruck geben konnte. Die Milderung war allerdings immer durch
entsprechende persönliche und gemeinschaftliche Verpflichtungen
aufgewogen, welche als Ersatz die »medizinische« Wirkung der
Strafe übernehmen konnten.
Wir können nun begreifen, warum man unter Ablaß versteht:
»Erlaß einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die
hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der
Christgläubige, der recht bereitet ist, unter genau bestimmten
Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin der
Erlösung den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen
autoritativ austeilt und zuwendet« (Enchiridion
indulgentiarum, Normae de indulgentiis, Libreria
Editrice Vaticana 1999, S. 21; vgl. Katechismus der
Katholischen Kirche, 1471).
Es gibt also einen »Schatz der Kirche«, der durch
Ablässe »ausgeteilt« wird. Das »Austeilen« darf dabei nicht als
eine Art automatische Übertragung, als ob es um eine »Sache«
ginge, verstanden werden. Vielmehr ist es der Ausdruck des
vollen Vertrauens der Kirche, vom Vater erhört zu werden, wenn
sie – in Anbetracht der Verdienste Christi und, auf sein
Geschenk hin, auch derjenigen der Gottesmutter und der Heiligen
– ihn bittet, den schmerzlichen Aspekt der Strafe zu lindern
oder zu tilgen und deren »heilkräftige« Bedeutung über andere
Wege der Gnade zu entfalten. Im unergründlichen Geheimnis der
göttlichen Weisheit kann dieses Geschenk der Fürsprache auch den
verstorbenen Gläubigen zum Wohl gelangen, die dessen Früchte in
der ihrer Befindlichkeit eigenen Weise empfangen.
5. Man sieht somit, daß der Ablaß, weit davon entfernt, eine
Art »Lösegeld« vom Bemühen um Umkehr zu sein, vielmehr Hilfe zu
einem bereitwilligeren, großherzigeren und radikaleren Einsatz
darstellt. Letzteres ist sogar erforderlich, insofern als die
geistliche Vorbedingung zum Erlangen des vollkommenen Ablasses
im Ausschluß »jeglicher Hinwendung zu irgendwelcher, selbst
läßlichen Sünde« (vgl. Enchiridion indulgentiarum, S. 25)
besteht.
Es wäre also ein Irrtum, zu denken, daß man dieses Geschenk
durch einfaches Erfüllen gewisser äußerlicher Vorschriften
gewinnen könnte. Wenn auch das verlangt wird, so als Ausdruck
und Unterstützung für den Weg der Umkehr. Und besonders ist
damit gemeint: ein äußeres Zeichen des Glaubens an die
überreiche Fülle des göttlichen Erbarmens und an das wunderbare
Ereignis der von Christus erwirkten Gemeinschaft, der die Kirche
als sein Leib und seine Braut untrennbar mit sich vereinigt hat
Ein Thema, das gerade in den
Ländern der Reformation delikat ist, möchte ich heute behandeln: den Ablaß, eine alte kirchliche Praxis. Es ist mein tiefer Wunsch, daß der
Ablaß auch unter ökumenischer Rücksicht recht verstanden und wohlwollend
aufgenommen wird.
Ausgangspunkt ist Gottes reiche
Barmherzigkeit. Jesus Christus selbst ist gleichsam der große "Sündennachlaß",
den der Vater der Menschheit gewährt hat. Dieses göttliche Geschenk
wartet darauf, daß der Mensch es dankbar annimmt. Auch der Mensch ist
gefragt!
Zwar geschieht die Versöhnung
mit Gott "gratis", als Gnadengabe des Himmels. Doch gleichzeitig darf
der Mensch seinen Beitrag leisten: Sein persönlicher Einsatz und das
sakramentale Handeln der Kirche werden gleichermaßen eingefordert.
So wird klar, was Ablaß
bedeutet: Auf der einen Seite wird der Mensch im Sakrament der Buße von
seinen Sünden freigesprochen. Der Genesungsprozeß ist eingeleitet. Auf
der anderen Seite bleiben aber Wunden zurück, die sich erst nach und
nach schließen und langsam heilen. Die Ablässe bezeichnen Schritte auf
diesem Weg der vollständigen Heilung. Sie sind eine Art Medizin je nach
dem Maß, in dem sich der Mensch auf eine tiefe und ehrliche Umkehr
einläßt.
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Auch eine Pilgerfahrt nach Rom
kann ein Schritt sein, um dem Leben eine neue Richtung zu geben. So
grüße ich die vielen Brüder und Schwestern aus den Ländern deutscher
Sprache. Besonders heiße ich die Teilnehmer an der zwanzigsten
Pilgerfahrt "Rom im Rollstuhl" willkommen. Außerdem freue ich mich, daß
so viele Schüler - und Jugendgruppen zu dieser Begegnung gekommen sind.
Euch, Euren Lieben zu Hause sowie allen, die mit uns über Radio Vatikan
und das Fernsehen verbunden sind, erteile ich von Herzen den
Apostolischen Segen.
Aufruf zum Gebet für
Ost-Timor
Aus Ost-Timor kommen in
diesen Tagen weiterhin tragische Nachrichten von Gemetzeln an wehrlosen
Bürgern, an Christen, Priestern, Ordensmännern und Ordensfrauen, die ihr
Leben im Dienst an der Allgemeinheit aufzehrten. Insbesondere habe ich
mit tiefem Schmerz erfahren, daß am Samstagnachmittag in der Nähe von
Baucau zahlreiche Personen ermordet wurden, darunter auch zwei
Missionsschwestern, Canossianerinnen. Ich lade euch ein, ihrer im Gebet
zu gedenken zusammen mit allen Opfern der timoresischen Tragödie. Laßt
uns beten für die an Leib und Seele Leidenden, für die Flüchtlinge und
Vertriebenen sowie auch für alle, die zu deren Hilfe und zur Befriedung
des Gebiets im Einsatz sind. Bitten wir den Herrn, daß das Beispiel
dieser Zeugen einer Liebe bis hin zur völligen Hingabe ihres Lebens
beitragen möge, daß in Ost-Timor eine hoffnungsvolle Zukunft entsteht.
Ebenfalls möchte ich meine Anerkennung ausdrücken für die Initiative der
in der Konferenz Christlicher Rundfunkanstalten Europas
zusammengeschlossenen Radiosender, die heute miteinander durch besondere
Sendungen und Appelle ihre Solidarität mit der Kirche und dem Volk von
Ost-Timor bekunden.
Uneingeschränkte
Absolution wurde behauptet in einer Morgenandacht in
Rundfunk Anfang September 2011, einer Sendung der evangelischen
Kirche (wahrscheinlich am 5.9.2011 um 6:55 im WDR 5, genaueres
nicht mehr zu recherchieren; denn der WDR zeigt keine Sendung
an).
Christus sagte, nach Joannes
Kapitel 10, Verse 17 und 18: "Darum liebt mich der Vater, weil
ich mein Leben lasse, auf dass ich es wiedernehme. Niemand nimmt
es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe
Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses
Gebot habe ich von meinem Vater empfangen."
Also ist Jesus Christus am Kreuz
von Golgatha - hebräisch gulgolet: »Schädel«(-Stätte) - freiwillig gestorben
(>hier< großes Bild von
Kreuzigung). "Eine Möglichkeit Druck oder
Zwang auszuüben bestand überhaupt nicht," fügte der Pfarrer (Dr.
Gert Ulrich Brinkmann aus der Kirchengemeinde Ratingen
??) in der "Morgenandacht" hinzu und nun kommt es "knüppeldick";
denn Jesus Christus hat alle Schuld der Menschen auf sich
geladen. Was auch immer ein Mensch getan hat, ist durch die
Schuldübernahme des Sohnes Gottes vergeben und vergessen. Was
immer wir Menschen auch getan haben und noch tun, ob Gutes oder
Böses, ist gutgemacht und abgetragen, so, wie nicht geschehen,
weil Jesus Christus dafür gesühnt hat als Generalabsolution
(Lossprechung von Sünden und Kirchenstrafen im Sakrament der
Buße. Es braucht nicht einmal mehr eine Beichte, wie nach der
katholischen Auffassung. Das scheinen die frommen Leute in den
USA schon lange erkannt und gewusst zu haben!!!)