Freidenker - Nicht-Dogmatiker
Freidenker
ist ein Denkender frei von religiösen Dogmen (griechisch:
Meinung, Lehrsatz, Verfügung. Betrifft vor allem die christliche
Glaubenswahrheit. Dogmen sind nach katholischer Auffassung jede von Gott in der
Bibel, sowie durch kirchliche Traditionen Wirklichkeit gewordene Wahrheiten,
soweit sie durch kirchliche Lehren als eine solche definiert und verkündigt
wurden).
Der Freidenker steht auch der Religion und ihren
Erscheinungs- und Lebensformen ablehnend gegenüber.
Englische Deïsten
namens "Freethinker" (also Freidenker) wurden erstmals im 17.Jahrhundert bekannt.
Französische Herausgeber und Mitarbeiter an einer Darstellung des gesamten
Wissens mit Schlussfolgerungen aus Wissenschaft, Künsten und Handwerk ("Dictionnaire
raisonné des sciences, des arts et des métiers") tendierten zu atheistischen
Gedanken, also ohne Gott. Zu nennen sind die französischen Freidenker:
- François-Marie Arouet, bekannt geworden als Voltaire, Schriftsteller und Philosoph (1694 bis 1778). Er folgte 1750 einer Einladung des preußischen Königs Friedrich II., des Großen, nach Potsdam und blieb dort 3 Jahre.
- Jean-Baptiste Le Rond d'Alembert, der Mathematiker, Philosoph und Physiker, (1717 bis 1783)Voltaire nannte den Freidenker "franc-penseur", frei im Sinne von freimütig, offen, kein Blatt vor den Mund nehmend, während d'Alembert und Diderot (und andere) den Begriff "libre-penseur" geprägt hatten: frei im Sinne von unabhängig, ungebunden (ledig).
Bei den Deutschen gab es zuerst die "Freigeister" (mit freier Gesinnung). Doch setzte sich im 19.Jahrhundert "Freidenker" durch und das wegen des Einflusses der aufblühenden Naturwissenschaften (Evolution vom britischen Naturforscher, Sir Charles Robert Darwin 1809 bis 1882) und wegen "sozialrevolutionärer Gedanken". Freidenker schlossen sich in zahlreichen Verbänden zusammen. In Deutschland gibt es den Deutschen Freidenkerverband e.V. (DFV - Schillstrasse 7, D-63067 Offenbach (www.freidenker.org), allerdings auch noch beispielsweise im Bundesland Bayern den Bund für Geistesfreiheit (bfg) Fürth K.d.ö.R (Körperschaft des öffentlichen Rechts) (www.bfg-bayern.de).
Deïsmus
[zu lateinisch deus »Gott«] war "eine Anschauung der Aufklärung im 17. und
18.Jahrhundert, insbesondere in England, dass Gott nach der Schöpfung keinen
Einfluss mehr auf die Welt, die ohne ihn wie eine Maschine allein weiterlaufe,
nehme und zu ihr auch nicht in Offenbarungen spreche. Damit steht der Deismus im
Gegensatz zum Theismus. Kennzeichnend für den Deismus ist die Vorstellung einer
natürlichen Religion, das heißt, er ging davon aus, dass allein aus der Natur
und der im Menschen von Natur aus angelegten Moral Gott erkannt werden könne,
unabhängig von Kirchen und organisierten Religionsgemeinschaften. Als Erster
nannte sich der Engländer Charles Blount (1654 - 1693) »Deist«, J.Toland schrieb
das grundlegende Werk des Deismus »Christentum ohne Geheimnis« (1696). Voltaire
brachte den Deismus nach Frankreich, Diderot schrieb die Religionsartikel der »Encyclopédie«
im Geist des Deismus. In Deutschland wirkte er auf die Bibelkritik (H.S.
Reimarus, G.E. Lessing, J.S. Semler). Kant verfasste ein Werk über die »Religion
innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft« (1793)." (Aus Meyers
Taschenlexikon)
Theïsmus
[zu griechisch theós »Gott«] ist der Glaube an einen
überweltlichen Gottheit in Form einer Person, der (im Unterschied zur Auffassung des Deismus)
nicht nur Schöpfer der Welt war, sondern sich um diese Schöpfung auch fürderhin
in allen Einzelheiten sordfältig kümmert, der das Weltgeschehen steuert und lenkt und
den man durch den Glauben in seiner Existenz
erfahren kann. Der Theïsmus kann je nach Art und Weise der jeweiligen Gottesverehrung
ausgeformt sein: als
Monotheïsmus (Glaube an einen einzigen Gott) oder Henotheïsmus (Eingottverehrung
bzw. Verehrung nur einer Gottheit). Polytheïsmus (mehrere Götter, die sich
Aufgaben teilen) fällt auch unter Theïsmus.
Agnostizismus
[von griechisch ágnostos »nicht erkennbar«] ist eine "philosophische Richtung,
die das Übersinnliche, insbesondere das Göttliche, für unerkennbar hält, jedoch
nicht unbedingt dessen Existenz leugnet".
(© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG)
Atheïsmus
[von griechisch átheos »ohne Gott«] bedeutet die Verneinung der Existenz eines
Gottes oder von Göttern. (So etwas gibt es nicht und auch nichts "jenseits der erfahrbaren Welt").
Geschichte: Schon altindische
Religionen kannten keinen Gott, wie der Dschainismus (mehr im nächsten
Block) und der noch ältere Samkhya (Sanskrit »Zahl«, »Aufzählung«), 6
hundert Jahre vor der Zeitrechnung, geht von einer Zweiteilung der Wirklichkeit
aus:
- den unendlich vielen, in sich geschlossenen, unteilbaren, formlosen, ewigen und an nichts gebundenen »Lebensmonaden« (purusha) als vollendete Einheiten bzw. als Ureinheiten der Weltsubstanz (nach dem Philosophen Leibnitz)
- und der leblosen »Materie« (prakriti), die mit den Ersteren verbunden ist, sodass diese zum Kreislauf der Seelen gezwungen sind.
Auch der ursprüngliche Buddhismus kannte kein "höheres Wesen" und keinen "Himmel" (>hier< mehr).
Zur
Ausbildung eines verallgemeinerten Atheismus im westlichen Geistesleben der
Neuzeit tragen v.a. drei Ursachen bei:
1) der christliche Schöpfungsglaube
selbst führte zur Entsakralisierung und Entgötterung der Natur;
2) die
Entwicklung der Wissenschaften, die die Welt ohne Zuhilfenahme Gottes als
Erklärungsgrund zu verstehen suchen.
3) der humanistischen
Philosophie erscheint die Annahme eines Gottes nicht mit der freien
Selbstverwirklichung des Menschen vereinbar. So verwerfen L.Feuerbach, der auf
ihm aufbauende marxistische Atheismus und die Existenzphilosophie (J.-P. Sartre)
Gott als Konkurrenten.
Dschainismus
[Anhänger des Dschina (Sanskrit: »Sieger)«]. Stifter war Wardhamana (um 500 vor
der Zeitrechnung), mit dem Ehrentitel Dschina ausgezeichnet. Nach
der Lehre der Dschaina (Jaina) wird die Welt nicht von einem Gott, sondern von
kosmischen und sittlichen Gesetzen regiert; in ihr irren die mit materiellen
Leibern umkleideten ewigen Seelen entsprechend ihren guten und bösen Taten als
vergängliche Götter, Menschen, Tiere oder Höllenwesen umher. Sittliches Handeln,
Askese und Meditation führen zur Läuterung in unzähligen Wiedergeburten und,
wenn alle Materie aus der Seele geschwunden ist, zur Erlösung...
Humanität
[lateinisch] die, eine Bildung des Geistes und die Verwirklichung der
Menschenrechte vereinigende Gesinnung, die sich besonders in Teilnahme und
Hilfsbereitschaft für den Mitmenschen ausdrückt. Der Begriff wurde in der
Aufklärung und im Neuhumanismus zum Bildungsideal; häufig Norm für die
Gestaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen und gesellschaftspolitischen
Praxis.
Humanismus
[neulateinisch] der, im weiteren Sinn eine sich auf Humanität richtende geistige
Haltung.

Geschichte:
Renaissance (die Zeit der Wiedergeburt, der Wiedererweckung des
klassischen Altertums und des Wiederaufblühens der Künste) bis 17.
Jahrhundert (Seit der 2.Hälfte des 14.Jahrhunderts begann bei den
selbstbewussten, reichen Fürstenhöfen und Stadtrepubliken Norditaliens und
Mittelitaliens die Lösung von der mittelalterlichen kirchlichen und feudalen
Ordnung und damit eine gesellschaftliche Umstrukturierung, in deren Folge eine
von Adel und Bürgertum getragene weltliche Kultur entstand)
In der europäischen Geistesgeschichte ist der Humanismus eine geistige Bewegung,
die im Zeitalter der Renaissance aus der Bildung an dem neu entdeckten geistigen
Gut der Antike ein neues Menschenbild und Selbstverständnis gewann und sich
damit gegen die Scholastik (Pseudo-Wissenschaft: "philosophisch-theologische
Spekulation" nach Brockhaus) des Mittelalters wandte. Zitiert aus Meyers
Taschenlexikon: Dieser Renaissancehumanismus
bildete sich seit dem 14. Jahrhundert in Italien. Zunächst griffen v. a.
Bürgerliche außerhalb von Wissenschaft und Universitäten auf lateinische
Schriftsteller, besonders Cicero, zurück, der v. a. von Petrarca als Muster der klassischen Sprache, der hohen Rede (eloquentia),
gefeiert wurde. Bei diesem Rückgriff auf die Literatur und Kultur des antiken
Römertums blieb die mittelalterliche Frömmigkeit im Wesentlichen erhalten. Durch
Vermittlung byzantinischer Philologen nahm seit dem 15. Jahrhundert auch die
Beschäftigung mit dem griechischen Schrifttum zu. Der Kreis der bekannten
antiken Schriftsteller erweiterte sich bald durch systematisches Sammeln von
Handschriften (Bibliotheken). Zugleich wetteiferten die Humanisten mit dem
lateinischen Vorbild in Vers und Prosa; daraus entstand eine neulateinische
Literatur. Die christliche Lehre versuchte der Humanismus in einer Weise
auszulegen, die den sittlichen Gehalt der Evangelien mit der Ethik der
nichtchristlichen Antike (v. a. Platon , Stoa)
versöhnen wollte. Nach Anfängen im 14. Jahrhundert am Hof Karls IV. (Johannes
von Neumarkt) und an einigen Universitäten war er in Deutschland
im 15. Jahrhundert voll entwickelt (R. Agricola , K. Celtis ,
G. Heimburg , J. Reuchlin u. a.). Die Hochstimmung
der Blütezeit des Humanismus in Deutschland zeigen die »Epistolae obscurorum
virorum« = Dunkelmännerbriefe mit
ihrer Satire auf das Mönchslatein der Scholastik. Der Humanismus wirkte außer
auf Literatur und Philologie auch auf die naturwissenschaftliche Forschung (Regiomontanus) und v. a. auf das Schulwesen (J.
Wimpfeling u. a.); besonders im 16.
Jahrhundert trug er nationale Züge (U. von Hutten). Luthers Reformation erwies sich als stark humanistisch beeinflusst. Zu
einem eigentlichen Bündnis zwischen Humanismus und Reformation ist es jedoch
nicht gekommen. Bedeutende Anhänger fand der Humanismus auch in den Niederlanden
mit Erasmus von Rotterdam, J. Lipsius, Gerardus J. Vossius [1577 - 1649], Daniel Heinsius [1580 - 1655], H. Grotius u. a.),
in England (T. More) und Frankreich (G.
Budaeus).
(Entnommen: Teilweise aus Wikipedia und Brockhaus)
1) Marcus Tullius Cicero, römischer Politiker, Redner und Philosoph,
Arpinum (heute Arpino) 3. 1. 106 v. Chr. (ermordet) bei Caieta (heute Gaeta)
7.12. 43 v. Chr.; vereitelte 63 als Konsul die Verschwörung des Catilina. Unter
dem Druck der Machtverhältnisse ging er 58/57 ins Exil. In der Zeit danach
entstanden seine Hauptwerke. 51 wurde Cicero als Statthalter nach Kilikien
(antike Landschaft im Südosten Kleinasiens)
geschickt. Im Bürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar entschied er sich für
Pompeius, erlangte aber später die Gunst Caesars. Nach dessen Ermordung (44)
trat Cicero für die Wiederherstellung der Senatsherrschaft ein und geriet in
Gegensatz zu Marcus Antonius, gegen den er seine 14 philippischen Reden
richtete. Dieser ließ ihn nach Abschluss des 2.Triumvirats auf die
Proskriptionsliste setzen und ermorden. Cicero gilt als einer der größten
römischen Redner, seine Schriften beeinflussten erheblich das abendländische
Denken. Von seinen Reden sind 58 mehr oder minder vollständig erhalten. Seine
Bildungsschriften teilt man ein in die rhetorischen und die philosophischen; in
Letzteren versuchte Cicero die drei Hauptgebiete Erkenntnistheorie (»Akademische
Bücher«), Sittenlehre (»Vom rechten Handeln« u.a.) und philosophische Theologie
(»Über das Schicksal« u.a.) zu erschließen.

2) Francesco Petrarca, italienischer Philologe (Textwissenschaftler
aus »Liebe zum Wort«),
Humanist und Dichter, (1304 - 1374), Sohn eines Florentiner Notars, der 1302, wahrscheinlich aufgrund
persönlicher Konflikte, aus Florenz verbannt worden war. Petrarca war der erste
bedeutende italienische Humanist. Er erforschte eifrig antike Autoren und
bemühte sich um deren Herausgabe. Selbst verfasste er an Cicero orientierte
lateinische Werke.
3) Platon (lateinisch Plato), Philosoph in Athen (427 bis 348/347 vor der Zeitrechnung), Schüler von Sokrates... Ideen sind die Urgestalten (»eidos«) der sinnlich erfahrbaren Dinge, ihr Seins- und Erkenntnisgrund (Ideenlehre)... Platons Philosophie war die Grundlage des metaphysischen (Lehre von den letzten. nicht erkennbaren Zusammenhängen, dem Übersinnlichen) und ethischen Idealismus (Glaube an und Sterben nach vollkommenen Vorbildern). (>Hier< mehr zu Moral und Ethik.)
4) nach Stoa Poikile benannte Philosophenschule, in Athen - um 300 vor der Zeitrechnung vom griechischen Philosophen Zenon aus Kition (heute Larnaka auf Zypern) gegründet.
5) Johannes von Neumarkt, Wegbereiter des deutschen Frühhumanismus, von 1353 bis 1374 Kanzler von Kaiser Karl IV., lebte von 1310 bis 1380, war zunächst Pfarrer in Neumarkt bei Breslau, seit 1352 Bischof von Naumburg, Leitomischl, Olmütz, Breslau, reformierte die lateinische und deutsche Kanzleisprache.
6) Rudolf Agricola, eigentlich Roelof Huusman oder Huysman, niederländischer Frühhumanist und Vermittler humanistischer Bildung (1444 - 1485).
7) Konrad Celtis (Celtes), eigentlich Konrad Pickel, der "deutsche »Erzhumanist«", (1459 bis 1508 - in Wien gestorben). Vom Herausgeber U. Auhagen »Horaz und Celtis« (Tübingen 2000), wird das Denken von Konrad Celtis mit Quintus Horatius Flaccus [Horaz] in Bezug gebracht.
8) Gregor Heimburg, deutscher Rechtsgelehrter und Humanist, (1400 bis 1472), trat gegen die politischen Ansprüche des Papsttums auf, wurde 1460 von Pius II. exkommuniziert. Er versöhnte sich aber wieder.
9) Johannes Reuchlin, deutscher Humanist, (1455 bis 1522), war anfangs als Jurist tätig, gilt neben Erasmus von Rotterdam als das Haupt des deutschen Humanismus Er kämpfte gegen die Vernichtung des jüdischen Schrifttums und für die Freiheit der wissenschaftlichen Arbeit...
10) Dunkelmännerbriefe - Titel einer Sammlung fingierter Briefe (in zwei Teilen, 1515 und 1516) von scholastischen Gelehrten, tatsächlich jedoch geschrieben von Humanisten als Satire auf die erstarrte spätmittelalterliche Wissenschaft, besonders der Kölner Theologen. Wesentlicher Urheber war der Erfurter Humanist Crotus Rubeanus (eigentlich Johann Jäger, lebte von 1480 bis 1545). 1517 erschien eine 2. Sammlung von Ulrich von Hutten. Mit ihrem barbarischen, mit deutschen Wörtern gemischten Latein, mit beißender Ironie, derb-witziger Komik, im zweiten Teil auch mit direkter Polemik enthüllen sie die dünkelhafte Unwissenheit, Heuchelei und Unmoral der Scholastiker (Pseudo-Wissenschaft: "philosophisch-theologische Spekulation" nach Brockhaus). Die Dunkelmännerbriefe wirken als beispielhafte literarische Satire bis heute nach.
11) Regiomontanus: bedeutet latinisiert »Königsberger«. Er hieß eigentlich Johannes Müller, war Mathematiker und Astronom, im bayrischen Königsberg am 6.6. 1436 geboren, Sinus- und Tangenstafeln, Planetenbahnberechnungen
12) Jakob Wimfeling (Wimpheling), elsässischer Humanist,
Geschichtsschreiber und Theologe, (1450 bis 1528), Bericht (an Kaiser Maximilian
I.) über soziale und gesellschaftliche Missstände ...
13) Ulrich von Hutten, Reichsritter und Humanist, (1488 bis1523), stellte seine publizistische Tätigkeit in den Dienst Reuchlins (siehe 9) oben) als Mitarbeiter an den Dunkelmännerbriefen 10). Eine leidenschaftliche Kampfansagen gegen das Papsttum verband er mit nationalen Forderungen, trat für Luther ein ... Nach der gescheiterten Reichsreform (1434 bis 38 unternommene Bemühungen um ein Mitregierungsrecht der Reichsstände) floh er in die Schweiz.
14) Erasmus von Rotterdam (Erasmus Desiderius), niederländischer Humanist und Theologe, (1466 oder 1469 bis 1536). Er leistete einen geistig-gedanklich Beitrag in reformatorischer Hinsicht und nahm in der religiösen Bewegung eine vermittelnde Stellung zu den reformatorischen Bestrebungen ein. Luthers Reformationsbewegung lehnte er jedoch ab, als diese zum Bruch mit der (katholischen) Kirche führte. Sein Streit mit Luther »Über die Freiheit des Willens« führte zur Trennung von Reformation und Humanismus... Erasmus selbst suchte ein freies, vernunftgemäßes, den sittlichen Gehalt des Neuen Testaments betonendes Christentum ...
15) Justus Lipsius (eigentlich Joest Lips), niederländischer klassischer Philologe, (1547 bis 1606). Er beschäftigte sich mit Ausgaben der Werke von Tacitus, Valerius Maximus und Seneca Schriften zur Staatslehre (Absolutismus, Heerwesen usw.) ...
16) Hugo Grotius, eigentlich Huigh de Groot, niederländischer Rechtsgelehrter und Staatsmann, (1583 - 1645). Er gilt als »Vater des Völkerrechts«, weil er Grundgedanken des klassischen Völkerrechts entwickelte, die bis zum Ersten Weltkrieg uneingeschränkt galten. Er wurde1618 zu lebenslanger Haft verurteilt im Zusammenhang mit dem "Arminianerstreit" (Anhänger des reformierten Pfarrers und Professors Jakob Arminius) über die menschliche Willensfreiheit und die unbedingte Prädestinationslehre Calvins, konnte aber nach Paris fliehen. 1625 erschien sein Hauptwerk »De iure belli ac pacis« (Vom Recht des Krieges und des Friedens). Bereits 1609 hatte er die Idee von der »Freiheit der Meere« niedergelegt.
17) Sir Thomas More (latinisiert Morus), englischer Staatsmann und Humanist, (1478 bis 1535). Er war seit 1523 Sprecher des Unterhauses und seit 1529 Lordkanzler. Die Trennung der englischen Kirche von Rom durch Heinrich VIII. lehnte er ab und trat 1532 zurück... Er wurde des Hochverrats angeklagt, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er hatte seit 1499 engen Kontakt zu Erasmus von Rotterdam gehalten. Der Entwurf einer idealen menschlichen Gesellschaft zählt zu seinem Hauptwerk. Er gilt als Heiliger für den Tag 22. Juni. Und Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 2000 zum Patron der Regierenden und der Politiker.
18) Guillaume Budaeus (eigentlich Budé), französischer Humanist, (1467 - 1540), organisierte die königliche Bibliothek (heute: Bibliothèque Nationale de France) ... Er gilt durch sein Wirken als der »Erasmus Frankreichs«.