Fürbitte löst eine breite Debatte aus
Bonn - «Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchtet, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen». Dieser Satz wird, in lateinischer Sprache, am kommenden Karfreitag weltweit in einigen tausend katholischen Kirchen gesprochen werden. Am selben Tag werden mehrere hundert Millionen Katholiken in allen Erdteilen beten: «Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.»
Unter diesem "Link" Karfreitagsgebet, Juden-Bekehrung, Katholikentag ist folgende Seite zu finden:
http://elf.scm-digital.net/show.sxp/4291_karfreitagsgebet_
Karfreitagsgebet für Juden-Bekehrung überschattet Katholikentag
(epd) - Das neue katholische Karfreitagsgebet zur Bekehrung der Juden belastet nun auch den kommenden Katholikentag.

Der Repräsentant der Weltunion für progressives Judentum in
Deutschland, Walter Homolka, hat seine Mitwirkung an dem
Christentreffen im Mai in Osnabrück abgesagt. Das katholische
Gebet «zur Erleuchtung der Juden» sei nach der Schuld, die die
katholische Kirche «in ihrer Geschichte mit dem Judentum» und
zuletzt im Nationalsozialismus auf sich geladen habe, «völlig
unangemessen» und müsse «aufs Schärfste zurückgewiesen werden»,
erklärte er am Montag in Potsdam.
Die Weltunion gilt mit 1,6 Millionen Mitgliedern in 46 Ländern
als weltweit größte jüdische religiöse Organisation. Der
liberale Rabbiner kritisierte zugleich die Ankündigung der
Bischofskonferenz auf ihrer Frühjahrstagung, Möglichkeiten für
multireligiöse Feiern weiter einzuschränken. «Die Beziehungen
zwischen katholischer Kirche und der jüdischen Gemeinschaft
stehen durch diese unfreundlichen Akte schlagartig vor einer
Zerreißprobe, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr», betonte
Homolka, der in Potsdam mit dem Abraham-Geiger-Kolleg die
einzige deutsche Ausbildungsstätte für Rabbiner leitet.
In diesem Klima sei die Pflege von Gastfreundschaft nicht mehr
möglich, so Homolka. Katholisch-jüdische Gemeinschaftsfeiern und
die gemeinsame Lektüre des christlichen Neuen Testaments setzten
eine Basis des Vertrauens voraus, «die ich im Augenblick für
mich leider nicht mehr gegeben sehe». Beim 97. Deutschen
Katholikentag in Osnabrück sind unter anderem ein sogenanntes
«Zentrum Christlich-Jüdischer Dialog» und ein «Zentrum
Christlich-Islamischer Dialog» vorgesehen.
Papst Benedikt XVI. hatte im vergangenen Jahr die umstrittene
lateinische «Tridentinische Messe» wieder zugelassen. Die darin
enthaltene Karfreitagsfürbitte «für die Juden», die unter
anderem von einer «Verblendung» der Juden spricht, wurde Anfang
Februar in einer Neufassung veröffentlicht. Der Text wurde
entschärft, ruft jedoch weiterhin zu einer «Erleuchtung» und
«Rettung» der Juden durch den christlichen Gott auf. Die
italienische Rabbinerversammlung hatte daraufhin Gespräche mit
der katholischen Kirche abgebrochen. Das Karfreitagsgebet soll
in katholischen Gottesdiensten in diesem Jahr erstmals in der
neuen Form gesprochen werden.
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