Teufel (oder Satan)
>Hier< ein Witz über die Hölle,
>hier< zum Fegefeuer und
>hier< zu des Teufels Großmutter.
>Hier< ein kurzer Hinweis zur Wiedereinführung der
Teufelsaustreibung im heutigen Polen (2008)
Der Teufel
(im Griechischen: "diábolos" = Verleumder), hat viele Namen: Satan>1<, Luzifer>2<
(Herr der Hölle; lat.: Lichtbringer),
Dämon>3<, Beelzebub>4< (Johannes 8,24: "Vater der Lüge"), Versucher, Gott-sei-bei-mir.
Er verkörpert das Böse im Gegensatz zum guten Gott. Er soll ein "gefallener"
Engel sein. In wie weit er eigenständige Macht hat gegenüber dem guten,
allmächtigen Gott, ist nicht klar. Er wird im "Evangelium" des
Johannes (12, 31) als "Fürst dieser Welt" genannt. In der
Vorstellungswelt des Mittelalters erschien er in äußerst vielfältiger Gestalt,
meist mit Hörnern, Vogelkrallen, Bocksbeinen, Flügeln, Hufen und Schwanz. Es
herrschte die Vorstellung vom Teufelspakts, wobei der Teufel einem die Luft
wegnahm in einem Albtraum. (Er war früher mal eine Elfe). Auch trat der Teufel
(in der religiösen wunschdenkenden Männergesellschaft) als Beischläferin auf, (lat.: Succubus).
Jedenfalls bekam der Mensch durch den Teufelspakt alle möglichen Reichtümer (diesmal vom Widersacher
Gottes, dabei auch nur bei entsprechendem Wohlverhalten). Aber die Seele war für immer in Teufels
Hand (bei Gott eben auch, wenn man in den Himmel kam oder?).
Es gibt immer noch die Bewegungen des Satanismus und Okkultismus. (Es gibt Gerüchte, daß die vom Vatikan geförderte (Geheim-)Organisation "Opus Dei" - Werk Gottes - Beziehungen zum Satanismus und Okkultismus>5< - wie auch immer gestaltet - hat.)
Der Reformator Martin Luther (dem der Teufel verschiedentlich begegnete - einmal soll er ein Tintenfaß gegen ihn geworfen haben) sah im Teufel den "Antichristen">6<. Der Teufel
spielt auch beim altiranischen Propheten und Religionsstifter Zarathustra eine Rolle (griechisch Zoroaster).
Da gibt es einen Witz: Jemand, nicht
so ganz Gott wohlgefällig, kommt in die Hölle und findet alles wunderbar.
Jeder Wunsch wird erfüllt von erlesenen Speisen und Getränken bis zu den
schönsten Jungfrauen. Ein Höllen-Kollege schlägt vor, doch mal den Chef
aufzusuchen und ihm von seinem Neuzugang zu berichten. Der Neuling macht
sich auf den Weg und begeistert sich immer mehr. Kurz bevor er jedoch zur
Bar gelangt, kommt er an einem Bull-Auge vorbei und sieht zu seinem
Entsetzen dort sich Menschen in lodernden Flammen winden und hört sie sogar
schreien. Am Tresen angekommen fällt ihm ein gut gekleideter Herr auf, der
jedoch einen verunstalteten Fuß hat. Er fragt schüchtern, ängstlich und
leise: "Sind Sie etwa der Chef hier." Dieser nickt und erkundigt sich: "Und
wie gefällt es Ihnen hier?" Die Antwort: "Ja, eigentlich ganz gut und ich
war zuerst richtig begeistert. Aber als ich hierher kam, sah ich durch ein
Bullaugen-Fenster doch - worüber man auf der Erde immer gemunkelt hat..."
"Ach Sie meinen das Fegefeuer>7<!" ruft der Chef lachend und
ergänzt: "Dadurch sollten Sie sich aber überhaupt nicht irritieren lassen.
Das sind doch die Katholiken. Die wollen das so!"
Einige Synonym-Erklärungen, also
gleichbedeutende Begriffe aus dem
Brockhaus:
1Satan
[hebräisch »Widersacher«] der, im Alten Testament zunächst der Gegner im
Krieg und vor Gericht, später der Ankläger vor Gott (Sacharja 3,1 folgender) und
Widersprecher (Zweifler) Gottes (Hiob 1,6 folgende); im nachbiblischen Judentum
die personifizierte widergöttliche Macht (auch Belial, Beelzebub) und das Haupt
der Dämonen; in der christlichen Dämonologie ein gefallener Engel; weitgehend
mit Luzifer beziehungsweise Teufel gleichgesetzt.
2Luzifer
[lateinisch »Lichtbringer«]
christliche Dämonologie: ein sich gegen Gott auflehnender Engel, vom
Erzengel Michael in die Hölle gestürzt; wurde mit dem wie ein Blitz vom Himmel
fallenden Satan (Lukas 10,18) gleichgesetzt.
3Dämonen
[griechisch daímon »Unheilsgeist«, »Schicksal«, bzw. daimónion,
»Schicksalsmacht, warnende oder mahnende Stimme {des Gewissens}«], bei Homer ursprünglich
die Götter (in ihrem übermenschlichen Wirken), seit Hesiod Wesen zwischen
Göttern und Menschen, die auf die menschlichen Geschicke im Guten oder Bösen
einzuwirken vermochten. Die Religionswissenschaft bezeichnet als Dämonen
numinose, übermenschliche, aber nicht göttliche Mächte, die zuweilen dem
Menschen helfen, ihn meist aber bedrohen oder schädigen. In vielen
Naturreligionen spielt der Glaube an Dämonen (Dämonismus) eine außerordentliche
Rolle. Fast alle Krankheiten und Unglücksfälle, aber auch deren Heilung und
Abwendung werden hier auf die Dämonen zurückgeführt. Teile dieses Glaubens haben
sich in manchen Kulturreligionen, häufig in der Gegenüberstellung von
Schadensgeistern (z.B. Teufel) und ihren schützenden Gegenspielern (z.B. Engel),
daneben auch im Volksglauben (Märchen) und im Aberglauben erhalten. In der
frühchristlichen Kirche galten die heidnischen Götter als Dämonen. Belege für
den Glauben an Dämonen finden sich im Alten Testament, im Neuen Testament sowie
im nachbiblischen Judentum. Das Mittelalter übernahm dieses Erbe und fügte den
germanischen Geisterglauben hinzu.
4Beelzebub
im Alten Testament der Stadtgott von Ekron im Land der Philister
(2.Könige 1,2folgende), eigentlich Baal Zebul [»erhabener Herr«], zum Dämon
abgewertet und als Baal Zebub [»Herr der Fliegen«] verspottet. Im Neuen
Testament ist Beelzebul als »Fürst der Dämonen« der oberste Teufel (Matthäus
12,24). »Den Teufel durch Beelzebub austreiben« (nach Matthäus 12,24-27) heißt,
Schlimmes durch ebenso Schlimmes beseitigen.
5Okkultismus
[lateinisch occultum »das Geheimnisvolle«, »das Verborgene«] der,
weltanschauliche Richtungen und Praktiken, die in die heutige wissenschaftliche
Systematik nicht einzugliedernde Tatsachen der Natur und des menschlichen
Geistes betreffen, insbesondere außersinnliche Wahrnehmungen (Telepathie,
Hellsehen), Fernbewegungen (Psychokinese), Materialisationen, personen- und
ortsgebundenen Spuk, das Schweben (Levitation) und parapsychologische
Erscheinungen über die Vermittlung durch Medien (Personen, die für angebliche
Kontakte zum übersinnlichen Bereich besonders befähigt sind; Spiritismus). Die
okkulten Erscheinungen sucht man teilweise mit wissenschaftlichen Methoden zu
erforschen (Parapsychologie), die Erfahrungen und Lehrmeinungen werden aber von
ihren Anhängern auch als Geheimwissen behandelt. Okkultismus als Bezeichnung für
Geheimwissenschaften, z.B. Magie, Kabbalistik* und Ähnliches, steht in enger
Verbindung mit der Esoterik.
* religionsphilosophischen Geheimlehre. Der Kabbalist verbindet traditionelle jüdische Exegese mit Elementen der Gnosis, des Pythagoreismus, des Neuplatonismus und exklusiv-mystischer Frömmigkeit usw.
6Antichrist
[griechisch] (Widerchrist, bei Luther: Endchrist), aus dem Neuen
Testament (1.Johannes 2,18 und 22; 4,3; 2.Johannes 7) übernommene Vorstellung von
einem Gegenspieler Christi, der vor der Wiederkunft Christi gegen das Reich
Gottes auftritt, aber durch Christus überwunden wird; in der Geschichte immer
wieder mit realen Personen (z.B. Kaiser Nero) identifiziert.
7Fegefeuer
(lateinisch Purgatorium), katholische Glaubenslehre: seit dem Mittelalter
übliche Bezeichnung für den Zustand der Läuterung des Menschen nach dem Tod. Die
Lehre vom Fegefeuer (aus der Bibel nicht direkt zu begründen und deshalb von der
evangelischen Theologie abgelehnt) geht davon aus, dass im Tod endgültig über
das Schicksal des Menschen entschieden wird und die in der Gnade Gottes
Sterbenden durch ein von der Sühnetat Christi und der Fürbitte der Kirche
getragenes Leiden gereinigt und vollendet werden (arme Seelen). Eindrucksvolle
dichterische Darstellung des Fegefeuers in Dantes »Divina Commedia«.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
Dann gibt es noch (unter vielen anderem) des