Das Judentum und Israel
>Hier< ausführliches zum Judenhass, Antisemitismus, Vertreibung, Zerstreuung (Diaspora)
bis zur Judenverfolgung als organisierte Endlösung >hier< direkt.
Die Thora >hier<, d.h. 5 Bücher der Weisung, mit Talmud und Hinweis auf Definitionen.
Dann auf dieser Seite:
>Hier<
Jacob kämpf mit
Gott,
>hier< Vertreibungen der Juden,
>hier< so genannte Juden-Schule,
>hier<
Kritik unerwünscht bis tödlich,
>hier< zu "Einengungen" der Juden,
anschließend:
>hier< Antisemitismus bis Holocaust;
>hier<
"alle Welt gegen die Juden",
>hier< Definitionen: Semiten, Antizionismus,
>hier<: Haben Juden ein
"Intelligenz-Gen"?
>Hier< nur die jüdische Mutter "vererbt Judentum".
>Hier< Gott wird ausgetrixt?
"Sabbat-Erleichterungen":
durch Ausdehnung des häuslichen Bereiches
mittels Telefonleitungen ("eruv" der Draht).
>Hier<: Artikel: Der demokratische Charakter Israels.
>Hier< etwas über das Land Israel (Einwohner etc.).
>Hier< eine Erklärung zur "Siedlungspolitik".
>Hier< zu einem wichtigen Buch über "Wem gehört das Heilige Land?"
Unter Judentum versteht man die Gesamtheit aus Religion, Geschichte, Kultur und Tradition des sich selbst jedoch als Volk Israel (hebräisch: »am jisrael«, »bnei jisrael«) bezeichnenden jüdischen Volkes.
Hebräisch
»jehudi«
sind nach dem Alten Testament (2. Buch der Könige, Kapitel z.B. 15 und 16) die
Bewohner der persischen Provinz Juda (des Südreiches der »Judäer« z.B.). Nach
der Zerstreuung, griechisch »Diaspora«, ist Judentum die beibehaltene Bezeichnung für die
religiös konfessionelle, zur Minderheit gewordenen Gruppem in ihren nunmehr bewohntem
Gebiet.
Jude ist, wenn jemand von einer jüdischen Mutter abstammt oder wer zum Judentum
übergetreten ist (»rite«) in Übereinstimmung mit der herrschenden Lehrmeinung
(Orthodoxie).
Nach der Überlieferung schuf Moses die religiöse Einheit im Glauben an den einen Gott »Jahwe«.
Der Mosaische Glaube kennt kein Missionieren und damit kein kriegerisches Aufzwingen der Religion!!
Wie im vorigen Absatz schon erwähnt, zieht sich durch das Alte Testament ein
roter Faden von Gefangenschaft (z.B. der Babylonischen 587/538 vor der
Zeitrechnung und die damit verbundene Verschleppung der jüdischen Oberschicht).
... Nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer um 70 nach
der Zeitrechnung begann die Zeit der großen Zerstreuung über Asien, Afrika und
Europa. Doch das "palästinensische" Judentum organisierte sich neu und es kam
132 bis 135 zu einer vergeblichen Erhebung gegen Rom. Immerhin wurde dem
Judentum eine Selbstverwaltung eingeräumt mit Stärkung des "Hohen Rates", der
obersten religiösen und politischen, jüdischen Instanz unter Vorsitz des
Patriarchen (»Nasi«)
als ein jüdisches Oberhaupt im Römischen Reich.
Jakob, mit dem Vater Isaak und dem Großvater Abraham, war mit Gott in einen Ringkampf* verwickelt (1. Buch Mose, Kapitel 32, Vers 23* der Luther-Bibel) am östlichen Ufer des Jabbok ("Blauer Fluss", der in den Jordan mündet). Nachdem Jakob den Gott besiegt hatte, befiehlt dieser: "Du sollt nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und den Menschen gekämpft und hast gewonnen." Hebräisch: Jisrael bedeutet, »er streitet mit Gott«. Jakobs Nachkommen werden als »Kinder Israels« bezeichnet. (Älteste außerbiblische Erwähnung findet sich auf der Siegesstele des Pharao Merenptah - letztes Drittel des 12.Jahrhunderts vor der Zeitrechnung).
* Jakobs Kampf am Jabhok.
Sein neuer Name
23 Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen
und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok,
24 nahm sie und führte sie über das Wasser, so daß hinüberkam, was
er hatte, "und blieb allein zurück.
25 Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.
26 Und als er sah, daß er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf
das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen
mit ihm verrenkt.
27 Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an.
Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
28 Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob.
29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel;
denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen (auch Kap 35,
Vers10).
Man lese das Buch Richter, Teil des alten Testamentes, ein einziges Gemetzel und strotzend von Brutalitäten, Untreue und Menschenhandel: z.B. Richter 3, Vers 8: "Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre". Die Bibel hat alles schon vorweggenommen: Sklavenhandel, Vertreibung der Indianer (>hier<). Der erste König von Israel etwa von 1020 bis1004 v.d.Zeitr., namens Saul, hebräisch »der Erbetene«, schlug die Ammoniter und danach die Philister... Nachfolger wurde König David, der Bathseba, die Gattin des Hethiters* verführt hatte: Aus der Beziehung ging dann in der Erbfolge der Salomo hervor (in der Vulgata Salomon), König von Israel und Juda von 965 bis 926 v.d.Zeitr., der beste König aller Zeiten. Nach seinem Tod folgte sogleich eine Reichsteilung (926 v.d.Zeitr.). Der Name Israel galt für das Nordreich im Unterschied zum Südreich Juda. Die israelitischen Stämme sind in mehreren Wellen von Süden und Osten allmählich in das von den Kanaanäern besiedelte Palästina vorgedrungen und dort ansässig geworden.
* Lesenswert: Die Hethiter und ihr Reich. Das Volk der 1000 Götter, herausgegeben von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 2002.
Kommen wir jedoch im Einzelnen auf die "Juden-Vertreibungen" zurück:
Als Babylonisches Exil (>hier< ein Bild und mehr) wird die Epoche der Geschichte Israels bezeichnet, die 598 v.d.Zeitr. mit der Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar II. begann und bis zur Eroberung Babylons 539 v.d.Zeitr. durch den Perserkönig Kyros II. dauerte. Ein Großteil der Bevölkerung, vor allem die Oberschicht, wurde nach Babylon exiliert, und dort zwangsangesiedelt und zwar in geschlossenen Siedlungen untergebracht, sodass sie ihre Traditionen und ihren Glauben innerhalb einer andersgläubigen Bevölkerung bewahren konnten. Diese Lebensweise, Minderheit mit eigenem (jüdischen) Glauben und oft auch mit unterschiedlichem Rechtsstatus unter Andersgläubigen, ist das Charakteristische an der jüdischen Diaspora (Zerstreuung). Ein anderer Teil war nach Ägypten ausgewandert.
Im Folgenden ein gewisser, nicht erschöpfend vorständiger Überblick:
70
Zerstörung Jerusalems, 1.100.000 Juden werden getötet.
132 bis 135 Judenverfolgung
unter Kaiser Hadrian. Jerusalem wird zur heidnischen Stadt erklärt. Auf dem
Tempelberg wird ein Jupitertempel gebaut, auf der Kreuzigungsstätte Golgatha ein
Venustempel. Den Juden werden jüdische Feste, das Lesen der Tora und das Essen
von ungesäuertem Brot unter Todesstrafe verboten. Man
spricht von den bekanntesten Vertreibungen im Römischen Reich, der Vertreibung
der Juden aus Palaestina nach der Niederschlagung des
Bar-Kochba-Aufstandes von 132 bis 135 nach der Zeitrechnung.
315 Konstantin:
Christentum wird zur Staatsreligion. Viele antijüdische Gesetze werden erlassen.
379-395 Theodosius:
Vertreibung der Juden. Zerstörung der Synagogen wird erlaubt.
813 Judenverfolgung in
Spanien. Juden, die sich weigern, getauft zu werden, müssen das Land verlassen.
Alle Kinder ab 7 Jahren werden den jüdischen Eltern weggenommen und in
"christliche Erziehung" gegeben.
1096 Erster Kreuzzug:
blutige Verfolgung der Juden. In den Städten am Rhein werden 12 000 Juden
ermordet. Juden und Moslems werden als "Feinde des Christentums" gebrandmarkt.
1121 Juden fliehen aus
Flandern. Nur wer bereut, "Jesus getötet" zu haben, darf zurückkommen.
1146 Zweiter Kreuzzug:
erneute Verfolgung der Juden in Deutschland, der franziskanische Mönch Rudolf
ruft zur Vernichtung der Juden auf.
1181 Vertreibung der
Juden durch den französischen König Philip, ihr Land und ihre Häuser nimmt er in
Besitz.
1189 Während der
Krönung von Richard Löwenherz in England werden tausende Juden als
"Hochzeitsgabe" hingemetzelt und die meisten Londoner jüdischen Hauser
verbrannt.
1216 IV. Lateran
Konzil: die römische Kirche erläßt viele Einschränkungen gegen die Juden.
1244 Auf Befehl des Papstes wird der Talmud
und später jede jüdische Literatur verbrannt.
1283 In der Pfalz
werden die Juden zur Taufe gezwungen. Wer sich weigert, wird sofort getötet.
1285 In München werden
alle Juden in den Synagogen eingesperrt und verbrannt.
1290 Unter Eduard I
von England müssen 16 000 Juden das Land verlassen. Louis IX von
Frankreich befiehlt, daß alle Juden in seinem Reich ein gelbes Erkennungszeichen
tragen müssen.
1298 In Franken,
Bayern und Österreich werden 140 jüdische Gemeinschaften zerstört, 100 000 Juden
werden ermordet
1306 Vertreibung von
100 000 Juden aus Spanien durch König Philip den Schönen
1320-21 In Frankreich
werden 120 jüdische Gemeinschaften zerstört ("Hirtenkreuzzug"). Nach Behauptung,
die Juden Frankreichs hätten Wasserquellen vergiftet, werden 5000 Juden am Pfahl
verbrannt.
1348 In Europa werden
die Juden für die Pest verantwortlich gemacht. In Mainz werden 6000 Juden
verbrannt, in Erfurt 3000 ermordet.
1370 In Flandern
werden Juden, die beschuldigt wurden, Gasthäuser "befleckt" zu haben, verbrannt.
Alle Juden werden verbannt. Dies wurde als Fest bis zum Jahre 1820 gefeiert.
1391 In Spanien werden
in 70 jüdischen Gemeinschaften Juden niedergemetzelt.
1394 Zweite Verbannung
der Juden aus Frankreich
1453 Den Juden Polens
werden alle Bürgerrechte genommen.
1478-92 Inquisition in
Spanien. 300 000 verlassen das Land, ohne Geld. Also 1492 werden die spanischen Juden (Sephardim)
durch das
Alhambra-Edikt der
Katholischen Könige
Isabella I. von Kastilien und
Ferdinand II. von Aragon vertrieben. Die meisten Juden flüchten nach
Portugal, wo sie einJahre später weiter vertrieben werden, d.h.
1493 auch aus Portugal
werden 20 000 Juden vertrieben. Viele werden zu Sklaven erklärt.
1516 In Venedig
entsteht das erste Ghetto.
1540 Vertreibung der
Juden aus Neapel, Genua und Venedig, 1593 aus dem Vatikanstaat. 1540 Luthers
Schrift "Von den Juden und ihren Lügen".
1605 Zwangstaufen der
Juden von Lissabon, danach Konfiszierung ihrer Güter.
1727 Alle Juden werden aus der Ukraine
vertrieben.
1731 Auf päpstlichen
Befehl werden alle in hebräisch verfaßten Bücher verbrannt.
1744 Maria Theresia
erläßt ein Dekret, daß fortan kein Jude mehr in Böhmen geduldet sei.
1794 Einschränkung der
Rechte der Juden Rußlands. Die Männer müssen 25 Jahre Militärdienst leisten.
Hunderttausende verlassen Rußland.
1862 General Grant befiehlt die Ausweisung
aller Juden aus dem Staat Tennesse, USA.
1903 Pogrome in
Rußland.
1935 Nürnberger
Rassengesetze
Juli 1938
In Evain-les Bains nahe Genf fand auf Initatiave der USA eine Konferenz mit
Delegierten aus 32 Ländern statt. Fazit der Delegierten: "Macht mit den Juden,
was ihr wollt, wir wollen sie nicht!"
9.11.1938
Reichskristallnacht, Verbrennung der Synagogen Deutschlands. Beginn der
systematischen Ermordung der Juden.
17.05.1939
(nach der Reichskristallnacht!) England senkt die Einwanderungsquote nach
Palästina auf jährlich 15 000.
1941 Erlaß des Schweizer Polizeiministers:
"Alle Juden sind zurückzuweisen und ihre Pässe mit einem "J" zu kennzeichnen.
1942 Wannsee-Konferenz
in Berlin zur "Endlösung der Judenfrage"
1942-44 Kanada verweigert Hunderten von
jüdischen Waisenkindern wegen Unterernährung die Einreise. Sie sterben in den
Gaskammern der Nazis.
1938-45 6 Millionen
Juden, ein Drittel des Weltjudentums, ermordet.
1946 Der
Internationale Untersuchungsausschuß bestätigt 1946: "Niemand will die aus den
KZs entkommenen Juden aufnehmen." England läßt die aus deutschen Lagern nach
Israel fahrenden Juden in Lager Zyperns einsperren.
Aus: http://www.segne-israel.de/artikel/judenverfolgung.htm
Zum Begriff der Judenschule: Eine Synagoge ist, im Gegensatz zur christlichen Kirche, nie nur ein Gebets- und Andachtsraum, sondern auch der Versammlung und des gemeinsamen Lernens. Im orthodoxen Gottesdienst beten Männer die Gebete laut vor sich hin, sprechen dabei aber nicht im Chor. Das Stimmengewirr spiegelt die Inbrunst und die Hingabe, mit der die individuellen Gebete gesprochen werden. Dennoch, trotz des angeblichen Lärms können sich die Individuen konzentrieren bzw. lernen, sich immer und überall konzentrieren zu können.
Der Talmud >hier< (und dort unterhalb "Thora") forderte ständig Diskussionen heraus, ohne sich jedoch gegenseitig den Kopf einzuschlagen, was, wie und besser zu interpretieren sei und sein könnte, im Gegensatz zur "Basta-Religion" des Islam, wo jedes einmal aufgeschriebene Wort unabänderlich ist (bzw. sein soll).
Die kontroversen und heftigen Diskussionen mit Infragestellungen über den gesamten religiösen "Stoff" bilden den Inhalt der Gemara (»überlieferten Lehre«, »Tradition«). Mischna (hebräisch »Auslegung«, also eine kommentierende Auslegungs- und Vermittlungsmethode) und Gemara bilden zusammen den Talmud (heißt »Lehre«, »Studium«). An anderer Stelle wird noch einmal erwähnt werden, dass dieses Infragestellen, das Kritisieren sehr bald im jüdischen Denken verankert geworden ist für alle Lebensbereiche.
Durch überdenken, etwas auseinandernehmen, zerpflücken, disputieren (d.h. durch ein Streitgespräch) kommt man nur zu einer Verbesserung, Richtigstellung, Fehlervermeidung, zum Fortschritt, schließlich zu einer Reform (lateinisch reformare »umgestalten«).
Aber: Autoritäre Systeme dulden keine Kritik. Dort ist Kritik lebensbedrohend. Selbst in einer "modernen" Gesellschaft sind Infragesteller und "Meckerer" nicht sehr beliebt; denn der Kritiker "hat ja an allem etwas auszusetzen und zu nörgeln". Es gab eine Zeit, da wurden Überbringer einer schlechten Botschaft umgebracht. "Das Verhaltensmuster, den Überbringer einer schlechten Nachricht stellvertretend für deren Ursache zur Verantwortung zu ziehen, konnte in der Geschichte häufig beobachtet werden. Beispiele hierfür finden sich auch in jahrhundertealten Mythen (Mythos [lateinisch: Mythus] griechisch: »Wort«, »Rede«, »Erzählung«), die bis in die Zeit der alten Griechen zurückreichen", war bei Wikipedia zu lesen.
>Hier< eine wichtige Bemerkung zur Abweichung von der kollektiven Übereinstimmung. Unerwünscht: Zivilcourage, Übernahme von persönlicher Verantwortung...; denn der Herr "verzeiht , wem er will, und bestraft. wen er will" nach 5. Sure des Koran, Vers 19.
Dazu eine Bemerkung: Die Entscheidungen von Autoritäten (Herrscher, Machthaber) bedürfen nach der kollektiven Meinung keine Interpretation (des logischen Warum) und keine Nachfrage der Entscheidungsgründe; denn es sind Entscheidungen, die zu verstehen wir zu dumm sind (Wie Gotteswege, die unergründlich sind).
Antisemitismus (Begriff "Semit"
>hier<)
ist eine mit
Nationalismus (steht für die Bewertung einer Gruppe von Menschen, die in
Bezug auf bestimmte Merkmale ähnlich sind),
Sozialdarwinismus (natürlicher Selektion beim „Kampf ums Dasein“)
und vor allem Rassismus begründete Judenfeindlichkeit, die seit etwa 1800
in Europa auftritt. Hannah Arendt
weist (in ihrem Buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Band 1
Antisemitismus) auf einige Gesichtspunkte hin (>hier<
jedoch zum Band 3), die vieles aufhellen (unterstützt
von Untersuchungen der Technischen Universität Berlin): Mit
Beginn des "Deutschen Kaiser-Reiches" (Ende 1870)
wurde Preußen zu einem Zentrum des »modernen Antisemitismus« (während
beispielsweise das vereinte Italien offenbar weitgehend frei von antisemitischen
Bewegungen blieb). Dieser Antisemitismus kann nicht mit dem
vorangegangenen religiösen Judenhals gleichgesetzt werden: denn "wer meint, eine
kontinuierliche Reihe von Verfolgungen, Vertreibungen und Blutbädern führe
bruchlos vom Ausgang des römischen Reiches über das Mittelalter und die Neuzeit
bis in unsere Tage, ... ist nicht weniger im Irrtum als die Antisemiten, die
ganz entsprechend meinten, seit dem Altertum regiere eine jüdische
Geheimgesellschaft die Welt oder strebe danach. ... Die Juden kamen ganz
von sich aus zu der Überzeugung, »dass sich das jüdische Volk von den Nationen
vor allem seinem inneren Wesen und nicht bloß seinem Glauben und Bekenntnis nach
unterschied« und dass der alte Zwiespalt zwischen Juden und Nichtjuden »nicht so
sehr in abweichenden Lehrmeinungen, sondern vor allem in der Verschiedenheit
der Rassen begründet war«. Es liegt auf der Hand, dass ohne diesen Wandel in
der Einschätzung der Andersartigkeit des jüdischen Volkes — ein Wandel, der erst
viel später, im Zeitalter der Aufklärung, auf Nichtjuden übergriff — der
Antisemitismus schlechterdings nicht hätte entstehen können, und es ist nicht
unwichtig festzuhalten, dass er sich zuerst in der jüdischen
Selbstinterpretation vollzog, und zwar ungefähr zur gleichen Zeit, als sich die
europäische Christenheit in jene Volksgruppen spaltete, die dann im modernen
Nationalstaatensystem die ihnen gemäße politische Form fanden."
Vor allem jüdische Historiker ließen verlautbaren, dass sich ihre Religion immer
vor anderen Religionen dadurch ausgezeichnet habe, für Toleranz und die
Gleichheit aller Menschen einzutreten. Dabei sei das jüdische Volk immer als das
passive, und leidende christlicher Verfolgungen gewesen. In Wirklichkeit
wurde der alte Mythos vom auserwählten Volk, in einer modernisierter Form,
verfestigt mit einer Verstärkung der Absonderung.
H. Arendt:
"Niemals und nirgendwo besaßen die Juden nach der Zerstörung des Tempels ein
eigenes Territorium und einen eigenen Staat; immer hing ihr nacktes Überleben
von dem Schutz durch nichtjüdische Mächte ab, auch wenn »den Juden in Frankreich
und Deutschland bis weit ins 13. Jahrhundert hinein« gewisse Voraussetzungen
eines wirksamen Selbstschutzes, so das Recht, Waffen zu tragen, zuerkannt
wurden. Zwar heißt das nicht, dass die Juden zu allen Zeiten machtlos waren,
aber es bleibt doch richtig, dass sie bei jeder gewaltsamen Auseinandersetzung,
ganz gleich welchen Ursprungs, nicht nur bequeme, sondern hilflose Opfer waren;
daher war es nur natürlich, dass sie, zumal in den Jahrhunderten völliger
Entfremdung, die ihrem Aufstieg zur politischen Gleichberechtigung vorangingen,
die immer wieder ausbrechenden Gewalttätigkeiten jeweils als bloße
Wiederholungen erlebten. Dazu kam, dass die Juden traditionell Katastrophen als
Martyrium auffassten, was einerseits auf die ersten Jahrhunderte unserer
Zeitrechnung zurückgeht, als Juden wie Christen der Macht des römischen Reiches
trotzten, andererseits auf die Existenzbedingungen im Mittelalter, als den Juden
auch dann, wenn die Gewalttätigkeiten nicht religiös, sondern politisch oder
wirtschaftlich begründet waren, immer noch die Alternative offenstand, sich
taufen zu lassen und damit den Verfolgungen zu entgehen."
Jedenfalls wurde durch die "Rassentheorie" die Absonderung von den Christen (und anderen Religionen) verstärkt und damit zusätzlich ein weiterer Grund des Hasses und der Hetzjagd. Allerdings wurde die Lage der Juden nicht mehr nur als leidend - d.h. auswandern, fliehen, sich abschlachten lassen - sondern auch eine eigene Identität, d.h. Gleichheit und Wesenseinheit den "Feinden" gegenüber begünstigt, um, wie als eine Volksgemeinschaft (vorerst Staatsersatz), Widerstand und mehr Durchsetzungskraft zu ermöglichen, um sich gemeinsamen berechtigten und rechtmäßigen Schutz zu bieten. Der letztendlich gegründete Staat Israel (>hier<) kann und muss als logische Konsequenz einer unstillbaren Bedürfnisbefriedigung und nach all den geschichtlichen Geschehnissen als durchaus legitim, d.h. vertretbar, zulässig, befugt und damit autorisiert (in Form von Handlungsermächtigungen nach gesetzlichen Regeln) gesehen werden.
Es gibt Spekulationen, dass dadurch, dass der Begriff Rasse*ins
Spiel gebracht worden ist, es zu den fatalen Folgen durch "Rassengesetze" und
"Rassenvernichtung" gekommen ist.
* als eine
Bezeichnung einer mehr oder weniger beliebigen Zusammenfassungen von nach
subjektivem Ermessen gruppier
Semiten sind all die Völker, welche vom ältesten Sohn des Noah, dem Sem abstammen. "Die Vorbehalte gegen Juden (Antisemitismus) waren, nachdem sich das Christentum im 3./4. Jahrhundert als Staatsreligion im Römischen Reich durchgesetzt hatte, zunächst auch im Mittelalter ausschließlich religiöser Natur. Allerdings bestimmte der Glaube in existenziellem Umfang den Alltag, und religiöse Differenzen hatten entsprechend einschneidende Bedeutung. Die Verweigerung der Taufe, das Festhalten am eigenen Ritus, das Unverständnis der Juden für die Erlösungsidee durch Christus machte die Juden in christlichen Augen zu »Verstockten«. Aus dem religiösen Unverständnis zwischen Minderheit und Mehrheit folgte die sowohl von Kirchenlehrern als auch von Rabbinern erhobene Forderung nach äußerer Trennung zwischen den Anhängern des Alten Testaments, die sich als erwähltes Volk verstanden, und denen, die, erlöst durch Jesus Christus, an die Überwindung des Alten Testaments glaubten und als christliche Gemeinschaft die Mehrheit bildeten. Nach christlicher Lehrmeinung galten die Juden als »Gottesmörder«, so Abt Hieronymus von Bethlehem. Bischof Johannes I. Chrysostomos von Antiochia schrieb, die Synagoge sei eine »Sammelstätte der Christusmörder«". Aus (c) wissenmedia GmbH, 2010
Antizionismus: Zion war der vorisraelitische Name des Südost-Hügels Jerusalems, dann auch des nördlich angrenzenden Tempelbergs und für das »himmlische Jerusalem« als die Stadt des »endzeitlichen Heils«: Psalter 48: Ein Psalmlied der Söhne Korach: "Groß ist der Herr und hoch zu rühmen in der Stadt unseres Gottes auf seinem heiligen Berge. Schön ragt empor der Berg Zion. Daran freut sich die Welt."
Das "Buch" Prophet Jesaja 2 beginnt:
In Zion finden alle Völker Heil und Frieden
2 Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und
Jerusalem:
2.a Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher
als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen,
3. und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des
HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege und wir
wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN
Wort von Jerusalem.
4. 'Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker.
Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen.
Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden
hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
5.Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HERRN!
Der Historiker und Publizist, Prof. Dr. Mosche Zimmermann aus Tel Aviv bedauerte am 12.9.2011 im Morgenecho des WDR 5, dass Israel im Laufe der Zeit immer mehr sich die Überzeugung zu eigen gemacht habe, alle Welt sei grundsätzlich gegen die Juden. Wie >hier< näher erläutert, kamen die Juden ganz von sich aus zu der Überzeugung, »dass sich das jüdische Volk von den Nationen vor allem seinem inneren Wesen und nicht bloß seinem Glauben und Bekenntnis nach unterschied« und dass der alte Zwiespalt zwischen Juden und Nichtjuden »nicht so sehr in abweichenden Lehrmeinungen, sondern vor allem in der Verschiedenheit der Rassen begründet war«.
Wenn man so denkt, dann findet man auch immer eine Bestätigung solcher einer Meinung. Zimmermann spricht von der Wagenburg-Mentalität von Israel. (So werden zu einer Verteidigungsstellung aufgefahrene Wagen mit der gleichen Funktion wie Wälle oder Mauern bezeichnet.) Israels Strategie sei, sich zu isolieren und habe es auch diplomatisch "erfolgreich getan". Fast kein Land der Welt sei Israel zugetan; denn keineswegs könne die arabische Welt die Politik eines derzeitigen (2011) Premierministers Benjamin Netanjahu, insbesondere wegen seiner Siedlungspolitik in nach angeblichem "Kriegrecht" in den besetzten Gebieten, unterstützen. Sogar die USA müssten sich irgendwann solch einer Ablehnung anschließen. Aber 75% der israelischen Bevölkerung seien für diese nationalistische Politik, die blind sei für das, was um Israel herum vor sich ginge, meint Zimmermann.
Weitere Stichworte zu den Benachteiligungen, Schmälerungen, Einschränkungen, bis zur totalen Vernichtung - dem Holocaust - der Juden aus Intoleranz anders Gläubigen gegenüber:
Der englische Philosoph,
Naturwissenschaftler, Mediziner, Staatsberater, John Locke*, der das
Judentum aus eigener Anschauung kannte, hatte sich mit seinem »Brief über
Toleranz« von 1689 dafür eingesetzt, den Juden bürgerliche Rechte
zuzuerkennen. Aber die
(christliche) Obrigkeit bestimmte nach wie vor die Berufswahl der Juden, erließ Heiratsvorschriften, vergab oder
verweigerte Wohnrechte und regelte vor allem ziemlich willkürlich die Besteuerung.
* ihm galten nur Sinneswahrnehmung und Selbstbeobachtung als
Erfahrungsquellen. Er vertrat in seiner Staatslehre das Recht auf
Unverletzlichkeit von Person und Eigentum
Christianisierung und Assimilation (= Ähnlichmachung) wurden ständig gefordert, ansonsten Todesdrohungen.
Erst seit 1798 durften sich Juden auch an Sonn- und Feiertagen auf der Straße zeigen und seit 1804 in Bayern sogar öffentliche Schulen besuchen.
Trotz Preußischem Emanzipationsediktes aus dem Jahr 1812 blieben die Juden auch weiterhin von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.
Emanzipation (= Freilassung; bei den Römern war es die Entlassung eines Sohnes aus der väterlichen Gewalt) und Assimilation haben jenen Typus des entwurzelten Juden geschaffen, der nirgends zugehörig, sich in einer ständigen Identitätskrise befand, aber durchaus oft, wenn sie sich für die Assimilation, d.h. das Deutschtum, entschieden hatten, mitunter übertrieben und demonstrativ getragenen Patriotismus zur Schau trugen ja sogar die jüdische Gemeinschaft überhaupt verleugneten. In der Regel wollten die Juden aber, auch wenn sie sich zu Deutschland bekannten, "ihr jüdisches Stammes- oder religiöses Empfinden respektiert wissen, selbst wenn sie persönlich sich dessen nur noch schwach bewusst waren," nach dem 2004 verstorbenen israelischen Historiker Jakob Toury. Mehr bei zionismus.info.
Aber auch die Juden waren ihrerseits kompromisslos: Unterrichtssprachen in ihren Schulen: Hebräisch usw. Doch es gab das Reformjudentum. "Das gesellschaftlich aufgestiegene Bürgertum hatte bereits seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auf eine Reform der jüdischen Schulbildung hingewirkt, in der Hebräisch und jüdische Religionslehre in einen ansonsten säkularen Fächerkanon integriert wurden. Führender theoretischer Kopf dieser Reformbewegung war der Mitbegründer der liberalen »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums« Abraham Geiger, der das Judentum von Regeln und Riten entlasten wollte, die nicht zum Kernbestand des mosaischen Gesetzes gehörten. Weitere Reformen richteten sich auf die Modernisierung des Gottesdienstes nach protestantischem Vorbild mit Orgel, Chorgesang und Predigt. Radikalreformer waren sogar bereit, den Sabbat vom Samstag auf den Sonntag zu verlegen," schreibt (c) wissenmedia GmbH, 2010.
Wegen der Wichtigkeit des Antisemitismus, Judenhasses,
Judenfeindlichkeit sollen Aussagen im Duden-Schülerlexikon im Folgenden mit
herangezogen werden, z.B.: Judenverfolgung im Mittelalter – Zwang zum "Judenhut" und
dem "gelben Fleck" – Stellung der Juden unter der Stadtbevölkerung
Eine besondere Gruppe unter der
Bevölkerung in den mittelalterlichen Städten bildeten die Juden.
Seit der Zeit der Karolinger (fränkisches Herrschergeschlecht aus dem
Maas- und Moselgebiet, nach Karl dem Großen benannt) etwa ab dem 8. Jahrhundert standen die Juden unter dem
besonderen Rechtsschutz des Königs und seit dem 13. Jahrhundert unter dem Schutz
der fürstlichen Landesherren. Dieser Schutz
bedeutete, dass die Juden gegen die Zahlung bestimmter Abgaben nach ihren
Glaubensüberzeugungen und nach ihrem eigenen Recht in den Städten leben durften.
Aus dieser Zeit wird berichtet, dass vor allem jüdische Fernhändler,
in deren Händen sich der gesamte Fernhandel mit dem Orient befand, in manchen Städten hohes
Ansehen genossen. Da sie den Städten Nutzen brachten, wurden den
jüdischen Gemeinden, beispielsweise in Worms und Speyer, die vollen Freiheiten,
sogar Wehrrechte und -pflichten, und das Recht auf einen eigenen Friedhof
gewährt.
Die großzügige Behandlung der Juden traf jedoch nicht auf alle Städte zu. So
verwies Mainz viele der 2000 jüdischen
Einwohner im Jahre 1012 aus der Stadt. Es war die erste Judenvertreibung in
Deutschland, gewissermaßen der Auftakt der Diskriminierung der Juden im Deutschland des Hochmittelalters.
Die katholische Kirche und die Judenverfolgung
Die Kirche trat bereits im Hochmittelalter, d. h. seit Mitte des 11. Jahrhunderts, für
die strenge Isolierung der Juden von der
christlichen Bevölkerung der Städte ein. So wurden ihnen in den Städten
bestimmte Wohnviertel, sogenannte Gettos,
zugewiesen. Der Stadtrat von Frankfurt am Main siedelte alle Juden z. B. einfach
in die „Judengasse“ um. Die eigentliche Judenverfolgung in Deutschland
begann jedoch unter Papst INNOZENZ III. Das von ihm einberufene 4. Laterankonzil
(im päpstlicher Palast in Rom, nach den früheren Besitzern, der Familie Laterani
so genann) von 1215 schrieb den Juden
zunächst eine sichtbare Ausgrenzung vor. Es zwang sie zum Tragen des Judenhutes
(zuckerhutähnliche, spitze Kopfbedeckung, meist von gelber Farbe) und des
gelben Flecks* auf der Brust. Christen wurde generell untersagt, mit Juden in Tischgemeinschaft zu leben oder als Dienstboten
für sie zu arbeiten.
* Später in "Dritten,
dem Tausendjährigen Reich" bei den Nazis der "gelbe
Stern"!
Das Kirchenkonzil schloss die Juden außerdem von Handwerk und Gewerbe aus. Die
Zünfte ließen seitdem keine Juden mehr als Mitglieder zu, weshalb es im
mittelalterlichen Deutschland auch keine jüdischen
Handwerker mehr gab. Die Juden waren darauf angewiesen, ihren
Lebensunterhalt durch Geldgeschäfte, vor allem durch Geldverleih gegen Faustpfänder und
Zinsen, zu bestreiten. Dieser Beruf war den Christen verboten, weil diese aus
Glaubensgründen für verliehenes Geld keine Zinsen nehmen durften.
Der Berufsstand des Geldverleihers verstärkte
noch die Ausgrenzung und die Aversionen der Stadtbevölkerung gegen die Juden:
Während die Kirche Reichtümer anhäufte, verarmte die Bevölkerung und der niedere
Ritteradel. Sie waren gezwungen, bei jüdischen Geldverleihern gegen hohe Zinsen,
den sogenannten „Wucher“, Geldschulden zu
machen. Konnten die Schulden nicht fristgerecht beglichen werden, drohte der Schuldturm. Dadurch richtete sich der
Volkszorn ganz allgemein gegen die Juden.
Dass die jüdischen Pfandleiher gewaltige Steuersummen an Kaiser, Fürsten und
Städte abführen mussten, blieb den meisten Nichtjuden verborgen.
(Persönlicher Kommentar: Mitmenschen leihen sich gerne etwas, von Büchern bis
zum Geld. Die Rückgabe wird dann jedoch schwierig von "Ich kann mich nicht
erinnern" bis völliges Abstreiten - "da musst du dich aber irren" und bis
hartnäckige Verweigerung mit Beschimpfungen. Viele "Freundschaften" enden nach
einer Rückforderung von Geliehenem, selbst bei einem schriftlichen Vertrag als
Übereinkunft. Mit dem Geldverleih waren die Juden in einem Tätigkeits-Sektor
gelandet, der äußerst unbeliebt ist. Nebenbei: Erstaunlich ist auch, dass
Mitmenschen sich nicht scheuen, alle Möglichkeiten, etwas "kostenlos" zu
bekommen, wie von der Krankenkasse einen Mutterschaftsurlaub mit Kind -
offiziell: Mutter-Kind-Urlaub - für etwa 4 Tausend Euro ausnutzen können. Wenn
man dann sagt, das müssen wir alle als Solidargemeinschaft bezahlen, heißt es:
Quatsch, das bezahlt doch die Kasse. - Nur Spielschulden sind Ehrenschulden...)
Der Volkszorn wurde durch die Kirche noch angeheizt:
So nannte der Franziskanermönch Berthold von Regensburg, ein
damals sehr bekannter Volksredner, die Juden von der Kanzel herunter Räuber und
Diebe, die wie Heiden und Ketzer dem Teufel verfallen seien.
(Ein Relief am Naumburger Dom
- um 1250 - zeigt mit der Auszahlung der dreißig Silberlinge
an Judas ein zentrales Motiv des christlichen Judenhasses.)
Verleumdung und Mord
Die durch die Verteufelung der Juden durch die Kirche
ausgelösten Aversionen in der Bevölkerung entluden sich von Zeit zu Zeit in
furchtbaren, als Judenpogrome
1347 bis 1352 brach die Große Pest
über Deutschland herein und dezimierte die Bevölkerung. Da die eigentlichen
Ursachen der Pest den Menschen verborgen blieben, hatte man die
Schuldigen für diese „Strafe Gottes“ schnell
gefunden: die Juden.
Man warf ihnen vor, die Brunnen vergiftet und dadurch die Pest hervorgerufen zu
haben. Dank der Reinheitsvorschriften ihres Glaubens lebten die Juden in
besseren hygienischen Verhältnissen und waren eher von der Pest verschont
worden. Vor allem Letzteres wurde nun zur Begründung der Anschuldigung
herangezogen.
Auf der Folter wurden von Einzelnen Geständnisse erpresst,
die dann in vielen Städten als Auftakt zu
neuerlichem Massenmord genutzt wurden. Etwa 350 jüdische Gemeinden im Rheinland,
in Thüringen, Bayern und Österreich fielen in der Zeit der Großen Pest und
danach der Judenverfolgung zum Opfer.
© Bibliographisches Institut AG, Mannheim, und Duden Paetec GmbH, Berlin.
Es ist bekannt, dass selbst im Falle einer
völligen Aufklärung und lückenlosen Entkräftung von Anschuldigungen, "etwas
hängen bleibt" und zum Vorurteil (>hier<)
wird. >Hier<
wird sehr ausführlich auf Wahrnehmungshemmung, Verdrängung, Emotionen, Vorurteile,
Wahnideen eingegangen. Insbesondere auf jener Seite zwei Artikel über:
1. "Die Ursachen der
sog. Vorurteilshaftigkeit" und
2. und "Die politische Dimension von
Vorurteilen".
Es ist nicht allzu lange her, da gab die absolute Steigerung des Judenhasswahns: Den Holocaust (griechisch: holocaustos »völlig verbrannt«, hebräisch: Schoah, Shoa, Shoah) eine totale Massenvernichtung. Der Oberleutnant Karl Adolf Eichmann (1962 in Israel als einziger dort jemals hingerichteter) hatte einen Vorgesetzten, den Hans Josef Maria Globke als Kommentator der NS-"Nürnberger Rassegesetze" gewesen, welche Handlungsrichtlinien für Eichmann waren. Globke wurde ab 1953 sogar Chef des Bundeskanzleramts unter dem konservativ katholischen Konrad Adenauer, dem Bundeskanzler und Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union, Nachfolgerin der Deutsche Zentrumspartei (Zentrum), Partei des politischen Katholizismus im Deutschen Reich, gegründet 1870/71. Diese Partei stimmte einstimmig dem Ermächtigungsgesetz des Adolf Hitler 1933 zu.
Dem Holocaust fielen, ohne jegliches wenn und aber, etwa 6 Millionen europäische Juden zum Opfer. In Polen und im Baltikum wurde die jüdische Bevölkerung nahezu vollständig ausgerottet. Es muss erwähnt werden, dass auch mindestens 500 000 Menschen nicht jüdischer Herkunft (unter anderen Zigeuner [Sinti und Roma]) den Tod fanden.
Fast jeder, den man heutzutage anspricht, hat aus obigen Darlegungen abgeleitet - immer noch zumindest - Vorbehalte (sehr gelinde gesagt) gegen Juden. Neulich sagte mal jemand: "Man muss sich fragen, warum überall auf der Welt Juden unbeliebt sind!"
Nichts passiert, wenn ein Papst Benedikt XVI. (alias Josef Ratzinger) zu Ostern 2010 wie die katholischen Führungskräfte eh und je zur Bekehrung der Juden aufruft (>hier< zur Seite "Christentreffen" - jedoch ist nach diesem Benedikt die Katholische Kirche die einzige!!).
Mehr unter schuelerlexikon.de/Geschichte/
Der demokratische Charakter Israels
Autor - Uri Dromi, Direktor der Abteilung: Publikationen des "Israeli Democracy Institute"
Stellungnahme zu den üblichen Ansichten:
Israel ist ein rassistischer Staat, weil er nur für Juden gedacht ist. ><
Israelische Araber werden diskriminiert und sind Bürger zweiter Klasse. ><
Grund und Boden im ganzen Land bleiben Juden vorbehalten. ><
Orthodoxe Kreise entscheiden für nicht-orthodoxe und säkulare Juden, wie sie zu leben haben. ><
Eine Demokratie kann nicht über ein fremdes Volk regieren, ohne korrumpiert zu werden. ><
Israel ist ein Militärstaat, der entweder direkt durch die Armee oder durch ehemalige Generäle, die sofort nach dem Dienst in die Politik eintreten, regiert wird. ><
Israel besitzt noch überholte Notstandsmaßnahmen aus der Mandatszeit. ><
Israel hat keine Verfassung. Eine zufällige Mehrheit in der Knesset könnte Gesetze verabschieden, die grundlegende Menschenrechte verletzen würden. ><
Die israelische Demokratie besitzt keine Überwachungsmechanismen. ><
Presse in Israel ist von der Regierung abhängig. ><
Die Presse unterliegt einer strengen Militärzensur. ><
Rede- und Meinungsfreiheit sind in Israel problematisch ><
Oft waren Regierungen dem Willen (und der Willkür) kleiner und sehr kleiner Parteien ausgesetzt. ><
Israel besitzt immer noch die Todesstrafe. ><
Kommentar von Uri Dromi:
Israel ist ein rassistischer Staat, weil er nur für Juden
gedacht ist.
Israel wurde als Staat gegründet, in dem die seit vielen Generationen verfolgten Juden eine Heimat haben würden. Nach dem Holocaust, in dem ein Drittel des jüdischen Volkes durch die Nazis vernichtet wurde, akzeptierte die ganze Welt den Anspruch der Juden auf eine eigene Heimat. Das israelische Parlament verabschiedete das „Recht auf Rückkehr“, damit jeder Jude überall auf der Erde einen Schlüssel zu einem sicheren Hafen habe. Mit diesem Gesetz erklärte der Staat Israel die Juden nicht zu einer besseren Volksgruppe, sondern es wurde dem jüdischen Volk nach seiner 2000-jährigen Leidensgeschichte eine Lösung geboten. Die Tatsache, dass Israel automatisch allen Juden das Einbürgerungsrecht gewährt, geht mit dem Zweck einher, dem jüdischen Volk eine Heimat zu schaffen. Andere Staaten bestimmen ebenfalls eigene Richtlinien betreffend Einwanderung und Einbürgerung, die ihren nationalen Zielen entsprechen. Araber, die in Israel leben, besitzen jedoch die gleichen Rechte wie die anderen Bürger des Staates.
Israelische Araber werden diskriminiert
und sind Bürger zweiter Klasse.
Während vieler Jahre waren die arabischen Bürger Israels tatsächlich benachteiligt. Sie erhielten nicht genügend finanzielle Zuteilungen durch die Regierung, und die Möglichkeiten zu sozialem Aufstieg waren – verglichen mit den Chancen der jüdischen Mitbürger – sehr begrenzt.
In den höheren Beamtenrängen sind arabische Israeli schlecht vertreten. Laut einer kürzlichen Untersuchung von “Sikkuy”, einer Organisation zur Förderung bürgerlicher Gleichberechtigung, stellten die Araber im Jahre 2000 18.6% der Gesamtbevölkerung Israels dar. Aber nur 2.5% der Mitarbeiter im Umweltministerium waren Araber, im Erziehungsministerium waren es 4.8%, im Wohnbauministerium 1%, im Landwirtschaftsministerium 4.2%. Bloß 4.5% der Richter in Israel sind Araber. Bei den Budgets sieht es ähnlich schlecht aus: Zum Beispiel sind von den Ausgaben von 3.5 Milliarden Schekel (1 Schekel etwa gleich 0,2 Euro [Anfang 2011]) des Ministeriums für Arbeits- und Sozialwesen lediglich 12 Millionen (3.4%) für den arabischen Sektor vorgesehen. Und auf 3000 arabische Bürger kommt ein Sozialarbeiter, während es in den jüdischen Städten einen Sozialarbeiter für 1000 Bürger gibt.
Die zweite Rabin-Regierung (1992 – 1995) versuchte vergangene Fehler wieder gutzumachen. Enorme Summen wurden dem arabischen Sektor zugeteilt, um die Infrastruktur, den Unterricht und das Gesundheitswesen zu verbessern sowie Arbeitsplätze zu schaffen. Die folgenden Regierungen taten das gleiche. Kürzlich teilte die Regierung dem arabischen Sektor zusätzliche 4 Milliarden Dollar zu. In den oberen Beamtenrängen des Staates wurden 80 Positionen zur Förderung der arabischen Bürger reserviert.
Diese Bemühungen reichen zwar noch nicht aus, aber es wächst die Erkenntnis – sowohl in höheren Regierungskreisen als auch in der Bevölkerung –, dass eine Politik, bei der ein Fünftel der Bevölkerung nicht an den Früchten einer wohlgehenden demokratischen Gesellschaft teilhat, falsch ist und rektifiziert werden muss. Das Bewusstsein, dass ein Mangel besteht, ist sicherlich ein guter Anfang zu einer Lösung.
Grund und Boden im ganzen Land bleiben Juden vorbehalten.
Da es das nationale Ziel des Staates ist, Juden eine Heimat zu schaffen, muss es Grund und Boden geben, auf dem Juden angesiedelt werden können. Es ist wahr, dass israelische Araber früher bei der Zuteilung von Land nicht die gleichen Rechte erhielten wie israelische Juden. In der Vergangenheit konnten israelische Araber Land und Wohnungen bloß in ihren Städten und Dörfern erwerben. Zudem gab es keine Entwicklungspläne für diese Gegenden, weshalb sich Nachkommen nicht in der Nähe ihrer Eltern niederlassen konnten, wie es die Tradition fordert.
Diese Praxis wurde vor das Oberste Gericht gezogen, das zugunsten der Appellanten urteilte: Der Staat müsse legale und praktische Möglichkeiten finden, um den arabischen Bürgern eine Verbesserung des Lebensstandards zu erlauben. Der Plan, der in den vergangenen Jahren von einem Expertenteam unter der Führung des Ministerpräsidentenamtes ausgearbeitet wurde, sieht ab dem Jahr 2020 die Ansiedlung der arabischen Bürger in zwei großen urbanen Zentren vor: Im Norden ist dies das Gebiet um Haifa, Akko, Nazareth und Tsfat, im Süden die Gegend um Beersheva, Rahat, Ofakim und Arad. So werden die Araber schließlich – wenn auch verspätet – in den Genuss der Vorteile des Staates kommen.
Die Regierung von Sharon ging noch einen Schritt weiter, als der Minister für Infrastruktur einen ehrgeizigen Plan zur Gründung einer arabischen Stadt verkündete.
>Hier< einiges zu Landkauf und Landbesetzung.
Orthodoxe Kreise entscheiden für nicht-orthodoxe und säkulare Juden, wie sie zu leben haben.
Die Situation in Israel betreffend die Beziehungen zwischen Religion und Staat ist das Produkt von Kompromissen. Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ist der Meinung, dass der Staat laut strikten „halachischen“ (d.h. alten jüdischen) Gesetzen regiert werden müsse. Ungefähr die gleiche Zahl denkt, dass der Staat sich nicht in religiöse Dinge einmischen soll. In der Mitte befindet sich ungefähr ein weiteres Drittel, das gegenüber der Kontroverse gleichgültig eingestellt ist.
Der Erfolg der Shinui-Partei, die als Protest gegen die Dominanz der Orthodoxie entstand, basiert darauf, dass sich ein großer Teil des Volkes seine Lebensweise nicht von orthodox dominierten Behörden vorschreiben lassen will. Viele junge Paare fliegen zum Beispiel nach Zypern, um in einer zivilen Zeremonie zu heiraten, anstatt sich den Forderungen des Religionsministeriums zu fügen.
Meinungsumfragen haben gezeigt, dass die meisten Israeli, auch diejenigen, die sich nicht als orthodox oder religiös bezeichnen, eine positive Einstellung zur Religion haben. Viele gehen regelmässig in die Synagoge, auch wenn sie nur einen Teil der religiösen Rituale befolgen, und viele weitere besuchen die Synagoge zumindest an den hohen Feiertagen. In der Armee ist die Verpflegung koscher, damit sich orthodoxe Soldaten nicht entfremdet fühlen. Im allgemeinen akzeptieren Israeli solche Kompromisse, da sie die einzige Möglichkeit darstellen, allen Juden das Gefühl der Zugehörigkeit zu geben.
Eine Demokratie kann nicht über ein fremdes Volk regieren, ohne korrumpiert zu werden.
Jüdische Siedler (zum Beispiel in Hebron) erhalten im Gegensatz zu ihren palästinensischen Nachbarn größere Wasserzuteilungen und unterliegen keinen Reisebeschränkungen. Dies steht in Widerspruch zu den Grundprinzipien einer Demokratie, in der alle Menschen gleich sind. Noch gefährlicher für den demokratischen Charakter des Staates ist die Tatsache, dass es ein Justizsystem für Juden gibt und ein anderes für Palästinenser. Diese Situation, die schon seit 1967 andauert, ist mit dem Charakter einer Demokratie unvereinbar.
Seit langem ist es Israels Ziel, besetztes Land für Frieden zu tauschen. Bisher verunmöglichten arabische Widerstände einen solchen Tausch. Als die Araber endlich zu einem Abkommen bereit schienen, waren Judäa, Samaria und der Gazastreifen schon mit jüdischen Bewohnern besiedelt (heute etwa 200,000). Lassen wir das Argument beiseite, laut dem viele Juden diese Gebiete als Teile des von Gott versprochenen Landes darstellen. Tatsache ist, dass Israel sogar noch vor kurzer Zeit bereit war, über die besetzten Gebiete zu verhandeln. Aber auch dieses Angebot wurde wieder zurückgewiesen.
Die israelische Armee konnte sich der Probleme, die andere Besatzungstruppen in ähnlichen Situationen befallen, größtenteils erfolgreich erwehren. Die Tatsachen, dass das israelische Militär eine Armee des Volkes und in Israel eine freie Presse vorhanden ist, die jeden Schritt der Regierung und ihrer Ämter unter die Lupe nimmt, sind die besten Garantien gegen negative Tendenzen. Außerdem steht allen Palästinensern, die meinen, dass ihre Rechte missachtet werden, der Weg vor das Oberste Gericht offen.
Israel ist ein Militärstaat, der entweder direkt durch die Armee oder durch ehemalige Generäle, die sofort nach dem Dienst in die Politik eintreten, regiert wird.
Es ist wahr, dass Sicherheitsaspekte wegen der Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt war, in vielen Bereichen großes Gewicht erhielten. Unter diesen Umständen übte natürlich die Armee eine Anziehungskraft auf die besten Kräfte aus. Aber die Autorität der zivilen Macht über die militärische war sogar in Zeiten nationaler Krisen absolut.
Es ist nur natürlich, dass Leute mit Ehrgeiz und Talent im zivilen Sektor weiter wirken, nachdem sie sich von der Armee verabschiedet haben, und dort versuchen, in die oberen Rängen der Macht zu gelangen. Deshalb hatte Israel mehrere Ministerpräsidenten, die früher Generäle waren (Rabin, Barak, Sharon), und Minister, die viele Jahre in der Armee dienten. Aber nachdem die Offiziere einmal in den Ruhestand getreten sind, ist der Wechsel ins zivile Leben vollkommen. Die Kontrolle der Knesset und die freie Presse garantieren die Vorherrschaft der zivilen Autorität über die militärische.
Die militärische Schulung ehemaliger Offiziere prägt ihre Denkweisen allerdings auch in ihren weiteren zivilen oder politischen Karrieren. Der hohe Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt (18%) trägt ebenfalls zur Ubiquität (= Allgegenwärtigkeit) militärischer Anschauungen im Leben Israels bei. Die alljährlich formulierte strategische Beurteilung, die Israels Rolle für die nahe und mittlere Zukunft bestimmt, wird fast ausschließlich durch die Armee erstellt.
Anmerkung: Leider liegt Israel im Prinzip im ehemaligen Palstinensergebiet,
wo in den Restgebieten (s. oben) die Hamas (arabisch: „Eifer") eine wichtige Rolle spielt als
politische Partei mit einem sozialem Netzwerk,
als eine Islamische
Widerstandsbewegung, aber auch als eine palästinensisch sunnitisch-islamistisch paramilitärische Terrororganisation.
Leider wird Israel immer wieder durch islamistische Selbstmordattentäter provoziert oder einfach - außerdem auch durch Beschuss von selbst gebastelten Raketen, vielleicht aus einer auch nur in Form von Streichen dummer Jungen, Leider reagiert Israel mit oft überzogener Vergeltung. (natürlich hat das Militär die eigene Bevölkerung zu schützen. Dieses Spiel geht seit Jahren.
Israel besitzt noch überholte Notstandsmaßnahmen aus der Mandatszeit.
Die Notstandsmaßnahmen, die durch die britische Mandatsbehörde 1945 in Palästina eingeführt wurden, waren damals wegen der instabilen, gewalttätigen Situation notwendig –der Weltkrieg wütete, und in Palästina herrschten Unruhen. Die Notstandsmaßnahmen wurden vom neugegründeten Staat Israel übernommen und von Zeit zu Zeit benützt, um Sicherheitsrisiken abzudecken: Verdächtige wurden ohne Gerichtsbeschluss interniert, Häuser zerstört, Reisen eingeschränkt usw. Dies geschah vor allem in den besetzten Gebieten.
Die andauernde Bedrohung Israels könnte es vielleicht rechtfertigen, die Situation als kontinuierlichen Notstand zu definieren. Aber es lassen sich immer mehr Stimmen in Israel vernehmen, die behaupten, dass die regulären Gesetze zur Behandlung sicherheitsbezogener Verbrechen und Risiken ausreichen. Sie verlangen die gänzliche Abschaffung der Notstandsmaßnahmen. Jedermann, der meint, dass seine humanitären oder zivilen Rechte eingeschränkt werden, kann an das Oberste Gericht appellieren. Palästinenser machten von diesem Recht schon oft Gebrauch.
Israel hat keine Verfassung. Eine zufällige Mehrheit in der Knesset könnte Gesetze verabschieden, die grundlegende Menschenrechte verletzen würden.
Israel besitzt tatsächlich im Gegensatz zu anderen Demokratien keine Verfassung. Der Grund für deren Fehlen geht auf die dramatischen Tage vor der Staatsgründung zurück. Damals wurden enorme Anstrengungen zur Schaffung eines Rahmens unternommen, der den meisten politischen und sozialen Kräften in der jüdischen Gesellschaft gestatten würde, an der Schaffung des Staates teilzuhaben. Ein Krieg wütete, und im Gegensatz zu den „Founding Fathers“ der Vereinigten Staaten hatte man keine Zeit für ausgiebige Beratungen. Die Standpunkte zum Charakter des zukünftigen Staates waren so unterschiedlich, dass eine schriftliche Verfassung nie von allen Seiten akzeptiert worden wäre. Stattdessen wurde eine Unabhängigkeitserklärung formuliert, die als de facto-Verfassung diente. Das Oberste Gericht bezog sich in vielen Urteilen auf die Unabhängigkeitserklärung und erhob das Dokument in den Status einer Verfassung.
Nachdem die Knesset 1992 zwei Grundgesetze zur „menschlichen Würde und Freiheit“ und zur „freien Arbeitswahl “ verabschiedete, ist in Israel eine Art konstitutionelle Revolution entstanden. (Der Ausdruck stammt von Aharon Barak, dem Präsidenten des Obersten Gerichts.) Diese Grundgesetze sind in Israel den anderen Gesetzen übergeordnet. Gesetze, die vom Parlament verabschiedet werden, aber grundlegende Menschenrechte tangieren, können also vom Obersten Gericht annulliert werden. Obwohl diese Möglichkeit noch keinem Test unterzogen wurde, bringt die blosse Existenz solcher Grundgesetze eine verfassungsmässige Atmosphäre mit sich. Die Knesset lässt grösste Vorsicht walten, damit Rechte von Minderheiten nicht tangiert werden.
Das Israel Democracy Institute (IDI) hat eine landesweite Bewegung ins Leben gerufen, die durch Konsensus eine Verfassung schaffen soll. Ein öffentlicher Rat, dem 70 Experten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angehören, arbeitet seit einem Jahr an der Ausarbeitung eines Konzepts für eine Verfassung, das der Knesset vorgelegt werden soll.
Die israelische Demokratie besitzt keine Überwachungsmechanismen.
Solange Israel keine Verfassung besitzt, fungiert die freie Presse als Wächterin über die Rechte der Minderheiten. Es gibt fünf hebräische, zwei arabische, zwei englische und vier russische Tageszeitungen. Zusätzlich erscheinen zahlreiche Wochenzeitungen sowie lokale Zeitschriften in allen Sprachen, und es gibt mehrere lokale Radio- und Fernsehstationen. Klagen von Minderheiten können deshalb immer Gehör finden.
Menschenrechtsorganisationen sind auf diesem Gebiet ebenfalls aktiv. Am prominentesten ist die „Association for Civil Rights in Israel“, die 1972 gegründet wurde und in der Beilegung von Konflikten, dem Lobbying für Menschenrechte und der Unterweisung der Bevölkerung in ihre Rechte und Pflichten sehr erfolgreich ist.
Eine weitere Barriere gegen den Missbrauch der Macht durch die Exekutive ist das Amt des Staatskontrolleurs, das jährlich tiefschürfende Untersuchungen vornimmt. Dadurch wird Transparenz geschaffen und die Regierung zur Rechenschaft gezogen.
Die Presse in Israel ist von der Regierung abhängig.
In den frühen Tagen nach der Staatsgründung war das israelische Radio tatsächlich sehr von der Regierung abhängig, und die Tageszeitung der Gewerkschaft „Davar*“ war das Sprachrohr der regierenden Partei Mapai
(Mifleget Poalei Eretz Yisrael d.h. Partei der Arbeiter des Landes Israel), existierte 1930–1968. (Sie wurde in den 1930er Jahren als moderatere Splittergruppe der marxistisch-zionistisch russischen Partei Poalei Tzion gegründet.) Diese Tage sind vorbei. Das israelische Radio und das Fernsehen unterstehen der „Israel Broadcasting Authority“, die das gesetzlich verankerte Recht garantiert, dass sie frei von Einflussnahme durch Politiker sind. Mit der Gründung des privaten zweiten Fernsehkanals 1993 und der Schaffung lokaler Radiostationen wurde das Monopol im Äther gebrochen. Parteizeitungen gibt es praktisch nicht mehr. „Galei Tsahal“, der Radiosender der Armee, hat eine militärische Agenda, besitzt aber erstaunlicherweise grosse Unabhängigkeit. Seine Journalisten und Redakteure handeln nach streng professionellen journalistischen Kriterien.* Hebräisch:
Wort/Rede, Sache/Ereignis/Thema (wovon die Rede ist), rechtliche Angelegenheit (
Die Presse unterliegt einer strengen Militärzensur.
Wegen der Sicherheitsbedrohungen existiert in Israel eine militärische Zensurbehörde. Zeitungen und andere Medien müssen Material, das militärische Themen betrifft, vor der Publikation dem Zensor vorlegen. In Wirklichkeit hat sich die Militärzensur jedoch auf äußerst heikle Bereiche zurückgezogen, wie zum Beispiel solche, die den Staat oder kämpfende Truppen einer Gefahr aussetzen könnten. Ein Spezialfall ist die Regelung, dass über Zwischenfälle mit Todesfällen nichts veröffentlicht wird, solange die betroffenen Familien nicht benachrichtigt wurden.
Militärzensur wurde in den ersten Jahren nach der Staatsgründung benützt, um die arabischen Medien in Israel zu überwachen. Diese Praxis ist praktisch verschwunden, und die arabischen Zeitungen genießen heute in etwa die gleiche Pressefreiheit wie die hebräischen. Arabische Medien werden zwar immer noch stärker zensuriert als jüdische, aber in weit geringerem Masse als früher. Das Oberste Gericht interveniert heutzutage schnell zugunsten der Medien. Dadurch wird ungerechtfertigter Zensur ein Hemmschuh gesetzt.
Rede- und Meinungsfreiheit sind in Israel problematisch.
Israel ist eine Demokratie, in der auch Ansichten, die schwer zu akzeptieren sind, ohne Einschränkungen öffentlich zum Ausdruck gebracht werden dürfen. Ausnahmen sind einzig Aufforderungen zur Zerstörung des Staates Israel oder offene rassistische Aufrufe. Dies waren die Gründe, dass in den Siebzigerjahren die linksradikale Bewegung „Derekh Hanitzotz“ (Der Weg des Funkens) sowie die rassistische Bewegung des Rabbi Meir Kahane für illegal erklärt wurden.
Nach der Ermordung von Ministerpräsident Rabin 1995 wurde die Redefreiheit erneut geprüft. Rufe wurden laut, die behaupteten, dass gewisse Aufrufe vor dem tragischem Ereignis eigentlich Aufhetzung und nicht legitimen Dissens darstellten. Trotz dem katastrophalem Ereignis wurde die Redefreiheit aber nicht beschränkt. Regierungsgegner von allen Seiten können auch die kontroversesten Ansichten frei zum Ausdruck bringen. Arabische Knessetmitglieder artikulieren ohne Einschränkungen ihre nicht-zionistischen (und anti-zionistischen) Standpunkte, die viele Israeli in Rage bringen. Die israelische Demokratie ist jedoch stark genug, um die Redefreiheit im Lande nicht zu beschränken.
Israels Demokratie sieht sich wegen der prekären Sicherheitslage grossem Druck ausgesetzt. Die Öffentlichkeit ist mehr denn je bereit, Maßnahmen zu akzeptieren, die in normalen Zeiten als überflüssig oder unnötig hart gelten würden. Zum Beispiel wurde dem Abgeordneten Azmi Bishara die parlamentarische Immunität wegen aufwieglerischer Reden aberkannt. In Israel entstand darüber eine lebhafte Debatte. Viele Persönlichkeiten sprachen sich unter Hinweis auf die Redefreiheit gegen diese Maßnahme aus. Andere behaupteten, dass das Parlament bei arabischen Abgeordneten einen anderen Maßstab ansetze. Ein Grossteil des Volkes meint jedoch, dass es eindeutig strafbar sein müsse, Unterstützung für den Gegner auszudrücken, wenn Israel angegriffen wird.
Oft waren Regierungen dem Willen (und der Willkür) kleiner und sehr kleiner Parteien ausgesetzt.
Zur Zeit ist die Mindestzahl der Stimmen, die eine Partei für den Eintritt in die Knesset erhalten muss, sehr tief (1.5% der Stimmen). Manche Politiker und Experten verlangen eine Erhöhung dieser Hürde. Aber Israel ist ein pluralistischer Staat mit vielen heterogenen Gruppen (Immigranten, Orthodoxe, usw.) Diese Gruppen dürfen nicht dadurch entmündigt werden, dass die Schwelle für den Eintritt in die Knesset zu hoch angesetzt wird. Die Kehrseite der Medaille ist in der Tat, dass in der Knesset viele kleine Parteien vertreten sind und dass die Regierung oft von ihnen abhängt.
Israel besitzt immer noch die Todesstrafe.
Die Todesstrafe zur Sühne einer Mordtat wurde 1954 gestrichen. In den israelischen Gesetzbüchern gibt es die Todesstrafe nur für Nazischergen. Mit Ausnahme der Exekution von Adolf Eichmann wurde sie nie ausgeführt. Militärgerichte können einen Schuldigen zum Tode verurteilen, aber die Anklagevertretung verlangt die Strafe nie. Die einzige Ausnahme stammt aus dem Jahre 1948, als ein Offizier als Kollaborateur zum Tode verurteilt und die Strafe vollstreckt wurde. (Der Offizier wurde später rehabilitiert.)

Der Tempelberg mit dem Felsendom in Jerusalem
Obiger Text (weitgehend)
aus:
http://www.anti-defamation.ch/index.php?id=10§ion=3
Von israelischer Seite wird behauptet, die absolute Mehrheit der
Gebiete, die derzeit von den Siedlungen in Anspruch genommen werden,
gehörten entweder dem Staat, von dem sie gepachtet seien, oder seien
rechtmäßig von den Palästinensern gekauft worden. Es sei nicht illegal,
auf diese Weise Land zu erwerben. Davon abgesehen seien diese Gebiete in
einem Verteidigungskrieg erobert worden und würden deshalb rechtmäßigerweise als Reparation dem israelischen Staat gehören.
Gegner dieser Ansicht sagen, das vakante Land habe entweder geflohenen Arabern gehört oder sei gemeinschaftliches Land gewesen, das kollektiv einem Dorf gehört habe. Diese Praxis hatte sich unter osmanischer Herrschaft gebildet, die Briten und die Jordanier versuchten allerdings seit den späten 1920 Jahren erfolglos, diese Praxis zu beenden. Die Gegner berufen sich des Weiteren auf die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates, die Israel auffordert, sich aus den Gebieten bzw. Gebieten zurückzuziehen, die es im Sechstagekrieg erobert hat.
B'Tselem (eine israelische Nichtregierungsorganisation) behauptet, die israelischen Regierungen hätten das Nichtvorhandensein von modernen Rechtsdokumenten für das gemeinschaftliche Land ausgenutzt, um es sich anzueignen. Zusammengenommen befinden sich so laut B’Tselem etwa 42 % des Westjordanlands unter israelischer Kontrolle.
Die israelische Organisation Peace Now dokumentiert, dass rund 40 % der Siedlungen auf Land errichtet wurden, das sich in palästinensischem Privatbesitz befindet.
Ende Januar 2009 gelangte die
liberale israelische Tageszeitung Haaretz („Das Land“, meint
Israel*) an
eine geheime Siedlungsdatenbank, die vom Verteidigungsminister Ehud
Barak wegen ihrer politischen Brisanz zurückgehalten wurde. Die
Datenbank belegt, dass in 75% aller Siedlungen im Westjordanland
Bebauungen zum Teil in erheblichem Umfang ohne Genehmigung oder sogar
gegen israelische Bestimmungen vorgenommen wurden. In über 30 Siedlungen
wurden Gebäude und Infrastruktur (Straßen, Schulen, Synagogen,
Jeschiwas und auch Polizeistationen) auf Privateigentum von
Palästinensern errichtet.
* Die
Zeitung nimmt oft eine pro-palästinensische Haltung ein.
Mit Theodor Herzl, 1860 in Budapest geboren, beginnt ein neuer Abschnitt jüdischer Geschichte. Herzl gründet die zionistische Bewegung, mit dem Ziel, einen nationalen Staat in Palästina zu gründen und zu sichern.
Mit 26 Jahren, 1886, schreibt er das Buch "Der Judenstaat, Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage". Er ruft alle Juden auf, sich weltweit zusammenzuschließen, um in einem eigenen Land wieder einen eigenen Staat zu gründen.
Herzl schreibt in sein Tagebuch: Ich habe in diesen Tagen öfter befürchtet irrsinnig zu werden. So jagten die Gedanken durch meine Seele. Zwar sieht alles noch aus wie ein mächtiger Traum. Was daraus wird, ist jetzt noch nicht zu ahnen. Ein ganzes Leben wird nicht ausreichen, alles auszuführen."
Im Jahre 1897, beim ersten Zionistenkongress in Basel sagt Theodor Herzl: "In Basel habe ich den jüdischen Staat gegründet. Vielleicht schon in fünf, bestimmt jedoch in fünfzig Jahren werden wir es alle erleben."
Bedingt durch die Pogrome in Rußland kommt 1882 eine kleine Gruppe erster Einwanderer nach Palästina. Dreizehn junge Männer und eine Frau aus Odessa sogenannte "Halutsim-Pioniere (Halutziut: Bahnbrecher, Wegbereiter).
Der Boden Palästinas wird Quadratmeter für Quadratmeter von arabischen Besitzern abgekauft. Weltweit sammeln jüdische Gemeinden dafür Unsummen von Geld. Um den Landkauf zu koordinieren, gründet Herzl 1901 den jüdischen Nationalfond.
Die Tagebuchnotiz eines Einwanderers: "Dies gelobte Land war nicht ein Land, wo Milch und Honig floß, sondern ein Land faulender Sümpfe, da Araber und Türken seit tausend Jahren nichts für diese Erde getan haben." ..."Das Hula-Moor (?)war ein unergründlicher Sumpf, mit finsteren Dickichten aus undurchdringlich verfilztem Unterholz und Papyrusstauden, die bis zu neun Metern hoch anfragten. Im schlammigen Boden lebten giftige Schlangen, Skorpione, Ratten und hundert andere Arten Getiere."
Um die Jahrhundertwende leben bereits 24 000 jüdische Einwanderer in Palästina; 1902 existierten 20 jüdische Farmen und landwirtschaftliche Betriebe.
Mit der zweiten großen Einwanderungswelle 1906 kommt auch Ben Gurion, später erster Ministerpräsident Israels, nach Palästina. Man sagt: Herzl war der Träumer, der Prophet des politischen Zionismus und Israels; Ben Gurion war dessen Baumeister.
1909 wird Tel-Aviv gegründet, von 1948 bis 1980 Hauptstadt des neuen Staates Israel. Noch gibt es den jüdischen Staat nicht. Seine Existenz auf der politischen Weltbühne ist noch nicht legitimiert.
Obige
Kommentare müssen noch mit Belegen beziehungsweise Einzelnachweisen)
ausgestattet werden. Fragliche Angaben werden möglicherweise demnächst entfernt.
Walter Rath
Michael Wolffsohn:
Wem gehört das Heilige Land?
Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern
C. Bertelsmann
2. Auflage
© C. Bertelsmann Verlag GmbH, München
1992 Umschlaggestaltung: Clans Grube
Karten: Adolf Böhm
Satz: IBV Satz- und Datentechnik GmbH, Berlin/1053 Druck: Wiener Verlag
Printed in Austria
ISBN 3-570-01622-6
Auf Außenumschlagsseite:
Machtinteressen, Parteilichkeit und Vorurteile verstellen
den Blick auf die politische Lage im Nahen Osten. Die Frage: »Wem gehört das
Heilige Land?« zu beantworten, heißt, an die Wurzeln der Konflikte Israels
mit seinen Nachbarn vorzustoßen. Und es bedeutet, Mythen zu zerstören.
Recht gegen Recht – das war bisher die nur scheinbar vernünftige Formel, auf
deren Basis eine Lösung der unversöhnlichen Gegensätze versucht wurde. Doch
im Heiligen Land stehen Rechtsansprüche auf tönernen Füßen, denn seit über
dreitausend Jahren herrscht Unrecht gegen Unrecht.
Die Geschichte des Heiligen Landes ist eine Geschichte der Eroberung. Alte
Rechtfertigungen für Macht- und Gebietsansprüche taugen daher nicht für eine
Strategie der Konfliktlösung, die die unterschiedlichen religiösen Gefühle
der dort lebenden Menschen und ihre verschiedenen Lebensinteressen
miteinander aussöhnen will.
Wolffsohn schreibt: Dieses Buch widme ich allen Menschen,
die im Heiligen Land leben wollten und wollen —
ohne andere zu töten.
Umschlagsinnenseiten:
Wer lebte zuerst im Heiligen Land: Juden oder Araber? Wer lebte dort länger,
und welches Recht läßt sich daraus ableiten? Und wo liegen eigentlich die
Grenzen des Heiligen Landes, um dessen Besitz Juden und Araber ringen, das
aber auch die Christen zur Zeit der Kreuzzüge zu erobern suchten? Wie heilig
ist dieses Land in der Religion der Juden, der Mohammedaner und der Christen
wirklich? Ist die Religion vielleicht nur opportunes Mittel zum politischen
Zweck?
Die Verknüpfung von Heilsgeschichte und Politik, von Machtinteressen und
Glaubenskriegen blockiert bis heute den Frieden im Nahen Osten. Michael
Wolffsohn deckt auf, wie deutlich die Bibel, der Talmud, der Koran sowie
historische Quellen Auskunft geben können, würde man sie nur vorurteilsfrei
befragen. Die unversöhnlichen Interessen der verschiedenen Konfliktparteien
lassen jedoch bisher nur politisch wie religiös einseitige Interpretationen
der historischen Fakten zur Geltung kommen. Und die werden auf dem Rücken
der Gläubigen ausgetragen. Das Schlagwort Recht gegen Recht erweist sich als
untauglicher Versuch, eine scheinbar vernünftige Lösung zu finden. Denn alle
Rechtsansprüche führen im Heiligen Land auf gewaltsame Eroberungen zurück.
Weder Juden noch Palästinenser können sich darauf berufen, die wahren
Eigentümer dieses Landes oder deren legitime Nachfahren zu sein. Auch sie
sind, wie viele andere vor und nach ihnen, als Eroberer gekommen und haben
versucht, den Schwächeren zu verdrängen oder zu beherrschen. So gesehen
steht Unrecht gegen Unrecht.
In diesem Buch schildert Michael Wolffsohn (Bild rechts)
die rund viertausendjährige
Geschichte des Kampfes um dieses den Juden, Mohammedanern und auch Christen
heilige Land sowie um Jerusalem, die Heilige Stadt. Er beginnt bei den
Stammvätern Abraham, Jitzchak (El Jitzchak ist
Isaak - weiß doch jeder!) und Jakob (also Vater, Sohn und
Enkel), schreibt über König David und David-Ben Gurion, den
Staatsgründer Israels, und endet in unseren Tagen bei König Hussein, den
Palästinensern und der Zerstrittenheit unter den israelischen Politikern.
Professor Dr. Michael Wolffsohn, geh. 1947 in Tel-Aviv, lebt seit 1954 in
Deutschland und leistete 1967 bis 1970 den Wehrdienst in Israel ab. Nach dem
Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre hat er
heute einen Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität der
Bundeswehr in München.
Er hat bisher fünfzehn Bücher geschrieben, unter anderem: »Ewige Schuld? 40
Jahre Deutsch-Jüdisch-Israelische Beziehung«; (mit Friedrich Schreiber:)
»Nahost«; »Keine Angst vor Deutschland!«; »Israel: Politik, Gesellschaft,
Wirtschaft«; bei C. Bertelsmann erschien 1991: »Spanien, Deutschland und die
»Jüdische Weltmacht«.
Der Inhalt:
Information statt Agitation
Heiliges Land? Israel? Palästina?
Religiosität und Politik
Fromme, Frömmler und der »tote Gott«
Fundamentalismus als Schutzschild der Kultur?
Ist Zionismus Gotteslästerung?
Zionismus im Koran?
Das Heilige Land, die Religionen und die Politik
WAS ist das Heilige Land? Biblische GrenzenDie Geschichte der Besitzwechsel
Rassenkunde und AhnenforschungUnrecht gegen Unrecht
Leseempfehlungen
Orts-, Personen- und Sachregister