Absoluter Gehorsam,

in der Religion – den Herrschenden sehr willkommen:

Mit-Sich-Machen-Lassen-Was-Der-Herrscher-Will

Opfern – das Beste hergeben, was man hat.

 

„... und der Mensch schuf sich Gott nach seinem Bilde!“

ist das Motto dieses Artikels.

 

>Hier< die Bilder von der Opferung des Jesus Christus, Gottes Sohn!

>Hier< zur Opferung der Tochter des Jiftach

 

Auf neuer Web-Seite: >hier< ein Experiment, wonach Versuchspersonen einer Autoritätsperson gehorchen , Mitmenschen zu foltern sogar mit Gefahr einer tödlichen Folge!

 

Wichtige Informationen und Anregungen liefert die Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Theologie

durch die Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr–Universität Bochum

vorgelegt von Romana Gerhard aus Essen im Jahr 2002 über das Thema:

 

Die Opferung Isaaks in der biblischen, jüdischen und christlichen Literatur und in der Kunst des 11. bis 13. Jahrhunderts in Italien

(nachzulesen als pdf-Datei - schnelle Datenleitung absolut erforderlich!!)

 

In dunkelrot Geschriebenes ist eigener Text

 

Aus Genesis 22:

Bild unten von Federico Bencovich 

„1. Und es geschah nach diesen Ereignissen, da prüfte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Da sagte er: Hier bin ich.

 2. Da sprach er: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und geh in das Land Morija und bringe ihn dort als Brandopfer dar, auf einem der Berge, den ich dir sagen werde.

 3. Da machte sich Abraham früh am Morgen auf und sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Jungknechte mit sich und Isaak, seinen Sohn und spaltete Holz für das Brandopfer und machte sich auf und ging zu dem Ort, den Gott ihm gesagt hatte.

 4. Am dritten Tag, da erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.

 5. Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier, ich aber und der Knabe, wir wollen dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren.

 6. Und Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und legte es auf Isaak, seinen Sohn, und nahm in seine Hand das Feuer und das Messer, und sie gingen beide miteinander.

 7. Da sprach Isaak zu Abraham, seinem Vater, und er sagte: Mein Vater! und er sagte: Hier bin ich, mein Sohn. Da sagte er: Siehe das Feuer und die Hölzer, aber wo ist das Schaf für das Brandopfer?

 8. Da sagte Abraham: Gott wird sich das Opfertier ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.

 9. Da kamen sie zu dem Ort, den Gott ihm gesagt hatte, und dort baute Abraham den Altar und schichtete auf die Hölzer, band den Isaak, seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar obenauf auf das Holz.

10. Dann streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

11. Da rief zu ihm der Bote Jahwes vom Himmel her und sagte: Abraham, Abraham! Da sagte er: Hier bin ich.

12. Da sagte er: Strecke deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tue ihm nichts. Denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und mir nicht versagst deinen Sohn, deinen einzigen.

13. Da erhob Abraham seine Augen und sah, und siehe, ein Widder war hinten im Dickicht verfangen mit seinen Hörnern und Abraham ging und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar anstelle seines Sohnes.

14. Da nannte Abraham diesen Ort „Jahwe sieht“, von dem man heute sagt: „auf dem Berg läßt sich Jahwe sehen“.

15. Da rief der Bote Jahwes Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu.

16. Und er sagte: Bei mir habe ich geschworen, Spruch Jahwes, gewiß, weil du diese Sache getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen, nicht verweigert hast,

17. gewiß, segnen, ja segnen will ich dich, und deine Nachkommenschaft zahlreich machen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Meeresstrand, und in Besitz nehmen wird deine Nachkommenschaft das Tor ihrer Feinde.

18. Und segnen sollen sich in deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme gehört hast.

19. Und Abraham kehrte zurück zu seinen Jungknechten und sie machten sich auf und gingen zusammen nach Beerscheba, und Abraham blieb in Beerscheba.“

 

  

(dänischer Theologe, Philosoph und Schriftsteller, *Kopenhagen 5.5. 1813, ebenda †11.11.1855; 1841 Prediger in Kopenhagen) soll zitiert werden:

 

„Von dem Tage an war Abraham alt; er konnte nicht vergessen, daß Gott solches von ihm gefordert hatte. Isaak gedieh wie vordem; Abrahams Augen aber waren verdunkelt, er sah die Freude nichtmehr."

 

Weiter in der Dissertation von Frau Romana Gerhard: 

Sören Kierkegaard hat Genesis 22 exemplarisch verstanden und darüber beinahe den Verstand verloren haben. Er hatte keinen Sohn, den er hätte opfern können. Aber er war verlobt, und unter dem Eindruck dieses Textes hat er seine Verlobung gelöst, sich getrennt vom Liebsten, was er hatte, und es damit geopfert. „Es ist zutiefst erschütternd zu sehen, wie dieses Mißverständnis des biblischen Wortes gewirkt hat.“

 

Frau Romana Gerhard aus Essen bezieht sich auf einen Otto Rodenberg (unbekannt): „Es ist eine schreckliche Sache, wenn man die Bibel zum Beispielbuch macht und auf die moralische Ebene herabzieht!“ und führt dann selber aus: „Mit diesem Hinweis auf das Verhalten Kierkegaards wird deutlich, daß ein falsches Verständnis der Erzählung fatale Folgen nach sich ziehen kann. Rodenberg hat also Recht, wenn er auf die Gefahren eines wörtlichen Verständnisses aufmerksam macht. Allerdings sollte der exemplarische Charakter nicht ganz ausgeklammert werden. Der Glaubensgehorsam Abrahams scheint in einem gewissen Maß nachahmenswert für den Gläubigen zu sein....“

 

Jetzt kommt es ganz dick und in rabulistischer Art:

 

„Gen. 22, 14-19 ist eine Rettungserzählung. Die Forderung nach dem Sohnesopfer wird in Vers 12 durch Gott selbst widerrufen. Obwohl er ursprünglich der Gefährder des Lebens Isaaks ist, tritt Jahwe nun als der Retter in Erscheinung. Das Ersatzopfer und das anschließende Gotteslob des Abraham unterstreichen, worum es hier geht: um eine Rettung aus größter Not.“

 

und der Gott – der Herrscher hat seinen Tribut erhalten, ein ermordetes Tier, dem man (koscher, also schön ausbluten lassen) die Kehle durchgeschnitten hat. Also läßt Gott sich besänftigen, wenn man ihm etwas zukommen läßt. Diese Religionen – Judentum, Christentum, Islam sind also sehr, sehr herrscherfreundlich: Absoluter Gehorsam und Opferbereitschaft („Give Money“ heute).

 

Hier wird der Ablauf außer Acht gelassen: Gott handelt wie ein Brandstifter, der Feuer legt, um sich dann als Retter aus höchster Not hervor zu tun.

 

Weiter wird in der Dissertation ausgeführt: „Wenn man jedoch ... das Gespräch

zwischen Abraham und Isaak als Höhepunkt der Erzählung annimmt, dann handelt es sich bei dem Genesistext nicht allein um eine Prüfungserzählung bzw. um eine Rettungserzählung, sondern auch um eine theologische Lehrerzählung (Lehr-Erzählung), die das Vertrauen eines gläubigen Menschen zu Gott beispielhaft darstellt.“

 

 Andrea Del Sarto

 

 Rembrandt (1435)

 

 Michelangelo

 

 Montegna

 

Frau Romana Gerhard weiter:

 

Isaak stellt also das Vorbild Christi dar. Wie er zum Opfer geführt wurde, so wurde auch Christus zum Opfer gebracht. Während Isaak aber vom Tod verschont wurde, mußte Christus den Opfertod tatsächlich erleiden.

 

Der Opfertod Christi wird mit der Opferung bzw. dem Ersatzopfer in Verbindung gebracht:

 

„Wie bei Isaak etwas anderes geschlachtet wurde, als zum Opfer dargebracht wurde, so wurde auch bei den Leiden Christi das, was in Adam gesündigt hatte, durch Christus wieder entsühnt...

 

 

 

 

 

 

Frau Romana Gerhard:

 

In zahlreichen anderen Texten des Alten Testamentes wird dagegen das Menschenopfer als eine Greueltat dargestellt.116 In Dtn 12,31 werden kanaanäische Kultbräuche verworfen. Dort heißt es:

 

„Wenn du dem Herrn, deinem Gott, dienst, sollst du nicht das gleiche tun wie sie; denn sie haben, wenn sie ihren Göttern dienten, alle Greuel begangen, die der Herr haßt. Sie haben sogar ihre Söhne und Töchter im Feuer verbrannt, wenn sie

ihren Göttern dienten.“

 

In Jer 7,31; 19,5; 32,35 weist Gott selbst auf die Greueltaten der Anhänger des Baalskult hin. In Jer 32,35 heißt es:

 

„Sie errichteten die Kulthöhe des Baal im Tal Ben – Hinnom, um ihre Söhne und Töchter für den Moloch durchs Feuer gehen zu lassen. Das habe ich ihnen nie befohlen, und niemals ist mir in den Sinn gekommen, solchen Greuel zu verlangen und Juda in

Sünde zu stürzen.“

 

In Ps 106 wird von dem Abfall Israels berichtet. Dort steht in den Versen 35–39:

„Sie vermischten sich mit den Heiden

und lernten von ihren Taten.

Sie dienten ihren Götzen;

Sie wurden ihnen zur Falle.

Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar

als Opfer für die Dämonen.

Sie vergossen schuldloses Blut,

das Blut ihrer Söhne und Töchter,

die sie den Götzen Kanaans opferten;

so wurde das Land durch Blutschuld entweiht.

Sie wurden durch ihre Taten unrein

Und brachen Gott mit ihrem Tun die Treue.“

 

In diesen Texten wird deutlich, daß das Menschenopfer von dem Gott Israels eindeutig als eine verwerfliche Tat angesehen und niemals von ihm verlangt wird. Den Psalmversen nach zu urteilen scheint das Kinderopfer jedoch zeitweise unter kanaanäischen Einflüssen praktiziert worden zu sein. Es wird allerdings vom Jahweglauben her

abgelehnt.

 

In Ri(chter) 11,29–39 wird ebenfalls von einem Menschenopfer berichtet:

 

„Da kam der Geist des Herrn über Jiftach*, und Jiftach zog durch Gilead und Manasse nach Mizpa in Gilead, und von Mizpa in Gilead zog er gegen die Ammoniter. Jiftach legte dem Herrn ein Gelübde ab und sagte: Wenn du die Ammoniter wirklich in meine Gewalt gibst und wenn ich wohlbehalten von den Ammonitern zurückkehre, dann soll, was immer mir (als erstes) aus der Tür meines Hauses entgegenkommt, dem Herrn gehören, und ich will es ihm als Brandopfer darbringen. Darauf zog Jiftach gegen die Ammoniter in den Kampf, und der Herr gab sie in seine Gewalt. (...) Als Jiftach nun nach Mizpa zu seinem Haus zurückkehrte, da kam ihm seine Tochter entgegen; sie tanzte zur Pauke. Sie war sein einziges Kind; er hatte weder einen Sohn noch eine andere Tochter. Als er sie sah, zerriß er seine Kleider und sagte: Weh, meine Tochter! Du machst mich niedergeschlagen und stürzt mich ins Unglück. Ich habe dem Herrn mit eigenem Mund etwas versprochen und kann nun nicht mehr zurück. Sie erwiderte ihm: Mein Vater, wenn du dem Herrn mit eigenem Mund etwas versprochen hast, dann tu mit mir, was du versprochen hast (...). Und sie sagte zu ihrem Vater: Nur das eine möge mir gewährt werden: Laß mir noch zwei Monate Zeit, damit ich in die Berge gehe und zusammen mit meinen Freundinnen meine Jugend beweine. (...) Als zwei Monate zu Ende waren, kehrte sie zu ihrem Vater zurück, und er tat mit ihr, was er gelobt hatte (...).“

 

* = Jephtha [hebräisch »(Gott) möge öffnen, retten«] , Buch Richter 10, 17 - 12, 7).

 

Wie in Gen 22,1–19 geht es in dieser Erzählung um einen Vater, der sein einziges Kind opfert. Allerdings wird in dieser Erzählung das Opfer nicht durch Gott gefordert. Es wird aber auch nicht negativ dargestellt. In diesem Fall scheint die Erfüllung des Gelübdes Gott gegenüber eine stärkere Gewichtung als das Menschenleben zu haben.

Wichtig ist dabei jedoch, daß sich die Tochter des Jiftach freiwillig dem Opfer unterzieht und ihren Vater dazu bestärkt. Es handelt sich bei dieser Erzählung jedoch offensichtlich um einen Einzelfall.

 

So schreibt Paul Maiberger in Bezug auf Ri 11,29-34:

 

„Dem biblischen Erzähler ging es bei der alten Überlieferung von Jiftachs Opfer in erster Linie darum, Anteilnahme an der menschlichen Tragik dieses Falles zu wecken, und nicht um die Verurteilung des Menschenopfers. Sie war auch gar nicht nötig gewesen, da dieser Mißbrauch (...) weder in der vorstaatlichen Epoche noch in der Königszeit Israels bestanden hat.“

 

Auch hier wird wieder versucht, den wahren Verlauf der Geschichte zu ignorieren. Offensichtlich hat doch der biblische Gott dem Jiftach zum Sieg verholfen, wie dieser es gewünscht hatte. Der „Allwissende“ kann doch nicht freigesprochen werden, weil die Tochter mit ihrer Opferung einverstanden gewesen sei. Das Opfer wurde jedenfalls diesmal nicht verhindert (durch „Rettung aus höchster Not“).

 

Da kann man ja nur noch Halleluja schreien {[hebräisch »Preiset Jahwe«] (Vulgata = die offizielle lateinische Bibelübersetzung der katholischen Kirche: Alleluja) in den Psalmen Aufruf zum Lob Gottes; in die christliche Liturgie übernommen.} Da wird von Vertrauen in jemanden gesprochen, der da mit einer Sintflut* alles Leben auslöscht.


 

 * Sintflut (nach Brockhaus) in althochdeutsch »große Flut«, in der (mythologischen) Überlieferung vieler Völker eine von Gott beziehungsweise den Göttern ausgelöste urzeitliche Flut, die alles Leben auf der Erde vernichtet habe, mit einem Sintfluthelden (z.ÿB. Deukalion**), der auf wunderbare Weise überlebte. Sintflutsagen (rund 250) sind weltweit verbreitet. Eng verwandt mit der biblischen Sintfluterzählung (Noah) ist die babylonische Flutsage im Gilgameschepos (Schuruppak). Eine große Flut findet sich auch im indischen Mythos um Manu (Sanskrit »Mensch«), den Urvater des Menschengeschlechts.

 

**  Deukalion ist der Stammvater der Hellenen (durch seinen Sohn Hellen), entrinnt mit seiner Gemahlin Pyrrha in einem hölzernen Kasten einer riesigen Flut, durch die Zeus die Menschen vernichten wollte.

 

***   Gilgamesch war sumerischer König der 1. Dynastie von Uruk, der um 2600 v.ÿChr. lebte und in einem Zyklus sumerischer Kurzepen (nach 2000 v. Chr. verfasst) verherrlicht wird. In akkadischer Sprache wurde nach dem 12. Jahrhundert v. Chr. die zwölf Tafeln umfassende »ninevitische Fassung« geschaffen (Gilgameschepos), die auch die ursprünglich selbstständige Sintflutsage mit in eine Gesamtkomposition einbezieht; ältestes überliefertes Großepos der Weltliteratur. Nach der Fassung des Gilgameschepos von Ninive spielt in Schuruppak (Stadt in Mittelbabylonien, heute der Ruinenhügel Tell Fara nördlich von Uruk, Irak; Sitz des Königs Xisuthros, des babylonischen Noah) die Sintflutsage um den Helden Utnapischtim (akkadische Bezeichnung für Xisuthros). Die Hauptgottheit von Schuruppak hieß Sud. Bei Ausgrabungen wurden besonders Funde aus der frühdynastischen Zeit (2700 - 2350 v. Chr.) gemacht, darunter Tontafeln mit Schul- und Verwaltungstexten.]