Wuppertal Texte

>Hier< ein wenig zum Wuppertal Institut

 

"Die Konjunktur springt an. Wird die Diskussion um den Standort Deutschland verstummen? Sicher nicht. Der technologische Trend bleibt weiterhin die Arbeitsrationalisierung. Das gilt weltweit. Die quälend hohe Arbeitslosigkeit und die Angst davor bleiben im Land erhalten. Die Liberalisierung des Welthandels zwingt uns ständiges Konkurrenzdenken auf. Doch im wirtschaftlichen Konkurrenzdenken liegt Gefahr für die Umwelt.

Unser Buch »Umweltstandort Deutschland« soll die politische Diskussion beeinflussen - überparteilich und zugleich parteilich für die Umwelt. Wir arbeiten nicht mit Schreckensszenarien, sondern wir versuchen zu zeigen, daß ein guter Umweltstandort Deutschland uns allen nützt.

Ernst Ulrich von Weizsäcker"


Umweltstandort Deutschland
Argumente gegen die ökologische Phantasielosigkeit
herausgegeben von Ernst Ulrich von Weizsäcker

Wissenschaftliche Mitarbeit: Willy Bierter - Raimund Bleischwitz - Wilhelm von Braunmühl - Peter Hennicke - Friedrich Hinterberger - Sascha Kranendonk - Harry Lehmann - Christa Liedtke - Reinhard Loske - Hans-Jochen Luhmann - Thomas Merten - Hermann Ott - Rudolf Petersen - Kai Schlegelmilch - Friedrich Schmidt-Bleek - Torsten Reetz - Ursula Tschner und Ernst Ulrich von Weizsäcker
Redaktionell bearbeitet von Rainer Klüting
Birkhäuser Verlag Berlin - Basel - Boston

ISBN 3-7643-5057-1
©1994

 

Ideen und Konzepte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Wuppertal Instituts für Klima - Umwelt - Energie


Inhalt - nur die hervorgehobenen Überschriften (ohne Unterpunkte):
Vorwort
Arbeit und Umwelt - Ein Blick nach vorn
Ökologische Steuerreform - Preisgleitklausel für die Umwelt
Zur Diskussion über den Industriestandort Deutschland
Stadtverkehr ohne Autos?
Güterverkehr vermeiden - zu teuer für unsere Wirtschaft?

Gewinn durch Einspar-Kraftwerke, oder:
Warum Licht nicht aus der Steckdose kommt
Contracting - eine Idee gewinnt an Boden, oder: Wie man Energiesparen zum Geschäft macht
Mit der Sonnenenergie in eine zukunftsfähige Energiewirtschaft
Globale Energietrends: Vor uns die Effizienzrevolution?
Rohstoffe effizienter nutzen: Was Unternehmen und Verbraucher tun können
Gibt es einen ökologisch verträglichen Wohlstand?
Epilog
Die Sache mit der Wissenschaft und der Verwaltung . Die Sache mit der Menschheit auf dem Planeten Erde. Die Sache mit der Technologie.
 

Jetzt nur die ersten Sätze aus dem Unterpunkt "Die Sache mit der Menschheit auf dem Planeten Erde":

 

"Wir stehen vor einer neuen und dringlichen Neuinterpretation des Dilemmas, wie es zugehen soll, daß die Wünsche und Bedürfnisse einer immerzu wachsenden Weltbevölkerung auf einem begrenzten Planeten befriedigt werden. Unsere Sorgen haben sich verlagert: Noch vor wenigen Jahren war die große Befürchtung, die Grenze, die die Umwelt der Menschheit setze, sei die begrenzte Menge an mineralischen und energetischen Ressourcen. Jetzt wird die Gefahr immer deutlicher, daß die Menschheit, während und indem sie ihren materiellen Wohlstand mehrte, durch riesige und schnell größer werdende Materialbewegungen und Materialveränderungen die Ökosphäre immer weiter aus der heiklen Balance drückt, in der das Erscheinen des Menschen und seine Entwicklung möglich waren. Der Mensch tut sehr viel, um sich zum Fossil von morgen zu machen.
Schon heute bewegt der Mensch an der Erdoberfläche und in einer vergleichsweise dünnen Schicht darüber und darunter rund zweimal soviel Masse wie die Natur. Die riesigen Stoffströme auf der Eingangsseite unserer Wirtschaft sorgen dann ganz natürlich auch für die sattsam bekannten Abfall-, Emissions- und Schadstofflawinen. Auch der große Energieverbrauch hängt direkt mit diesen Stoffströmen zusammen. Schon heute kennen wir einige der alarmierenden Auswirkungen dieses großzügigen »Verbrauchs« von Umwelt - und die Auswirkungen, deren wir uns bis jetzt bewußt geworden sind, gehen zumeist auf Zufallsentdeckungen zurück. Sie sind auch alle relativ kurzfristiger Natur. Die Langzeitwirkungen bleiben vorläufig außerhalb unseres Beobachtungshorizonts, schon deshalb, weil sie zumeist unerwarteter Art sind, das heißt, weil der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung bestenfalls im nachhinein und nie vollständig erfahrbar ist. Daß es dann zu spät sein kann für Korrekturen, ist evident."



"Daß uns die Sonne keine Rechnung schickt, ist hinlänglich bekannt. Und dennoch nutzen wir weiterhin primär fossile (>hier<) Energieträger oder aber die Kernenergie, deren Verwendung auf Kosten der Umwelt geht. Diese Rechnung, werden unsere Enkel und Urenkel zu zahlen haben. Im Bereich der Energiewirtschaft stehen also wichtige Entscheidungen an: Sollen die Industriestaaten die Nuklearenergie ausbauen? Wie können die Entwicklungsländer den Energiehunger ihrer Bevölkerung stillen? Ist es möglich, künftig alle Menschen in die Lage zu versetzen, sich ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben zu erfüllen? Dies, so meinen die Autoren, ermöglichen allein die erneuerbaren Energiequellen. Dazu gehört die indirekte Nutzung der Sonnenenergie in Form von Biomasse, Wind und Wasser.

Dieses Buch ist nicht von Romantikern für Romantiker geschrieben. Es wendet sich vielmehr an die Pragmatiker mit Blick für die Zukunft. Nützliche technologische Übersichten und politische Einsichten kennzeichnen das Buch. Jetzt ist die Politik an der Reihe.

Ernst U. von Weizsäcker"
 



Zukunftsenergien : Strategien einer neuen Energiepolitik

Harry Lehmann ; Torsten Reetz.
(Wuppertal-Paperbacks)

© 1995 Birkhäuser Verlag GmbH, Heidelberger Platz 3, D-14197 Berlin

Umschlaggestaltung: Matlik und Schelenz, Essenheim
Gedruckt auf säurefreiem Papier, hergestellt aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff Printed in Germany
ISBN 3-7643-5144-6


Inhaltsverzeichnis - nur die hervorgehobenen Überschriften (ohne Unterpunkte):
Geleitwort von E. U. von Weizsäcker
Das »Perpetuum solare« ist möglich: Ein politisches Wort von Hermann Scheer
Ein Vorwort: Lasset uns endlich seßhaft werden
Reportage aus der Zukunft (2028): 150 Jahre solarthermische Maschinen
»Sustainable Development« - Zukunftsfähige Entwicklung und Energietechnologien
Reportage aus der Zukunft (2004): Windige Jahre Die glorreichen Sieben - Erneuerbare Energien . .
Was sagt die Kristallkugel?
Reportage aus der Zukunft (2005): Reisebericht durch die dezentrale Energieversorgung in Asien

Intelligenz statt Kraft - Effizienz oder der Faktor 10
Reportage aus der Zukunft (2006): Selbstversorgende Stadteile Gourmet oder Gourmand - Suffizienz
Reportage aus der Zukunft (2008): Power for the World

Der SES Pfad
Reportage aus der Zukunft (2003): Solarthermische Kraftwerke in Nordafrika
Und warum läuft's nicht? Hemmnisse
Was tun? Maßnahmen
Und zuletzt ein Nachwort: Es ist machbar Herr Nachbar!

Literaturverzeichnis


 

Jetzt nur die ersten Sätze aus dem Geleitwort von E. U. von Weizsäcker:

 

Tschernobyl und der Treibhauseffekt haben uns zum Umdenken gezwungen. Vor zehn Jahren konnte man noch glauben, die Alternative hieße entweder Kohle oder Kernkraft. Heute wissen wir, daß diese beiden Energiequellen hoch problematisch sind. Die Solarenergie ist im Kommen. Die Marktpreise sinken. Deutschland ist im Begriff, zum führenden Windenergieland Europas zu werden. Die Geschäftswelt fängt an, sich ernstlich zu interessieren.

Parallel zur Entwicklung der erneuerbaren Energiequellen gilt es, eine »Effizienzrevolution« im Umgang mit dem knappen Faktor Energie auszulösen. Eine Vervierfachung der Energieproduktivität ist technisch in Reichweite. Viele Schritte sind sogar noch kostengünstiger als die erneuerbaren Energiequellen.

Effizienzrevolution und erneuerbare Energiequellen werden irgendwann im 21. Jahrhundert die Energiepolitik dominieren. Diejenigen Länder, die sich auf diese Realität frühzeitig einstellen, werden den Vorsprung haben und damit entsprechende Exportchancen.

Dieses Buch ist nicht von Romantikern für Romantiker geschrieben. Es wendet sich vielmehr an die Pragmatiker mit Blick für die Zukunft. Nützliche technologische Übersichten und politische Einsichten kennzeichnen das Buch. Jetzt ist die Politik an der Reihe.

 

Kommentar: Keine der Prognosen - siehe Inhaltsverzeichnis - sind verwirklicht worden. Ja wenn die Profitgier nicht wäre, die Gewinnmaximierung. Ja keine Investitionen...
 


 

 

"Kosten-Nutzen-Analysen sind ein wichtiges Entscheidungsinstrument in der globalen Umwelt- und Energiepolitik. Sind sie aber auch im Rahmen der globalen Klimaschutzpolitik sinnvoll?

 

Das Wuppertal-Institut, das Potsdam-Institut und das Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie veranstalten zu diesem Thema einen Workshop. Führende Vertreter der Klimamodellforschung , der Klimaforschung und der Klimapolitik haben sich im Rahmen dieser <Veranstaltung erstmals gemeinsam mir der Problematik einer »Ökonomie des Klimaschutzes« beschäftigt. Der vorliegende Wuppertal Text enthält die überarbeiteten und aktualisierten Beiträge dieses Workshops."
 


Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme

Klimaschutz: Die Bedeutung von Kosten-Nutzen-Analysen

Peter Hennicke (Hrsg.).

Berlin ; Basel ; Boston : Birkhäuser. 1995
(Wuppertal-Texte)
ISBN 3-7643-5217-5

© 1995 Wuppertal Institut, Döppersberg 19, D-42103 Wuppertal
Umschlaggestaltung: Matlik und Schelenz, Essenheim
Gedruckt auf säurefreiem Papier, hergestellt aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff. -
Printed in Germany ISBN 3-7643-5217-5



Inhaltsverzeichnis
 

Einführung

I Workshop-Vortäge

1 Peter Hennicke / Ralf Becker
Ist Anpassen billiger als Vermeiden? Anmerkungen zur Aussagefähigkeit globaler Kosten/Nutzen-Analysen von Klimaänderungen

2 Hartmut Graßl
Sachstand der internationalen Klimaforschung nach Rio ... .

3 Hans-Joachim Schellnhuber
Die internationale Klimawirkungsforschung auf ihrem langen Marsch zur Integrierten Modellierung

4 Klaus P. Masuhr
Fünf knappe Thesen zur Dimensionierung und Internalisierung von externen Kosten einer Klimaveränderung

5 Florentin Krause
Kosten/Nutzen-Wirkung einer Energie- oder C02-Steuer im Vergleich zu nicht-pretialen Instrumenten

6 Albrecht A. C. von Müller / Michael Wegelin
Denkwerkzeuge zur Analyse, Modellierung und Gestaltung von Strukturwandeiprozessen in sozialen Systemen
 

7 Wolfgang Ströbele
Modellierungsansätze zur Ökonomik der Klimaschutzpolitik in der Bundesrepublik Deutschland (IKARUS-Projekt; erste Ergebnisse) . .

8 Rainer Walz
Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen - der Modellierungsansatz der Enquete-Kommission

9 Wolfgang Sassin
Klimavorsorge in einer Phase struktureller Umbrüche

II Workshop-Diskussion
Workshop-Programm
Teilnehmerlnnenliste
Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen Die Autoren
 



Ein paar Sätze aus der Einführung:

 

"Globale Kosten-Nutzen-Analysen von Klimaänderungen erheben den Anspruch, sowohl die Kosten des Klimaschutzes als auch den Nutzen (die vermiedenen Schäden) erfassen und monetarisieren sowie aus der Abwägung von Kosten und Nutzen Erkenntnisse über eine «kostenoptimale» Vermeidungs- bzw. Anpassungspolitik gewinnen zu können.
In methodischer Hinsicht stehen sich dabei (vereinfacht) zwei «Schulen» gegenüber: «Top-Down»-Modellierer benutzen neoklassische Gleichgewichts- und Optimierungsmodelle, die Auskunft über eine «optimale» Klimaschutzpolitik geben sollen. «BottomUp»-Analysen gehen dagegen von der ingenieurwissenschaftlichen und energietechnisch-wirtschaftlichen Anwendungsforschung aus und untersuchen die Hemmnisse sowie die kostenminimalen Umsetzungsbedingungen für klimaverträgliche Techniken der Energieumwandlung und -nutzung (KWK, Regenerative, Effizienzsteigerung).
Aus der Klimawirkungsforschung ist bisher erst die Spitze des Eisbergs über Ausmaß, Form und regionale Verteilung der Schäden von Klimaänderungen bekannt (vgl. EI{ 1990, 1992; 1994), die für eine K/N-Analyse notwendige Monetarisierung steht erst ganz am Anfang und ist mit großen Daten- und Bewertungsunsicherheiten verbunden. Diese Unsicherheit kann von keinem der beiden methodischen Ansätze behoben werden; sie wird auch nicht dadurch kleiner, daß unsichere physische Schadenskategorien mit zweifelhaften Methoden in Geldgrößen umgewandelt und mit einer fragwürdigen Diskontierungsmethode über viele Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte auf scheinbar ökonomisch belastbare und mit heutigen Kosten vergleichbare Gegenwartswerte bezogen werden (siehe Beitrag von Hennicke/Becker).
Aus den Ergebnissen der Nutzen/Kosten-Analysen werden von einigen Autoren weitreichende Politikempfehlungen abgeleitet, so z.B. auf der Basis von «Top-Down»-Modellen die brisante globale Schlußfolgerung, daß eine Anpassung an Klimaveränderungen volkswirtschaftlich billiger sei, als heute mit (angeblich) hohen Belastungen für die Volkswirtschaft zukünftige durch Klimaveränderungen verursachte Schäden zu vermeiden. Abwartende Positionen in der Klimaschutzpolitik, wie sie z.B. die Regierungen in den USA oder Japan lange Zeit vertreten haben, stützen sich auf die Ergebnisse solcher Studien.
Andere Autoren vertreten dagegen - gestützt auf «Bottom-Up»-Analysen - die entgegengesetzte Position, daß Klimaschutzpolitik in weiten Bereichen im Vergleich zu einer Trend-Energie- und Verkehrspolitik zu einer Kosteneinsparung führen würde und insofern «kluge Industriepolitik» (F. Krause) sei. In Tabelle 1.4 des folgenden Absatzes wird ein zusammenfassender Überblick über die Ergebnisse einiger Studien gegeben (vgl. Grubb et al. 1993).
Der Workshop ließ erkennen, daß eine engere Kooperation und ein regelmäßiger Informationsaustausch bei der interdisziplinären Klimaforschung zwischen der naturwissenschaftlich ausgerichteten Klimamodellforschung, der Klimawirkungsforschung sowie der wissenschaftlichen Klimapolitikanalyse wünschenswert ist..."
 


"Zwei Jahre nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro hat sich der «Geist von Rio» verflüchtigt. Geblieben ist die Erkenntnis, daß auf dem Weg zu einer globalen Umweltpartnerschaft weitgehende und nachvollziehbare Schritte von den Industrieländern erfolgen müssen - sonst sind die Entwicklungsländer kaum von der Attraktivität weniger umweltbelastender Wohlstandsmodelle zu überzeugen. 1993 fand in London eine große Folgekonferenz statt. Bis zu 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien diskutierten Visionen, internationale Umsetzungsschritte und vor allem reale Erfahrungen in Großbritannien und Deutschland.
Die vorliegende Dokumentation ist die zusammenfassende Darstellung dieser Veranstaltung."


Die Originalausgabe erschien 1994 unter dem Titel «2020 Vision: Britain, Germany and a New Environmental Agenda» bei Anglo-German Foundation for the study of Industrial Society.
© 1994 Anglo-German Foundation
 

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme

Nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro: eine Zwischenbilanz;

Britisch-deutsche Notizen zur Umsetzung

John Gordon/Tom Bigg.

Die dt. Ausg. wurde hrsg. von Raimund Bleischwitz. -

Berlin ; Basel ; Boston : Birkhäuser, 1994
Einheitssacht.: 2020 vision <dt.>
ISBN 3-7643-5126-8
© 1994 der deutschsprachigen Ausgabe

Wuppertal Institut, Döppersberg 19, D-42103 Wuppertal
Umschlaggestaltung: Matlik & Schelenz, Essenheim
Gedruckt auf säurefreiem Papier, hergestellt aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff
Printed in Germany ISBN 3-7643-5126-8


Inhalt


Vorwort zur deutschen Ausgabe

Einführung
Teil 1: Tagungsprotokolle
Podiumsdiskussion
Erste Veranstaltung: Umweltpolitik in Deutschland und Großbritannien

Zweite Veranstaltung: Wirtschafts-, Unternehmens- und Forschungspolitik
Dritte Veranstaltung: Lokale/Regionale Initiativen, Medien und Interessengruppen

Fachgespräche Energiepolitik
Politik und Industrie
Außenpolitik
Politik und Medien

Teil 2: Die Stellungnahmen im Überblick

Wirtschaftspolitik und nationale Wettbewerbsfähigkeit
Forschungspolitik
Energiepolitik
Verkehrspolitik und Raumordnung Außenpolitik
Politische Umsetzung
Parlamentspolitik
Gemeindeverwaltung und Gebietskörperschaften
Interessengruppen
Medien
Neue Formen von Demokratie
Voneinander lernen


Anhang

Redner und Diskussionsteilnehmer
Herausgeber und Veranstalter

Dank
 


Die ersten Sätze aus der Einführung:


Fast überall auf der Welt nehmen die Umweltbelastungen zu. Man kann davon ausgehen, daß sich die Weltbevölkerung bis Mitte des nächsten Jahrhunderts verdoppelt haben wird. Die Brundtland-Kommission hat geschätzt, daß sich in diesem Zeitraum die wirtschaftliche Produktion weltweit um das fünf- bis zehnfache erhöhen müßte, damit der globale ökonomische Bedarf gedeckt werden kann. Die Belastung der Umwelt würde damit weiter erhöht. Zugleich aber verbreitet sich die Einsicht, daß das Wirtschaftswachstum schon jetzt an ökologische Grenzen stößt - dieser Meinung sind nicht nur die Vertreter der verschiedenen «grünen» Parteien und Bewegungen, sondern auch führende Wirtschaftsexperten der Weltbank. Es scheint dringend geboten, von der heutigen Wirtschaftsordnung, die eine immer stärkere Nutzung von Rohstoffen erfordert, Abschied zu nehmen. Wir brauchen andere Formen der Produktion, die aus weniger Naturverbrauch mehr Wohlstand machen. Mit anderen Worten: Es geht darum, den Pro-Kopf-Verbrauch an Ressourcen und die entsprechende Erzeugung von Abfall und Umweltverschmutzung drastisch zu vermindern und dennoch einen «akzeptablen» Lebensstandard zu erhalten oder überhaupt erst zu erreichen.
Der entscheidende Ansatz für diesen Wandel - im lokalen, nationalen und globalen Rahmen - ist das Konzept der «Nachhaltigen Entwicklung», einer Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation gerecht wird, ohne den kommenden Generationen die Chancen auf Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu nehmen."


 

"Im Energiesektor stehen in den kommenden Jahrzehnten große Umgestaltungen an. Denn die Form des heutigen Energiesystems, das sich primär auf fossile (>hier<) Brennstoffe gründet, stellt die Hauptursache für den drohenden Klimawandel dar.


Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Enquete-Kommission Schutz der Erdatmosphäre des Deutschen Bundestages für die Bundesrepublik bis zum Jahr 2050 eine Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen um 80 Prozent. Diese notwendige und drastische Reduktion ist jedoch nur mit dem weitgehenden Verzicht auf fossile Brennstoffe zu realisieren. in diesem Zusammenhang wird immer häufiger die Verwendung von Solarwasserstoff diskutiert.

 

Am Wuppertal Institut fand zu diesem Thema ein Workshop statt, auf dem Experten aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Umweltschutz die Umsetzungsmöglichkeiten einer solaren Wasserstoffwirtschaft erörterten. Der vorliegende Wuppertal Text faßt die Diskussionen zusammen und stellt zwei Studien (Prognos AG/Fraunhofer-Institut ISI und Bremer Energie-Institut) vor. Er ist ein wichtiger; und weitblickender Beitrag zur Klimadebatte, dessen Aussagen ernst genommen werden sollten, denn die Klimaproblematik zwingt uns zu schnellen und langfristig wirksamen Lösungen."


Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme

Solarwasserstoff - Energieträger der Zukunft?:
Eine Diskussion über langfristige Strategien

Peter Hennicke (Hrsg.).

- Berlin ; Basel ; Boston : Birkhäuser, 1995
(Wuppertal-Texte)
ISBN 3-7643-5216-7

© 1995 Wuppertal Institut, Döppersberg 19, D-42103 Wuppertal


Umschlaggestaltung: Matlik und Schelenz, Essenheim
Gedruckt auf säurefreiem Papier, hergestellt aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff.
Printed in Germany



Inhalt


Einführung

 

Workshop

Einleitungsvortrag: Prof. Dr. P. Hennicke

Vorstellung der Studie des Bremer Energie-Instituts: Prof. Dr. Ing. K. Traube

Vorstellung der Studie von Prognos / FhG-ISI: Dr. E. Jochem

Kurzkommentare zu den vorgestellten Studien: Dr. J. Nitsch, Prof. Dr. C.-J. Winter, Dr. F. Spreer Dr. E. Schwarz

Diskussion


Anhang

A: Zusammenfassung der Studie «Perspektiven der Umstrukturierung des westdeutschen Energiesystems angesichts des C02-Problems» Prof. Dr. Ing. K. Traube, Bremer Energie-Institut, 1992
B: Zusammenfassung der Studie «Konsistenzprüfung einer denkbaren zukünftigen Wasserstoffwirtschaft» Prognos / FhG-ISI, 1991
C: Übersicht über Ergebnisse von Szenarioanalysen zur Frage der zukünftigen Energieversorgung
    1. Das weltweite Energiesystem
    2. Das Energiesystem in Deutschland (alte Länder)
D: Redner und Diskussionsteilnehmer


 

Jetzt einiges aus der "Einführung":


"...Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung forderten die Welt-Klima-Konferenzen in Toronto und Rio de Janeiro sowie das IPCC (Intergovernmental Panel an Climate Change), die weltweiten CO2Emissionen bis Mitte des kommenden Jahrhunderts zu halbieren.

 

Wegen des zu erwartenden starken Anstiegs des Energiebedarfs in den heutigen Entwicklungsländern wird für die Industrieländer eine Reduktion um 80 Prozent, gemessen am Niveau von 1987, gefordert. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Enquete-Kommission «Schutz der Erdatmosphäre» des Deutschen Bundestags eine Reduktion um 30 Prozent bis 2005, 50 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 für die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung hat angekündigt, in Deutschland eine C02-Reduktion um 25 bis 30 Prozent des Ausstoßes von 1987 bis zum Jahr 2005 zu verwirklichen.
Die notwendige drastische Reduktion des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 läßt sich nur durch den weitgehenden Verzicht auf fossile* Brennstoffe realisieren. Es stellt sich damit die Frage, wie dann die Energieversorgung sichergestellt werden kann. Die Vorstellung von einer solaren Wasserstoffwirtschaft (>hier<), mit elektrolytisch gewonnenem Wasserstoff als universellem Energieträger und -speicher wird in diesem Zusammenhang oft genannt.


Um diesen Themenkomplex vertieft zu behandeln, wurde vom Wuppertal Institut auf Anregung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie im September 1993 ein Workshop organisiert, in dessen Mittelpunkt zwei Studien standen, die sich mit dem Wasserstoff als möglichem zukünftigen Energieträger auseinandersetzen. Es wird darin untersucht, ob und inwieweit aus den Klimaschutzzielen zwangsläufig der Einsatz von Wasserstoff folgt. Die Kosten der Energiebereitstellung im Rahmen einer Wasserstoffwirtschaft werden mit den Kosten von Technologien und Maßnahmen der rationellen Energienutzung und «konventionellen» Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien verglichen, so daß im Anschluß daran kostenoptimierte Zielsysteme für eine klimaverträgliche Energieversorgung entworfen werden können. Eine solche Vorgehensweise ermöglicht eine Einschätzung der Kosten der Energieversorgung auf volks- und betriebswirtschaftlicher Ebene, die sich aus dem jeweiligen Zielsystem ergeben.


Vor allem die Erweiterung des Blickfeldes auf die Nachfrageseite, die über Jahrzehnte vom Vorhandensein billiger und allzeit verfügbarer Energie mitgeprägt wurde, eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Darüber hinaus wird im Rahmen des Workshops darauf eingegangen, welche Chancen sich durch eine Anpassung etwa beim Verkehrssystem oder bei der Frage der Netzintegration fluktuierender regenerativer Energien ergehen können.


Derart weit in die Zukunft reichende Untersuchungen sind grundsätzlich mit großen Unsicherheiten behaftet. Dennoch zwingt uns die Klimaproblematik einen erweiterten Analyse- und Planungshorizont auf. Langfristszenarien verdeutlichen die Konsequenzen heutiger Richtungsentscheidungen und ermöglichen eine breite Diskussion der denkbaren Zukünfte.


Besteht heutiger Handlungsbedarf primär in der Förderung neuer technischer Optionen oder in der politischen Umsetzung, das heißt in der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und der Erprobung und Anwendung problemspezifischer Instrumente? Wie lassen sich die Entwicklungsstufen charakterisieren, auf denen eine Annäherung an das Zielsystem einer nachhaltigen Energieversorgung möglich ist?..."
 


* fossil: Kohle, Öl, Gas aus erdgeschichtlicher Vergangenheit
 

Solare Wasserstoffwirtschaft: In Solarzellen kann das Sonnenlicht (einschließlich Wärmestrahlen und Ultraviolettlicht) in elektrische Energie umgewandelt werden. Mit elektrischem Strom wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt. Der Wasserstoff wird aufgefangen und zu den Verbrauchern transportiert - hochverdichtet in Flaschen oder durch "Erdgasleitungen". (Wird der Wasserstoff verbrannt zur Heizung oder in Automotoren, so entsteht wieder Wasser.)