Johannes Calvin
>Hier< zu den Folgen durch "von Gott auserwählt sein".
>Hier< zu Martin Luther (auf getrennter Seite)
Der unter anderem wegen der Erfindung des Blitzableiters berühmte US-amerikanische Staatsmann, Naturwissenschaftler, Schriftsteller und überzeugter Calvinist, Benjamin Franklin, der fast das ganze 18. Jahrhundert lebte, soll den Satz geprägt haben: "Time is Money!" (Zeit ist Geld) Das soll die Anregung gegeben haben, dass die calvinistische Schweiz mit der Produktion ihrer weltbekannten Schweizer Uhren begann.
Der französisch-schweizerische Reformator, Johannes Calvin (ursprünglich Jean
Cauvin), lebte von 1509 bis 1564. Weil er sich zum Anhänger der Reformation
bekannt hatte, musste er nach seinem Jura-Studium im Jahre 1534 von Paris nach
Basel fliehen. Im Genf wurde er evangelischer Prediger. Weil er eine strenge
Kirchenzucht einzuführen wollte, musste er 1538 die Schweiz verlassen und begab
sich in die französische Flüchtlingsgemeinde nach Straßburg, wo er 3 Jahre lang
seelsorgerisch tätig war. Zurück in Genf führte er eine auf
strenge Gemeindezucht angelegte Kirchenordnung ein. Wie bei vielen religiösen
Fanatikern strebte auch Calvin "Triebaskese*" an.
* Askese = Übung im Griechischen, bedeutet: Enthaltung von
bestimmten Speisen und Getränken (Schweinefleisch und Alkohol bei Muslimen), von
Geschlechtsverkehr, von lustbezogenen Verhaltensweisen und Konsummöglichkeiten,
schließlich völlige Abkehr von allen weltlichen Freuden. Calvin soll einmal
gesagt haben: Die Enthaltsamkeitsübungen können nicht erst dann aufgenommen
werden, wenn es zu spät ist, wie bei jemandem, der sich nach einem Sprung in
eine Tiefe irgendwo festhalten zu können glaubt.
Der heftige Kampf
(Verbannungen, Hinrichtungen) zwischen Anhängern und Gegnern Calvins endete erst
1555 zugunsten der "neuen Lehre", die in Calvins Hauptwerk, der »Christianae
Religionis Institutio« (1536) niedergelegt ist, wo auch Gedanken zu finden sind,
dass alles vorherbestimmt sei (wegen "Gottes weisen Ratschlüssen").
Nachdem Calvin seine Annahme, dass alles vorherbestimmt sei, mit (absurden)
Beweisen verknüpfen zu können glaubte, wonach man die Auserwählung eines
Gläubigen von Gott daran erkennen könne, wenn sich beim Auserwählten ein
"wirtschaftlicher Erfolg" zeige und umgekehrt beim "Verdammten" nur Misserfolg
und miese Lebensverhältnisse. Auf diese calvinistischen Gedanken ging der
Nationalökonom und Soziologe, Max Weber - 1864 bis 1920 - in seiner
Schrift (von 1905) »Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus«
ausführlich ein. (Weber wird als einer der ersten Religionssoziologen
bezeichnet.) Nach Weber haben kalvinistische Glaubenslehre und Glaubenspraxis
die geistig-moralische Grundlage der industriellen Leistungsgesellschaft
geschaffen, insbesondere eben durch die Auffassung von Gottes Zeichensetzung zu
seiner Erwählung oder Verwerfung. Ethik und Geisteshaltung durch die Heiligung
des Alltags (besonders ein hohes Arbeitsethos), strenge Selbstzucht und die
Ablehnung von Unterhaltung, Vergnügungen und Zerstreuung wurden im
Puritanismus manifestiert (puritas = Reinheit im Lateinischen. Dieser
calvinistische Puritanismus war die Grundlage der »Church of England«, der
anglikanischen Kirche, und calvinistisch/puritanische Auswanderungswellen der
sich als auserwählt wähnenden, zunächst in die Niederlande und vor allem seit
1620 nach Nordamerika, dort insbesondere nach Neuengland (die "Pilgerväter" mit
dem Schiff Mayflower nach Massachusetts) schafften die rücksichtlose
kapitalistische ausbeuterische Grundlage der "Neuen Welt" - in "God's own
country", also im eigenlichen Gott gehörenden Land. Gepredigt wurde, dass die
primitiven "Eingeborenen", die Indianer nichts aus diesem Land gemacht hätten...
Zu erwähnen ist noch, dass Calvin in der Abendmahlslehre zwischen Luther und Zwingli vermittelte. Die Verfassung der Kirche galt ihm als von Gott geboten. Dem von Calvin beeinflussten Protestantismus (Kalvinismus) folgte die überall in Europa entstehende reformierte Kirche*, zu deren dauerhafter Grundlegung die von ihm 1559 gegründete Genfer Akademie maßgeblich beitrug.

Die "reformierten Kirchen",
Sammelbezeichnung für die Kirchen, deren Entstehung vor allem auf das Wirken der Reformatoren Johannes Calvin und Ullrich
Zwingli, den wichtigsten Reformatoren der deutschsprachigen Schweiz, zurückgeht
(mit Hilfe von Theodor Beza - Calvins Nachfolger, Martin Bucer - vermittelte im
"Abendmahlsstreit", Heinrich Bullinger - Nachfolger Zwinglis, Guillaume
Farel - schuf die erste französische reformierte Liturgie [Form und Inhalt der
gottesdienstlichen Feier], Johannes Oekolampad -
wirkte als Pfarrer und Professor in Basel maßgeblich an der Durchsetzung der
Reformation mit). Die reformierten Kirchen bilden einen Hauptzweig des
Protestantismus, sind heute v.a. in der Schweiz, den Niederlanden,
Nordwest-Deutschland (Evangelisch-reformierte Kirche; Lippische Landeskirche),
Schottland, Rumänien, Ungarn, Südafrika, Süd-Korea und den USA verbreitet und
gehören in ihrer Mehrheit dem Reformierten Weltbund an. Ihre Theologie baut
maßgeblich auf den Lehren Calvins (Kalvinismus) auf. Wichtige
Bekenntnisschriften sind: das Vierstädtebekenntnis (Confessio Tetrapolitana;
1530), die Helvetischen Bekenntnisse von 1536 und 1566 (Helvetische Konfession),
der Heidelberger Katechismus (1563) und der Genfer Katechismus (1545). Die
Kirchenverfassungen sind presbyterial-synodal und verzichten auf das Bischofsamt
(Presbyterianer). Die Kirchengemeinden werden meist durch eine presbyterial
gegliederte Gemeindeleitung geleitet, bestehend aus vier Leitungsdiensten:
Pfarrer, theologische Lehrer, Presbyter (Älteste), Diakone. Die Leitung der
einzelnen Kirchen erfolgt durch paritätisch zusammengesetzte Synoden. Die
Kirchengebäude der reformierten Kirchen zeichnen sich durch die ("puritanische") Schlichtheit der
Gottesdiensträume und das Fehlen von Bildern und figürlichen Darstellungen aus
.
Der bekannte deutsche (1927 geborene) Kabarettist, Dieter Hildebrandt ("Scheibenwischer", seine Sendung, seit 1980 von der ARD - Allgemeine Rundfunkanstalten Deutschlands - regelmäßig ausgestrahlt) machte einmal folgenden Vorschlag: "Da gibt es Kirchen, die nur weiß-getünchte Wände haben und sich bitter über Geldmangel beklagen. Die sollten ein großes Werbeplakat anbringen, auf dem zu lesen ist: Niemand kommt an Gott vorbei außer mit einem BMW der 7-Hunderter-Serie!" (Die Autofirma, Bayerische Motorenwerke (BMW) hatte mal die Werbung veröffentlicht: Mit einem BMW... lassen Sie jedes Polizeiauto stehen!")
Die
Richtung der calvinistischen und auch zwinglianistischen Reformation versuchte -
im Gegensatz zum Luthertum - den Staat selbst mit theologischer Begründung
zu dominieren. Die Verchristlichung des Lebens wurde zum politischen Ziel
erhoben. Der Staat zählte nach Calvins Meinung zu den "äußeren Mitteln und
Werkzeugen, durch die Gott uns zur Gemeinschaft Christi beruft und in ihr
erhält" (Institutio chrastianae religionis, Bd IV, 1, 1). Durch Calvin und auch
Zwingli bildete sich in ihren Reformbewegungen ein theokratisches
(s. Definitionen >hier< auf dieser Seite) System heraus,
in dem der Alltag in ihrem "Gottes-Staat" gekennzeichnet war durch
- strenge Überwachung der bürgerlichen Moral,
- harte Ahndung auch unbedeutender sittlicher Verfehlungen,
- Intoleranz gegen Andersdenkende -
- "eine Zuchtanstalt mit wenig sympathischen Zügen, die aber zur Keimzelle einer weltweit wirkenden konfessionellen Bewegung werden sollte", wie in den von Erika Wischer herausgegebenen "Propyläen - Geschichte der Literatur" (Band III) zu lesen ist und ferner: "Calvin stellte in den Mittelpunkt seiner Theologie die Erkenntnis* Gottes als höchstes Ziel eines seligen Lebens. Gottes Allmacht und Allgegenwart manifestiert sich in der von ihm geschaffenen Welt. Durch den Glauben an den inkarnierten ("Fleisch gewordenen") Gottessohn hat der Mensch die einzige Möglichkeit, sich dem Mysterium des Schöpfers jenseits der intellektuellen Welterkenntnis zu nähern. Calvins Gott stand der "prima causa" (ersten Ursache) der Rationalisten (Vernunft in den Mittelpunkt allen Denkens und Handelns), dem Urbeweger Newtons, bereits nahe, näher als der emotionalen Heilstheologie Luthers: Aus der Tatsache seiner universalen Natur ergibt sich die Existenz eines kristallinen, "von Anfang an" festgelegten Weltplanes, der bereits Heil oder Verdammung des einzelnen Menschen mit enthält. Die Erwählten sind durch den Glauben an Christus zum Heil "prädestiniert" (voraus geplant), daraus folgt ihr Streben nach einem moralischen Leben. Wer glaubt, muß konsequenterweise sittlich gut handeln. Aber niemand weiß wirklich, ob er das Heil erwarten darf. Die eigene Bestimmung liegt ebenso im Dunkel wie das Wesen der Gottheit und ihr Plan. Die Offenbarung ist daher für den Menschen ebenso verheißungsvoll wie furchterregend. In der Forschung ist umstritten, in welchem Umfang der von Calvin formulierte Prädestinationsglaube tatsächlich das Leben in der Mehrheit der calvinistischen Gemeinden bestimmt hat. Der Schweizer Historiker Herbert A. Lüthy etwa ist der Ansicht, dass er in seiner unbedingtesten Form nur einige wenige militante Gruppen beherrschte.."
* Einsicht, begleitete von einem Bewusstsein der Wahrheit. Das "Erkenntnissubjekt" wird zu einem objektiven Sachverhalt (gemacht). Das Ergebnis dieses Vorgangs ist das Erkannte.
Es sei noch einmal wiederholt, dass, durch den Prädestinationsglauben (Glauben an Gottes "Vorsehung") mit der Vorstellung, die Erwählung des Einzelnen durch Gott an seinen Lebensverhältnissen und nicht zuletzt an seinem wirtschaftlichen Erfolg erkennbar sei, hat der Kalvinismus wahrscheinlich tatsächlich prägend auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Westeuropa und vor allem Nordamerika (den Vereinigten Staaten) gewirkt. >Hier< (auf dieser Seite) dazu noch ein Gesichtspunkt.
Bernd Roeck, schreibt in oben genannten "Propyläen" unter dem Kapitel »Reformen und Gegenreformationen; die großen geistigen Ereignisse zwischen Mittelalter und Neuzeit«: "Aus Calvins Lehre folgte nicht, daß der irdische, etwa ökonomische Erfolg das Auserwähltsein belegte, wenngleich sich diese Ansicht aus der verständlichen Hoffnung, Zeichen für das persönliche Heil zu gewinnen, im Calvinismus verbreitet hat. Wenn ein Calvinist gottgefällig lebte - was immer an Askese ihm das abverlangen mochte -, mußte es ihm dabei eigentlich um eine Selbstvergewisserung seines Glaubens gehen. Daraus ergab sich die zentrale Bedeutung der Heiligen Schrift - und zwar des Alten Testaments noch mehr als des Neuen - für die Lebensgestaltung der Calvinisten, mithin auch die Intoleranz gegenüber allen, die ein solches Leben beeinträchtigten, und man wird darin eine der Wurzeln der calvinistischen Überzeugung von einem weitgehenden Widerstandsrecht finden. Wer sich durch den Glauben als »auserwählt« erkannte, mußte im determinierten Geschichtsprozeß »richtig« handeln. Daraus ergaben sich Siegesgewißheit, missionarischer Eifer und Leidensfähigkeit der calvinistischen Bewegung. Nicht das Urteil des Menschen zählte, sondern Gottes Gesetz.
Theokratie bedeutet
"Gottesherrschaft", die Form der Herrschaft, welche sich aus Gottes Willen
und aus seinen Gesetzen herleitet, wobei staatliche und religiöse Ordnung eine
Einheit bilden (Gottesstaat in einigen islamisch dominierten Ländern im
Gegensatz zum Laizismus, der Trennung von "Kirche" und Staat, vem
"Klerikalismus"). Im Gottesstaat liegt die Staatsgewalt entweder in der Hand
einer Person, die selbst als Gott beziehungsweise als dessen Stellvertreter (auf
Erden, z.B. als oberer Herr in Form des Papstes im Mittelalter) angesehen wird
(z.B. früher in Ägypten, bei den Inkas, ja sogar in Tibet vor der chinesischen
Besetzung, wo der Dalai Lama den Status eines Gottes hatte) oder sie wird von
Priestern ausgeübt, dann Hierokratie genannt. (Bei der
"Priesterherrschaft" ist die Vorstellung vom Gottesstaat auch die Grundlage.
Jedoch werden die staatlichen Funktionen von religiösen Amtsträgern ausgeübt
oder entscheidend beeinflusst.)
Protestanten* werden die Angehörigen aller nicht-katholische Glaubensrichtungen genannt. Sie selbst bezeichnen sich jedoch als der evangelischen Kirche zugehörig (Evangelium = frohe Botschaft. Im Neuen Testament die Evangelien: Mathäus, Markus, Lukas und Johannes).
Dann wird auch noch von "unierten Kirchen" gesprochen. Das sind dann einerseits die protestantischen (evangelischen) Glaubensrichtungen und andererseits die katholischen Blöcke, bestehend aus den Ostkirchen, die griechisch (byzantinische) und russisch orthodoxen mit der römisch-katholischen Kirche unter Beibehaltung ihres jeweils eigenen Ritus und Wahrung eigener kirchenrechtlicher (orthodoxer und orientalischer) Traditionen. Die unierten Kirchen erkennen den Primat des Papstes und die katholische Glaubenslehre an und bilden kirchenrechtlich Teilkirchen mit nichtlateinischem Ritus. Die einzige vollständig mit der römisch-katholischen Kirche unierte Ostkirche ist jedoch die "Syrisch-maronitische Kirche". (Die Maroniter gehen auf das syrische Kloster des heiligen Maro - um 423 gestorben - zurück. Es gibt heute weltweit etwa 3,1 Mio. Maroniten, vor allem im Libanon und anderen Ländern des Nahen Osten, sowie zerstreut, aber zahlenmäßig stark in Südamerika.)
* leitet sich ab von der feierlichen "Protestation" (Einspruch) der 19 evangelischen Reichsstände auf dem 2.Reichstag von Speyer (19. April 1529) gegen den Beschluss der "altgläubigen" Mehrheit, die eine weitere Ausbreitung der Reformation verhindern wollte
Jedoch haben diese beiden unierten Kirchen große Schwierigkeiten, sich zusammenzutun. Der derzeitige Papst der römisch-katholischen Kirche erkennt nicht einmal die evangelischen Kirchen an. Noch größer ist die Unmöglichkeit einer Zusammenfindung der Christlichen mit den Mosaischen und Mohamedanischen Vorstellungen (die nur auf dem Alte Testament fußen, den Gesetzen des Moses). Da sie sich alle 3 für einzig und allein von Gott auserwählt wähnen, ist Zwietracht (oder besser Tritracht genannt) programmiert und gegenseitiges Gemetzel nicht ausgeschlossen.
Hinzuweisen ist auf die Auswirkungen, dass sich alle religiöse Gruppierungen (Sekten*) für auserwählt halten. Die Zeugen Jehovas (früher "Ernste Bibelforscher", englisch: Jehovah's Witnesses) gehen nicht zur Wahl; denn sie sind ja ihrer Auffassung nach bereits schon im Reich Gottes (auf Erden).
* secta: lateinisch = Richtung. Jede Sekte beansprucht (wie jede Religion im Prinzip), den einzig wahren Weg zum Heil, zur Erlösung oder zum Glück des Menschen zu kennen, wobei folgende Handlungsmuster (mehr oder weniger) dominant sind:
- einzig die eigene Weltsicht gelten lassen,
- kompromisslose Fixierung auf das eigene religiöse beziehungsweise ideologische Lehrsystem (Fanatismus),
- Postulierung religiöser beziehungsweise ideologischer Absolutheitsansprüche mit universellem Geltungsanspruch,
- Unfähigkeit und der Unwille, Andersdenkenden und »Abtrünnigen« (Aussteigern, Dissidenten) wahrheitsrelevante Erkenntnisse zuzubilligen (Intoleranz)
und
- in der Regel ein ausgeprägter, Nichtmitglieder strikt ausgrenzender Gruppenegoismus.
Mittlerweilen wird der Begriff "Sekte" weitgehend durch neutrale Bezeichnungen wie »religiöse Sondergemeinschaft« oder »neureligiöse Gemeinschaft« ersetzt.
Adolf Hitler, der an eine Vorsehung - eine Zielbestimmung der Welt - glaubte, hielt die "germanischen Völker", insbesondere das deutsche Volk, bzw. was davon nach der strikten Umsetzung der Rassengesetze* übrig bleiben würde, für die weltbeste und zur Führung erkorene Rasse.
* = »Nürnberger Gesetze« oder »Reichsbürger-Gesetz« und das
»Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre«. Die »vollen
politischen Rechte« wurden nur den Inhabern des »Reichsbürgerrechts«
zugestanden, das nur an »Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes«
verliehen werden sollte. Das »Blutschutzgesetz« verbot bei Gefängnis- oder
Zuchthausstrafe u.a. die Eheschließung zwischen Juden und »Staatsangehörigen
deutschen oder artverwandten Blutes« (so genannte »Rassenschande«).
>Hier< mehr zu "Hitlers Vorsehung".
Betrachtung über die Folgen des Calvinismus, der Lehre, dass Gott seine Auserwählten mit irdischen Gütern und mit Erfolg belohnt
Es ist heftig kritisiert worden, dass der bekannte Soziologe Max Weber in seiner Schrift (von 1905) »Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus« der evangelischen Glaubensrichtung eine Hauptschuld an der rücksichtlosen Ausbeutung der Erde, der Versklavung allen Lebens (Mitmenschen, Tieren, Pflanzen) gegeben habe mit dem heutigen Ergebnis, dass ein Überleben in unserer Welt in größter Gefahr ist, d.h. immer unwahrscheinlicher wird.
Der These von Weber wird entgegen gehalten, dass es immer schon Ausbeutung, Versklavung usw. gegeben habe. Das müsse jedoch differenzierter gesehen werden, meinte die Journalistin Iris Schatz (vom Kölner Redaktionsbüro "Schatz und Partner") in einer Diskussion über besagtes Thema:
"Erst durch die Lehrmeinungen im Umfeld von Calvin und Zwingli hätten sich im Gegensatz zu einer vorherigen Oberschicht als Minderheit (Adlige, Religionsführer und Herrscher, welcher Art und Herkunft auch immer) nun auch breite Volksmassen - zumindest zusätzlich - an der Ausbeutung (von Gottes Gnaden) beteiligt. Insbesondere die nach Nordamerika ausgewanderten protestantischen Menschen aufgrund ihrer Verfolgung in Europa hätten die heutigen USA (Vereinigten Staaten von Amerika) zur rücksichtlosen Ausbeutungs- und Führungsmacht entwickelt. Dort sind immer noch mit über 50% Bevölkerungsanteil vertreten" (>hier<).
Was Massenbewegungen anrichten können, habe ich selbst noch erlebt, als ich als Angehöriger der "germanischen Herrenrasse" zu "Jungvolk-" bzw. "Hitlerjugendveranstaltungen", mit beispielsweise kriegvorbereiterischen Geländespielen und Kampfliedergesang, gezwungen wurde. Einer US-amerikanischen Studie zufolge waren selbst nach dem verlorenen Krieg (1945) noch 80% der Deutschen dem untergegangenen "Reich" wohlgesonnen, zumindest nicht ganz ablehnend. Es ist nicht zu glauben (angelehnt an Zitat >hier<), dass meine damaligen Mitmenschen immer noch an die politisch-religiös-verbrecherische Heilsbotschaft glaubten, an den wahren Charakter dieser "Sieg-Heil-Botschaft", die - ohne wenn und aber - von jedermann in der heute verbotenen Hitler-Bibel: "Mein Kampf" schwarz auf weiß zu finden war. Das Verbot dieser "Hitler-Bibel" durch "Nachfolger" (erneut angelehnt an eine Zitat >hier<) der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) kann nur damit erklärt werden, dass diese Nachfahren darin die Gefahr zum Mitläufertum gesehen haben, obwohl damals kaum jemand diese NS-Bibel gelesen hatte, so wie offensichtlich auch bis heute noch niemand die haarsträubenden Geschichten im "Alten Testament" der christlichen Bibel (>hier<), der Grundlage zum islamischen Koran und zur mosaischen Thora (fünf Bücher Mose, als Pentateuch = Fünfrollenbuch bezeichnet) mitbekommen hat.
Walter Rath, September 2009