Der Zweite Weltkrieg

war nur möglich durch die

Zustimmung zum "Ermächtigungsgesetz"

durch die

"Deutsche Zentrumspartei-Partei" des Katholizismus

>hier<

Ferner auf dieser Webseite:

>Hier< das vergessene Schlachtfeld: das ideologische Nur-Morden, die "Vernichtung".

>Hier< die Bilanz des Krieges

>Hier< eine Aussage des Oberhirten der katholischen Kirche, August Kardinal Hlond, über die Juden.

>Hier< Literaturangaben

 

Weitere Artikel:

>Hier< Die Zerstörungen des 1. Krieges haben nicht gereicht! (mit Kritik und Ersatz der "Menschenwürde" >hier< direkt)

>Hier< ausführlich über den Nationalsozialismus.

>Hier< "Bemerkungen zu Hitlers "Mein Kampf".
>Hier<
zu einem Lebenslauf des "Führers" Adolf Hitler.

>Hier< zu einem Artikel über Finanzierungsgerüchte.

>Hier< zu den SS-Wirtschaftsunternehmen und vieles mehr.

 


Begrüßung der Deutschen beim Einmarsch in Polen

 

Bilanz des Krieges >hier<


Ursachen und Vorgeschichte: Die Friedensregelungen nach dem Ersten Weltkrieg, die sich vorrangig an den nationalen Interessen der Siegermächte (v.a. Großbritannien, Frankreich, USA) ausrichteten, ermöglichten keine Stabilität im internationalen Staatensystem und ließen sehr bald alte zwischenstaatliche Spannungen wieder aufbrechen sowie neue entstehen. Zudem erschütterte die 1929 ausbrechende Weltwirtschaftskrise die entstandene Nachkriegsordnung nachhaltig. Deutschland waren durch den Versailler Vertrag besonders harte Bedingungen auferlegt worden, die es zur Zeit der Weimarer Republik (1918-33) v.a. auf diplomatischem Weg und durch friedliche Revision zu mildern beziehungsweise abzubauen suchte (u.a. Rapallovertrag 1922, Locarnopakt 1925, Mitgliedschaft im Völkerbund ab 1926). Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung unter Adolf Hitler (1933) wich Deutschland jedoch von dieser außenpolitischen Linie ab, leitete eine forcierte Aufrüstung ein und scheute bei seinem Versuch, schrittweise eine Gleichstellung mit den Westmächten zu erreichen, auch nicht vor zunehmend provokativen Maßnahmen sowie der Verletzung geschlossener Verträge zurück: 1933 Beendigung der Teilnahme an der Abrüstungskonferenz und Austritt aus dem Völkerbund, 1935 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, 1936 Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland und Einmischung in den Spanischen Bürgerkrieg (1936/39: Entsendung der »Legion Condor«, welche  die erste Luftbrücke errichtete und den ersten massiven Luftkrieg der Geschichte gegen die Zivilbevölkerung  führte). Das mit Großbritannien geschlossene Flottenabkommen von 1935 erweiterte den deutschen Rüstungsspielraum und spaltete die Front von Stresa (ein Abkommen zwischen Großbritannien, Frankreich und Italien zur Bestätigung der Verträge von Locarno). Die britische Politik des Appeasement (Beschwichtigungspolitik), die vorsichtige Haltung Frankreichs sowie der Isolationismus der USA ermunterten Deutschland bei der Verfolgung seiner expansionostischen Ziele: 1938 gliederte sich Deutschland Österreich (»Anschluss«) und nach dem Münchener Abkommen das Sudetenland ein. Im März 1939 annektierte Deutschland die übrigen tschechischen Gebiete (»Protektorat Böhmen und Mähren«). Das nationalsozialistische »Großdeutsche Reich« wollte herrschende Kontinentalmacht in Europa werden; sein (von einer extremen Rassenideologie untermauertes) Streben nach Gewinnung von neuem »Lebensraum im Osten« und seine strikt antikommunistische (»antibolschewistische«) Ausrichtung programmierten einen künftigen Konflikt mit der Sowjetunion vor.

 

Parallel zu Deutschland, aber zunächst ohne Koordination mit diesem, betrieben auch Japan und Italien eine aggressive Außenpolitik, da sie ihrer Ansicht nach in der Nachkriegsordnung »zu kurz gekommen« waren. Japan, das eine »Große Neuordnung Ostasiens« unter seiner Hegemonie anvisierte, besetzte 1931 die Mandschurei (1932 Schaffung des Marionettenstaates »Mandschukuo«) und führte seit 1937 offen Krieg gegen China. Das faschistische Italien, das unter Benito Mussolini die Herrschaft im Mittelmeerraum anstrebte, eroberte 1935/36 Abessinien (Äthiopien), intervenierte ab 1936 im Spanischen Bürgerkrieg und annektierte im April 1939 Albanien. Mit Bildung der Achse Berlin-Rom (1936), erweitert 1940 zur »Achse Berlin-Rom-Tokio« sowie durch weitere Verträge (Antikominternpakt, Stahlpakt), gingen Deutschland, Italien und Japan (die so genannten »Habenichtse«) ein enges Bündnis ein und formierten sich als "Achsenmächte", zu denen später weitere Staaten gehörten. Während des Krieges standen ihnen die Länder der Anti-Hitler-Koalition gegenüber.


Im Anschluss an die Zerschlagung der Tschechoslowakei spitzte sich 1939 das deutsch-polnische Verhältnis zu. Daraufhin gaben Großbritannien und Frankreich am 31.3. 1939 eine Garantieerklärung für die Unabhängigkeit Polens ab, das die von Deutschland wiederholt erhobenen Forderungen nach Rückkehr Danzigs ins Reich sowie nach einer exterritorialen Straßen- und Bahnverbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet im März endgültig abgelehnt hatte und sich auch nicht zum Beitritt in den Antikominternpakt* bewegen ließ. Hitler reagierte mit der Vorbereitung eines Feldzuges gegen Polen; im April 1939 kündigte er den deutsch-polnischen Nichtangriffsvertrag von 1934. Anschließende Verhandlungen Großbritanniens und Frankreichs mit der Sowjetunion über eine Militärkonvention zum Schutz der kleineren europäischen Staaten blieben erfolglos aufgrund des Misstrauens zwischen den Verhandlungspartnern und v.a. auch wegen der Befürchtung Polens, dadurch in Abhängigkeit von der Sowjetunion zu geraten. Stalin, der sein Land vorerst aus kriegerischen Verwicklungen heraushalten wollte, aber auch eine territoriale Expansion zur Sicherung des europäischen Vorfeldes der Sowjetunion anstrebte, nahm nunmehr ein deutsches Verhandlungsangebot an, das zum Abschluss des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakts vom 23.8. 1939 führte. In einem geheimen Zusatzprotokoll wurde Polen entlang Weichsel, Narew und San in zwei Interessengebiete aufgeteilt; die baltischen Staaten (außer Litauen mit Wilna) wies man darin der sowjetischen Einflusssphäre zu. Am 25.8. 1939 schloss Großbritannien ein Beistandsabkommen mit Polen.

* am 25. 11. 1936 zwischen Deutschland und Japan geschlossener Pakt gegen „die Zersetzung und Vergewaltigung der bestehenden Staaten“ durch die Kommunistische Internationale (Komintern): gegenseitige Unterrichtung über die Komintern-Tätigkeit, Beratung und Durchführung der gemeinsamen Abwehr und Einladung weiterer „bedrohter“ Staaten zum Beitritt. Fünf geheime Anlagen legten die Geheimhaltung und die Bereiche fest, in denen jeder Staat weiterhin eine selbständige Außenpolitik gegenüber der UdSSR betreiben konnte (deutsch-sowjetischer Vertrag). Dem Pakt traten bei: Italien (6. 11. 1937), Mandschukuo, Ungarn (24. 2. 1939), Spanien (27. 3. 1939), Bulgarien, Kroatien, Finnland, Dänemark (unter politischem und militärischem Druck), Nanking-China, Rumänien und die Slowakei (25. 11. 1941).


Militärisch und rüstungswirtschaftlich war Deutschland nicht in der Lage, einen lang andauernden Krieg zu bestehen; der Rüstungsvorsprung vor den Westmächten aus der 2.Hälfte der 1930er-Jahre konnte nur vorübergehend wirksam sein. Die Expansion nach Osten sollte den Rohstoff- und Arbeitskräftemangel entscheidend verringern, Deutschland für die Auseinandersetzung im Westen stärken und die aufgrund der Erfahrungen von 1918 als politische Gefahr angesehene Belastung der Zivilbevölkerung durch den Krieg herabsetzen. Dies bewog die nationalsozialistische Führung unter Hitler, den Krieg bereits im Sommer 1939 auszulösen und dabei auf überfallartige, kurze und regional begrenzte Kriegszüge gegen jeweils nur einen Gegner zu setzen (so genannte Blitzkriege). Der »Blitzkrieg« gegen Polen 1939: Propagandistisch vorbereitet durch den Überfall auf den Sender Gleiwitz und ohne Kriegserklärung begann die deutsche Wehrmacht am Morgen des 1.9. 1939 den Angriff auf Polen (Codename: »Fall Weiß«) und entfesselte damit den Zweiten Weltkrieg. Den Auftakt gab die Beschießung der Westerplatte bei Danzig durch das deutsche Schulschiff »Schleswig-Holstein«. Schon am ersten Tag errangen die deutschen Fliegerstreitkräfte die Luftherrschaft in Polen. Als Deutschland auf das Ultimatum Großbritanniens und Frankreichs (Aufforderung zum sofortigen Truppenrückzug) nicht reagierte, erklärten ihm beide Staaten am 3.9. 1939 den Krieg, die Commonwealthstaaten Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika und Kanada schlossen sich an. Großbritannien entsandte ein Expeditionskorps auf den Kontinent, doch infolge der Überschätzung der militärischen Kräfte Deutschlands verharrten die Franzosen und Briten passiv hinter der Maginotlinie (
benannt nach dem französischen Verteidigungsminister André Maginot, ein ausBunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze zu Deutschland und Italien). Das militärisch unvorbereitete Italien erklärte sich für »nicht Krieg führend«. Kurz nach dem Beginn des Einmarsches der Wehrmacht wurden zahlreiche Angehörige der deutschen Minderheit in Polen von Polen verhaftet; rund 4 000 - 5 000 Menschen fielen Ausschreitungen zum Opfer (u.a. in Bromberg; so genannter »Bromberger Blutsonntag«).


Die deutschen Streitkräfte besetzten Polen rasch. Zwei deutsche Heeresgruppen stießen von Schlesien und der Slowakei sowie von Ostpreußen aus auf Warschau vor und vernichteten in der Schlacht an der Bzura (19.9.1939) die stärkste polnische Kräftegruppierung. Am 17.9. rückten sowjetische Truppen in Ostpolen ein (Gebiet mit vorwiegend ukrainischer und weißrussischer Bevölkerung) und drangen bis zur Weichsel vor. Warschau kapitulierte vor den deutschen Truppen am 27./28.9., Modlin am 29.9. Der letzte militärische Widerstand Polens erlosch am 6.10. 1939. Rund 694.000 Polen gerieten in deutsche und über 200.000 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Etwa 100.000 Soldaten gelang die Flucht über die Grenzen nach Ungarn, Rumänien, Litauen oder Lettland; viele von ihnen setzten ihren Kampf in den Reihen der Alliierten später fort. Eine polnische Exilregierung unter General W. Sikorski bildete sich in Paris (seit Juni 1940 in London). Die meisten der von der Roten Armee gefangen genommenen polnischen Offiziere wurden später vom NKWD ermordet (Katyn).
(Dieser sowjetische Geheimdienst richtete Speziallager ein, in denen von 1945 - 1950 etwa 43 000 Menschen ums Leben gekommen sind.) Am 28.9. 1939 unterzeichneten die Außenminister Ribbentrop und Molotow in Moskau einen Grenz- und Freundschaftsvertrag mit einem geheimen Zusatzabkommen.

 

In Abänderung der Vereinbarung vom 23.8. 1939 wurde der Sowjetunion nun auch Litauen als Interessensphäre zugesprochen, während der deutsche Anteil am polnischen Gebiet bis zum Bug erweitert wurde. Danzig, die ehemaligen deutschen Gebiete und Teile Nord- sowie Westpolens wurden an das Deutsche Reich angeschlossen, aus den übrigen Gebieten wurde das Generalgouvernement (Generalgouverneur H.Frank) gebildet. Die polnische Bevölkerung wurde einer harten Besatzungspolitik unterworfen. Bereits im Winter 1939/40 setzte eine planmäßige Ausrottungsaktion gegen die polnische Intelligenz ein; viele Polen verschleppte man zur Zwangsarbeit nach Deutschland. Die Juden wurden in Großgettos (u.a. Warschauer Getto) zusammengefasst und später größtenteils in Vernichtungslagern ermordet. Aus dem von der UdSSR annektierten Ostpolen wurde die polnische Führungsschicht deportiert (mehr als 1,5 Mio. Menschen).


Kriegsgeschehen in Nordeuropa 1939/40: Die Weigerung Finnlands, der sowjetischen Forderung nach Abtretung einiger Grenzgebiete und Stützpunkte nachzukommen, löste am 30.11. 1939 den finnisch-sowjetischen »Winterkrieg« aus, in dem sich die finnischen Streitkräfte erbittert gegen die weit überlegenen Truppen der Roten Armee zur Wehr setzten. Im Friedensvertrag von Moskau (12.3. 1940) musste Finnland der Sowjetunion verschiedene Territorien überlassen (Finnland, Geschichte); es nahm deshalb später auf deutscher Seite den Krieg gegen die Sowjetunion wieder auf (»Fortsetzungskrieg«, 1941-44).


Ende Januar 1940 entschloss sich Hitler, durch eine überraschende Landung Norwegen zu besetzen und zur Sicherung der Verbindungen dorthin auch Dänemark einzunehmen; durch Weisung vom 1.3. 1940 wurde die Militäroperation (Unternehmen »Weserübung«) vorbereitet.

 

Der Oberste Kriegsrat der Alliierten beschloss am 28.3. die Verminung der norwegischen Hoheitsgewässer zur Unterbindung der deutscher Erztransporte sowie die Besetzung der westnorwegischen Häfen.

 

Am 9.4. 1940 marschierten deutsche Truppen in Dänemark ein, ohne auf Gegenwehr zu stoßen; die dänische Regierung blieb im Amt. Die Landung in Norwegen hingegen rief heftigen Widerstand hervor. Narvik, der Hauptausfuhrhafen des für Deutschland notwendigen schwedischen Eisenerzes, wurde am 9.4. von Gebirgsjägern unter General E. Dietl besetzt. Von Oslo aus stießen die deutschen Truppen in der 2. Aprilhälfte auf Bergen und Trondheim vor und drängten die in Namsos und Åndalsnes am 15. beziehungsweise 18.4. gelandeten britischen Truppen zurück. Ein in Harstad am 14.4. gelandeter alliierter Verband griff im Mai an und nahm am 28.5. Narvik ein. Anfang Juni räumten jedoch die Alliierten Norwegen aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen Lage im Westen. Am 10.6. kapitulierten die letzten norwegischen Truppen; König Håkon VII. ging mit seiner Regierung nach London ins Exil. In Norwegen wurde J. Terboven als deutscher Reichskommissar eingesetzt.

 

Der Feldzug im Westen 1940: Nachdem es trotz britischer und französischer Kriegserklärung an Deutschland zwischen September 1939 und Mai 1940 nicht zu nennenswerten Kampfhandlungen im Westen gekommen war (daher Bezeichnung »Drôle de guerre«, »komischer Krieg«), begannen die deutschen Truppen hier am 10.5. 1940 ihre Offensive unter Verletzung der Neutralität der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs. Strategisches Ziel der deutschen Militäroperation war, mit schnellen Panzerverbänden durch die Ardennen nördlich der Maginotlinie rasch zur Kanalküste durchzubrechen, dadurch die britischen und französischen Truppen zu trennen und sie dann zu umfassen (»Sichelschnitt«, der auf einen Plan General E. von Mansteins zurückging).

 

Die Niederlande kapitulierten am 15.5. (nach schwerem Luftbombardement Rotterdams), Belgien am 28.5. (nach kampfloser Besetzung Brüssels am 17.5.). Die niederländische Königin Wilhelmina bildete in London eine Exilregierung, der belgische König Leopold III. begab sich in deutsche Kriegsgefangenschaft. Entscheidend für den Feldzug war der Durchbruch der Panzerkräfte der Heeresgruppe A (unter Generaloberst von Rundstedt) über die Maas bei Sedan (13.5.) und ihr Vorstoß in den Rücken der französischen Nordarmee und des britischen Expeditionskorps. Am 20.5. erreichten deutsche Truppen die Sommemündung bei Abbeville. Am 24.5. ließ Hitler die in Richtung Dünkirchen vorrückenden deutschen Panzer aus nicht bekannten Gründen anhalten. Dadurch konnten die sich auf Dünkirchen zurückziehenden britischen und französischen Truppen (rund 340.000 Soldaten) unter Verlust fast ihrer gesamten Ausrüstung über den Kanal entkommen (Evakuierung im Rahmen der Operation »Dynamo« vom 27.5. bis 4.6.). Mit der Einnahme Dünkirchens (4.6.) endete die Schlacht in Flandern und damit die erste Phase (»Fall Gelb«) der deutschen Offensive im Westen. Das französische Heer hatte 30 Divisionen und fast seine gesamten Luftstreitkräfte verloren. In der 2.Phase des Westfeldzuges (»Fall Rot«) konnte die vom neuen französischen Oberbefehlshaber General M.Weygand (Nachfolger von General M.G. Gamelin) an Somme und Aisne errichtete Abwehrfront bei der am 5.6. beginnenden neuen deutschen Offensive nicht gehalten werden. Paris wurde am 14.6. kampflos von deutschen Truppen besetzt. Die deutsche Heeresgruppe C (unter Generaloberst von Leeb) durchbrach am selben Tag südlich von Saarbrücken die Maginotlinie und überquerte am 16.6. den Rhein bei Colmar. Am 17.6. erreichten deutsche Panzertruppen im Rücken der Maginotlinie von Norden vorrückend die Schweizer Grenze und hatten damit die französischen Ostarmeen eingeschlossen.

 

Italien erklärte am 10.6. 1940 Großbritannien und Frankreich den Krieg, konnte aber an der Alpenfront keine Erfolge erzielen. Deshalb stießen deutsche Panzer- und Gebirgstruppen von Lyon in die Alpen vor, um den Italienern die von der französischen Alpenarmee verteidigten Pässe zu öffnen.


Am 16./17.6. wurde die nach Bordeaux ausgewichene französische Regierung P. Reynaud durch ein Kabinett unter Marschall P. Pétain ersetzt, das sich gegen die Fortführung des Kampfes aussprach. Die britische Regierung unter W. Churchill (seit 10.5. 1940) drängte auf Weiterführung des Krieges sowie eine Union zwischen Großbritannien und Frankreich. Der von Pétain erbetene Waffenstillstand mit Deutschland wurde am 22.6. 1940 im Wald von Compiègne geschlossen; seine wichtigsten Bedingungen waren: deutsche Besetzung französischer Gebiete nördlich und westlich der Linie Genf-DôleTours-Mont-de-Marsan bis zur spanischen Grenze, Abrüstung der französischen Kriegsflotte, Reduzierung der französischen Streitkräfte auf ein kleines Heer. Nachdem am 24.6. auch ein italienisch-französischer Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet worden war, trat am 25.6. Waffenruhe ein. Insgesamt gerieten 1,9 Mio. Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft, rund 100 000 Franzosen und rund 27 000 Deutsche waren gefallen. In den Niederlanden wurde ein »Reichskommissar« (A. Seyß-Inquart) eingesetzt, das besetzte Frankreich (nordfranzösische Industriegebiete, Paris sowie die gesamte Kanal- und Atlantikküste) und Belgien kamen unter deutsche Militärverwaltung (General O. von Stülpnagel beziehungsweise General A. von Falkenhausen), Luxemburg sowie Elsass-Lothringen wurden einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt und de facto annektiert.

 

Die autoritäre Regierung unter Marschall Pétain, der neben dem unbesetzten Teil Frankreichs die französischen Kolonien unterstanden, etablierte sich am 1.7. 1940 in Vichy (État Français). Ihr Bestreben, die französischen Eigeninteressen gegenüber Deutschland zu wahren, hatte um den Preis der Kollaboration begrenzten Erfolg.

 

Am 18.6. 1940 verkündete General C. de Gaulle in London die Fortsetzung des Widerstandes durch das Freie Frankreich. Am 3.7. wurde ein in Mers el-Kebir (bei Oran) liegendes französisches Schlachtschiffgeschwader von der britischen Mittelmeerflotte zerstört; die Regierung Pétain brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab. Ein Angriff freifranzösischer Verbände und britischer Einheiten auf Dakar wurde abgewehrt (23.25.9. 1940). Nach dem schnellen Sieg über Frankreich befand sich Hitlers Prestige in Deutschland auf dem Höhepunkt. Das Deutsche Reich beherrschte den Kontinent vom Nordkap bis zur spanischen Grenze. Die trotz der Skepsis führender Militärs errungenen Siege entzogen den oppositionellen Kräften in der Heeresführung den Boden, Hitler griff von da an immer massiver in die operative Führung der Wehrmacht, v.a. des Heeres, ein.


Der See- und Luftkrieg gegen Großbritannien 193941: Die mit Kriegsbeginn einsetzende britische Blockade beantwortete Deutschland mit einem Handelskrieg gegen die feindliche und die im Dienst der Alliierten fahrende neutrale Schiff-Fahrt. In dieser »Schlacht im Atlantik« wurden v.a. durch U-Boote bis Ende Juli 1940 2Mio. BRT versenkt, außerdem der britische Flugzeugträger »Courageous« (17.9. 1939) und das Schlachtschiff »Royal Oak« (14.10. 1939 in Scapa Flow durch G.Prien). In den ersten Kriegsmonaten waren auch die Panzerschiffe »Deutschland« und »Admiral Graf Spee« im Atlantik zum Handelskrieg eingesetzt. Letzteres versenkte sich am 17.12. 1939 nach einem Gefecht vor dem Río de la Plata selbst. Nach dem Sieg über Frankreich hoffte Hitler mit Großbritannien zu einem »Ausgleich« zu gelangen (»Friedensappell« am 19.7. 1940), blieb dabei jedoch erfolglos. Bereits am 16.7. hatte er die Vorbereitung einer Landung in Großbritannien (Unternehmen »Seelöwe«) befohlen. Die Invasionsvorbereitung fiel der deutschen Luftwaffe zu, v.a. den Luftflotten der Generalfeldmarschälle A. Kesselring und H. Sperrle. Der seit dem 13.8. 1940 verstärkte deutsche Luftkrieg richtete sich zunächst mit Großoffensiven gegen die britische Luftwaffe, ihre südenglischen Flugplätze und Produktionsanlagen; im September 1940 begann die Bombardierung großer Städte (London, im November Coventry). Die »Luftschlacht um England« (1940/41) erreichte ihren Höhepunkt am 15.9. 1940, als bei einem Großangriff auf London 56 deutsche und 26 britische Flugzeuge abgeschossen wurden (»Battle of Britain«-Tag). Es gelang der deutschen Luftwaffe nicht, die für eine erfolgreiche Landungsoperation notwendige Luftherrschaft zu gewinnen; schon am 12.10. hatte Hitler den Befehl zur Einstellung der Vorbereitungen für eine Invasion in Großbritannien gegeben. Seit Mai 1940 flog die britische Luftwaffe Angriffe auf deutsche Städte. In der »Atlantikschlacht« wurden zwar Hunderte britischer Schiffe (von August 1940 bis Juni 1941 5,1 Mio. BRT) durch deutsche U-Boote versenkt; deren Zahl war jedoch zu gering, um von den neu gewonnenen Basen in Westfrankreich aus die Zufahrtswege über den Atlantik ernsthaft zu gefährden. Zur Verstärkung des Geleitschutzes erhielt Großbritannien von den USA (September 1940) 50 Zerstörer gegen die Verpachtung von Stützpunkten auf den britischen Besitzungen in Westindien. Das im Mai 1941 mit dem Schweren Kreuzer »Prinz Eugen« zum Handelskrieg ausgelaufene Schlachtschiff »Bismarck« wurde nach Ausschaltung des britischen Schlachtkreuzers »Hood« (24.5. 1941) am 27.5. von überlegenen britischen Kräften im Atlantik versenkt.


Nach der Wiederwahl F. D. Roosevelts zum Präsidenten (November 1940) vollzogen die USA den Übergang von der Neutralität zur »Nichtkriegführung« mit wachsender materieller Hilfeleistung zugunsten Großbritanniens. Die USA betrachteten sich zu diesem Zeitpunkt als »Arsenal der Demokratien«. Am 11.3. 1941 wurde der Präsident durch das Leih- und Pachtgesetz (Lend-lease-System) ermächtigt, die Staaten mit Kriegsmaterial und Versorgungsgütern zu unterstützen, die er für die Verteidigung der USA als lebenswichtig ansah. Der Großteil dieser Hilfe kam Großbritannien zugute.


Die Kämpfe im Mittelmeer und in Afrika 1940/41: Da Spanien die Beteiligung an einem Angriff auf Gibraltar ablehnte (ergebnislose Zusammenkunft Hitlers mit F. Franco Bahamonde am 23.10. 1940 im französischen Hendaye), gab Deutschland einen entsprechenden Plan im Dezember 1940 auf. Auch zu engerer Zusammenarbeit mit Frankreich kam es trotz mancher Ansätze nicht (Zusammenkunft Hitlers mit Pétain am 24.10. in Montoire). Hingegen konnte im September 1940 Japan für ein Bündnis mit der Achse gewonnen werden (Dreimächtepakt vom 27.9. zwischen Deutschland, Japan und Italien).


Inzwischen hatten italienische Truppen im August 1940 Britisch-Somaliland erobert. In Nordafrika stieß die italienische 10.Armee unter Marschall R. Graziani am 12.9. über die libysch-ägyptische Grenze bis Sidi Barrani vor. Ein britischer Gegenangriff, der unter General A. P. Wavell am 9.12. 1940 begann, führte zu ihrer völligen Vernichtung und zur Eroberung der Cyrenaica bis Mitte Februar. Auf italienisches Hilfeersuchen wurde Anfang Januar 1941 ein deutsches Fliegerkorps auf Sizilien stationiert, das gegen Malta und die britische Mittelmeerflotte eingesetzt wurde. Im Februar 1941 folgte die Entsendung einer deutschen Division (Kern des Afrikakorps unter General E. Rommel) nach Tripolis; diese begann Ende März 1941 einen Angriff gegen die britischen Stellungen und vertrieb zusammen mit italienischen Truppen die Briten wieder aus der Cyrenaica. Das festungsartig ausgebaute Tobruk (seit 8.4. eingeschlossen) konnte jedoch nicht genommen werden. Italienisch-Ostafrika wurde seit Anfang 1941 von britischen Kräften angegriffen, die nach der Eroberung Britisch-Somalilands und Eritreas in Abessinien einmarschierten und im Mai den Herzog von Aosta zur Kapitulation zwangen.


Der Feldzug auf der Balkanhalbinsel 1940/41: Nachdem die Sowjetunion im Juni 1940 die baltischen Staaten besetzt hatte (August 1940 Eingliederung als Sowjetrepubliken), zwang sie Rumänien am 28.6. 1940 zur Abtretung Bessarabiens und der nördlichen Bukowina. Daraufhin forderten auch Ungarn und Bulgarien ihre 1919 an Rumänien verlorenen Gebiete zurück. Die rumänische Regierung verzichtete am 1.7. 1940 auf die ihr am 13.4. 1939 zugesagte britisch-französische Garantie und trat aufgrund des Schiedsspruchs vom 30.8. 1940 (Wiener Schiedssprüche) den Norden und Südosten Siebenbürgens an Ungarn ab, am 7.9. 1940 die südliche Dobrudscha an Bulgarien. Für das verbleibende rumänische Staatsgebiet übernahmen Deutschland und Italien die Garantie. König Karl II. dankte am 6.9. zugunsten seines Sohnes Michael ab, die Regierung übernahm als Staatsführer General J. Antonescu, der sich eng an die Achsenmächte anlehnte. Auf seine Bitte wurde seit 12.10. 1940 eine deutsche Heeres- und Luftwaffenmission mit Lehrtruppen in Rumänien eingesetzt, das am 23.11. auch dem Dreimächtepakt beitrat (Beitritt Ungarns am 20.11. 1940, der Slowakei am 24.11.). Am 28.10. 1940 marschierten italienische Truppen von Albanien aus in Griechenland ein. Sie wurden durch griechische Gegenangriffe im November/Dezember 1940 unter schweren Verlusten nach Albanien zurückgedrängt. Auch eine neue, am 9.3. 1941 unternommene italienische Offensive blieb erfolglos. Das Vorgehen Italiens hatte den Einsatz britischer Luftstreitkräfte auf dem griechischen Festland und die Errichtung von britischen See- und Luftstützpunkten auf Kreta zur Folge. Hitler sah darin eine Gefährdung des für Deutschland lebenswichtigen rumänischen Erdölgebiets; um ihr zu begegnen, ließ er nach Bulgariens Beitritt zum Dreimächtepakt (1.3. 1941) die 12. Armee unter Generalfeldmarschall W. List im März 1941 in das Land einrücken. Am 25.3. 1941 trat auch Jugoslawien dem Dreimächtepakt bei, aber bereits am 27.3. richtete sich ein Militärputsch in Belgrad unter General D. Simovic dagegen. Daraufhin entschloss sich Hitler zum gleichzeitigen Angriff auf Griechenland und Jugoslawien.


Dieser begann am 6.4. 1941 mit einem Luftbombardement Belgrads und dem Einmarsch der 12.Armee in Makedonien und Westthrakien. Am 9.4. 1941 wurde Saloniki genommen. Am selben Tag fiel Nis in die Hand der nordwestlich von Sofia vorgestoßenen Panzergruppe Kleist, die im Moravatal auf Belgrad vordrang. Die aus der Steiermark und Westungarn angreifende 2.Armee von Generaloberst M. von Weichs marschierte am 10.4. 1941 in Agram ein, während die Italiener Laibach und die Ungarn am 11.4. die Batschka besetzten. Nach der Eroberung Belgrads (12./13.4.) kapitulierten die Reste des jugoslawischen Heeres am 17.4. 1941. Das Anfang März 1941 in Griechenland gelandete britische Expeditionskorps wurde bis Ende April 1941 durch deutsche Truppen verdrängt (zumeist Evakuierung nach Kreta). Nach einem Vorstoß deutscher Verbände in den Rücken der noch in Südalbanien stehenden griechischen Epirus-Armee kapitulierte diese am 21.4. 1941. Am 27.4. rückten deutsche Panzer in Athen ein, bis Ende April wurde auch die ganze Peloponnes eingenommen, Anfang Mai die größeren Ägäischen Inseln. Mit der Eroberung Kretas (Unternehmen »Merkur«) durch deutsche Fallschirm- und Gebirgsjäger (20.5.1.6. 1941) endete der Balkanfeldzug.


Griechenland wurde in ein großes italienisches und ein kleines deutsches (u.a. auf Athen, Saloniki, einige Inseln und den größten Teil Kretas beschränktes) Besatzungsgebiet geteilt, Serbien kam unter deutsche Militärverwaltung. Das übrige Jugoslawien wurde aufgelöst und bis auf die neu gegründeten Staaten Kroatien (Ustascha) und Montenegro von Deutschland, Italien, Ungarn und Bulgarien annektiert. Gegen diese territorial-politische Neuordnung wie auch gegen die Unterdrückung der Serben (v.a. durch das kroatische Ustascharegime unter A. Pavelic) richtete sich eine serbisch-nationalistische Widerstandsbewegung unter Oberst D. Mihailovic (Cetnici) und die kommunistische Partisanenbewegung unter J. B. Tito. Die sich in Jugoslawien und auch in Griechenland bald ausbreitenden Widerstandsbewegungen banden zwar deutsch-italienische Kräfte, bekämpften sich aber in Jugoslawien schließlich auch untereinander mit großer Härte. Im April/Mai 1941 kam es zu einem Aufstand in Irak gegen die britische Mandatsmacht, der jedoch angesichts ausbleibender wirksamer deutscher Unterstützung am 30./31.5. zusammenbrach. Anschließend zwangen britische und freifranzösische Truppen die militärischen Einheiten des Vichy-Regimes in Syrien zur Übergabe (Juni/Juli 1941).

 

Der Feldzug im Osten bis zur Niederlage von Stalingrad: Am 18.12. 1940 erteilte Hitler die grundlegende Weisung zum Angriff auf die Sowjetunion (»Unternehmen Barbarossa«); dieser war zunächst für Mitte Mai 1941 geplant, musste aber infolge des Balkanfeldzuges um sechs Wochen verschoben werden. Am 22.6. 1941 fiel die deutsche Wehrmacht unter Bruch des Nichtangriffspaktes in die Sowjetunion ein. Das deutsche Ostheer umfasste 3,05 Mio. Soldaten (153 Divisionen, das heißt rund 75% des Feldheeres; darunter 19 Panzerdivisionen; des Weiteren über 60% der Luftwaffe). Rumänien, Ungarn, Italien und die Slowakei, schließlich noch die »Blaue Division« aus Spanien schlossen sich dem Angriff an; Finnland kämpfte für die Wiedergewinnung der nach dem »Winterkrieg« abgetretenen Gebiete. Die deutsche Absicht, die Masse der sowjetischen Truppen an der europäischen Front (etwa 4,7 Mio. Soldaten) innerhalb weniger Wochen zu zerschlagen, wurde dadurch begünstigt, dass Stalin trotz gegenteiliger Anzeichen und Warnungen (u.a. durch R. Sorge) bis zuletzt nicht mit einem deutschen Angriff zu diesem Zeitpunkt gerechnet und die Umstrukturierung seiner Armee nicht beendet hatte; zudem war das Gros der Offiziere der Roten Armee während der blutigen Säuberungen (Große Tschistka) 1937/38 ermordet oder inhaftiert worden.


Dem vorrückenden deutschen Ostheer folgten vier Einsatzgruppen des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei mit dem Auftrag, die Juden in den besetzten Gebieten systematisch auszurotten sowie die Funktionäre des sowjetischen Staates zu »liquidieren« (Kommissarbefehl). Ein »Generalplan Ost« sah die millionenfache Aus- und Umsiedlung der slawischen Bevölkerung sowie eine stufenweise »Germanisierung« Osteuropas vor. Das zu erobernde Gebiet sollte in mehrere »Reichskommissariate« gegliedert werden; doch wurden infolge des bald stockenden deutschen Vormarsches nur zwei, nämlich »Ostland« (baltische Länder und Weißrussland) und »Ukraine«, gebildet und dem »Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete« (A. Rosenberg) unterstellt.


Die vorrückenden deutschen Kräfte waren in drei Heeresgruppen gegliedert. Südlich der Pripjetsümpfe stieß die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) mit der Panzergruppe Kleist und der 6. und 17.Armee aus der Gegend südöstlich von Lublin und aus Galizien auf Kiew/Winniza vor (seit Juli unterstützt von der rumänisch-deutschen Armeegruppe Antonescu); sie vernichtete bis zum 7./8.8. 1941 starke, im Raum von Uman eingekesselte sowjetische Kräfte und besetzte bis Ende August den ganzen Dnjeprbogen. Die nördlich des Pripjet auf Smolensk vorgehende Heeresgruppe Mitte (von Bock) schloss durch eine Zangenoperation der Panzergruppen Guderian und Hoth sowie der 4. und 9.Armee mehr als 40 sowjetische Divisionen im Raum Bialystok/Nowogródek ein und zerschlug sie bis zum 9.7. 1941, Smolensk wurde Mitte Juli besetzt. Im August wurde der Vormarsch im Zentrum gestoppt, da Hitler zunächst die Ukraine und Leningrad erobern wollte. Bei der Heeresgruppe Nord (von Leeb) stieß die Panzergruppe Hoepner über Dünaburg auf die Luga vor. Die 16.Armee deckte ihre rechte Flanke durch Vorgehen über Dünaburg/Opotschka bis zum Ilmensee. Die 18. Armee besetzte am 1.7. Libau sowie Riga und drang mit dem rechten Flügel über Pleskau auf Narwa, mit dem linken durch Lettland und Estland bis zum Finnischen Meerbusen vor, den sie Anfang August bei Reval erreichte. Anfang September 1941 wurde Leningrad von allen Landverbindungen abgeschnitten. Hitler wollte die Stadt durch eine Blockade zur Übergabe zwingen. In den fast 900 Tagen der Belagerung der Stadt (bis 27.1. 1944) starben Hunderttausende an Hunger.


Die Finnen unter Marschall C. G. von Mannerheim eroberten Wyborg (29.8. 1941) und die Karelische Landenge zurück und drangen in Ostkarelien bis zum Swir und Onegasee und von Mittelfinnland aus mit deutschen Truppen gegen die Murmanbahn vor.


Im Südabschnitt gerieten in der Kesselschlacht bei Kiew (September 1941) rund 665.000 sowjetische Soldaten unter Marschall S. M. Budjonny in Gefangenschaft. Kiew wurde am 19.9. von deutschen Truppen besetzt, bald darauf Charkow. Die 11. Armee eroberte nach Überwindung der Landenge von Perekop (17.27.10.) die Krim und schloss Sewastopol ein. Am 16.10. nahmen rumänische Truppen Odessa ein. Inzwischen hatte die Heeresgruppe Mitte die den Raum von Moskau deckenden Armeen von Marschall S. K. Timoschenko in großen Kesselschlachten um Brjansk und Wjasma (2.12.10.) geschlagen und war bis Kalinin (14.10.) und Klin (90 km nordwestlich von Moskau, 23.11.) vorgedrungen. Seit Ende Oktober 1941 war die Angriffskraft des deutschen Ostheers fast erschöpft; seine Verluste betrugen bis 1.12. 24% der Sollstärke (162.314 Tote, 33.334 Vermisste und 571.767 Verwundete); sie hatten ebenso wie die erheblichen Ausrüstungseinbußen nur teilweise ersetzt werden können.

 

Nicht verwirklicht wurde das Ziel des deutschen Generalstabs, die Sowjetunion in wenigen Wochen zu besiegen, um danach das Gros der Panzerverbände aus dem Osten abzuziehen und diese gegen die britische Position im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien einzusetzen. Die Rote Armee hatte zwar Niederlagen und schwere Einbußen erlitten, verfügte aber weiter über große Reserven und war wesentlich leistungsfähiger und besser ausgerüstet als angenommen (Kampfpanzer T34, Stalinorgel). Zudem führte die deutsche Gewaltpolitik in den eroberten Gebieten dazu, dass der Widerstand auch unter den nichtrussischen Nationalitäten zunahm und Ansätze, diese als Verbündete gegen das kommunistische System zu gewinnen, zunichte gemacht wurden.

 

Stalin setzte bei der Organisation der Verteidigung des Landes auf Patriotismus (Propagierung des »Großen Vaterländischen Krieges«). Das sowjetisch-japanische Nichtangriffsabkommen (13.4. 1941) erlaubte der Sowjetregierung, Verstärkungen aus Sibirien heranzuführen. Es gelang ihr außerdem, mehr als 1500 Industriebetriebe und etwa 10 Mio. Menschen hinter den Ural zu evakuieren. Dagegen litten die stark strapazierten deutschen Truppen zunehmend unter Versorgungsschwierigkeiten. Der Angriff auf Moskau (Unternehmen »Taifun«) verzögerte sich dadurch bis zum 2.10. Die Spitzen der auf den Winterkrieg völlig unvorbereiteten deutschen Truppen erreichten die Außenbezirke der Hauptstadt, bevor die Rote Armee durch eine am 5./6.12. beginnende Gegenoffensive Moskau entlastete. Am 16.12. gab Hitler den Befehl, jede Stellung zu halten; am 19.12. übernahm er selbst den Oberbefehl über das Heer. Das Scheitern vor Moskau bedeutete die entscheidende Wende für Hitlers gesamten Kriegsplan. Bis Februar 1942 erzielten die sowjetischen Truppen im Mittelabschnitt Geländegewinne, aber keinen entscheidenden Durchbruch. Bei der Heeresgruppe Nord musste die am 8.11. bis Tichwin gelangte 16.Armee Mitte Dezember hinter den Wolchow zurückweichen. Im Süden konnten die Sowjets zunächst Rostow, Ende Dezember schließlich die Halbinsel Kertsch zurückerobern.


Zur Wiederaufnahme der Offensive an der ganzen Front reichten 1942 die Kräfte des Ostheeres nicht mehr aus. Stattdessen wurde ein Vorstoß der Heeresgruppe Süd an und über den Don auf Stalingrad und in das nordkaukasische Erdölgebiet geplant. Voraus gingen die Wiedereroberung der Halbinsel Kertsch (8.18.5.) durch die 11. deutsche Armee, die Beseitigung eines im Januar erfolgten sowjetischen Einbruchs westlich von Isjum (17.2 - 6.5.) und die Einnahme der Festung Sewastopol (3.6./2.7.). Die Offensive der Heeresgruppe Süd begann am 28.6. 1942 mit dem Angriff des Nordflügels, der am 5.7. den Don erreichte. Die von dort nach Süden vorstoßende 4. Panzerarmee erkämpfte zusammen mit der 1.Panzerarmee den Übergang über den unteren Donez und nahm am 23.7. Rostow am Don ein. Am 24.7. erreichte die nach Südosten vorgegangene 6.Armee (Generaloberst F. Paulus) den Don westlich von Stalingrad. Sie bildete nun mit der 4.Panzerarmee und der am mittleren Don sichernden italienischen 8., ungarischen 2. und deutschen 2.Armee die Heeresgruppe B. Die Heeresgruppe A überschritt Ende Juli den unteren Don und drang mit dem rechten Flügel über den Kuban und die Ölfelder von Maikop bis Noworossisk und bis auf den Nordwestausläufer des Kaukasus vor, mit der 1.Panzerarmee in den Hochkaukasus (Elbrus 22.8.) und bis zum Terek, wo sie im Nordwesten von Grosny Anfang September zum Stehen kam.


Die von der 4. Panzerarmee südlich unterstützte 6. Armee stieß über den Don nach Stalingrad vor. Um seine zäh verteidigten Wohnviertel und Fabrikanlagen entspannen sich erbitterte Kämpfe, in denen die Deutschen nur schrittweise Boden gewannen; Ende Oktober waren etwa 4/5 der Stadt in ihrer Hand. Angesichts ausbleibender strategischer Erfolge an der Ostfront kam es zu einer Vertrauenskrise in der deutschen Führung. Hitler hatte am 9.9.1942 Generalfeldmarschall List seines Kommandos enthoben und ersetzte am 24. den Chef des Generalstabs des Heeres Halder durch General K. Zeitzler. Die Verluste des Ostheeres waren bis 10.9. auf 1,64 Mio. Mann (51% seiner Sollstärke) gestiegen und kaum zur Hälfte ergänzt worden.


Im Oktober waren beiderseits der 6.Armee zwei rumänische Armeen eingesetzt worden. Sie wurden am 19./20.11. bei einem sowjetischen Großangriff zerschlagen, dessen Stoßkeile sich am 22. im Donbogen westlich von Stalingrad bei Kalatsch vereinigten und die 6. Armee und Teile der 4. Panzerarmee einschlossen. Ein am 12.12. von Süden her angesetzter Entsatzversuch schlug kurz vor Weihnachten fehl, da am 16.12. die links flankierende Front der italienischen 8. Armee durchbrochen wurde; einen zu diesem Zeitpunkt noch aussichtsvollen Ausbruch der 6. Armee untersagte Hitler. Aus der Luft nur notdürftig versorgt, von Hunger und Kälte zermürbt, wehrte sich die Armee noch bis Ende Januar 1943 gegen die sowjetischen Angriffe. Am 31.1. und 2.2.1943 mussten ihre Reste (noch rund 90.000 Mann) kapitulieren. Die nationalsozialistische Propaganda suchte die Niederlage von Stalingrad als Fanal für die Ausschöpfung aller Kraftreserven der deutschen Bevölkerung zu nutzen (Proklamation des »totalen Krieges« durch J. Goebbels am 18.2. 1943). Inzwischen waren sowjetische Truppen nach Vernichtung auch der 2. ungarischen Armee im Januar bis zum unteren Donez und südlich des Don auf Rostow vorgedrungen. Über Isjum (am 5.2. genommen) stießen sie nach Süden auf Stalino vor; durch einen deutschen Gegenangriff Ende Februar wurden sie jedoch über den Donez zurückgedrängt. Die Heeresgruppe A im Kaukasusgebiet setzte sich Anfang Januar vom Gegner ab und bildete einen Brückenkopf (so genannter »Gotenkopf«) auf der Halbinsel Taman westlich von Krasnodar.

 

Der Kriegseintritt der USA und die Landung der Alliierten in Nordafrika: Nach der militärischen Niederlage Frankreichs 1940 gaben die USA faktisch ihre Neutralität zugunsten einer Großbritannien begünstigenden »Nichtkriegführung« auf. Durch das Leih- und Pachtgesetz waren die USA zum Arsenal für Großbritannien geworden. Ab Herbst 1941 wurden seine Bestimmungen auch auf die Sowjetunion ausgedehnt, die im ersten Jahr u.a. mehr als 4.000 Panzer und 3.000 Flugzeuge erhielt. Am 9.4.1941 besetzten die USA Grönland, am 7.7. Island. Am 14.8.1941 vereinbarten Churchill und Roosevelt die Atlantikcharta, am 11.9. erteilte Roosevelt nach der irrtümlichen Versenkung amerikanischer Frachter durch deutsche U-Boote den Befehl, künftig Kriegsschiffe der Achsenmächte anzugreifen, wenn sie in für Amerika lebenswichtige Gewässer eindringen.

 

Inzwischen waren die seit April 1941 laufenden amerikanisch-japanischen Geheimverhandlungen zur Erzielung eines »Modus Vivendi« in Südostasien auf einem toten Punkt angelangt. Die japanische Führung entschloss sich zur Ablehnung der amerikanischen Forderung nach einem Rückzug aus China und Indochina und zum Angriff auf die USA und Großbritannien. Am 7.12. 1941 überfiel Japan die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbour.

 

Deutschland und Italien erklärten daraufhin den USA am 11.12. den Krieg. Am 12.7. 1941 schlossen Großbritannien und die Sowjetunion ein Beistandsabkommen; Ende August 1941 rückten britische und sowjetische Truppen in Iran ein und stellten eine Verbindung her, über die neben den nordrussischen Häfen Murmansk und Archangelsk Hilfsleistungen in die UdSSR gesandt wurden.


Die gegen die amerikanische Schiff-Fahrt im Westatlantik eingesetzten deutschen U-Boote erzielten anfangs große Erfolge: Insgesamt wurden (1942) 8,2 Mio. BRT alliierten Schiffsraums versenkt (seit Kriegsbeginn 17,8 Mio. BRT), doch standen dem fast 7,2 Mio. BRT Neubauten gegenüber. Die deutschen schweren Seestreitkräfte operierten von Nordnorwegen aus gegen den alliierten Geleitzugverkehr zwischen Island und Murmansk. Im Luftkrieg hingegen gewann die britische Luftwaffe durch die Bindung der Masse der deutschen Luftstreitkräfte im Osten mehr und mehr die Oberhand. An ihrer im März 1942 einsetzenden Offensive gegen deutsche Rüstungsbetriebe und Großstädte beteiligten sich vom Sommer an in steigendem Maße amerikanische Luftstreitkräfte. Mit dem Übergang zu Flächenbombardements nahmen ihre Flüge den Charakter von Terrorangriffen an (Lübeck Ende März 1942, Köln Ende Mai 1942), ohne allerdings die angestrebte psychologische Wirkung auf die deutsche Bevölkerung zu erzielen.

 

Die sowjetische Forderung nach Errichtung einer zweiten Front veranlasste die Briten am 18.8. 1942 zu einem Landungsversuch bei Dieppe, der abgewehrt wurde. In Nordafrika führte die am 18.11. 1941 begonnene Offensive der britischen 8. Armee bis zum Jahresende zur erneuten Eroberung der Cyrenaica, am 21.1.1942 stieß Rommel jedoch wiederum vor und erreichte in wenigen Tagen den Raum westlich Tobruk. Am 26.5. setzte er den Angriff fort und brach in schweren Kämpfen den britischen Widerstand westlich und südlich von Tobruk (Einnahme am 21.6.). Dem nach Ägypten zurückweichenden Gegner folgend, erreichte die deutsch-italienische Panzerarmee am 30.6. El-Alamein, wo sie vor britischen Stellungen zum Stehen kam. Am 23.10. begann der Gegenangriff der britischen 8. Armee unter General B. Montgomery, die durch ihre Panzer- und Luftüberlegenheit den unter Nachschubmangel leidenden Rommel am 2.11. zum Rückzug zwang (Eroberung Tobruks durch die Briten am 13.11., Räumung von Bengasi durch Rommel am 20.11.). Am 7./8.11. 1942 landeten amerikanische und britische Truppen unter General D. D. Eisenhower in Marokko und Algerien (Operation »Torch«). Nur bei Casablanca trafen sie auf stärkeren französischen Widerstand, der eingestellt wurde, als der französische Oberbefehlshaber, Admiral J.-F. Darlan, am 11.11. zu den Alliierten überging. Der künftigen Haltung Frankreichs misstrauend, ließ Hitler am 11.11.1942 den bisher unbesetzten Teil des Landes besetzen. Gleichzeitig rückten italienische Truppen auf die französische Riviera vor und landeten auf Korsika. Ein deutscher Handstreich auf die im Hafen von Toulon liegenden französischen Kriegsschiffe am 27.11. hatte nur teilweise Erfolg, die Mehrzahl versenkte sich selbst. Am selben Tag wurde das französische Heer entwaffnet. Unterdessen hatten deutsche und italienische Kräfte in Tunesien einen Brückenkopf errichtet, an dem die Mitte November über die algerische Grenze vorstoßenden Alliierten zum Stehen kamen. Am 11.12. 1942 nahm die britische 8.Armee ihre unterbrochene Offensive wieder auf. Nach der Räumung von Tripolis (23.12.1943) zog sich Rommel bis Ende Januar 1943 abschnittsweise auf die befestigte Mareth-Stellung (Festungslinie in Südtunesien zwischen den Städten Medenine und Gabès) südlich von Gabès zurück. In der 2. Märzhälfte erlagen die deutsch-italienischen Kräfte dort dem Angriff der britischen 8. Armee. Diese stieß mit amerikanischen Truppen im April über Kairouan vor. Die alliierten Hauptkräfte griffen von Westen die in einem engen Brückenkopf nun unter Generaloberst H. J. von Arnim vereinigten deutschen und italienischen Divisionen an. Am 7.5. konnten die Briten Tunis, die Amerikaner Biserta einnehmen, am 13.5.1943 kapitulierten die Reste der deutschen und italienischen Truppen auf der Kap-Bon-Halbinsel, rund 250.000 Soldaten gerieten in Gefangenschaft.


Die Landung der Alliierten auf Sizilien und die Kämpfe in Italien bis Herbst 1944: Auf der Konferenz von Casablanca (14.26.1.1943) verkündeten Roosevelt und Churchill als ihr Kriegsziel die bedingungslose Kapitulation von Deutschland, Italien und Japan; sie beschlossen, der Eroberung von Tunis eine Landung alliierter Truppen auf Sizilien nachfolgen zu lassen. Zur Abwehr standen auf Sizilien die italienische 6. Armee und vier deutsche Divisionen bereit. Die alliierten Landungskräfte unter General H. Alexander wurden von Gibraltar und Nordafrika herangeführt: die britische 8. Armee (B. Montgomery) gegen die Südostspitze, die amerikanische 7. Armee (General G. Patton) gegen die Südküste südöstlich von Agrigent. Sie stießen bei der Landung am 10.7. nur auf geringen Widerstand. Die Briten konnten schon am 12.7. Syrakus und Augusta besetzen; die Amerikaner stießen nach der Abwehr deutscher Gegenangriffe quer durchs Gebirge auf Palermo (22.7.) und längs der Nordküste auf Messina vor.
Unter dem Eindruck der Niederlagen und der alliierten Luftoffensive gegen das Festland (Bombenangriff auf Rom am 19.7.) erlahmte der italienische Widerstandswille. Mit dem Sturz Mussolinis am 25.7. brach die faschistische Herrschaft zusammen. Der neue Ministerpräsident, Marschall P. Badoglio, nahm sofort mit den Alliierten Geheimverhandlungen auf; diese führten am 3.9. zum Abschluss eines die Kapitulation Italiens festlegenden Waffenstillstandsvertrags, der erst am 8.9. bekannt gegeben wurde. An diesem Tag floh König Viktor Emanuel III. mit dem Kronprinzen und der Regierung nach Bari. Nachdem die britische 8. Armee am 3.9. an der italienischen Südspitze und am 9.9. bei Tarent gelandet war, erfolgte am gleichen Tag eine amerikanische Großlandung bei Salerno.

 

Hitler ließ am 10.9.1944 Rom besetzen und die italienischen Truppen entwaffnen. Die italienische Flotte entkam und wurde am 15.9. vor Malta an Admiral A. Cunningham übergeben. Mussolini, am 12.9. von einem deutschen Fallschirmjägerkommando aus seiner Haft auf dem Gran Sasso befreit, bildete eine neue Regierung und proklamierte sich zum Chef einer von Deutschland abhängigen »Repubblica Sociale Italiana« (»Republik von Salò«) in Norditalien. Die königliche Regierung erklärte am 13.10. Deutschland den Krieg.


Am 1.10. räumten die deutschen Truppen Neapel und gingen hinter den Volturno zurück. Unterdessen hatten die Alliierten Sardinien kampflos besetzt. Korsika wurde freifranzösischen Verbänden überlassen. In der zweiten Oktoberhälfte 1943 erkämpften die Amerikaner den Übergang über den Volturno, vermochten aber bis Jahresende nicht in das nach Rom führende Tal von Cassino einzudringen. An der Adriaküste stieß Montgomery im Dezember über den Sangro vor. Am 22.1.1944 versuchten die Alliierten durch die überraschende Landeoperation im Rücken der Deutschen bei Anzio und Nettuno, sich den Zugang nach Rom zu öffnen. Der deutsche Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Kesselring stellte ihnen die neue 14. Armee entgegen, die den auf fast 150.000 Mann verstärkten Gegner in einem engen Brückenkopf zusammendrängte. Bei Cassino scheiterten im Frühjahr 1944 auch nach der Zerstörung des Ortes und des Klosters alle alliierten Angriffe. Erst am 18.5.1944 konnten die durch französische und polnische Divisionen verstärkten Alliierten Cassino einnehmen. Unter Aufgabe von Rom (4.6.) zogen sich die deutschen Truppen über den Arno nach Rimini zurück. Die Alliierten kamen vor starken deutschen Stellungen südöstlich von La Spezia, im Etruskischen Apennin und nördlich von Rimini zum Stehen.


Der deutsche Rückzug im Osten bis Sommer 1944: An der Ostfront setzte Hitler im Sommer 1943 seine gesamten operativen Reserven gegen den in die deutsche Front vorgetriebenen sowjetischen Frontbogen um Kursk ein (»Unternehmen Zitadelle«). Der gegen dessen Flanken am 5.7.1943 begonnene Angriff musste nach anfänglichen Erfolgen eingestellt werden, da die Rote Armee mit starken Kräften am 11.7. in den großen deutschen Frontbogen um Orel eingebrochen war. Dieser wurde nach schweren Kämpfen Ende Juli aufgegeben. Am 5.8. begann Marschall R. J. Malinowski eine große Offensive gegen die Heeresgruppe Süd. Charkow musste am 22.8. aufgegeben werden. Daraufhin setzte der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd, Generalfeldmarschall E. von Manstein, bei Hitler die Räumung des gesamten Raums östlich des Dnjepr durch. Die Heeresgruppe Mitte musste den sowjetischen Truppen im September 1943 Brjansk und Smolensk überlassen. Aus einem Ende September bei Krementschug gewonnenen Brückenkopf ging die Rote Armee am 17.10. auf Kirowograd und Kriwoi Rog vor, wo sie auf starken Widerstand stieß. Nach Durchbruch bei Melitopol (23.10.) stieß sie bis zur Enge von Perekop vor; dadurch wurden die deutschen Truppen auf der Krim abgeschnitten; am 6.11. mussten sie Kiew räumen. Am 3.1.1944 erreichten die sowjetischen Truppen die ehemalige polnische Grenze und eroberten am 5.2. Rowno und Luzk. Nach dem Verlust von Nikopol (8.2.) und Kriwoi Rog (22.2.), die aus wirtschaftlichen Gründen (Mangan- und Eisenerzgruben) so lange wie möglich gehalten wurden, zogen sich die deutschen Truppen auf den unteren Bug zurück. Anfang März konnte die Rote Armee die noch bei Uman stehenden deutschen Kräfte über den Bug zurückdrängen. Am 20.3. nahmen die sowjetischen Truppen Winniza ein, am 28.3. standen sie am Pruth bei Jassy. In Galizien drangen sie über Kolomea noch bis zum Karpatenkamm vor und eroberten das seit Anfang März eingeschlossene Tarnopol (15.4.). Die deutschen und rumänischen Divisionen der 17.Armee auf der Krim wichen vor den im April über Kertsch und Perekop vorstoßenden sowjetischen Truppen auf Sewastopol zurück (am 9.5. von diesen eingenommen), am 12.5. kapitulierten die Reste der deutsch-rumänischen Kräfte auf der Halbinsel Cherson. Die Heeresgruppe Mitte hatte am 25.11.1943 Gomel verloren, im Dezember aber sowjetische Versuche, ihren Nordflügel bei Witebsk einzudrücken, vereitelt. Die Heeresgruppe Nord musste in der zweiten Januarhälfte 1944 wegen des Vorstoßes starker sowjetischer Kräfte über den Wolchow und des gleichzeitigen Angriffs der Roten Armee von Leningrad aus ihre dortigen Stellungen aufgeben. Nachdem auch die Stellungen an der Luga durchbrochen waren, ging die Heeresgruppe Nord hinter die Narwa und den Peipussee und auf Pleskau zurück.


Eine schwere Belastung für die deutsche Kriegführung war als Folge der auf der »Herrenrassen«-Ideologie beruhenden deutschen Politik die zunehmende Tätigkeit von Partisanen in den waldreichen Gegenden Weißrusslands, der Gebiete Smolensk, Orel und Brjansk, vor Leningrad und in der Ukraine, die besonders die deutschen Verbindungslinien bedrohte. Unter den Verbündeten Deutschlands hatte sich die Lage zugespitzt. Rumänien war völlig erschöpft. Bulgarien, seit 12.12.1941 im Krieg mit Großbritannien und den USA, lehnte Hitlers Forderung nach Beteiligung am Kampf gegen die UdSSR ab. Ungarn wurde wegen vermuteter Fühlungnahme mit den Alliierten am 19.3.1944 von deutschen Truppen besetzt.


Der See- und Luftkrieg 1943/45 und die Invasion im Westen: Nach der Ablösung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, durch K. Dönitz (Januar 1943) erreichte der Handelskrieg im März 1943 mit der Versenkung von 693.000 BRT den Höhepunkt. Von da an verringerte sich jedoch sein Effekt durch nun wirksam werdende alliierte Gegenmaßnahmen (neue Ortungssysteme, Entschlüsselung des deutschen Funkverkehrs) rasch. Die alliierten Neubauten (u.a. durch die von den USA in Schnellbauweise konstruierten Liberty-Schiffe) übertrafen seit März 1943 die Versenkungsziffern; die deutschen U-Boot-Verluste stiegen so stark an (im Mai 1943: 38 Boote), dass Dönitz am 24.5.1943 die Bekämpfung der alliierten Geleitzüge im Atlantik abbrach. Von ungefähr 40.000 U-Boot-Besatzungsmitgliedern fielen während des Kriegs rund 28.000. Das Schlachtschiff »Scharnhorst« unterlag beim Angriff auf einen Murmansk-Geleitzug am Weihnachtstag 1943 britischen Streitkräften; das Schlachtschiff »Tirpitz«, im Altafjord torpediert, kenterte 1944 in einem Fjord bei Tromsø nach schwerem britischem Luftangriff. Im Luftkrieg waren die Deutschen seit Anfang 1943 ganz in die Verteidigung gedrängt. Unter der 1944 voll zur Entfaltung kommenden alliierten Luftoffensive verminderte sich die deutsche Gesamtproduktion zwar nicht erheblich, doch wurden viele deutsche Städte weitgehend zerstört. Die seit 1944 verwendeten deutschen Vergeltungswaffen (V-Waffen; am 12./13.6. erster Beschuss von London mit »V1«-Raketen) verursachten zwar in Südengland Verluste und Schäden, erzielten aber keine entscheidende Wirkung mehr.
Seit Ende 1943 wurden Vorbereitungen zur Invasion in Frankreich getroffen, die auf der Konferenz von Teheran (28.11. - 1.12.1943) beschlossen worden war. Auf deutscher Seite war die Kanal- und Atlantikküste durch den Atlantikwall befestigt worden. In Erwartung einer alliierten Landung waren die deutschen Truppen im Westen auf 59 Divisionen erhöht worden (viele unter Normalstärke); Oberbefehlshaber West war seit März 1942 Generalfeldmarschall von Rundstedt. Unter ihm führte Generalfeldmarschall Rommel die an der Kanalküste eingesetzte Heeresgruppe B. Der Invasion in der Normandie (Operation »Overlord«) gingen von April an schwere Luftangriffe voraus, besonders gegen das deutsche Verkehrsnetz und die Bodenorganisation der Luftwaffe. Nach Bombardierung der Küstenbefestigungen zwischen der Seinemündung und der Halbinsel Cotentin landeten schließlich am Morgen des 6.6. 1944 (»D-Day«) britisch-kanadische Divisionen nördlich von Caen und amerikanische Truppen nördlich von Saint-Lô. Nach der Landung weiterer Kräfte (bis 12.6.: 326.000 Mann) und der Vereinigung der beiden Brückenköpfe stießen die Amerikaner auf Cherbourg vor, das am 26.6. genommen wurde. Dann drängten sie die deutschen Truppen beiderseits von Saint-Lô zurück (18.7.). Die Briten konnten am 9.7. Caen erstürmen; beim Versuch, nach Osten zur Seine durchzubrechen, begegneten sie jedoch neuem starkem Widerstand. Inzwischen war Rundstedt am 3.7. durch Generalfeldmarschall G. von Kluge ersetzt worden, der nach Rommels schwerer Verwundung (17.7.) auch dessen Heeresgruppe übernahm. Nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Hitler (Zwanzigster Juli 1944) wurde H. Himmler Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, H. Guderian Chef des Generalstabes des Heeres.


Am 1.8. brach die neu gebildete amerikanische Armeegruppe O. Bradley über Avranches in die Bretagne durch und erreichte am 10.8. die untere Loire. Während Teile der amerikanischen Kräfte Brest, Lorient und Saint-Nazaire einschlossen (Brest 18.9. genommen), gingen die Hauptkräfte nach Osten und über Le Mans (9.8.) nach Norden in den Rücken der langsam vor Montgomery zurückweichenden Deutschen vor. Nach Schließen der Zange im Rücken der 7.Armee wurde diese Mitte August in der Kesselschlacht von Falaise vernichtet. Die amerikanische 3. Armee erreichte am 20.8. die Seine beiderseits Paris, dessen Besatzung sich nach mehrtägigem Kampf gegen die Résistance am 25.8. den eindringenden französischen Truppen ergab.


Inzwischen waren am 15.8. die amerikanische 7. und die französische 1. Armee (später Armeegruppe Devers) südwestlich von Cannes gelandet. Die Amerikaner stießen über Grenoble (23.8.) zur schweizerischen Grenze vor, die Franzosen folgten nach Einnahme von Toulon und Marseille (28.8.) der im Rhônetal zurückgehenden deutschen 19. Armee und drangen mit den Amerikanern über Lyon (3.9.) auf Belfort und Épinal vor. An den Westhängen der Vogesen kam die Armeegruppe Devers zum Stehen, an der Mosel beiderseits Metz auch die amerikanische 3. Armee. Die Besetzung Nordfrankreichs und Belgiens erfolgte in kurzer Zeit. Am 11.9. wurden die deutsche Grenze von Trier bis Aachen und die niederländische Südgrenze erreicht. Ein alliiertes Luftlandeunternehmen zur Gewinnung der Brücken bei Nimwegen und Arnheim (17.25.9.) hatte nur teilweise Erfolg: Es führte zur Vorverlegung der britischen Front an Maas und Waal. Bradley nahm am 21.10. Aachen ein und drang bis zur Rur (in der Eifel) vor. Die amerikanische 3. Armee erreichte nach der Eroberung von Metz (22.11.) Anfang Dezember die Saar, Devers nahm am 23.11. Straßburg.


Die sowjetische Sommeroffensive 1944: Kurze Zeit nach der Landung der Alliierten in Frankreich eröffneten sowjetische Truppen am 22.6. zwischen Pripjet und Düna einen Großangriff auf die Heeresgruppe Mitte, die, da Hitler auf einem starren Haltebefehl bestand, innerhalb weniger Tage völlig zerschlagen wurde. Am 3.7. nahm die Rote Armee Minsk, am 13.7. Wilna, am 18.7. Bialystok, am 27.7. Dünaburg, am 1.8. Kaunas ein. Durch Vorstoß auf den Rigaischen Meerbusen versuchte sie, der noch in Estland kämpfenden Heeresgruppe Nord den Rückzug zu verlegen, wurde aber südlich von Riga aufgehalten. Inzwischen hatten die sowjetischen Truppen unter Marschall I. S. Konew am 16.7. auch die Stellungen der Heeresgruppe Nordukraine (seit 30.3. 1944 unter Generalfeldmarschall Model) in Mittelpolen und Galizien durchbrochen, Lemberg und Brest-Litowsk Ende Juli genommen und die Weichsel sowie den San erreicht; damit war die ganze Ukraine wieder in sowjetischem Besitz. Das Herannahen der Roten Armee veranlasste die polnischen Widerstandskräfte in Warschau unter General T. Bor-Komorowski am 1.8. zur Auslösung des Warschauer Aufstandes. Die sowjetischen Truppen kamen den Aufständischen nicht zu Hilfe, deren Reste nach blutigen Straßenkämpfen von den deutschen Besatzungstruppen zur Kapitulation gezwungen wurden.


Im Süden der Ostfront stellten die Rumänen nach dem Fall von Jassy und Kischinjow (23./24.8.) den Kampf ein. Antonescu wurde am 23.8. gestürzt, Bukarest und Ploiesti Ende August von der Roten Armee besetzt. Die bulgarische Regierung beantwortete die sowjetische Kriegserklärung (5.9.) mit der Bitte um Waffenstillstand und Kriegserklärung an Deutschland (Einmarsch der Sowjets unter Marschall F. I. Tolbuchin in Sofia am 19.9.; Waffenstillstand 28.10.). Über die Südkarpaten drangen die sowjetischen Truppen mit rumänischen Kräften in Siebenbürgen ein, Anfang Oktober stießen sie in die ungarische Tiefebene und in das Banat vor. Der Versuch des ungarischen Reichsverwesers Horthy, einen Frontwechsel einzuleiten, misslang. Horthy wurde in Deutschland interniert; eine am 5.12. in Debrecen gebildete Gegenregierung schloss mit der Sowjetunion einen Waffenstillstand und erklärte Deutschland ebenfalls den Krieg. Die deutschen Balkanstreitkräfte räumten im September/Oktober Griechenland und gingen unter Kämpfen mit Titos Partisanen hinter die Save zurück. Nach der Eroberung Belgrads (20.10.) durchbrachen die sowjetischen Truppen von Süden die deutsche Theiß-Front und erreichten am 10.12. den Plattensee; Ende Dezember drangen sie östlich der Donau bis an die slowakische Südgrenze vor. Ein slowakischer Aufstand (Neusohl, August 1944) wurde im Oktober von deutschen Truppen niedergeschlagen. Unterdessen hatten die Finnen am 4.9. 1944 den Kampf eingestellt, die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen und mit der Sowjetunion am 19.9. einen Waffenstillstand geschlossen. Die deutsche Lappland-Armee zog sich unter Nachhutkämpfen auch gegen finnische Truppen nach Nordnorwegen zurück. Die Heeresgruppe Nord konnte aus Estland zunächst noch durch den Riga-Korridor entweichen, wurde dann aber ab Oktober in Kurland eingeschlossen.

 

Der militärische Zusammenbruch Deutschlands: Zum äußersten Widerstand entschlossen, hatte Hitler am 25.9.1944 den Volkssturm als das letzte Aufgebot zur Verteidigung des Reichsgebietes ausheben lassen. Durch die Ardennenoffensive im Westen glaubte Hitler, nochmals eine Wende im Kriegsgeschehen herbeiführen zu können. Unter dem Oberbefehl Rundstedts setzte er eine neu formierte Heeresgruppe mit fast allen noch verfügbaren Panzerdivisionen zum Vorstoß durch die Ardennen auf Antwerpen ein, um den alliierten Nordflügel von seinen Verbindungen abzuschneiden. Der am 16.12. begonnene Angriff kam in den Weihnachtstagen noch östlich der Maas zum Stehen; seine Flanken wurden durch starke Gegenstöße bedrängt. Ende Januar 1945 hatten die Alliierten ihre frühere Front wieder erreicht, die letzten deutschen Reserven waren verbraucht. Am 8.2.1945 trat Montgomery, am 23.2. Bradley zu neuer Offensive an. Anfang März hatten die Briten das linke Niederrheinufer erobert. Die Amerikaner nahmen nach Durchbruch bei Jülich und Düren und Vorstoß bis Neuss/Krefeld am 7.3. Köln und konnten über die unzerstörte Brücke von Remagen starke Kräfte auf das rechte Rheinufer bringen. Die amerikanische 3. Armee erreichte Mitte März den Raum westlich Koblenz, stieß am 22.3. von dort bis Mainz vor und bildete bei Oppenheim einen Brückenkopf. Kurz danach rückte die amerikanische 7.Armee von der Saar durch die Pfalz auf Worms vor. Der Ende März 1945 von den Alliierten über den Rhein vorgenommene Angriff führte zum raschen Zusammenbruch der deutschen Westfront. Montgomery überwand den Rhein bei Wesel; sein linker Flügel drängte die deutschen Truppen in den Niederlanden in die »Festung Holland« zurück, wo sie sich bis Kriegsende hielten. Die amerikanische 9. Armee und der linke Flügel der amerikanischen 1. Armee, die am 7.3. den Rhein bei Remagen überschritten, schlossen im Ruhrgebiet die Heeresgruppe B (Model) ein und zwangen sie am 18.4. zur Kapitulation. Die durch Westfalen vorstoßende britische 2.Armee erreichte am 19.4. die Unterelbe und nahm am 2.5. Lübeck ein. Die amerikanische 9.Armee gelangte Mitte April an die Elbe bei Magdeburg (eingenommen am 18.4.). Die über Kassel marschierende amerikanische 1.Armee gewann das linke Elbufer, nahm Leipzig am 18.4. ein und traf am 25.4. bei Torgau auf sowjetische Truppen. Die amerikanische 3. Armee besetzte Darmstadt und Frankfurt und drang im April über den Thüringer Wald bis zum Erzgebirge und mit dem Südflügel Anfang Mai bis zu der mit den Sowjets vereinbarten Demarkationslinie Karlsbad/Budweis/Linz vor. Der linke Flügel der amerikanischen 7. Armee erreichte über Würzburg und Nürnberg am 30.4. München und besetzte das Salzkammergut, der rechte Flügel stieß nach Einnahme Mannheims über den Neckar und die obere Donau in die Alpen bis zum Brenner vor. Die französische 1.Armee schließlich überquerte nach dem Übergang über den Rhein nördlich von Karlsruhe (1.4.) und bei Straßburg (15.4.) den Schwarzwald, besetzte Stuttgart und Konstanz und marschierte in Vorarlberg ein. In Oberitalien war es während des Winters nur zu örtlichen Kampfhandlungen gekommen. Am 9.4. traten die britische 8., am 14.4. auch die amerikanische 5. Armee zum Angriff auf Bologna an, mit dessen Fall die ganze Apenninverteidigung zusammenbrach. Am 2.5. stellte Generaloberst H.-G. von Vietinghoff (seit 10.3. anstelle Kesselrings, der die Westfront übernahm, Oberbefehlshaber) den Kampf ein. Die Amerikaner stießen zum Brenner, die Briten nach Kärnten und Steiermark vor. Mussolini war auf der Flucht bei Como am 28.4. 1945 von italienischen Partisanen ergriffen und erschossen worden.


Die sowjetischen Truppen nahmen am 12.1. ihre Offensive gegen Ostpreußen und in Polen wieder auf. Aus dem Weichselbrückenkopf Baranów und über den San vorstoßend, eroberten sie am 17.1. Warschau, am 19.1. Lodz und Krakau und drangen in Oberschlesien ein. Ende Januar standen sie vor Breslau, das sie am 13.2. einschlossen; am 1.2. fiel Thorn, am 24.2. Posen in ihre Hand. An der Oder kamen sie noch einmal zum Stehen, doch konnten sie am 22.3. einen größeren Brückenkopf um Küstrin gewinnen. Am 13./14.2. wurde Dresden durch britische, kanadische und amerikanische Bomberverbände zerstört. Die deutschen Kräfte in Ostpreußen wurden durch sowjetischen Vorstoß zur Ostseeküste bei Elbing vom Reich abgeschnitten, Königsberg Ende Januar 1945 eingeschlossen. Nur über See konnte die in großen Trecks flüchtende deutsche Bevölkerung noch nach Westen gerettet werden (vom 23.1. bis 9.5.1945 über 2 Mio.). Von sowjetischen U-Booten torpediert, sank u.a. die »Wilhelm Gustloff« mit etwa 10500 Menschen an Bord (nur rund 1200 konnten gerettet werden). Am 9.4. musste Königsberg kapitulieren. Inzwischen war Marschall K.K. Rokossowski von Bromberg bis zur Ostsee bei Kolberg (18.3.) und zum Stettiner Haff sowie nordwärts an die Danziger Bucht vorgedrungen und hatte Gdingen am 28.3., Danzig am 30.3. genommen. In Ungarn traten die Sowjets nach der Eroberung Budapests beiderseits der Donau auf Wien an, das nach schweren Straßenkämpfen am 13.4. fiel. An der Enns und in der Steiermark trafen sie Anfang Mai mit amerikanisch-britischen Kräften zusammen. Von Preßburg marschierten sie auf Prag zu, wo sich die Tschechen gegen die deutsche Besatzung erhoben hatten.


Am 16.4. begann an der Oderfront der sowjetische Generalangriff auf Mitteldeutschland und Berlin, dessen Ostrand Marschall G. K. Schukow nach harten Kämpfen am 20. erreichte. Am 25.4. war Berlin eingeschlossen, am 2.5. ergaben sich die Verteidiger nach blutigen Straßenkämpfen. An der Elbe und westlich Schwerins stellten die Sowjets verabredungsgemäß ihren Vormarsch ein. Hitler beging im Bunker der Reichskanzlei am 30.4. Selbstmord. Der von ihm zum Nachfolger bestimmte, mit dem Oberkommando der Wehrmacht nach Flensburg ausgewichene Großadmiral K. Dönitz entsandte am 6.5. den Chef des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst A. Jodl, nach Reims in Eisenhowers Hauptquartier zur Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation (7.5., 2.41 Uhr), die am (8./9.5.) im sowjetischen Hauptquartier Berlin-Karlshorst von Generalfeldmarschall W. Keitel und den Oberbefehlshabern der Marine und Luftwaffe bestätigt wurde.


Die alliierten Kriegskonferenzen 194145 und die Friedensverträge: Durch den deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22.6.1941 entstand die Anti-Hitler-Koalition der drei Großmächte Großbritannien, USA, Sowjetunion, deren stark divergierende Zielsetzungen für die Nachkriegszeit die Konferenzen zwischen ihnen 1941/45 bestimmten. 1941 fassten Roosevelt und Churchill ihre außenpolitischen Ziele in der acht Punkte umfassenden »Atlantikcharta« zusammen, die u.a. einen Verzicht auf Annexionen und die freie Bestimmung der Herrschaftsformen durch die Völker vorsah. Bei einem Besuch des britischen Außenministers Eden in Moskau 1941 forderte jedoch Stalin nicht nur die Anerkennung der sowjetischen Gewinne aus der Zeit des Hitler-Stalin-Pakts, sondern auch Stützpunkte in Finnland und Rumänien sowie eine Verkleinerung und Aufteilung Deutschlands. Auf einer Konferenz in Washington vom 22.12.1941 bis 14.1. 1942 einigten sich Roosevelt und Churchill darauf, dass der Sieg über Deutschland Vorrang habe (»Germany first«).


Am 26.5. 1942 schloss die Sowjetunion ein Bündnis mit Großbritannien. Dennoch verstärkten sich 1942 die Spannungen zwischen den Mächten der Anti-Hitler-Koalition. 1942/43 sondierte Stalin allerdings vergeblich die Friedensbereitschaft Hitlers. Dem von Roosevelt und Churchill auf der Konferenz von Casablanca am 26.1. 1943 verkündeten Ziel einer »bedingungslosen Kapitulation« Deutschlands und seiner Verbündeten schloss sich Stalin nur unter Vorbehalt an. Erst das Treffen der »Großen Drei« (Roosevelt, Churchill, Stalin) in Teheran vom 28.11. bis 1.12.1943 führte zu einer vorläufigen Einigung über die Kriegführung und über die Grundzüge der Nachkriegspolitik. Auf der vorausgehenden Konferenz von Kairo (Roosevelt, Churchill, Chiang Kai-shek) vom 22. bis 26.11. 1943 einigte man sich auf die Rückgabe aller von Japan besetzten Gebiete einschließlich von Formosa an China. Korea sollte ein unabhängiger Staat werden. Auf der Konferenz in Quebec zwischen Roosevelt und Churchill vom 11. bis 16.9. 1944 wurde der Morgenthau-Plan
(von US-Finanzminister Henry Morgenthau veranlasster Entwurf zur Umwandlung Deutschlands in ein Agrarland) angenommen. Im 1. und 2. Zonenprotokoll (1944) einigte sich die von den Verbündeten gebildete »Europäische Beratende Kommission« über die Modalitäten der Besetzung Deutschlands. Vom 4. bis 11.2.1945 trafen sich Roosevelt, Churchill und Stalin auf der Jalta-Konferenz, auf der wichtige Vorentscheidungen, v.a. in Bezug auf die Behandlung Deutschlands nach dem Krieg und die polnische Frage, getroffen wurden.


Vom 25.4. bis 26.6. 1945 tagte in San Francisco die Gründungsversammlung der Vereinten Nationen (UN), die mit der Verabschiedung der Charta abschloss.
Nach Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 7. und 8./9.5.1945 und nach In-Kraft-Treten der alliierten Kontrolle über Deutschland am 5.6.1945 (Kontrollrat) einigten sich H. S. Truman (amerikanischer Präsident seit Roosevelts Tod am 12.4.1945), C. R. Attlee (löste Churchill nach dem Wahlsieg der Labour Party im Juli 1945 noch während der Konferenz ab) und Stalin auf der Potsdamer Konferenz (17.7/.2.8.1945) auf die weitere Behandlung des in Besatzungszonen geteilten Deutschland, die Festlegung der Oder-Neiße-Linie sowie die Aussiedlung der Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn. Deutschland sollte in der Zeit der Besatzung als wirtschaftliche und politische Einheit betrachtet werden. Friedensverträge schlossen die Alliierten am 10.2. 1947 mit Italien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Finnland in Paris ab. 1955 kam der österreichische Staatsvertrag zustande. Die Westmächte beendeten 1951, die Sowjetunion 1955 den Kriegszustand mit Deutschland.


Der Krieg im Pazifik und in Ostasien: Die militärische Niederlage Frankreichs 1940 war für Japan der Anlass, Nordindochina zu besetzen (September 1940). Großbritannien musste für drei Monate die Schließung der Birmastraße zugestehen (Juli/Oktober 1940). Dennoch gelang es den Japanern nicht, zu einem Arrangement mit Chiang Kai-shek zu kommen und den seit Juli 1937 andauernden Krieg mit China zu beenden. Nachdem sich Japan durch den Neutralitätsvertrag mit der Sowjetunion (13.4.1941) Rückenfreiheit gesichert hatte, besetzte es aufgrund eines Abkommens mit Frankreich Südindochina Ende Juli 1941 und stieß von hier aus am 7.12. nach Thailand im Einverständnis mit dem thailändischen Diktator Pibul Songgram vor; damit schuf sich Japan eine Basis gegen die britischen Besitzungen in Malaya und Birma.
Nachdem die seit April 1941 geführten Verhandlungen mit den USA keine Einigung erbrachten, entschloss sich die japanische Regierung Tojo am 2.12. endgültig zum Krieg gegen die USA und Großbritannien mit dem Ziel, Südostasien zu erobern. Am 7.12. 1941 eröffnete Japan die Kampfhandlungen mit einem überraschenden Luftüberfall (von Flugzeugträgern aus) auf die Pazifikflotte in Pearl Harbor, durch den die USA vorerst in die Verteidigung gedrängt wurden. Es folgten die Landung der Japaner in Malaya (Kota Bharu, 8.12.) und die Überschreitung des Isthmus von Kra von Thailand aus, die Versenkung zweier britischer Schlachtschiffe vor der malayischen Ostküste (10.12.), die Landung auf den Philippinen (Luzon) am 10.12. sowie auf Borneo (17.12.) und Celebes, die Besetzung der amerikanischen Stützpunkte Guam (10.12.), Wake (23.12.) und die Einnahme Hongkongs am 25.12. Die Mitwirkung Thailands bei seinen Festlandsoperationen sicherte sich Japan durch das Bündnis vom 14.12. 1941; am 25.1. 1942 erklärte Thailand Großbritannien und den USA den Krieg. Am 15.2.1942 mussten die Briten Singapur an den japanischen General H. Yamashita übergeben, am 10.4. die Amerikaner in Bataan (auf Luzon) die Waffen strecken. Die Eroberung Birmas bedrohte Indien und beraubte China seiner einzigen Nachschublinie (Birmastraße). Nach Sumatra und Bali wurde auch Java von den Japanern erobert. (25.2.9.3.). Nachdem diese sich Ende Januar auf dem Bismarckarchipel (23.1. Rabaul), dem Südostzipfel Neuguineas und auf Bougainville und im Frühjahr auf den südlichen Salomoninseln festgesetzt hatten, kam ihr Vordringen nach Süden zum Stillstand (Schlacht in der Korallensee, 4.8.5. 1942). Im Norden bemächtigten sich die Japaner am 7.6. der Aleuteninseln Kiska und Attu; ein starker japanischer Vorstoß im mittleren Pazifik endete in der Schlacht bei den Midwayinseln (4.7.6.) mit dem Verlust von vier großen Flugzeugträgern, der die japanische Flotte entscheidend schwächte. Damit war die Wende im Pazifikkrieg eingetreten. Mitte 1942 herrschte Japan über ein Gebiet mit 450 Mio. Menschen. War es bereits bei der Eroberung der ostchinesischen Gebiete durch japanische Truppen immer wieder zu Gewaltexzessen gekommen (u.a. nach der Einnahme Nankings im Dezember 1937, wo die Massaker an der Zivilbevölkerung etwa 200000 Tote forderten), vollzog sich auch die Okkupation der südostasiatischen Territorien unter Einsatz brutaler Mittel. Zwar konnten sich die Japaner in einer Reihe ehemaliger europäischer Kolonien bei der Errichtung ihrer Besatzungsordnung auf einheimische nationalistische Kreise stützen, aber angesichts der harten Regime der japanischen Militärs, ihrer verfehlten Wirtschaftspolitik, die schließlich gegen Ende des Krieges zu schweren Hungersnöten führte und die mit der Zwangsaushebung von Arbeitskräften verbunden war, verstärkte sich die Ablehnung der Neuordnung Ostasiens als »Großostasiatische Wohlstandssphäre«. Insbesondere in China, wo der Krieg 193745 mehr als 10 Mio. (nach Schätzungen bis zu 20Mio.) Opfer forderte, regte sich der Widerstand in Form v.a. schlagkräftiger kommunistischer Partisanenverbände, gegen die die japanische Armee in »Säuberungsaktionen« mit besonderer Grausamkeit vorging. Dabei kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen; ungezählte chinesische Gefangene starben in japanischen Lagern an Hunger, unmenschlichen Arbeiten, wurden ermordet oder gingen an Menschenversuchen zugrunde. Ein schweres Schicksal ereilte auch die alliierten Kriegsgefangenen, von denen viele nicht überlebten; etwa 16000 von ihnen starben beim Bau einer Eisenbahnstrecke durch den Dschungel, deren bekanntester Teil die »Brücke am Kwai« in Thailand wurde. Auch wurden Hunderttausende koreanische, chinesische, philippinische und indonesische Frauen zur Zwangsprostitution in japanischen Militärbordellen als »Trostfrauen« gezwungen. Erst am Ende seiner Besatzungsherrschaft förderte Japan die Bildung unabhängiger Regierungen (Birma 1943, Indonesien und Vietnam 1945).


Die Rückgewinnung der von Japan eroberten Gebiete vollzog sich gegen den fanatischen Widerstand der japanischen Inselbesatzungen sehr langsam. Am 7.8.1942 landeten die amerikanisch-australischen Streitkräfte unter General D. MacArthur auf Guadalcanal, das für Monate zum Brennpunkt des pazifischen Kriegsschauplatzes wurde und erst am 8.2.1943 genommen werden konnte. Ende Januar 1943 wurden die übrigen Salomoninseln zurückgewonnen und die Japaner vom Südostzipfel Neuguineas vertrieben. Der starke japanische Stützpunkt Rabaul wurde durch Luftangriffe und Landung auf Neubritannien ausgeschaltet (Dezember 1943 bis März 1944). Die amerikanischen Streitkräfte im mittleren Pazifik unter Admiral Nimitz, der als Oberbefehlshaber der Pazifikflotte den kombinierten Einsatz von See- und Luftstreitkräften und die Taktik des »Inselsprungs« entwickelte, eroberten nach Wiederbesetzung der Aleuten (Mai/August 1943) im Sommer 1944 die Marianeninseln Saipan und Guam und vereinigten sich dann mit MacArthur zum Angriff auf die Philippinen; dieser begann am 20.10. 1944 mit der Landung auf Leyte und endete mit der Vernichtung der Japaner auf Luzon (Juni 1945). Die Eroberung Birmas in der ersten Jahreshälfte durch Lord Mountbatten öffnete den Weg nach Singapur und Thailand und ermöglichte auch wieder die Unterstützung Chinas. Die von den Marianen aus im November 1944 begonnene Luftoffensive gegen das japanische Mutterland steigerte sich, nachdem die Amerikaner durch die Landung auf der Insel Iwoshima und der Ryukyuinsel Okinawa (1.4., genommen am 21.6.) ihre Luftbasen weiter vorgeschoben hatten, und noch mehr, als die alliierten Flotten mit ihren Flugzeugträgern im Juli eingriffen. Gemäß den Abmachungen der Jalta-Konferenz erklärte die Sowjetunion nach der kurzfristigen Kündigung des Neutralitätsvertrags am 8.8. 1945 Japan den Krieg, marschierte in der Mandschurei und Korea ein und besetzte S-Sachalin und die Kurilen. Die in ihrer militärischen Notwendigkeit und ethischen Rechtfertigung umstrittenen Abwürfe zweier Atombomben auf Hiroshima (6.8.1945) und Nagasaki (9.8.) durch die USA beschleunigten die Kapitulation Japans. Am 10.8. richtete die kaiserliche Regierung ein Kapitulationsgesuch an die Alliierten, am 15.8. befahl der Kaiser die Einstellung der Kampfhandlungen; die japanische Festlandsarmee (Kwangtung-Armee) kapitulierte am 21.8.1945. Am 2.9. wurde auf dem amerikanischen Schlachtschiff »Missouri« in der Tokiobucht die Kapitulation unterzeichnet. Ein Friedensvertrag mit Japan wurde am 8.9.1951 von den USA und 48 Alliierten in San Francisco abgeschlossen; mit der Sowjetunion wurde der Kriegszustand am 19.10. 1956 für beendet erklärt.


Bilanz des Zweiten Weltkriegs.

 

 Opfer und Folgen: Als der bislang verheerendste militärische Konflikt in der Weltgeschichte forderte der Zweite Weltkrieg unter der Zivilbevölkerung und den Soldaten nach Schätzungen zwischen 55 und 62 Mio. Tote. Die Sowjetunion verlor etwa 27 Mio. Menschen (früher von der UdSSR mit 20 Mio. angegeben), China mehr als 10 Mio., Polen 4,56 Mio., Deutschland 5,25 Mio. (weitere 2,5 Mio. durch Flucht, Vertreibung und Verschleppung als unmittelbare Folgen des Krieges), Japan circa 1,8 Mio., Jugoslawien rund 1Mio. (nach früheren offiziellen Angaben 1,7 Mio.), Frankreich etwa 800 000, Großbritannien 386 000. Etwa 6Mio. europäische Juden und 500.000 Zigeuner fielen unter nationalsozialistischer Herrschaft dem Holocaust zum Opfer. Neben der unvorstellbar hohen Zahl von Toten bewirkte der Zweite Weltkrieg, dass rund 20 Mio. Menschen aus ihrer Heimat flüchten mussten oder aus ihr vertrieben, deportiert oder als Zwangsarbeiter verschleppt wurden.


In den Nürnberger Prozessen wurden 12 von 24 angeklagten »Hauptkriegsverbrechern« zum Tode verurteilt. 1946 trat in Tokio ein internationales Militärtribunal zur Ahndung japanischer Kriegsverbrechen zusammen (1948 Urteilsverkündung; u.a. Todesurteil gegen Premierminister Hideki Tōjō und anschließender Erhängung).


Politisch veränderte der Zweite Weltkrieg die internationale Lage grundlegend. Deutschland und Japan, aber auch Großbritannien und Frankreich büßten ihre Großmachtrolle ein; die Staaten Ost- und Mitteleuropas gerieten unter sowjetische Hegemonie. Die USA und die Sowjetunion wurden die allein führenden Weltmächte, die um sich ein Paktsystem schufen. Die Nachkriegszeit wurde jahrzehntelang vom Kalten Krieg geprägt. Deutschland blieb im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs und des nachfolgenden Ost-West-Konflikts bis 1990 geteilt; die beiden Teile waren bis zum Zerfall des kommunistischen Staatensystems und der deutschen Wiedervereinigung in zwei gegensätzliche Machtblöcke eingebunden. Großbritannien, Frankreich, aber z.B. auch die Niederlande wurden vom Prozess der Entkolonialisierung betroffen, den der Zweite Weltkrieg stark beschleunigte. In China verschob sich während des Kampfes gegen Japan das militärische Gewicht zugunsten der Kommunistischen Partei unter der Führung Mao Zedongs, die innerhalb von vier Jahren das ganze Land eroberte (1949 Gründung der VR China); schon ein Jahr zuvor war im Norden des geteilten Korea mit der »Demokratischen Volksrepublik Korea« ein weiterer kommunistischer Staat entstanden, später folgten andere in Südostasien. In Westeuropa löste die politische Teilung des Kontinents verstärkte Bemühungen um wirtschaftliche, militärische und politische Zusammenarbeit aus (europäische Einigungsbewegung, Europa, Geschichte).

 

...und die Zahl der körperlich Verletzten und der psychischen Leiden?

 Ein solches Inferno (Hölle, Unterwelt im italienischen) wäre ohne religiösen (ideologischen) Fanatismus

nicht möglich gewesen. Übrigens ein Herr Hitler ist nie exkommuniziert - aus der Gemeinschaft der

Gläubigen ausgeschlossen worden...

 

>Konfusius<: "Wenn wir annehmen, dass es keinen Gott gibt, dann folgt daraus, dass Moral noch wichtiger ist, als wenn es einen Gott gäbe. Wenn Gott existiert, dann kann seine unbegrenzte Macht menschliche Unzulänglichkeiten in der Moral ausgleichen. Aber wenn es keinen Gott gibt, dann ist es unsere Verpflichtung, so moralisch zu sein wie nur möglich." (Steve Allen)

 

Da es nach katholischer Auffassung einen Gott gibt, braucht man sich keine weiteren Sorgen zu machen...


Das vergessene Schlachtfeld
Der US-Historiker Timothy Snyder legt ein Meisterwerk über Hitler und Stalins Krieg vor
VON MICHAEL HESSE


„Wer spricht schließlich heute noch von der Vernichtung von den Armeniern?", fragte Adolf Hitler seine Generäle im Jahr 1939, als er sie aufforderte, „schließen Sie Ihre Herzen, handeln Sie brutal" und verhalten Sie sich mit der größtmöglichen Schroffheit im zukünftigen Krieg im Osten. Es ist oft in der Erörterung des Völkermordes betont worden, dass Hitler beim Genozid an den Juden sich am Völkermord an den Armeniern orientiert habe. Aber in seinen Worten an seine Militärs ging es Hitler nicht um die Juden, es ging ihm um die Polen.


Er habe seine Todeseinheiten Richtung Osten gesandt, so Hitler zu seinen Generälen. Sie seien mit dem Auftrag versehen, ohne Gnade Männer, Frauen und Kinder Polens zu töten. Nur so lasse sich der Lebensraum im Osten gewinnen, den die Deutschen, so Hitlers Vision, benötigten.


Dieser Raum, von dem Hitler spricht, nennt der amerikanische Historiker Timothy Snyder „Bloodlands". Es ist jene Region, in der sich Hitlers und Stalins imperiale Pläne überschnitten. Sie ist geografisch deckungsgleich mit dem Territorium der Zweiten Polnischen Republik der Jahre 1918-1939 sowie dem Westen der 1939/1940 west-erweiterten UdSSR und zugleich jener Raum, in dem die meisten europäischen Juden lebten. Die Bloodlands, von denen Snyders Opus Magnum „Bloodlands. Europa unter Hitler und Stalin" handelt, reichten von Polen über die baltischen Länder, Weißrussland bis in die Ukraine. In nur zwölf Jahren wurden hier 14 Millionen Menschen auf brutale Weise von Deutschen oder Russen ermordet — wohlgemerkt: Unter den 14 Millionen befand sich kein einziger aktiver Soldat.


Die Opfer waren Juden, Weißrussen, Polen, Ukrainer, Balten oder Russen — eben die Bewohner dieses Gebiets. Sie starben in den Etappen der Konsolidierung der nationalsozialistischen und kommunistischen Herrschaft bis 1938, der deutschen Besatzung Polens ab 1939 und dem deutsch-russischen Krieg von 1941 bis 1945. Snyder behandelt in elf Kapiteln die Geschichte eines politischen Massenmords. Besondere Bedeutung hierfür misst er besonders dem Hitler-Stalin-Pakt bei, also der engen Kooperation zwischen Berlin und Moskau vor dem Überfall der Deutschen auf Russland.

 

Hitlers Erzfeind Stalin war ähnlich mörderisch bei der Verfolgung seiner utopischen Ziele wie Hitler selbst


Nationalsozialistische und stalinistische Verbrechen reihen sich im Osten aneinander, frappierend ist hierbei die Ähnlichkeit des Besatzungsterrors. Auf die von Stalin herbeigeführte Hungersnot folgt der Terror und das Massaker von Katyn, dann die Erschießungen Hunderttausender Juden durch die Wehrmacht und die Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung. Der an der Yale University lehrende Historiker will für nicht weniger als einen geschichtswissenschaftlichen Perspektivwechsel sorgen. Zu diesem Zweck lässt er Täter und Opfer gleichermaßen „zu Wort kommen" — deren gleichwertige Behandlung erscheint aus quellenkritischer Perspektive zumindest als schwierig. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei die als „Bloodlands" bezeichnete Großregion, bis 1989 zur Gänze jenseits des Eisernen Vorhangs gelegen, diesseitig in Vergessenheit geraten. Indem der Autor „die größte Tragödie in der europäischen Geschichte neu bewerte" zwingt er uns, unsere Vergangenheit zu überdenken.


Auschwitz, so Snyder, ist dabei nur der bekannteste Ort des Massenmords in den Bloodlands. Gemeinsam mit dem Holocaust steht es für das Böse des 20. Jahrhunderts schlechthin. Doch das Morden hatte eine darüber hinausgehende Dimension. Wie war das möglich? Snyder zieht Parallelen zwischen der Motivation und dem Verhalten der zwei Diktatoren Hitler und Stalin in ihrer Politik, welche in Völkermord und Massenmord mündeten. Darin steckt die Kernthese des Buches. Hitlers Erzfeind Stalin im Osten war ähnlich mörderisch bei der Verfolgung seiner utopischen Ziele wie Hitler in der Befolgung der nationalsozialistischen Ideologie, wenngleich der Kommunismus Stalin'scher Prägung freilich grundsätzliche Unterschiede in der Hierarchie rassistischer Ziele aufwies. Hitler wie auch Stalin verfolgten urrealisierbare Visionen. Der deutsche Diktator wollte einen deutschen Lebensraum im Osten schaffen und die Sowjetunion erobern. Stalin versuchte, den Bauernstaat in ein modernes Industrieimperium zu verwandeln, koste es an Menschenleben, was es wolle.


Snyder zieht viele andere Parallelen zwischen der Motivation und dem Verhalten der beiden Diktatoren in ihrer Politik. Sind sie überzeugend? Sicherlich spielte auch in Stalins Terror die Vorstellung von Sündenböcken eine Rolle, die Hitler in abscheulicher Weise den Juden zugedacht hatte. Aber entscheidend war doch sein Wunsch, eine neue Elite durch den Wegfall der alten zu schaffen. Im Vordergrund stand Stalins Entschlossenheit, das Land unter allen Umständen zu modernisieren — was schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu Millionen Toten führte.


Diese Politik Stalins wurde nicht auf die Kollektivierungskampagne in der Ukraine beschränkt, sondern sie war gegen die gesamte Bevölkerung der Sowjetunion gerichtet. Die Hunger-Politik der frühen 1930er Jahre war nicht speziell gegen die Ukrainer, sondern gegen Kulaken gerichtet, die angeblich wohlhabenden Bauern, die viele Bewohner des sowjetischen Russlands einschlossen.


Keine andere Bevölkerung hat im Zweiten Weltkrieg einen solch hohen Blutzoll zahlen müssen wie die in der Ukraine und Weißrussland, wo erst die sowjetische Geheimpolizei wütete, dann die nationalsozialistischen Divisionen von SS, Wehrmacht und Polizei. Die Umstände zur Motivation der Judenvernichtung bleiben auch bei Snyder dunkel. War Hitlers Frustration über den stecken gebliebenen Russland-Feldzug verantwortlich — oder das genaue Gegenteil? „Nie zuvor", erklärte Hitler am 8 November 1941, „hat ein riesiges Imperium in einer kürzeren Zeit als Russland zerschlagen werden können." Es könnte sein, so Snyder, dass Hitler in einem Moment der Euphorie über das Ausmaß und die Schnelligkeit der deutschen Siege die Judenmorde angeordnet habe.


 

Die Grundidee des Buches, ist weniger neu, als von Timothy Snyder behauptet wird .


Timothy Snyder (Autor),

Martin Richter (Übersetzer)

Bloodlands.

Europa zwischen Hitler und Stalin


Beck-Verlag,
[Gebundene Ausgabe]

 

522 Seiten,

29,95 Euro.


Als Historiker für Ost- und Mitteleuropa hat Snyder nicht wirklich die umfangreiche Literatur über Hitler-Deutschland beherrscht. Hier wurden ihm bereits von Historikern einige Irrtümer nachgewiesen: Er behauptet zum Beispiel, dass die „Arisierung" jüdischen Eigentums in Deutschland in erheblichem Umfang im Jahre 1938 begann (sie begann sofort, nämlich 1933). Trotzdem ist das Buch ein großer Wurf. Snyder begeistert mit einer erzählerischen Kraft, die unter Historikern nur selten anzutreffen ist. Aus dieser Perspektive ist es ein Meisterwerk. Ein Meisterwerk mit kleinen Schwächen. Die Grundidee des Buches, die Massenverbrechen von Nationalsozialismus und Stalinismus in Zusammenschau zu behandeln, ist weniger neu als vom Autor behauptet.

 

Was wir Heutige brauchen, ist nicht, dass einmal mehr die Fakten über den Massenmord erzählt werden, sondern ein Buch, um zu verstehen, warum dieses Töten stattgefunden hat. In dieser Frage lässt uns Snyders Buch allein.


Weitere Literatur:

Cartier,R.: Der Zweite Weltkrieg, 3 Bände. Aus dem Französischen. Taschenbuchausgabe. München u.a. 6/1982.
Dahms, H.G.: Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Taschenbuchausgabe. Frankfurt am Main u.a. 1989.
Gruchmann, L.: Totaler Krieg. Vom Blitzkrieg zur bedingungslosen Kapitulation. München 1991.
Hillgruber,A.: Der zweite Weltkrieg 193945. Kriegsziele und Strategie der großen Mächte. Stuttgart u.a. 61996.
Der Zweite Weltkrieg. Analysen, Grundzüge, Forschungsbilanz, herausgegeben von W. Michalka. Neuausgabe. Weyarn 1997.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG


Der oberste Kleriker Polens, der Primas August Kardinal Hlond. Hlond (1881 - 1948) war anfänglich ein Hitler-Kollaborateur, ist dann aber 1939 offensichtlich aus Polen geflohen. Er war nicht nur erzreaktionär und fanatischer Antikommunist, er war auch ein glühender Antisemit. Es wird von ihm behauptet, daß er die Juden nie als Staatsbürger Polens angesehen hat. In einem Hirtenbrief soll er geschrieben 1936 haben:

„Das jüdische Problem wird es geben, solange die Juden bleiben. Es ist eine Tatsache, dass die Juden die katholische Kirche bekämpfen, in Freidenkerei verharren und die Vorhut der Gottlosigkeit, des Bolschewismus und der Subversion bilden (Subversion = auf Umsturz der bestehenden Ordnung zielende Tätigkeit im Verborgenen). Es ist eine Tatsache, dass der jüdische Einfluss auf die Sitten verderblich ist und dass ihre Verlage Pornographie verbreiten. Es ist wahr, dass die Juden betrügen, wuchern, Zuhälterei betreiben. Es ist wahr, dass der Einfluss der jüdischen Jugend in den Schulen auf die polnische Jugend in religiöser und ethischer Hinsicht negativ ist.“

Dann soll Kardinal Hlond den Pogrom von Kielce (1939 die nahezu vollständige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung) angeblich mit folgenden Worten kommentiert haben:

 

Mehr als ein Jude verdankt den Polen und den polnischen Priestern ihr Leben. Daß dieses gute Verhältnis nun kaputtgeht, haben die Juden selbst zu verantworten, da sie den Polen eine Staatsform aufzwingen wollen, die diese ablehnen.“

 

(Das alles klingt so unglaubhaft, und diese Sätze aus Wikipedia {18.12.2007} und www.kommunisten-online.de/blackchanel/ {auch vom 18.12.2007}zu überprüfen sind!)