Merkantilismus
auch Colbertismus genannt; denn der Merkantilismus, als Vorstufe des heutigen Kapitalismus gesehen (z.B. von R.Walter in seiner "Wirtschaftsgeschichte. Vom Merkantilismus bis zur Gegenwart". Köln 2000), geht zurück auf den Marquis de Seignelay (in der Bourgogne), Jean Baptiste Colbert, der im September 1683 in Paris im Alter von 63 Jahren starb.

* Frühform von kapitalistischen, Handwerkstechnik anwendenden
Industriebetriebe, die von Großkaufleuten zur Befriedigung des Massenbedarfs bei
bestimmten Gütern organisiert
Merkantilismus
"Mercantilisme" bedeutet auf französisch: Profitgier und "mercantil":
krämerhaft. Als Merkantilismus wird vom 16. und im 18.Jahrhundert der Eingriff des Staates in Wirtschaftsprozesse
(Protektionismus) bezeichnet, wodurch die Wirtschafts-, Binnen- und
Außenhandelskraft sowie die
Finanzkraft der damals absolutistischen Staaten gestärkt werden sollte. Diese
staatlichen Eingriffe erfahren wir insbesondere auch heutzutage, beispielweise
durch Stützung von Industriezweigen, sogar der Banken (und vor allem dieser).
Damals begann die Vereinheitlichung des Mess-, Normen- und Prüfwesens, als Festlegung vom Maßen (insbesondere Gewicht), sowie des Geldes (Münzen). Binnenzölle wurden weitgehend beseitigt.
So, wie heute wurde auch damals eine staatliche Bevölkerungspolitik, d.h. Ein- bzw. Zuwanderungspolitik betrieben. Zur Überwindung der Folgen des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 48 ) wurde in Deutschland alles versucht, um die Bevölkerungszahl zu erhöhen.
Im Gegensatz zu heute wurden damals
die landwirtschaftlichen Möglichkeiten kaum beachtet, dafür jedoch dem Seehandel
und -verkehr große Bedeutung gegeben, dann wiederum eingeschränkt durch
bestimmte Ausfuhr- und bestimmte Einfuhrverbote.
Walter Rath, Januar 2009