Das Judentum und Israel

>Hier< ausführliches zum Judenhass, Antisemitismus, Vertreibung, Zerstreuung (Diaspora)

bis  zur Judenverfolgung als organisierte Endlösung >hier< direkt.

Die Thora >hier<, d.h. 5 Bücher der Weisung, mit Talmud und Hinweis auf Definitionen.

Dann auf dieser Seite:
>Hier< Jacob kämpf mit Gott,
>hier< Vertreibungen der Juden,
>hier< so genannte Juden-Schule,
>hier< Kritik unerwünscht bis tödlich,
>hier< zu "Einengungen" der Juden,
anschließend:
>hier< Antisemitismus bis Holocaust;
>hier< "alle Welt gegen die Juden",
>hier< Definitionen: Semiten, Antizionismus,
>hier<: Haben Juden ein "Intelligenz-Gen"?
>Hier< nur die jüdische Mutter "vererbt Judentum".
>Hier< Gott wird ausgetrixt? "Sabbat-Erleichterungen":

durch Ausdehnung des häuslichen Bereiches

 mittels Telefonleitungen ("eruv" der Draht).
>Hier<: Artikel: Der demokratische Charakter Israels.
>Hier< etwas über das Land Israel (Einwohner etc.).
>Hier< eine Erklärung zur "Siedlungspolitik".
>Hier< zu einem wichtigen Buch über "Wem gehört das Heilige Land?"


Unter Judentum versteht man die Gesamtheit aus Religion, Geschichte, Kultur und Tradition des sich selbst jedoch als Volk Israel (hebräisch: »am jisrael«, »bnei jisrael«) bezeichnenden jüdischen Volkes.

Hebräisch »jehudi« sind nach dem Alten Testament (2. Buch der Könige, Kapitel z.B. 15 und 16) die Bewohner der persischen Provinz Juda (des Südreiches der »Judäer« z.B.). Nach der Zerstreuung, griechisch »Diaspora«, ist Judentum die beibehaltene Bezeichnung für die religiös konfessionelle, zur Minderheit gewordenen Gruppem in ihren nunmehr bewohntem Gebiet.
Jude ist, wenn jemand von einer jüdischen Mutter abstammt oder wer zum Judentum übergetreten ist (»rite«) in Übereinstimmung mit der herrschenden Lehrmeinung (Orthodoxie).

Nach der Überlieferung schuf Moses die religiöse Einheit im Glauben an den einen Gott »Jahwe«.

Der Mosaische Glaube kennt kein Missionieren und damit kein kriegerisches Aufzwingen der Religion!!

Wie im vorigen Absatz schon erwähnt, zieht sich durch das Alte Testament ein roter Faden von Gefangenschaft (z.B. der Babylonischen 587/538 vor der Zeitrechnung und die damit verbundene Verschleppung der jüdischen Oberschicht). ... Nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer um 70 nach der Zeitrechnung begann die Zeit der großen Zerstreuung über Asien, Afrika und Europa. Doch das "palästinensische" Judentum organisierte sich neu und es kam 132 bis 135 zu einer vergeblichen Erhebung gegen Rom. Immerhin wurde dem Judentum eine Selbstverwaltung eingeräumt mit Stärkung des "Hohen Rates", der obersten religiösen und politischen, jüdischen Instanz unter Vorsitz des Patriarchen (»Nasi«) als ein jüdisches Oberhaupt im Römischen Reich.

Jakob, mit dem Vater Isaak und dem Großvater Abraham, war mit Gott in einen Ringkampf* verwickelt (1. Buch Mose, Kapitel 32, Vers 23* der Luther-Bibel) am östlichen Ufer des Jabbok ("Blauer Fluss", der in den Jordan mündet). Nachdem Jakob den Gott besiegt hatte, befiehlt dieser: "Du sollt nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und den Menschen gekämpft und hast gewonnen." Hebräisch: Jisrael bedeutet, »er streitet mit Gott«. Jakobs Nachkommen werden als »Kinder Israels« bezeichnet. (Älteste außerbiblische Erwähnung findet sich auf der Siegesstele des Pharao Merenptah - letztes Drittel des 12.Jahrhunderts vor der Zeitrechnung).

* Jakobs Kampf am Jabhok.
        Sein neuer Name

   23 Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf  Söhne und zog an die Furt des Jabbok,
   24 nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß hinüberkam, was er hatte, "und blieb allein zurück.
   25 Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.
   26 Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt.
   27 Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
   28 Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob.
   29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen (auch Kap 35, Vers10).

 

Man lese das Buch Richter, Teil des alten Testamentes, ein einziges Gemetzel und strotzend von Brutalitäten, Untreue und Menschenhandel: z.B. Richter 3, Vers 8: "Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre". Die Bibel hat alles schon vorweggenommen: Sklavenhandel, Vertreibung der Indianer (>hier<). Der  erste König von Israel etwa von 1020 bis1004 v.d.Zeitr., namens Saul, hebräisch »der Erbetene«, schlug die Ammoniter und danach die Philister... Nachfolger wurde König David, der Bathseba, die Gattin des Hethiters* verführt hatte: Aus der Beziehung ging dann in der Erbfolge der Salomo hervor (in der Vulgata Salomon), König von Israel und Juda von 965 bis 926 v.d.Zeitr., der beste König aller Zeiten. Nach seinem Tod folgte sogleich eine Reichsteilung (926 v.d.Zeitr.).  Der Name Israel galt für das Nordreich im Unterschied zum Südreich Juda. Die israelitischen Stämme sind in mehreren Wellen von Süden und Osten allmählich in das von den Kanaanäern besiedelte Palästina vorgedrungen und dort ansässig geworden.

* Lesenswert: Die Hethiter und ihr Reich. Das Volk der 1000 Götter, herausgegeben von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 2002.

Kommen wir jedoch im Einzelnen auf die "Juden-Vertreibungen" zurück:

Als Babylonisches Exil (>hier< ein Bild und mehr) wird die Epoche der Geschichte Israels bezeichnet, die 598 v.d.Zeitr. mit der Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar II. begann und bis zur Eroberung Babylons 539 v.d.Zeitr. durch den Perserkönig Kyros II. dauerte. Ein Großteil der Bevölkerung, vor allem die Oberschicht, wurde nach Babylon exiliert, und dort zwangsangesiedelt und zwar in geschlossenen Siedlungen untergebracht, sodass sie ihre Traditionen und ihren Glauben innerhalb einer andersgläubigen Bevölkerung bewahren konnten. Diese Lebensweise, Minderheit mit eigenem (jüdischen) Glauben und oft auch mit unterschiedlichem Rechtsstatus unter Andersgläubigen, ist das Charakteristische an der jüdischen Diaspora (Zerstreuung). Ein anderer Teil war nach Ägypten ausgewandert.

Im Folgenden ein gewisser, nicht erschöpfend vorständiger Überblick:

  70 Zerstörung Jerusalems, 1.100.000 Juden werden getötet.
132 bis 135 Judenverfolgung unter Kaiser Hadrian. Jerusalem wird zur heidnischen Stadt erklärt. Auf dem Tempelberg wird ein Jupitertempel gebaut, auf der Kreuzigungsstätte Golgatha ein Venustempel. Den Juden werden jüdische Feste, das Lesen der Tora und das Essen von ungesäuertem Brot unter Todesstrafe verboten. Man spricht von den bekanntesten Vertreibungen im Römischen Reich, der Vertreibung der Juden aus Palaestina nach der Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes von 132 bis 135 nach der Zeitrechnung.
315 Konstantin: Christentum wird zur Staatsreligion. Viele antijüdische Gesetze werden erlassen.
379-395 Theodosius: Vertreibung der Juden. Zerstörung der Synagogen wird erlaubt.
813 Judenverfolgung in Spanien. Juden, die sich weigern, getauft zu werden, müssen das Land verlassen. Alle Kinder ab 7 Jahren werden den jüdischen Eltern weggenommen und in "christliche Erziehung" gegeben.
1096 Erster Kreuzzug: blutige Verfolgung der Juden. In den Städten am Rhein werden 12 000 Juden ermordet. Juden und Moslems werden als "Feinde des Christentums" gebrandmarkt.
1121 Juden fliehen aus Flandern. Nur wer bereut, "Jesus getötet" zu haben, darf zurückkommen.
1146 Zweiter Kreuzzug: erneute Verfolgung der Juden in Deutschland, der franziskanische Mönch Rudolf ruft zur Vernichtung der Juden auf.
1181 Vertreibung der Juden durch den französischen König Philip, ihr Land und ihre Häuser nimmt er in Besitz.
1189 Während der Krönung von Richard Löwenherz in England werden tausende Juden als "Hochzeitsgabe" hingemetzelt und die meisten Londoner jüdischen Hauser verbrannt.
1216 IV. Lateran Konzil: die römische Kirche erläßt viele Einschränkungen gegen die Juden.
1244
Auf Befehl des Papstes wird der Talmud und später jede jüdische Literatur verbrannt.
1283 In der Pfalz werden die Juden zur Taufe gezwungen. Wer sich weigert, wird sofort getötet.
1285 In München werden alle Juden in den Synagogen eingesperrt und verbrannt.
1290 Unter Eduard I von England müssen 16 000 Juden das Land verlassen. Louis IX von Frankreich befiehlt, daß alle Juden in seinem Reich ein gelbes Erkennungszeichen tragen müssen.
1298 In Franken, Bayern und Österreich werden 140 jüdische Gemeinschaften zerstört, 100 000 Juden werden ermordet
1306 Vertreibung von 100 000 Juden aus Spanien durch König Philip den Schönen
1320-21 In Frankreich werden 120 jüdische Gemeinschaften zerstört ("Hirtenkreuzzug"). Nach Behauptung, die Juden Frankreichs hätten Wasserquellen vergiftet, werden 5000 Juden am Pfahl verbrannt.
1348 In Europa werden die Juden für die Pest verantwortlich gemacht. In Mainz werden 6000 Juden verbrannt, in Erfurt 3000 ermordet.
1370 In Flandern werden Juden, die beschuldigt wurden, Gasthäuser "befleckt" zu haben, verbrannt. Alle Juden werden verbannt. Dies wurde als Fest bis zum Jahre 1820 gefeiert.
1391 In Spanien werden in 70 jüdischen Gemeinschaften Juden niedergemetzelt.
1394 Zweite Verbannung der Juden aus Frankreich
1453 Den Juden Polens werden alle Bürgerrechte genommen.
1478-92 Inquisition in Spanien. 300 000 verlassen das Land, ohne Geld. Also 1492 werden die spanischen Juden (Sephardim) durch das Alhambra-Edikt der Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon vertrieben. Die meisten Juden flüchten nach Portugal, wo sie einJahre später weiter vertrieben werden, d.h.
1493 auch aus Portugal werden 20 000 Juden vertrieben. Viele werden zu Sklaven erklärt.
1516 In Venedig entsteht das erste Ghetto.
1540 Vertreibung der Juden aus Neapel, Genua und Venedig, 1593 aus dem Vatikanstaat. 1540 Luthers Schrift "Von den Juden und ihren Lügen".
1605 Zwangstaufen der Juden von Lissabon, danach Konfiszierung ihrer Güter.
1727 Alle Juden werden aus der Ukraine vertrieben.
1731 Auf päpstlichen Befehl werden alle in hebräisch verfaßten Bücher verbrannt.
1744 Maria Theresia erläßt ein Dekret, daß fortan kein Jude mehr in Böhmen geduldet sei.
1794 Einschränkung der Rechte der Juden Rußlands. Die Männer müssen 25 Jahre Militärdienst leisten. Hunderttausende verlassen Rußland.
1862 General Grant befiehlt die Ausweisung aller Juden aus dem Staat Tennesse, USA.
1903 Pogrome in Rußland.
1935 Nürnberger Rassengesetze
Juli 1938 In Evain-les Bains nahe Genf fand auf Initatiave der USA eine Konferenz mit Delegierten aus 32 Ländern statt. Fazit der Delegierten: "Macht mit den Juden, was ihr wollt, wir wollen sie nicht!"
9.11.1938 Reichskristallnacht, Verbrennung der Synagogen Deutschlands. Beginn der systematischen Ermordung der Juden.
17.05.1939 (nach der Reichskristallnacht!) England senkt die Einwanderungsquote nach Palästina auf jährlich 15 000.
1941 Erlaß des Schweizer Polizeiministers: "Alle Juden sind zurückzuweisen und ihre Pässe mit einem "J" zu kennzeichnen.
1942 Wannsee-Konferenz in Berlin zur "Endlösung der Judenfrage"
1942-44 Kanada verweigert Hunderten von jüdischen Waisenkindern wegen Unterernährung die Einreise. Sie sterben in den Gaskammern der Nazis.
1938-45 6 Millionen Juden, ein Drittel des Weltjudentums, ermordet.
1946 Der Internationale Untersuchungsausschuß bestätigt 1946: "Niemand will die aus den KZs entkommenen Juden aufnehmen." England läßt die aus deutschen Lagern nach Israel fahrenden Juden in Lager Zyperns einsperren.

Aus: http://www.segne-israel.de/artikel/judenverfolgung.htm


Zum Begriff der Judenschule: Eine Synagoge ist, im Gegensatz zur christlichen Kirche, nie nur ein Gebets- und Andachtsraum, sondern auch der Versammlung und des gemeinsamen Lernens. Im orthodoxen Gottesdienst beten Männer die Gebete laut vor sich hin, sprechen dabei aber nicht im Chor. Das Stimmengewirr spiegelt die Inbrunst und die Hingabe, mit der die individuellen Gebete gesprochen werden. Dennoch, trotz des angeblichen Lärms können sich die Individuen konzentrieren bzw. lernen, sich immer und überall konzentrieren zu können.

Der Talmud >hier< (und dort unterhalb "Thora") forderte ständig Diskussionen heraus, ohne sich jedoch gegenseitig den Kopf einzuschlagen, was, wie und besser zu interpretieren sei und sein könnte, im Gegensatz zur "Basta-Religion" des Islam, wo jedes einmal aufgeschriebene Wort unabänderlich ist (bzw. sein soll).

Die kontroversen und heftigen Diskussionen mit Infragestellungen über den gesamten religiösen "Stoff" bilden den Inhalt der Gemara (»überlieferten Lehre«, »Tradition«). Mischna (hebräisch »Auslegung«, also eine kommentierende Auslegungs- und Vermittlungsmethode) und Gemara bilden zusammen den Talmud (heißt »Lehre«, »Studium«). An anderer Stelle wird noch einmal erwähnt werden, dass dieses Infragestellen, das Kritisieren sehr bald im jüdischen Denken verankert geworden ist für alle Lebensbereiche.

Durch überdenken, etwas auseinandernehmen, zerpflücken, disputieren (d.h. durch ein Streitgespräch) kommt man nur zu einer Verbesserung, Richtigstellung, Fehlervermeidung, zum Fortschritt, schließlich zu einer Reform (lateinisch reformare »umgestalten«).

Aber: Autoritäre Systeme dulden keine Kritik. Dort ist Kritik lebensbedrohend. Selbst in einer "modernen" Gesellschaft sind Infragesteller und "Meckerer" nicht sehr beliebt; denn der Kritiker "hat ja an allem etwas auszusetzen und zu nörgeln". Es gab eine Zeit, da wurden Überbringer einer schlechten Botschaft umgebracht. "Das Verhaltensmuster, den Überbringer einer schlechten Nachricht stellvertretend für deren Ursache zur Verantwortung zu ziehen, konnte in der Geschichte häufig beobachtet werden. Beispiele hierfür finden sich auch in jahrhundertealten Mythen (Mythos [lateinisch: Mythus] griechisch: »Wort«, »Rede«, »Erzählung«), die bis in die Zeit der alten Griechen zurückreichen", war bei Wikipedia zu lesen.

>Hier< eine wichtige Bemerkung zur Abweichung von der kollektiven Übereinstimmung. Unerwünscht: Zivilcourage, Übernahme von persönlicher Verantwortung...; denn der Herr "verzeiht , wem er will, und bestraft. wen er will" nach 5. Sure des Koran, Vers 19.

Dazu eine Bemerkung:  Die Entscheidungen von Autoritäten (Herrscher, Machthaber) bedürfen nach der kollektiven Meinung keine Interpretation (des logischen Warum) und keine Nachfrage der Entscheidungsgründe; denn es sind Entscheidungen, die zu verstehen wir zu dumm sind (Wie Gotteswege, die unergründlich sind).

Antisemitismus (Begriff "Semit" >hier<) ist eine mit Nationalismus (steht für die Bewertung einer Gruppe von Menschen, die in Bezug auf bestimmte Merkmale ähnlich sind), Sozialdarwinismus (natürlicher Selektion beim „Kampf ums Dasein“) und vor allem Rassismus begründete Judenfeindlichkeit, die seit etwa 1800 in Europa auftritt. Hannah Arendt  weist (in ihrem Buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Band 1 Antisemitismus) auf einige Gesichtspunkte hin (>hier< jedoch zum Band 3), die vieles aufhellen (unterstützt von Untersuchungen der Technischen Universität Berlin): Mit Beginn des "Deutschen Kaiser-Reiches" (Ende 1870) wurde Preußen zu einem Zentrum des »modernen Antisemitismus« (während beispielsweise das vereinte Italien offenbar weitgehend frei von antisemitischen Bewegungen blieb). Dieser Antisemitismus kann nicht mit dem vorangegangenen religiösen Judenhals gleichgesetzt werden: denn "wer meint, eine kontinuierliche Reihe von Verfolgungen, Vertreibungen und Blutbädern führe bruchlos vom Ausgang des römischen Reiches über das Mittelalter und die Neuzeit bis in unsere Tage, ... ist nicht weniger im Irrtum als die Antisemiten, die ganz entsprechend meinten, seit dem Altertum regiere eine jüdische Geheimgesellschaft die Welt oder strebe danach. ...  Die Juden kamen ganz von sich aus zu der Überzeugung, »dass sich das jüdische Volk von den Nationen vor allem seinem inneren Wesen und nicht bloß seinem Glauben und Bekenntnis nach unterschied« und dass der alte Zwiespalt zwischen Juden und Nichtjuden »nicht so sehr in abweichenden Lehrmeinungen, sondern vor allem in der Verschiedenheit der Rassen begründet war«. Es liegt auf der Hand, dass ohne diesen Wandel in der Einschätzung der Andersartigkeit des jüdischen Volkes — ein Wandel, der erst viel später, im Zeitalter der Aufklärung, auf Nichtjuden übergriff — der Antisemitismus schlechterdings nicht hätte entstehen können, und es ist nicht unwichtig festzuhalten, dass er sich zuerst in der jüdischen Selbstinterpretation vollzog, und zwar ungefähr zur gleichen Zeit, als sich die europäische Christenheit in jene Volksgruppen spaltete, die dann im modernen Nationalstaatensystem die ihnen gemäße politische Form fanden."
Vor allem jüdische Historiker ließen verlautbaren, dass sich ihre Religion immer vor anderen Religionen dadurch ausgezeichnet habe, für Toleranz und die Gleichheit aller Menschen einzutreten. Dabei sei das jüdische Volk immer als das passive,  und leidende christlicher Verfolgungen gewesen. In Wirklichkeit wurde der alte Mythos vom auserwählten Volk, in einer modernisierter Form, verfestigt mit einer Verstärkung der Absonderung.
H. Arendt: "Niemals und nirgendwo besaßen die Juden nach der Zerstörung des Tempels ein eigenes Territorium und einen eigenen Staat; immer hing ihr nacktes Überleben von dem Schutz durch nichtjüdische Mächte ab, auch wenn »den Juden in Frankreich und Deutschland bis weit ins 13. Jahrhundert hinein« gewisse Voraussetzungen eines wirksamen Selbstschutzes, so das Recht, Waffen zu tragen, zuerkannt wurden. Zwar heißt das nicht, dass die Juden zu allen Zeiten machtlos waren, aber es bleibt doch richtig, dass sie bei jeder gewaltsamen Auseinandersetzung, ganz gleich welchen Ursprungs, nicht nur bequeme, sondern hilflose Opfer waren; daher war es nur natürlich, dass sie, zumal in den Jahrhunderten völliger Entfremdung, die ihrem Aufstieg zur politischen Gleichberechtigung vorangingen, die immer wieder ausbrechenden Gewalttätigkeiten jeweils als bloße Wiederholungen erlebten. Dazu kam, dass die Juden traditionell Katastrophen als Martyrium auffassten, was einerseits auf die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung zurückgeht, als Juden wie Christen der Macht des römischen Reiches trotzten, andererseits auf die Existenzbedingungen im Mittelalter, als den Juden auch dann, wenn die Gewalttätigkeiten nicht religiös, sondern politisch oder wirtschaftlich begründet waren, immer noch die Alternative offenstand, sich taufen zu lassen und damit den Verfolgungen zu entgehen."

Jedenfalls wurde durch die "Rassentheorie" die Absonderung von den Christen (und anderen Religionen) verstärkt und damit zusätzlich ein weiterer Grund des Hasses und der Hetzjagd. Allerdings wurde  die Lage der Juden nicht mehr nur als leidend - d.h. auswandern, fliehen, sich abschlachten lassen -  sondern auch eine eigene Identität, d.h. Gleichheit und Wesenseinheit den "Feinden" gegenüber begünstigt, um, wie als eine Volksgemeinschaft (vorerst Staatsersatz), Widerstand und mehr Durchsetzungskraft zu ermöglichen, um sich gemeinsamen berechtigten und rechtmäßigen Schutz zu bieten. Der letztendlich gegründete Staat Israel (>hier<) kann und muss als logische Konsequenz einer unstillbaren Bedürfnisbefriedigung und nach all den geschichtlichen Geschehnissen als durchaus legitim, d.h. vertretbar, zulässig, befugt und damit autorisiert (in Form von Handlungsermächtigungen nach gesetzlichen Regeln) gesehen werden.

Es gibt Spekulationen, dass dadurch, dass der Begriff Rasse*ins Spiel gebracht worden ist, es zu den fatalen Folgen durch "Rassengesetze" und "Rassenvernichtung" gekommen ist.
*
als eine Bezeichnung einer mehr oder weniger beliebigen Zusammenfassungen von nach subjektivem Ermessen gruppier
ten Lebewesen einer Art, d.h. natürliche Fortpflanzungsgemeinschaft, die sich nicht mit anderen Arten vermischt und sich durch bestimmte Merkmale von ihnen unterscheidet (welche?)

Semiten sind all die Völker, welche vom ältesten Sohn des Noah, dem Sem abstammen. "Die Vorbehalte gegen Juden (Antisemitismus) waren, nachdem sich das Christentum im 3./4. Jahrhundert als Staatsreligion im Römischen Reich durchgesetzt hatte, zunächst auch im Mittelalter ausschließlich religiöser Natur. Allerdings bestimmte der Glaube in existenziellem Umfang den Alltag, und religiöse Differenzen hatten entsprechend einschneidende Bedeutung. Die Verweigerung der Taufe, das Festhalten am eigenen Ritus, das Unverständnis der Juden für die Erlösungsidee durch Christus machte die Juden in christlichen Augen zu »Verstockten«. Aus dem religiösen Unverständnis zwischen Minderheit und Mehrheit folgte die sowohl von Kirchenlehrern als auch von Rabbinern erhobene Forderung nach äußerer Trennung zwischen den Anhängern des Alten Testaments, die sich als erwähltes Volk verstanden, und denen, die, erlöst durch Jesus Christus, an die Überwindung des Alten Testaments glaubten und als christliche Gemeinschaft die Mehrheit bildeten. Nach christlicher Lehrmeinung galten die Juden als »Gottesmörder«, so Abt Hieronymus von Bethlehem. Bischof Johannes I. Chrysostomos von Antiochia schrieb, die Synagoge sei eine »Sammelstätte der Christusmörder«". Aus (c) wissenmedia GmbH, 2010

Antizionismus: Zion war der vorisraelitische Name des Südost-Hügels Jerusalems, dann auch des nördlich angrenzenden Tempelbergs und für das »himmlische Jerusalem« als die Stadt des »endzeitlichen Heils«: Psalter 48: Ein Psalmlied der Söhne Korach: "Groß ist der Herr und hoch zu rühmen in der Stadt unseres Gottes auf seinem heiligen Berge. Schön ragt empor der Berg Zion. Daran freut sich die Welt."

Das "Buch" Prophet Jesaja 2 beginnt: In Zion finden alle Völker Heil und Frieden
2 Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem:
2.a Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen,
3. und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
4. 'Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
5.Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HERRN!

Der Historiker und Publizist, Prof. Dr. Mosche Zimmermann aus Tel Aviv bedauerte am 12.9.2011 im Morgenecho des WDR 5, dass Israel im Laufe der Zeit immer mehr sich die Überzeugung zu eigen gemacht habe, alle Welt sei grundsätzlich gegen die Juden. Wie >hier< näher erläutert, kamen die Juden ganz von sich aus zu der Überzeugung, »dass sich das jüdische Volk von den Nationen vor allem seinem inneren Wesen und nicht bloß seinem Glauben und Bekenntnis nach unterschied« und dass der alte Zwiespalt zwischen Juden und Nichtjuden »nicht so sehr in abweichenden Lehrmeinungen, sondern vor allem in der Verschiedenheit der Rassen begründet war«.

Wenn man so denkt, dann findet man auch immer eine Bestätigung solcher einer Meinung. Zimmermann spricht von der Wagenburg-Mentalität von Israel. (So werden zu einer Verteidigungsstellung aufgefahrene Wagen  mit der gleichen Funktion wie Wälle oder Mauern bezeichnet.) Israels Strategie sei, sich zu isolieren und habe es auch diplomatisch "erfolgreich getan". Fast kein Land der Welt sei Israel zugetan; denn keineswegs könne die arabische Welt die Politik eines derzeitigen (2011) Premierministers Benjamin Netanjahu, insbesondere wegen seiner Siedlungspolitik in nach angeblichem "Kriegrecht" in den besetzten Gebieten, unterstützen. Sogar die USA müssten sich irgendwann solch einer Ablehnung anschließen. Aber 75% der israelischen Bevölkerung seien für diese nationalistische Politik, die blind sei für das, was um Israel herum vor sich ginge, meint Zimmermann.

Weitere Stichworte zu den Benachteiligungen, Schmälerungen, Einschränkungen, bis zur totalen Vernichtung - dem Holocaust -  der Juden aus Intoleranz anders Gläubigen gegenüber:

Der englische Philosoph, Naturwissenschaftler, Mediziner, Staatsberater, John Locke*, der das Judentum aus eigener Anschauung kannte, hatte sich mit seinem »Brief über Toleranz« von 1689 dafür eingesetzt, den Juden bürgerliche Rechte zuzuerkennen. Aber die (christliche) Obrigkeit bestimmte nach wie vor die Berufswahl der Juden, erließ Heiratsvorschriften, vergab oder verweigerte Wohnrechte und regelte vor allem ziemlich willkürlich die Besteuerung.
* ihm galten nur Sinneswahrnehmung und Selbstbeobachtung als Erfahrungsquellen. Er vertrat in seiner Staatslehre das Recht auf Unverletzlichkeit von Person und Eigentum

Christianisierung und Assimilation (= Ähnlichmachung) wurden ständig gefordert, ansonsten Todesdrohungen.

Erst seit 1798 durften sich Juden auch an Sonn- und Feiertagen auf der Straße zeigen und seit 1804 in Bayern sogar öffentliche Schulen besuchen.

Trotz Preußischem Emanzipationsediktes aus dem Jahr 1812 blieben die Juden auch weiterhin von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.

Emanzipation (= Freilassung; bei den Römern war es die Entlassung eines Sohnes aus der väterlichen Gewalt) und Assimilation haben jenen Typus des entwurzelten Juden geschaffen, der nirgends zugehörig, sich in einer ständigen Identitätskrise befand, aber durchaus oft, wenn sie sich für die Assimilation, d.h. das Deutschtum, entschieden hatten, mitunter übertrieben und demonstrativ getragenen Patriotismus zur Schau trugen ja sogar die jüdische Gemeinschaft überhaupt verleugneten. In der Regel wollten die Juden aber, auch wenn sie sich zu Deutschland bekannten, "ihr jüdisches Stammes- oder religiöses Empfinden respektiert wissen, selbst wenn sie persönlich sich dessen nur noch schwach bewusst waren," nach dem 2004 verstorbenen israelischen Historiker Jakob Toury. Mehr bei zionismus.info.

Aber auch die Juden waren ihrerseits kompromisslos: Unterrichtssprachen in ihren Schulen: Hebräisch usw. Doch es gab das Reformjudentum. "Das gesellschaftlich aufgestiegene Bürgertum hatte bereits seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auf eine Reform der jüdischen Schulbildung hingewirkt, in der Hebräisch und jüdische Religionslehre in einen ansonsten säkularen Fächerkanon integriert wurden. Führender theoretischer Kopf dieser Reformbewegung war der Mitbegründer der liberalen »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums« Abraham Geiger, der das Judentum von Regeln und Riten entlasten wollte, die nicht zum Kernbestand des mosaischen Gesetzes gehörten. Weitere Reformen richteten sich auf die Modernisierung des Gottesdienstes nach protestantischem Vorbild mit Orgel, Chorgesang und Predigt. Radikalreformer waren sogar bereit, den Sabbat vom Samstag auf den Sonntag zu verlegen," schreibt (c) wissenmedia GmbH, 2010.

Wegen der Wichtigkeit des Antisemitismus, Judenhasses, Judenfeindlichkeit sollen Aussagen im Duden-Schülerlexikon im Folgenden mit herangezogen werden, z.B.: Judenverfolgung im Mittelalter – Zwang zum "Judenhut" und dem "gelben Fleck" – Stellung der Juden unter der StadtbevölkerungAus dem Brockhaus von 1911

Eine besondere Gruppe unter der Bevölkerung in den mittelalterlichen Städten bildeten die Juden.
Seit der Zeit der Karolinger
(fränkisches Herrschergeschlecht aus dem Maas- und Moselgebiet, nach Karl dem Großen benannt) etwa ab dem 8. Jahrhundert standen die Juden unter dem besonderen Rechtsschutz des Königs und seit dem 13. Jahrhundert unter dem Schutz der fürstlichen Landesherren. Dieser Schutz bedeutete, dass die Juden gegen die Zahlung bestimmter Abgaben nach ihren Glaubensüberzeugungen und nach ihrem eigenen Recht in den Städten leben durften. Aus dieser Zeit wird berichtet, dass vor allem jüdische Fernhändler, in deren Händen sich der gesamte Fernhandel mit dem Orient befand, in manchen Städten hohes Ansehen genossen. Da sie den Städten Nutzen brachten, wurden den jüdischen Gemeinden, beispielsweise in Worms und Speyer, die vollen Freiheiten, sogar Wehrrechte und -pflichten, und das Recht auf einen eigenen Friedhof gewährt.
Die großzügige Behandlung der Juden traf jedoch nicht auf alle Städte zu. So verwies Mainz viele der 2000 jüdischen Einwohner im Jahre 1012 aus der Stadt. Es war die erste Judenvertreibung in Deutschland, gewissermaßen der Auftakt der Diskriminierung der Juden im Deutschland des Hochmittelalters.

Die katholische Kirche und die Judenverfolgung
Die Kirche trat bereits im Hochmittelalter, d. h. seit Mitte des 11. Jahrhunderts, für die strenge Isolierung der Juden von der christlichen Bevölkerung der Städte ein. So wurden ihnen in den Städten bestimmte Wohnviertel, sogenannte Gettos, zugewiesen. Der Stadtrat von Frankfurt am Main siedelte alle Juden z. B. einfach in die „Judengasse“ um. Die eigentliche Judenverfolgung in Deutschland begann jedoch unter Papst INNOZENZ III. Das von ihm einberufene 4. Laterankonzil
(im päpstlicher Palast in Rom, nach den früheren Besitzern, der Familie Laterani so genann) von 1215 schrieb den Juden zunächst eine sichtbare Ausgrenzung vor. Es zwang sie zum Tragen des Judenhutes (zuckerhutähnliche, spitze Kopfbedeckung, meist von gelber Farbe) und des gelben Flecks* auf der Brust. Christen wurde generell untersagt, mit Juden in Tischgemeinschaft zu leben oder als Dienstboten für sie zu arbeiten.
* Später in "Dritten, dem Tausendjährigen Reich" bei den Nazis der "gelbe Stern"!

Das Kirchenkonzil schloss die Juden außerdem von Handwerk und Gewerbe aus. Die Zünfte ließen seitdem keine Juden mehr als Mitglieder zu, weshalb es im mittelalterlichen Deutschland auch keine jüdischen Handwerker mehr gab. Die Juden waren darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt durch Geldgeschäfte, vor allem durch Geldverleih gegen Faustpfänder und Zinsen, zu bestreiten. Dieser Beruf war den Christen verboten, weil diese aus Glaubensgründen für verliehenes Geld keine Zinsen nehmen durften.

Der Berufsstand des Geldverleihers verstärkte noch die Ausgrenzung und die Aversionen der Stadtbevölkerung gegen die Juden: Während die Kirche Reichtümer anhäufte, verarmte die Bevölkerung und der niedere Ritteradel. Sie waren gezwungen, bei jüdischen Geldverleihern gegen hohe Zinsen, den sogenannten „Wucher“, Geldschulden zu machen. Konnten die Schulden nicht fristgerecht beglichen werden, drohte der Schuldturm. Dadurch richtete sich der Volkszorn ganz allgemein gegen die Juden. Dass die jüdischen Pfandleiher gewaltige Steuersummen an Kaiser, Fürsten und Städte abführen mussten, blieb den meisten Nichtjuden verborgen.
(Persönlicher Kommentar: Mitmenschen leihen sich gerne etwas, von Büchern bis zum Geld. Die Rückgabe wird dann jedoch schwierig von "Ich kann mich nicht erinnern" bis völliges Abstreiten - "da musst du dich aber irren" und bis hartnäckige Verweigerung mit Beschimpfungen. Viele "Freundschaften" enden nach einer Rückforderung von Geliehenem, selbst bei einem schriftlichen Vertrag als Übereinkunft. Mit dem Geldverleih waren die Juden in einem Tätigkeits-Sektor gelandet, der äußerst unbeliebt ist. Nebenbei: Erstaunlich ist auch, dass Mitmenschen sich nicht scheuen, alle Möglichkeiten, etwas "kostenlos" zu bekommen, wie von der Krankenkasse einen Mutterschaftsurlaub mit Kind - offiziell: Mutter-Kind-Urlaub - für etwa 4 Tausend Euro ausnutzen können. Wenn man dann sagt, das müssen wir alle als Solidargemeinschaft bezahlen, heißt es: Quatsch, das bezahlt doch die Kasse. - Nur Spielschulden sind Ehrenschulden...) 

Der Volkszorn wurde durch die Kirche noch angeheizt:
So nannte der Franziskanermönch Berthold von Regensburg, ein damals sehr bekannter Volksredner, die Juden von der Kanzel herunter Räuber und Diebe, die wie Heiden und Ketzer dem Teufel verfallen seien.
(Ein Relief am Naumburger Dom - um 1250 - zeigt mit der Auszahlung der dreißig Silberlinge an Judas ein zentrales Motiv des christlichen Judenhasses.)

Verleumdung und Mord
Die durch die Verteufelung der Juden durch die Kirche ausgelösten Aversionen in der Bevölkerung entluden sich von Zeit zu Zeit in furchtbaren, als Judenpogrome
(russisch Verwüstung) bezeichneten Verfolgungen und Vertreibungen. Nicht selten durch Verleumdung ausgelöst, waren solche Pogrome mit Mord und Totschlag verbunden.
So wurden in den Städten Gerüchte über Kindesmorde durch Juden in Umlauf gebracht. Die Juden würden die kleinen Kinder töten, um deren Blut für ihr ungesäuertes Brot (Mazze) zu verwenden.
Der volkstümliche Aberglaube unterstellte ihnen außerdem den Hostienfrevel. Juden würden Hostien
(lateinisch hostia »Opfer«), die den Christen heiligen, den Leib Christi symbolisierenden Abendmahlbrote, mit dem Messer durchbohren und dadurch schänden. Das galt nach dem rituellen Mord als das schlimmste Verbrechen. Die Bekämpfung solcher „jüdischen Teufeleien“ gehörte deshalb im Selbstverständnis vieler Christen zu den vornehmlichsten Aufgaben eines guten Christenmenschen.

Im Jahre 1298 verbreitete ein verarmter Ritter namens Rintfleisch im fränkischen Röttlingen das Gerücht des Hostienfrevels. Gott, so behauptete er, habe ihn zur Vernichtung der Juden berufen. Der Ritter erhielt bald Zulauf und zog mit einer Meute aus Kriminellen und Totschlägern durch die schwäbischen Judengemeinden. Tausende unschuldige Juden und Jüdinnen fielen diesem Pogrom zum Opfer.
Im Jahre 1336 rotteten sich abermals Raubgesindel, Stadtpöbel, verarmte Bauern und Ritter zusammen. Sie gaben sich den Namen „Judenschläger“ und trugen als Zeichen ihrer Mitgliedschaft einen Lederlappen um den Arm. Ihrer Willkür fielen wiederum tausende Juden in deutschen Städten zum Opfer.

1347 bis 1352 brach die Große Pest über Deutschland herein und dezimierte die Bevölkerung. Da die eigentlichen Ursachen der Pest den Menschen verborgen blieben, hatte man die Schuldigen für diese „Strafe Gottes“ schnell gefunden: die Juden.
Man warf ihnen vor, die Brunnen vergiftet und dadurch die Pest hervorgerufen zu haben. Dank der Reinheitsvorschriften ihres Glaubens lebten die Juden in besseren hygienischen Verhältnissen und waren eher von der Pest verschont worden. Vor allem Letzteres wurde nun zur Begründung der Anschuldigung herangezogen.
Auf der Folter wurden von Einzelnen Geständnisse erpresst, die dann in vielen Städten als Auftakt zu neuerlichem Massenmord genutzt wurden. Etwa 350 jüdische Gemeinden im Rheinland, in Thüringen, Bayern und Österreich fielen in der Zeit der Großen Pest und danach der Judenverfolgung zum Opfer.

© Bibliographisches Institut AG, Mannheim, und Duden Paetec GmbH, Berlin.

Es ist bekannt, dass selbst im Falle einer völligen Aufklärung und lückenlosen Entkräftung von Anschuldigungen, "etwas hängen bleibt" und zum Vorurteil (>hier<) wird. >Hier< wird sehr ausführlich auf Wahrnehmungshemmung, Verdrängung, Emotionen, Vorurteile, Wahnideen eingegangen. Insbesondere auf jener Seite zwei Artikel über:
1. "Die Ursachen der sog. Vorurteilshaftigkeit" und
2. und "Die politische Dimension von Vorurteilen".

Es ist nicht allzu lange her, da gab die absolute Steigerung des Judenhasswahns: Den Holocaust (griechisch: holocaustos »völlig verbrannt«, hebräisch: Schoah, Shoa, Shoah) eine totale Massenvernichtung. Der Oberleutnant Karl Adolf Eichmann (1962 in Israel als einziger dort jemals hingerichteter) hatte einen Vorgesetzten, den Hans Josef Maria Globke als Kommentator der NS-"Nürnberger Rassegesetze" gewesen, welche Handlungsrichtlinien für Eichmann waren. Globke wurde ab 1953 sogar Chef des Bundeskanzleramts unter dem konservativ katholischen Konrad Adenauer, dem Bundeskanzler und Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union, Nachfolgerin der Deutsche Zentrumspartei (Zentrum), Partei des politischen Katholizismus im Deutschen Reich, gegründet 1870/71. Diese Partei stimmte einstimmig dem Ermächtigungsgesetz des Adolf Hitler 1933 zu.

Dem Holocaust fielen, ohne jegliches wenn und aber, etwa 6 Millionen europäische Juden zum Opfer. In Polen und im Baltikum wurde die jüdische Bevölkerung nahezu vollständig ausgerottet. Es muss erwähnt werden, dass auch mindestens 500 000 Menschen nicht jüdischer Herkunft (unter anderen Zigeuner [Sinti und Roma]) den Tod fanden.

Fast jeder, den man heutzutage anspricht, hat aus obigen Darlegungen abgeleitet - immer noch zumindest - Vorbehalte (sehr gelinde gesagt) gegen Juden. Neulich sagte mal jemand: "Man muss sich fragen, warum überall auf der Welt Juden unbeliebt sind!"

Nichts passiert, wenn ein Papst Benedikt XVI. (alias Josef Ratzinger) zu Ostern 2010 wie die katholischen Führungskräfte eh und je zur Bekehrung der Juden aufruft (>hier< zur Seite "Christentreffen" - jedoch ist nach diesem Benedikt die Katholische Kirche die einzige!!).

Mehr unter schuelerlexikon.de/Geschichte/


Haben Juden ein Intelligenz-Gen? Angeregt von einem Archiv-Artikel von Robert Misik aus der Tageszeitung - taz

Gesamtzahl der Juden wird (2010) weltweit mit 13 Millionen angegeben. Davon leben inzwischen 5,6 Millionen in Israel. Diese Zahl wird sich durch Zuwanderungen weiter erhöhen.

Unter Juden gibt es mehrheitlich "Begabtere" als bei anderen Menschen; das ist keine ganz neue Annahme. Immerhin gibt es objektiv einen überdurchschnittlichen Beitrag der Juden zum Geistes- und Kulturleben. Zum Beispiel hatten 54 Prozent aller Schachweltmeister mindestens einen jüdischen Elternteil. "Obwohl Juden nur drei Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung stellen, kommen aus ihren Reihen 25 Prozent der amerikanischen Literaturnobelpreisträger und 40 Prozent der Nobelpreisträger in Naturwissenschaft und Ökonomie.

Bislang erklärte man das mit Kultur: Die jüdische Religion als »Kultur des Buchs« habe Wissen eben seit je hoch gehalten. Während man in nichtjüdischen Gemeinschaften eher erschreckt war, wenn ein Kind sich für eine "brotlose" Literaten- d.h. für eine geisteswissenschaftliche Laufbahn entschied, ist man in jüdischen Familien meist stolz auf Verwandtschaft, die sich als Philosoph oder Schriftsteller versucht."

Eine Feststellung als jüdische Eigenart: Es gibt bei den Juden keinen so ausgeprägten Neid der Dummen und Ungebildeten auf Intelligenz und Wissen und Bildung.

Nun wollen Genforscher an der US-amerikanischen Universität Utah herausgefunden haben, dass ein Großteil der Juden einen Gen-Defekt haben, was häufig vorkommt, wenn Gemeinschaften sehr lange in ziemlich geschlossen Gesellschaften leben bzw. lebten, wie die Juden in den ihnen zugewiesenen Ghettos (Judengassen z.B.) und die Berufsausübungsbeschränkungen auf Handwerker, Händler, Geldverleiher, die mit einem guten Einkommen den Kindern eine gute Ausbildung ermöglichten, die aber auch Flexibilität im Denken und Geschick erforderten, und es muss auf eine spezielle jüdische "Tradition" hingewiesen werden, nämlich alles infrage stellen (alles zu hinterfragen, sagt man heute). An erster Stelle stand bei den Juden immer eine gute Ausbildung der Nachkommen.

Erwähnt werden muss der Begriff "Emanzipation" im Zusammenhang mit der Befreiung der Juden aus ihrer Ghettoexistenz erstmals im frühen 19. Jahrhundert. Als einer der ersten sprach Heinrich Heine (1797–1856) 1828 davon:

Was ist ... diese große Aufgabe unserer Zeit? Es ist die Emanzipation. Nicht bloß die der Irländer, Griechen, Frankfurter Juden, Westindischen, Schwarzen und dergleichen gedrückten Volkes, sondern es ist die Emanzipation der ganzen Welt, absonderlich Europas, das mündig geworden ist und sich jetzt losreißt von dem eisernen Gängelbande der Bevorrechteten der Aristokratie.

Zurück zum Gen-Defekt: Extrem spricht man von Inzuchtschäden, wobei erblich rezessive, d.h. zurücktretende Anlagen erbrein werden und in Erscheinung treten können. Um nochmals auf die Utah-Genetiker zurückzukommen. Sie wollen tatsächlich bei den Juden ein eigenes »Intelligenz-Gen« als vorhanden gefunden haben. Wahrscheinlich hat sich der grundsätzlich inzüchtig angelegte Adel, wo Jahrhunderte hindurch fast ausschließlich untereinander geheiratet wurde, vor Erbkrankheiten bewahrt, weil Fremdgehen - Beischlaf mit dem Dienstpersonal - Gang und Gebe war. In Deutschland gibt es kaum noch Germanen, sondern fast ausschließlich Mischlinge.

Die Gene für geistige Fitness häufen sich auf dem X-Chromosom. Hat also der Mensch seine Intelligenz dem weiblichen Geschlecht zu verdanken? Indizien dafür liefern Humangenetiker, wie Prof. Horst Hameister für medizinische Genetik an der Universität Ulm. Damit wird die bisher umstrittene Theorie des amerikanischen Evolutionsbiologen Geoffrey Miller* unterstützt. „Der Ursprung der menschlichen Intelligenz ist auf die Frau, genau genommen auf das X-Chromosom zurückzuführen“, erklärt Prof. Hameister, welcher Erbinformationen erforscht, die für die Entwicklung des Gehirns verantwortlich sind, und er behauptet: „Klugheit ist ein weiblicher Erbfaktor.“ (Mehr bei www.focus.de/wissen.)
* US-amerikanischer Psychologe und Evolutionsbiologe an der University of New Mexico

Ist damit auch zu erklären, warum nur derjenige als Jude anerkannt wird, der eine jüdische Mutter hatte? Jedoch ist nicht bekannt, ob unter den überdurchschnittlich prozentualen Ehrungen und Bekanntheitsgraden auch bzw. insbesondere jüdische Frauen hervortreten.

Neugierde ist ein Faktor für Intelligenz. Wer extrem neugierig ist, bekommt viele Informationen. Viele Informationen sind wertvoll, um mit neuen Situationen fertig zu werden. Nicht nur oder sogar keineswegs der körperlich robusteste und am besten angepasste hat im Überlebenskampf die besseren Chancen, sondern derjenige, der Gefahren und beeinträchtigende Veränderungen rasch erkennt, sich darauf einstellen und sie meistern kann.

Allgemein: Charles Darwin und der 1923 gestorbene britischer Naturforsche Alfred Russel Wallace erklärten den Evolutionsmechanismus durch:

Überproduktion: Obwohl Lebewesen weitaus mehr Nachkommen erzeugen, als überleben oder sich fortpflanzen können, verändert sich ihre Bestandgröße kaum. Sie spielt sich ein auf Grund von "gefressen werden" und "selber fressen können".
Variation: Individuen innerhalb einer Artengemeinschaft sind nicht gleich, sondern weisen kleine Unterschiede in den Bau- und Leistungsmerkmalen auf, die auf die nächste Generation weiter vererbt werden. Und dadurch kommt es zur
Selektion: Da die Ressourcen (Mittel zur Bedarfsdeckung) aber nur für eine begrenzte Zahl von Individuen ausreichen, findet um diese eine Konkurrenz statt. Diejenigen Individuen, die sich in dieser Konkurrenz gegenüber anderen durchsetzen, haben einen größeren Fortpflanzungserfolg, von Darwin als Survival of the fittest
(Überleben der Tauglichsten) bezeichnet.

 

Während Richard Dawkins >hier< das Gen als die fundamentale Einheit der Selektion sieht, das den Körper nur als „Vermehrungsmaschine“ benutzt, muss dagegen gesetzt werden, dass insbesondere nach den psychologischen und soziologischen Gesetzen das menschliche Individuum zu einem ganz, ganz wesentlich Teil durch das frühkindliche Umfeld geprägt wird (>hier<).

 

Wenn auch die Juden ursprünglich sicherlich körperlich und in der Gehirnleistung keine großen Unterschiede zu anderen Mitmenschen aufweisen konnten, gerieten sie bald durch ihren mosaischen Glauben

                         als auserwähltes Volk, für welches alle anderen minderwertig waren,

in eine Sonderstellung.

Aber:

Für Intelligenz sind drei Faktoren - fast gleichanteilig - bestimmend:

                        1. Anlage (Veranlagung),

                        2. Umwelt(bedingungen),

                        3. Selbstbestimmung.

Offensichtlich wurde bei den Juden die Anlage, wie bei einer tierischen oder pflanzlichen "Züchtung" verbessert; denn die jüdischen Menschen waren und wurden fast immer isoliert und waren einem stärkeren Überlebenskampf ausgesetzt.

Die Umweltbedingungen (Punkt 2 oben) waren geprägt durch ihre dauernd mitgeschleppten Schriftenrollen, die Bundeslade (Lade Gottes), auch als Wanderheiligtum des israelitischen Stämmebundes immer zugänglich, worin jede Person lesen konnte, also in Wort und Schrift ausgebildet wurde. Ein 13-Jähriger muss auch heute noch ein Kapitel aus der Thora (>hier<) öffentlich vorlesen und interpretieren, also nicht einfach irgend etwas auswendig lernen, wie bei den Christen und den Muslimen. Die Christen wurden bewusst bis zur Bibelübersetzung durch den Judenhasser Martin Luther dumm gehalten. Sie mussten glauben, was die Pfaffen ihnen erzählten. Ferner wurde bei den Juden der Individualismus gefördert. Im Alten Testament wimmelt es von individuellen Namen. Im Koran (>hier<) gibt es praktisch nur die Gläubigen und die zur Verdammnis verurteilten (Namensnennungen sind in der Regel aus der Zeit vor Mohammed).

Zur Selbstbestimmung schreibt Karl-Heinz Klein für selbstbestimmung.de/ : "Indem ich auf mein Selbst höre und meiner inneren Stimme folge, erfülle ich mehr und mehr meine Bestimmung. Je weiter ich darin fortschreite, umso "stimmiger", echter, authentischer, wahrer werde ich. Und ich werde mehr und mehr zu dem Menschen, der ich eigentlich bin und als der ich ausgedacht bin." - Auch darin werden die Juden bestärkt: Sie beten (wenn heutzutage überhaupt noch) individuell und nicht nachplappernd und auswendig Gelerntes. Im Gegensatz dazu hört man fast alle nicht mosaisch "Gläubigen" möglichst im Chor und sogar nicht selten geleitet durch einen "Taktstock" eines Vorbeters.

Des Weiteren sei allerdings noch erwähnt, dass nichtgläubige Juden in den Konzentrations-, d.h. Vernichtungslagern der Nazis, die jüdischen Rituale wieder mitmachten, um sich eine Struktur zu geben und in einer Gemeinschaft wenigstens etwas Halt zu finden.

Aus all diesen Gründen

                       bilden die Juden eine ganz besondere Rasse,

was aber keineswegs bedeutet, dass sie auch so genannte bessere Menschen sind (obwohl sie es manchmal selbst zu glauben scheinen).

 


 

Gott wird ausgetrixt?

Leider hat Israel etwa ein Drittel stockkonservativer Leute mosaischen Glaubens mit einem völlig durchgeknallten Sabbatsystem. Dem 1966 geborenen Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent Kai Wiesinger verdanken wir den Dokumentarfilm "ERUV - The Wire", der den Alltag einer jüdischen Gemeinde in Teaneck, New Jersey, porträtiert. Innerhalb des "Eruv" (Sabbatzaun, Sabbatgrenze) findet die Sabbatregel, nichts zu tragen, keine Anwendung. Also versucht man, Gottes Regeln etwas auszutrixen und die "freie Beweglichkeit" während des Sabbats so weit wie möglich auszudehnen, indem Telefonleitungen als Sabbatzäume markiert werden. Dieser Film wurde bereits 2004 mit dem "Internationalen Planet Dokumentarfilmpreis" ausgezeichnet. Im deutschen Fernsehen fand er dennoch keinen Sendeplatz, was wohl daran liegt, dass "ERUV - The Wire" gleich zwei Tabus verletzte: Er beleuchtete erstens die Absurditäten, die mit religiösen Glaubensüberzeugungen einhergehen können, und tat dies zweitens ausgerechnet am Beispiel orthodoxer Juden. Die Tatsache, dass "Eruv - der Draht" von liberalen Juden mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, reichte offenbar nicht aus, um den Programmverantwortlichen in Deutschland die Angst vor der eigenen Courage zu nehmen. Am Sabbat schreibt die Tora vor, dass Juden eigentlich außer Haus keine Gegenstände bewegen, unabhängig von deren Gewicht oder Zweck. Nach dem Talmud sind damit drei Aktivitäten gemeint:
Einen Gegenstand aus einem abgeschlossenen Bereich (wie einem Privathaus, öffentlichen Gebäude oder einem eingezäunten Gebiet) auf eine öffentliche Hauptstraße bewegen;
einen Gegenstand von einer öffentliche Hauptstraße zu einem abgeschlossenen Bereich bewegen;
Einen Gegenstand auf einer öffentliche Hauptstraße um mehr als vier Ellen bewegen.
Um Verwirrung zu vermeiden, was eine öffentliche Hauptstraße ausmacht, haben Rabbis das Verbot schon früh auf jedes nicht eingezäunte Gebiet ausgedehnt.

Nach der Auffassung des klassischen Judentums dient das Befolgen der Gesetze Gottes, so wie am Sabbat nichts zu tragen, dazu, Gott seinen Respekt zu erweisen. Andererseits ist das Trageverbot Grund für viele Umstände und vermindert die "oneg" (Freude) am Sabbat.

Am Hof von König Salomon wurde ein weiteres Verbot hinzugefügt, so dass es auch verboten war etwas in einem Bereich zu tragen, der von den Bewohnern mehrerer Häuser gemeinsam genutzt wurde, auch wenn dieser Bereich von Zäunen oder Mauern eingegrenzt war. Im Fall der von Mauern umgebenen, gemeinsamen Innenhöfe wurde das Tragen jedoch durch die Benutzung eines Eruv erlaubt. Der Eruv besteht aus einem Lebensmittel - meistens Brot - das von allen Bewohnern geteilt wird. Indem das Lebensmittel geteilt wird, gelten alle Bewohner als Bewohner eines gemeinsamen Hauses und sind damit von der zusätzlichen Verbotsregelung ausgenommen.

Der eruv chatzeirot (oder „gemischte Besitz“) funktioniert so, dass alle Bewohner das gesamte Gebiet als ihr „Heim“ behandeln. Der gemeinsam genutzte Raum wird dadurch zu gemeinsamem Besitz im Sinne des Gesetzes. Damit der Eruv funktioniert, muss das Gebiet jedoch von Mauer oder Zaun umgeben sein, andernfalls bleibt das Tragen im Sinne des ursprünglichen Verbotes verboten. Dieser Zaun kann aus einem Seil oder einem Draht bestehen, der um einen Häuserblock oder ein Wohnviertel gezogen wird. Den eingezäunten Bereich können orthodoxe Juden dann als ihr gemeinsames „Heim“ betrachten. Das Band muss eine ununterbrochene Abgrenzung bilden und kann deshalb auch an Telefonmasten oder Gebäuden entlang führen. Natürliche Begrenzungen wie Flüsse können auch Teil des Eruvs werden.

Meist ist heute mit dem Begriff Eruv das Seil oder der Draht gemeint, durch den das geteilte Brot wirksam wird. Im Talmud und anderen klassischen Quellen ist damit jedoch das Brot selbst gemeint.

Theoretisch akzeptieren alle Rabbis das Konzept des Eruv, das jüdischen Gemeinden erlaubt, den Sabbat mit einigen Erleichterungen zu genießen. Was jedoch die praktische Umsetzung der technischen Anforderungen an einen gültigen Eruv angeht, sind manche Rabbis uneins. Deshalb werden die vorhandenen Eruvim nicht von allen orthodoxen Juden genutzt.

Weltweit (ohne Israel) existieren über 150 Eruvim, in Israel noch viele mehr.

Etwa ein Drittel der Israelis sind praktisch nicht religiös und der Rest interessiert sich für garnichts, so wie überall auf der Welt.

Als Glaubenssystem hat der Islamismus* - wie jede andere Glaubensvorstellung - neben der verhaltenssteuernden Funktion zugleich identitätskonstituierende und -regulierende Funktionen: Er gibt den Menschen Antworten auf die Fragen, wer sie sind und wofür es sich zu leben bzw. notfalls zu sterben lohnt, wenn es das Überleben der sozialen Einheit als Bezugsrahmen erfordert. Er verleiht ihnen das Gefühl für den eigenen Sinn und Wert als Einzelne und zugleich als Angehörige ihrer sozialen Überlebens- und Sinneinheit. Als Teilhabern an einer solchen sozialen Einheit wird ihnen nicht nur das eigene physische Überleben gesichert, sondern es wird den Menschen ein Weiterleben nach dem physischen Tod in der Erinnerung der Menschen möglich gemacht. Als ein religiöses Glaubenssystem unterscheidet der Islamismus sich von säkularisierten Glaubenssystemen durch den Grad seines Phantasiegehaltes bzw. seiner Realitätsangemessenheit. Er verspricht den Menschen für den hohen Preis, den sie als Angehörige der Glaubensgemeinschaft zu zahlen haben, mehr als die eher säkularisierten Glaubenssysteme, nämlich einen Wert und Sinn, der das eigene Leben transzendiert.

* bezeichnet die (meist militante) politische Forderung nach Wiedereinführung der klassischen islamischen Gesetze, der sog. Scharia, in den vorwiegend mit moslemischer Bevölkerung bewohnten Gebieten und Staaten. Nach Vorstellung der Islamisten können durch die Rückkehr zum "rechten Glauben" sowie die damit verbundenen sozialen Änderungen (z.B. drakonische Strafen, Geschlechtertrennung) alle politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme gelöst werden.

Mehr im Artikel von Dawud Gholamasad (mit "iranischem Migrationshintergrund", geb. 1943; Studium der Soziologie, Geschichte und Pädagogik in Frankfurt/M. sowie der Staatswissenschaften an der Universität Graz; seit 1987 Professor für Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Hannover). Gholamasad beleuchtet in dem (anzuklickenden) Artikel die Bedeutung der Selbstmordattentate sehr aufschlussreich.


Zu obigen Inhalten hat Sigrid Neumann - siehe (>hier<) fast am Ende des Vorwortes zu diesem Internetbuch Gotteswahn.info - wesentlichste Beiträge geleistet und Anregungen gegeben.

Walter Rath, April 2011


Israel ( hebräisch Medinat Jisrael) hat:

 

Fläche: 20700 km2
Einwohner: 5,6 bis 5,8  Millionen. (2010; Zahlenangeben variieren abhängig von den Quellen)
Hauptstadt: Jerusalem
Verwaltungsgliederung: 6 Distrikte
Amtssprachen: Hebräisch und Arabisch
Währung: 1 Neuer Schekel (NIS) = 100 Agorot (1 Schekel etwa gleich 0,2 Euro)
Staat und Recht: parlamentarische Republik; keine geschriebene Verfassung, (nur einzelne Grundgesetze als verfassungsrechtliche Basis), Einkammerparlament (Knesset)


 

Der demokratische Charakter Israels

Autor - Uri Dromi, Direktor der Abteilung: Publikationen des "Israeli Democracy Institute"

Stellungnahme zu den üblichen Ansichten:

  • Israel ist ein rassistischer Staat, weil er nur für Juden gedacht ist. ><

  • Israelische Araber werden diskriminiert und sind Bürger zweiter Klasse. ><

  • Grund und Boden im ganzen Land bleiben Juden vorbehalten. ><

  • Orthodoxe Kreise entscheiden für nicht-orthodoxe und säkulare Juden, wie sie zu leben haben. ><

  • Eine Demokratie kann nicht über ein fremdes Volk regieren, ohne korrumpiert zu werden. ><

  • Israel ist ein Militärstaat, der entweder direkt durch die Armee oder durch ehemalige Generäle, die sofort nach dem Dienst in die Politik eintreten, regiert wird. ><

  • Israel besitzt noch überholte Notstandsmaßnahmen aus der Mandatszeit. ><

  • Israel hat keine Verfassung. Eine zufällige Mehrheit in der Knesset könnte Gesetze verabschieden, die grundlegende Menschenrechte verletzen würden. ><

  • Die israelische Demokratie besitzt keine Überwachungsmechanismen. ><

  • Presse in Israel ist von der Regierung abhängig. ><

  • Die Presse unterliegt einer strengen Militärzensur. ><

  • Rede- und Meinungsfreiheit sind in Israel problematisch ><

  • Oft waren Regierungen dem Willen (und der Willkür) kleiner und sehr kleiner Parteien ausgesetzt. ><

  • Israel besitzt immer noch die Todesstrafe. ><


Kommentar von Uri Dromi:

Israel ist ein rassistischer Staat, weil er nur für Juden gedacht ist.Bild aus Vikipedia

Israel wurde als Staat gegründet, in dem die seit vielen Generationen verfolgten Juden eine Heimat haben würden. Nach dem Holocaust, in dem ein Drittel des jüdischen Volkes durch die Nazis vernichtet wurde, akzeptierte die ganze Welt den Anspruch der Juden auf eine eigene Heimat. Das israelische Parlament verabschiedete das „Recht auf Rückkehr“, damit jeder Jude überall auf der Erde einen Schlüssel zu einem sicheren Hafen habe. Mit diesem Gesetz erklärte der Staat Israel die Juden nicht zu einer besseren Volksgruppe, sondern es wurde dem jüdischen Volk nach seiner 2000-jährigen Leidensgeschichte eine Lösung geboten. Die Tatsache, dass Israel automatisch allen Juden das Einbürgerungsrecht gewährt, geht mit dem Zweck einher, dem jüdischen Volk eine Heimat zu schaffen. Andere Staaten bestimmen ebenfalls eigene Richtlinien betreffend Einwanderung und Einbürgerung, die ihren nationalen Zielen entsprechen. Araber, die in Israel leben, besitzen jedoch die gleichen Rechte wie die anderen Bürger des Staates.


Israelische Araber werden diskriminiert und sind Bürger zweiter Klasse.

Während vieler Jahre waren die arabischen Bürger Israels tatsächlich benachteiligt. Sie erhielten nicht genügend finanzielle Zuteilungen durch die Regierung, und die Möglichkeiten zu sozialem Aufstieg waren – verglichen mit den Chancen der jüdischen Mitbürger – sehr begrenzt.

In den höheren Beamtenrängen sind arabische Israeli schlecht vertreten. Laut einer kürzlichen Untersuchung von “Sikkuy”, einer Organisation zur Förderung bürgerlicher Gleichberechtigung, stellten die Araber im Jahre 2000 18.6% der Gesamtbevölkerung Israels dar. Aber nur 2.5% der Mitarbeiter im Umweltministerium waren Araber, im Erziehungsministerium waren es 4.8%, im Wohnbauministerium 1%, im Landwirtschaftsministerium 4.2%. Bloß 4.5% der Richter in Israel sind Araber. Bei den Budgets sieht es ähnlich schlecht aus: Zum Beispiel sind von den Ausgaben von 3.5 Milliarden Schekel (1 Schekel etwa gleich 0,2 Euro [Anfang 2011]) des Ministeriums für Arbeits- und Sozialwesen lediglich 12 Millionen (3.4%) für den arabischen Sektor vorgesehen. Und auf 3000 arabische Bürger kommt ein Sozialarbeiter, während es in den jüdischen Städten einen Sozialarbeiter für 1000 Bürger gibt.

Die zweite Rabin-Regierung (1992 – 1995) versuchte vergangene Fehler wieder gutzumachen. Enorme Summen wurden dem arabischen Sektor zugeteilt, um die Infrastruktur, den Unterricht und das Gesundheitswesen zu verbessern sowie Arbeitsplätze zu schaffen. Die folgenden Regierungen taten das gleiche. Kürzlich teilte die Regierung dem arabischen Sektor zusätzliche 4 Milliarden Dollar zu. In den oberen Beamtenrängen des Staates wurden 80 Positionen zur Förderung der arabischen Bürger reserviert.

Diese Bemühungen reichen zwar noch nicht aus, aber es wächst die Erkenntnis – sowohl in höheren Regierungskreisen als auch in der Bevölkerung –, dass eine Politik, bei der ein Fünftel der Bevölkerung nicht an den Früchten einer wohlgehenden demokratischen Gesellschaft teilhat, falsch ist und rektifiziert werden muss. Das Bewusstsein, dass ein Mangel besteht, ist sicherlich ein guter Anfang zu einer Lösung.


Grund und Boden im ganzen Land bleiben Juden vorbehalten.

Da es das nationale Ziel des Staates ist, Juden eine Heimat zu schaffen, muss es Grund und Boden geben, auf dem Juden angesiedelt werden können. Es ist wahr, dass israelische Araber früher bei der Zuteilung von Land nicht die gleichen Rechte erhielten wie israelische Juden. In der Vergangenheit konnten israelische Araber Land und Wohnungen bloß in ihren Städten und Dörfern erwerben. Zudem gab es keine Entwicklungspläne für diese Gegenden, weshalb sich Nachkommen nicht in der Nähe ihrer Eltern niederlassen konnten, wie es die Tradition fordert.

Diese Praxis wurde vor das Oberste Gericht gezogen, das zugunsten der Appellanten urteilte: Der Staat müsse legale und praktische Möglichkeiten finden, um den arabischen Bürgern eine Verbesserung des Lebensstandards zu erlauben. Der Plan, der in den vergangenen Jahren von einem Expertenteam unter der Führung des Ministerpräsidentenamtes ausgearbeitet wurde, sieht ab dem Jahr 2020 die Ansiedlung der arabischen Bürger in zwei großen urbanen Zentren vor: Im Norden ist dies das Gebiet um Haifa, Akko, Nazareth und Tsfat, im Süden die Gegend um Beersheva, Rahat, Ofakim und Arad. So werden die Araber schließlich – wenn auch verspätet – in den Genuss der Vorteile des Staates kommen.

Die Regierung von Sharon ging noch einen Schritt weiter, als der Minister für Infrastruktur einen ehrgeizigen Plan zur Gründung einer arabischen Stadt verkündete.

>Hier< einiges zu Landkauf und Landbesetzung.

 

Orthodoxe Kreise entscheiden für nicht-orthodoxe und säkulare Juden, wie sie zu leben haben.

Die Situation in Israel betreffend die Beziehungen zwischen Religion und Staat ist das Produkt von Kompromissen. Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ist der Meinung, dass der Staat laut strikten „halachischen“ (d.h. alten jüdischen) Gesetzen regiert werden müsse. Ungefähr die gleiche Zahl denkt, dass der Staat sich nicht in religiöse Dinge einmischen soll. In der Mitte befindet sich ungefähr ein weiteres Drittel, das gegenüber der Kontroverse gleichgültig eingestellt ist.

Der Erfolg der Shinui-Partei, die als Protest gegen die Dominanz der Orthodoxie entstand, basiert darauf, dass sich ein großer Teil des Volkes seine Lebensweise nicht von orthodox dominierten Behörden vorschreiben lassen will. Viele junge Paare fliegen zum Beispiel nach Zypern, um in einer zivilen Zeremonie zu heiraten, anstatt sich den Forderungen des Religionsministeriums zu fügen.

Meinungsumfragen haben gezeigt, dass die meisten Israeli, auch diejenigen, die sich nicht als orthodox oder religiös bezeichnen, eine positive Einstellung zur Religion haben. Viele gehen regelmässig in die Synagoge, auch wenn sie nur einen Teil der religiösen Rituale befolgen, und viele weitere besuchen die Synagoge zumindest an den hohen Feiertagen. In der Armee ist die Verpflegung koscher, damit sich orthodoxe Soldaten nicht entfremdet fühlen. Im allgemeinen akzeptieren Israeli solche Kompromisse, da sie die einzige Möglichkeit darstellen, allen Juden das Gefühl der Zugehörigkeit zu geben.


Eine Demokratie kann nicht über ein fremdes Volk regieren, ohne korrumpiert zu werden.

Jüdische Siedler (zum Beispiel in Hebron) erhalten im Gegensatz zu ihren palästinensischen Nachbarn größere Wasserzuteilungen und unterliegen keinen Reisebeschränkungen. Dies steht in Widerspruch zu den Grundprinzipien einer Demokratie, in der alle Menschen gleich sind. Noch gefährlicher für den demokratischen Charakter des Staates ist die Tatsache, dass es ein Justizsystem für Juden gibt und ein anderes für Palästinenser. Diese Situation, die schon seit 1967 andauert, ist mit dem Charakter einer Demokratie unvereinbar.

Seit langem ist es Israels Ziel, besetztes Land für Frieden zu tauschen. Bisher verunmöglichten arabische Widerstände einen solchen Tausch. Als die Araber endlich zu einem Abkommen bereit schienen, waren Judäa, Samaria und der Gazastreifen schon mit jüdischen Bewohnern besiedelt (heute etwa 200,000). Lassen wir das Argument beiseite, laut dem viele Juden diese Gebiete als Teile des von Gott versprochenen Landes darstellen. Tatsache ist, dass Israel sogar noch vor kurzer Zeit bereit war, über die besetzten Gebiete zu verhandeln. Aber auch dieses Angebot wurde wieder zurückgewiesen.

Die israelische Armee konnte sich der Probleme, die andere Besatzungstruppen in ähnlichen Situationen befallen, größtenteils erfolgreich erwehren. Die Tatsachen, dass das israelische Militär eine Armee des Volkes und in Israel eine freie Presse vorhanden ist, die jeden Schritt der Regierung und ihrer Ämter unter die Lupe nimmt, sind die besten Garantien gegen negative Tendenzen. Außerdem steht allen Palästinensern, die meinen, dass ihre Rechte missachtet werden, der Weg vor das Oberste Gericht offen.


Israel ist ein Militärstaat, der entweder direkt durch die Armee oder durch ehemalige Generäle, die sofort nach dem Dienst in die Politik eintreten, regiert wird.

Es ist wahr, dass Sicherheitsaspekte wegen der Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt war, in vielen Bereichen großes Gewicht erhielten. Unter diesen Umständen übte natürlich die Armee eine Anziehungskraft auf die besten Kräfte aus. Aber die Autorität der zivilen Macht über die militärische war sogar in Zeiten nationaler Krisen absolut.

Es ist nur natürlich, dass Leute mit Ehrgeiz und Talent im zivilen Sektor weiter wirken, nachdem sie sich von der Armee verabschiedet haben, und dort versuchen, in die oberen Rängen der Macht zu gelangen. Deshalb hatte Israel mehrere Ministerpräsidenten, die früher Generäle waren (Rabin, Barak, Sharon), und Minister, die viele Jahre in der Armee dienten. Aber nachdem die Offiziere einmal in den Ruhestand getreten sind, ist der Wechsel ins zivile Leben vollkommen. Die Kontrolle der Knesset und die freie Presse garantieren die Vorherrschaft der zivilen Autorität über die militärische.

Die militärische Schulung ehemaliger Offiziere prägt ihre Denkweisen allerdings auch in ihren weiteren zivilen oder politischen Karrieren. Der hohe Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt (18%) trägt ebenfalls zur Ubiquität (= Allgegenwärtigkeit) militärischer Anschauungen im Leben Israels bei. Die alljährlich formulierte strategische Beurteilung, die Israels Rolle für die nahe und mittlere Zukunft bestimmt, wird fast ausschließlich durch die Armee erstellt.

Anmerkung:  Leider liegt Israel im Prinzip im ehemaligen Palstinensergebiet, wo in den Restgebieten (s. oben) die Hamas (arabisch: „Eifer") eine wichtige Rolle spielt als politische Partei mit einem sozialem Netzwerk, als eine Islamische Widerstandsbewegung, aber auch als  eine palästinensisch sunnitisch-islamistisch paramilitärische Terrororganisation.

Leider wird Israel immer wieder durch islamistische Selbstmordattentäter provoziert oder einfach - außerdem auch durch Beschuss von selbst gebastelten Raketen, vielleicht aus einer auch nur in Form von Streichen dummer Jungen, Leider reagiert Israel mit oft überzogener Vergeltung. (natürlich hat das Militär die eigene Bevölkerung zu schützen. Dieses Spiel geht seit Jahren.


Israel besitzt noch überholte Notstandsmaßnahmen aus der Mandatszeit.

Die Notstandsmaßnahmen, die durch die britische Mandatsbehörde 1945 in Palästina eingeführt wurden, waren damals wegen der instabilen, gewalttätigen Situation notwendig –der Weltkrieg wütete, und in Palästina herrschten Unruhen. Die Notstandsmaßnahmen wurden vom neugegründeten Staat Israel übernommen und von Zeit zu Zeit benützt, um Sicherheitsrisiken abzudecken: Verdächtige wurden ohne Gerichtsbeschluss interniert, Häuser zerstört, Reisen eingeschränkt usw. Dies geschah vor allem in den besetzten Gebieten.

Die andauernde Bedrohung Israels könnte es vielleicht rechtfertigen, die Situation als kontinuierlichen Notstand zu definieren. Aber es lassen sich immer mehr Stimmen in Israel vernehmen, die behaupten, dass die regulären Gesetze zur Behandlung sicherheitsbezogener Verbrechen und Risiken ausreichen. Sie verlangen die gänzliche Abschaffung der Notstandsmaßnahmen. Jedermann, der meint, dass seine humanitären oder zivilen Rechte eingeschränkt werden, kann an das Oberste Gericht appellieren. Palästinenser machten von diesem Recht schon oft Gebrauch.


Israel hat keine Verfassung. Eine zufällige Mehrheit in der Knesset könnte Gesetze verabschieden, die grundlegende Menschenrechte verletzen würden.

Israel besitzt tatsächlich im Gegensatz zu anderen Demokratien keine Verfassung. Der Grund für deren Fehlen geht auf die dramatischen Tage vor der Staatsgründung zurück. Damals wurden enorme Anstrengungen zur Schaffung eines Rahmens unternommen, der den meisten politischen und sozialen Kräften in der jüdischen Gesellschaft gestatten würde, an der Schaffung des Staates teilzuhaben. Ein Krieg wütete, und im Gegensatz zu den „Founding Fathers“ der Vereinigten Staaten hatte man keine Zeit für ausgiebige Beratungen. Die Standpunkte zum Charakter des zukünftigen Staates waren so unterschiedlich, dass eine schriftliche Verfassung nie von allen Seiten akzeptiert worden wäre. Stattdessen wurde eine Unabhängigkeitserklärung formuliert, die als de facto-Verfassung diente. Das Oberste Gericht bezog sich in vielen Urteilen auf die Unabhängigkeitserklärung und erhob das Dokument in den Status einer Verfassung.

Nachdem die Knesset 1992 zwei Grundgesetze zur „menschlichen Würde und Freiheit“ und zur „freien Arbeitswahl “ verabschiedete, ist in Israel eine Art konstitutionelle Revolution entstanden. (Der Ausdruck stammt von Aharon Barak, dem Präsidenten des Obersten Gerichts.) Diese Grundgesetze sind in Israel den anderen Gesetzen übergeordnet. Gesetze, die vom Parlament verabschiedet werden, aber grundlegende Menschenrechte tangieren, können also vom Obersten Gericht annulliert werden. Obwohl diese Möglichkeit noch keinem Test unterzogen wurde, bringt die blosse Existenz solcher Grundgesetze eine verfassungsmässige Atmosphäre mit sich. Die Knesset lässt grösste Vorsicht walten, damit Rechte von Minderheiten nicht tangiert werden.

Das Israel Democracy Institute (IDI) hat eine landesweite Bewegung ins Leben gerufen, die durch Konsensus eine Verfassung schaffen soll. Ein öffentlicher Rat, dem 70 Experten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angehören, arbeitet seit einem Jahr an der Ausarbeitung eines Konzepts für eine Verfassung, das der Knesset vorgelegt werden soll.


Die israelische Demokratie besitzt keine Überwachungsmechanismen.

Solange Israel keine Verfassung besitzt, fungiert die freie Presse als Wächterin über die Rechte der Minderheiten. Es gibt fünf hebräische, zwei arabische, zwei englische und vier russische Tageszeitungen. Zusätzlich erscheinen zahlreiche Wochenzeitungen sowie lokale Zeitschriften in allen Sprachen, und es gibt mehrere lokale Radio- und Fernsehstationen. Klagen von Minderheiten können deshalb immer Gehör finden.

Menschenrechtsorganisationen sind auf diesem Gebiet ebenfalls aktiv. Am prominentesten ist die „Association for Civil Rights in Israel“, die 1972 gegründet wurde und in der Beilegung von Konflikten, dem Lobbying für Menschenrechte und der Unterweisung der Bevölkerung in ihre Rechte und Pflichten sehr erfolgreich ist.

Eine weitere Barriere gegen den Missbrauch der Macht durch die Exekutive ist das Amt des Staatskontrolleurs, das jährlich tiefschürfende Untersuchungen vornimmt. Dadurch wird Transparenz geschaffen und die Regierung zur Rechenschaft gezogen.


Die Presse in Israel ist von der Regierung abhängig.

In den frühen Tagen nach der Staatsgründung war das israelische Radio tatsächlich sehr von der Regierung abhängig, und die Tageszeitung der Gewerkschaft „Davar*“ war das Sprachrohr der regierenden Partei Mapai (Mifleget Poalei Eretz Yisrael d.h. Partei der Arbeiter des Landes Israel), existierte 1930–1968. (Sie wurde in den 1930er Jahren als moderatere Splittergruppe der marxistisch-zionistisch russischen Partei Poalei Tzion gegründet.) Diese Tage sind vorbei. Das israelische Radio und das Fernsehen unterstehen der „Israel Broadcasting Authority“, die das gesetzlich verankerte Recht garantiert, dass sie frei von Einflussnahme durch Politiker sind. Mit der Gründung des privaten zweiten Fernsehkanals 1993 und der Schaffung lokaler Radiostationen wurde das Monopol im Äther gebrochen. Parteizeitungen gibt es praktisch nicht mehr. „Galei Tsahal“, der Radiosender der Armee, hat eine militärische Agenda, besitzt aber erstaunlicherweise grosse Unabhängigkeit. Seine Journalisten und Redakteure handeln nach streng professionellen journalistischen Kriterien.

* Hebräisch: Wort/Rede, Sache/Ereignis/Thema (wovon die Rede ist), rechtliche Angelegenheit (die besprochen wird), Pensum (das verlangt wird); war zwischen 1925 und Mai 1996 eine Tageszeitung in hebräischer  Sprache für die "Mandatsgebiete Palästina und Israel


Die Presse unterliegt einer strengen Militärzensur.

Wegen der Sicherheitsbedrohungen existiert in Israel eine militärische Zensurbehörde. Zeitungen und andere Medien müssen Material, das militärische Themen betrifft, vor der Publikation dem Zensor vorlegen. In Wirklichkeit hat sich die Militärzensur jedoch auf äußerst heikle Bereiche zurückgezogen, wie zum Beispiel solche, die den Staat oder kämpfende Truppen einer Gefahr aussetzen könnten. Ein Spezialfall ist die Regelung, dass über Zwischenfälle mit Todesfällen nichts veröffentlicht wird, solange die betroffenen Familien nicht benachrichtigt wurden.

Militärzensur wurde in den ersten Jahren nach der Staatsgründung benützt, um die arabischen Medien in Israel zu überwachen. Diese Praxis ist praktisch verschwunden, und die arabischen Zeitungen genießen heute in etwa die gleiche Pressefreiheit wie die hebräischen. Arabische Medien werden zwar immer noch stärker zensuriert als jüdische, aber in weit geringerem Masse als früher. Das Oberste Gericht interveniert heutzutage schnell zugunsten der Medien. Dadurch wird ungerechtfertigter Zensur ein Hemmschuh gesetzt.


Rede- und Meinungsfreiheit sind in Israel problematisch.

Israel ist eine Demokratie, in der auch Ansichten, die schwer zu akzeptieren sind, ohne Einschränkungen öffentlich zum Ausdruck gebracht werden dürfen. Ausnahmen sind einzig Aufforderungen zur Zerstörung des Staates Israel oder offene rassistische Aufrufe. Dies waren die Gründe, dass in den Siebzigerjahren die linksradikale Bewegung „Derekh Hanitzotz“ (Der Weg des Funkens) sowie die rassistische Bewegung des Rabbi Meir Kahane für illegal erklärt wurden.

Nach der Ermordung von Ministerpräsident Rabin 1995 wurde die Redefreiheit erneut geprüft. Rufe wurden laut, die behaupteten, dass gewisse Aufrufe vor dem tragischem Ereignis eigentlich Aufhetzung und nicht legitimen Dissens darstellten. Trotz dem katastrophalem Ereignis wurde die Redefreiheit aber nicht beschränkt. Regierungsgegner von allen Seiten können auch die kontroversesten Ansichten frei zum Ausdruck bringen. Arabische Knessetmitglieder artikulieren ohne Einschränkungen ihre nicht-zionistischen (und anti-zionistischen) Standpunkte, die viele Israeli in Rage bringen. Die israelische Demokratie ist jedoch stark genug, um die Redefreiheit im Lande nicht zu beschränken.

Israels Demokratie sieht sich wegen der prekären Sicherheitslage grossem Druck ausgesetzt. Die Öffentlichkeit ist mehr denn je bereit, Maßnahmen zu akzeptieren, die in normalen Zeiten als überflüssig oder unnötig hart gelten würden. Zum Beispiel wurde dem Abgeordneten Azmi Bishara die parlamentarische Immunität wegen aufwieglerischer Reden aberkannt. In Israel entstand darüber eine lebhafte Debatte. Viele Persönlichkeiten sprachen sich unter Hinweis auf die Redefreiheit gegen diese Maßnahme aus. Andere behaupteten, dass das Parlament bei arabischen Abgeordneten einen anderen Maßstab ansetze. Ein Grossteil des Volkes meint jedoch, dass es eindeutig strafbar sein müsse, Unterstützung für den Gegner auszudrücken, wenn Israel angegriffen wird.


Oft waren Regierungen dem Willen (und der Willkür) kleiner und sehr kleiner Parteien ausgesetzt.

Zur Zeit ist die Mindestzahl der Stimmen, die eine Partei für den Eintritt in die Knesset erhalten muss, sehr tief (1.5% der Stimmen). Manche Politiker und Experten verlangen eine Erhöhung dieser Hürde. Aber Israel ist ein pluralistischer Staat mit vielen heterogenen Gruppen (Immigranten, Orthodoxe, usw.) Diese Gruppen dürfen nicht dadurch entmündigt werden, dass die Schwelle für den Eintritt in die Knesset zu hoch angesetzt wird. Die Kehrseite der Medaille ist in der Tat, dass in der Knesset viele kleine Parteien vertreten sind und dass die Regierung oft von ihnen abhängt.


Israel besitzt immer noch die Todesstrafe.

Die Todesstrafe zur Sühne einer Mordtat wurde 1954 gestrichen. In den israelischen Gesetzbüchern gibt es die Todesstrafe nur für Nazischergen. Mit Ausnahme der Exekution von Adolf Eichmann wurde sie nie ausgeführt. Militärgerichte können einen Schuldigen zum Tode verurteilen, aber die Anklagevertretung verlangt die Strafe nie. Die einzige Ausnahme stammt aus dem Jahre 1948, als ein Offizier als Kollaborateur zum Tode verurteilt und die Strafe vollstreckt wurde. (Der Offizier wurde später rehabilitiert.)

Bild aus Vikipedia

Der Tempelberg mit dem Felsendom in Jerusalem

Obiger Text (weitgehend) aus: http://www.anti-defamation.ch/index.php?id=10&section=3


Erklärung: Von israelischer Seite wird behauptet, die absolute Mehrheit der Gebiete, die derzeit von den Siedlungen in Anspruch genommen werden, gehörten entweder dem Staat, von dem sie gepachtet seien, oder seien rechtmäßig von den Palästinensern gekauft worden. Es sei nicht illegal, auf diese Weise Land zu erwerben. Davon abgesehen seien diese Gebiete in einem Verteidigungskrieg erobert worden und würden deshalb rechtmäßigerweise als Reparation dem israelischen Staat gehören.Bild aus Wikipedia

Gegner dieser Ansicht sagen, das vakante Land habe entweder geflohenen Arabern gehört oder sei gemeinschaftliches Land gewesen, das kollektiv einem Dorf gehört habe. Diese Praxis hatte sich unter osmanischer Herrschaft gebildet, die Briten und die Jordanier versuchten allerdings seit den späten 1920 Jahren erfolglos, diese Praxis zu beenden. Die Gegner berufen sich des Weiteren auf die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates, die Israel auffordert, sich aus den Gebieten bzw. Gebieten zurückzuziehen, die es im Sechstagekrieg erobert hat.

B'Tselem (eine israelische Nichtregierungsorganisation) behauptet, die israelischen Regierungen hätten das Nichtvorhandensein von modernen Rechtsdokumenten für das gemeinschaftliche Land ausgenutzt, um es sich anzueignen. Zusammengenommen befinden sich so laut B’Tselem etwa 42 % des Westjordanlands unter israelischer Kontrolle.

Die israelische Organisation Peace Now dokumentiert, dass rund 40 % der Siedlungen auf Land errichtet wurden, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet.

Ende Januar 2009 gelangte die liberale israelische Tageszeitung Haaretz („Das Land“, meint Israel*) an eine geheime Siedlungsdatenbank, die vom Verteidigungsminister Ehud Barak wegen ihrer politischen Brisanz zurückgehalten wurde. Die Datenbank belegt, dass in 75% aller Siedlungen im Westjordanland Bebauungen zum Teil in erheblichem Umfang ohne Genehmigung oder sogar gegen israelische Bestimmungen vorgenommen wurden. In über 30 Siedlungen wurden Gebäude und Infrastruktur (Straßen, Schulen, Synagogen, Jeschiwas und auch Polizeistationen) auf Privateigentum von Palästinensern errichtet.
* Die Zeitung nimmt oft eine pro-palästinensische Haltung ein.

Mit Theodor Herzl, 1860 in Budapest geboren, beginnt ein neuer Abschnitt jüdischer Geschichte. Herzl gründet die zionistische Bewegung, mit dem Ziel, einen nationalen Staat in Palästina zu gründen und zu sichern.

Mit 26 Jahren, 1886, schreibt er das Buch "Der Judenstaat, Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage". Er ruft alle Juden auf, sich weltweit zusammenzuschließen, um in einem eigenen Land wieder einen eigenen Staat zu gründen.

Herzl schreibt in sein Tagebuch: Ich habe in diesen Tagen öfter befürchtet irrsinnig zu werden. So jagten die Gedanken durch meine Seele. Zwar sieht alles noch aus wie ein mächtiger Traum. Was daraus wird, ist jetzt noch nicht zu ahnen. Ein ganzes Leben wird nicht ausreichen, alles auszuführen."

Im Jahre 1897, beim ersten Zionistenkongress in Basel sagt Theodor Herzl: "In Basel habe ich den jüdischen Staat gegründet. Vielleicht schon in fünf, bestimmt jedoch in fünfzig Jahren werden wir es alle erleben."

Bedingt durch die Pogrome in Rußland kommt 1882 eine kleine Gruppe erster Einwanderer nach Palästina. Dreizehn junge Männer und eine Frau aus Odessa sogenannte "Halutsim-Pioniere (Halutziut: Bahnbrecher, Wegbereiter).

Der Boden Palästinas wird Quadratmeter für Quadratmeter von arabischen Besitzern abgekauft. Weltweit sammeln jüdische Gemeinden dafür Unsummen von Geld. Um den Landkauf zu koordinieren, gründet Herzl 1901 den jüdischen Nationalfond.

Die Tagebuchnotiz eines Einwanderers: "Dies gelobte Land war nicht ein Land, wo Milch und Honig floß, sondern ein Land faulender Sümpfe, da Araber und Türken seit tausend Jahren nichts für diese Erde getan haben." ..."Das Hula-Moor (?)war ein unergründlicher Sumpf, mit finsteren Dickichten aus undurchdringlich verfilztem Unterholz und Papyrusstauden, die bis zu neun Metern hoch anfragten. Im schlammigen Boden lebten giftige Schlangen, Skorpione, Ratten und hundert andere Arten Getiere."

Um die Jahrhundertwende leben bereits 24 000 jüdische Einwanderer in Palästina; 1902 existierten 20 jüdische Farmen und landwirtschaftliche Betriebe.

Mit der zweiten großen Einwanderungswelle 1906 kommt auch Ben Gurion, später erster Ministerpräsident Israels, nach Palästina. Man sagt: Herzl war der Träumer, der Prophet des politischen Zionismus und Israels; Ben Gurion war dessen Baumeister.

1909 wird Tel-Aviv gegründet, von 1948 bis 1980 Hauptstadt des neuen Staates Israel. Noch gibt es den jüdischen Staat nicht. Seine Existenz auf der politischen Weltbühne ist noch nicht legitimiert.

Obige Kommentare müssen noch mit Belegen beziehungsweise Einzelnachweisen) ausgestattet werden. Fragliche Angaben werden möglicherweise demnächst entfernt.

Walter Rath


Michael Wolffsohn:
Wem gehört das Heilige Land?
Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern
C. Bertelsmann

2. Auflage


© C. Bertelsmann Verlag GmbH, München 1992 Umschlaggestaltung: Clans Grube
Karten: Adolf Böhm
Satz: IBV Satz- und Datentechnik GmbH, Berlin/1053 Druck: Wiener Verlag
Printed in Austria
ISBN 3-570-01622-6

Auf Außenumschlagsseite:
Machtinteressen, Parteilichkeit und Vorurteile verstellen den Blick auf die politische Lage im Nahen Osten. Die Frage: »Wem gehört das Heilige Land?« zu beantworten, heißt, an die Wurzeln der Konflikte Israels mit seinen Nachbarn vorzustoßen. Und es bedeutet, Mythen zu zerstören.
Recht gegen Recht – das war bisher die nur scheinbar vernünftige Formel, auf deren Basis eine Lösung der unversöhnlichen Gegensätze versucht wurde. Doch im Heiligen Land stehen Rechtsansprüche auf tönernen Füßen, denn seit über dreitausend Jahren herrscht Unrecht gegen Unrecht.
Die Geschichte des Heiligen Landes ist eine Geschichte der Eroberung. Alte Rechtfertigungen für Macht- und Gebietsansprüche taugen daher nicht für eine Strategie der Konfliktlösung, die die unterschiedlichen religiösen Gefühle der dort lebenden Menschen und ihre verschiedenen Lebensinteressen miteinander aussöhnen will.

Wolffsohn schreibt: Dieses Buch widme ich allen Menschen,
                             die im Heiligen Land leben wollten und wollen —
                             ohne andere zu töten.

Umschlagsinnenseiten:
Wer lebte zuerst im Heiligen Land: Juden oder Araber? Wer lebte dort länger, und welches Recht läßt sich daraus ableiten? Und wo liegen eigentlich die Grenzen des Heiligen Landes, um dessen Besitz Juden und Araber ringen, das aber auch die Christen zur Zeit der Kreuzzüge zu erobern suchten? Wie heilig ist dieses Land in der Religion der Juden, der Mohammedaner und der Christen wirklich? Ist die Religion vielleicht nur opportunes Mittel zum politischen Zweck?
Die Verknüpfung von Heilsgeschichte und Politik, von Machtinteressen und Glaubenskriegen blockiert bis heute den Frieden im Nahen Osten. Michael Wolffsohn deckt auf, wie deutlich die Bibel, der Talmud, der Koran sowie historische Quellen Auskunft geben können, würde man sie nur vorurteilsfrei befragen. Die unversöhnlichen Interessen der verschiedenen Konfliktparteien lassen jedoch bisher nur politisch wie religiös einseitige Interpretationen der historischen Fakten zur Geltung kommen. Und die werden auf dem Rücken der Gläubigen ausgetragen. Das Schlagwort Recht gegen Recht erweist sich als untauglicher Versuch, eine scheinbar vernünftige Lösung zu finden. Denn alle Rechtsansprüche führen im Heiligen Land auf gewaltsame Eroberungen zurück. Weder Juden noch Palästinenser können sich darauf berufen, die wahren Eigentümer dieses Landes oder deren legitime Nachfahren zu sein. Auch sie sind, wie viele andere vor und nach ihnen, als Eroberer gekommen und haben versucht, den Schwächeren zu verdrängen oder zu beherrschen. So gesehen steht Unrecht gegen Unrecht.
Bild aus dem BuchIn diesem Buch schildert Michael Wolffsohn
(Bild rechts) die rund viertausendjährige Geschichte des Kampfes um dieses den Juden, Mohammedanern und auch Christen heilige Land sowie um Jerusalem, die Heilige Stadt. Er beginnt bei den Stammvätern Abraham, Jitzchak (El Jitzchak ist Isaak - weiß doch jeder!) und Jakob (also Vater, Sohn und Enkel), schreibt über König David und David-Ben Gurion, den Staatsgründer Israels, und endet in unseren Tagen bei König Hussein, den Palästinensern und der Zerstrittenheit unter den israelischen Politikern.
Professor Dr. Michael Wolffsohn, geh. 1947 in Tel-Aviv, lebt seit 1954 in Deutschland und leistete 1967 bis 1970 den Wehrdienst in Israel ab. Nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre hat er heute einen Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München.
Er hat bisher fünfzehn Bücher geschrieben, unter anderem: »Ewige Schuld? 40 Jahre Deutsch-Jüdisch-Israelische Beziehung«; (mit Friedrich Schreiber:) »Nahost«; »Keine Angst vor Deutschland!«; »Israel: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft«; bei C. Bertelsmann erschien 1991: »Spanien, Deutschland und die »Jüdische Weltmacht«.

Der Inhalt:

Information statt Agitation

Heiliges Land? Israel? Palästina?

Religiosität und Politik

Fromme, Frömmler und der »tote Gott«
Fundamentalismus als Schutzschild der Kultur?
Ist Zionismus Gotteslästerung?
Zionismus im Koran?

Das Heilige Land, die Religionen und die Politik

WAS ist das Heilige Land? Biblische Grenzen
WARUM ist es heilig?
WEM ist es heilig?
WO ist es heilig? Oder: Wem gehört Jerusalem?
WIE ist es heilig? Oder:
Heiligkeit und Staatlichkeit
WODURCH bekommt es der Eigentümer?

Die Geschichte der Besitzwechsel

Rassenkunde und Ahnenforschung
    (Kanaaniter, Philister und Hebräer)
Die Stammväter, Isaak und Jakob
    (Erste Hälfte des 2. Jahrtausends)
Die jüdische Landnahme
    (Ab Mitte des 13. Jahrhunderts vor Christus)
Königreich und Königreiche
    (Um 1000 bis 722/586 vor Christus)
Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen. Oder:
Exile, Rückkehr, Autonomie
    (722/586 und 538 bis 167 vor Christus)
Die Europäisierung des Heiligen Landes:
Griechen, Römer und das jüdische Zwischenspiel
    (332 vor Christus bis 70 nach Christus)
Christen als Erben und Besitzer: Byzanz
    (4. bis 7. Jahrhundert)
Neu-Orientalisierung, Arabisierung, Turkisierung
    (7. bis 11. Jahrhundert)
Neu-Europäisierung: Die Kreuzzüge
    (11. bis 13. Jahrhundert)
Die Rückkehr des Islam: Die Mamelucken und das
Osmanische Reich
    (13. bis 19. Jahrhundert)
Die Zionisten kommen
    (19. und 20. Jahrhundert)
Die Briten im Heiligen Land
    (20. Jahrhundert)
Die Gründung Israels — Palästina wird Jordanien
Groß-Israel: Jüdisch oder demokratisch?

Unrecht gegen Unrecht

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Orts-, Personen- und Sachregister