Psychologie

>Hier< zur Definition der Soziologie
>Hier< zur Gestaltpsychologie


An dieser Stelle sei meine Einleitung auf der Webseite "Gesamtergebnis" (>hier<) zitiert:

Doch zuerst die Herkunft: Das griechische Wort Psyche ist zu übersetzen mit Leben, Atem, Hauch und Seele. Und Psychologie ist die Beschäftigung mit unserem seelisch-geistigen Dasein in Ergänzung zur Physiologie - unserer sicht- und anfassbaren natürlichen Beschaffenheit (griechisch: Natur. Der "Logos" wird übersetzt als: Wort, Rede,  Aufzählung, Überlegung, Ursache, Grund, Bedingung, Bedeutung; und ...logie: die Beschäftigung damit oder allgemein die "Wissenschaft über").

Die Griechen nannten eine jugendliche weibliche Göttin Psyche, die mit dem jungen, beflügelten Gott der Liebe, dem Eros zusammenwar, der mit Pfeil und Bogen den Menschen das fiebernde Verliebsein einimpfte. Die Römer nannten diesen knabenhaft jünger gewordenen Gott Amor. Der Schriftsteller Lucius Apuleius, 125 nach der Zeitrechnung in Numidien (dem heutige Ostalgerien) geboren, soll zwischen 35 und 55 Jahre gelebt haben und wurde berühmt (unter anderem) durch seinen Roman "Metamorphosen" (= Wandel der Gestalt). Dieser Roman hatte einen Untertitel, übersetzt als "Der goldene Esel", weil ein, in einen Esel verwandelter Mann von die Göttin Isis "erlöst" wurde. In diesem Roman gibt es eine Novelle über "Amor und Psyche". An all dem scheint was dran zu sein, nämlich, dass sich fast unser ganzes Geschehen um: Körper, Seele, liebeskrank, Eselei dreht.
 

Psychologie und damit eng verbunden die Soziologie sind Wissenszweige, die darauf hinzielen, Art und Weisen (Formen) des Erlebens im Dasein herauszufinden und Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Verhaltens (sowie von anderen Lebensformen) zu erforschen (sowohl als Individuen als auch in Gruppen). Diese Forschungsrichtungen sind - wie alle Wissenschaften (Physik udgl.) erst einmal völlig wertfrei und beschreibend. Dann aber müssen aus den Erkenntnissen dahingehend Folgerungen gezogen werden, auf welche Weise und wie Demokratie statt Diktatur, Aufklärung und Meinungsfreiheit statt ideologischer Verdummung und Meinungsgleichschaltung, Schutz der Natur mit allem Dazugehörigen statt rücksichtsloser Ausbeutung, Anerkennung einer Würde aller Lebewesen statt Missachtung zu erreichen sind.

 

Von größter Wichtigkeit ist zu berücksichtigen, daß die wissenschaftlichen psychologischen/soziologischen Erkenntnisse fast ausschließlich statistisch zu sehen sind also mit einer Variations- also Abweichungsbreite. Für bestimmte Massenerscheinungen sind zwar Gesetzmäßigkeiten nachweisbar, die aber keineswegs für alle Einzelereignisse gelten. Jede statistische Aussage ist nur mit einer abschätzbaren, jedoch prinzipiell unvermeidlichen Unsicherheit, d.h. Ungenauigkeit behaftet. Also: Viele der im Folgenden gemachten Aussagen über menschliches Verhalten sind zwar von immenser Wichtigkeit zur Beurteilung von Auswirkungen auf geschichtliche Ereignisse. Aber sie sind nicht allgemein für alle Menschen gültig. Nicht alle Deutschen waren für das "Dritte Reich" unter Adolf Hitler. Mindestens 20% der Restbevölkerung waren nicht dafür. Eta 10% sind in den Vernichtungslägern umgekommen bzw. waren eingesperrt. Die Zahl der Ausgewanderten und der an die Kriegsfront Geschickten, weil (vielleicht nur vermeintlich) nichtkonform, ist nicht zu beziffern. Aber die so schrecklichen Ereignisse liefen ab. Warum? Darauf soll im Internetbuch eine Antwort gegeben werden; denn die statistisch relevante Zahl an Mitmachern und Mitläufern reichte für den "Gang der Dinge" aus.

Walter Rath


 

Das Kompendium (lateinisch: Lehrbuch, Abriss) "Medizinische Psychologie" von Jean Delay und Pierre Pichot (aus dem Thieme Verlag, Stuttgart von 1968) gibt folgende Definition der Psychologie:


Eine genaue Definition der Psychologie, die erst im 18. Jahrhundert als autonome Disziplin entstand, ist schwierig; denn sie definiert sich in gleicher Weise von ihrem Gegenstand, von den angewandten Methoden und von dem Geist her, in dem diese Methoden angewandt werden. In diesem engeren Sinne ist die Untersuchung des Menschen der eigentliche Gegenstand der Psychologie, und zwar einerseits die Untersuchung seiner Verhaltensweisen und andererseits die Erkenntnis seiner Bewusstseinszustände, seiner Befindlichkeiten und Erlebnisse. Die Psychologie sucht die Gesetze dieser Phänomene zu entdecken und zu formulieren, darüber hinaus ihr Zustandekommen zu erklären, um sie gegebenenfalls zu beeinflussen und zu verändern.


Zu diesem Zweck bedient sich die Psychologie verschiedener Methoden, von denen einige für sie spezifisch sind, während andere aus Nachbarwissenschaften übernommen wurden.

 

Das Kompendium wird >hier< vorgestellt.
 


 

Es gibt folgende Unterteilungen bzw. Aspekte:

 

analytische Psychologie (auch komplexe genannt)

daseinsanalytische Psychologie

differenzielle Psychologie

humanistische Psychologie

klinische Psychologie

mathematische Psychologie

medizinische Psychologie

objektive Psychologie

pädagogische Psychologie

pathologische Psychologie

politische Psychologie

pränatale Psychologie

Religionspsychologie*siehe unten)

Sozialpsychologie

    >Hier< zum Buch von Leon Mann "Sozial-Psychologie"

topologische Psychologie

transpersonale Psychologie

verstehende Psychologie

 

Dann gibt es:

 

die psychologische Kriegsführung

die Wirtschaftspsychologie, als Oberbegriff für Konsumentenpsychologie, Werbepsychologie, Marktpsychologie (Konsumentenverhalten, Marktanalyse) >hier< mehr dazu.

 

Obige Stichworte können in diesem Web-Buch "Gotteswahn" nicht (alle) näher erklärt werden. Das solle der vorhandenen Literatur überlassen bleiben (Enzyklopädien wie Brockhaus, >Wickipedia<, Fachbücher)

 


 

*) Die Religionspsychologie beschäftigt sich im Rahmen der "Angewandten Psychologie" und der "Religionswissenschaft" mit religiösen Menschen, ihrem Verhalten und ihren Besonderheiten (ob es denn überhaupt welche gibt). Zu erwähnen ist erst einmal der britische Naturforscher und Schriftsteller, Sir Francis Galton, der 1911 im Alter von über 89 Jahren starb. Nebenbei bemerkt: Dalton war ein Halb-Vetter vom berühmten Begründer der modernen Evolutionstheorie, Charles Robert Darwin.


Galton ging dem Gedanken der Erblichkeit psychischer Eigenschaften nach. Überhaupt gab es von ihm Lehre von der »guten« Erbveranlagung (Eugenik) und die Galtonregel, nach der bestimmte erbliche Eigenschaften stets um einen Mittelwert schwanken. Er betrieb Zwillingsforschung,  regte den Gebrauch von Fingerabdruckverfahren (Daktyloskopie) im polizeilichen Erkennungsdienst an, entwickelte die erste Wetterkarte, wurde bekannt durch Arbeiten auf dem Gebiet der Statistik und machte dort den Begriff der Korrelation (der Wechselbeziehung zwischen mindestens zwei Variablen = veränderlichen Größen) bekannt. Ihm wird die Anwendung von Korrelationstechniken als erstem fälschlich zugeschrieben. Es war jedoch Karl Pearson zuerst "am Werk".

 

Galton untersuchte auch (wahrscheinlich diesmal als erster) den Nutzen bzw. den Einfluss eines (christlich) frommen Lebenswandels, und er fand heraus, dass im statistischen Mittel kein gläubiger Mensch weniger krank ist, dass er nicht länger lebt, dass ihm weder mehr noch weniger Unglücke passieren, dass seine Gebete völlig ungehört bleiben, dass - zusammengefasst - kein Unterschied besteht, ob jemand glaubt oder nicht.

 

Dem evangelischen Theologen und Philosophen, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, (von November 1768 bis Februar 1834) wird der Grundgedanke einer Religionspsychologie zugeschrieben, wie es aus seiner 1862 posthum herausgegebenen Schrift "Psychologie" herauslesbar sein soll. Eindeutig jedoch ist jedoch das Werk "The varieties of religious experience" ("Allbeseelungslehre") von William James, dem US-amerikanischer Philosophen und Psychologen, aus dem Jahre 1902.

 

Die Religionspsychologie untersucht mit Hilfe von Motivationsforschung und Sozialpsychologie

- psychische Voraussetzungen eines Individuums und einer Gruppe,

- Formen, Gesetze und Entwicklung des religiösen Verhaltens (mit Bezug auf Denken, Fühlen und Handeln),

- die Vorgänge beim religiösen Erleben (Gotteserlebnis, Bekehrung, Missionierung, Schuldgefühle, Reue, Beichte, Buße, Ekstase, also Entrückung oder Verzückung, Glaube und Zweifel, Gebet, vermeintliche Wunder).

 

Die Religionspsychologie sucht nach charakterlichen Eigenarten von Gläubigen, insbesondere von Religionsstiftern, -trägern und wird ergänzt durch neurologische und psychiatrische Betrachtungsweisen hin zu einer Religionspsychopathologie.

 

Sehr ausführliche und gut lesbare Beispiele sind zu finden im Buch "Die Vermessung des Glaubens, Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt" von Ulrich Schnabel (>hier<).