aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Joseph Kony , 1961 in Odek, Uganda, geboren, ist der Anführer der Lord’s Resistance Army („Widerstandsarmee des Herrn“, LRA), einer Rebellengruppe, die die Zivilbevölkerung im Norden Ugandas terrorisiert und der Regierung Ugandas unter Yoweri Museveni den Krieg erklärt hat.
Kony wurde 1961 als Kind einer armen Familie im
nordugandischen Dorf Odek geboren. Er hat sich von einem
Ministranten und Schulabbrecher zu einem schwer fassbaren und
brutalen Rebellenführer entwickelt, der sich selber als
Geistermedium, Gebieter und Befreier bezeichnet. Kony trat
erstmals im Januar 1987 im vermuteten Alter von 26 Jahren auf.
Er führte die LRA an, die er als eine von zahlreichen
Gruppierungen, die nach dem Zerfall des
Holy Spirit Movement seiner Cousine (manche Quellen sprechen
von Tante, z.B. Hope-international)
Alice Lakwena entstanden, begründet hatte. Von dieser wurde
er maßgeblich beeinflusst.
hat angeblich vom Heiligen Geist den Befehl erhalten, die LRA zu gründen. Konys Gruppierung setzt sich für einen christlich-theokratischen Staat Uganda auf der Basis der Bibel und den Zehn Geboten ein. Die genauen Elemente seines Glaubens sind dabei teilweise sehr unklar. Er enthält neben dem christlichen Fundament Elemente der ursprünglichen Religion der Acholi, denen Kony entstammt, und des Islam. Die Mehrehe wird toleriert, das Schwein wird als ein unreines Tier aufgefasst. Kony selbst bekundete, dass er von machtvollen Geistern in seinem Kampf angeführt werde.
Nach fast 20 Jahren Terror wurden 2004 die Ermittlungen beim internationalen Gerichtshof eingeleitet. Es heißt, dass Kony Ende 2003 befohlen habe, Zivilisten zu töten, zu berauben und zu verschleppen, davon nicht ausgenommen solche, die in Camps für intern Vertriebene lebten. Darauf hätten die hohen Kommandeure der LRA und alle Brigade-Kommandeure begonnen, verschiedenen Regionen in Uganda anzugreifen. Der Haftbefehl gegen Joseph Kony nennt 33 Anklagepunkte, darunter:
- Zwölf Punkte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (vorsätzliche Tötung; Versklavung; sexuelle Sklaverei; Vergewaltigung; unmenschliche Handlungen: schwere Verletzungen der körperlichen und geistigen Gesundheit) und
- Einundzwanzig Punkte wegen Kriegsverbrechen (vorsätzliche Tötung; grausame Behandlung von Zivilpersonen; vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung; Plünderung; Anstiftung zur Vergewaltigung; Zwangsrekrutierung von Kindern).

Jan Egeland (* 12. September 1957) ist ein norwegischer Politiker und Diplomat. Er ist heute Vizegeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und Koordinator für Nothilfe (Büros für die Koordination humanitärer Angelegenheiten, OCHA) der Vereinten Nationen (UN). Egeland ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.
Von 1990 bis 1997 war er Staatssekretär im norwegischen Außenministerium. Jan Egeland war aktiv an zahlreichen Friedensprozessen beteiligt. 1992 war er Mitbegründer und Mitorganisator der norwegischen Vermittlung zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), die 1993 in die Oslo-Vereinbarung, eine Prinzipien-Erklärung, mündete. Er leitete außerdem die norwegische Delegation der von den Vereinten Nationen geführten Friedensgespräche, die zum 1996 in Oslo unterzeichneten Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung von Guatemala und den Guerillas der Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca (URNG) führten.
Außerdem leitete er die Gastgeberdelegation, als 1997 in Oslo der Ottawa-Vertrag zur Ächtung von Antipersonenminen erfolgreich verhandelt und unterzeichnet wurde.
Im Jahr 2003 übernahm er die Nachfolge des Japaners Kenzo Oshima als UN-Vizegeneralsekretär.
Stellungnahmen im Libanonkrieg 2006: Während des Libanonkrieges 2006 kam UN-Hilfskoordinator Egeland am 23. Juli 2006 nach Beirut und besichtigte dabei auch das von israelischen Luftangriffen schwer getroffene Süd-Beiruter Wohnviertel Sfeir und die einstige Zubringerstraße zum Flughafen. Er bezeichnete diese Angriffe als unverhältnismäßig und warf der israelischen Regierung einen Verstoß gegen internationales Völkerrecht vor. Der Hisbollah warf er vor, „sich feige unter Frauen und Kinder zu mischen“ und dadurch die hohen zivilen Opferzahlen bei den israelischen Militäraktionen mitzuverantworten. Auch den israelischen Einsatz von Streubomben im Libanon und vor allem dessen massive Verschärfung noch in den letzten 72 Stunden des Konflikts hat er am 31. August 2006 nachdrücklich als „vollständig unmoralisch“ verurteilt.