Christentreffen

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am 26. Februar 2008 mit dieser kurzen Notiz:

 

Rabbiner sagt ab: Osnabrück - Das neue katholische Karfreitagsgebet zur Bekehrung der Juden überschattet den kommenden Katholikentag im Mai in Osnabrück. Der Repräsentant der Weltunion für progressives Judentum in Deutschland, Rabbiner Walter Homolka, hat seine Mitwirkung an dem Christentreffen im Mai abgesagt. Das katholische Gebet „zur Erleuchtung der Juden" sei nach der Schuld, die die katholische Kirche „in ihrer Geschichte mit dem Judentum" und zuletzt im Nationalsozialismus auf sich geladen habe, „völlig unangemessen", sagte er. (epd). SPL02A/2
 


 

Wikipedia schreibt dazu: Ruft Benedikt XVI. zur Bekehrung der Juden auf?

© KNA-Bild

Der deutscher Rabbiner Walter Homolka, am 1964 in Landau an der Isar geboren, ist Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs an der Universität Potsdam und Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät; Vorstandsmitglied der World Union for Progressive Judaism Jerusalem (seit September 2005), Chairman der Leo Baeck Foundation.

 

Fürbitte löst eine breite Debatte aus

Bonn - «Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchtet, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen». Dieser Satz wird, in lateinischer Sprache, am kommenden Karfreitag weltweit in einigen tausend katholischen Kirchen gesprochen werden. Am selben Tag werden mehrere hundert Millionen Katholiken in allen Erdteilen beten: «Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.»


 

Unter diesem "Link" Karfreitagsgebet, Juden-Bekehrung, Katholikentag ist folgende Seite zu finden:

 

http://elf.scm-digital.net/show.sxp/4291_karfreitagsgebet_f_r_juden-bekehrung__berschattet_ka.htm

 

Karfreitagsgebet für Juden-Bekehrung überschattet Katholikentag

 

(epd) - Das neue katholische Karfreitagsgebet zur Bekehrung der Juden belastet nun auch den kommenden Katholikentag.


Der Repräsentant der Weltunion für progressives Judentum in Deutschland, Walter Homolka, hat seine Mitwirkung an dem Christentreffen im Mai in Osnabrück abgesagt. Das katholische Gebet «zur Erleuchtung der Juden» sei nach der Schuld, die die katholische Kirche «in ihrer Geschichte mit dem Judentum» und zuletzt im Nationalsozialismus auf sich geladen habe, «völlig unangemessen» und müsse «aufs Schärfste zurückgewiesen werden», erklärte er am Montag in Potsdam.

Die Weltunion gilt mit 1,6 Millionen Mitgliedern in 46 Ländern als weltweit größte jüdische religiöse Organisation. Der liberale Rabbiner kritisierte zugleich die Ankündigung der Bischofskonferenz auf ihrer Frühjahrstagung, Möglichkeiten für multireligiöse Feiern weiter einzuschränken. «Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und der jüdischen Gemeinschaft stehen durch diese unfreundlichen Akte schlagartig vor einer Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr», betonte Homolka, der in Potsdam mit dem Abraham-Geiger-Kolleg die einzige deutsche Ausbildungsstätte für Rabbiner leitet.

In diesem Klima sei die Pflege von Gastfreundschaft nicht mehr möglich, so Homolka. Katholisch-jüdische Gemeinschaftsfeiern und die gemeinsame Lektüre des christlichen Neuen Testaments setzten eine Basis des Vertrauens voraus, «die ich im Augenblick für mich leider nicht mehr gegeben sehe». Beim 97. Deutschen Katholikentag in Osnabrück sind unter anderem ein sogenanntes «Zentrum Christlich-Jüdischer Dialog» und ein «Zentrum Christlich-Islamischer Dialog» vorgesehen.

Papst Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr die umstrittene lateinische «Tridentinische Messe» wieder zugelassen. Die darin enthaltene Karfreitagsfürbitte «für die Juden», die unter anderem von einer «Verblendung» der Juden spricht, wurde Anfang Februar in einer Neufassung veröffentlicht. Der Text wurde entschärft, ruft jedoch weiterhin zu einer «Erleuchtung» und «Rettung» der Juden durch den christlichen Gott auf. Die italienische Rabbinerversammlung hatte daraufhin Gespräche mit der katholischen Kirche abgebrochen. Das Karfreitagsgebet soll in katholischen Gottesdiensten in diesem Jahr erstmals in der neuen Form gesprochen werden.

 

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