Aufklärung im Islam
wird unterbunden!
Der habilitierte Islamwissenschaftler Muhammad Kalisch* (Seitenende) ist der Meinung, beweisen zu können, dass es einen Mohammed als den Propheten des Islam und als historische Persönlichkeit nie gegeben hat. Dieser Meinung ist auch der 1942 in Amsterdamgeborene Dr Hans Jansen, ein niederländischer Arabist, Islamwissenschaftler und Kolumnist
Aus Newsletter der Giordano Bruno Stiftung vom 6. 11. 2008:
Im Jahr
2004 wurde Kalisch auf den ersten
Lehrstuhl für die Ausbildung islamischer Religionslehrer in Deutschland berufen.
Vier Jahre später, im September 2008, beendete der "Koordinationsrat der Muslime
in Deutschland "(KRM) seine Zusammenarbeit mit Kalisch im Beirat des "Centrums
für Religiöse Studien" der Universität Münster mit einem Paukenschlag: Die
Muslimverbände erklärten, man könne niemandem empfehlen, bei Professor Kalisch
zu studieren, da er grundsätzliche Lehren des Islam, wie die Existenz Mohammeds
und die Grundlagen der Entstehung des Koran, in Zweifel ziehe. Die
historisch-kritische Methode, auf die sich Kalisch berufe, dürfe auf den Islam
nicht angewandt werden. Daraufhin knickte das NRW-Wissenschaftsministerium ein
und kündigte in Einvernehmen mit den konservativen Muslimverbänden an, an der
Universität Münster eine zweite Professorenstelle für islamische
Religionswissenschaft einzurichten, die dann für die Ausbildung künftiger Lehrer
für Islamkunde oder Islamunterricht verantwortlich sei.
Aus Sicherheitsgründen musste Kalisch mit seinen Institutsmitarbeitern nun in
ein anderes Gebäude der Universität Münster umziehen, was medial für einige
Schlagzeilen sorgte. Bedauerlicherweise wurden in der Berichterstattung Kalischs
Argumente, die ihn dazu brachten, Mohammeds Existenz anzuzweifeln und den Islam
insgesamt kritisch zu hinterfragen, kaum berücksichtigt. Deshalb hat sich die
Giordano Bruno Stiftung dazu entschlossen, Kalischs wegweisende "Anmerkungen zu
den Herausforderungen der historisch-kritischen Methode für das islamische
Denken" auf ihrer Website zu veröffentlichen und auch auf anderem Wege zu
verbreiten.
Nach einem längeren Telefonat mit Muhammad Kalisch erklärte Stiftungssprecher
Michael Schmidt-Salomon am Donnerstagnachmittag in Mastershausen: "Muhammad
Kalisch hat mich ebenso erstaunt wie beeindruckt. Er ist wahrhaftig ein Mann der
Aufklärung, der unsere volle Unterstützung verdient. Seine Positionen sind nicht
nur gut begründet, er hat auch den Mut, sie in aller Öffentlichkeit zu vertreten
- trotz der Gefahren, die damit verbunden sind. Der Fall Kalisch macht Hoffnung,
dass der Islam möglicherweise den Prozess der Aufklärung doch schneller
durchlaufen könnte, als wir dies bisher angenommen haben. Immerhin muss man
feststellen: Auf etwa 100 katholische Theologieprofessoren kommt ein Horst
Herrmann, auf 100 protestantische Theologen ein Gerd Lüdemann.
Horst Herrmann, Professor für katholisches Kirchenrecht, wurde 1975 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen wegen Abweichung - vor allem in Sachen „Stiftung der katholischen Kirche durch Jesus von Nazareth“. Er trat 1981 aus der Kirche aus und lehrte Soziologie an der Universität Münster bis zu seiner Emeritierung 2005.
Gerd Lüdemann lehrte von 1983 bis 1999 an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen, u.a., dass schon das Urchristentum begonnen habe, Jesu Worte und Taten „zu verfälschen und zu übermalen“ und sich „Jesus so zurechtgemacht, wie er ihren Wünschen und Interessen entsprach und wie er ihnen im Kampf gegen Abweichler und Andersgläubige am nützlichsten zu sein schien. Seit 1999 lehrt Lüdemann mit einem Sonderstatus „Geschichte und Literatur des frühen Christentums“.
Dass sich mit Muhammad Kalisch gleich der erste universitäre Islamtheologe in Deutschland so konsequent in die Tradition der Aufklärung stellt, könnte ein Zeichen dafür sein, dass wir die rationalistische Tradition innerhalb der muslimischen Philosophie gemeinhin kolossal unterschätzen. Ich kann nur jedem empfehlen, Kalischs Anmerkungen zur historisch-kritischen Methode* zu lesen, und hoffe, dass die verantwortlichen Politiker einsehen, dass man einen Hoffnungsträger wie Kalisch nicht aus falscher Rücksichtsnahme auf das akademische Abstellgleis schieben darf."
Muhammad Kalisch: "Islamische Theologie ohne historischen Mohammed - Anmerkungen zu den Herausforderungen der historisch-kritischen Methode für das islamische Denken" ─ * >hier< als .PDF-Datei von 260KBytes. (Zum Lesen ist ein Leseprogramm, wie Adobe-Reader, erforderlich!)