stammt vom US-amerikanischen Flugzeug-Ingenieur Edward A. Murphy (1918 - 1990):
Begriffserklärungen
insbesondere aus dem Bereich der Psychologie/Soziologie,
aber auch Personen-Namen, -Titel und vieles mehr als
kleines Nachschlagebüchlein, das sorgfältig überarbeitet,
ja zum größten Teil ausgearbeitet wurde von Sigrid Neumann.
Personen usw. Knopf links "Index/Stichworte"
Sehr viele Erklärungen sind oft in starker Anlehnung aus folgendem Medium genommen worden:
Meyers Großes Taschenlexikon in 26 Bänden, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG,
Wikipedia (Internet-Encyklopädie)
Bei (fast) wörtlicher Übernahme erscheint das Copyrightzeichen ©
Manchmal sind zwei Quellen zum Vergleich zitiert.
>D-G<; >H-L<, >M-Q<, >R-U<, >V-Z<
Im Text etwas suchen mit [Ctrl] [F] ( bzw. [Strg] [F])
>Hier< zu ergänzenden sozialpsychologischen Fachausdrücken
Einige gesuchte Ausdrücke vielleicht >hier< zu finden sein.
Abstammungslehre, siehe >Evolutionstheorie<
Die Abulie = krankhafter Zustand der Willens- oder Entschlusslosigkeit
sind Schutzmaßnahmen des >ICH<, welche die Ansprüche des >ES< aus dem >Bewußtsein< ausschalten - also unbewußt machen - um somit drohende Konflikte zu vermeiden. Sie sind Schutz des ICH gegen Triebansprüche.
>Verdrängung< ist der häufigste Abwehrmechanismus, daneben gibt es noch andere Abwehrmechanismen:
Reaktionsbildung, in etwa auch Verkehrung ins Gegenteil (aus Liebe wird Haß oder umgekehrt z.B.)
Isolierung
Ungeschehenmachen
Wendung gegen die eigene Person
Verleugnung ist eine Vorform der >Verdrängung< und >Sublimierung< ist die Verschiebung des Triebziels
Siehe Buch von Anna Freud >hier<
Alfred (1870-1937), Wiener Psychoanalytiker, der um 1904
zum Kreis um Freud stieß, 1911 dann die - Individualpsychologie begründete.
Adler bestritt, daß der Sexualtrieb die treibende Kraft im Leben des Menschen
sei. Er stützte sich auf die Werke
der Philosophen Nietzsche und Schopenhauer, die den Willen und das Verlangen
nach Macht in den Mittelpunkt menschlichen Handelns stellten. Adler behauptete,
die meisten Menschen litten unter Minderwertigkeitskomplexen (die dann zu einem
Geltungsstreben [einer Überlegenheitsvorstellung] führen können). In dem Versuch, Macht
über andere zu gewinnen, kompensiere der einzelne seine
Minderwertigkeitsgefühle. Außerdem wies Adler auf ein weibliches Phänomen hin,
das er männlichen Protest nannte: die Wut der Frauen darüber, ein Geschlecht zu
haben, das nicht gleichberechtigt behandelt wird.
ALFRED ADLER, Praxis und Theorie der Individualpsychologie (1924).
>Hier< der
Lebenslauf.
ist eine Form einer psychischen Erkrankung, bei der unangemessene Emotionen auftreten.
lateinisch: "Angriffslust"; feindseliges Verhalten; in der Psychoanalyse aus einem Aggressionstrieb hergeleitet, als Folge sexueller Primitivreaktionen oder verdrängter Antriebe, insbesondre auch als Folge von Versagungen, Frustration (nach John Dollard, 1900 - 81) . Für Alfred Adler ist die Aggressivität ein Ausdruck des Mißverhältnisses zwischen Machtstreben und tatsächlicher sozialer Rolle. Sigmund Freud bezeichnete zeitweilig den Aggressions-Trieb als identisch mit dem Todestrieb. Bei Tieren ist (nach Konrad Lorenz) die „innerartliche Aggression" Teil des Selbstbehauptungs- und Durchsetzungsprozesses. Auch beim Menschen ist die Aggression genetisch verankert und eine Bedingung für Ehrgeiz, Rangstreben, ja Freundschaft und Liebe. Erzieherische Einflüsse können nur zur Umorientierung der Aggression beitragen. (Wilhelm Hehlmann)
>Hier< eine Übersicht über alle Aggressionsarten (u.a. Zusammenhang von Aggression und Frustration)
>Hier< eine ausführliche Beschreibung, wie es zu zwanghafter Aggression kommt.
Agnostizismus - siehe Atheismus >hier<
der Anpassungs- und Angleichungsprozeß der Psyche (Seele, des
Verstandes)
an Informationen aus der Umwelt, die ihr (der Psyche) Wahrnehmung und Empfindung
geliefert haben.
>Piaget<, der dieses Konzept entwickelte, vertrat den
Standpunkt, daß das Individuum sich durch Assimilation und Akkomodation um die
Herstellung eines Gleichgewichts bemühe, das man vielleicht als Ausgewogenheit
bezeichnen könne.
>Hier< ein wenig Grundlegendes. (Aber auf der Seite auch mal nach oben blättern.)
Ali Ibn Abi Talib,
um 600 in Mekka geboren, war seit 656 der 4.
Kalif und wurde im Januar 661 ermordet. Er war Vetter und Schwiegersohn
Mohammeds.
Allah >hier<
Doppelwertigkeit von gegensätzlichen Gefühlen (Haßliebe) und Bedürfnissen (Selbständigkeit und Abhängigkeit), Möglichkeit auch für das Gegenteil.
>Hier< eine kleine Auflistung.
[griechisch] ist allgemein: Zerlegung, Zergliederung eines Ganzen in seine Teile, systematische Untersuchung eines Sachverhalts unter Berücksichtigung seiner Teilaspekte.
die innere, zwanghafte Nichtunterdrückbarkeit von bestimmten (in der Regel unsinnigen) Handlungen und Vorstellungen (Zählzwang, Zwang zum immer wieder das Gleiche zu beten).
ein als beklemmend, bedrückend, unangenehm erlebter und als Bedrohung empfundener Zustand, der mit physiologischen (körperlichen) Erscheinungen (erhöhtem Puls, Schweißausbruch, Zittern) verbunden ist.
Realangst oder objektive Angst (Angst vor tatsächlich gefährlichen Situationen oder Objekten. Beispiel: Die Angst vor dem schlagenden Vater ist eine "Realangst").
Neurotische Angst (übersteigerte Angst vor etwas gefährlich erscheinenden Situationen oder Objekten oder vor Nicht-Gefahren, z. B. Angst überhaupt eine Straße zu überqueren oder vor Ratten oder Tauben). Ängste sind:
Kastrationsangst,
Trennungsangst,
depressive Angst,
paranoide Angst,
phobische Angst.
Die neurotische Angst wird vom Betroffenen als Realangst erlebt.
Freud entwickelte drei Theorien der Angst: Zunächst sah er in ihr einen Ausdruck der unterdrückten Libido (sexuelles Verlangen, kann sich aber auf verschiedene "Objekte" in der Vorstellung beziehen), ferner eine Wiederholung des Geburtserlebnisses, schließlich eine Reaktion des Ich auf den Anstieg emotionaler Spannungen. Auch andere psychologische Richtungen beschäftigen sich mit der Angst. Für Jürgen Eysenck ist die Neigung zur Angst ein wichtiger Ausdruck des Neurotizismus (Angst, Scham und Schuld zu verspüren). Lerntheoretiker sind der Auffassung, daß Angst gelernt wird - wie viele andere Verhaltensweise - und daß Menschen unter einem leichten Angstgefühl die besten Leistungen erbringen würden. Viele Arten der Angst sind irrational, besonders wenn es sich um Phobien (zwanghafte Ängste) handelt: Agoraphobiker (Agora im Griechischen "Versammlung" meint Platzangst: vor Überschreiten von Plätzen und Straßen), die sich weigern, das Haus zu verlassen, haben keinen rationalen Grund für ihre Angst. Natürlich gibt es aber zahlreiche Situationen, in denen Angst angebracht ist: Eine bevorstehende Prüfung, das erste Rendezvous oder die Arbeitssuche lösen Ängste aus. Die Psychologie konzentriert sich im wesentlichen auf die irrationalen Ängste. In Therapien wird versucht, Menschen durch Gespräche über die Angstauslöser oder durch Entspannungsübungen von ihren Ängsten zu befreien. Beide Methoden bieten den Betroffenen eine gewisse Erleichterung. (David Cohen)
Ein Angsterlebnis wird in der Regel ein ganzes Leben lang
bewußt bleiben und kann sehr schnell generalisiert (auf Situationen,
Gegenstände und Menschen übertragen) werden.
englisch: adjustment, französisch: ajustement, die körperliche und
seelische Abstimmung eines Einzelorganismus (Individual-Anpassung) oder einer
Geschlechterfolge (Art-Anpassung) mit den Bedingungen der Umgebung.
In jüngster Zeit wurde der Begriff Anpassung hauptsächlich als Anpassung an die
gesellschaftlichen Normen verstanden. In diesem Sinne bilden die Anpassungs-
Vorgänge ein breites Feld der Sozial-Psychologie, besonders ausgeprägt in
Nordamerika (D. Riesman u. a.). Anpassung erscheint hier:
1) als notwendiger Bestandteil des allgemeinen Sozialisierungsprozesses,
2) als Zurückdrängen der individuellen Eigentümlichkeiten
bis zur Selbstaufgabe an die einebnenden Forderungen der Gesellschaft ("overadjustment",
übermäßig angepaßt).
Angepaßtheit (adjustment) als Persönlichkeitsnorm spielt eine verhältnismäßig
große Rolle auch in manchen psychoanalytischen bzw. tiefen-psychologischen
Theorien. Krankhafte oder kriminelle Abweichungen werden dann als Mangel an
Anpassung, gegebenenfalls als extreme Unangepaßtheit definiert.
Nach >Piaget< verläuft die Anpassung
über >Assimilation< und >Akkomodation<.
Da psychische Störungen immer als Abweichung von einer Norm definiert werden, stellt sich die Frage: Wer bestimmt, was normal ist?
>Hier< zum ausführlichen Artikel (weitgehend aus Wikipedia, der freien Internetenzyklopädie)
(Einfügung). Der Brockhaus unterscheidet zwischen psychologischer und soziologischer Definition (eigentlich ist die Soziologie Bestandteil der Psychologie):
1. Psychologie: die Verschmelzung von früheren Wahrnehmungen mit neu hinzukommenden. Bleibt dabei die frühere Wahrnehmung vorherrschend, so kommt es zu einer unangemessenen Beurteilung der Wirklichkeit.
2. Soziologie: Vorgang, bei dem Einzelne oder Gruppen die Traditionen, Gefühle und Einstellungen anderer Gruppen übernehmen und in diesen allmählich aufgehen (z.B. Einschmelzung verschiedenartiger Einwanderergruppen in den USA); ferner jede Angleichung des Einzelnen an die umgebenden Gruppen (Familie, Berufsverband, Staat u.a.). Die Assimilation ist ein wesentlicher Faktor des Wachstums von Stämmen, Völkern, Sprach- und Religionsgemeinschaften.
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>Piaget< versteht unter Assimilation die Auffassung und Verarbeitung von Umwelteindrücken mit Hilfe schon vorhandener Mittel und Erfahrungen. Das Kind paßt also die Umwelteindrücke seinen schon vorhandenen Verarbeitungsmöglichkeiten an. Letztere bezeichnet Piaget als kognitive Schemata. Darunter fallen Erklärungsmöglichkeiten, in die Daten aus der Umwelt eingegliedert und damit z. B. verstanden werden. ("Psychologie für Fach- und Fachoberschulen", Stammverlag)
(lat.), "Vergesellschaftung"; die Verknüpfung zweier
oder mehrerer Erlebnisbestandteile (Vorstellungen); genauer: die Tendenz eines
Erlebnisses, andere, früher im Zusammenhang mit ihm aufgetretene Erlebnisse
wieder ins Bewußtsein zu rufen (z. B. assoziiert die Stimme des Telefonpartners
die Erinnerung an die Person des Partners selber), im Gegensatz zu
freisteigenden Vorstellungen. Allgemeiner heißt Assoziation oft auch bloße
Mitpräsenz (z. B. Husserl).
Die Assoziation bilden den Hauptgegenstand der Assoziationspsychologie. Sie geht
bereits auf antike Ansätze zurück (Aristoteles). Ihre klassische Ausprägung fand
sie im englischen Empirismus (Locke, Hartley u. Assoziation). Der Begriff
Assoziation wurde 1690 von J. Locke im ps. Sinne verwendet. Hume (Treatise an
human nature,1739/40) und wiederum Herbart gaben starke Anregungen. Herbart
suchte alles Denken auf Assoziation zurückzuführen.
In der experimentellen Psychologie war die Assoziation ein Hauptforschungsfeld
(G. E. Müller, Th. Ziehen). Die Rolle der Assoziation wurde bereits
eingeschränkt durch die ersten Untersuchungen der Denk-Ps., N. Achs
Willensexperimente, später durch die Gestalt-Psychologie, z. B. K. Lewin, der
eine eigengesetzliche Assoziations-Dynamik überhaupt bestritt.
Assoziate
(lat.) nennt U. Ebbecke wechselnde Gruppen von Nervenzellen
(Neuronen, Ganglien), die sinnvolle zusammenhängende Erlebnisse,
Verhaltensformen usf. auslösen, in Gestalt „wohlkoordinierter Erregungsmuster".
(Wilhelm Hehlmann)
ist jemand ohne Gott, der die Existenz einer persönlichen Gottheit "jenseits der erfahrbaren Welt" nicht kennt und nur den Kopf schüttelt, daß ein Gott, wie er >hier< geschildert wird, das ganze Universum geschaffen haben soll und der sich um jedes einzelne Lebewesen kümmert.
>Hier< mehr zu
Atheisten und Agnostikern.
[französisch: Mordanschlag] politisch, religiös oder sittlich motivierter Mord-Angriff, meistens auf Politiker und herausragende Persönlichkeiten in Staat und Gesellschaft. Religiöse Fanatiker reißen einfach so viele Menschen mit in den Tod wie möglich (z.B. nach Anweisung des irakischen Ayatollahs El Sadre). >Hier< der Lohn für islamistische Attentäter. >Hier<: Spezielles zu Selbstmordattentätern.
von griechisch "selbst", bedeutet: sehr starke Selbstbezogenheit; Rückzug in die eigene Gedankenwelt, Kontaktstörung, Verhaltensstörung mit tief greifender Beeinträchtigung im sozialen Zusammensein, d.h. des sozialen Interaktionsverhaltens bis zu einer "sozialen Gleichgültigkeit", Zugangsverlust zur Umwelt. Häufig zu beobachtende autistische Charakterzüge bei Führungskräften haben insbesondere verheerende Auswirkung durch
- mangelndes Verständnis für soziale Belange (keine Gespür für Signale),
- sozial und emotional unangemessenes Verhalten.
>Hier< zu einem
sehr ausführlichen Artikel.
Autorität (>hier< zu einer ausführlicheren Seite);
auctoritas (auctor) im Lateinischen bedeutet Ansehen, Würde, Macht, Einfluss von Personen oder Institutionen aufgrund äußerer Befugnisse oder Symbole, aber auch aufgrund innerer Überlegenheit, größeren Ansehens oder besonderen Sachverstandes. Aber darüber hinaus zählt ein Latein-Deutsch-Wörterbuch noch viel mehr an Bedeutung auf: 1. a) Gewähr, Bürgschaft, Sicherheit; Glaubwürdigkeit, Gültigkeit (von Personen und Sachen); auctoritates praescriptae die zur Beglaubigung (eines Senatsbeschlusses) vorangesetzten Unterschriften; b) Beispiel, Muster, Vorbild [maiorum]; c) würdevolle Haltung; Unerschrockenheit, Entschlossenheit; Besonnenheit, sittlicher Ernst; Selbstgefühl, Würde; Gewicht, Ansehen, Einfluss, Bedeutung; d) Dokument, Aktenstück; e) einflussreiche Person; 2. a) Rat, Zureden, Antrieb; Empfehlung; b) Erklärung, Auftrag, Geheiß [censoria, consulum]; senatus auctoritas das (noch nicht durch die Sanktionierung der Volkstribunen zum Senatsbeschluss [senatus consultum] gewordene) Senatsgutachten; in auctoritate elcis esse (manere) jemandem gehorchen; e) Vollmacht [legatos cum auctoritate mittere]; 3. rechtsgültiges Eigentum, Eigentumsrecht; ** Vollmacht [praedicandi]; Vorbildlichkeit.
Es gibt 3 Kriterien für
Autorität
1. persönliches Ansehen (Physiognomie, d.h. die äußere körperliche Erscheinung, Geprägtheit) Auftreten, insbesondere die Ausstrahlung, Integrität, Verantwortungsgefühl, Umgänglichkeit
2. positionsabhängig (funktional), d.h. in der Stellung in einer Hierarchie
3. Kompetenz (Sachkenntnis zur Ausfüllung der Funktion).
autoritäre Persönlichkeit:
Nach einer Studie von Horkheimer und Adorno um 1950 findet man folgende Merkmale bei autoritären Menschen:
a) Angst vor Gefühlsaustausch
b) Mangel an Selbsterkenntnis und Selbstkritik
c) sich selbst als Idol sehen
d) Ablehnung von Mehrdeutigkeit (es gibt nur eine einzige Lösung)
e) >Verdrängungen< überwiegen
f) Starrheit im Denken und Urteilen
g) Humorlosigkeit
h) Furcht vor Neuerungen
i) Skepsis gegenüber Wissenschaften
j) Abergläubigkeit
k) Vererbungsgläubigkeit ("Blut und Boden")
m) nimmt Worte wie Dinge (ist "schwarz auf weiß")
n) vorurteilsbehaftet (Dreck-Juden)
o) Neigung zur Analsprache (Scheißkerle, im Englischen: alles ist "Fucking")
p) Dschungelphilosophie (heute Sozialdarwinismus: Kampf aller gegen alle)
Horkheimer-Adorno-Faschismus-Skala (gemessen wird: Haften am Hergebrachten, authoritäre Unterwürfigkeit, authoritäre Aggression, Angst vor Gefühlaustausch, Aberglaube und Stereotypie = ein für allemal festgelegt sein, Gewalt und "Hartnäckigkeit," Zerstörungswut und Zynismus, verdrängte Regungen auf andere projizieren, Selbstgerechtigkeit bezüglich Sinnlichkeit, insbesondere in geschlechtlicher Hinsicht.):
Die autoritäre Persönlichkeit (in einem niedrigeren Rang) ist unterwürfig gegenüber Höherstehenden, stellt Befehle nicht in Frage und verhält sich grausam gegenüber Untergebenen. ("Führer! Wir folgen dir!" >Hier< zu einem [erschreckenden] Experiment mit Bezug auf Gehorsam)
Hierarchische Gesellschaftsstrukturen haben eine große Anziehungskraft auf autoritäre Persönlichkeiten oder lassen Menschen zu solchen werden. Gefängniswärter und Berufssoldaten wurden als besonders autoritär eingestuft.
Meinungsverschiedenheiten gab es auch über die - Validität (Gültigkeit) eines grundlegenden Einstufungssystems, der sogenannten F-Skala (F steht für Faschismus). Diese Streitigkeiten verschärften sich, als der US-amerikanische Sozialpsychologe Stanley Milgram Anfang der 1960er herausfand, daß untadelige amerikanische Bürger bereit waren, Personen, die mathematische Fragen nicht beantworten konnten, Elektroschocks zu versetzen. Sie hörten auch dann nicht auf, als das Schockmeter über das mit einem Totenkopf geschmückte rote Warnsignal kletterte und die den (fiktiven) Stromschlägen ausgesetzten (eingeweihten) Personen schrieen. Stanley Milgram, der Versuchsleiter, schloß daraus nicht, daß alle Menschen autoritär seien, sondern daß nur wenige in der Lage seien, sich einer Autorität zu widersetzen. (Letzteres nach David Cohen)
Da die Geschichte von herausragenden (meistens negativ) Persönlichkeiten "gemacht" worden ist, >hier< zu einer speziell geschriebenen Web-)Seite.
kein in der Psychologie bisher (so oder ähnlich) definierter Begriff, der sich mit der Sehnsucht nach einem starken Führer, nach festgeschriebenen Gesetzen und Ordnungen beschäftigt, nach einer Person, die die Hilflosigkeit vermeidet, wenn jemand sagt: "Das hätte man mir doch sagen müssen." Mehr >hier<.
bedeutet auf griechisch "Forderung" und ist ein Grundsatz, der nicht von anderen Sätzen abgeleitet, das heißt nicht bewiesen werden kann. Die Axiome sind aber dennoch nicht unbegründete Annahmen, sondern gelten als unmittelbar einsichtig. Sie dürfen mit nichts in Widerspruch stehen.
bedeutet im Persischen: Spiegelbild oder Wunder Gottes. Er ist bei den islamischen Zwölferschiiten, der größten Gruppe der >Schiiten<, ein herausragender Religionsgelehrter und darf eine Rechtsfindung selbstständig durchführen. An ihn wenden sich andere Theologen und Gläubige . Der Ranghöchste von ihnen ist der Ayatollah al-usma - das "größte Wunderzeichen Gottes".
Bedürfnisse - Bedürfnishierarchie,
ein von Abraham Maslow (1970 im Alter von 62 gestorben), dem (Mit-)Begründer der humanistischen Psychologie, entwickeltes Konzept. Maslow war der Ansicht, die Menschen besäßen fünf Bedürfnisgruppen, die man als eine Art Pyramide darstellen könne. Die Pyramidebasis bildet das Bedürfnis
zur Erfüllung körperlicher Bedürfnisse (Wasser, Lebensmittel, Schlaf, Unterkunft),
Sicherheit,
Zugehörigkeit (zur Gruppe),
nach Ansehen und
nach Selbstverwirklichung (als Pyramidenspitze).
Erst wenn eine dieser Bedürfnisgruppen erfüllt sei, könne man sich um die nächst höheren Bedürfnisse
(von Basis der Pyramide gesehen) kümmern. Ein Mensch brauche also erst ausreichend
Ruhe, Essen und Zuneigung, Sicherheit und einen Platz in einer seinen Wert
anerkennenden menschlichen Gemeinschaft, bevor er sich um Selbstverwirklichung
bemühen könne. Maslow stellte fest, daß die meisten Menschen, die dieses Niveau
erreichten, über 60 Jahre alt waren. Von Impulsen getrieben, die über ihre
eigenen persönlichen Bedürfnisse hinausgingen, verhielten sie sich kreativ,
selbständig und spontan, zogen sich aber auch zurück, um allein zu sein. Die
Bedürfnishierarchie bleibt ein faszinierendes Konzept, das die Entwicklung der
Selbstverwirklichungsbewegung beeinflußt hat.
ABRAHAM MASLOW, The Psychology of Self-actualization (1968).
(angelehnt an David Cohen)
(US-englisch behavior = Verhalten) ist eine Richtung der Psychologie, begründet von dem Amerikaner J.B. Watson Anfang des 20.Jahrhunderts. Er verwarf wie I.P. Pawlow (>hier< der Lebenslauf) in der Lehre von den bedingten Reflexen die Methode der Selbstbeobachtung und der Übertragung eigener Erlebnisse auf andere Menschen und wollte die Psychologie auf das objektiv beobachtbare Verhalten unter wechselnden Umweltbedingungen gründen. Zunächst war der Behaviorismus reine Reiz-Reaktion-Psychologie, später wurden nicht direkt beobachtbare Vorgänge als »dazwischentretende Variable« einbezogen. Zentrales Forschungsfeld des Behaviorismus wurde die Lernpsychologie (>hier<). Besonders am Tierexperiment suchte man Gesetze des Verhaltens abzulesen (Verhaltensforschung). Edward Lee Thorndike hat einen wichtigen Beitrag geleistet mit seiner Untersuchung, die im "Law of effect" ("Wirkungsgesetz" - Verhalten, das positive Konsequenz >hier< hat, wird eher gelernt) mündete (teilweise aus © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG).
>Siehe< auch "Gewöhnung"
Belohnung siehe >hier<
oder Zirkumzision (lat. circumcisio). Darunter versteht man die teilweise oder vollständige Entfernung der Vorhaut am "männlichen Glied". Die Beschneidung ist aber auch am weiblichen Geschlechtsorgan üblich, wobei die Klitoris oder der Kitzler entfernt wird (Klitoris, Clitoris). Bei der Frau liegt der Kitzler - als wichtigste erogene Zone - am Ende der kleinen Schamlippen und besteht aus zwei Schwellkörpern und der "Eichel". Mehr mit Bezug auf die Bibel (bzw. Thora) >hier< und >hier< zu einem ausführlichen Artikel; dann >hier< ein Kapitel aus einem Roman (Tagebuch eines Selbstmörders) über "afrikanische Sitten", insbesondere einer Beschneidungszeremonie.
Bestrafung >hier<
Bewußt sind alle diejenigen Vorstellungen, Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle und Handlungen, die eine Person bemerkt und zu denen sie unmittelbaren Zugang hat.
Mit vorbewußt sind alle seelischen Vorgänge gemeint, um die man nicht spontan weiß, die jedoch auf Grund einer Bemühung dem Bewußtsein wieder (relativ) voll zugänglich gemacht werden könne.
Es gibt einen ständigen Wechsel zwischen Vorbewußtem und Bewußten. Dasjenige, mit dem man sich nicht (ständig) mehr beschäftigt, wird vorbewußt.
Die emotionale Bindung an Menschen, Ordnungen, Sinn- oder
Wertträger ist ein Grundphänomen der entwickelten oder der sich entwickelnden
Persönlichkeit (nach dem Persönlichkeitsforscher H. Thomae). Bindungsfähigkeit gilt als die Grundlage des Gemüts
und der Gemeinschaftsfähigkeit (Soziabilität).
Bezeichnung für psychopathologische Zustände mit Überschneidung von Psychose- und Neurosesymptomatik (borderline = Grenzlinie).
Borderline-Syndrom,
(nach Otto F. Kernberg) psychisches Krankheitsbild im Grenzbereich zwischen Neurose - Psychose mit schwerer Charakterstörung. Psychotische - meist spontan rückläufige - >Episoden< können auftreten. Ein Erlebnis innerhalb eines (längeren) Zeitabschnitts unterscheidet sich von der Psychose durch die (weitgehend) intakte und reproduzierbare Realitätsprüfung.
Der Brockhaus sieht das Borderline-Syndrom sehr einfach als "Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägten Stimmungsschwankungen, intensiven, aber instabilen zwischenmenschlichen Beziehungen und Impulsivität bei selbstschädigenden Aktivitäten, z.B. rücksichtsloses Fahren." (Ein wenig zu einfach!)
>Hier< etwas mehr zu "Borderline-Persönlichkeitsstörungen".
Burka, islamisches, die Frau verhüllendes >Gewand<
im Buch "Gotteswahn" von Dawkins (Seiten 183 - 190) recht ausführlich beschrieben.
Kurz: Für einfache (nicht hochentwickelte, primitive) Menschen ist Technik wie Zauberei. Im Pazifikraum (z.B. Malanesien) kamen die Weißen mit technischem Kram ("üppiger Fracht") auf Schiffen, die von Geisterhand angetrieben wurden. Sogar durch die Luft kamen sie. Sie sprachen in Boxen und hörten Stimmen aus Boxen. Den Weißen ging es gut. Sie lebten wie im Paradies. Wurde etwas unbrauchbar, wurde Neues gebracht. Es "wuchs" irgendwo nach, wie bei den Menschen, die nicht wissen (wollen), woher das Geld der Versicherung und der Krankenkassen kommt, wenn man diese Institutionen (vorteilhaft ausnutzend) in Anspruch nimmt. Der englische Prinz landete, gut aussehend mit einem riesigen Federhut. Was Wunder, daß es der Gott sein mußte. Eine neue Religion entstand mit Hoffnungen auf das baldige Kommen einer Heilsperiode. Aber wie bei allen Religionen wurde auch der Cargo-Cult genährt durch irdische Aussichten auf den Gewinn von Gütern aus Europa, die von den Ahnen geschickt, aber von den Weißen unrechtmäßig vorenthalten wurden. Schon gab es gleich ein Feindbild. Der Brockhaus schreibt: "Die Cargo-Kulte gingen in großer Zahl (unter anderem wegen nicht eingetretener Erwartungen) wieder unter und bestehen heute nur noch vereinzelt".
Christus, >hier< zu einem ausführlichen Artikel
Compliance (auch Komplianz), bedeutet (ursprünglich im Englischen: Einwilligung, Gewährung, Erfüllung, Willfährigkeit, Unterwerfung, Unterwürfigkeit, Nachgiebigkeit, im Einklang sein)
A) als betriebswirtschaftlicher Fachbegriff:
- Befolgung und Überwachung von nationalen und internationalen Gesetzen und Richtlinien, dazu von selbst (also firmenintern) getroffenen Übereinkünften (Kodizes, also Regeln und Verhaltensweisen) in Wirtschaftsunternehmen, damit
- Finanzsanktionen, Marktmissbrauch, Interessenkonflikte, Insiderhandel, Datenschutz, steuerliche Deklarationsvorschriften (wie Abgabe von Steuererklärungen), Ausfuhrbestimmungen usw. eingehalten werden,
zur Vermeidung von
- kriminellen Handlungen (z. B. Betrug oder Geldwäsche),
Compliance gilt als bedeutendes Element einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung (Corporate Governance [engl.: Körperschaftsherrschaft, -kontrolle] = "Unternehmensverfassung"). >Hier< etwas mehr (was jedoch unter "Ethik" gesetzt wurde...)
B) in der Psychologie:
Anpassung unter Druck; Zweckkonformismus; Beeinflussung wird akzeptiert, weil man sich eine Belohnung (Akzeptanz in einer Gruppe z.B.) verspricht, wenn man die Meinung und die Ansichten anderer entgegen der eigenen Vorstellung anschließt. (Fällt der Druck weg, verschwindet auch die aufgestülpte Beeinflussung wieder.)
eine logische Fähigkeit, bei der aus einer Anzahl von
Voraussetzungen Schlüsse gezogen werden. Sowohl die kognitive Psychologie
als auch die Entwicklungspsychologie belegen, welche Schwierigkeiten
selbst intelligente Menschen mit dem deduktiven Denken haben. Mit Logik tun wir
uns oft schwer. >Piaget< hat gezeigt, daß Jugendliche erst
mit 13 oder 14 Jahren die ersten logischen Schlüsse ziehen könnten. Für die
Tatsache, daß viele Menschen nie wirklich mit ihr zurechtkommen, hatte er jedoch
keine Erklärung.
In einer Untersuchung von Johnson-Laird und Wason zeigten sich auch Studenten,
denen die Lösung derartiger Fragen keine Probleme bereiten dürfte, nur selten in
der Lage, deduktive Probleme zu bewältigen, besonders wenn sie negative
Interferenzen erforderten. Man läßt sich leicht in die Irre führen, wenn man
versucht, die logischen Konsequenzen aus Sätzen wie den folgenden zu ziehen: »X
ist kein Mineral« und »Minerale sind keine Pflanzen«. Viele schließen daraus: »X
ist eine Pflanze«, aber das ist nicht logisch. K. Simonoton hat festgestellt,
daß selbst große Wissenschaftler ihre Annahmen lieber durch unterstützende
Beispiele bestätigen als zu versuchen, sie durch gegenteilige Annahmen zu
überprüfen. (David Cohen)
der Prozeß des Identitätsverlustes. Tritt auf bei Menschen, die extremen Streßsituationen wie Folter oder Haft in Konzentrationslagern ausgesetzt sind. Nicht jeden beeinflussen derartige Erfahrungen aber in gleichem Maße. Siehe auch >Gehirnwäsche<.
Depersonalisation kann als ein Symptom einer Psychose erscheinen: Die Person
kommt sich selbst fremd, unwirklich, unmittelbar verändert als oder wie ein
anderer vor.
Bezeichnung für Entbehrung, einen Zustand des Entzuges oder Mangels - auch an Sinnesreizen. Die Psychologie interessiert vor allem der Mangel an mütterlicher Zuwendung und Pflege, der bei Kindern zu einer Vielzahl von psychischen Problemen führt. Die Arbeit der Harlows, zweier Tierpsychologen, führte hier zu vielen Erkenntnissen.
lateinisch: (disciplina, discipulus) bedeutet Unterweisung, Wissen, Kenntnis,
Bildung, Lehrmethode, Wissenschaft usw. Heute versteht man darunter konkret
Wissenschaftszweige, mit Einhaltung bestimmter Vorschriften oder Regeln zum
Unter-, und Einordnen von Entdeckungen. (Auch eine Sportart wird als Disziplin
bezeichnet.)
[griechisch »Meinung«, »Verfügung«, »Lehrsatz«]
1) allgemein: Aussage, die den Anspruch der absoluten Gültigkeit, Wahrheit
erhebt.
2) Christentum: eine geoffenbarte und kirchlich verkündigte christliche
Glaubenswahrheit; nach katholischer Auffassung jede von Gott in der Bibel und
durch die kirchliche Tradition geoffenbarte Wahrheit, soweit sie durch das
kirchliche Lehramt als eine solche definiert und verkündigt wird; nach
evangelischer Auffassung ein aus der Bibel (als dem einzigen
Offenbarungszeugnis) abgeleiteter, kirchlich verbindlicher Lehrsatz, der für die
Verkündigung grundlegende Bedeutung hat, wobei die reformatorische Theologie
allerdings ein Lehramt nach katholischem Verständnis ausschließt. © 2003
Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
ein (USA-)englisches Wort für eine Internetadresse, die
vergeben und reserviert sein muß, um an jemanden mit seinem Anliegen (meistens
Geschäftemacherei) heran zu kommen; z.B. sind Sie jetzt bei "gotteswahn.info"
mit dem Anliegen, das Buch - bei "gotteswahn.de" zu ergänzen. (Schauen Sie
einfach mal bei www.kontent.de nach. Dort
wird auf der Startseite angeboten, sich eine Wunschadresse - eine Domain -
reservieren zu lassen. Probieren Sie mal. Es passiert Ihnen nichts, wenn Sie
wissen wollen, ob "lieschen-Mueller" noch frei ist. (Sie können jederzeit mit
"Zurück" wieder hierher kommen oder wenn Sie gar nicht mehr weiter wissen, mit
Schließen Ihres Internet-Browsers - Datei>Beenden.)
eine Form destruktiver Interaktion in Familien, bei der
gegensätzliche Mitteilungen gemacht werden. Ein typischer Fall wäre der Satz:
»Ich liebe dich, aber du bist schrecklich.« Die Person, die eine solche
Mitteilung erhält, sitzt in der Klemme, da die Aussagen völlig widersprüchlich
sind. R.D. Laing hielt derartige Mitteilungen für eine wichtige Ursache für
>Schizophrenie<.
[engl. double-bind ‘Doppelbindung’. Auch: Beziehungsfalle, Doppelbindungstheorie; in der Psychologie sieht man darunter auch: Pragmatische Paradoxie, Zwickmühle].
Von G. Bateson und P. >Watzlawick< im Rahmen der Schizophrenieforschung analysiertes pathologisches Verhaltensmuster, demzufolge ein Sprecher A gleichzeitig zwei nicht zu vereinbarende Aufforderungen ("wasch mir den Pelz; aber mach mich nicht naß") an einen von ihm emotional abhängigen Hörer B richtet: aufgrund der asymmetrischen Beziehung zwischen A und B (z.B. Eltern - Kind) ist B nicht in der Lage, sich mit der paradoxen Handlungsanweisung kritisch auseinanderzusetzen bzw. die Absurdität der Äußerung nachzuweisen. Solchen gegensätzlichen Botschaften ohnmächtig ausgesetzt zu sein, kann zu >schizophrenen< Symptomen führen. Die widersprüchlichen Anweisungen können sowohl durch verbale als auch durch nonverbale Mittel ausgedrückt werden (z.B. zustimmende Worte bei abweisendem Blick), ausschlaggebend für die Double-Bind-Theorie ist das Fehler jeglicher Fluchtmöglichkeit aus der Paradoxie.
Mehr >hier<
kann als der Gegensatz zur Weisheit verstanden werden. Meyers Konversations-Lexikon definiert Dummheit als das Unvermögen, aus Wahrgenommenem die richtigen Schlüsse zu ziehen.
durch frühere Erfahrungen und kulturelle, milieubedingte, erzieherische Einflüsse herausgebildete verinnerlichte Haltung gegenüber allen sozialen, psychischen, kognitiven, normativen u.a. Phänomenen, die auf das Verhalten und Handeln einwirkt. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG (Siehe auch "Vorurteile" >hier<)
[lateinisch] die, Gemütsbewegung, Gefühlsregung; in der Psychologie die individuell unterschiedlich ausgeprägte Anteilnahme und Erregbarkeit, auch als Ausdruck eines unspezifischen Ab- oder Hinwendungsverhaltens. Für die Gesamtheit des Gefühlslebens (Gemüt, Stimmung, Triebhaftigkeit) prägte E. Bleuler die Bezeichnung Emotionalität. (© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)
die im zentralen Nervensystem hinterlassene (komplexe) Gedächtnisspur ("mnemische Spur") eines Reiz- oder Erlebniseindrucks, die dessen geistige Reproduktion (Wiederherstellung) zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht.
ein Teilbereich der Psychologie, beschäftigt sich mit allen Phasen des menschlichen Lebens (von Geburt bis Tod). Mehr über Ziele >hier<.
die Zeitspanne der Krankheitserscheinung bei völlig rückbildungsfähigen akuten Psychose.
ist
nach bilblischer Beschreibung die durch den Sündenfall von Adam und
Eva als nicht wieder gut zu machende Sündhaftigkeit von Gott dem
Menschengeschlecht angehaftet worden. Nach katholischer
Glaubenslehre ermangelt es an heilig machender Gnade. Doch wird durch die
Taufe dieser Mangel aufgehoben, aber nicht Tod und sinnliche Begierde als Folgen der Erbsünde. Nach
reformatorischer Auffassung kann die Erbsünde nicht
durch die Taufe getilgt werden. Sie wird definiert als Hang zur
potentiellen Sünde und ist in jedem
Menschen wirksam. Die latent (verborgen) vorhandene Erbsünde ist wie eine
unsichtbare Zeitbombe, die jederzeit in eine aktuelle Sünde und echte Schuld
münden kann.
Kommentar: Aber eine Sünde im kirchlichen Sinne ist nicht immer eine weltliche
Sünde und umgekehrt.
Erik Homburger, amerikanischer Psychologe deutscher Herkunft,
*Frankfurt am Main 15.6. 1902, Harwich (Massachusetts) 12.5. 1994; emigrierte
1933 in die USA, Professor in Berkeley (Kalifornien), in Pittsburgh
(Pennsylvania) und an der Harvard University; einer der führenden Vertreter der
Jugendpsychologie.
Werke: Kindheit und Gesellschaft (1950); Jugend und Krise (1968).
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
siehe >Lerntheorie< , auch
>Modell-Lernen<
Deszendenzlehre, d.h. Abstammungslehre, welche vom
französischer Naturforscher, Jean Baptiste Pierre de Monet de
Lamarck erkannt wurde. In einer
Veröffentlichung 1809 bestritt er die Unveränderlichkeit der Arten. Danach
sind alle auf der Erde lebenden Organismen (Mikroben, Pflanzen, Tiere, Menschen)
im Verlauf der erdgeschichtlichen Entwicklung aus "primitiver organisierten
Vorfahren" entstanden, was man aus Funden ausgestorbener Lebewesen schließen
konnte. Charles Darwin (1809 bis 1882, Bild rechts) veröffentlichte
(1859) "Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" Erst durch ihn
wurde damit die Abstammungslehre weltweit bekannt. Durch Arten-Mutation
(Veränderung) setzen sich die besser an die Umweltbedingungen angepaßten
Lebewesen (in kleinen Schritten) durch.
ist als elementarste Schicht angeboren und der bewußten Kontrolle entzogen, im Unterschied zum >Ich<. Das "Es" enthält alle Triebe, Wünsche und Bedürfnisse eines Individuums. Nach Altenthan et al. "Psychologie" Stam-Verlag München: "Im Es gelten keine Gesetze des logischen Denkens, seine Impulse drängen rücksichtslos nach außen und wollen befriedigt werden, wobei es keine Rolle spielt, ob dieses Ziel realisierbar oder moralisch annehmbar ist. Es gehorcht allein dem Lustprinzip. Das Es strebt nach Vermeidung von Schmerz und Unbehagen."
Fahne [althochdeutsch "fano" = Tuch]
hat eine äußerst wichtige symbolischer Bedeutung als Identifikation mit einer
Gemeinschaft, angefangen von der Vereinsfahne bis zur UN-Flagge
(Flagge
hat eher signalisierende Bedeutung), insbesondere sowohl als Kampfes- und
Siegeszeichen als auch als Herrschaftssymbol. Bei altorientalischen Völkern, den
Römern (als Feldzeichen) usw. bekannt. Für die (katholische) Kirche gab es sie
jedoch erst ab dem 10.Jahrhundert zu liturgischen Zwecken. Weitere Bedeutung der
Fahne/Flagge als Fahnlehen, Hoheitszeichen, Wahrzeichen der
Gerichtsbarkeit, dabei vor allem des Blutbanns (Blutfahne), Signalflagge zum
Übertragen einer Botschaft (durch bestimmte Stellungen und Schwenken; Halbmast =
Trauer). Im militärischen Bereich wuchs sie zur größten Bedeutung,
beispielsweise als Richtungs- und Sammelzeichen, vor allem als Symbol der
militärischen Ehre und Treue (Fahneneidsverletzung: absolut tödlich). Sogar die
"moderne" Bundeswehr läßt die zwangsweise eingezogenen Rekruten den Fahneneid
schwören. Es entstanden Banner, Standarten bei der Reiterei. Die
weiße Fahne, sogar als einfaches weißes Tuch, soll Aufgabe im Kampf
signalisieren, das rote Tuch die Arbeiterbewegung. Eine weiße Fahne mit rotem
Kreuz signalisiert Notsituation durch Körperverletzungen. Pestverseuchte
Ortschaften wurden früher gelb gekennzeichnet. Ein Totenkopf bedeutet
Lebensgefahr. Vieles mehr! Flaggen, Wappen, Hymnen sind im Zusammenhang mit
Fahnen zu sehen. (Man singe selbst in Anwesenheit von Gegnern des Königtums
in Großbritannien nicht "God shave the queen..." statt. "God save the queen.."
[zu deutsch: Gott rasiere... statt Gott erhalte...])
[lateinisch] der, das blinde und aggressive Verfolgen eines Ziels, das ohne Bezug auf die Gesamtwirklichkeit zur absoluten Norm erhoben wird. Der Fanatiker schaltet Selbstkritik und Einwände aus und ist fremden Anschauungen gegenüber blind und (oder) intolerant. Der Fanatismus kann sich zu Massenbewegungen ausweiten (Inquisition, Hexenprozesse, Rassenwahn). © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG >Hier< mehr.
(lateinisch Purgatorium), katholische Glaubenslehre: seit dem Mittelalter übliche Bezeichnung für den Zustand der Läuterung des Menschen nach dem Tod. Die Lehre vom Fegefeuer (aus der Bibel nicht direkt zu begründen und deshalb von der evangelischen Theologie abgelehnt) geht davon aus, dass im Tod endgültig über das Schicksal des Menschen entschieden wird und die in der Gnade Gottes Sterbenden durch ein von der Sühnetat Christi und der Fürbitte der Kirche getragenes Leiden gereinigt und vollendet werden (arme Seelen). Eindrucksvolle dichterische Darstellung des Fegefeuers in Dantes »Divina Commedia«. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
>Hierzu< ein Witz
(engl. Flying Spaghetti Monster, kurz: FSM) ist die "Gottheit" einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson gegründeten Spaßreligion.
>Hier< ausführlicher mit einem Bild
(engl. fließen, rinnen, strömen), von Mihaly Csikszentmihalyi in die Psychologie eingebracht, bedeutet das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, in etwa Schaffens- oder Tätigkeitsrausch, Funktionslust; unüberspannt, wenn der Wille zentriert ist - Konzentration, ohne erzwingen zu wollen. >Hier< etwas mehr.
bedeutet: vielfältig zergliedert, immer weiter unterteilt, in immer kleiner werdende Stückchen gebrochen; fractura: das Zerbrechen (wie eine auf den Steinboden geknallte Vase, die große Scherbenstücke bis zu Krümeln hinterläßt).
Die fraktale Geometrie ist vom in Warschau 1924 geborenen und 1936 nach Frankreich emigrieten Mathematiker Benoit Mandelbrot entwickelt worden. Das französische Benoa wird Benoit geschrieben. Praktisch alles in der Natur ist fraktal, beispielsweise die Blutversorgung unsres Körpers, ausgehend von der Hauptschlagader, Aorta genannt, bis in die feinsten Verästelungen zur Haut, oder ein Baum mit Stamm, Ästen, Zweigen und Blättern auch mit einem Aderngeflecht. Eine Küstenlinie ist fraktal, ein Gebirge, die Zwiebel mit ihren Schalen usw. Lassen wir es damit gut sein und schauen uns die Bilder an.
im nordmährischen Freiburg (heute Pribor) am 6.5.1856
geboren und 23.9.1939 in London gestorben, gibt als der "Vater" der Psychoanalyse. Freud
arbeitete zunächst als Neurologe. 1885 ermöglichte es ihm ein Stipendium, in
Paris bei dem Neurologen Jean-Martin Charcot zu studieren, wo er sich allmählich
von der Existenz eines unbewußten Geistes und einer uneingestandenen
Sexualität überzeugte. 13 Jahre brauchte er, um aus diesen Einsichten eine
vollständige Theorie zu formen - die 90er Jahre des vorletzten Jahrhunderts waren
seine entscheidende Phase. Er wandte sich von der Physiologie ab, erkannte die
Grenzen der Hypnose und begann, seine, eigenen Träume zu analysieren.
Daraus entstanden sein Buch "Die Traumdeutung" und "die grundlegenden Thesen der
Psychoanalyse".
Freud war der Ansicht, Träume seien Wunscherfüllung, und viele unserer Wünsche
würden ins >Unbewußte< verdrängt. Freud wird meist auf einige wenige seiner
wichtigsten Theorien reduziert und nur nach diesen beurteilt. Seine zentralen
Thesen beschäftigten sich mit Träumen, der Gliederung des Geistes in
>Ich<, >Es< und >Über-Ich<, mit dem Lustprinzip
(Wunsch nach sofortiger Befriedigung der Bedürfnisse) und der Bedeutung der
>Verdrängung< für
den Aufbau unserer Zivilisation. Freud fühlte sich immer zwischen seinem Wunsch,
ein wirklicher, mit psychologischen (den Körper betreffend) Tatsachen arbeitender Wissenschaftler zu
sein, und seinem Wissen um die menschliche Komplexität, die ihm auf seiner Couch
offenbart wurde, hin- und hergerissen. Er mußte mit Gedanken, Gefühlen,
Handlungen, Wünschen und Intentionen umgehen, ohne daß es eine physiologische Sprache gegeben hätte, in denen er sie hätte erfassen können. M. Jahoda sagt in
einem interessanten Buch, Freud habe dieses Dilemma weder ignoriert noch sei er
ihm aus dem Weg gegangen - darin manifestiere sich seine Größe. Wie viele
Psychologen erkannte Freud, daß er nicht das sein konnte, was er laut der
reduktionistischen Tradition sein sollte. ("Reduktionistisch", die Meinung,
alles könne auf physi(kali)sche und chemische Ursachen zurückgeführt werden.) Seine Untersuchungen gingen über die
Ursachen der Neurosen seiner Patienten hinaus. In seinem ständigen Bemühen, die
versteckten Kräfte, die uns Menschen antreiben und ausmachen, zu verstehen,
beobachtete er besondere menschliche Verhaltensweisen: Witze, die Fähigkeit,
Kunst zu schaffen und zu bewundern, oder anthropologische Mythen
(Erzählung, Sage), über Totems (ein Tier oder Mensch
als Ahne, Schützer, Begleiter bei den Indianern) und Tabus (in der
polynesischen Religion das unbedingte Verbot, Orte zu betreten, Gegenstände,
Tiere und Personen zu berühren, Wörter aus- und Personen anzusprechen, die als
übernatürlichen Macht ("Mana" genannt) wirkend gelten).
Einer der ältesten Kritikpunkte an Freuds Vorstellungen ist,
psychoanalytische Theorien seien derart umfassend, daß es unmöglich sei, sie zu
widerlegen. Paul Kline hat in einer Aufzählung von auf Freuds Ideen basierenden
Versuchen gezeigt, daß dies nicht ganz zutrifft. Trotzdem behaupten die Gegner
Freuds, die auf der einen Seite auf die Unwiderlegbarkeit der Analyse verweisen,
andererseits auch weiterhin, daß seine Ideen Überprüfungen in den meisten Fällen
nicht standhalten würden. Die Psychoanalyse ist also ein merkwürdiges Phänomen:
Sie kann nicht widerlegt werden, irrt sich aber häufig. Mit Recht weist Jahoda
auf die Widersprüchlichkeit einer solchen Einstellung hin. Sie sieht keinen Sinn
darin, freudianische Vorstellungen wie wissenschaftliche Hypothesen zu
überprüfen. Auch die beste Verifikation (Nachweis der Korrektheit von
Aussagen - Gegenteil: Falsifikation) der Psychologie kann immer nur
unverbindlich bleiben. Die Psychologen werden akzeptieren müssen, daß ihr Fach
zum Teil den Naturwissenschaften und zum Teil den Geisteswissenschaften
angehört, teilweise sogar den Künsten, und werden lernen müssen, in drei
verschiedenen Sprachen zu sprechen. Der Philosoph Brian Farrell meinte 1981,
Freuds Ideen dürften nicht vom logisch-positivistischen Standpunkt aus
betrachtet werden, sondern von ihrer Plausibilität her: Erleichtern seine
Konzepte es den Menschen, ihre Erfahrungen zu verstehen und eine plausible
Geschichte daraus zu knüpfen? Auch wenn das kein wissenschaftlicher Ansatz ist,
hat er doch etwas für sich. Freud wollte Männer und Frauen als ganzheitliche
Wesen betrachten. Er hielt nichts von der
Untersuchung von Gedächtnis, Wahrnehmung, Einstellungsänderungen oder
Augenkontaktverhalten als isolierten Bruchstücken. In ihrem Eifer, sich immer
mehr zu spezialisieren, untersuchen viele Psychologen heute derart winzige
Bestandteile unseres Verhaltens, daß man nur noch schwer feststellen kann, was
diese Forschung mit dem Menschen zu tun hat. Die Vorstellung einer
ganzheitlichen Psychologie geht in vielem auf Freud zurück.
Eines der Probleme der Einschätzung von Freuds Beitrag zur Psychologie ist
allein sein Umfang. Freuds gesammelte Werke enthalten zahlreiche Überarbeitungen
und Schwerpunktverschiebungen. Eine angemessene Biographie liegt bisher nicht
vor, weil manche Dokumente immer noch unveröffentlicht und die
Meinungsverschiedenheiten über Freuds Privatleben beträchtlich sind. (Inhalt
stark angelehnt an: David Cohen - Lexikon der Psychologie)
B. FARRELL, The Standing of Psychoanalysis (1981);
PETER GAY, Freud (1989);
M. JAHODA, Freud und das Dilemma der Psychologie (1977);
E. JONES, Das Leben und Werk von Sigmund Freud (1956);
PAUL KLINE, Fact und Fantasy in Freudian Theory (1972);
J. MASSON, Was hat man dir, du armes Kind, getan. Sigmund Freuds Unterdrückung der Verführungstheorie (1985);
F. SULLOWAY, Freud, Biologist of the Mind (1979).
Noch ausführlicher >hier<
Enttäuschung durch erzwungenen Verzicht
>Hier< mehr
über die Ausführungen: Aggression hat immer als Ursache eine Frustration (nach
der Frustrations-Aggressions-Theorie von Dollard und Miller u.a.)
(Lateinisch: fundamentum = Grundlage) ist Festhalten an Vorgaben ohne Kompromiss und Diskussion. >Hier< mehr.
(Mentizid, englisch: Brainwashing), Art der Folterung von meist politischen Häftlingen oder Kriegsgefangenen, die durch psychophysische Druckmittel ein häufig fiktives Geständnis oder eine völlige Umwandlung des politischen Denkens und Wollens bewirken soll. Methoden sind u.a. pausenloses Verhör, Schlafentzug, lang andauernde psychische Reizung, Drohungen, Versprechungen, auch Verabreichung von Drogen, um den Gefangenen in den Zustand verminderten Bewusstseins, erhöhter Suggestibilität oder Willenlosigkeit zu versetzen. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
im Rahmen der Beziehung zwischen Autorität und Aggression zu sehen, siehe Milgram-Experiment >hier< und ein Beispiel gegenüber Gott >hier<. Zu berücksichtigen ist als Stichwort "Konformität" im Rahmen von Gruppenverhalten durch psychophysische Druckmittel ein
darunter versteht man die Anwendung von physischem und psychischem Zwang gegenüber Menschen. (>Hier< Ausführliches auf der Web-Seite über "Macht", "Gewalt", Demokratie)
Pharmakologie und Medizin: fortschreitende Anpassung des menschlichen Körpers (Toleranzentwicklung) an ein Genuss- oder Suchtmittel (Sucht), in deren Folge zur Erreichung der gleichen Wirkung die Dosis laufend erhöht werden muss.
Ähnlicher Verlauf auch psychologisch gesehen: Da gibt es Begriffe, zuerst einmal eher umgangssprachlich "habituell", also aus Gewohnheit, gewohnheitsmäßig, häufig wiederkehrend. In der amerikanischen Psychologie und Pädagogik gibt es die Bezeichnung (der oder das) Habit als das zur ererbten Anlage Hinzuerworbene, wird auch benutzt, um damit die kleinste Einheit eines Lernprozesses zu bezeichnen.
Die Gewöhnung oder auch Gewohnheit kennzeichnet "die Tendenz des Individuums, in gewohnter und mechanischer Weise zu handeln, besonders dann, wenn diese Tendenzen durch Übung oder Erfahrung erworben wurden." (G.Jones)
Viele Verhaltensweisen laufen aus Gewohnheit ab, z.B.
- mechanische, halbautomatische, also routinemäßige Tätigkeiten, wie Akkordarbeiten, Klavierspielen (Notenlesen, mit eingeübtem Fingersatz auf die richtigen Tasten hämmern), Ankleiden mit Schuhe zuschnüren, Krawatte oder Schleifchen binden.
- regelrecht einstudierte Denk- und Handlungsweisen, die als Einstellungen und Standpunkte in Erscheinung treten (eine einmal gewonnen Meinung wird nicht geändert. Ein Abweichung von einer festen Meinung wird sogar als Charakterschwäche bei Mitmenschen gesehen als unzuverlässig).
- Es werden Handlungen vorgenommen, die in sozialen/kulturellem Umfeld erworben wurden, wie einer Dame aus dem Mandel helfen, anständig gekleidet sein. Da gibt es "gute" und "schlechte Sitten. Viele Gewohnheiten sind durch das soziale Umfeld >konditioniert< (>gelernt<) worden.
Reize
bzw. bestimmte Situationen
lösen das gewohnheitsmäßige Reagieren aus.
Josef, wollte auch in den Krieg ziehen, jedoch wurde er wegen seines Klumpfußes als nicht für den Militärdienst geeignet eingestuft, und ihm wurde der Kriegsdienst somit verwehrt. Goebbels ging anstelle dessen in das Jesuiten-Seminar in Kerkrade (Niederlande), weil er Priester werden wollte. Er studierte dann jedoch Literatur und Philosophie in Bonn, Würzburg, Freiburg und Heidelberg, unter anderem bei dem von ihm verehrten, jüdischen Literaturwissenschaftler Professor Friedrich Gundolf, und promovierte schließlich 1921 an der Ruprecht-Karls-Universität mit einer Dissertation über Wilhelm von Schütz unter der Betreuung des jüdischen Professors Freiherr von Waldberg.
Definitionen, Namen (z.B. Adonai, Jahwe, Jehova, Kyrios, Dominus), Begriffe und Erklärungen sind >hier<her ausgelagert mit einer Auflistung von zusammengesetzten Worten, wie Gottesurteil, Gottesstaat.
Merkmale: Eine Gruppe ist für Außenstehende und Mitglieder erkennbar (Name {Familienname, Name einer Partei}, Abzeichen, Uniform), das heißt nicht, daß sich alle Mitglieder auch kennen müssen. Eine Gruppe hat ein Zusammengehörigkeitsgefühl, aber eine Abgrenzung nach außen. Die Gruppe hat eine soziale Struktur, die eine Beständigkeit ausweist (hierarchisch oder demokratisch strukturiert). In der Gruppe gibt es Rollen, z.B. Anführer, Außenseiter. Es gibt Interaktion und Kommunikation zwischen den einzelnen Mitgliedern. Die Beziehung untereinander ist wichtig; in einer Gruppe herrschen Normen und Werte (z. B. Pfadfinder, aber selbst bei der Mafia). Die Aktivitäten einer Gruppe sind mindestens auf ein Ziel ausgerichtet (z.B. nur, um Freizeit miteinander zu verbringen bis zur Weltveränderung). Eine Gruppe hat eine bestimmte Dauer.
Unterschiedliche Gruppen:
Klein-, Großgruppe (je nach Größe, Familie - Kleingruppe; ab 20 bis 30 Großgruppe)
Primär-, Sekundärgruppe (d.h. für Primär: häufiger und intensiver Kontakt)
Formelle und informelle Gruppe (informelle bilden sich selber durch Freundschaft z.B., Schule/Sportverein bilden formelle Gruppen mit vorgegebenen Regeln)
Mitgliedsgruppe (ist diejenige, zu der man gehört, z.B. Familie, Verein)
Bezugsgruppe (mit derer Normen und Werte man sich identifiziert, kann eine Mitgliedsgruppe sein)
Wir- und Die-Gruppe (= in-group und out-group, Eigen- und Fremdgruppe oder Binnen- und Außengruppe; >hier< mehr)
Stephen Jay , (geboren am 10. September 1941 in New York und am 20. Mai 2002 gestorben) war ein US-amerikanischer Paläontologe, Geologe und Evolutionsforscher. In jungen Jahren war er schon politisch aktiv, etwa gegen rassengetrennte Lokale oder gegen den Vietnamkrieg. Er war seit 1973 Professor für Geologie an der Harvard University. Daneben war er Autor etlicher erfolgreicher populärwissenschaftlicher Bücher, die sich durch eine klare Sprache auszeichnen, und dadurch einer der bekanntesten Wissenschaftler überhaupt. Er meinte, dass er seinen Stil auch für seine Kollegen nicht ändern bräuchte, und seine Bücher auch vor ihnen in der gleichen Art und Weise bestehen könnten. Sein essayistischer Stil wird fallweise mit Montaigne verglichen. Den Höhepunkt seiner Bekanntheit zu Lebzeiten erreichte Gould in einem Gastauftritt seines gezeichneten Alter Egos in der Fernsehserie "Die Simpsons". (Siehe >NOMA-Theorie<)
bedeutet auf griechisch "Forderung" und ist ein Grundsatz, der nicht von anderen Sätzen abgeleitet, das heißt nicht bewiesen werden kann. Die Axiome sind aber dennoch nicht unbegründete Annahmen, sondern gelten als unmittelbar einsichtig. Sie dürfen mit nichts in Widerspruch stehen.
Der Hadjdj, auch Haddsch oder Hadsch,
(je nach Interpretation der arabischen Schriftzeichen), ist die Pilgerfahrt nach Mekka; eine der fünf Grundpflichten (»Pfeiler«) des Islam. Jeder Muslim muß mindestens einmal in seinem Leben einen Hadjdj machen (>hier<).
Holocaust,
vom Griechischen: holokaustos = völlig verbrannt, gemeint ist:
Massenvernichtung; Bezeichnung für Tötung einer großen Zahl von Menschen, eines
Volkes (Genozid), insbesondere wird darunter die systematische (tatsächlich
völlig grundlose) Vernichtung der europäischen Juden während der Zeit des
sogenannten deutschen Dritten Reiches von1933 bis 1945 verstanden.
>Hier< ein Bezug auf die Bibel und zu einem sehr ausführlichen Artikel über Sexualität bzw. Sexualerziehung >hier<.
ICD International Classification of Diseases. >hier< Näheres
lat. ego, manchmal auch als - Selbst bezeichnet. Nach S. Freud: ICH ist die
Instanz des bewußten Lebens, die die bewußte Auseinandersetzung mit der Realität
leistet. Bei der Realitätsprüfung und Anpassung an die Umwelt helfen
ICH-Funktionen wie Gedächtnis, Wahrnehmung, Beherrschung des Bewegungsapparates,
Denken, Sprechen, Beurteilen usw. Alle diese ICH-Funktionen entwickeln sich erst
im Laufe der individuellen Entwicklung. Das ICH ist die Instanz, die zwischen
den Bedürfnissen des >Es< den Normen des
>Über-Ichs< und den Anforderungen der Realität vermittelt.
Um diese Vermittlungsaufgaben zu bewältigen, setzt das ICH
>Abwehrmechanismen< ein, wie >Verdrängung<,
>Projektion<, >Regression<
usw.
[lateinisch: Einzelding, Atom (in der griechischen Bedeutung als kleinstes unteilbares Element); individuus = unteilbar, unzertrennlich]. >Hier< zu einem psychologisch/soziologisch bedeutsamen Artikel.
Identifizierung, Identifikation --- Gegenteil: >Projektion<
Übernahme von Eigenschaften, Denk- und Verhaltensweisen oder Haltungen anderer Personen durch Verinnerlichung oder Nachahmung. Bewunderte, aber auch gehasste oder gefürchtete Züge des anderen können übernommen werden. Die Persönlichkeit wird stark durch Identifizierungen geprägt: Indem das Kind Charakterzüge und Werte (Normen, Konventionen, also auch gesellschaftliche Übereinkünfte) von geliebten oder gefürchteten Personen übernimmt, seelisch verarbeitet und sie sich zu eigen macht, baut es langsam sein eigenes, unverwechselbares Ich auf. (© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2007)
vermittelt eine Weltansicht, die zumindest von einer Gruppe als allein gültig angenommen wird (nach Karl Marx als herrschende Weltansicht). Es wird heutzutage jedoch bei der Definition von (den unzählig verschiedenen) Ideologien Vorstellungen gesehen zur Interpretation der Welt in einer von Interessen geleiteten und damit verfälschenden, wissenschaftlich zumindest nicht vollständigen Form. Damit haben im Grunde genommen alle Ideologien im Geschichtsverlauf einen retardierenden (reaktionären) Charakter angenommen und vermitteln damit ein falsches Bewusstsein aus rein (Natur-) wissenschaftlicher Sicht. Nach der "rationalistischen Ideologiekritik" wird Ideologie bewusst als Mittel der Herrschaftserhaltung eingesetzt.
(Lateinisch: Infans = kleines Kind, als Adjektiv: kindlich, kindisch, lallend, unberedt usw.) bedeutet in der Psychologie, daß die Person im Erwachsenenalter im Entwicklungsstadium mehr oder weniger auf kindlicher Ebene infolge einer körperlichen oder geistigen Hemmung stecken geblieben ist. Kindliche Denk- und Verhaltensweisen bleiben im Erwachsenenalter, und es mangelt an Selbstständigkeit. Siehe auch >Puerilismus<. (Infantilismus kann auch in einer Körperform vorkommen als einfach körperlich zurückgeblieben.)
zeichnet sich dadurch aus, daß keine individuellen Aktivitäten der einzelnen Insekten zugelassen werden, ähnlich wie in einer geschlossenen Religionsgemeinschaft. So wie sich die einzelnen Staaten mit unterschiedlichen Ideologien (aus vorwiegend wirtschaftlichen Gründen) bekämpfen, so führen auch Insektenstaaten gegen einander "Krieg". >Hier< zu einem ausführlichen Artikel.
beschäftigt sich damit, wie Menschen miteinander interagieren - wörtlich "gemeinsam handeln", d. h. wie sie miteinander verbal (mündlich) sprechen, "wie sie ihre Körpersprache (Mimik, Gestik), ihren Körperkontakt, Augenkontakt und jene subtilen (zart, fein, spitzfindig, scharfsinnig, schwierig) Hinweise aufeinander abstimmen (oder nicht aufeinander abstimmen), aus denen die soziale Interaktion besteht." ("Wörterbuch der Psychologie von Wilhelm Hehlmann")
Da es sich auch immer um einen Austausch von Mitteilungen handelt, kann man
die Interaktion kaum von >Kommunikation< abgrenzen.
Übernahme fremder Anschauungen, Gefühle und Verhaltensweisen für die eigene Person, als Prozeß einer Verinnerlichung; Gegensatz: >Projektion<.
"Ein Konzept aus der psychoanalytischen Theorie. Die Introjektion bezeichnet den
Prozeß, bei dem die Funktionen eines äußeren Objekts von seinen inneren
Vertretern übernommen, d. h. verinnerlicht werden. So "höre" ich beispielsweise
die Ratschläge meines Vaters noch lange, nachdem er gestorben ist."
("Wörterbuch der Psychologie von Wilhelm Hehlmann")
= Selbstbeobachtung ist die nach innen gerichtete Beobachtung, also auf
das eigene Bewusstseinsgeschehen.
(arabisch "Ergebung"), eine monotheistische Weltreligion, von Mohammed zwischen 622 und 632 in Medina (erste Gemeindeordnung) gestiftete wurde. >Hier< mehr.
Die "Heilige Schrift" dieser Religion, der Koran wird
>hier< näher beschrieben.
Jesus von Nazaret, >hier< zu einem ausführlichen Artikel
Carl Gustav, schweizerischer Psychologe (1875 - 1965) ist ein wichtiger Vertreter der Selbstpsychologie innerhalb der Tiefenpsychologie. Sein Werk lässt sich nicht verstehen, wenn man nicht die Beziehung des Ichs zu seinem Persönlichkeitskern, dem Selbst, in die Psychologie mit aufnimmt. Er gehört daher in eine Reihe von Tiefenpsychologen, die den Selbstbezug und die Individualität als Kern der Menschwerdung (Objektstufe) bzw. der Kulturgeschichte (Subjektstufe i.S.d. Außenwelt) ansehen. >Hier< zu einem ausführlichen Lebenslauf
(von französisch: cabaret = "Schenke") ist eine szenische
Darstellung (meistens auf einer Bühne) mit Vorträgen und oft mit Liedern
verknüpft und als humoristisch->satirisches< oder
politisch-gesellschaftskritisches Aufführung. Das Kabarett entstand aus den »Cabarets
chantants«, den Künstlerkneipen des Montmartre in Paris 1881 mit der Eröffnung
der "Chat noir" (schwarzen Katze). Das erste deutsche Kabarett wurde 1901
bekannt. Eine kabarettistische Darbietung wird heute als künstlerischer Ausdruck
gesehen, ist aber in strengreligiösem Umfeld undenkbar, z. B. im Islam.
Es wird an dieser Stelle nur etwas über das "kanonische Recht" (Kanon = Richtschnur, Leitfaden) der römisch-katholischen Kirche gesagt, das dort "Codex Iuris Canonici heißt und das Gesetzbuch des kanonischen Rechts darstellt. Es traf 1918 in Kraft. 1983 gab es eine Neufassung auf Grund der Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils. 1752 Einzelvorschriften sind in sieben Büchern zu finden (ist damit viel umfangreicher als das bundesdeutsche "Bürgerliche Gesetzbuch"). >Hier< zum Inhaltsverzeichnis und von dort zum "Codex des Kanonischen Rechtes der Katholischen Kirche". Jeder Punkt des Inhalts kann übers Internet beim Vatikan gelesen werden.
im Rahmen einer Gruppe >hier<.
auf Erkenntnis beruhend (durch Wahrnehmung, Gefühle...)
Begriff in der Sozialpsychologie (Gruppensoziologie) für
ein situationsabhängiges (mehr oder weniger) gleichförmiges Verhalten der
Menschen in einer Gruppe oder
Menschenansammlung. Die Soziologen versuchen, bestimmte beobachtbare Muster
den die Menschen
verbindende Ziele und Interessen zuzuordnen.
soziologischer Begriff (É.Durkheim) für die allen Mitgliedern derselben Gesellschaft gemeinsamen Glaubensvorstellungen und Gefühle. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Eine kollektive Psychose betrifft nicht eine Einzelperson sondern die >Gruppe< bzw. eine ganze Gesellschaft. Eine solche kollektive Psychose wird in der Regel nicht als pathologisch (krank) angesehen, insbesondere nicht, wenn es sich um eine ganze Gesellschaft handelt.
>Hier< eine Übersicht zum Begriff "Kollektiv".
[lateinisch »Unterredung«, »Mitteilung«] ist der Prozess des Zeichenaustausches zwischen Menschen (Humankommunikation). Es handelt sich um einen wechselseitigen Prozess der Bedeutungsvermittlung, um Interaktion. Als intentional gesteuerter Übertragungsvorgang erfolgt Kommunikation zwischen Personen oder Personengruppen (interpersonale Kommunikation), zwischen Mitgliedern von Organisationen, Institutionen und Verbänden (Gruppenkommunikation) oder durch die Zwischenschaltung eines technischen Verbreitungsmittels (mediengebundene Kommunikation, Massenkommunikation). Elemente des Kommunikationsaktes sind Sender (Kommunikator, Quelle der Information), Empfänger (Adressat, Rezipient), Code (Sprache, Druck, Bild, Ton; Zeichenvorrat, Sprachschicht), Kanal (physischer Übertragungsweg, z.B. Sprache, Schallwellen, Schrift), Kontext (situationale Bestimmungsmomente) und Inhalt (Gegenstand der Kommunikation). Zum Kommunikationsprozess gehören Verschlüsselung (Encodierung), Übermittlung (Signalisierung) und Entschlüsselung (Decodierung, Interpretation). (Stark angelehnt an © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)
Kommunikation wird häufig gleichgesetzt mit >Interaktion<.
Ausgleich eines bewußten oder unbewußten Gefühls einer Minderwertigkeit oder Unsicherheit gegenüber gesellschaftlichen, familiären und individuellen Idealen. (Witz: Kommt einer zum Psychotherapeuten und beklagt: "Ich habe so schreckliche Minderwertigkeitsgefühle". Der Therapeut schaut sich die Person lange an und antwortet: "Ja, ich muß feststellen: Sie sind minderwertig.")
Die Kompensation kann zu einem (neurotischen) Geltungs- und Machtstreben, zur Überlegenheit führen.
eine Konstellation (Ansammlung von Gefühlen, Gedanken, Wahrnehmungen, Einstellungen und Erinnerungen), die sich um einen bestimmten bedeutenden Zusammenhang (also den Komplex) gesammelt haben.
Übereinstimmung, Einiggehen, Anpassung (in bzw.) mit einer Gruppe >hier< und etwas ausführlicher und gezielter >hier<.
(lateinisiert aus K'ung-fu-tzu, Kong fuzi [»Meister K'ung«]), eigentlich Kong Qiu, chinesischer Philosoph, geboren in Qufu 551 v.Chr. und ebenda 479 v.Chr. gestorben; war Beamter, wurde verbannt und kehrte im Alter in seine Heimat zurück. Konfuzius versuchte, das mythologisch-religiöse Wertsystem des chinesischen Feudalreiches zu restaurieren. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
führt zum bedingten Reflexes, wie experimentell bewiesen werden konnte. Es wird ein ursprünglich neutraler Reizes mit einem reflexauslösenden gekoppelt. Dann bewirkt der vorher neutrale Reiz einen bedingten Reflex (wie z.B. >hier< gezeigt am Vorwort zur Auflistung "Welt der Religionen" aus "Die Zeitbombe tickt, kann sie noch entschärft werden?" von Walter Rath).
Noch eine besser zu verstehende Definition (aus "Wörterbuch der Psychologie von Wilhelm Hehlmann"): Konditionierung ist ein Prozeß, bei dem eine neue Reaktion mit einem schon existierenden >Stimulus< verknüpft wird. Man benutzte die Konditionierung zur Erklärung vieler Formen des >Lernens<. Für die >Behavioristen< waren konditionierte >Reflexe< die Grundelemente allen Verhaltens. Skinner (ein bekannter Psychologe) modifizierte >Pawlows< Vorstellungen und bewies die Existenz der >operanten Konditionierung<.
Die Konditionierung
spielt im diesem Web-Darstellungen eine der wichtigsten Rollen:
Wie man angepaßt wird an die Weltanschauung
(Religion).
in der Wissenschaftstheorie: Auffassungen, die die Konstitution*sleistung des Subjekts im Erkenntnisprozess in den Vordergrund stellen (Gegensatz: Empirismus). Denken, Reden und Handeln sollen rekonstruiert, das heißt hinsichtlich ihrer Gültigkeit begriffen werden. Dies gilt besonders für den Aufbau der Wissenschaftssprache, wobei meist die (alltägliche) Lebenswelt als unhintergehbarer Ausgangspunkt betrachtet wird. In der Rekonstruktion der vorwissenschaftlichen Basis der Wissenschaften liegen Ergebnisse v.a. in der Geometrie und Physik (»Protophysik«) vor. Die von Systemtheorie, Psychologie und Biologie beeinflussten Ansätze des radikalen Konstruktivismus liefern ganzheitliche Wissenschaftsmodelle und haben u.a. in Psychologie, Biologie, Soziologie, Kunst-, Sprach- und Literaturwissenschaft Eingang gefunden. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
* Summe aller physischen und psychischen Eigenschaften eines Menschen
(lateinisch: "cintiguus" = benachbart, angrenzend) meint
ein gleichzeitiges Auftauchen von zwei Reizen, Reaktionen oder von Reiz und
Reaktion (Stimuli) beim Lernen.
Der Koran (des Islam) ist >hier< näher beschrieben
kommt vom lateinischen "cultura": Bearbeitung, Anbau, Ackerbau, Landwirtschaft; dann aber auch Pflege von Körper und Geist, sittliche Veredelung, Ausbildung, Verehrung. Ist also ein sehr weit gefaßter Begriff für die Art und Weise (die Lebensformen) einer Menschengruppe (Volksgruppe). Als Kultur bezeichnet man den Komplex von Kenntnissen, Glaubensvorstellungen, Kunst, Moralauffassung, Recht, Bräuchen und allen anderen Fähigkeiten und Sitten (Gebräuche), die der Mensch als Mitglied einer Gesellschaft erworben hat einschließlich geistiger Aktivitäten, "besonders der Werteeinstellungen. Kultur gilt im weitesten Sinn als Inbegriff für all das, was der Mensch geschaffen hat, im Unterschied zum Naturgegebenen. Die materielle Kultur, die technischen Grundlagen des Daseins samt deren materiellen Produkten (Nahrung, Obdach, Kleidung, Werkzeug, Gerät) sowie die institutionelle und soziale Gestaltung des Lebens (z.B. politische Kultur) werden heute nicht mehr zu einer geistigen Kultur in Gegensatz gestellt (Zivilisation). Im engeren Sinn bezeichnet Kultur alle Bereiche der menschlichen Bildung im Umkreis von Erkenntnis, Wissensvermittlung, ethischen und ästhetischen Bedürfnissen. Kultur wird auch bedeutungsgleich mit Kultiviertheit verwendet, z.B. im Hinblick auf die zwischenmenschliche Kommunikation (Gesprächs-, Konflikt-, Streitkultur)", letzteres nach © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG. Weiteres >hier<
(von lateinisch laïcus = weltlich) eine Idee im 19.Jahrhundert in Frankreich, dort 1905
gesetzlich verankert (Französisch: "laïcisation" = Befreiung von kirchlicher
Bindung, laïciser = dem kirchlichen Einfluß entziehen, Laïcité = religiöse
Neutralität des Staates). Obwohl Laizismus grundsätzlich antiklerikal
(antireligiös) ist, werden Religionen geachtet aber als völlig vom staatlichen
Verwaltungsapparat (Gesetze, Verordnungen) getrennt. Außer Frankreich hat die
Türkei eine laizistische Staatsform auf grund der Reformen durch Mustafa Kemal
Pascha (genannt Atatürk, Vater der Türken) mit Kopftuch-, insbesondere Burka(>hier<)-Verbot.
Es gibt verschiedene Lernarten:
- Das klassische >Konditionieren<, das auf Pawlow zurückzuführen ist und wird genannt auch als "Lernen durch bedingten >Reflex<".
- Das >operante< Konditionieren nach Skinner. Das ist das Lernen durch >Verstärkung< und Bestrafung (>Hier< ausführlicheres zur Strafe).
- Das Lernen durch Versuch und Irrtum von Thorndike.
- Das >Modell-Lernen< von Bandura.
- Das >einsichtige Lernen< nach Köhler (Berliner Schule: Wertheimer et al., gestaltpsychologische Ansätze) (>Hier< die Definitionen und Erklärungen etwas ausführlicher).
Etwas ausführlicher:
Lernen, ein wichtiger Begriff in der Psychologie. Wir erlernen eine Vielzahl von
komplexen Fähigkeiten in unserem Leben - vom Sprechen über das Schließen von
Freundschaften bis hin zum Autofahren. Trotzdem hat sich die Psychologie des
Lernens häufig auf künstliche experimentelle Situationen konzentriert. John -Watson forderte, die Psychologie solle untersuchen, wie Menschen das
Maschineschreiben, das Schießen und andere gewöhnliche Tätigkeiten erlernen,
denn bisher hätten sich die meisten Studien immer darauf konzentriert, wie
Menschen Listen von Adjektiven auswendig oder wie Ratten lernten, sich in einem
Labyrinth zurechtzufinden. Durch diese experimentelle Tradition konnten einige
wichtige, das Lernen betreffende Faktoren isoliert werden wie Aktualität (wie
lange ist es her, daß wir den Reiz (>Stimulus<)
wahrgenommen haben, den wir erlernen sollen?), Häufigkeit (wie oft haben wir
diesen Reiz gesehen?), >Kontiguität< (befand sich der Reiz in der Nähe eines anderen Reizes, den wir
bereits erlernt hatten?), das Gesetz der Wirkung sowie die motivierende Kraft
einiger Arten der Verstärkung. Es wurde nachgewiesen, daß wir neue Fähigkeiten
auf die gleiche Weise erwerben, wie wir alte erworben haben (Lerneinstellung, Verstärkung). Die Konzentration auf die experimentelle
Tradition hatte zur Folge, daß für lange Zeit weniger Untersuchungen darüber
angestellt wurden, wie wir eine Vielzahl komplizierterer Verhaltensweisen wie
die komplexen gesellschaftlichen Rollen erlernen, die für uns zur Gewohnheit
werden. Wenn ich zum ersten mal mit einer Frau ausgehe, habe ich eine ungefähre
Vorstellung davon, wie ich mich verhalten muß. Habe ich keinen sozialen Defekt,
werde ich versuchen, interessant und charmant zu sein und nicht dauernd von
meiner Ex-Freundin zu reden. Wie lernen wir das? Mit konkreten Antworten auf
solche Fragen hält sich die Psychologie sehr zurück. Manche Forscher behaupten,
daß einige Fähigkeiten - vor allem - Sprache - nicht auf die Art und Weise
erworben oder erlernt würden, wie es die klassische experimentelle Psychologie
vorhersagte (siehe Chomsky).
Ein weiterer wichtiger Bereich in der Untersuchung des Lernens ist die
Neurophysiologie. Etwas zu lernen bedeutet im wesentlichen, sich daran zu
erinnern, so daß wir darüber verfügen können, wenn wir es brauchen. In diesem
Bereich hat die neuere Psychologie große Fortschritte gemacht. Ratten, die in
einer reichhaltig ausgestatteten Umgebung aufwachsen (ein Käfig voll
interessanter und ablenkender Dinge), entwickeln eine überdurchschnittlich große
Hirnrinde. McCormick fand vor kurzem heraus, daß eine Vielzahl der klassisch
konditionierten erlernten Reaktionen wahrscheinlich
im Kleinhirn gespeichert ist. Ratten, deren Augenzwinkern durch einen Lufthauch
konditioniert war, verloren diese Reaktion, nachdem ein winziges Stück ihres -
Kleinhirns (cerebellum) entfernt worden war. Das unkonditionierte Augenzwinkern
blieb unverändert. Beim Menschen scheint der - Hippocampus ("Seepferdchen", Teil
des Gehirns) eine wichtige Rolle
für das Lernen zu spielen, denn Patienten, die sowohl den linken als auch den
rechten Hippocampus verloren haben, zeigen große Lernschwierigkeiten.
W. HILL, Theories of Learning (1988).
"Vorhalle" im Englischen, im Staatsgefüge die Vorzimmer der an der Regierung
Beteiligten (ursprünglich im britischen Unterhaus die Wandelhallen, wo die
Abgeordneten mit Außenstehenden verhandeln konnten). In den Vereinigten Staaten
von Amerika versuchten sehr bald nach der Unabhängigkeit Vertreter von
Interessengruppen ("Pressuregroups" als mit Bestechung und sonstigem Druck)
nicht nur Volksvertreter, sondern auch Verwaltungsbeamte, Richter in
ihrem Sinn zu beeinflussen. Ohne Lobbyisten geht gar nicht mehr in welchen
Staaten auch immer. In der Bundesrepublik Deutschland sitzen sie inzwischen
sogar in den Ministerien zur Ausarbeitung von Gesetzesvorlagen.
>Hier< zu
Literaturhinweisen.
siehe unter Alfred Adler >hier< und zu einer ausführlichen Seite >hier<. Wegen der Wichtigkeit dieses Begriffes, der auf dieser Stichwortseite sehr häufig erscheint, mit dem Suchbefehl ([Strg] [F]) suchen. (Aber Groß- und Kleinschreibung ankreuzen, sonst bekommen Sie z.B. alles wie "gemacht".)
[aramäisch] der, im Neuen Testament abschätzige Bezeichnung für Geld und Reichtum, sofern diese das Streben des Menschen bestimmen (Matthäus6,24) oder nicht redlich erworben sind (Lukas16,9 folgende). (wörtlich aus © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)
[griechisch »Raserei«] psychische Erkrankung mit ständiger Geschäftigkeit
ohne nennenswerten Nutzeffekt, grundlos heiterer oder gereizter Stimmung,
Denkstörungen, Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Störungen vegetativer
Funktionen (z.B. Blutdruckanstieg, Tachykardie und Schlafstörungen). © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Idee, Gedanken in der Theorie der "Memetik" (latein: memoria = Gedächtnis, englisch: memory = Erinnerung[skraft] und auch Gedächtnis oder Andenken, französisch: meme =gleich, griechisch: mimeisthai = nachahmen; man kann es sich aussuchen). MEM erschien wahrscheinlich 1976 zum ersten Mal bei Richard Dawkins (>hier< der Lebenslauf) in seinem Buch "Das egoistische Gen (The Selfish Gene). Nach >Wikipedia<: "Solch ein Mem entwickelt sich zuerst im Fühl- und Denkvermögen eines Individuums und wird durch Kommunikation weiterverbreitet. Durch individuelles Nachdenken und durch Austausch mit anderen Memen entwickeln sie sich weiter. Beispiel: Ein Gerücht, das von einer Person erdacht und mitgeteilt wird, verbreitet sich je nach Brisanzgrad weiter. Es tauchen weitere Varianten des Gerüchtes auf. Das Konzept „Mem“ ist eine Analogiebildung zur darwinschen Theorie der natürlichen Selektion für den Bereich der Kultur. Grob gesagt bedeutet ein Mem für die kulturelle Entwicklung das Gleiche wie ein Gen für die biologische Entwicklung."
Ein ausführlicher Artikel ist bei P.M. - Welt des Wissens - September 2007 (www.pm-magazin.de) erschienen. >Hier< wegen der Bedeutung bei >Dawkins< eine Leseprobe.
stehen jedem Menschen, ob Mann oder Frau, alt oder jung, gesund oder krank, unabhängig von seiner Stellung in Staat, Gesellschaft, Familie, Beruf zu. Diese Rechte gelten ungeachtet der nationalen und sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer Religion, allgemeinen zu einer Weltanschauung, zum Eingebundensein in jedwede Staatsform und Kultur.
Text: >hier<
der Anspruch des Menschen, als Träger geistig-sittlicher Werte um seiner selbst willen geachtet zu werden. Sie verbietet jede erniedrigende Behandlung oder die Behandlung eines Menschen als »bloßes Objekt«. Nach Artikel 1 Absatz 1 GG ist die Menschenwürde unantastbar; sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Die praktische Bedeutung dieser Bestimmung tritt hinter den spezielleren Grundrechten zurück, die ihrerseits durch die Menschenwürde geprägt sind. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
im Rahmen von Gehorsam (und Konformität mit oder in einer Gruppe) 1965 experimentell erforscht: Versuchspersonen wurden aufgefordert, einer anderen Person (im einem getrennten Raum) etwas beizubringen und bei einem Lernfehler mit einem elektrischen Schlag zu bestrafen. Selbst, wenn der Lernende aufschrie, machten 62% der (männlichen) Versuchspersonen weiter. Selbst als der Stromspannungsmesser warnend anzeigte, daß eine tödliche Verletzungsgefahr gestand, ignorierten das noch 42%. Etwas mehr >hier< und weitere Einzelheiten im Buch von Leon Mann - Sozialpsychologie >hier<.
*Stanley Milgram, 1933 geboren, US-amerikanischer Sozialpsychologe
Mission, Missionierung (Sendung, Auftrag, Vollmacht)
bedeutet insbesondere die Verbreitung des christlichen
Glaubens unter Nichtchristen ("Heiden"). Das fing mit dem
Apostels Paulus im Römischen Reich an. Vor allen dem
Kolonialismus folgte die Missionierung fast überall in Afrika,
Lateinamerika, Asien und trug wegen der menschenverachtenden
Sicht bezüglich Nicht-Christen zur Unterdrückung der Kulturen
und Bevölkerungen in den Missionsgebieten bei. Bischof Tutu in
Südafrika: "Wir wurden in Trance versetzt und als wir zu uns
kamen, hatten wir die Bibel und stellten dann fest, daß sie
dafür die Felder hatten." Nach dem Tod Mohammeds wurde der Islam
rasch verbreitet. Die islamische Gesellschaft ist zum Glaubenskrieg (Dschihad),
dem Heiligen Krieg, verpflichtet, damit das Land, das
von den „Ungläubigen“ besetzt ist, dem Islam („mit Feuer und Schwert“)
einverleibt werden kann und unter seine Herrschaft gelangt, in das Haus des
Islam kommt (Dar al-Islam). Diese Verpflichtung zur
Glaubensausbreitung wird häufig auch als eine (sechste) Säule
des Islam betrachtet. DieBuddhismus breitete sich
rasch in den ersten tausend Jahren nach nach Buddhas Tod aus.
Nun wird der ("gottlose") Buddhismus eher als Weltanschauung
gesehen. Die Hinduisten sind nicht zur Mission
verpflichtet. Das Judentum, als von Gott auserwähltes Volk,
kennt daher keine Mission.
wird aus dem Wort "Mob" = Pöbel, Gesindel, aggressive und triebenthemmte Menschen hergeleitet. "to mob" bedeutet im Englischen: "über (jemanden) herfallen". Das Mobbing, eine (wie © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG definiert) in den 1990er-Jahren aufgekommene Bezeichnung für gezielt gegen eine Person gerichtete, andauernde und wiederholt erfolgende feindselige Handlungen (z.B. üble Nachrede, Beleidigungen, Schikanen, sexuelle Belästigung, tätliche Angriffe) durch eine oder mehrere Personen (Kollegen; bei Mobbing durch Vorgesetzte wird von Bossing gesprochen) am Arbeitsplatz. Mobbing kann beim Mobbingopfer Verlust des Selbstvertrauens, psychosomatische Beschwerden, Depressivität, Existenzängste, Verlust der Arbeitsmotivation oder (innere) Kündigung bewirken. Hinsichtlich der Ursachen von Mobbing unterscheidet die Fachliteratur zwischen persönlichen Ursachen (z.B. Antipathie gegenüber dem Gemobbten, Neid, Frustration der Mobber) und innerbetrieblichen Ursachen (z.B. ungünstige Zusammensetzung von Arbeitsgruppen, schlechte Arbeitsorganisation, Begünstigung intriganten Verhaltens), nennt aber als das Mobbing begünstigende Faktoren auch bestimmte gesamtwirtschaftliche und -gesellschaftliche Entwicklungen (rezessive Wirtschaftslage, verstetigte hohe Arbeitslosigkeit, enthemmtes Konkurrenzdenken und -verhalten u.a.).
Hierbei gibt es zwei Gesichtspunkte: Einmal ein Beobachter (der Lernende) übernimmt zu Lernendes von einem Modell (Lehrer, Film, Buch und anderes). Erfolgreiche Modelle werden eher nachgeahmt als andere. Dann gibt es die Identifikation mit dem Modell. Das ist personengebunden. Das (die) Modell(e) müssen bestimmte Eigenschaften haben: geliebt werden, sympathisch sein, aber auch mächtig und gefürchtet. Dann über der Lernende fast alles.
der Gepriesene, richtiger: Abul Kasim Muhammad Ibn Abd Allah. Er wurde um 570 in Mekka als Angehöriger der Haschimiten, der führenden Sippe des dort herrschenden Stammes (Koraisch) geboren und starb im Alter von 63 Jahren in Medina. Durch die Heirat von Chadidja stieg er in die Oberschicht Mekkas auf. Während seiner Handelsreisen als Kaufmann kam er mit den Lehren der jüdischen und christlichen Religion in Berührung. Durch ein Visionserlebnis sah er sich zum Gesandten Gottes (»Rasul Allah«) berufen und predigte seither die ihm zuteil gewordenen Offenbarungen. Diese sind später, nach seinem Tod, im Koran zusammengefasst worden. Mohammed verstand sich als der zu den Arabern gesandte letzte der Propheten. Das ist das »Siegel der Propheten«, mit dem (nach Moses, den alttestamentlichen Propheten und Jesus) die Offenbarung des wahren Glaubens (der Religion Abrahams) abgeschlossen wurde. Nach dem Tod seiner Frau, Chadidja (619) und Auseinandersetzungen um seine, die Religion und Struktur der altarabischen Stammesgesellschaft infrage stellenden Predigt, wanderte er 622 mit seinen vor allem den sozialen Unterschichten entstammenden Anhängern nach Medina aus. Dort wuchs seine Anhängerschaft rasch; von Medina aus vollzog sich unter seiner Führung (u.a. nach militärischen Auseinandersetzungen mit Mekka) die religiöse und politische Einigung der arabischen Stämme unter dem Islam; 630 konnte er Mekka besetzen und das altarabische Heiligtum Kaaba als Mittelpunkt seiner Religion und als Ziel des >Hadjdj< in Besitz nehmen. Er starb als Herr über weite Teile Arabiens und im Bewusstsein, eine neue Religion - den >Islam< - gestiftet zu haben.
(1938 geboren), Moser, spezialisiert auf seelische Spätfolgen von NS-Zeit und Krieg, sowie Psychotherapie und Religion, praktiziert seit 1978 in Freiburg im Breisgau. Mosers analytische Therapie bezieht bei Bedarf den Körper in den psychoanalytischen Prozess mit ein (bezieht sich aber nicht auf den Vater der Körperpsychotherapie, Wilhelm Reich): Seine Arbeit beruht auf der klassischen Freud'schen Psychoanalyse (neurotische Störungen, rein verbale Analyse), geht aber bei Bedarf weiter zurück in den nonverbalen Bereich (1. und 2. Lebensjahr) und arbeitet für diese Zeit auch mit dem Körper durch sehr einfühlsames und behutsames Berühren oder Halten (Literatur: Berührung auf der Couch. Formen der analytischen Körperpsychotherapie. Das erste Jahr. Eine psychoanalytische Behandlung). Im Buch „Bekenntnisse einer halb geheilten Seele“ schildert er seinen Weg, wie er seine eigenen Depressionen mittels verschiedener Therapien bis hin zu Psychopharmaka behandelte. (>Hier< der Lebenslauf)
Gottesvergiftung 1976; surkamp-taschenbuch 533; 101 Seiten; ISBN 3-518-37033-2 (>Hier< eine Leseprobe)
Bekenntnisse einer halb geheilten Seele. Psychotherapeutische Erinnerungen; 2004; 360 Seiten; ISBN 3-518-41645-6
Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott - Psychoanalytische Überlegungen zur Religion; 2003; 176 S; ISBN 3-7831-2318-6
(heute gerne nur MultiKulti genannt)
bedeutet, daß "Menschen unterschiedlicher Sprachen, Traditionen,
religiöser Bekenntnisse, Wertvorstellungen, Staatsangehörigkeit, Erziehung
und Lebensstile zusammenleben. Multikulturelle Gesellschaft als
gesellschaftspolitisches Konzept zielt auf den Abbau vorhandener
Diskriminierung, lehnt die zwanghafte Anpassung unterschiedlicher
kultureller Auffassungen und Verhaltensweisen an eine vorherrschende Kultur
ab und rückt die Vorstellung eines soziokulturellen Pluralismus in den
Mittelpunkt. In der Bundesrepublik Deutschland kam der Begriff v. a. seit
Ende der 1980er-Jahre in der öffentlichen Diskussion um die Ausländerpolitik
in Gebrauch. Derzeit wird im Anschluss an aktuelle Ereignisse
(Bombenattentate in Madrid [2004] und London [2005]) sowie 2004 die
Ermordung des (1954 geborenen) niederländischen Filmregisseurs Theo van Gogh
( 2004) nicht nur von einer Krise, sondern sogar vom Scheitern des Modells
der multikulturellen Gesellschaft gesprochen," meint der Brockhaus
Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief (Hauptregel).
Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, durch die etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
Das Unvorhersehbarste tritt ein.
Nationalsozialisten (Kurzbezeichnung für die Anhänger von Adolf Hitler), auch NS (Regime)
Neonazi = der neue Nazi
[griechisch] die; Sammelbegriff für eine Vielzahl von psychischen Störungen mit unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ursachen, der von verschiedenen psychologischen Richtungen (v.a. Psychoanalyse, Lerntheorien) uneinheitlich festgelegt wird. Allgemein versteht man unter Neurose eine erlebnisbedingte Störung der Reizverarbeitung durch das Gehirn in Form nachhaltiger vegetativer Affektreaktionen, bedingt-reflektorischer Fehlfunktion oder psychischer Fehlentwicklung (z.B. Angst, Unsicherheit, Depression). Eine Neurose entsteht im Verlauf der Entwicklung des Menschen durch bestimmte Erfahrungen (ungelöste Konflikte, einschneidende Erlebnisse); sie bleibt den Betroffenen (Neurotikern) unverständlich und kann von ihnen nicht ausreichend kontrolliert werden. Die Betroffenen haben jedoch (anders als bei einer Psychose) ein (zumindest vages) Bewusstsein von ihrer Störung. Man unterscheidet in der Regel nur die Organneurose beziehungsweise psychosomatische Störungen mit ihren körperlichen Symptomen von den Psychoneurosen, die bestimmte Leidenszeichen aufweisen, sich aber auch lediglich in unbestimmten charakterlichen Veränderungen (z.B. Hemmungen, Kontaktstörungen, Selbstunsicherheit, depressive Verstimmung) bemerkbar machen können. Die Abgrenzungen sind jedoch schwierig und umstritten. Neurosen werden auch nach ihren Ursachen benannt, z.B. die soziale Neurose (durch gesellschaftliche Einflüsse bewirkt). Die Behandlung zielt auf die Erkennung und Bewusstmachung der Ursachen. © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Eine etwas andere Darstellung aus medizinischer Sicht:
Die Neurose war ursprünglich (W. CULLEN 1777) jede Erkrankung des Nervensystems ohne nachweisbare Ursache; im 19. Jahrhundert die Beziehung für Organstörungen ohne Strukturläsion (ohne Verletzung oder Störung der Funktion eines Organs oder Körperglieds - etwa im Sinne der psychosomatischen Krankheit, z. B. Herz-Neurose, Hysterie, Hypochondrie); seit S. FREUD Bezeichnung für psychisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Symptome unmittelbare Folge und oder symbolischer Ausdruck eines unbewußten, in der Kindheitsentwicklung verwurzelten seelischen Konfliktes sind (und aus einem Kompromiß zwischen Triebwünschen und einer ihre Realisierung verhindernden Abwehr resultieren). - In der Regel von der >Psychose< eindeutig abgrenzbar. Grenzform: >Borderline-Psychose<. - Klinische Formen: Angst-, Zwangs- u. Konversionsneurose (Umsetzung seelischer Erregung in körperliche Symptome). Dann gibt es noch: Charakter-, Aktualneurose (tatsächlich vorhanden, sich vollziehend oder im Augenblick gegeben - Gegensatz: potenziell). Behandlung: außer der klassischen psychoanalytischen Psychotherapie zunehmend auch Gesprächspsychotherapie und Verhaltenstherapie. >Hier< zu einem Artikel aus Wikipedia
Siehe auch >Zwangsneurose<
Steven Jay >Gould<, glänzender Essayist und etwas umstrittener Paläontologe und Evolutionsbiologe, hat in seinem jüngsten Buch eine der Akademie sehr ähnliche Sicht vorgelegt, keine sehr neuen Ideen, aber alte Ideen in neuer Einkleidung: seine Theorie von NOMA, die Abkürzung von „non-overlapping magisteria (sich nicht überschneidende Lehren)", wobei ein Magisterium „ein Bereich ist, in dem eine bestimmte Art der Lehre ein Instrument zur sinnvollen Diskussion und Bewältigung von Problemen bereithält. Wissenschaft und Religion bilden getrennte Magisteria. NOMA findet Gould „intellektuell solide, eminent praktisch und begrüßenswert": NOMA ist ein einfaches, humanes und insgesamt reichlich konventionelles Rezept für gegenseitigen Respekt, gegründet auf nicht-überschneidende Gegenstandsbereiche, eine Brücke zwischen zwei Komponenten der Weisheit, geboren aus der Fülle des menschlichen Lebens: NOMA verbindet unseren Drang nach einem Verständnis dessen, was Sache ist (das Magisterium - die Lehre - der Naturwissenschaften), mit der notwendigen Suche nach einem Sinn in unserem Leben und einer moralischen Basis für unsere Handlungen."
Dieses Ruhe versprechende Klima eines gegenseitigen Respekts hält natürlich nur auf der Basis eines Nichteinmischungspaktes, und den einzuhalten, fällt immer wieder schwer: „Das erste Gebot für alle Versionen von NOMA", schreibt Gould, „könnte man so zusammenfassen: Du darfst die beiden Magisteria nicht vermischen, indem du behauptest, Gott bewirke Ereignisse in der Geschichte des Lebens durch spezielle Eingriffe, von denen man nur durch Offenbarung, aber nicht durch Wissenschaft Kenntnis gelangen kann."
Das mag ja vernünftig sein, aber alle christlichen und auch andere Religionen verstoßen dagegen. Gould hat sich daher seine eigene Definition einer religiösen Haltung zusammengebastelt, die nur leider, im Vergleich zu James Leubas Fragen nach einem persönlichen Gott und persönlicher Unsterblichkeit, etwa anämisch wirken: “Ich schlage vor, alle ethischen Diskussionen über Prinzipien, die dazu geeignet sind, das Ideal einer allgemeinen Gemeinschaft der Menschen zu aktivieren, als im Grunde religiös anzusehen."
Diese Art von
wünschte man sich natürlich im Vormarsch, aber es gibt selbst innerhalb von Religionen heute nicht zu viele Indizien dafür, dass sie sich jenseits von verbalen Bekundungen auch wirklich ausbreitet. (aus www.wienerzeitung.at )
Normen >Hier< zu einer ausführlichen Seite.
An dieser Stelle nur kurz: Soziale Normen sind die Auffassung darüber, wie man sich in einer Gruppe (Gesellschaft) verhalten soll oder gerade nicht verhalten soll. Daraus entwickeln sich bestimmte Gesetze mit Sanktionen, Sitten und Gebräuche, Regeln, Umgangsformen, Gewohnheiten des Verhaltens, zum Beispiel: Gebete, Kirchgang.
Es gibt ein Normensystem mit über- und untergeordneten Normen, in dem die Normen nach Wichtigkeit bis zur Beiläufigkeit behandelt werden.
(Lat.: Wink) das sich in seinem Wirken offenbarende "Göttliche"; bei Psychosen manchmal als Offenbarung erlebte.
eine in der Psychoanalyse entwickelte Theorie, die den
instinktiven - Trieben, die >Freud< für so wichtig
hielt, weniger Bedeutung beimißt. Die beiden einflußreichsten Vordenker
waren Melanie Klein und der britische Analytiker R. Fairbaim. Die Theorie
der Objektbeziehungen besagt, ein Instinkt versuche nicht einfach nur, einen
Impuls zu befriedigen, um Spannungen abzubauen, sondern suche vielmehr
geeignete Objekte. Menschen, behauptete Fairbaim, seien nicht verzweifelt
auf der Suche nach Vergnügen und Befriedigung. Der Ausdruck
Objektbeziehungen deutet zudem auf eine Art Beziehung zwischen Subjekt und
Objekt hin. Dies deckt sich zwar nicht vollkommen mit den Theorien der
"Neo-Freudianer" (z.B. Erich Fromm, vor allem Harry Stack Sullivan - wichtig
>hier<), aber es gibt insofern
Parallelen zwischen den beiden Bewegungen, als beide versuchen, von der
klassischen Psychoanalyse abzurücken und gleichzeitig viel von deren Kern
beizubehalten.
(Der griechische Ödipus, König von Theben, tötete (unwissentlich) seinen Vater und heiratete (unwissentlich) seine Mutter.) Sigmund Freud fand heraus, daß bereits frühkindlich, sexuelle Neigungen zu den Eltern zu erkennen sind, gerichtet in der Regel auf den gegengeschlechtlichen Elternteil. Der gleichgeschlechtliche sowie die Geschwister gelten als Rivalen. Sehr Ausführliches ist >hier< zu lesen.
eine Form der >Konditionierung<,
die von B. F. Skinner entdeckt und entwickelt wurde. Skinner bemerkte, daß
autonome Reaktionen, die normalerweise unter keinerlei Kontrolle des
Bewußtseins stünden, bei der klassischen Konditionierung häufig verstärkt
würden. Er arbeitete mit in der Natur vorkommenden Verhaltensweisen und
verstärkte sie. Während >Pawlow< Hunde dahingehend
konditionierte, daß sie Speichel absonderten, wenn eine Glocke ertönte,
konditionierte Skinner Tauben so, daß sie ihr natürliches Picken auf einen
Tischtennisball richteten, so daß sie schließlich durch ihr Picken
Tischtennis spielten.
Bei Pawlow lag der Sinn der Untersuchung darin zu zeigen, daß Hunde lernten,
als Reaktion auf einen >Stimulus<, der keine Nahrung war, Speichel zu
bilden, aber er nutzte diese Fähigkeit der Hunde nicht. Ziel der operanten
Konditionierung ist es, nützliche Verhaltensweisen hervorzubringen, z. B.
Tischtennis spielende Vögel. Skinner behauptete, die operante
Konditionierung sei der wesentlich bedeutendere Prozeß im realen Leben. Sie
gleiche der Art, wie wir viele Verhaltensweisen erlernten, die unter der
Kontrolle unseres Bewußtseins stünden, z. B. Auto fahren oder Gedichte
lesen. Er behauptete auch, unser Gefühl unter Kontrolle zu haben, sei eine
Illusion, denn unser Handeln werde tatsächlich durch unsere Geschichte der
>Verstärkung< bestimmt. (Fast wörtlich aus: Wörterbuch der Psychologie von
Wilhelm Hehlmann")
B. F. SKINNER: Wissenschaft und menschliches Verhalten (1973).
(Paradigmen), aus dem Griechischen: Musterbeispiel (grammatikalisch: Flexionsmuster, also für die Beugung als Oberbegriff für die Deklination und Konjugation). Paradigmatisch: musterhaft, beispielhaft.
erforscht Ursachen, Entstehungsweise und Verlaufsformen von Krankheiten und
damit hervorgerufene organische Veränderungen (pathologische Anatomie [Körpernau],
Histopathologie [Gewebeveränderungen], Zytopathologie [der Zelle],
Molekularpathologie) sowie funktionelle Auswirkungen (Pathophysiologie).
Iwan Petrowitsch, 1849 geboren und am 27. 2. 1936 in Leningrad gestorben, begann mit einem Studium der Theologie, dann Naturwissenschaften und Medizin. 1890 wurde er Professor in Sankt Petersburg. Auf gehen die Grundlagen für eine reflexologische bzw. mechanistisch orientierte Psychologie und des >Behaviorismus< zurück. Er versuchte, alle psychischen Vorgänge, wie auch Denken und Kommunikation mit physiologischen Prozessen zu deuten. Berühmt wurde seine Unterscheidung zwischen unbedingtem und bedingtem >Reflex< ein (die unabdingbare Reaktion des "sogenannten pawlowschen Hundes). Ferner wurde er bekannt durch seine Forschungen zum Lernen durch klassische >Konditionierung<. Er erhielt 1904 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
>Hier<
der Lebenslauf
Persönlichkeit, Persönlichkeitsstörungen
>hier< Definitionen usw.
Jean, schweizerischer Psychologe, 1896 - 1980; einer der
Hauptvertreter der Entwicklungspsychologie; Untersuchungen zur Entwicklung
von Sprache, Denken, Raum-, Zeit- und Kausalvorstellungen, Weltbild und
Moral des Kindes.
Politische Religion, der politische Führer als Messias; >hier< zu einem Artikel.
beschäftigt sich mit der persönlichen Bedeutung von politischen Prozessen für das Individuum. Politisch-psychologische Forschungen basieren auf „Kultur und Persönlichkeitsforschung". >Hier< zu einem Artikel.
ein Prozeß, bei dem ein Verhalten in den Organismus eingebrannt (oder eingeprägt) wird. Verläuft die Prägung erfolgreich, weiß das Tier, zu welcher Art es gehört und mit wem es sich paaren muß. Entdeckt wurde dieses Phänomen von dem Ethnologen (Völkerkundler) Konrad Lorenz, der herausfand, daß Graugänse während einer kritischen Phase in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen geprägt werden, d. h. sich ein Bild von ihrer Mutter und ihrer Spezies machen. Befinden sich die Tiere nicht in ihrer normalen Umgebung, werden sie auf etwas anderes geprägt. Viele der von Lorenz aufgezogenen Gänse hielten ihn für ihre Mutter und glaubten, sie gehörten derselben Art an wie er. Lorenz' Konzept wurde auf die Psychologie des Menschen übertragen. Psychologen wie John Bowlby und C. Trevarthen stützten sich darauf und zeigten, daß Mütter und ihre Kinder sehr genau aufeinander programmiert sind. Man geht davon aus, daß die Bedeutung der Prägung bei stammesgeschichtlich höherstehenden Arten abnimmt. Höher entwickelte Tiere sind biologisch weniger festgelegt.
(Wörterbuch der Psychologie von Wilhelm Hehlmann")KONRAD LORENZ, König Salomos Ring (1952).
Zusatz: Ähnlich wie das Tier wird der Mensch durch
seine Sozialisation geprägt. Er hat zwar mehr Freiheitsmöglichkeiten, aber
die Beeinflussung bleibt bestehen.
nach >Freud< die erste Form des -
Denkens, mit der sich das Kleinkind beschäftigt. Der Prozeß umfaßt
Verdichtung und Verschiebung. Verdichtung bedeutet, daß Bilder einfach
miteinander verschmelzen, so daß sie sich gegenseitig ersetzen. Der
Primärprozeß werde vom Lustprinzip gesteuert und unterliege nicht den
Beschränkungen von Raum und Zeit. Freud stellte dem Primärprozeß den
Sekundärprozeß entgegen, bei dem Logik und
Vernunft Vorrang hätten. Es ist interessant, die Freudschen mit den
>Piaget<schen Phasen zu vergleichen. Piagets
sensomotorische Phase hat viele Merkmale mit dem Primärprozeß gemein. Keiner
der beiden großen Männer hat dieser Tatsache Beachtung geschenkt, aber viele
weniger bedeutende Menschen haben versucht, die beiden miteinander in
Beziehung zu setzen.
SIGMUND FREUD, Abriß der Psychoanalyse (1939).
Projektion (Gegenteil: >Introjektion<)
("Abbildung" aus dem Lateinischen) ist ein ganz üblicher psychischer Ablauf, bei dem eigene Eigenschaften, Ängste, (Wunsch-)Vorstellungen, Gefühle auf andere Menschen projiziert (übertragen) werden (auch auf Gegenstände: Ein Kind stößt sich am Stuhl und sagt: "Du böser Stuhl"). Wenn man eigene Eigenschaften, Wünsche usw. selbst nicht billigt, dann werden nach >S. Freud< als >Abwehrmechanismus< also diese eigenen, verdrängten oder (in der Regel unbewußt) verleugnete Bedürfnisse, als minderwertig scheinende Eigenschaften oder Wünsche zur Entlastung unbewusst anderen Personen oder Dingen zugeschrieben werden.
Wegen der Wichtigkeit, diesen psychologischen Term
(Ausdruck) als Ursache für die wahnhafte Vorstellung eines Gottes
heranziehen zu können, gibt es eine besondere Seite
>hier< ("Gott
eine Projektion"). Siehe auch unter "projektive Identifizierung"
>hier<.
ist die "Seelenerforschung". Psych..., Psycho..., Psyche ist im Griechischen
»seelisch...«, »Seele«, »Hauch«, »Leben«. Bemerkt sei auch, daß Eros, der
griechische Gott der Liebe, eine hübsche junge Freundin, namens Psyche hatte.
Also die Psychologie kümmert sich um das seelisch-geistige Leben des Menschen
(nicht nur der weiblichen Wesen) im Gegensatz zum körperlichen Dasein, der
Anatomie. Anatomie, griechisch die Zerkleinerung, zerlegt den Körper in alle
Einzelheiten bis zu Genen.)
Wegen der umfangreichen Definitionen und der Wichtigkeit im Rahmen des
Web-Buches "Gotteswahn" >hier<
zu einer einer gesonderten Web-Seite, von der man zur "Soziologie" (heute
untrennbar von der Psychologie) verzweigen kann,
mit Stichworten zu Untergruppierungen bis zur modernen
"Wirtschaftspsychologie"
[Konsumentenverhalten, Werbung, d.h. Konsumentenverführungsmöglichkeit usw.];
dazu direkt >hier<).
Psychopathie (abnorme Persönlichkeitsstörung): >Hier< eine ausführliche, erschreckende Seite.
Schwierigkeit, sich an die Umwelt anzupassen wegen Störungen im Fühlen, Wollen, Triebleben und auch im Sozialverhalten.
Psychopathologie: Die Lehre von den krankhaften psychischen
Erscheinungen.
kommt aus dem Griechischen und bedeutet psychotische Störung. Sie, die Psychose, ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, bei denen wichtige psychische Funktionen erheblich gestört sind, wobei meist offenkundige Fehleinschätzungen der Realität auftreten sowie unmotiviert erscheinende Verhaltensänderungen (z.B. bedingt durch Wahn, Halluzinationen, schwere Gedächtnis- oder Affektstörungen). Häufig erleben die Betroffenen nicht sich selbst, sondern ihre Umgebung als verändert und haben im akuten Stadium selten Einsicht in die Krankhaftigkeit ihres Zustands.
Eine kollektive Psychose betrifft eine >Gruppe< bzw. ganze Gesellschaft. Eine solche kollektive Psychose wird in der Regel nicht als pathologisch (d.h. krank) angesehen.
Puerilismus (lateinisch "puerilis" = knabenhaft, kindlich, kindisch)
Von J.Huizinga [Homo Ludens ( etwa: spielerischer Mensch, 1938, 1956)] eingeführt als eine Art des rein psychischen >Infantilismus<. Der Mensch will jugendlich bleiben durch z.B. Kleidung, Haartracht, Gehabe, Sportlichkeit, Bedürfnis nach Massenveranstaltungen, primitivem Zeitvertreib, wie durch kindliche Spiele. Charakteristisch sind auch: Unduldsamkeit, Kritik an allem, übertriebene Reaktionen (Beschimpfungen usw.).
"die über das Zentralnervensystem ablaufende,
unwillkürlich-automatische Antwort des Organismus auf einen äußeren oder inneren
Reiz."
(Wenn man eine heiße Herdplatte versehentlich berührt, zieht man die Hand
unwillkürlich zurück.) "Der Weg, den die Erregung beim Ablauf eines Reflexes von der
Einwirkungsstelle eines Reizes (dem Rezeptor) bis zum Erfolgsorgan (Effektor)
unter vorgegebenen Bahnen im Zentralnervensystem zurücklegt, ist der
Reflexbogen. Die Reflexe befähigen den Organismus zur raschen und sicheren
Einstellung auf Veränderungen der Umweltbedingungen sowie zum koordinierten
Zusammenspiel aller Körperteile. (>siehe< auch "Pawlow")"
(lateinisch) Zurückfallen, -schreiten auf frühere kindliche (primitive) Stufen der Entwicklung (des menschlichen Heranreifens).
Beispiel: Eine über 80-jährige Frau trampelte mit den Füßen auf den Boden wie ein kleine Kind und weinte, weil sie einen bestimmten Wunsch nicht durchsetzen konnte.
Reiz = >Stimulus<
Religion >Hier< zu einer Übersicht und einer Definition aus "Der Brockhaus - multimedial 2007". Der Zugriff dauert mit einem langsamen Modem etwas, da es sich um eine sehr große Datei handelt.
von lateinisch religio, religionis; noch zu Zeiten des römischen Politikers und Philosophen, Marcus Tullius Cicero: Bedenken, Zweifel, Besorgnis, Gewissensskrupel, Gewissenhaftigkeit, Frömmigkeit, aber noch weiter außer den heute ausschließlich gewordenen Übertragungen: Religionsfrevel, Sünde, Fluch, Aberglaube, Verbindlichkeit, heiliges Versprechen. Doch jetzt nach Brockhaus: "Gottesfurcht" ist eine zusammenfassende Bezeichnung für eine Fülle historischer Erscheinungen, denen ein spezifischer Bezug zwischen ">Transzendentem<" einerseits und den Menschen andererseits in einer deren Verhalten normativ bestimmenden Weise zugrunde liegt. Gott, das Göttliche, die Götter und Dämonen werden grundsätzlich als existenziell erfahrbar, partiell beschreibbar, jedoch als rationalem Verstehen allein niemals vollständig erschließbar erlebt. Die religiöse Kunst versucht, sie durch Gottesbilder »sichtbar« zu machen. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Religionen sind die Art der Anschauung Gottes, des Göttlichen beziehungsweise der »letzten« Wirklichkeit (personal [Judentum, Christentum, Islam], personifiziert [antike Religionen, volkstümlicher >Hinduismus<, Stammesreligionen], apersonal [>Buddhismus<, Dschainismus]), die Anzahl der verehrten Götter (Monotheismus, Polytheismus) und die historische Entwicklung einzelner Religionen (durch Bewahrung eines heiligen [Ur-]Wissens über autorisierte Personen [Brahmanen, Schamanen, Stammesälteste], durch göttliche Offenbarung über religiöse Mittler). Grundformen des religiösen Lebens sind das Gebet, der Gottesdienst (Kultus) und das Opfer. (Aus: © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG: Im vorigen Text wird die sich wiederholende Schwäche des Brockhaus deutlich, der alles nur aus katholisch-ideologisch geprägter Sicht sieht. Zum Beispiel ist religiöse Kunst verboten, die im Islam weder von Menschen noch von Gott ein Abbild machen darf.)
ist die religiöse Haltung; mehr >hier< auch religiöses Verhalten
Politische Religion, der politische Führer oder ein System (siehe >Cargo<-Religion oder Kapitalismus) als Messias; >hier< zu einem Artikel.
Rigidität (lateinisch »Starrheit«)
bedeutet in der Psychologie: die starre Fixierung auf bestimmte Vorstellungen, unabänderliche Denk- und Handlungsweisen.
Salman Ahmed, britischer Schriftsteller indischer Herkunft, in Bombay am 19.6. 1947 geboren; lebt seit 1961 in Großbritannien (seit 1964 britischer Staatsbürger). Rushdie verbindet im Stil des magischen Realismus historische und politische Wirklichkeit mit märchenhaften und fantastischen Elementen; sein Roman »Mitternachtskinder« (1981) nahm großen Einfluss auf die Entwicklung der indo-englischen Prosa. Der Roman »Die satanischen Verse« (1988), in dem Rushdie Themen aus der Geschichte des Islam aufgreift, wurde von Teilen der islamischen Welt als blasphemisch kritisiert; im Februar 1989 rief >Ayatollah< Khomeini alle Muslime zur Ermordung Rushdies auf.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Russell, Bertrand Arthur William, 3.Earl Russell,
britischer Mathematiker, Philosoph und Schriftsteller, in Trelleck (Monmouthshire) 18.5. 1872 geboren, in Plas Penrhyn (bei Penrhyndeudraeth, Gwynedd) 2.2. 1970 gestorben; 1910-16 Dozent in Cambridge; kam während des Ersten Weltkriegs wegen Aufforderung zur Kriegsdienstverweigerung ins Gefängnis, lebte dann ohne Amt und nahm als Schriftsteller zu den wissenschaftlichen und sozialen Fragen der Zeit kritisch Stellung; zahlreiche Gastprofessuren. 1927-32 betrieben seine zweite Frau und er eine antiautoritär orientierte Schule (Beacon-Hill-Schule). 1950 erhielt er den Nobelpreis für Literatur (für sein Buch »Ehe und Moral«, 1929). Russell trat engagiert für Pazifismus, Frauenstimmrecht, freie Sexualmoral und gegen jegliche Art von Unterdrückung ein. Beeinflusst von G.Peano entwickelte Russell mit A.N. Whitehead eine logische Grundlegung der Mathematik (»Principia Mathematica«, 3 Bände, 1910-13). Nach ihm benannt ist die russellsche Antinomie*. In vielen erkenntnistheoretischen und sprachanalytischen Schriften versuchte er, die unmittelbare Erfahrung mit dem Weltbild der Physik zu vereinigen (Logizismus).
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG*
Die Aussage, dass ein Satz A und seine Negation ¬A (nicht-A) gleichzeitig gültig sind.
Siehe auch:
engl: „Russell's >teapot<“
Satan - siehe >Teufel<
(von lateinisch satira "mit verschiedenen Früchten gefüllte Schüssel") die, Literaturgattung, die durch Spott, Ironie, Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder lächerlich machen will. Sie kann sich mit allen literarischen Formen verbinden (Epigramm, Dialog, dramatisches Spiel, Roman). Eine komisch-satirische Darstellungsart ist auch Parodie.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Scham
Scheu vor der Entblößung des körperlichen und geistigen Intimbereiches.
Scham ist, psychologisch gesehen, eine gehemmte, unangenehme
Gefühlsreaktion, die in der Regel von vegetativen, also körperlichen
Erscheinungen (Erröten, Herzklopfen) und bestimmten Verhaltensreaktionen
(Blickvermeidung, Abwendung des Gesichts) begleitet ist und durch soziale
(moralische) Vorgaben bedingt ist: wenn man sich in seine Intimsphäre
(den privater Bereich des Menschen, der für die Umwelt tabuisiert ist)
eingedrungen fühlt (vergessen, die Toilettentür abzuschließen) oder wenn
ertappt wird bei einem tatsächlich auch vermeintlichen Fehler, bei einem
Versagen mit Bezug erwartete Handlungen und Fähigkeiten.
>Hier<
mehr unter "Schuld".
[arabisch] die (Scheriat [türkisch], islamisches Recht), das religiös begründete, auf Offenbarung zurückgeführte Recht des Islam; es regelt nicht nur Rechtsfragen (z.B. Ehe- oder Strafrecht) im engeren Sinn, sondern beinhaltet auch Kultvorschriften, Normen der Sozialethik u.a. und stellt somit eine umfassende Lebensordnung dar. Die Scharia ist aus der systematisierenden Arbeit der islamischen Gesetzesgelehrten des 7. bis 10.Jahrhunderts hervorgegangen und beruht auf dem Koran, ergänzt durch die Sunna (aller von Mohammed überlieferten, gesammelten Aussprüche, Entscheidungen und Verhaltensweisen). Rechtsquellen sind neben dem Koran der Rechtsbrauch (die Tradition der islamischen Rechtsprechung), das Gewohnheitsrecht (die in der Bevölkerung beziehungsweise einzelnen Bevölkerungsgruppen übliche Rechtsdeutung) und das Urteil von Rechtsgelehrten (einem Imam, dem Oberhaupt der Gemeinschaft aller Muslime). Seit dem 19.Jahrhundert wurde das Rechtssystem in fast allen islamischen Ländern europäischen Vorbildern angeglichen, nach dem Zweiten Weltkrieg setzte allerdings in einer Reihe von Staaten eine Rückbesinnung auf die Scharia ein, insbesondere im Bereich des Familien- und Strafrechts (Kodifizierungen z.B. in Tunesien [1956], Marokko [1958], Irak [1959]; des Strafrechts in Libyen [1972-74]; Rückkehr zur Scharia insgesamt in Iran [1982]). Anfang der 1990er-Jahre ist Sudan (1991 Inkraftsetzung des islamischen Rechts für den Norden des Landes) zur Scharia als traditioneller Grundlage des Rechtssystems zurückgekehrt; in extremster Auslegung angewendet wurde sie in allerjüngster Zeit unter der Herrschaft der Taliban (1996 - 2001) in Afghanistan. Rechtsordnung im vollen Umfang ist die Scharia in Saudi-Arabien und Oman. (Nach ©
2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)
>Hier< zu
einem Artikel von der Uni-Kassel und 2 weiteren
etwa 10% der Muslime, erkennen im Unterschied zu den Sunniten
als »Partei Alis« (Schiat Ali) nur Ali und seine Nachkommen als rechtmäßige
Nachfolger (Imame) des Propheten Mohammed an. Die Schiiten zerfallen in mehrere
Untergruppen. Die größte, die Imamiten (»Zwölferschiiten«), verbreitet v.a. im
Iran und im Südirak, erkennen zwölf Imame an, wobei die Wiederkehr des
verborgenen 12. Imams als Mahdi am Ende der Zeiten erwartet wird. Kleinere
Gruppen sind die Ismailiten (»Siebener-Schiiten«), verbreitet v.a. in Ostafrika,
Westindien und Zentralasien, die nur sieben, die Saiditen (»Fünfer-Schiiten«) in
Jemen, die nur fünf rechtmäßige Imame anerkennen, und die extremen Schiiten (Nusairier),
die den Kalifen Ali als göttliches Wesen verehren. Aus dem schiitischen Islam
hervorgegangen sind die heute eigenständigen religiösen Gemeinschaften der
Drusen und der Bahai (Bahai-Religion; Babismus). In Iran und Irak bilden die
Schiiten die Mehrheit.
[griechisch, ursprüngliche Annahme: gespaltene Persönlichkeit; (Dementia praecox)]. Nach einer Annahme in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es noch die Auffassung einer schweren (unheilbaren) Geisteskrankheit (Prof. Scheid - >hier< der Lebenslauf - an der Uniklinik Köln: "Da muß man einen klaren Trennungsstrich ziehen. Hier die Gesunden und dort die Kranken") von unbekannter Ursache. Man unterscheidet verschiedene Arten. Doch bei allen geht der "Strukturzusammenhang" der Persönlichkeit verloren und tief greifende, unterschiedlich ausgeprägte Störungen können beobachtet werden:
(Nach Brockhaus:)
1.das Eigenbewusstsein (die Grenze zwischen Ich und Außenwelt ist aufgehoben; eigene Körperteile, Gedanken und Gefühle werden als fremd beziehungsweise von außen gesteuert erlebt);
2.die affektive Beziehung zur Umwelt (Mimik und Gefühlsäußerung erscheinen reduziert oder unangemessen);
3.die Wahrnehmung (Nebensächliches erscheint übergewichtig, Zufälliges von besonderer, meist bedrohlicher Bedeutung; eigene Gedanken werden als »Stimmen« gehört, was eine >Projektion< wäre). Auch andere Halluzinationen und Wahnideen sind häufig.
Ausführlicheres >hier<
eine bewusste oder unbewusste Überzeugung, einer Person Unrecht angetan oder gegen ein Gebot oder Gesetz verstoßen zu haben.
Scham: Ein Kind kann darauf
konditioniert werden, sich zu schämen, wenn es etwas falsch gemacht hat
(siehe >Konditionierung<). Scham tritt nur bei
Anwesenheit von Mitmenschen auf. (Einem Mann mit offener Hose ist es nur
peinlich in Gegenwart anderer.) Die Scham hängt mit der
gesellschaftlichen Verlegenheit (kann im Zusammenhang mit Schüchternheit
gesehen werden) zusammen, während die Schuld persönlicher und intensiver
ist.
siehe >Primär...<
"Sich selbst erfüllende Vorhersage": Der Soziologie-Professor an der
US-amerikanischen Columbia University (1947-74), Robert King Merton,
erforschte u.a. die Wirkung von Massenkommunikationsmitteln und fand heraus,
daß eine von renommierten Leuten öffentlich abgegebene Prognose nach ihrem
Bekanntwerden die vorhergesagte Entwicklung beschleunigt und bestärkt.
[englisch »Kopfhaut«] der, Stück behaarter Kopfhaut, das dem besiegten lebenden oder toten Feind als Trophäe abgenommen wurde. Das Skalpieren war ursprünglich bei Indianern im Südosten Nordamerikas verbreitet. Nachdem die Weißen Skalpprämien ausgesetzt hatten, wurde es besonders von den Prärie- und Plains-Indianern übernommen.Vereinzelt war das Skalpieren auch in anderen Teilen Amerikas bekannt.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
(aus irisch-gälisch: sluagh ghairm) bedeutet Werbespruch, Wahlspruch,
Parole.
griechischer Philosoph, *Athen um 470 v.Chr., ebenda 399 v.Chr.; Sohn des Steinmetzen Sophroniskos und der Hebamme Phainarete, mit Xanthippe verheiratet. Wegen angeblicher Einführung neuer Götter und Verführung der Jugend wurde Sokrates zum Tod durch den Schierlingsbecher verurteilt. Da Sokrates nur mündlich lehrte, geben nur die sekundären Quellen seiner Schüler (Antisthenes, Xenophon, v.a. Platon) Auskunft über seine Philosophie. Sokrates kritisiert die kosmologischen Spekulationen der Naturphilosophen, v.a. aber die Sophisten, deren Lehre mehr auf rhetorische Überredung als auf begründetes Wissen und Handeln gerichtet sei. Die Übereinstimmung zwischen Wissen und Handeln ist das Hauptziel der Lehre des Sokrates, das er mit seiner Methode der Mäeutik* zu erreichen versucht. Das begründete Wissen des Guten ziehe dabei das rechte Handeln notwendig nach sich: Wissen ist Tugend.
*
Mäeutik [griechisch »Hebammenkunst«] ist das von Sokrates geübtes Verfahren, durch Fragen den Schüler zur Erkenntnis zu führen.
ist der Prozeß,
- in dem der Mensch in die ihn umgebende Gesellschaft und Kultur hineinwächst und zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt wird;
- der das ganze Leben hindurch andauert.
Sozialisationsinstanzen sind: Familie, Schule, Peer-Group (Gruppe der Gleichartigen. Mehr >hier<)... Umfassend beschäftigt sich "das soziale Lernen" mit diesem Thema.
lateinisch: sozius bedeutet gemeinsam, verbunden, Genosse, Gefährte, Gesprächspartner... Wegen der umfangreichen Definition >hier< zu einer einer gesonderten Web-Seite, von der man zur "Psychologie" verzweigen kann.
Fliegendes (engl. "Flying Spaghetti Monster", kurz: FSM) ist die "Gottheit" einer im Juni 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson gegründeten Spaßreligion.
Etwas ausführlicher >hier< mit einem Bild.
Lateinisch = Reiz, Anreiz, Antrieb, alles worauf ein Lebewesen reagiert.
Reiz-Reaktions-Schema (Stimulus-Response-Theorie) des >Behaviorismus<. Es gibt angeborene Reize , gelernte Reize und neutrale Reize (weder gelernt noch angeboren). Ein angeborener Reiz führt zu einer angeborenen Reaktion = >Reflex< (z. B. Nahrungsgeruch löst Speichelfluß aus.)
Wird der angeborene Reiz mit einem neutralen Reiz (z.B. Glockensignal zum "Essensangebot") gekoppelt (assoziiert), dann wird mehrmaligen Wiederholungen aus dem neutralen Reiz ein gelernter, auf den eine gelernte Reaktion erfolgt. (>Hier< mehr im Lebenslauf von Pawlow.)
Strafe >hier< zum Verstärkungslernen
Ersatzbetätigung, die zugleich den Forderungen der Außenwelt entspricht, z.B. ein instinktiver (oder infantiler) Trieb wird in seiner ursprünglichen Form verworfen und durch eine Ersatzhandlung ersetzt, die zumindest ähnliche Befriedigung bringt. (Ein Kleinkind, das gerne mit Kot spielte, wird dazu angehalten, mit Knetmasse zu spielen.)
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG: "...nach S.Freud
Bezeichnung für einen Abwehrmechanismus, der in der Umwandlung unbewusster
sexueller Triebimpulse in geistige oder kulturelle Leistungen besteht."
Eine bestimmte Person oder Gruppe wird angeschuldigt, für eine aktuelle, unangenehme Lage, ein Unglück oder eine andere Frustration verantwortlich zu sein. Bei dieser Sündenbock-Aggression wird also das Opfer als schuldig angesehen. Der Sündenbock ist Opfer von Diskriminierung und Aggressionen, und der Sündenbock zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus:
1. Die Personen werden ohnehin nicht «gemocht» (persönliche Abneigung,
Gegnerschaft).
2. Die Personen werden irgendwie mit der primären Frustrationsquelle
assoziiert. (z. B. Juden als Vertreter der herrschenden Wirtschaftsmacht).
3. Es erscheint ungefährlich, die Personen anzugreifen. 4. Es erscheint
moralisch gerechtfertigt, sie anzugreifen.
Häufig werden, wie im Falle der Minoritätengruppen (Juden, Neger usw.), noch
zwei weitere Merkmale erfüllt:
5. Sie sind andersartig in Sprache, Glauben, Gewohnheiten (wegen der
Andersartigkeit werden sie eventuell nicht gemocht, insbesondere
wenn deren Anschauungen die eigenen Überzeugungen «bedrohen»).
6. Sie sind gut erkennbar (Hautfarbe und andere Körpermerkmale).
Untersuchung des Aufbaus, Verhaltens, der Struktur, Funktion, Effizienz (als was rauskommt) eines Gefüges, d.h. einer Gesamtheit von miteinander verbundenen Teilen, auch in ihren Wechselbeziehungen . Dabei werden Modellsysteme vergleichend herangezogen und bewährte Methoden angewandt.
Ziel ist, Schwachstellen zu erkennen und
Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Mehr
>hier<
[hebräisch »Lehre«] der, neben der hebräischen Bibel
das Hauptwerk des Judentums, entstanden in einem mehrhundertjährigen
mündlichen und schriftlichen Überlieferungsprozess; in seinen beiden
Textgestalten ist er das Ergebnis der Sammel- und Lehrtätigkeit der
rabbinischen Akademien von Palästina (palästinensischer Talmud, Endredaktion
um 500) und Babylonien (babylonischer Talmud, Endredaktion um 600). Der
Talmud besteht aus der Mischna, dem in 6 »Ordnungen« (Sedarim) und 63
Traktaten thematisch geordneten jüdischen Religionsgesetz, und der Gemara
"Vervollständigung"),
ihrer vielschichtigen Kommentierung, bestehend aus Haggada (erzählende Teil) und Halacha
(gesetzlicher Teil).
Inhaltlicher Schwerpunkt des Talmuds ist die Ableitung, Begründung,
Diskussion und Formulierung von Grundsätzen für ein dem Willen Gottes (der Thora*) entsprechendes Leben im umfassenden, über den kultisch-religiösen
Bereich hinausweisenden Sinn. Charakteristisch für seinen Stil ist die
dialektische Argumentationsweise und die abschließende Verdichtung des
Diskussionsergebnisses in kurzen, prägnanten Lehrsätzen.
Wirkungsgeschichtlich von Bedeutung war der babylonische Talmud. Als
klassischer Talmudkommentar gilt der des Rabbi Raschi. Er wird in den
rabbinischen Textausgaben des Talmuds mit abgedruckt und bildet noch heute
mit diesem zusammen die Grundlage der religionsgesetzlichen Entscheidungen
im Judentum.
"Teekanne" (des Philosophen Bertrand >Russell<):
"Wenn ich behaupten würde, dass es zwischen Erde und Mars eine Teekanne aus Porzellan gäbe, welche auf einer elliptischen Bahn um die Sonne kreise, so könnte niemand meine Behauptung widerlegen, vorausgesetzt, ich würde vorsichtshalber hinzufügen, dass diese Kanne zu klein sei, um selbst von unseren leistungsfähigsten Teleskopen entdeckt werden zu können. Aber wenn ich nun daher ginge und sagte, daß meine Behauptung nicht zu widerlegen ist, sei es eine unerträgliche Anmaßung menschlicher Vernunft, sie anzuzweifeln, dann könnte man zu Recht denken, ich würde Unsinn erzählen. Wenn jedoch in antiken Büchern die Existenz einer solchen Teekanne bekräftigt würde, dies jeden Sonntag als heilige Wahrheit gelehrt und in die Köpfe der Kinder in der Schule eingeimpft würde, dann würde das Anzweifeln ihrer Existenz zu einem Zeichen von Exzentrizität werden. Es würde dem Zweifler, in einem aufgeklärten Zeitalter, die Aufmerksamkeit eines Psychiaters oder, in einem früheren Zeitalter, die Aufmerksamkeit eines Inquisitors einbringen."
Die Teekanne soll zeigen, dass es nicht die Aufgabe des Skeptikers sei, die Unfehlbarkeitsansprüche einer allgemein anerkannten Religion zu widerlegen. Vielmehr müsse die Religion ihre Annahmen stichhaltig beweisen.
(im Griechischen: "diábolos" = Verleumder), hat viele Namen: Satan, Luzifer, Dämon, Belzebub, Versucher, Gott-sei-bei-mir. Er verkörpert das Böse im Gegensatz zum guten Gott. Er soll ein "gefallener" Engel sein. In wie weit er eigenständige Macht hat gegenüber dem guten, allmächtigen Gott, ist nicht klar. >Hier< mehr.
ist das jenseits des Bereichs der sinnlichen Erfahrung Liegende, das so genannte Jenseits.
Transzendentialismus: Eine Bewegung von philosophische Richtung, die sich in den USA um die Mitte des 19.Jahrhunderts gegen Aufklärung, rationalistischen Puritanismus und Materialismus wandte, wobei der Mensch als Zentrum aller Erfahrung und Philosophie gesehen wurde. Immanuel Kant führte die Transzendentalphilosophie als Bezeichnung für die Wissenschaft ein, welche die im menschlichen Bewusstsein liegenden Bedingungen (Anschauungsformen und Verstandesstrukturen) untersucht, die, unabhängig von und vor aller Erfahrung, Gegenstände der Erfahrung und ihre objektive Erkenntnis erst ermöglichen.
sind angeborene Bedürfnisse der Selbst- und Arterhaltung (Nahrung, Schlaf, Sexualität). Sie bewirken nach klassischer psychoanalytischer Sicht einen bestimmten "Zustand zentraler Erregung als Reaktion einer Reizwirkung" (Charles Brenner*). Die menschliche Reaktion auf die Reizwirkung wird vom "Ich" individuell bestimmt, also je nach Festlegung durch Erziehung, gemachte Erfahrung, gerade gegebenen Möglichkeiten. (So kann eine sexuelle Erregung durch unterschiedliche Formen - Onanie, Beischlaf - direkt oder später oder überhaupt nicht abreagiert werden.)
* geboren 1913, absolvierte Medizinstudium an der Harvard-Universität, gehörte seit 1945 zum Lehrkörper des psychoanalytischen Instituts in New York. Sein Buch "Grundzüge der Psychoanalyse", S. Fischer-Verlag (ISBN 3 10 107901 2) gibt jedem (vor allem auch Nicht-Psychologen) eine sehr leicht verständliche Übersicht.
ist die (Gewissens-)Instanz, welche die verinnerlichten (jeweils geltenden) Norm- und Wertvorstellungen umfaßt und das Verhalten und Handeln des ICH beeinflußt (also im Sinne der geltenden Moral). Das ÜBER-ICH beinhaltet auch das "ICH-IDEAL".
Gefühle und Verhaltensweisen werden von einer (meist wichtigen) Person auf eine andere übertragen, z.B. positive oder negative Gefühle der Mutter gegenüber werden auf eine Lehrerin übertragen.
der seelische Vorgang, der einer Selbstbeobachtung nicht (unmittelbar) zugänglich ist, jedoch an bestimmten Verhaltensweise (Wirkungen) erkannt werden kann. Man spricht von persönlichem Unbewussten (dem Vergessenen, insbesondere dem Verdrängen) und von einem allen Menschen gemeinsamen kollektiven Unbewussten (unabhängig von individueller Erfahrung), das sich in "Träumen, Fantasien und Symbolen zeigen" soll (nach dem Psychologen C.G. Jung), "als eine Urerfahrungen der Menschheit als Antriebs- und Auffassungsbereitschaften"
(nach © 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG.). Es gibt keine Beweise, wie diese "Urerfahrungen" von Mensch zu Mensch übertragen werden soll. Jung spricht von einem biologischen Erbe. (Das wären dann vielleicht die >Mems< des Richard Dawkins, nach Jung's Tod eingeführt).Nachdem C.G. Jung der Ansicht war, daß jeder menschliche Geist urtümliche Symbole enthalte, wurde der Begriff des "Archetypen" erfunden. (Arche = "Anfang" im Griechischen)
Nach S.Freud: "Seelische Vorgänge, um die wir nicht bzw. nicht mehr wissen, die aber immer wieder in das Bewußtsein drängen und unser Erleben und unser Verhalten in einem nicht unerheblichen Maße bestimmen, bezeichnen wir als unbewußt."
>Hier< mehr zu diesem Stichwort
oder UFO (unidenfied flying object) unbekannter Art und Herkunft
werden gerne als außerirdischen Ursprungs gedeutet. Zuerst (jedoch als
"Massenrummel") um 1947 in den USA. Beobachtungsberichte konnten
meistens auf erklärbare natürliche (Kugelblitze, Sternschnuppen) oder
künstliche Phänomene (Disko-Strahler auf die Wolken gerichtet,
Flugzeugbeleuchtung) zurückgeführt werden.
>Hier< ein
Beispiel
"... Das starke Männchen war Herr und Vater der ganzen Horde, unbeschränkt in seiner Macht, die er gewalttätig gebrauchte. Alle weiblichen Wesen waren sein Eigentum, die Frauen und Töchter der eigenen Horde, wie vielleicht auch die aus anderen Horden geraubten. Das Schicksal der Söhne war ein hartes; wenn sie die Eifersucht des Vaters erregten, wurden sie erschlagen oder kastriert oder ausgetrieben..." Mehr >hier< (eine Version der Religionsgeschichte, etwas eigenartig und spekulativ).
ein Zentralbegriff der -Psychoanalyse: der sehr häufige Vorgang, durch den Vorstellungen, Wünsche, Triebregungen (insbes. libidinöse) aus dem Bewußtsein ausgeschieden werden, ohne daß sie eine Erinnerung hinterlassen. Sie verbleiben durch die Tätigkeit der „Zensur" (Über-Ich, Gewissen, Gesellschaft) im Raum des „Vorbewußten", verlieren aber ihre Energie nicht. Diese fließt in Ersatzhandlungen, „Symptome", Fehlleistungen, Träume in veränderter Form ein. Die gleiche Zensur macht sich bei der Behandlung als -Widerstand bemerkbar. - Die Vorstellung eines Verdrängungsmechanismus findet sich bereits bei Herbart. Das Bewußtsein erscheint als Schauplatz agierender Erlebnisinhalte, die teils miteinander zusammenhängen, teils unabhängig voneinander emporsteigen und einander den „Raum" im Bewußtsein streitig machen. Eine Vorstellung verdrängt die andere. (Wörterbuch der Psychologie von Wilhelm Hehlmann)
Nach Psychoanalyse: Verdrängung besteht in
einer Tätigkeit des ICHs, die dem unerwünschten ES-Impuls den Zugang zum
Bewußtsein versperrt, oder auch Abkömmlingen dieses Impulses, wie
Erinnerungen, Emotionen, Begehrungen oder wunscherfüllenden Phantasien.
Soweit es das bewußte Leben des Betreffenden angeht, ist es so, als ob sie
sämtlich nicht existierten. Eine verdrängte Erinnerung ist eine vergessene
Erinnerung.
ist die Gesamtheit aller beobachtbaren (feststellbaren oder messbaren) Reaktionsweisen, also das Reagieren lebender Strukturen auf Reize; im engeren Sinn die Gesamtheit aller Körperbewegungen, Körperhaltungen und des Ausdrucksverhaltens eines lebenden tierischen und menschlichen Organismus in seiner Umwelt. Verhalten beinhaltet auch Aktionen (aus sich selber heraus). Das Verhalten ist insbesondere der Untersuchungsgegenstand der (vergleichenden) Verhaltensforschung. Siehe auch >kollektives Verhalten<.
Verhaltensstörung hat ein Mensch, "wenn sein Gesamtverhalten oder einzelne wichtige Verhaltensbereiche erheblich und dauerhaft vom Normalverhalten abweichen und wenn dieses Mißverhältnis zwischen den Normansprüchen der Umwelt und der Unfähigkeit, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, immer wieder auftritt," nach Altenthan et al., Pädagigik, Stam-Verlag.
(Reinforcement), Lernpsychologie: die Erhöhung der Motivation oder Verhaltenswahrscheinlichkeit durch (auch die Aussicht auf) Erfolg, Lob oder Belohnung: positive Verstärkung. Erhält ein Individuum oder befürchtet es eine Strafe für ein bestimmtes Verhalten und die Strafe bleibt aber aus, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Verhaltens für das es bestraft werden sollte (negative Verstärkung). Das Lebewesen lernt durch Verstärkung.
Beispiele:
1. Wenn das Kind betet und dafür gelobt wird, lernt es zu beten.
2. Wenn ein Kind weiß, daß es für Lügen bestraft wird, "lernt" es zu lügen, wenn dann die Strafe ausbleibt.
Ein Verhalten kann sowohl eine positive als auch eine negative Konsequenz haben. Wenn die positive Konsequenz zuerst kommt, wird die negative Konsequenz als nicht so gravierend angesehen. Also hat die positive Konsequenz Vorrang und führt zur Verstärkung. Zum Beispiel: obwohl man weiß, daß Alkoholgenuß zum "Kater" führt, wird wegen des angenehmen Sich-benebelns getrunken, und das wird trotz den negativen Erfahrung durchaus wiederholt.
Etwas ausführlicher: Verstärkung, ein technischer Begriff
für eine Belohnung, die ein Tier oder einen Menschen motiviert. Er besagt, daß ein bestimmter
>Stimulus< - z. B. ein Futterkügelchen, das eine Ratte
erhält, wenn sie den richtigen Hebel betätigt - die Wahrscheinlichkeit
erhöht, daß ein bestimmtes Verhalten wiederholt wird.
Erziehungsfehlannahmen: Z.B. Eine Mutter, die ihr Kind anschreit, es
solle aufhören zu weinen, hält das Schreien für einen abschreckenden Reiz,
weil sie glaubt, daß das Kind nicht angeschrieen werden will. Das Kind aber
bekommt erst durch ihre Reaktion die Aufmerksamkeit, die es sich wünscht -
das Weinen wird verstärkt, das Geschrei der Mutter ist kontraproduktiv.
Beim Menschen gibt es subtile Verstärker, wie Status, Selbstverwirklichung
oder Stolz.
Siehe Lerntheorien >hier<
kann jederzeit und ohne inneren Widerstand aktiviert werden.
Siehe >unbewusst<
(Providenz), Religionsgeschichte und Theologie: die über der Welt waltende Macht; in der christlichen Theologie die in der Liebe Gottes begründete Zielbestimmung von Welt, Geschichte und Menschen auf das Reich Gottes hin (Vorherwissen Gottes), wobei Gott jedoch die dem Menschen in seinem Wollen und Handeln gegebene Freiheit »respektiert«.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
ist eine behauptende, negative Bewertung bzw. Abwertung von bestimmten Personen oder Personengruppen - zum Beispiel Ausländern, Asylanten, Behinderten, die sich auf irrtümliche Verallgemeinerungen stützt und auch durch gegenteilige, wahrheitsgetreue Informationen in der Regel nicht geändert werden kann. Dabei ist das Vorurteil eine kognitive Haltung, die stark emotional gestützt ist. Die Umsetzung eines Vorurteils aus dem Denken und Fühlen in das Handeln bezeichnen wir als Diskriminierung
(nach "Psychologie", Stam-Verlag, herausgegeben von Hermann Hobmair).
Vorurteile sind Sonderformen von Einstellungen. >Hier<
mehr zu Vorurteilen.
Definitionen und Erklärungen sind >hier<her ausgelagert mit einer Verzweigung zu "Denkstörungen".
Paul, war ein bekannter Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut (mit bedeutendem Einfluss auf die Familientherapie), Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph und Autor; in Villach (Kärnten/Österreich) am 25.7. 1921geboren, am 31. März 2007 in Palo Alto (Kalifornien); arbeitete seit 1967 an der Stanford University in Palo Alto (Kalifornien, seiner Wahlheimat der letzten Jahre); befasste sich v.a. mit der Bedeutung der >Kommunikation< für zwischenmenschliche Beziehungen, Persönlichkeit und Entstehung seelischer Krankheiten.
Er wurde auch In der Bundesrepublik
Deutschland durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur
Kommunikationstheorie und über den radikalen
>Konstruktivismus< bekannt. (Lebenslauf und mehr zur Kommunikation
>hier<)
Werte: siehe >Kultur<
Nach Darstellung von Wikipedia selbst ist "Wikipedia" ein Projekt zur Erstellung einer Online-Enzyklopädie in mehreren Sprachversionen. Der Begriff Wikipedia ist ein Kofferwort und setzt sich aus „Wiki“ (hawaiianisch=schnell) und „Encyclopedia“ (Englisch für Enzyklopädie) zusammen. Hauptmerkmal ist, dass jedermann unmittelbar Artikel einstellen oder verändern kann. Das führt jedoch dazu, daß jemand, der einen Artikel nicht mag, diesen entfernt. >Hier< ein Beispiel.
Bisher (Jahr 2007) haben international etwa 285.000 angemeldete und eine unbekannte Anzahl von nicht angemeldeten Benutzern Artikel zum Wikipedia-Projekt beigetragen. Mehr als 7.000 Autoren arbeiten regelmäßig an der deutschsprachigen Ausgabe mit.
Über http://de.wikipedia.org ("de" bedeutet in deutsch) erhalten Sie fast für alles eine Auskunft. Trotz aller Kritik die beste Enzyklopädie!
>Psychologie< ist die Wissenschaft vom Erleben und >Verhalten< der Menschen. Wird Erleben und Verhalten im wirtschaftlichen Kontext untersucht, spricht man von Wirtschaftspsychologie. Der Bedarf an Wirtschaftspsychologie nimmt zu, denn technische Managementkompetenzen sind wichtig aber heute nicht mehr ausreichend für Erfolg. Im zunehmendem Wettbewerb um die Entscheidungen der Kunden und die leistungsfähigsten Mitarbeiter und Teams bietet die Wirtschaftspsychologie die geeigneten Instrumente. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, orientieren sich viele Unternehmen neu. So trifft man zunehmend auch direkt unter der Vorstandsebene funktionsübergreifende Strukturen, die sich nur mit dem Erleben der Kunden beschäftigen. Auch bei internen Herausforderungen wie Change-Prozessen wird verstärkt die psychologische Komponente als erfolgskritisch, ja sogar als ausschlaggebend, betrachtet.
Zur Wirtschaftspsychologie zählen:
- Konsumentenpsychologie
- Marktpsychologie (beschäftigt sich mit Konsumentenverhalten, Marktanalyse oder auf Neudeutsch: consumer behaviour, marketing research)
- Werbepsychologie
Wichtiger Vertreter: z. B. Prof. Dr. Florian Becker >hier<
oft nur als Zen-Buddhismus gebraucht. Aber das Zen (Versenkung) lässt sich durch diskursive (logisch folgernde) Begriffserläuterungen nicht zufriedenstellend fassen, da es sich ausschließlich durch "eigene Einsicht" erschließt (heißt es). Der Versuch einer enzyklopädischen Definition stößt damit an eine prinzipielle Grenze.
>Hier< ausführlicher
Sammelbezeichnung für verschiedene, überwiegend radikale antirömische Gruppen im palästinensischen Judentum des 1.Jahrhunderts n.Chr. Innerjüdisch verstanden sich die Zeloten als die Wahrer des Gottesrechts, gingen hart gegen Vertreter anderer jüdischer Strömungen (v.a. Sadduzäer und Pharisäer) vor, fühlten sich angesichts der erwarteten endzeitlichen Gottesherrschaft zum Kampf um die Herrschaft über das Land Israel verpflichtet und waren die treibende Kraft des jüdischen Aufstands gegen Rom (66-70 n.Chr.).
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
also eine Neurose mit Zwangsgedanken,
-handlungen als Hauptsymptome gekennzeichnet.
Diese Neurose beginnt oft schon in der Kindheit, meist aber im Adoleszentenalter
(Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter);
sie nimmt häufig einen chronischen Verlauf. Selbst wenn Zwänge als sinnlos
erkannt werden, können sie vom Betroffenen aber nicht willentlich
unterlassen werden. Bekanntes Beispiel: "Jemand muß sich dauernd die
Hände waschen" entspringt aus der Angst, sich (vielleicht mit Infektionskeimen)
beschmutzt zu haben. Nach S. FREUD Folge eines Konfliktes, durch den
die geistig-seelische Energie gleichzeitig mobilisiert und blockiert wird;
die Symptome sind Kompromisse zwischen Triebwünschen, vom Über-Ich
geforderter Sühne und verkleideten Ersatzbefriedigungen. Zwangsneurosen
treten häufig auch
als "zwangsneurotisches Organsyndrom" auf (SCHWIDDER): Obstipation
(Darmträgheit), Schlafstörung, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Atemstörung.
- In der neueren Psychoanalyse ist die
>anankastische< Persönlichkeit wesentlicher als
die Symptome, die Behandlung erfolgt vor allem psychotherapeutisch mittels
lerntheoretisch konditionierter Reaktionen auf Angst.
>Hier< eine ausführliche Beschreibung, wie es zu zwanghafter
Aggression kommt.
Zweifler ringen mit ihrem religiösen Glauben oder ihrer politischen Überzeugung, >hier< mehr auch über das "Junge Deutschland".