Ralf König

 

Geboren am 8. August 1960 in Soest,

nach der Hauptschule und einer Tischlerlehre ...

1979 Coming-out (Öffentlichmachen der eigenen sexuellen Orientierung) und erste Comics

1981-1986 Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie

1981 Comic-Hefte, politisches Engagement zwischen Naturalismus und Underground-Ästhetik
1984 „SchwulComix 2": pointierte Kurzgeschichten, inspiriert vom Stil der Französin Claire Bretecher
1987 „Kondom des Grauens", erstes Comic-Buch, Krimiparodie mit Anklängen an den Ton des Film Noir

1987 Mit „Der bewegte Mann" wird er einer breiten Leserschaft jenseits der Schwulenszene bekannt
1987 „Lysistrata", Comic-Roman mit satirisch adaptierten Klassikern (verfilmt 2002),

1998 folgt „Jago" nach Shakespeare
1990 Für die Zeitschrift „Magnus" entsteht das Knollennasen-Paar Konrad und Paul als Protagonisten des schwulen Alltags

1992 Das bayerische Landesjugendamt will das Buch „Bullenklöten" als „jugendgefährdend" indizieren

1994 „Der bewegte Mann", verfilmt von Sönke Wortmann mit Til Schweiger, Joachim Kr61 und Katja Riemann wird der zweiterfolgreichste deutsche Film (6,5 Millionen Zuschauer, in 47 Staaten gezeigt, Bundesfilmpreis 1995)

1996 Die Staatsanwaltschaft Meiningen geht bundesweit gegen den Band „Kondom des Grauens" vor

1999 „Super Paradise" mit dem Thema AIDS

2003 „Sie dürfen sich jetzt küssen", Thema der Homo-Ehe

2005-2006 „Dschinn Dschinn" in zwei Bänden

2006 Serie zum „Karikaturenstreit"

2008 „Prototyp", zur biblischen Schöpfungsgeschichte

2009 Serie „Archetyp" in der EA.Z. über Noah und die Arche

Seine Bücher (Gesamtauflage fast 7 Millionen) sind in bislang 15 Sprachen übersetzt, zuletzt ins Katalanische, Gälische und Polnische. Vier Werke wurden für das Kino verfilmt, etliche als Puppenspiel oder Theaterstück aufgeführt

Auszeichnungen:
1992 „Max und Moritz-Preis", Erlangen

2005 „Prix du Scénario", Angoulême

2005 „Premio miglior storia lunga", Lucca

2006 „Max und Moritz-Preis", Erlangen
 

>Hier< eine Karikatur als Beispiel


Aus Ausstellungsprogramm "Kunst und Schöpfung - Religion in der Karikatur" vom 11. Juli bis 6. September 2009 im Mittelrhein - Museum Koblenz (www.mittelrhein-museum.de) noch etwas mehr:

 

Kunst und Schöpfung Ralf König: Religion in der Karikatur

Deutschlands wohl bekanntester Comic-Zeichner setzt sich intensiv und kritisch mit Religionen und Kirche auseinander. Mit seinen hintersinnigen und bewegenden Geschichten hat er sich stets gegen Vorurteile engagiert und dadurch spürbar zur gesellschaftlichen Liberalisierung beigetragen. Dazu gehören auch ein zuweilen radikaler Umgang mit theologischen Positionen und der Kampf mit spitzer Zeichenfeder gegen Morallehren der Katholischen Kirche.

 

2005 und 2006 erschienen die beiden Comic-Bände „Dschinn Dschinn": eine Geschichte wie aus Tausendundeiner Nacht um den gottesfürchtigen Mullah in der Wüste von Jammerjalla - und zugleich ein Plädoyer für Freiheit und gegen religiöse Eiferer und fundamentalistische Ideologie. 2006 wurde im so genannten „Karikaturenstreit" von Teilen der muslimischen Welt mit Protest und Gewalttaten gegen die Veröffentlichung von Karikaturen in der dänischen Presse vorgegangen. Auch die beiden Täter, die am 31. Juli 2006 ihr Bombenattentat auf eine Regionalbahn bei Koblenz durchführen wollten, nannten dies als Motiv.


Ralf König bezog mit einer Serie von Karikaturen Position für Pressefreiheit und die Freiheit der Kunst. Für dieses Engagement erhielt er 2006 den „Max und Moritz-Preis" des Internationalen Comic-Salons Erlangen.


Seit 2007 ist König Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Giordano-Bruno-Stiftung. Im Internet wurde sein religionskritischer Comic „Der neue Bund" veröffentlicht.

Nach einem ersten Comic mit Adam im Paradies für das Sonderheft „Religion" der französischen Satirezeitschrift „Fluide Glacial" konnte König diese Geschichte im September 2007 anstelle von Volker Reiches „Strizz" im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einem großen Publikum vorstellen - „Mit überwiegend sehr positiven, aber vereinzelt auch heftigen Reaktionen, die mir Blasphemie und Beleidigung unterstellten, bis hin zu wütenden Abo-Kündigungen". 2008 erschien seine Schöpfungsgeschichte mit der Schlange Luzifer und Adam unter dem Titel „Prototyp" als Buch.


Am 6. Januar 2009 begann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine neue, dem Alten Testament entlehnte religionskritische Serie „Archetyp" um Noah und seine Arche - in bislang über 60 Folgen.

Aus dem Beobachter des Alltags und „Chronisten der Schwulenszene" ist ein international beachteter Kommentator geworden, der sich kritisch mit der zunehmenden Aggressivität von Religionen auseinandersetzt - und dies in einer Zeit, die man als „aufgeklärt" bezeichnet.