Kunst
kommt aus dem Althochdeutschen und meint »können«. Die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles definierten: »Kunst imitiert Natur«.
>Hier< zu Tanz und Musik auf dieser Seite
und anschließend
über das
"Nahost-Friedensorchester".
>hier< zur Baukunst und
>hier< der islamischen Kunst
Ursprünglich
wurde alles Erlernte und Eingeübte, das jemand schließlich
(mehr oder weniger perfekt) beherrschte als Kunst bezeichnet. Noch heute spricht man vom Trapezkünstler,
vom
Eiskunstlauf und von der Kochkunst. (Wahrscheinlich sind Kochrezepte nach dem
>Urheberrecht<
sogar
schützenswert.)
Aber in einem genaueren Sinne ist das ein Kunstwerk, was von einem Menschen hervorgebracht worden ist, also nicht natürlich vorhanden, d.h. nicht in der Natur bereits vorgegeben. Auch sollte im Allgemeinen ein Kunstgegenstand kein (ausschließlicher) technischer Gebrauchsgegenstand sein. Eine (künstlerische) handwerkliche Gestaltung, die durch eine bestimmte "Funktion eindeutig festgelegt ist oder sich darin erschöpft", kommt dann unter den Begriff »Kunsthandwerk«. Ein Schmuckstück kann durchaus ein Kunstgegenstand sein; denn dabei kann von einem (nützlichen) Gebrauchsgegenstand keine Rede sein. Gestritten wird über die »Baukunst«.
Nachdem oben ausgesagt wurde, was alles mehr oder weniger nicht Kunst ist, nun die Betrachtung was Kunst ("positiv") eist: Kunst ist eine Art der, oft symbolhaften Kommunikation, die ein Künstler benutzt, um seinen Mitmenschen etwas mitzuteilen, was er aussagen will. Dazu ist jedoch in der Regel Voraussetzung für das Verständnis des Kunstbetrachters, dass er aus den selben, zumindest den gleichen kulturellen Denkgewohnheiten kommt. Kirchen, Moscheen, Tempel sind "großartig" und die Türme und Säulen "ragen gen Himmel". Musik soll eine Stimmung vermitteln. Ein Kunstwerk muss einmalig sein und wird daher gesetzlich geschützt, aber nur wenn die Einmaligkeit nicht in Frage gestellt ist.
Kunst wird unterteilt in
- Literatur,
-
Musik (lockt beispielsweise Pubertierende hinter dem Ofen ihrer Antriebslosigkeit hervor
>hier<),
-
darstellende Kunst sowie
-
bildende Kunst gegliedert,
wobei die bildende
Kunst (Bildhauerei, Malerei, Grafik, aber auch Kunsthandwerk, künstlerische
Fotografie und Architektur) im Vordergrund steht.
Links ist ein Ausschnitt zu sehen* aus einem Tor zu einem Kornspeicher
(um 1600) des
Volkes der Dogon, welche bekannt sind durch ihre einmalige Holzschnitzkunst
(Masken und Skulpturen). Die etwa 240 000 Menschen - vorwiegend
Hirsebauern - leben östlich des Niger im Grenzgebiet von Burkina Faso (früher
Ober-Volta) und Mali. Die Dörfer der Dogon und ihr Hauptsiedlungsgebiet
insgesamt, wurden zum UNESCO-Welterbe erklärt.
* in Köln ausgestellt
Bleiben wir bei afrikanischer, zeitgemäßer Kunst, z.B. einer kleinen Auswahl von einer Aufstellung, im rheinländischen Städtchen Leichlingen 2008 gezeigt



"Sturm" vom
japanischen Meister des Farbholzschnitts Katsushika Hokusai , geboren 1760 in
Edo (heute Tokio) und 1849 dort gestorben..jpg)
Eine besondere Kostbarkeit:
Tausendarmiger
Avalokitegvara (Sahasra-Bhuja-Avalokitegvara)
spätes 17. - 18. Jh.
Aus der Ausstellung:
Tibetische Klöster öffnen ihre Schatzkammern
Kupfer, feuervergoldet, Türkiseinlagen, Bemalung mit Kaltgold und Farben
H 78 cm; B 53 cm
Norbulingka, Lhasa

Der elfköpfige und tausendarmige Avalokitesvara steht aufrecht und mit beiden
Füßen in gleichgerichteter Position [mnyam pa'i stabs; skr. samäpada] auf einem
doppelten Lotosthron mit Mondscheibe und ausgestelltem Fuß. Er trägt reichen,
türkisbesetzten »Sambhogakäya«- Schmuck mit Kronen auf zehn seiner Köpfe, dazu
ein an den Knöcheln ausgestelltes Gewand und einen Juwelengürtel mit Gehänge und
Girlanden. Die Figur ist ein beeindruckendes Beispiel für die späte
sino-tibetische Plastik, die sich aus der Verschmelzung nepalischer, tibetischer
und chinesischer Stile entwickelt hatte.

Jetzt noch eine einmalige und ganz besondere Idee des italienischen Künstlers Guido Daniele (www.guidodaniele.com), welcher Hände mit Schminkfarbe bemalt, damit diese danach Tiere darstellen bzw. symbolisieren, wie die beiden Hände, die zu einem Greifvogel geworden sind (also nicht nur selber greifen können). Der Elefant auf dem nächsten Bild kann auch mit Zeigefinger und schlaff runter hängendem Rüssel greifen, in der Regel, um sich zu ernähren... Die menschliche Hand ist nun mal unter allen unseren Mitlebewesen, die am besten im Laufe der Entwicklung gelungene "Konstruktion". Unsere Hände können Klavierspielen und die raffiniertesten Werkzeuge schaffen.

Ein Beispiel, wie Jugendliche durch Musik und Tanz gefordert und aus ihrer Antriebslosigkeit, Teilnahmslosigkeit, sowie Interesselosigkeit herausgeholt werden können, brachte der Fernsehsender ARTE in einer Dokumentation von 2004 (gesendet am 16.10.2010 1 Std. 40 Min. Titel „Rhythm Is It˝)
Die Ballettmusik von »Igor Strawinski „Le Sacre du printemps" (>hier< ein wenig der Einzelheiten) ist so etwas wie die Geheimwaffe der Musikwelt«, schrieb der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Tageszeitungsbeilage "Magazin" und weiter: »Erst ließ sich mit ihm ganz wunderbar Skandal machen, dann konnte man auch ein konservatives Publikum ungestraft berauschen, und heute lockt sein Frühlings-Erwachen sogar Pubertierende hinter dem Ofen ihrer Antriebslosigkeit hervor. In diesem fesselnden Film geht es um ein Tanzprojekt, das der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Simon Rattle mit dem britischen Choreografen Royston Maldoom aus der Taufe hob. Die beiden trommelten 239 Schüler zwischen 11 und 17 Jahren zusammen und studierten mit ihnen eine szenische Aufführung von Strawinskis Klassiker ein. Das ist teilweise ein ganz schön zähes Ringen, und doch hat man nie das Gefühl, die Proben könnten kein gutes Ende nehmen. Dazu ist vor allem Maldoom ein viel zu guter Pädagoge. So mitreißend bekommt man das Prinzip „Fordern und Fördern" nur selten vorgeführt. (Weitere Mitwirkende: RT. Grube, E. Sânchez Lansch.)«
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Aussagen des Choreografen (Bild rechts), Royston Maldoom, aus Großbritannien:
Wir haben die Menschen zu lange dazu erzogen, einem Typus zu entsprechen für die Gesellschaft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt. Wir brauchen mehr und mehr kreative Leute. Wir brauchen Leute die Verbindungen schaffen, die neue Wege gehen. Wir brauchen nicht mehr nur gute Arbeiter. Die Zeiten sind vorbei.
Wir haben uns zu sehr an Lärm gewöhnt. Sobald Stille ist, kann man auf den Körper hören, und weil das neu ist, macht es Angst.
Disziplin ist sehr sichtig. (Siehe auch >hier< unter Menschenpflichten.) Wir können zwar so tun, als sei sie unwichtig; aber das hilft keinem. Im Leben braucht man Disziplin, egal, was wir davon halten. Oft beginnt es damit, dass sie uns von außen auferlegt wird. Aber irgendwann müssen wir sie annehmen; denn ohne sie haben wir keine Zukunft.
Wir alle bemühen uns, ständig sicherzustellen, dass unser Leben und unsere
Spezies fortbestehen. Und ich denke: Wir sind an einem Punkt, wo uns langsam
klar wird, dass uns das nicht so gut gelingt. Mit tut es in der letzten Zeit
gut, mich drauf zu besinnen, dass wir für die Zukunft verantwortlich sind. In
»Sacre du printemps« wird ein Opfer gebracht, damit
die Erde wieder erblüht. Eine etwas primitive Vorstellung, die wir längst
vergessen haben. Dennoch, wenn man etwas tiefer geht, dann scheint es mir, dass
wir immer noch nicht bereit sind, etwas zu opfern, aber Jahrhunderte
später unsere Kinder und deren Zukunft zu Opfern werden für unsere kurzsichtigen
und selbstsüchtigen Ziele.
»Le sacre du printemps - Die Frühlingsweihe. Bilder aus dem heidnischen Russland in zwei Teilen« komponierte Igor Strawinsky 1913 als Ballett. Er erklärte (übersetzt): Im »Sacre du Printemps« wollte ich die leuchtende Auferstehung der Natur schildern, die zu neuem Leben erweckt wird … , die Auferstehung der ganzen Welt.
Mehr unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Le_sacre_du_printemps
Ein Klangbeispiel für Igor Strawinski
Es-Dur- und E-Dur-Akkord:

mal ausprobieren!
Der
67-jährige Chefdirigenten auf Lebenszeit der »Staatsoper
unter den Linden in Berlin«, in Buenos Aires
als Sohn russisch-jüdischer Emigranten geborene,
Daniel Barenboim, erhielt im Oktober 2010 in Münster den
»Preis des Westfälischen Friedens*«
für seine »musikalische Friedensarbeit«
* Friedensverträge in Münster zur Beendigung des Dreißigjährigen
Kriegs. Diese war nur möglich, weil zu den Verhandlungen Unterhändler kamen und
nicht die "Streithähne" - als die Kriegtreiber - selbst
1999 gründete Barenboim das West-Eastern Divan* Orchestra zusammen
mit Edward Said, dem vor 7 Jahren gestorbenen palästinensisch-amerikanischen
Literaturtheoretiker, und mit dem Kulturmanager Bernd Kauffmann (in leitenden
Funktionen der
Stiftung Weimarer Klassik). Dieses
Orchester ist zusammengesetzt aus Musikern aus Israel und den
Palästinensergebieten, sowie aus Ägypten, Syrien und Jordanien. Es soll ein
Beispiel geben für ein friedliches Zusammenleben, durch die gemeinsame
Verbindung über die Musik.
* Anlehnung an östliche (insbesondere persische) Gedichte.
(Beispiel: Goethes »West-östlicher Divan«)
Zum Streit zwischen Israelis und Palästinensern erklärte Daniel Barenboim: „Das ist kein militärischer, kein politischer Konflikt, sondern ein menschlicher Konflikt zwischen zwei Völkern.... Während der Probe wollen alle das Gleiche, egal, woher sie kommen". In Münster während der Preisverleihung rief Barenboim zur Versöhnung im Krisengebiet des Nahen Ostens auf: „Lasst uns aufhören zu verhandeln und endlich den Frieden sehen."
2008 erhielt Daniel Barenboim die palästinensische Ehrenstaatsbürgerschaft.
Damit besitzt er neben seinem israelischen Pass auch den für Palästina als eine
Demonstration für eine »Zweistaatenlösung«!
Walter Rath, Oktober 2010