
eine der am weitesten
verbreiteten Heiligen Schriften
schreibt der "Stern" Nr. 48 vom 25.11.2010
(>hier<)
>Hier< zu einigen Bildern,
>hier< zu den "Gutmenschen"
und der "Bereicherung" durch den Islam,
>hier< zu einem
Artikel »Der Islam
und das Unbehagen«.
>Hier< die
Vorstellung einer Koran-Übersetzung,
>hier< zu einem
Freitagsgebet zur Gedankenfreiheit.
>Hier< zum verlogenen Buch:
"Die schönsten Texte des Korans"
und auf getrennten Seiten:
>Hier< Vorstellung
einer Koranübersetzung aus dem Goldmann-Verlag
>hier<
die Verbindung zum israelischen Glauben (Thora und Talmud).
Die Bibel -
>hier< - darf natürlich auch
nicht fehlen.
Der Koran bietet mindestens 200 Verse der Verdammnis
von Nicht-Moslems >hier<.
Doch
>hier<
eine Untersuchung auf »Weltlichkeit« (Unstimmigkeit, Verlogenheit usw.)
insbesondere des Alten Testamentes (und damit der
Thora und des Talmuds,
sowie des Koran, die gleiche Gedanken wie das Alte
Testament haben):
Es ist »Die Unheilige Schrift« von Erhard
Zauner, wonach "das Gesicht
von Jahwe, einem pervertierten
abartigen kranken Wesen entspricht.
Doch der Autor zitiert nur die Bibel".
Nicht viel anders ist die »religiöse« Weltanschauung
des Buddhismus - >hier<.
Diese "Heilige Schrift" des Islam
[arabisch »Ergebung«], der Koran [arabisch »Lesung«]
ist an Intoleranz nicht zu überbieten. Hass und Hetze sind fast auf jeder
Seite dieser "Heiligen Schrift" zu finden, z.B.:
Es fängt schon in der wenige Zeilen langen ersten Sure (erster Vers) an: "...
über die du zürnst oder die in die Irre gehen."
In der weiten Sure geht es dann schon richtig los mit Vers [7] "Den Ungläubigen*
aber (für sie) ist es gleich, ob du sie mahnend warnst oder nicht: Sie bleiben
ungläubig. [8] Allah hat ihnen Herz und Ohr verschlossen, ihre Augen verhüllt -
harte Strafe wartet ihrer".
* Das sind alle Nicht-Muslime, d.h. Nicht-Islamischen-Gaubens
weiter: "... bittere Strafe wird sie wegen ihres
verlogenen Leugnens treffen..."
weiter: "Aber die Frevler lässt er im Irrtum bleiben."
weiter: "Nur Iblis, der hochmütige Teufel, weigerte sich. Er war einer der
Ungläubigen." - Also Allah ist offensichtlich nicht allmächtig; denn er hat doch
wohl, wenn alles erschaffen, auch den Teufel selbst.
Es geht weiter und weiter:
In Sure 14: "Die Übeltäter wollen wir ausrotten und euch das Land zur Wohnung
geben; denn so wird der belohnt, welcher mein Gericht und meine Drohung
fürchtet... Vor ihnen liegt die Hölle, dort sollen sie siedendes, ekles Wasser
trinken, daran sie nippen, weil der Ekel es nicht durch ihre Kehle lässt; der
Tod kommt zu ihnen von allen Seiten, und doch können sie nicht sterben."
Zu allem wird immer wieder betont: (beispielsweise Sure 14 [28]: ""Die Frevler
aber wird er in die Irre führen; denn Allah tut, was er will." Später [50] und
[51]: "Dann wirst du sehen, wie die Frevler an jenem Tag in Ketten geschlagen
werden und ihre Kleider werden von Pech sein, und ihre Angesichter werden
Feuersflammen bedecken."
Ähnliches wird auf fast 500 Seiten immer wieder und wieder wiederholt!
Immerhin schließt die letzte Sure Nr. EINHUNDERTUNDZEHN - Die Hilfe (Al Nasr):
"Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen. Wenn die Hilfe Allahs und der Sieg kommt
und du die Menschen scharenweise in die Religion Allahs eintreten siehst, dann
preise das Lob deines Herrn und bitte ihn um Vergebung. Er vergibt gnädig und
gern."
Wer einmal zum Islam gekommen ist entweder durch Geburt oder durch freiwilligen
Beitritt - auch das gibt es, der kann diese Religionsgemeinschaft nie mehr
verlassen; denn der "Abfall vom Glauben" (griechisch Apostasie) wird mit der
Todesstrafe bedroht nach den so genannten "nachahmenswerten Handlungen,
Billigungen von Handlungen Dritter, Empfehlungen und vor allen Dingen Verboten
und religiös-moralischen Warnungen", den Hadithen [Hadith,
arabisch: »Mitteilung«, »Erzählung«], die zwar im Koran als solche nicht
enthalten sind, aber in der Sunna [arabisch »Brauch«, »Sitte«,
»überlieferte Norm«], der Gesamtheit der von Mohammed überlieferten,
gesammelten Aussprüche, Entscheidungen und Verhaltensweisen. Die Sunna bildet
zusammen mit dem Koran die Grundlage des islamischen Rechts (der Scharia).
Man stelle sich vor, dass Menschen, die von den dauernden, täglichen
Wiederholungen indoktriniert worden sind, also der Beeinflussung im Sinn der
islamisch-religiösen und weltanschaulichen Doktrin (Lehre; zum Glaubenssatz
verhärtete Meinung), jeden verachten, ja als
vernichtenswert ansehen, der als ungläubig zu betrachten ist und alle nicht ihrer
Religion Zugehörigen als Feinde anschauen. Umgekehrt erkenne ich inzwischen in jedem mit islamischer "Demonstration"
in Form einer langen "Unterhose", einer Mütze, einer Verschleierung eine Provokation,
eine Brüskierung
und erkenne in diesen Muslimen die AnpassungsUNwilligkeit, die Verachtung der
Menschenrechte, der Grundgesetze und sonstiger Konventionen, die für Toleranz,
d.h. gegenseitiges Achten in unserem Kulturraum stehen. Man stelle sich vor,
dass da jemand mit Nazi-Armbinde in Israel rumlaufen würde!



Es gibt das Gutmenschentum der Die-Welt-beglücken-Wollenden
mit einer (mit einer grundsätzlich begrüßenswerten) Muti-Kulti-Ideologie.
Im Prinzip ist ja dagegen nichts einzuwenden, jedoch nur dann, wenn auch die zu
"beglückenden" Toleranz und Entgegenkommen praktizieren und nicht nur durch
Lippenbekenntnisse etwas vortäuschen. Wenn allerdings durch eingewanderte
Andersgläubige mit starrem Islam und das orthodoxe Judentum als eine Bereicherung
gesehen wird, dann muss diesen Gutmenschen Einhalt geboten werden. Zum
Beispiel:
-
haben Juden und Moslems ihren praktizierten, so genannten religiös begründeten
Brauch des betäubungslosen Schächtens gegen das deutsche Tierschutzgesetz
durchgesetzt und Ausnahmegenehmigungen erwirkt (>hier<
mehr), obwohl in deren sogenannten Heiligen Schriften noch nichts von Betäubung
bekannt und daher angeschnitten sein konnte.
-
Es ist doch wohl unzulässig, dass Lehrer und Schüler in Schulen mit einem hohen Anteil an islamischen Machotypen
zittern vor
Beschimpfungen, Verunglimpfungen und sogar körperlichen Angriffen. Wer sich
dagegen wehrt, wird jedoch nicht selten sogar von den Gutmenschenideologen als ausländerfeindlich bezeichnet.
Von einer
Integrationsbereitschaft und der Anerkennung unserer Verfassung und
Rechtsordnung ist oft, zumindest von Seiten der Religionsgemeinschaftsverbänden
sehr wenig zu vernehmen. Nicht einmal ein Tierschutzgesetz, das für jeden
Schlachtvorgang eine vorherige Betäubung vorschreibt, wird von den islamischen
und jüdischen Glaubensvertretern berücksichtigt. Dabei können sie sich nicht auf
irgendeine Gebot in ihren so genannten Heiligen Schriften berufen, wie vorher
schon erwähnt; denn während
deren Entstehung bzw. Niederschrift gab es noch keines der modernen Mittel.
Daraus erkennt man den erschreckenden Starrsinn und die große Gefahr, die von
Religionsvertretern ausgeht, die völlig unwillig sind, auch nur den
allergeringsten Kompromiss einzugehen. Solltne diese religiösen Kreise wieder zu
mehr Macht kommen, wonach sie hartnäckig streben, dann gibt es, wie gehabt, Mord
und Totschlag und "Marter jeder Arten" (aus der Oper: "Entführung
aus dem Serail" von Mozart zitiert),
>hierzu< mehr auf der Seite "das Judentum
und Israel".
Ein "Gutmensch" beim "Deutschlandfunk
(DRADIO?)" oder dem Westdeutschen Rundfunk hat einmal als "Positivum"
(Ermutigung) herausgefunden, dass in Sure 5 des Koran (übertragen
von Ludwig Ullmann, 1959, Verlag Goldmann) in Vers 33 steht: " Daher
haben wir den Kindern Israels vorgeschrieben: daß, wer einen umbringt, nicht um
zu vergelten oder weil dieser Verderben auf der Erde anrichtete (aus Vergeltung
oder im Krieg), es so sei, als habe er alle Menschen umgebracht. Wer
andererseits eines einzigen Menschen Leben rettet, nur einen am Leben erhält,
sei angesehen, als habe er das Leben aller Menschen erhalten. Unsere Gesandten
sind schon früher zu ihnen (den Juden) mit deutlichen Beweisen gekommen; nachher
waren doch noch viele von ihnen lasterhaft auf Erden." Diese wichtige Einschränkung, "nicht
um zu vergelten oder weil dieser Verderben auf der Erde anrichtete (aus
Vergeltung oder im Krieg)", hat der Gutmensch weggelassen und damit die in
Europa offiziell anerkannte Menschenrechtskonvention missachtet. Also ist nach wie vor
das Umbringen Nicht-Gläubiger erlaubt!?. Und: "Wer einen Menschen tötet, tötet die
ganze Welt - wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt," ist eine
vorislamische jüdische Weisheit, und dieses Zitat ist im berühmten Film
"Schindlers Liste*" als Spruch auf hebräisch auf einen Ring graviert, der am
Ende des Spielfilms, dem Fabrikanten Schindler von den Juden übergeben wird.
*
gedreht von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 nach dem gleichnamigen Roman ("Schindler's
Ark") von Thomas Keneally.
"Gutmenschen
sind die ignoranten Glucken, welche weitere Dummheit, Unausstehliches,
Unbelehrbares und das Unerträgliche bebrüten", ist unter den Aphorismen
>hier< zu finden.
Es sei auf das Buch von
Udo Ulfkotte*:
SOS Abendland aus dem Kopp-Verlag hingewiesen.
Artikel: 916600 (mit
DVD, ca. 110 Min,
Preis: 19.95 EUR)
* deutscher Journalist
und Publizist, der vor allem zu den Themengebieten Nachrichtendienste und Islam
veröffentlicht. Er war Schüler des Schweizer Kriminologen Rüdiger Herren und des
Beraters der Kohl-Regierung, Dieter Oberndörfer. Ulfkotte promovierte
1986 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über den Nahen Osten und
arbeitete anschließend bis Ende 2003 in der außenpolitischen Redaktion
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Zwischen 1986 und 1998 lebte
Ulfkotte überwiegend in islamischen Staaten . Er berichtete in einem
Interview, dass ihn diese Zeit entscheidend geprägt habe:
„Ich habe Hinrichtungen in
Saudi-Arabien erlebt und im Jemen gesehen, wie abgehackte Hände an
das Stadttor geheftet wurden. Ich habe Steinigungen gesehen von
Frauen, die Einteilung von Menschen in verschiedene Klassen und das
menschenverachtende Weltbild der Muslime erlebt.“
Mehr über den Autor bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte
Aus obigem Buch:
"Das Thema Islam spaltet die westlichen Gesellschaften. Während die einen den
Islam nur als ganz normale Religion und kulturelle Bereicherung ansehen,
warnen andere vor der dahinterstehenden politischen Ideologie und dem mit ihrem
Vormarsch einhergehenden Verfall westlicher Werte. Viele, die über das Thema
diskutieren, kennen allerdings die Fakten nicht.
Wussten Sie, dass:
- es in den Niederlanden seit Dezember 2009 separate Buslinien nur für
muslimische Frauen gibt?
- in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen von 2010 an Arabisch als
offizielle Zweitsprache in den staatlichen Schulen unterrichtet wird?
- es mitten in Europa Imame gibt, die junge Muslime dazu aufrufen,
unverschleierte Frauen zu vergewaltigen und den Sozialstaat zu betrügen?
- junge Muslime in »ihren« Wohnvierteln in europäischen Städten immer
öfter christliche Priester und Juden angreifen oder gar mit Gewalt
vertreiben?
- Anhänger des Islam in Berlin Metzger dazu auffordern, kein
Schweinefleisch mehr zu verkaufen, weil das ihre Religion »beleidige«?
- Muslime bei immer mehr Banken keine Überziehungszinsen zahlen müssen,
weil im Koran Zinsen verboten sind und deshalb die »Ungläubigen« die Zinsen
für die Muslime mitzahlen müssen?
- Muslimen die Scheidung per SMS gestattet ist – durch das dreimalige
Versenden der Nachricht »Ich verstoße Dich«?
- Muslime in vielen europäischen Staaten aus Steuergeldern finanzierte
Sonderzuwendungen bekommen, wenn sie in der (gesetzlich in Europa
verbotenen) Vielehe leben?
- nur in Deutschland aus Gründen der politischen Korrektheit nicht über
die vielen Geisteskrankheiten gesprochen wird, die mit Inzest und
Verwandtenheiraten unter Mitbürgern aus dem islamischen Kulturkreis
einhergehen?
- die europäische Hauptstadt Brüssel voraussichtlich Ende des nächsten
Jahrzehnts eine islamische Stadt sein wird?
- der Verfassungsschutz vor jungen Türken als der größten zukünftigen
Gefahr für die innere Sicherheit in Deutschland warnt?
- fast alle islamischen Moscheen in Deutschland nach Christenhassern,
Völkermördern und Menschenschlächtern benannt sind?
- drei Viertel der in Österreich lebenden Türken die Demokratie ablehnen
und nach Angaben der Wiener Regierung das Rechtssystem durch die Scharia
ersetzt sehen möchten?
- drei Viertel der Deutschen Angst vor dem Islam haben?
In dieser Vortragsdokumentation erfahren Sie viele weitere Fakten. Es sind
Fakten, die auf den ersten Blick unglaublich klingen, aber durch renommierte
Originalquellen für Sie dokumentiert wurden – für jeden nachprüfbar. Wenn Sie
die von den meisten Medien geschönte Wahrheit über die angebliche »kulturelle
Bereicherung« aus einer anderen Perspektive betrachten und den Verfall unserer
abendländischen Werte aufhalten wollen, dann sollten Sie diese politisch
unkorrekte DVD gesehen haben."
Walter Rath
In der Wochenzeitschrift Stern war zu lesen:
Der Mann hatte ein schweres Verbrechen begangen. Eben noch war Ghaus Zalmai
als Sprecher des afghanischen Generalstaatsanwalts hoch angesehen gewesen. Aber
nun forderten Demonstranten im ganzen Land seinen Tod. Sein Vergehen: Er hatte
eine Übersetzung des Korans in Dari herausgegeben, der afghanischen Mundart des
Persischen - ohne allerdings die arabische Originalversion mitzuveröffentlichen.
Eine unglaubliche Sünde, eiferte der damalige Religionsminister Sharani, mehr
noch: „Eine internationale zionistische Verschwörung gegen den Islam! Wir
verlangen Bestrafung!" Ein Mitglied der Akademie der Wissenschaften sekundierte:
„Ohne den arabischen Text kann keine Übersetzung Koran genannt werden! Außerdem
hat Zalmai geschrieben, manche Verse seien unklar. Das ist Ketzerei! Wer auch
nur einen Vers anzweifelt, wird zum Ungläubigen." Eine der größten Sünden. Im
Februar 2009 wurde Ghaus Zalmai zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der
Staatsanwalt hatte die Todesstrafe gefordert.
Es ist ein Zittern in der Welt um dieses Buch. Ein Tremolo der Furcht bei den
einen, ein Beben des eifernden Zorns bei anderen. Aber auch eine verzückte
Ekstase der Zuhörer, die dem psalmodierenden Gesang seiner Rezitation lauschen.
Manche glauben an die magischen Kräfte seiner Sätze, aufgeschrieben und klein
gerollt als Amulett in einem Beutelchen um den Hals getragen. Kranke sollen sie
heilen können, Antworten auf jede Frage enthalten und alles Wissen um die Welt.
Mehr sei nicht nötig als diese eine Schrift.
Man könnte sagen, der Koran ist das mächtigste Buch der Welt. Heilig bis zur
letzten Silbe für eineinhalb Milliarden Muslime, die sich bis zu fünfmal am Tag
im Gebet gen Mekka niederwerfen und die ersten Verse zitieren: „Im Namen Gottes,
des Barmherzigen, des Gnädigen, Lob sei Gott, dem Herrn der Welten."
Aber woher rührt diese Raserei gegen jede Beleidigung, ja häufig selbst gegen
jeden Versuch, den Koran zu verstehen jenseits seiner Wortwörtlichkeit? Warum
sprengen sich Jünger von al-Qaida in London, Madrid, New York in die Luft unter
Berufung auf die Botschaft der Schrift? Wieso gerät die Welt in Aufruhr, wenn
ein Pastor in Florida androht, Korane zu verbrennen? Was ist das für ein Buch,
für das so bereitwillig getötet und gestorben wird?
Erst einmal: Der Koran ist kein Buch, wie man sich ein Buch vorstellt. Er
erzählt keine Geschichte von Anfang bis Ende. Seine 114 Suren, Kapitel, sind
eine Sammlung von Predigten, die Mohammed über 22 Jahre von Gott empfangen haben
will. Er hat sie vorgetragen, sie wurden wiederholt, weitererzählt, auswendig
gelernt. Womöglich auf Palmblättern und Schulterknochen notiert. Aber erst zwei
Jahrzehnte nach Mohammeds Tod, als auch viele der „Sahaba", der
Prophetengefährten, ihre memorierten Verse mit ins Grab genommen hatten, trugen
anonyme Schreiber im Auftrag des dritten Kalifen Uthman alle Suren systematisch
zusammen, ohne Chronologie oder inhaltliche Verbindung, allein nach abnehmender
Länge. Bis auf die Fatiha, die kurze Eröffnungssure. So kam das Buch zustande.
Jede seiner Predigten beginnt neu, selbst innerhalb der Suren springt der
Faden von einem Thema zum nächsten, Andeutungen stehen neben Wiederholungen.
Aber dieses Buch will gar nicht erzählen: Es will warnen, es droht, schmeichelt
und dreht sich in donnernder Variantenfülle immer wieder um dasselbe: „Gläubige!
Gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Und fürchtet Gott! ... Haben die
Menschen denn nicht gesehen, wie viele Generationen wir vor ihnen haben zugrunde
gehen lassen?... Am Tage der Auferstehung werden diejenigen, die ungläubig
waren, in Scharen der Hölle zugeführt! ... Diejenigen aber, die sich vor ihrem
Herrn gefürchtet haben, werden in Scharen dem Paradies zugeführt! ... Wir haben
gewarnt! ... Die Ungläubigen werden Brennstoff des Höllenfeuers sein! ... Dein
Herr ist schnell im Bestrafen. Aber er ist auch barmherzig und bereit zu
vergeben... Außer ihm habt ihr weder Freund noch Helfer."
Die Stimme, die da spricht, hat keine Zeit zu verlieren. Im Stakkato arabischer
Reimprosa warnt sie, fordert, beschwört das Schicksal der Völker, die Gott und
seine Propheten nicht ernst nahmen. Das Volk der Ad: ausgerottet, nachdem es
seinen Propheten Hud verlacht hatte. Die Ägypter und der Pharao: von einer
Flutwelle begraben, nachdem sie Moses nicht geachtet hatten. Die Stadt des Lot:
im Steinhagel vernichtet.
In diesen Rhapsodien von Verdammnis und Verheißung werden die Hemden aus
kochendem Teer in der Hölle ausgemalt und das Schmoren im Feuer, bis die Haut
gar sei und immer wieder ausgetauscht werde, damit der Schmerz nie nachlasse.
Nicht ganz so oft, aber auch ausführlich geht es um die Honigwonnen des
Paradieses.
Goethe mag einst die „grenzenlosen Tautologien und Wiederholungen" des Korans
moniert haben. Aber er musste auch nicht als Prophet bestehen, anders als
Mohammed.
Denn wer ist Mohammed, der spätere Herrscher und Heerführer, als er in einer
Nacht im Monat Ramadan des Jahres 610 seine erste Offenbarung empfängt? Als sie
„zu ihm kam wie die Morgendämmerung" und Erzengel Gabriel den Verängstigten
bedrängte wiederzugeben, was er ihm vorgab? Nur ein zum Ehemann einer
Handelsherrin aufgestiegener Kaufmann aus Mekka, der Überlieferung nach 40 Jahre
alt. Angeblich ist er Mitglied einer losen Vereinigung „der Reinen", die „den
Schmutz meiden" und das lärmende Treiben am örtlichen Heiligtum verabscheuen.
Ein Suchender.
Die Welt jener Tage wimmelt von Göttern, Geistern, Dämonen. Durch Mohammeds
arabische Heimat stromern Kahins, Orakelpropheten, die in Trance reden, und
selbst Dichtern werden magische Kräfte zugeschrieben. Von heute aus betrachtet,
erscheint es normal, wenn Mohammed drei Jahre nach der ersten Offenbarung vor
einer Handvoll Getreuer predigt, dass alle alten Götter Irrtümer seien. Dass
seine Anhänger halbe Kontinente unterwerfen werden und ihm dereinst die Welt
zuhören wird. Aber aus damaliger Perspektive ist es ein schmaler Grat zwischen
Prophetie und Wahn.
Die Wüste mag ein guter Ort sein für Visionen. Aber wer keine hat, wird sie für
Luftspiegelungen des Geistes halten. Die erprobten Götter zu verraten, das
könnte ähnlich gefährlich werden, wie mit letzter Kraft einer trügerischen Fata
Morgana nachzurennen: Niemand vermag zu beweisen, dass die alten Götter
existieren, aber genauso wenig kann er das Gegenteil belegen. Und was, wenn sie
sich rächen für den Verrat?
Mohammeds erste Offenbarungen handeln vom einen Gott, der Gefolgschaft fordert,
vom Himmel und der Hölle. Doch nicht was er sagt, ist anfangs entscheidend.
Vielmehr: wie er es sagt. Oft enden ganze Reihen seiner Verse auf demselben
Reim, das gibt ihnen Kraft und Tempo. Seine Bilder sind poetisch, „wir haben den
unteren Himmel mit dem Schmuck der Sterne versehen". Er macht die Welt größer,
Gott mächtiger – und die Menschen kleiner. Er beschwört seine Zuhörer, sich zu
entscheiden, schürt Angst vor der Hölle, von deren Existenz er die meisten erst
überzeugen muss.
Der Koran entwirft eine Welt wie die, in der Mohammed bald seine Kämpfe führt:
Es gibt Verbündete im Text, es gibt Feinde und sogar, in den später gestrichenen
„satanischen" Versen, wechselnde Allianzen. Denn der Militärführer wie der
Prophet Mohammed stehen anfangs vor demselben Problem: Warum sollte jemand auf
ihn hören? Ihm folgen?
Mohammeds Lehre ist neu – aber sie darf nicht zu neu sein, will sie die Zweifler
auf ihre Seite ziehen. Die biblischen Propheten und ihre auch in Arabien
bekannten Ge schichten einfach zu leugnen hätte Moham med nicht stärker gemacht.
Also drehen Gott und sein Gesandter den Spieß um: Abraham, Moses, der Auszug der
Israeliten, David, Salomo, Joseph und der Pharao in Ägypten; Noah, die Sintflut
und natürlich Maria und Jesus, sie alle finden ihren Weg in den Ko ran. Nur mit
leicht veränderten Rollen. Die biblischen Geschichten und Wunder, die Propheten
und glorreichen Könige, sie alle seien vom selben Gott geschickt worden, der nun
auch Mohammed schicke. Sie seien Zeuge derselben Botschaft, die Mohammed den
Menschen bringe: Unterwerft euch! Dann winkt das Paradies. Sonst die Hölle.
Die Geschichte von Jesus allerdings wird an einer entscheidenden Stelle anders
erzählt. Er ist der Sohn Marias, gewiss – aber nicht Gottes Sohn! Es sei etwas
Schreckliches" zu glauben, Gott habe sich ein Kind „zugelegt", Sure 19. Gott
„zeugt nicht, und er ist auch nicht gezeugt", stellt schon Sure 112 klar, eine
der ältesten.
Vielleicht würde sich Gottes Gesandter neben dessen Sohn etwas klein ausnehmen.
Aber es gibt einen anderen, dringenderen Grund, die Idee zu verdammen, Gott
könne einen Sohn aus Nazareth haben: Er hat schon drei Töchter in Mekka. Bereits
lange vor Mohammeds Geburt wird dort ein höchster aller Götter angebetet: Ilah
heißt er auf alten Inschriften,
Allah nennen die Stämme ihn später. Sie verehren ihn als „Herrn der höchsten
Himmel" – und als Vater dreier Göttinnen.
Da ist al-Lat, wohl eine Fruchtbarkeitsgottheit, Manat, die Göttin des
Schicksals, und schließlich al-Uzza, die am ehesten der Venus entspricht. Die
drei Göttinnen Mekkas sind die härteste Konkurrenz zum unbedingten Glauben an
einen einzigen Gott. Ihrer Gläubigen sind viele, und sie sind mächtig. Mohammed
wird Mekka verlassen müssen, als er nicht aufhören will, wider die alten Idole
zu predigen. Denn damit berührt er einen wunden, sehr profanen Punkt seiner
Heimatstadt: Mekka,abseits der Karawanenrouten, lebt von den Pilgern, die
alljährlich in den heiligen drei Monaten, wenn Raubzüge verboten sind, zum
würfelförmigen Heiligtum der Kaaba kommen. Der Untergang der Götter wäre auch
ihr Ruin, fürchten die Mekkaner.
Mohammeds Kampf gegen die drei Göttinnen ist erbittert, fintenreich – und
lebensgefährlich für Abtrünnige bis in unsere Tage. Der Prophet wütet gegen die
Trias, spottet in Sure 53 über deren Anhänger, die doch stets Söhne bevorzugen –
aber ausgerechnet Töchter Gottes anbeten. „(Die drei) sind nichts als leere
Namen, die ihr erfunden habt."
Doch dann machen Gott und sein Gesandter eine taktische Wende, um die Mekkaner
zu locken: Mohammed nennt die Göttinnen die „höchsterhabenen Kraniche (oder auch
Reiher, da streiten die Übersetzer), auf deren Fürsprache gehofft wird". Niemand
weiß, ob das Angebot fruchtet. Aber es sollte nicht lange Bestand haben. So viel
Kompromiss vertrug sich letztlich doch nicht mit der donnernden Forderung, sich
dem einen, einzigen Gott zu unterwerfen.
Nur: Wie kann man offenbarte Worte wieder streichen? Die Koran-Kommentatoren
späterer Jahre berichteten von einer dramatischen Botschaft des Engels Gabriel
an Mohammed: Die freundlichen Verse seien gar nicht von Gott verkündet worden –
sondern vom Satan. Gott ließ sie widerrufen, lange bevor der Koran kodifiziert
wurde. Und als der Schriftsteller Salman Rushdie 1988 als Spiel mit der
Blasphemie seinen Roman „Die Satanischen Verse" veröffentlichte, rief der
iranische Ayatollah Chomaini folgerichtig in einer Fatwa zur Ermordung des
Autors auf: „Damit niemand sonst es wagt, die Heiligkeiten zu beleidigen."
In einem Teil des islamischen Gebetsrufes klingt die alte Konkurrenz bis heute
nach: „Allahn akbar" wird stets mit „Gott ist groß" übersetzt. Aber das heißt es
nicht. Da steht ein simpler Komparativ. „Gott ist größer." Nur als was, als wer?
Als die Götterschar, die bislang in Mekka verehrt worden war?
Zwölf Jahre nach seiner ersten Offenbarung hat Mohammed in Mekka eine Handvoll
Getreuer gefunden – aber das gesamte Establishment der Stadt gegen sich
aufgebracht. Man hat ihn als Dichter belächelt, als Verrückten bezeichnet. So
karg sind seine Erfolge, dass selbst die Bekehrung von sieben Dämonen am Rand
der Wüste überliefert wird. Schließlich wird die Lage lebensgefährlich,
fluchtartig verlässt er im Juli 622 seine Heimatstadt. Doch was aussieht wie das
Ende, wird zum Wendepunkt.
Denn Mohammed muss Mekka nicht ohne Ziel verlassen: Emissäre aus der 400
Kilometer entfernten Oasenstadt Medina haben ihn eingeladen, nicht als
Propheten, sondern als Hakim, als Vermittler in den lähmenden Blutfehden
zwischen den Clans. Als Schlichter ist er brillant, er schafft es, die Fehden
beizulegen. Die Führerschaft wächst ihm zu. Aber er will mehr, will die neue
Machtbasis für die Eroberung Mekkas nutzen. Dazu hatten ihn die Leute aus Medina
eigentlich nicht geholt. Er schmeichelt, droht, verweist auf Gott, formt eine
Kampftruppe aus den Anhängern, die ihm aus Mekka gefolgt sind. Er offeriert
Medinensern, die konvertieren und sich an seinen Überfällen auf Karawanen
beteiligen, großzügige Anteile an der Beute. Ein Virtuose an allen Registern der
Macht.
So steil ist der Aufstieg in der fremden Stadt, dass die Hidschra, sein Auszug
aus Mekka, später zur Stunde null des Islams werden wird, zum Anbeginn des
islamischen Kalenders. Und auch die Suren, die der Gesandte Gottes in Medina
empfängt, sehen anders aus als in Mekka: weniger Endzeit, mehr Regeln. Mohammed
hat eine Stadt zu regieren. Also geht es ums Erbrecht, um Schuldenregulierung,
das Verbot von Wucherzinsen, darum, wann Sex erlaubt ist und welche Tiere man
essen darf. Dass man sich vom Wein und Losspiel fernhalten soll. Und dass man
einen Gruß mit einem schöneren Gruß erwidern soll. „Gott rechnet über alles ab."
Es ist die Zeit der ausufernden Kämpfe gegen andere Oasen. Gegen die jüdischen
Bewohner Medinas, die Mohammed nicht als Propheten anerkennen wollen, weil sie
doch schon welche haben, schließlich: gegen Mekka. So geht es auch in den Suren
um die Ungläubigen: „Tötet sie, wo immer ihr sie zu fassen bekommt, und
vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben!"
Und es geht um den Umgang zwischen den Geschlechtern: Variantenreich wiederholt
Mohammed, dass die Frauen dem Manne untertan zu sein haben: „Die Frauen sind
euch ein Saatfeld. Geht zu eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt!" Nicht dass sie
vorher völlig frei gewesen wären. Sie waren Teil ihrer Sippe, und die hatte das
letzte Wort, bei ihr blieb die Frau oft noch nach der Heirat. Auch wenn es
durchaus unabhängige, wohlhabende Frauen gab, wie die erste Gattin des
Propheten, die Handelsherrin Chadidscha – in der Sippe waren Töchter ihrem Vater
unterworfen. Was Allahs Gesandter nun anordnet, ist also eine Entmachtung der
Clans – zugunsten des Ehemanns. Und das womöglich auch aus praktischen
Erwägungen: Mohammeds Anhänger sind Männer, oft allein mit ihm aus Mekka und
anderen Orten nach Medina gekommen. Sie sollen die Macht über ihre Frauen nicht
auf Dauer mit den daheimgebliebenen Sippen teilen müssen.
Auch Mohammed selbst profitiert von den göttlichen Offenbarungen über das
Eheleben. Der Höchste zeigt erstaunliche Anteilnahme, sogar an den Querelen im
stetig wachsenden Harem seines Gesandten. Lässt ausrichten: „Prophet, warum
verbietest du dir, was Allah dir erlaubte? ( ... ) Allah hat zu euren Gunsten
angeordnet, dass ihr eure Eide auflösen könnt", Sure 66, Vers 1. Mohammed hatte
sich zuvor per Eid gegenüber mehreren seiner Frauen verpflichtet, nicht mehr mit
seiner christlichen Sklavin Maria zu schlafen, dann aber doch nicht von ihr
lassen wollen.
Es bleiben ihm noch zehn Jahre. In denen beginnt, was noch kein Prophet vor ihm
erlebt hat: dass sich ein neuer Glaube und ein neues Weltreich unter Führung
desselben Mannes erheben. Welch eine Machtfülle! Mohammed lässt sich von Gott
bestätigen, das „Siegel des Prophetentums" zu sein. Nach ihm werde keiner mehr
kommen. Sein Vermächtnis, gepredigt ein Jahr vor seinem Tod: „Hütet euch vor den
Dingen, die neu aufgebracht werden, denn alles, was neu aufgebracht wird, ist
eine Neuerung. Jede Neuerung aber ist ein Gang in die Irre, und jeder Gang in
die Irre führt ins Feuer!"
632 stirbt er, und sein Vermächtnis nimmt einen Weg, der widersprüchlicher kaum
sein könnte. Denn die muslimischen Eroberer der kommenden Jahrhunderte nehmen es
mit dem Denkverbot zunächst nicht so genau. Die Not des Erfolges treibt sie: Wie
sollen sich die riesigen eroberten Gebiete voller Christen, Juden und Heiden
nach den Regeln von Mekka verwalten lassen? Gegen die „Kopfsteuer" lässt man den
Unterworfenen ihren Glauben, ihre Sprache, ja übernimmt oftmals ihre
Administration.
Die frühen Muslime waren dem Abendland in der Wissenschaft weit
voraus
Auch in der Wissenschaft und Mystik sind die frühen Muslime pragmatisch und
offen: Astronomie, Mathematik, Chemie, Geografie, Medizin, auf allen Feldern
darf geforscht, übersetzt, erfunden werden. Derwische dürften ungestraft den
Teufel lobpreisen. Observatorien, Bibliotheken, Krankenhäuser entstehen von
Códoba bis Bagdad. Arabische Mathematiker bringen die Null ins Abendland und
revolutionieren die Geschäftswelt, muslimische Chirurgen operieren, Jahrhunderte
vor christlichen Ärzten, nutzen Narkose und
Desinfektion. Als Wortspuren künden Algebra, Algorithmus, Chiffre und Ziffer bis
heute davon.
Doch dann erstirbt dieses vibrierende Denkwerk, lange bevor der militärische
Niedergang der islamischen Reiche unaufhaltsam einsetzt. Nur warum?
Es gibt Anlässe, und die haben mit dem Buch zu tun, vielmehr mit seiner Deutung.
In Córdoba und Bagdad, den pulsierenden Zentren der islamischen Welt, verlieren
die Freunde der Vernunft gegen die Orthodoxen der Glaubensauslegung, die sich
auf Mohammeds Vermächtnis berufen. Die meisten Kalifen im Bagdad des 12.
Jahrhunderts bevorzugen eine Geistlichkeit, die ihre Macht als gottgegeben
ansieht – anstatt jene zu protegieren, die alles infrage stellen.
Vernunft wird
nun zum Risiko. Ein gewisser Ibn Ruschd, der später in Mitteleuropa als Averroes
berühmt wird, schreibt um 1179, dass Gott laut Koran doch keine menschlichen
Züge trage. Wie könne er dann sprechen, zumal Arabisch? Also sei das
Niederschreiben des Korans doch wohl ein Akt der Interpretation. Und damit des
Menschen, seiner Vernunft, die gleichberechtigt neben dem Glauben stehe. Ibn
Ruschd wird verbannt.
Mohammed hatte zwar gesagt, er sei bloß ein einfacher Mensch, kein Sohn Gottes,
nur dessen Gesandter. Aber mit seinem grenzenlosen Machtanspruch hatte er die
Saat für das Vollkommenheitsdogma gesetzt, das im 12. Jahrhundert voll zum
Tragen kommt. Die Dogmatiker gewinnen die Macht – und setzen nun die rigiden
Lebensregeln durch, die sich im Lauf der Jahrhunderte bereits ausgebildet haben,
aber von den Herrschern noch nicht so wichtig genommen wurden. Nur ein Teil
davon steht im Koran, schon früh ist ein zweites Vorschriftenkonvolut
entstanden: die Hadithe, Aussprüche und Taten des Propheten, sie bilden den
gewissermaßen nachgeheiligten Teil II der Vorschriften. Vieles, was im Koran
knapp oder unklar abgehandelt wird, wächst
in den Hadithen zu einem Wust an Regeln: Aus dem koranischen Passus für Frauen,
sich doch einen Schal über den weiten Ausschnitt zu legen, ist der Zwang zu
Kopftuch und Vermummung geworden. Aus milden Strafen werden drakonische, aber
auch das Essen mit der linken Hand ist untersagt – sie sei die Hand des Teufels.
Es ist, als ob vor 800 Jahren die Erinnerung an Mohammeds Abschiedspredigt
wieder eingesetzt hätte: Jede Neuerung sei von Übel. Und so unaufhaltsam der
Aufstieg der islamischen Welt bis dahin verlaufen ist, so stetig wird nun ihr
Niedergang sein. Denken, Neugierde, Erfindungen, wirtschaftliche Kraft, alles
entschläft. Der Koran wird zum ersten Mal überhaupt 1537/38 in Venedig, dann
1694 in Hamburg gedruckt, auf Arabisch, von einem orientalistisch gebildeten
Pastor. Hundert Jahre bevor der Buchdruck sich in der islamischen Welt
etabliert.
Vor allem mit ihrer Vorstellung von der auf ewig festgeschriebenen Macht des
Islams im Glauben wie in der Welt festigen die Theologen eine fatale Allianz. „Din
wa Daula", „Glaube und Staat" in einem, das ist bis heute der Kampfruf aller,
die in Gottes Namen an der Macht sind oder dorthin wollen. Mohammeds
Vermächtnis. Den „Bruch mit dem mittelalterlichen Staat, der das Göttliche
benutzt, um die Willkür zu legitimieren und zu vertuschen, hat es in der
arabischen Welt nie gegeben", klagt Fatima Mernissi, Marokkos prominenteste
Soziologin.
In Europa beginnt man sich in quälenden Kämpfen der Reformation und Aufklärung
schrittweise von der Macht der Kirche über das Denken zu befreien, fängt an,
seine Könige abzusetzen. Und drängt schließlich mit Gewalt nach Süden.
Verglichen mit dem, was ab 1798 an Ägyptens Stränden landet, waren die Kreuzzüge
ein Geplänkel. Erst fällt Napoleon ein, wird dann nicht von Arabern, sondern von
den Briten vertrieben. Schlag auf Schlag spüren die Muslime diese Machtmaschine
aus dem Norden, der sie militärisch, technisch, wirtschaftlich hoffnungslos
unterlegen sind. „Sie begriffen sehr wohl, dass die Europäer sie überholt
hatten", schreibt der tunesische Historiker Hischam Dschait, „aber sie konnten
nicht begreifen, dass es an der Basis jenes fulminanten Aufstiegs in Europa zu
einem Bruch mit dem religiösen Sockel gekommen war." Nicht mit Gott, sondern
ohne, ja gegen ihn zum Sieg.
Was bleibt, wenn die anderen alles haben? Das, was sie trotz allem nicht haben:
der Islam. Der frühe Islalmist Schakib Arslan fragte 1930 mit einem Buchtitel:
„Warum sind die Muslime rückständig und die anderen fortgeschritten?" Seine
Antwort: „Weil die Muslime vom Islam abgewichen sind, deshalb sind sie
rückständig." Das glauben bis heute Millionen, die sich an der Glorie der
Vergangenheit festhalten, aber keine Antwort haben auf die Gegenwart. Deren
Staaten noch immer von Königen und Diktatoren beherrscht werden. Die sich
einigeln in der Annahme, der Westen sei feindlich und gottlos. Dann ist der Weg
für manche nicht mehr so weit bis zur Tat. Bis zur Wiederaufnahme des Kampfs
gegen die Ungläubigen – „und tötet sie, wo immer ihr sie zu fassen bekommt".
Das ist nicht die Schuld des Buches. Sondern derer, die in seinem Namen
urteilen. Auch die jüdische Thora und das ganze Alte Testament des Christentums
ergehen sich im Gemetzel – aber kaum ein Gläubiger begeht deshalb heute ein
Attentat.
Auch wenn viele Muslime den Koran liberaler handhaben, wenn viele Gebote gar
nicht durchsetzbar sind in Ländern, in denen die Geistlichkeit nicht die Macht
hat: Die Orthodoxen halten daran fest, dass die alten Regeln und Strafen gelten
sollten. Sogar dann, wenn der Koran selbst milder urteilte, als die Hadithe es
tun. Und das ist nicht selten. Nach dem Heiligen Buch darf eine Frau nur dann
für „Unzucht" bestraft werden, wenn sie von mindestens vier Männern beobachtet
wurde: „Dann haltet sie im Hause fest, bis der Tod sie abberuft" oder Gott eine
andere Lösung einfalle. Von Hinrichtung, gar Steinigung: noch kein Wort im
Koran.
Das aber war den frühen Gelehrten nicht streng genug. So fand sich bald eine
Prophetenüberlieferung: „Haltet euch an mich, an mich!", soll Mohammed gesagt
haben: „Allah hat eine Lösung aufgezeigt! Treiben zwei anderweitig Verheiratete
Unzucht miteinander, dann hundert Peitschenhiebe und die Steinigung!"
Schließlich tauchte
auch eine unterstützende Anekdote aus den Gemächern des Propheten auf, wie der
Islamwissenschaftler Tilman Nagel beschreibt: „Es habe im Koran sehr wohl einen
Steinigungsvers gegeben; das Schriftstück habe man unter dem Bett Aischas
(Mohammeds Lieblingsfrau) verwahrt, und als man es nach Mohammeds Tod
hervorholen wollte, sei es bedauerlicherweise zernagt gewesen" und so nie ins
Buch gelangt. Dennoch sei es von koranischer, heiliger Gültigkeit. Und aktuell –
wie sich in der vor drei Jahren abgeschlossenen „Kuweitischen Enzyklopädie
Islamischer Rechtsprechung" nachlesen lässt. „Islamische Rechtsgelehrte sind
einhellig der Ansicht dass Steinigung die vorgesehene Strafe für Ehebruch ist",
schreibt Ibn 0udamah und verweist auf die Experten, die sich liebevoll Gedanken
um jedes Detail gemacht haben: wie groß die Steine zu sein haben (keine Kiesel,
aber auch keine Felsbrocken), welche Wurfhaltung man einnehmen sollte und, ganz
wichtig, dass die Schamgegend der zu Steinigenden bedeckt sein müsse.
Gewiss, seit Averroes hat es immer wieder Mutige gegeben, die jene entscheidende
Frage stellten: Ist der Koran ewig und göttlich? Oder geschaffen, vom Menschen
aufgeschrieben und offen in seiner Interpretation? Aber seit Averroes reihen
sich die Reformatoren wie Perlen auf einer Schnur der Vergeblichkeit. Werden wie
vor 800 Jahren in die Verbannung gejagt oder erschossen wie der ägyptische
Reformer Faraq Foda 1993 in Kairo. Für abtrünnig und vogelfrei erklärt wie der
im Sommer dieses Jahres gestorbene liebenswerte Professor Nasr Hamid Abu Zaid.
Der 1995 mit seiner Frau aus Kairo in die Niederlande emigrierte, nachdem ein
ägyptisches Gericht ihn zwangsgeschieden hatte. Weil er ein Murtadd sei,
abgefallen vom Glauben, und mit so einem dürfe keine Muslimin verheiratet sein.
bu Zaid und andere sind nicht gegen den Glauben. Aber gegen das Dogma und die
mörderische Intoleranz. Er erinnerte sich noch kurz vor seinem Tod an die Wärme
seiner Jugend in Unterägypten, die gemeinschaftlichen Gebete, die eindringliche
Stimme des Dorfpredigers, den Gang zur Moschee an der Hand des Vaters. Der Koran
war das Buch seiner Kindheit, das erste, das er überhaupt kennenlernte. Wie ihm
geht es Millionen Muslimen, die zerrissen sind, das Gefühl der Gemeinschaft, den
Halt im Glauben schätzen – aber seine Enge leid sind.
„Zu zweifeln ist doch keine Sünde", sagte Abu Zaid. „Wer zweifelt, gebraucht
seinen Verstand. Warum hat Gott uns ein Hirn gegeben, wenn wir es nicht
benutzen?" Elegant argumentierte er aus der Mitte des Buches heraus. Im Koran
wird wiederholt betont, er sei „in klarem Arabisch" offenbart. Außerdem gibt es
einen Vers, in dem Gott diktiert- „Wir schicken keinen Gesandten, es sei denn,
in der Sprache des Volkes, auf dass er sie aufkläre." Mithin sei es
unwahrscheinlich, schloss Abu Zaid, dass ausschließlich der Koran das Wort
Gottes darstelle und dieses Wort an die arabische Sprache gebunden sei.
Einen Schritt weiter geht der iranische Philosoph Abdol-Karim Sorush. Der Koran
sei „menschliche Schöpfung und potenziell fehlbar". Wo es um die Ideen des
Glaubens an sich gehe, bleibe die ewige Gültigkeit unberührt. Aber die
Lebensregeln des 7. Jahrhunderts seien doch nicht von Gott für alle Zeiten
verkündet worden: „Der Prophet war kein Papagei!" Man müsse die Botschaft neu
lesen. Manches bewahren, aber die Gesetze, Strafen, die Benachteiligung der Frau
ändern. Dazu seien die Kleriker wie die Machthaber nur nicht bereit, sagt Sorush,
der ebenfalls emigrieren musste: „Ihre Macht basiert auf einer konservativen
Auslegung des Islams. Daher befürchten sie, durch Diskussionen wie über die
Rolle des Propheten alles zu verlieren."
Dabei hat schon früh einer gesagt, was sich zu einem Buch sagen ließe, so heilig
es auch sein möge. Ali Ibn Abi Talib, Schwiegersohn und Cousin Mohammeds,
vierter Kalif der Gläubigen, durfte das noch. Der Koran, so wird von ihm
überliefert, sei doch nur eine Schrift zwischen zwei Buchdeckeln, die nicht
spricht. Erst die Menschen brächten sie zum Sprechen.
Mitarbeit. Michael Lehmann
Einige Stichworte und Bemerkungen:
Ist der Koran ewig und göttlich?
Oder offen in seiner Interpretation?
Vieles, was im Koran unklar bleibt,
ist in der Sunna genau geregelt
Unterwerft euch! Dann winkt das Paradies.
Sonst die Hölle
Mohammed macht die Welt größer,
Gott mächtiger – und die Menschen kleiner
Einige Bilder:
Das Wort Gottes hören:
In der Moschee versammeln sich Männer und Frauen in getrennten Bereichen, um zu
beten und Lesungen aus dem Koran zu hören. In die Istiqlal-Moschee in Jakarta
(Indonesien) kommen regelmäßig Tausende, wie hier am
letzten Tag des Ramadan 2009. In die Frauensektion wird die Predigt per
Bildschirm übertragen.


Betende in Paris, dem
offiziell laizistischen Frankreich

Mohammeds Geburt

Grab des Mohammed in
Medina

Auspeitschungen
Einige Zeilen aus einem Artikel »Der Islam
und das Unbehagen« aus Kölner Stadt-Stadtanzeiger vom 8./9.1.2011 von
Astrid Wirtz:
"Zu viele" (Muslime)
"haben den Anschluss an die Gesellschaft verpasst. Jetzt schreit alles nach
Umkehr und endlich nach Bildungshilfen von klein auf. Zu Recht. Als Alternative
für Gescheiterte und Bequeme bleibt sonst nur das deutsche Sozialsystem. Ein
teurer Spaß!
Immer öfter ist es gerade diese Gruppe, die in einer rückwärtsgewandten,
wörtlichen Auslegung der religiösen Texte aus dem siebten Jahrhundert Zuflucht
sucht. Jene, die glauben, traditionelle statt demokratische Werte helfen ihnen,
ihre Welt zu ordnen und Selbstachtung zu erfahren, indem sie Frauen mitten in
Deutschland unterdrücken und maßregeln. Mit dem Islam, wie ihn die meisten
Muslime hier leben, hat das wenig zu tun. Durch persönlichen Kontakt kann man
sich davon leicht überzeugen.
Und ebendeshalb müssen die überwiegend konservativen Moscheevereine orthodoxen
Tendenzen endlich konsequenter entgegenwirken. Der offizielle Islam braucht
dringend einen offenen islamischen Diskurs, auch und vor allem über die
weibliche Autonomie, wie sie Europas Gesellschaften auszeichnet. Jungen,
vermeintlich frommen Muslimen in Deutschland muss klar sein, dass jeder Glaube
Entwicklung einschließt. Also auch Verwestlichung. Sonst wird es bald Parteien
geben, die davon leben, Misstrauen gegen den Islam zu schüren. Und die
religiösen Hardliner können sagen: Wir haben es doch immer gesagt, die wollen
euch nicht."
Ein weiterer wichtiger
Artikel zur Einladung von Vertretern insbesondere der
eingewanderten Muslime ins Kanzleramt in Berlin in derselben Tageszeitung
betitelt:
„Der Dialog muss weitergehen - Armin Laschet
(ehemaliger Integrationsminister des Bundesstaates
Nordrhein-Westfalen) sieht im Gipfel im Kanzleramt nur als eine
Etappe. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister plädiert für
eindeutige Anforderungen der Gesellschaft an Zuwanderer.“
Interview mit Minister Laschet und Peter
Berger, Franz Sommerfeld, Bert Gerhards und Astrid Wirtz, 11.07.07.
Im Einzelnen zu lesen unter:
http://www.ksta.de/html/artikel/1182933907148.shtml
Hartmut Bobzin,1946 in
Bremen geboren studierte von 1966 bis 1973 evangelische
Theologie,
Religionswissenschaften,
Semitistik und
Indologie an der Universität
Marburg/Lahn, wo er 1974 promovierte. Nachdem er bis 1976 einen
Studienaufenthalt in
Damaskus verbracht hatte, wo er
Arabistik studierte, ging er an die
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er 1981
Akademischer Rat wurde. 1986 hat er sich für das Lehrgebiet
Semitische
Philologie und
Islamwissenschaft habilitiert. Für seine Habilitationsschrift
„Der Koran im Zeitalter der Reformation“ erhielt er den
Habilitationspreis der Fakultät. Im Jahr 1992 erhielt er eine
Professur für Islamwissenschaft. Seit 2003 ist er auch ordentliches
Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von 2002 bis 2006 war
er
Prorektor der Universität Erlangen-Nürnberg und für
internationale Beziehungen zuständig.
2007 wurde er Senior Fellow
("Gleichgestellter" bzw. "Gefährte" = engl.
Fellow, ein, in der Hochschule zur Körperschaft gehörendes
Mitglied) am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg (von Alfried
Krupp von Bohlen und Halbach gestiftet und der
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald nahestehend).
Mehr bei
"wikipedia" .
Sein Buch:
Neuausgabe 2008
© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2005
Alle Rechte vorbehalten
www.herder.de
Umschlagkonzeption und -gestaltung: Weiß-Freiburg GmbH —
Graphik und Buchgestaltung
Satz: Weiß-Freiburg GmbH — Graphik und Buchgestaltung
Herstellung: fgb • freiburger graphische betriebe
www.fgb.de
Gedruckt auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany - ISBN 978-3-451-29937-7
| INHALT |
|
| Hinweise zur Aussprache der arabischen Laute |
6 |
| Vorwort |
7 |
| Einführung |
9 |
| 1. Anfang und Ende des Korans |
27 |
| 2. Der Glaube im Koran: Gott und die Engel |
37 |
| 3. Mohammed |
67 |
| 4. Weltende und Gericht, Hölle und Paradies |
89 |
| 5. Die Zeichen Gottes: Schöpfung und Natur |
107 |
| 6. Prophetengeschichten |
133 |
| 7. Juden und Christen |
183 |
| 8. Die religiösen Pflichten |
201 |
| 9. Frömmigkeit und rechtes Handeln |
225 |
| Benutzte Literatur |
247 |
| Register der übersetzten Koranzitate |
249 |
Auf der Rückseite ist zu lesen:
Heiliges Buch, Bezugspunkt aller gläubigen Muslime und Grundlage
einer der großen Weltreligionen — der Koran.
In Auswahl neu übersetzt und erläutert von einem der renommiertesten
Islamwissenschaftler unserer Zeit, versammelt dieses Buch die
bedeutendsten und schönsten Texte dieses einmaligen literarischen
und
religiösen Werks.
Die
Buchinnenseite zeigt ein sehr "dekoratives" Schriftbeispiel, wozu es
die Erklärung gibt : »Zu den
arachaischen, jedoch noch heute verwendeten Schriftstilen gehört das
sogenannte Kufi, von dem es mehrere Arten gibt. Der Text aus Sure
56, 77-80 wird häufig in Korankalligraphien als Seitenüber- bzw.
-unterschrift verwendet und hat programmatische Funktion, indem er
darauf verweist, dass das Original des „Vortrags" (Qur'an) sich auf
einer „wohlverwahrten Tafel" im Himmel befindet. Übersetzung:
„Siehe, es ist ein Vortrag edler Art, aus einer Schrift, die
wohlverwahrt, die man berühret nur mit reiner Hand vom Herrn der
Weltbewohner her gesandt!"«
In der "Einführung" des Buches gibt es
eine wichtige Aussage zum Koran: »„Und so wiederholt sich der Koran
Sure für Sure. Glauben und Unglauben teilen sich in Oberes und
Unteres; Himmel und Hölle sind den Bekennern und Leugnern zugedacht.
Nähere Bestimmung des Gebotenen und Verbotenen, fabelhafte
Geschichten jüdischer und christlicher Religion, Amplifikationen*
aller Art, grenzenlose Tautologien* und Wiederholungen bilden den
Körper dieses heiligen Buches, das uns, so oft wir auch daran gehen,
immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und
am Ende Verehrung abnötigt".«
* Amplifikation = Erweiterung,
ausführliche Darstellung; Tautologie = Bezeichnung derselben Sache
durch mehrere Ausdrücke
Beispiele für "schönste Texte" (Seite 28 des "Bobzin-Buches")
Sure 1 (Die Eröffnende – al-fätiba mit 7 Versen) lautet als Übersetzungsbeispiel von Bobzin, die von
der Übertragung >hier< (geringfügig) abweicht. Gründe der Abweichung
erklärt Bobzin (im Folgenden jedoch für den letzten Begriff
wiedergegeben):
1 Im Namen Gottes, des barmherzigen Erbarmers.
2 Gelobt sei Gott, der Herr der Weltbewohner'!
3 Er, der barmherzige Erbarmer,
4 Der König' des Gerichtstags!
5 Dir dienen wir, dich rufen wir um Hilfe an.
6 Leite uns den rechten Weg,
7 Den Weg derer, denen du gnädig bist, Nicht derer, denen Zorn
gebührt, Noch derer, welche irregehn*".
* Erklärung von Bobzin: »In der islamischen Koranauslegung wird schon sehr früh die
Ansicht vertreten, daß mit den beiden zuletzt genannten
Personengruppen die Juden und die Christen gemeint seien. Diese bis
heute sehr populäre Auslegung ist jedoch keineswegs zwingend.« (Frage
an den Buchautor: wieso ist es wichtig, wer denn wohl gemeint sein
könnte? Durch den ganzen Koran ziehen sich doch von vorne bis hinten
die Verdammnis und die unglaublichen Strafen der Irregeher. Hält das
der - wahrscheinlich fromme Autor für richtig? Diese Verdammnis
betrifft aber auch ihn, wenn er nicht zum Islam übergetreten ist.
Kommentar: W.Rath)
Erstaunlich, was am Koran als "Schönes" bezeichnet werden kann;
einfach irgend eine Seite aufschlagen und zitieren wie
beispielsweise die Seiten 136 und 137
Sure 3 (Das Haus Imran —AI 'Imran), Vers 81-84
81 Und damals, Als Gott den Bund mit den Propheten schloß: Was immer
ich euch bringe An Schrift und Weisheit, Dann ein Gesandter kommt,
Der das, was bei euch ist, bestätigt, So sollt ihr an ihn glauben
und ihm helfen! Er sprach: Bestätiget ihr das Und nehmt ihr meine
Last entsprechend an? Sie sprachen: Wir bestätigen es. Er sprach:
Sodann bezeuget es, Und ich will es mit euch bezeugen.
82 Doch wer sich danach abkehrt: Das sind die Frevler.
83 Begehren sie denn eine andere als Gottes Religion? Wo sich doch
ihm ergeben hat, Wer in den Himmeln und auf Erden ist, Gehorchend
oder wider Willen. Und zu ihm werden sie zurückgebracht.
84 Sprich: Wir glauben an Gott Und was herabgesandt auf uns, Und was
herabgesandt auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob Und auf die
Stämme, Und was verliehen wurde Mose und Jesus Und den Propheten von
ihrem Herrn; Wir machen zwischen niemandem von ihnen einen
Unterschied, Und ihm sind wir ergeben!
Da sind vielleicht ein paar Sätze auch als "wunderschön"
(?) herausgesucht worden. Übrigens steht in der Übertragung
>hier<
statt - wie Bobzin meint "Und ihm sind wir ergeben!": Wir sind Moslems
(Allah untertan). Und der Vers 81 hat höchstens eine Ähnlichkeit mit
der älteren Übersetzung.
Die folgenden, anschließenden (für den Koran viel bezeichnenderen) Verse lauten:
[85] Wer eine andere Religion als den Islam sucht – nie möge er sie
annehmen –, der gehört im zukünftigen Leben gewiß zu den Verlorenen.
[86] Wie sollte Allah auch ein Volk leiten, welches glaubte und
bezeugte, daß der Gesandte wahrhaftig ist, und dem deutliche Zeichen
zugekommen sind und das dennoch später ungläubig geworden ist? Nein,
Allah führt die Frevler nicht auf den rechten Weg*.
[87] Der Fluch
Allahs und der Engel und aller Menschen Fluch trifft sie;
[88] ewig
werden sie verflucht bleiben; nichts mildert ihre Qual, und niemals
wird sie ein gnadenvoller Blick treffen,
[89] mit Ausnahme derer,
welche reuevoll Buße tun; denn Allah ist verzeihend und barmherzig.
[90] Die aber, welche, nachdem sie wieder geglaubt haben, nochmals
in Unglauben verfallen und sich diesem immer mehr zuwenden, deren
Buße wird nicht angenommen; denn sie beharren doch im Irrtum. [91]
Wer dem Unglauben huldigt und als Ungläubiger stirbt, von dem werden
alle Goldschätze der Erde, wollte er sich damit auslösen, nicht
angenommen; harte Strafe wartet auf ihn, niemand kann ihn retten.
[92] Ihr werdet nicht Gerechtigkeit erlangen, bis ihr nicht von dem,
was euch lieb ist, Almosen gebt; und all euer Almosen, usw. usw.
Auf Seite 136 zitiert Bobzin aus Sure 33 (Die Gruppen – al-ahzab),
den (wunderschönen?) Vers
7 Und damals, Als wir einen Bund mit den Propheten schlossen – Mit
dir, mit Noah, Abraham und Mose, Und Jesus, Sohn Marias Mit ihnen
schlossen einen festen Bund.
Der vorige Vers schließt nicht mit einem Punkt sondern einem Komma
und geht also über in Vers
8 damit Allah einst die Wahrhaften über
ihre Wahrhaftigkeit befrage, so wie er für die Ungläubigen qualvolle
Strafe bereitet hat.
Kommentar: Das Buch ist verlogen und selbstüberhebend Mitmenschen
gegenüber (wahrscheinlich religiös begründet), zumindest
wahrnehmungsgehemmt und wahrnehmungsverweigernd (>hier<) und gibt ein völlig falsches Bild,
vielleicht - wie einmal irgendwo zu lesen war - einfach nur von
einem der "TESA-Film-Wissenschaftler" geschrieben worden, die in ihrem engbegrenztem Gebiet kleben bleiben.
Wunderschöne Verse wollte man mir auch schon vor 70 Jahren aus dem
(leider heute verbotenen und daher nicht zitierbaren Pamphlet) "Meine Kampf" vorgaukeln.
In einem Artikel über den Koran aus dem Wochenmagazin Der Stern
Nr. 48 vom 25.11.2010 war zu lesen:
Gebetsmühlenhafte Wiederholungen. Es kommt zur verzückten Ekstase;
Stakkato arabischer Reimprosa; Verdammnis aller Nichtislamgläubigen;
Hadith bzw. Sunna haben nicht mit unseren europäischen Grundgesetzen
und nichts mit Menschenrechtskonventionen zu tun!!!
Wie die meisten Religionen und Ideologien sich durch Mord und
Totschlag auszubreiten versuchten, so hat vor allem der Islam es ganz
besonders getan und versucht - schon zu Lebzeiten des Propheten
Mohammed und danach z.B.:
638 Kalif Omar erobert Jerusalem
639
Beginn der arabischen Eroberung Ägyptens
647 Beginn der arabischen Eroberung der
alten römischen Provinz Africa
655 Seesieg der Muslime gegen die
Byzantiner bei Phoenix
711-714 Araber und Berber erobern die
Iberische Halbinsel (bis auf einen Rest im
Norden)
732 Schlacht von Poitiers
750
Gründung des Abbasiden-Kalifats im
irakischen Kufa
756 Omayyaden weichen nach Spanien aus,
Gründung des Emirats Cordoba
762 Gründung Bagdads als Kalifensitz der
Abbasiden
797 Aufnahme diplomatischer Beziehungen
zwischen Karl dem Großen und Harun al-Rashid
827-902 Araber erobern Sizilien
833 Normannen greifen Sevilla an
846 Araber fallen in Rom ein
902 Eroberung der Balearen durch Muslime
910-1171 Fatimiden-Kalifat in Nordafrika
(schiitisch)
969 Gründung Kairos
982 Kaiser Otto II. erlebt in Kalabrien
Niederlage gegen Sarazenen
997 Al-Mansur plündert Santiago de
Compostel
1009 der Fatimiden-Kalif al-Hakim lässt
Grabeskirche in Jerusalem zerstören
1009-1010 Bürgerkrieg in Spanien; Zerfall des
Omayyaden-Reiches
1062
Gründung Marrakeschs durch Almoraviden
1085
Alfons VI. von Kastilien erobert Toledo
1090
Almoraviden einen ganz al-Andalus unter
ihrer Herrschaft
1091
Normannen erobern unter Roger II. Sizilien
1094
El Cid erobert Valencia
1095-1099
Erster Kreuzzug in Syrien und Palästina
(Eroberung Jerusalems)
1102
Almoraviden erobern Valencia
1147
Kreuzfahrer nehmen Almería und Lissabon ein
1145-1147
Almohaden besetzen einen Großteil des
islamischen Spanien
1147-1148
Zweiter Kreuzzug in Syrien und Palästina
1171-1250
Dynastie der Ayyubiden in Kairo
1187
Salah ad-Din (Saladin) schlägt Christen bei
Hattin und nimmt Jerusalem ein
1202-1204
der Vierte Kreuzzug zerschlägt das
Byzantinische Reich
1219
Beginn der Eroberungszüge der Mongolen in
Zentralasien
1217-1221
Fünfter Kreuzzug
1228-1229
Friedrich II. nimmt Jerusalem durch
Diplomatie ein
1258
Mongolen erobern Bagdad; Ende der Abbasiden
1267
Christen schließen Eroberung Portugals ab
1291
Fall von Akkon; Ende der Kreuzfahrerstaaten
1346
türkische Truppen der Osmanen erscheinen auf
dem Balkan
1389
Sieg der Osmanen auf dem Amselfeld (Kosovo)
über die Serben
Ende 14. Jh.
Beginn der Islamisierung der
südostasiatischen Inseln
um 1400
Timur fällt in Vorderasien ein
1415
Portugiesen besetzen Ceuta
1453
Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobern
Konstantinopel
1463
Bosniaken geben Christentum und Bogomilismus
zugunsten des Islam auf
1480
Beginn der spanischen Inquisition
1492
mit Granada fällt letzte muslimische Bastion
in Spanien
1520- 1566
Sultanat Suleimans des Prächtigen
1521
Türken erobern Belgrad
1522
Türken vertreiben Johanniter von Rhodos
1529
erste Belagerung Wiens
1533-1546
Khair ad-Din („Barbarossa“) ist Großadmiral
der türkischen Flotte
1568-1570
Aufstand der Moriscos in Spanien
1571
Zerstörung der türkischen Flotte in der
Seeschlacht von Lepanto
1609
Spanien vertreibt die Moriscos
1672-1676
türkisch-polnischer Krieg
1677-1681
türkisch-russischer Krieg
1682-1699
Krieg zwischen Türken und Polen/Österreich
1683
zweite Belagerung Wiens
1717
Osmanen kapitulieren vor Belgrad
1798-1799
Napoleons Expedition in Ägypten
1821-1829
griechischer Unabhängigkeitskampf
1853-1856
Krimkrieg
1856
Vertrag von Paris, der dem westlichen
Kapital die türkischen Häfen öffnet
1859-1869
Bau des Suezkanals
1878
der Berliner Kongress teilt den Balkan neu
auf
1879-1901
Briten als Schutzmacht in Afghanistan
1881
Franzosen erobern Tunesien
1881-1882
ägyptischer Aufstand gegen britische
Besatzung
1898
dt. Kaiser Wilhelm auf diplomatischer Reise
ins Osmanische Reich
1907
Vertrag von St. Petersburg teilt Persien
zwischen Russland und England auf
1908
Balkankrise durch Annexion
Bosnien-Herzegowinas durch Österreich
1916
Frankreich und England teilen arabisches
Gebiet des Osmanischen Reichs unter sich auf
1916-1918
arabischer Aufstand gegen Türken (Lauwrence
von Arabien)
1919
Beginn türkische Nationalbewegung unter
Mustafa Kemal
1920
Errichtung des britischen Mandats in
Palästina
1923
Proklamation der Türkischen Republik als
säkularer Staat
1926
Proklamation der Republik Libanon unter
französischem Mandat
1928
Scheich Hasan al-Banna gründet in Ägypten
die Muslimbruderschaft
1941
Republik Syrien
1948
Proklamation des Staates Israel, erster
israelisch-arabischer Krieg
1954-1962
algerischer Unabhängigkeitskrieg
1967
Sechs-Tage-Krieg; Israel annektiert ganz
Jerusalem
1971-1972
Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate
1973
Jom-Kippur-Krieg
1974-1975
Zypernkrieg zwischen Griechenland und Türkei
1975-1991Bürgerkrieg zwischen Christen und Moslems in
Libanon (Beteiligung Syriens und Israels)
1979
Islamische Revolution im Iran; der Schah
wird gestürzt (Ayatollah Khomenei)
1979-1989
Sowjetische Militärintervention in
Afghanistan
1980-1988
iranisch-irakischer Krieg
1981
Israel annektiert syrische Golanhöhen
1990
erster Golfkrieg im Irak
1993
Gaza-Jericho-Abkommen, dass die Übergabe des
Gazastreifens und des Westjordanlandes an
die Palästinenser vorsieht
1996
Taliban in Afghanistan
2001
Attentat auf das World-Trade-Center und das
Pentagon; Sturz des Talibanregimes
2003 USA marschieren
mit Koalitionspartnern im Irak ein; Sturz
des Saddamregimes
Quelle:
http://chronico.de/magazin/chronik/von-mohammed-bis-zum-irakkrieg