Klima, Zukunft und Chancen der Demokratie

2. Auflage Oktober 2009
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2009
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Walter H. Pehle
Satz: Pinkuin Satz und Datentechnik, Berlin
Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck
Printed in Germany
ISBN 978-3-10-043311-4
Auf der Buchrückseite ist zu lesen:
KLIMAWANDEL BEDEUTET
KULTURWANDEL
Finanz- und Wirtschaftskrise, Klimawandel, schwindende Ressourcen und der
Raubbau
an der Zukunft der kommenden Generationen bilden einen sozialen Sprengstoff, der
bald explodieren könnte.
Die Autoren analysieren die Auswirkungen der sich auftürmenden Krisen des
Kapitalismus und zeigen, wie die Demokratie in Gefahr gerät, wenn sie keinen Weg
aus der Leitkultur der Verschwendung findet. Das Buch ist ein leidenschaftliches
Plädoyer für eine Erneuerung der Demokratie von unten und eine Ermunterung für
alle Initiativen, die andere Formen des Wirtschaftens und Lebens einüben und
dabei nicht auf den Fetisch Wachstum, sondern auf Gerechtigkeit und
Nachhaltigkeit setzen.
Aus den Umschlaginnenseiten:
Im Hintergrund der Welt, wie wir sie kannten, türmen sich seit Jahrzehnten Megakrisen auf, die wir nur deshalb ignorieren können, weil unsere komfortablen Lebensumstände die Illusion befördern, alles werde schon irgendwie gui ausgehen. Tatsächlich signalisieren Klimawandel, schwindende Energieressourcen, Umweltverschmutzung, Ernährungskrisen und das Wachstum der Bevölkerung die Endlichkeit unseres Lebensstils. Wir erleben, wie unsere Lebensgewohnheiten die Funktionsgrenzen der kapitalistischen Wirtschaftsform überschreiten, und die Finanzkrise zeigt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann und wird. Sind die Demokratien des Westens fähig, sich so zu modernisieren, dass sie zukunftsfähig werden? Ist es möglich, das erreichte Niveau dafür zu nutzen, eine Form des Wirtschaftens und Lebens zu entwickeln, die nicht auf Wachstum, sondern auf Gerechtigkeit und Lebensqualität setzt? Erst das Ende der Illusion, dass unser Erfolgsmodell auch unter den Bedingungen einer globalisierten Welt funktioniert, bietet Chancen auf eine Zukunft der Demokratie.

Claus Leggewie:
geboren 1950, Professor für Politikwissenschaft und Publizist, ist Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, wo er den Forschungsschwerpunkt KlimaKultur ins Leben rief. Von 1995 bis 1997 war er erster Inhaber des Max Weber-Chair an der New York University; er bekleidete Gastprofessuren an der Université Paris-Nanterre und am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und war 1999/2000 Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin.

Harald Welzer:
geboren 1958, ist
Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am
Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und lehrt Sozialpsychologie an der
Universität Witten/Herdecke sowie an der Emory University Atlanta.
In den S. Fischer Verlagen sind erschienen:
>»Opa war kein Nazi.« Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis< (zus. mit S. Moller und K. Tschuggnall, 2002);
>Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden< (2005) und
>Der Krieg der Erinnerung. Holocaust, Kollaboration und Widerstand im europäischen Gedächtnis< (als Hg., 2007).
Umschlaggestaltung:
Hißmann, Heilmann, Hamburg/Julia Giller
Umschlagabbildung: Roman Signer, USA, Detroit, 1997
Autorenfotos: Wilfried Dechau, Susanne Schleyer
Der Inhalt:
Am Ende, oder:
Klimawandel als Kulturwandel
Kapitel 1
Die Krise verstehen, oder: die Grenzen eines kulturellen Modells
Nothing spezial. Über die Entwirklichung von Risiken
Biblische Plagen, kulminiert
Wider alle Evidenz
Der Klimawandel als kulturelles Problem
Peak Oil
Die Wälder sind gesund
Wie aus dem kritischen ein springender Punkt werden kann
Anna H. fragt, warum ihre Zukunft kolonialisiert wird
Horizontale Ungerechtigkeit
Wer »A« sagt, muss nicht »B« sagen
Zwei Grad plus
Wo wir stehen
Kapitel II
Denn sie tun nicht, was sie wissen. Warum Umweltbewusstsein und Handeln
verschiedene Dinge sind
Kognitive Dissonanzen
Partikulare Vernunft
Kulturelle Verpflichtungen
Der Automann
Nachmittags Schwimmschule
Warum man warme Winter für normal hält
Warum wir uns nicht bewegt haben
Kapitel I I I
Business as usual. Zur Kritik der Krisenbewältigung 1 Marktversagen
Die politische Ökonomie des Klimaschutzes
Wachstum muss sein
Green Recovery, oder: Wird der Kapitalismus grün? Demobilisierung: nicht
Konjunkturspritzen, Konversionsprogramme!
Geo-Engineering: die
Wunderwaffen im Klimakampf
Renaissance, oder: Abgesang der Staatlichkeit?
Die Dritte Industrielle Revolution
Wir sind das Volk
Kapitel I V
Demokratie unter Druck
Unzufriedene Demokraten
Demoautoritarismus
(Wie) Können Demokratien den Klimawandel bewältigen?
Last Exit Kopenhagen:
Schwierigkeiten globalen Regierens
Über die Leitplanke
Die Alternative
Kapitel V
Die Große Transformation
Die Menschen wollen nicht verzichten: aus dem Wörterbuch des Unpolitischen
Verzicht als Gewinn
Andersherum. Frau K.'s Haushaltsverstand
Spaß am Widerstand, oder: Kann man die neue Welt auch kaufen?
Menschen werden Bürger
Empowerment und Resilienz
Eine Kultur der Achtsamkeit
Resilienz lernen
Selbst-Helfer
Wie Basisinitiativen die Klimapolitik in Bewegung bringen
Dunbars Numbers. Die neue Übersichtlichkeit
Seltsame Bündnispartner im Klimakampf
Wegen Klima auf die Barrikaden?
Utopia.de
Frau K. hat keine Wahl
APO 2.0, oder: Bürger auf die Barrikaden!
Wer ist wir? Eine Geschichte über sich selbst erzählen
Anmerkungen
Literatur
Danksagung
Personenregister
Sachregister