Antipsychiatrie

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Die Antipsychiatrie ist eine in den 1950ern u. a. von Ronald D. Laing begründete Bewegung, die sich insbesondere gegen die Erklärung der Schizophrenie als psychische Erkrankung wendet und nicht nur, wie andere Psychiatriekritiker, Missstände und heikle Entwicklungen anprangert, sondern die Psychiatrie insgesamt radikal in Frage stellt. Dies geschieht weniger mit psychiatrischen, sondern vor allem mit gesellschaftskritischen und politischen Argumenten (mit vielen Parallelen zur 68er-Bewegung).

Versuche, antipsychiatrische Konzepte in die Praxis umzusetzen (z. B. die von Ronald D. Laing und David Cooper konzipierten households in der Kingsley Hall in London, Station 21 durch David Cooper), scheiterten allerdings zunächst.

Inhaltsverzeichnis

Protagonisten der Antipsychiatrie

Vorbereitet wurde die Bewegung durch Arbeiten von Michel Foucault, Jacques Lacan und Herbert Marcuse. Der Philosoph und Schriftsteller Foucault publizierte u. a. Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahn im Zeitalter der Vernunft (im Original: Folie et déraison), in der er das Konzept des Wahnsinns und gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch analysiert. Auf Foucault wurde in der Antipsychiatrie häufig Bezug genommen. Lacan war Psychiater, der die Psychiatrie verließ, um eine eigene psychoanalytische Schule zu gründen. Er beeinflusste die Psychiatriekritik eher indirekt. Sowohl bei Foucault als auch bei Lacan finden sich indirekt theoretische Bezüge zur Anthropologie des Strukturalisten Claude Lévi-Strauss. Der Philosoph Marcuse befasste sich selbst nicht mit der Antipsychiatrie, seine Texte dienten aber antipsychiatrischen Bewegungen als Inspirationsquelle.

Besonders bekannte Vertreter der Antipsychiatrie waren die Psychiater Thomas Szasz*, Ronald D. Laing* und David Cooper. Außerdem werden der Bewegung Peter Lehmann, der Psychiater Jan Foudraine, Franco Basaglia und der Soziologe Erving Goffman zugeordnet.

* Literaturangeben >hier<

Antipsychiatrie und der Krankheitsbegriff

Ein Problem bei psychischen Störungen ist ihre Diagnose und oft auch Definition. Die schwierige Greifbarkeit der „Normalität“ menschlichen Verhaltens führt leicht zu Fehldiagnosen; auch ist ein aktiver Missbrauch durch den Diagnostiker hier einfacher als bei anderen Krankheiten (extremes Beispiel: wird ein fehlendes Bein diagnostiziert, welches aber vorhanden ist, so ist dies leichter als Fehldiagnose zu erkennen als ein „fehlendes“ soziales Bewusstsein etc.)

Da psychische Störungen immer als Abweichung von einer Norm definiert werden, stellt sich die Frage: Wer bestimmt, was normal ist? So galt beispielsweise Homosexualität lange Zeit als behandlungsbedürftige psychische Störung (vgl. auch die „Behandlung“ des Wissenschaftlers Alan Turing 1952).

Untersuchungen in den USA zeigten, dass Schizophrenie häufiger bei Angehörigen der Unterschicht, besonders bei Schwarzen, diagnostiziert wurde als z. B. bei Personen aus der weißen Mittelschicht, was den Verdacht einer Bestrafung schichtspezifischer Unangepasstheit durch Etikettierung mit dem Begriff „krank“ nahezulegen schien.

Wegen dieser Schwächen deskriptiver Psychopathologie lehnten Antipsychiater die psychiatrische Diagnosestellung ab und bezeichneten Diagnosen per se als inhuman.

Die Ablehnung von sozial abweichendem bzw. gesellschaftlich unangepasstem Verhalten, dessen Bezeichnung als Krankheit, die darauf folgende ablehnende und ausstoßende Reaktion der Mitmenschen des sich anders Verhaltenden, seien das eigentliche Problem. Die Akzeptanz der Rolle des Kranken (Internalisierung, Krankheitseinsicht) durch den Betroffenen würde dann dazu führen, dass der Betroffene sich so verhält, wie es einem angeblich psychisch Kranken entspricht. Da also die Ursache beobachtbarer Symptome gesellschaftliche Strukturen und psychiatrische Kliniken seien, sei es überflüssig, die in Wahrheit gar nicht Erkrankten zu behandeln. Ein extremer Verfechter dieses Ansatzes ist Thomas Szasz, der wegen der „Nichtexistenz“ von Geisteskrankheit (er bezeichnet sie als Mythos) jede Diagnose, Hospitalisierung und Behandlung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet. Gemäßigtere Vertreter der antipsychiatrischen Bewegung erkennen die Realität von psychiatrischen Erkrankungen an, deuten sie aber als sozial bedingt.

Darüber hinaus erscheint die Wissenschaftlichkeit psychiatrischer Diagnosen zweifelhaft, da diese häufig nicht verifizierbar sind und folglich Fehldiagnosen, bzw. widersprüchliche Diagnosen drohen. Somit können in der psychiatrischen Diagnostik selten Aussagen getroffen werden, deren Richtigkeit unbestritten ist. Diese Kritik trifft allerdings auf Diagnosen nicht bzw. vermindert zu, welche auf nachweisbaren physischen (neurologischen) Veränderungen basieren. Es stellt sich außerdem die Frage, ob es überhaupt vertretbar ist, Aussagen über das menschliche Innenleben zu treffen, welches sich, aus Sicht von Kritikern, dem Erkenntnisbereich des Psychiaters entzieht.

Antipsychiatrie und Psychiatriemissbrauch

Die Psychiatrie ist naturgemäß durch die Tatsache, dass Menschen Macht über andere haben, anfällig für Machtmissbrauch auf individueller Ebene (z.B. Abschiebung „anstrengender“ Patienten in der Allgemeinmedizin, vorschnelle Vermutung von Geisteskrankheit bei Straftätern) als auch auf gesellschaftlich-politischer Ebene. In der Sowjetunion wurde über viele Jahre bei politisch andersdenkenden Menschen die atypische Schizophrenie diagnostiziert. Diese Menschen wurden in geschlossene psychiatrische Anstalten interniert, so dass es offiziell zu dieser Zeit keine politischen Gefangenen gab. Auch andere Regime entledigten und entledigen sich unliebsamer Kritiker in psychiatrischen Anstalten.

Aufgrund dieser Erfahrungen wird in der Antipsychiatrie Wahn oder zumindest Schizophrenie nicht als Krankheit, sondern als reine Erfindung der Gesellschaft bzw. herrschender Kreise der Gesellschaft und insbesondere als Erfindung von Psychiatern angesehen, um Herrschaft und Einkommen zu sichern. Das Stigma „psychisch krank“ wird als gewolltes Mittel zur Durchsetzung der herrschenden Interessen gedeutet.

Auswirkungen der Antipsychiatrie

Obwohl der Ansatz der Antipsychiatrie-Bewegung eher politisch als therapeutisch war, hat sie das Bewusstsein für Vorgänge im sozialen Umfeld der Patienten und die Stigmatisierungs-Problematik geschärft und einen kritischen Umgang mit Nosologie (Krankheitslehre als Teilgebiet der Pathologie >hier<) und Terminologie angeregt.

Obwohl die Hauptthesen der Antipsychiatrie vielfach verworfen wurden, bewirkte die Anklage von Missständen in Kliniken wichtige Reformen in Versorgung psychiatrischer Patienten. Unhaltbare Zustände und Behandlungsmethoden wurden und werden angeprangert. Dies gab unter anderem in Italien, Schweden und Österreich Anstöße für eine Psychiatriereform, die zu einer teilweisen Auflösung der psychiatrischen Anstalten, beziehungsweise zu starker Verkürzung der Verweildauer und genauerer Kontrolle der so genannten Zwangseinweisungen und Zwangsanhaltungen (=Einweisung und Anhaltung gegen den Willen des oder der Betroffenen) führte.

Die Antipsychiatrie forderte statt des Wegsperrens (aus ihrer Sicht angeblich) psychisch Erkrankter Weglaufhäuser, die in Analogie zu den Frauenhäusern den Betroffenen Obdach und Schutz geben sollten. Es gibt solche Häuser inzwischen auch in Deutschland; sie arbeiten nach humanistischen Soteria-Konzepten.

Kritik an der Antipsychiatrie

Die antipsychiatrischen Konzepte werden unter anderem als realitätsfern kritisiert: Für jemanden, der, bisweilen verbunden mit einem hohen Leidensdruck, an einer psychischen Störung (insbesondere Depressionen und Angsterkrankungen) leidet, stellt sich nicht die Frage nach der "Existenz" seiner Erkrankung, sondern jene nach Aussicht auf Linderung. Hier hat die moderne Psychiatrie bewiesen, dass sie in vielen Fällen fähig ist, subjektive und objektive Symptome zumindest zu lindern ("Wer heilt hat recht"): Die Psychiatrie hat schon aus diesem Grund definitiv ihre Existenzberechtigung, sowohl in ihren pharmakologischen, als auch in ihren nichtpharmakologischen Aspekten.

Die Problematik, die die Antipsychiatrie anreißt, wenn sie von der Möglichkeit der Beeinflussung, des Gefügig-Machens und der kalkulierten Stigmatisierung spricht, existiert auch heute und ist historisch vielfach belegt. Der Grat zwischen berechtigter Kritik auf der einen und Verschwörungstheorien und Panikmache auf der anderen ist schmal.

Die Anführer einer Bewegung, die um 1970 versuchte, Antipsychiatrie in deutschen Universitätskliniken in die Praxis umzusetzen, wurden für ihre meist marxistische Motivation kritisiert und mit der Rote Armee Fraktion in Verbindung gebracht. Bekannt wurde das SPK (Sozialistisches Patientenkollektiv) von der Heidelberger Universitätsklinik, aus dem später zehn Mitglieder in die RoteArmeeFraktion gingen. Auch zu der aktiven Zeit des SPK war die Haltung der Öffentlichkeit eher ablehnend und die Aktiven litten unter behördlichem Druck.

Payk zieht die Bilanz, dass Umbenennungen und die Verleugnung von Krankheit in der psychiatrischen Praxis nichts gebracht, aber Patienten geschadet hätten, weil sie die Vielfältigkeit psychiatrischer Symptome ignoriert hätten. Die Angriffe auf die traditionelle Psychiatrie seien ideologisch motiviert gewesen (und damit auf unwissenschaftlicher Basis entstanden).


GEIST UND PSYCHE
Herausgegeben von Nina Kindler
Die Übersetzung aus dem Amerikanischen hat Thomas M. Höpfner besorgt
Kindler Verlag GmbH München
Lizenzausgabe mit Genehmigung des Walter Verlages Olten und Freiburg im Breisgau
Titel der amerikanischen Originalausgabe
»The Myth of Mental Illness, Foundations of a Theory of Personal Conftict«
Verlag Harper & Row, New York Gesamtherstellung: Friedrich Pustet, Regensburg
Printed in Germany 1975
ISBN 3 463 02153 6

Wissenschaft muß mit Mythen beginnen und mit der Kritik der Mythen
KARL R. POPPER (1957)
 

Auf der Buchrückseite ist zu lesen:

Thomas Szasz, 1920 in Budapest geboren, studierte in den USA Medizin und erhielt dort seine psychiatrische und psychotherapeutische Ausbildung. Seit 1956 Professor der Psychiatrie an der State University of New York. Im vorliegenden Buch weist der Autor nach, daß die Fragen: »Was ist Geisteskrankheit?« und »Was tun die Psychiater?«, unlösbar miteinander verknüpft sind. Er gibt eine im Kern »destruktive« Analyse des Konzepts der Geisteskrankheit sowie der Psychiatrie als eines pseudomedizinischen Unternehmens. Da psychiatrische Theorien moralische Fragen und normative Standards als ausdrücklich formulierte Ziele und Verhaltensregeln beflissen ausklammern, hat sich die Psychiatrie immer weiter von der Wirklichkeit entfernt, die sie zu erklären versucht. Szasz will diesem Übelstand abhelfen durch eine Spieltheorie, die ethische, politische, religiöse und gesellschaftliche Aspekte mit den Bereichen der Medizin und der Psychiatrie verknüpft.


Fischer Taschenbuch Verlag März 1978
Umschlagentwurf: Jan Buchholz/Reni Hinsch
Die Essays stammen aus der amerikanischen Originalausgabe
<Ideology and Insanity>, erschienen im Verlag Doubleday, New York.
© 1970 by Thomas Szasz
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Thomas M. Höpfner
Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung
der Walter-Verlags AG, Olten
© Walter-Verlag AG, Olten 1975
Gesamtherstellung: Hanseatische Druckanstalt GmbH, Hamburg
Printed in Germany - 197 Seiten
680-ISBN-3-596-26389-1

Inhalt
Einleitung
Vorwort
1. Der Mythos der Geisteskrankheit
2. Die Ethik der Psychohygiene
3. Psychiatrie — Schleichhandel mit menschlichen Werten
4. Zurechnungsfähigkeit vor Gericht
5. Anstaltsunterbringung Geisteskranker wider ihren Willen — ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
6. Die Ethik der Sucht
7. Psychiatrisches Klassifizieren als eine Strategie der Persönlichkeitsknebelung
Anmerkungen
Register

Szasz' Thesen wenden sich gegen eine organisierte Psychiatrie, die die Menschenwürde und Freiheit d Individuums preisgibt. Sein Angriff gilt einer Institution, die über den Geisteszustand eines Menschen entscheiden kann:
»Das Problem, welches der Psychiatrie und der Gesellschaft so zugesetzt hat und mit dem ich mich hier befasse, ist nicht die Existenz oder Realität verschiedener persönlicher Verhaltensformen, sondern der Kontext, das Wesen und das Ziel des Klassifikationsaktes. So ist es eine Sache zuzugeben, daß Neger eine schwarze Haut und Weiße eine rosige haben, aber eine ganz andere, einen Neger als >Nigger< zu bezeichnen und ihm einen entsprechend untergeordneten Platz zuzuweisen...« THOMAS SZASZ


Fischer Taschenbuch Verlag
Oktober 1976
Ungekürzte Ausgabe
Umschlagentwurf: Jan Buchholz/Reni Hinsch
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel >The Manufacture of Madness<.
A comparative Study of the Inquisition and the Mental Health Movement<
bei Harper and Row, New York
© 1970 by Thomas S. Szasz, Trustee
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Thomas M. Höppner
Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung der Walter-Verlag AG, Olten
© Walter-Verlag AG, Olten 1974
Gesamtherstellung: Clausen & Bosse, Leck (Schleswig)
Printed in Germany
980-ISBN 3 436 02340 X

Über dieses Buch
Thomas Szasz, Professor für Psychiatrie an der State University of New York, ist nicht nur ein Rebell, sondern auch ein Pionier. Sein Buch über die Geschichte der Institutionalen Psychiatrie von ihren theoretischen Wurzeln in der christlichen Theologie bis zu ihren heutigen, mit medizinischer Rhetorik verbrämten und mit Polizeigewalt durchgesetzten Praktiken ist ein Protest gegen die Macht der Sachverständigen, gegen die Allmacht der Psychiater, gegen die Entwürdigung und Entmündigung Geisteskranker. Szasz hält dieses ganze System der Psychiatrie, die mit der Justiz Hand in Hand arbeitet, das Dickicht ihrer Begriffe und die Härte ihrer Praktiken schlicht für falsch und unmoralisch. Er hält die gängige Auffassung von der Geisteskrankheit und Behandlung Geisteskranker für irrig und irreführend. Er analysiert in seinem engagierten Buch, warum unter diesen Voraussetzungen unsere heutigen ethischen Anschauungen und sozialen Einrichtungen eine unmoralische Ideologie der Intoleranz ergeben müssen. Er vergleicht sogar den Hexenglauben und die Hexenverfolgungen des Mittelalters mit dem Glauben an Geisteskrankheiten und der Verfolgung Geisteskranker in unserer heutigen Gesellschaft. Szasz plädiert für eine Entmachtung der Institutionalen Psychiatrie, um die moralischen Kräfte einer Psychotherapie freisetzen zu können, die ohne Zwang auskommt.
Dieses in der psychiatrischen Literatur einmalige und revolutionäre Buch verlangt vom Leser kein spezielles Fachwissen und keine Vorbereitung. »Szasz lesen ist ein Abenteuer«, schreibt der berühmte Psychiater Jan Foudraine in seinem Vorwort zur holländischen Ausgabe dieses Buches.

Über den Autor
Thomas S. Szasz, 1920 in Budapest geboren, 1938 in die USA emigriert, studierte Medizin in Cincinnati. Nach seiner psychiatrischen und psychotherapeutischen Ausbildung in Chicago eröffnete er 1948 eine psychoanalytische Praxis. Seit 1956 ist er Professor für Psychiatrie an der State University of New York. Von seinen zahlreichen Veröffentlichungen erschienen außerdem in deutscher Übersetzung 1972 sein antipsychiatrischer Klassiker >Geisteskrankheit – ein moderner Mythos?< und >Psychiatrie – die verschleierte Macht(, 1975.

Buchrückseite zeigt:
Szasz lesen ist ein Abenteuer. Szasz protestiert vor allem gegen die Macht der >Sachverständigem, die unser Leben bestimmen, an die wir uns klammern und die uns hörig machen. JAN FOUDRAINE

Soweit die Allmacht der Psychiater zu einem Bedürfnis, ja Mythus unserer Zeit geworden ist, muß man tatsächlich Geistesart und Interessenlage der Psychiater genauer untersuchen und ihrer Macht Grenzen setzen. Insofern ist ein Mann wie Thomas Szasz, der diese Analyse unternommen hat, nicht nur ein Rebell, sondern auch ein Pionier. FRANCOIS BONDY


Die englische Originalausgabe erschien unter dem Titel
The Devided Self. An Existential Study in Sanity and Madness bei Tavistock Publications,
London 1960, und Pelican/Penguin Books Ltd., London 1964.
Aus dem Englischen übertragen von Christa Tansella-Zimmermann
Umschlagentwurf Werner Rebhuhn
Meiner Mutter und meinem Vater
Veröffentlicht im Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, Oktober 1976
@) Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1972
The Devided Self (D Tavistock Publications 1960 and R. D. Laing 1969
Vorwort zur Pelican-Ausgabe 9 1963 R. D. Laing Satz Aldus (Linotron 505 C)
Gesamtherstellung Clausen & Bosse, Leck/Schleswig Printed in Germany
580-ISBN 3 499 16978 9

Inhalt
Vorwort
Vorwort zur Pelican-Ausgabe Danksagungen
Erster Teil
01 Die existentiell-phänomenologischen Fundamente für eine Wissenschaft von den Personen
02 Die existentiell-phänomenologischen Fundamente für das Verstehen der Psychose
03 Ontologische Unsicherheit
Zweiter Teil
04 Das verkörperte und das unverkörperte Selbst
05 Das innere Selbst im schizoiden Zustand
06 Das falsche Selbst-System
07 Selbst-Bewußtheit
08 Der Fall Peter
Dritter Teil
09 Psychotische Entwicklungen
10 Das Selbst und das falsche Selbst in einem Schizophrenen
11 Der Geist des Unkrautgartens: die Studie einer chronisch Schizophrenen
Bibliographie Stichwortverzeichnis

Mit dem Namen Laing ist ein radikal neues, humanes Verständnis von geistiger Gesundheit und Wahnsinn verknüpft. Die Psychose ist nicht länger ein medizinisches Phänomen, sondern Ausdruck gesellschaftlich bedingter Selbstentfremdung - auch wenn diese Erkenntnis von den Praktikern nur zögernd aufgegriffen wird. Immer am konkreten Beispiel orientiert, hat Laing die innere Logik der schizophrenen -Wirklichkeit» als Verlängerung einer sozialen Ordnung erschlossen, die den Menschen daran hindert, seine elementaren Bedürfnisse zu befriedigen. Die Kenntnis des schizophrenen Prozesses machte ihn zum Kritiker der traditionellen Psychiatrie und der gesellschaftlichen Normen.
«Das Werk Laings hat alle und jeden, der mit ihm in Berührung kam, erschüttert» (New York Times).