Folklore

 

[englisch: "folk" + "lore" = Volkskunde] bedeutet Brauchtum, volkstümliche Überlieferung, Volkswissen und -glaube, in Form von Liedern, Märchen, Sagen, Trachten, Sitten und Gebräuchen. Folklore wird als schützenswert angesehen.

 

Nun ist mancherorts auch Tierquälerei eine schützenswerte (?) folkloristische Veranstaltung:

Sogar ein hochsensibler Ernest Hemingway ergötzte sich an Stierkämpfen
Jeder hat von den (volkstümlichen und sehr beliebten) spanischen Stierkämpfen gehört, die von Ostern bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen stattfinden. Eine Gruppe von Stierkämpfern (Toreros), gefolgt von Helfern (Chulos, was übersetzt auch Flegel, Angeber bedeutet) in Kostümen aus dem 17. Jahrhundert werden beim feierlichen Einzug in die Arena bejubelt. Von den "Chulos" wird der Stier in die Arena gebracht und mit einem meist roten Tuch gereizt und umher gejagt. Dem anstürmenden Stier werden Lanzen zwischen den Schulterblättern eingestochen, danach je zwei mit Bändern geschmückte und mit Widerhaken versehene Spieße von vorn in den Nacken des Stieres gestoßen. Das jetzt durch Schmerzen aufs Äußerste gereizten Tier wird von einem Torero mit einem an einem Stock befestigten roten Tuch zu einer bestimmten Reihe von Passagen gebracht und schließlich der Stier mit einem 90 cm langen Stoßdegen frontal zwischen die Schulterblätter erstochen. Geht das Tier danach nur in die Knie, erhält es vom "Schlächter" (Matador) den so genannten Gnadenstoß.

 

In Portugal und anderen Ländern wird heutzutage fast ausschließlich eine unblutige Form durchgeführt.
 

Bei anderen spanischen Volksfesten (Fiesta) erfreuen sich Menschen an noch grauenvolleren Tierquälereien, beispielsweise in einem Ort in Zentralspanien (Kastilien und León) werden Stiere und vor allem Bullen* im November in der Dunkelheit mit brennendem Gehörn durch den Ort in die Arena getrieben. Die Hörner sind mit Material für Fackel umwickelt und angesteckt worden. Die Wahnsinns-Schmerzen machen die Tiere noch "wilder". Sie werden als „Toro de fuego" (Feuerstiere) bezeichnet.

* bei einem Bullen sind die Hoden entfernt. Die Kastration erfolgt in der Regel ohne Betäubung.

 

In einem an der spanischen Mittelmeerküste (Costa Blanca) werden Stiere und die Bullen über den Hafenkai ins Meer gejagt. Wenn sie noch leben, versucht man sie mit Abschleppseilen an Land zu bekommen. Andernorts werden im September Stiere von Reitern unter dem Gejohle der Zuschauer mit Lanzen so lange malträtiert bis sie tot sind. Weil bei diesem „grausamen Spektakel" besonders viel Blut fließt, haben Fotografen und Kameraleute keinen Zutritt.

 

Obwohl Umfragen zufolge inzwischen drei Viertel der Spanier gegen das blutige Tiergemetzel, gegen „Tierquälerei als Volkssport" sind, und obgleich auch der sozialdemokratische Regierungschef Spaniens, Jose Luis Zapatero, mit einem Verbot durchaus sympathisiert, wird sich diese Tradition noch lange halten; denn Freunde der Stierkämpfe finden sich in allen Parteien, vor allem im Königshaus. Der beliebte König Juan Carlos ist Spaniens prominentester Stierkampf-Liebhaber.

 

„Das ist Traditionspflege", erhält man als Standardantwort aus den spanischen Rathäusern, wenn es um die Fortsetzung der sogar mit Steuergeldern organisierten grausamen Massenfeste geht.


 

Folgende Volksbelustigungen sind in "zivilisierten" Ländern verboten:

Kampf von gezüchteten Hähnen, aufgenommen in Indonesien  Gezüchtete Kampfböcke, aufgenommen in Indonesien

Das Ende des unterlegenen Bockes

Bild aus Indonesien