2005 wurde Frerk Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (Fowid) und 2006 Chef des Humanistischen Pressedienstes (HPD). Er ist Mitglied des Kuratoriums der Giordano Bruno Stiftung >hier<.
4 Bücher zur "Weltentwicklung"
>Hier< Global Exit: Die Kirchen und der totale Markt.
>Hier< zu "Globale Trends - Daten zur Weltentwicklung"
>hier< eine Leseprobe: Kirchen im Konflikt.
>Hier< zu "Die nächsten Hundert Jahre".
Svante Arrhenius erkannte schon 1899 Gefahr von Treibgas >hier<.
Carsten Frerk:
Finanzen und Vermögen
der Kirchen in Deutschland
Alibri Verlag, Aschaffenburg 2002
ISBN 3-88726-003-1
436 Seiten; 24,50 Euro.
Im Einzelnen bringt das Wochenblatt "Der Spiegel" einiges über obiges Buch.
2 Beispiele:
...Historische Kirchenbauten dagegen haben, da unverkäuflich, nur theoretischen Wert. Auch der aber ist beträchtlich: Würde die Kirche den Kölner Dom etwa als Museum einer öffentlichen Stiftung übereignen, könnte sie mit einer Ausgleichszahlung von 500 Millionen (Angaben noch in DM) rechnen...
...Beide Kirchen, so hat der Autor errechnet, besitzen alles in allem 6,8 Milliarden Quadratmeter Grund und Boden - etwa dreimal so viel wie Bremen, Hamburg, Berlin und München zusammen. Allein auf evangelischem Boden stehen 75 062 Gebäude. Mal auf Filetgrundstücken in der City, mal am Dorfanger. Die Katholiken vermochten keine Zahl zu nennen.
...Allein 17 Milliarden (Angaben noch in DM) kommen jährlich durch die zwangsweise von den Mitgliedern erhobene Kirchensteuer herein - rund 9 Milliarden (Angaben noch in DM) bei den Katholiken, etwa 8 bei den Evangelischen. Weitere 19,1 Milliarden beziehen sie aus staatlichen Quellen...
2005 wurde Frerk Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (Fowid) und 2006 Chef des Humanistischen Pressedienstes (HPD). Er ist Mitglied des Kuratoriums der Giordano Bruno Stiftung >hier<.

Im aufgeschlagenen, auf der Bildschirmfläche liegenden Buch von Carl Amery (>hier< ein wenig Lebenslauf) ist auf der Innenseite des Umschlages zu lesen, daß er jahrzehntelang die politische Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland entscheidend mitgeprägt hat und sich seit Jahren mit der Frage auseinandersetzt,
- wie die Erde als von Menschen bewohnbare Biosphäre überleben kann,
- wie wir für unsere Nachkommen wieder eine Lebensperspektive zurückgewinnen können.
"Es ist vorauszusehen, sagt er in dieser Streitschrift, daß unsere Lebenswelt im
Laufe des anhebenden Jahrtausends zusammenbrechen und unbewohnbar werden wird.
Dieser Prozeß wird beschleunigt und unumkehrbar gemacht durch den Sieg des
Totalen Marktes, der auf dem Zenit seiner Macht und Wirksamkeit alle natürlichen
Ressourcen verzehrt und sich als alternativlos darstellt.
Alternativlosigkeit ist das Zeichen von Allmacht. Allmacht ist das Kennzeichen
einer Ideologie bzw. Religion." (>Hierzu<
passen die Darstellungen von Hannah Arendt: Totale Herrschaft). "Während wir
glauben, daß unsere Gesellschaft ein bunter Fleckenteppich von Werten und
Kulturen ist, existiert sie in Wahrheit unter der Kuppel der Religion des alles
bestimmenden Totalen Marktes. Im zweiten Teil seiner Analyse sagt Carl Amery,
daß die Kirchen der Christenheit sehr bald in völlige Bedeutungslosigkeit
absinken werden und daß sie nur durch die Übernahme des zivilisatorischen
Auftrags, an nachhaltigen, biosphärisch verantworteten Kulturen zu arbeiten,
ihre Vitalität und ihre heilsgeschichtliche Bedeutung zurückgewinnen können.
Folglich sieht er für die historischen Kirchen der Christenheit im 21.
Jahrhundert einen einzigen zentralen zivilisatorischen Auftrag, nämlich den
Kampf gegen die Religion des Totalen Marktes aufzunehmen und für eine bewohnbare
Zukunftsgesellschaft zu wirken. Die lateinamerikanische Befreiungskirche könnte
ein Beispiel sein für den Exodus aus dem »Sklavenhaus des globalen
Kapitalismus«."
Carl Amery: Global Exit
Die Kirchen und der Totale
Markt
© 2002 Luchterhand
Literaturverlag GmbH, München
Satz: Greiner &
Reichel, Köln
Druck und Bindung: GGP Media, Pößneck
Printed in Germanv
ISBN 3-63o-88004-5
Inhalt
Grundriß
I. Die Reichsreligion
1. Zeit-Raum des Totalen Marktes
2.. Ohnmacht und Allmacht
3. Hausmeister und Müllkutscher
4. Die Magd des Herrn
5. Seelsorge und Seelenentsorgung
Fazit
II. Christen im Pantheon
1. Amarillo, Texas: der eine Mexikaner
2. Raum-Zeit der Christentümer
3. Glück im Container
4. Die Erblast - oder: Kleider machen Leute
5. Die flute Meinung
6. Die wahre Lage: Exempel? Exil? Exodus?
7. Kriterien. der Befähigung
8. Exkurs: Los hijos de la chingada
Fazit
III. Das Notwendige - Wort und Tat
1. Zweckmäßig: Kreuzzug-Auszug
2. Hindernisse weltlicher, akademischer und geistlicher Art
3. Ziele und Ressourcen
4. Die Füße des Idols -I
5.DieFüßedesldols-II
6. Und die Politik?
Fazit
1. Exitus?
2. Exodus?
3. Exit
In memoriam:
Elisabeth Käsemann
Ignacio Ellacuria
Des Herrn Hand kam über mich, und er führte mich hinaus und stellte mich mitten
auf ein weites Feld, das lag voller Totengebeine. Und er führte mich überall
hindurch, und siehe, es lagen sehr viele Gebeine über das Feld hin, und sie
waren ganz verdorrt. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinst du wohl, daß
diese Gebeine wieder lebendig werden? Und ich sprach: Herr, mein Gott, du weißt
es.
Hesekiel 37.1-3
Leseprobe:
Homo sapiens - homo
demens
Daneben aber, vielmehr darüber, das eigentliche Humane - Lind das ist nicht die
Einbrecher- und Diebesgeschicklichkeit des homo oeconomicus: Kisten
aufeinanderstapeln, um an die Bananen zu kommen, dergleichen schafft Vetter
Schimpanse allemal. Das spezielle Humanum, die wirkliche Differenz zur Zoologie,
das ist die Reflexion der eigenen Lust und Pein, der Blick au f die Schatten an
der Höhlenwand - und der Versuch, dies alles (das Fressen, das Gefressenwerden,
den Aufund Untergang der Sonne, das Traumgespräch mit dem verstorbenen Vater,
die Angst vor den tausend Augen von den nahen Hügeln, den unentrinnbaren Tod)
zum verständlich-verständigen Muster zu ordnen - to establish order out of noise.
So entstehen Epen und Kathedralen, so entstehen aber auch Wahnsinnssysteme und
Wahnsinnstaten der verschiedensten Art und Schattierung, der homo sapiens ist
unvermeidlich und von Anfang an auch der homo demens, der Verrückte in Zeit und
Raum.
Daraus erwuchsen Kulturen, gräfliche und wundervolle; und damit war wundervoll
und gräflich zu leben - und zu sterben. Denn zur allgemeinen Krise des
Lebendigen führten sie deshalb nicht, weil der Tod noch zu mächtig war, die
unentbehrliche Verkehrsform des Lebens: Wirbelt die Spirale des Ausgriffs, der
Jagd nach Glück und Ressourcen, zu weit in schlechte Unendlichkeit, dann zieht
sie die zentripetale Kraft von Not und Tod an die festigende Achse zurück. Viel
Grün, und die Schneehasen vervielfachen sich; viel Schneehasen, und die Zahl der
Polarfüchse explodiert - bis das Gras verwelkt, die Hasen gefressen, die Füchse
dezimiert sind. Gab es eine verheerende Pest, dann starb die Hälfte der Leute,
die Rodungsflächen erholten sich, und die Löhne der Dienstboten stiegen. Die
piekfeine, die hochmoderne, die Globalkrise: die besorgte uns der homo
oeconomicus, der im Bierhefe- und Schimpansenprogramm nicht nur verharrte,
sondern es zum Motor des Fortschritts verklärte; immer mehr von seinen höheren
Fähigkeiten (zuletzt den ganzen Produktionsfaktor Wissenschaft) investierte er
in den stets weiteren Ausgriff der Gierspirale, den (letzten Endes
tragikomischen) Erfolg der Panikflucht vor Not und Tod, weg von der
Todesachse...
Carl Amery (eigentlich Christian Anton Mayer), geboren
1922 in München, Mitglied der Gruppe 47, 1989 zum Präsidenten des bundesdeutschen
PEN-Zentrums gewählt, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem
1991 mit dem Literaturpreis der Stadt München. Er hat viele aufsehenerregende
Bücher geschrieben, darunter Die Kapitulation oder Der real existierende
Katholizismus und Die ökologische Chance sowie zuletzt. Die Botschaft des
Jahrtausends und Hitler als Vorläufer.
STIFTUNG ENTWICKLUNG UND FRIEDEN (Bonn)
in Zusammenarbeit mit
INSTITUT FÜR ENTWICKLUNG UND FRIEDEN
der Universität Duisburg
GLOBALE TRENDS
93/94
DATEN ZUR WELTENTWICKLUNG
Herausgegeben von Ingomar Hauchler
FISCHER TASCHENBUCH VERLAG
Redaktion:
Barbara Bortfeldt
Wissenschaftliche Leitung: Franz Nuscheler, Norbert Ropers
Originalausgabe: Veröffentlicht im Fischer Taschenbuch Verlag GmbH,
Frankfurt a.M., November 1993
Grafik: Atelier Götzinger, Bonn
Umschlaggestaltung: Buchholz/Hinsch/Hensinger
Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck
Printed in Germany
ISBN 3-596-11959-6
Gedruckt auf chlor- und säurefreiem Papier
Die GLOBALEN TRENDS informieren über Daten und Fakten des Weltgeschehens. Sie vermitteln in Text und Grafik verständlich und anschaulich wissenschaftlich gesicherte Information, wie sie heute dringend gebraucht wird: Die Essenz des Wissens auf wichtigen Gebieten, ihre Zusammenfassung und Zusammenschau als Grundlage und Entscheidungshilfe für global veranwortliches Handeln.
Gestützt auf die internationale Fachliteratur und weltweit verfügbare Studien
und Berichte werden Entwicklungen beschrieben und analysiert, die für die
Zukunft unserer Welt von entscheidender Bedeutung sind. Veränderungen in der
Weltgesellschaft zeigen sich in den Lebensverhältnissen der Menschen, der
sozialen Entwicklung in Ländern und Regionen, der Verwirklichung politischer
Menschenrechte, in Bevölkerungswachstum und Migrations- und Fluchtbewegungen.
Das Ziel des Weltfriedens ist, so zeigen die Daten zu den Militärausgaben der
Staaten, zu weltweiten Rüstungstransfers und Kriegen, noch immer fern. Die
Trends in der Weltwirtschaft werden deutlich aus Daten zu den Ökonomien, zu den
globalen Finanzen, zu Handel und Arbeitsmärkten. Ein alarmierendes Bild der
Weltökologie geben die Daten zu Atmosphäre und Klima, zu Boden, Wasser, Wald und
zu Erzeugung und Verbrauch von Energie. Die Entwicklung der Weltkultur wird mit
Daten zu den Religionen, zur weltumspannenden Kommunikation und zu den
revolutionierenden neuen Technologien dargestellt und belegt.
Aus der Fülle von Einzelentwicklungen werden zentrale Trends abgeleitet, die
sich in der EINEN Welt zunehmend vernetzen und die das Schicksal der Menschen
entscheidend bestimmen werden. Aus dieser Sicht ergeben sich Schlußfolgerungen
und Handlungsempfehlungen für die nationale und internationale Politik, aber
auch für das persönliche Verhalten jedes Einzelnen. Das macht die GLOBALEN
TRENDS zu einem unentbehrlichen Grundlagenwerk.
Druck der 1. Buchinnenseite
"Das ist der Widerspruch: daß die Welt zur Schicksalsgemeinschaft
zusammenwächst, unser Handeln aber in nationalen Grenzen, Interessen und
Vorurteilen befangen bleibt," steht im Vorwort geschrieben. Und weiter noch mit
ein paar Sätzen als Leseprobe:
"Wir wissen: Der
globalen Vernetzung der wirtschaftlichen und technologischen, der sozialen und
ökologischen Herausforderungen ist einzelstaatliche Politik nicht gewachsen. Wie
wir im Westen leben und wirtschaften, beeinflußt Lebensverhältnisse und Chancen
der Menschen im Süden und Osten. Und Armut, wirtschaftliche Verwerfungen,
Bevölkerungswachstum und Migration, Umweltzerstörung und sozialer und
politischer Unfriede im Süden und Osten wirken auf den Westen zurück.
Wir handeln aber, als seien nationale Alleingänge noch möglich, als könnten
einzelne Staaten oder Regionen sich gegen die globale Gefährdungsgemeinschaft
abschotten. Neues nationalegoistisches Denken und zunehmende ethno-nationale
Konflikte nach dem Ende des Kalten Krieges, aber auch ein in der
weltwirtschaftlichen Rezession härter werdender Kampf um Standortvorteile
verengen den Blick.
Diesen Widerspruch gilt es zu lösen, um die Herausforderungen der Zukunft zu
bestehen. Dazu brauchen wir Weitblick und Weltblick, wie Willy Brandt formuliert
hat. Dieses Buch soll dazu einen Beitrag leisten.
Die GLOBALEN TRENDS zeigen, wie wachsende Armut und die Mißachtung der sozialen
und politischen Menschenrechte einer immer schneller wachsenden Bevölkerung in
weiten Teilen der Welt Konflikte schüren und Wanderungsbewegungen auslösen. Die
Folge sind neue Sicherheitsrisiken, die den Frieden gefährden und Entwicklung
hemmen.
Die GLOBALEN TRENDS belegen, daß dennoch im Verständnis von Sicherheit immer
noch militärisches Denken gegenüber vorbeugender Friedenspolitik überwiegt.
Immer noch werden kostbare Ressourcen verschwendet, sind trotz veränderter
weltpolitischer Lage noch viel zu große Finanzmittel im Norden und Süden
militärisch gebunden, werden Massenvernichtungswaffen bedrohlich verbreitet. Die
neunziger Jahre stehen im Zeichen neu entfachter Kriege.
Die GLOBALEN TRENDS machen deutlich, daß die Weltwirtschaft sich enger vernetzt,
daß aber Instabilitäten und Verwerfungen im Bereich der Finanzen, des Handels
und der Arbeit sich wirksamer politischer Kontrolle weitgehend entziehen.
Wachstumsschwäche im Westen, ungelöste Transformationsprobleme im Osten und die
Abkoppelung vieler Länder des Südens schaffen neue globale Spannungen. Die
bleibende Kluft zwischen armen und reichen Weltregionen, soziale Verelendung und
steigende Arbeitslosigkeit bei wachsender Weltbevölkerung sind Nährboden für
mehr Gewalt und Krieg..."
Inhalt
Vorwort
Autoren und Redaktion
WELTENTWICKLUNG
Zusammenfassung und Folgerungen
WELTORDNUNG
Die reale Weltunordnung - Strukturen und Trends - Weltinnenpolitik
WELTGESELLSCHAFT
Lebensverhältnisse
Die Verteilung des Wohlstands - Menschenwürde, Menschenrechte
Soziale Entwicklung
Entfaltung menschlicher Möglichkeiten - Die sozialen Menschenrechte
Politische Menschenrechte
Der internationale Schutz der Menschenrechte - Freiheit und Unfreiheit in den
Weltregionen
Bevölkerung
Wachstumsprognosen - Ungleichgewichte und ihre Folgen - Strategien
Migration
Weltweite Wanderungsbewegungen - Ursachen und Folgen von Migration und Flucht
WELTFRIEDEN
Militärausgaben
Die Kosten der Rüstung - Das veränderte politische Umfeld
Rüstungstransfers
Der weltweite Waffenhandel - Rüstungskontrolle - Demilitarisierung der
internationalen Beziehungen
Kriege
Ursachen, Kosten und Folgen - Konfliktvermittlung - Ein neuer Sicherheitsbegriff
WELTWIRTSCHAFT
Ökonomien
Wachstum und Investitionen - Internationalisierung und Regionalisierung - Trend
zur Dienstleistungsgesellschaft
Finanzen
Abkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft -
Finanzströme und Verschuldung - Ungleichgewichte der Weltregionen
Handel
Dynamischer Welthandel, regional konzentriert - Trends und Strukturen in Nord
und Süd
Arbeit
Weltarbeitsmarkt im Wandel - Nationale Arbeitsmärkte - Ressource Arbeitskraft
WELTÖKOLOGIE
Atmosphäre und Klima
Luftverschmutzung, Klimawandel und Ozonabbau - Ursachen, Wechselwirkungen -
UNCED 92
Boden, Wasser, Wald
Die gefährdeten Lebensgrundlagen - Ein Schutzprogramm
Energie
Verteilung der Reserven - Risiken der Versorgung - Zukunftsstrategien
WELTKULTUR
Religionen
Die Hauptströmungen - Religionen im gesellschaftlichen Umfeld - Das Projekt
Weltethos
Kommunikation
Dialog der Kulturen - Sprachen, Werbung, Fernsehen - Weltmarkt des Wissens
Neue Technologien
Anwendungsbereiche, Chancen, Risiken - Der internationale Wettbewerb -
Technologietransfer
ANHANG
Länderstatistik
Weltkarten der Armut
Quellen- und Literaturverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Glossar
Sachregister
Andere Publikationen der SEF (Stiftung Entwicklung Frieden)
Autoren und Redaktion
Prof. Dr. Jörg Becker (Kommunikation),
Prof. Dr. Jochen Blaschke (Migration),
Barbara Bortfeldt (Redaktion),
Dr. Wilhelm von Braunmühl (Energie),
Tobias Debiel
(Kriege, Koordination Weltfrieden, Glossar, INEF-Koordination),
Jörg Fischer (Glossar, Sachregister),
Dr. Fritz Franzmeyer (Handel),
Brigitte Hamm (Politische Menschenrechte),
Prof. Dr. Ingornar Hauchler (Weltentwicklung, Finanzen, Gesamt-Koordination),
Andreas Hauskrecht (Finanzen),
Heike Henn
(Atmosphäre und Klima, Koordination Weltökologie),
Prof. Dr. Peter Hennicke (Energie),
Josef Herkendell (Boden, Wasser, Wald),
Dr. Hartwig Hummel (Rüstungstransfers),
Bernd Jürjens (Religionen, Sachregister),
Prof. Dr. Gerd Junne (Neue Technologien),
Ruth Klingebiel
(Weltkultur, Glossar),
Stephan Klingebiel (Lebensverhältnisse, Soziale Entwicklung, Koordination
Weltgesellschaft),
Dr. Eckehard Koch (Boden, Wasser, Wald),
Dr. Ulrich Menzel
(Ökonomien), Michael Müller (Energie),
Prof. Dr. Franz Nuscheler (Politische Menschenrechte, Migration,
Koordination Weltgesellschaft),
Birgit Rheims (Militärausgaben),
Dr. Norbert Ropers (Weltentwicklung, Weltordnung, Religionen,
Koordination Weltkultur, INEF-Koordination),
Prof. Dr. Renate Rott (Bevölkerung),
Dr. Harald Sander (Koordination Weltwirtschaft),
Prof. Dr. Kurt Tudyka (Arbeit). Unterstützend haben mitgearbeitet:
Heike Dürselen, Christa Ehlenz, Jürgen Fichter, Lutz Frenzel, Claudia Perlitius,
Brunhilde Szöke, Andreas Weymann.
Das Erscheinen des
Buches wurde durch finanzielle Förderung des Bundesministers für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ermöglicht.
Auf der Buchrückseite steht: Die GLOBALEN TRENDS sind eine konzeptionell neue Antwort auf die wachsende Komplexität und Interdependenz der Weltprobleme. Gestützt auf die Fülle international verfügbarer wissenschaftlicher Daten und Erkenntnisse werden Entwicklungen von vitaler Bedeutung für die Menschen in allen Teilen der Welt dokumentiert und analysiert. Ursachen, Folgen und Wechselwirkungen werden deutlich, sie führen zu Projektionen in die Zukunft und zu Schlußfolgerungen für die Praxis der internationalen Politik, aber auch für das Verhalten der Menschen in allen Gesellschaften.
Der vorliegende Band ist die zweite, thematisch erweiterte Ausgabe der GLOBALEN
TRENDS, die 1991 erstmals erschienen sind. Sachliche und verständliche
Interpretation der Daten, anschauliche und ausgewogene Darstellung in Text und
Grafik und die fachübergreifende Sicht auf die Vernetzungen der Weltentwicklung
machen das Werk auch in der Bildungsarbeit unentbehrlich. Es leistet einen
Beitrag zu dem wachsenden Bemühen, das Bewußtsein für die EINE Welt zu schärfen
und Politik in globaler Verantwortung auf allen Feldern durchzusetzen.
Dieser Aufgabe ist die STIFTUNG ENTWICKLUNG UND FRIEDEN (SEF) verpflichtet. 1986
auf Initiative von Willy Brandt gegründet, vereint sie unter Leitung des
nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau (Vorsitzender des
Vorstands) und des sächsischen Ministerpräsidenten Kurt H. Biedenkopf
(Vorsitzender des Kuratoriums) unabhängige Persönlichkeiten aus Politik und
Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft im gemeinsamen Ziel.
Das INSTITUT FÜR ENTWICKLUNG UND FRIEDEN (INEF) der Universität Duisburg hat in
enger Kooperation mit der SEF wissenschaftliche Grundlagen für dieses Buch
erarbeitet.
FISCHER
Leseprobe:
Der exklusive Wahrheitsanspruch, der allen Religionen innewohnt, führt zu
Intoleranz und Abgrenzung von Andersdenkenden. "Das Streben nach dem Absoluten -
immer unerreichbar - ist eine edle Leidenschaft, doch der Glaube, wir seien im
Besitz der absoluten Wahrheit, degradiert uns: In jedem Menschen, der anders
denkt als wir, sehen wir ein Ungeheuer und eine Gefahr, und so werden wir selber
zu Ungeheuern und zu Gefahren für unseresgleichen. Wenn unsere
Glaubensanschauung zum Dogma einer Kirche oder eines Staates wird, werden jene,
die ihr nicht anhängen, abscheuliche Ausnahmen: Sie sind die anderen, die
Andersgläubigen, die man bekehren oder vernichten muß."(Octavio Paz, in: Olzog
1988.)
Kriegsmotivationen
Zeit ihres Bestehens werden im Namen der Religionen Kriege geführt. Bis heute
enthalten die meisten gewaltsam ausgefochtenen Konflikte auch religiöse
Elemente, die sich freilich auf unterschiedliche Weise mit ethno-nationalen,
zwischenstaatlichen, ideologischen und anderen Spannungen verknüpfen (vgl.
Tabelle 1). Auffällig an allen Auseinandersetzungen mit religiöser Komponente
ist ihre Tendenz, zum existentiellen Konflikt zu eskalieren. Der Sinn des Lebens
scheint bedroht, und so werden religiösmotivierte Kriege oft verbissener, unnachgiebiger, brutaler ausgefochten als
andere.
In allen Religionen und, sofern vorhanden, in ihren heiligen Schriften lassen
sich Belege für friedenfördernde wie friedenstörende Intentionen finden.
Desgleichen finden sich in allen Religionshistorien Beispiele Heiliger Kriege
und friedlicher Koexistenz. Es ist also wenig hilfreich, Kataloge aufzustellen,
welche Religionen kriegerischer oder friedlicher sind als andere. Grundsätzlich
gilt, daß es immer ihre Sprecher sind, die den Umgang mit anderen
Glaubensrichtungen bestimmen. Für friedliches Zusammenleben ist es notwendig,
daß Menschen unterschiedlichen Glaubens gemeinsam die Verständigung miteinander
suchen. Wie Küng formuliert: Kein Weltfriede ohne Religionsfriede. Kein
Religionsfriede ohne Religionsdialog.
»Die
meisten Wissenschaftler glauben daß die Erde durch das Wirken des Menschen vor
drastischen Veränderungen steht...Wir müssen uns auf einen rauben Ritt durch die
nächsten hundert Jahre vorbereiten und uns auf ein Crescendo von Alarrnsignalen
und Umweltkatastrophen gefaßt machen. Die schlimmsten Stürme. denen wir uns im
nächsten Jahrhundert entgegenstellen müssen, haben wir selbst ausgelöst, und wir
werden Glück brauchen um sie zu überstehen. «
Jonathan Weiner:
Die nächsten
100 Jahre
Wie der Treibhauseffekt unser Leben verändern wird
Aus dem Amerikanischen von Malte Heim
Titel der Originalausgabe:
»The Next One Hundred Years. Shaping the Fate of our Living Earth«.
1. Auflage
Copyright ©1990 by Jonathan Weiner Published by arrangement with Bantam Books,
a division of Bantam Doubleday Dell Publishing Group, Inc.
Translation Copyright ©1990 by
C. Bertelsmann Verlag GmbH, München Satz: Uhl + Massopust, Aalen
Druck und Bindung: Mohndruck Gütersloh
Printed in Germany • ISBN 3-570-09669-6
Inhalt
1 Die Frage
2 Kleine Details
3 Keelings Kurve
4 Atropos
5 Langsames Heureka
6 Der erste Sommer des dritten
Jahrtausends
7 Die sieben Sphären
8 Ozonlöcher
9 Lovejoys Inseln
10 Das Orakel Gäas
11 Die
neue Frage
Anmerkungen und Quellenangaben
Danksagungen
Register
Auf der Umschlaginnenseite des Buches finden wir:
Der Hitzetod der Menschheit ist nur noch wenige Grad Celsius entfernt.
Wissenschaftlern ist diese bestürzende Aussicht klar, spätestens seit dem Sommer
1988, der weiten Teilen unseres Planeten mit einer Verstärkung des
Treibhauseffekts Rekordtemperaturen und Dürrekatastrophen bescherte.
Mittlerweile scheint die Entwicklung noch weiter fortgeschritten zu sein.
Jonathan Weiners aufrüttelndes Buch trägt die Diskussion über das Schicksal der
Erde aus den Seminaren der Klimatologen in die Öffentlichkeit. Mit bezwingender
Logik macht es Zusammenhänge offenbar, die bisher zu wenig beachtet wurden.
Weiner zeigt, wie Kohlendioxyd die Erde aufheizt, warum das FCKW
(Fluorchlorkohlenwasserstoffe) aus unseren Spraydosen und Kühlschränken die
Ozonschicht zerstört, wie das Bevölkerungswachstum mit dem Treibhauseffekt
zusammenhängt und wie schließlich Rückkoppelungen diese Prozesse in ungeahntem
Ausmaß beschleunigen.
Sensationell
sind die von Weiner ausgewerteten Erkenntnisse europäischer Forscher, die aus
Luftblasen in den Schichtungen des ewigen Eises der Antarktis ein Klimabild der
Erdgeschichte entwickelt haben. und nicht weniger dramatisch erscheinen die
Planspiele amerikanischer Wissenschaftler, die bei einem weiteren
Temperaturanstieg ganze Kontinente in Wüsten verwandelt sehen.
Nichts, so macht Weiner einsichtig. steht für sich, schon kleinste Veränderungen
in einer der Sphären unseres Planeten ziehen ungeheure Konsequenzen nach sich.
Aber, auch das wird deutlich: Noch gibt es Wege. die drohende Katastrophe
abzuwenden.
»Weiner bringt, was er zu sagen hat,
gelassen vor. Einige seiner Formulierungen sind unvergeßlich.« (The New York
Times Book Review)
Nach seinem Studium in Harvard war Jonathan Weiner zunächst Lehrer, bevor er als
Wissenschaftsjournalist Mitarbeiter verschiedener renommierter amerikanischer
Zeitschriften wurde. Seine Beiträge wurden in den USA mit mehreren Preisen
ausgezeichnet, sein erstes Buch, »Planet Erde«, das 1987 in Deutschland
erschien, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und stand in vielen Ländern an der
Spitze der Bestsellerlisten.
Leseprobe aus dem Kapitel "Keelings Kurve"*:
...Und das ist der Treibhauseffekt: Die dunklen Strahlen (meint die unsichtbare [Infrarot-]Wärmestrahlung) werden viele Male immer wieder innerhalb der Atmosphäre reflektiert, bevor sie endlich ins All entweichen können. Wasserdampf, Kohlendioxyd und Ozon, so spärlich sie auch vorkommen, verwandeln die Luft der Welt in eine gigantische Wärmefalle. Seit Milliarden von Jahren ist das Leben auf der Erde von dieser besonderen Eigenschaft dieser drei Gase (und einiger weniger anderer, sogar noch seltenerer Gase) abhängig, der Planet dank ihnen bewohnbar.
Der englische (eigentlich irische) Physiker John Tyndall (1820 -1893) hat die
schreckliche Macht, die vor allem das Kohlendioxyd durch seine Wirksamkeit und
Seltenheit dargestellt, sehr bald begriffen. Er erkannte, daß Pflanzen ständig
Kohlendioxyd ein- und ausatmen und daß der Anteil dieses Gases in der Luft zudem
aus hundert anderen natürlichen Ursachen schwankend ist. Wenn der Gehalt an
Kohlendioxyd auch nur eine Spur zu stark abfiele, könnte diese Veränderung den
Planeten abkühlen. Tyndall schlug ein solches Ereignis sogar als mögliche
Erklärung für die Eiszeiten vor.
Seltsamerweise wandte Tyndall die gleiche Aufmerksamkeit nie der anderen Seite
der Medaille zu, wie es im Rückblick naheliegend scheint. Dabei war er ein
Universalgelehrter, der wichtige Entdeckungen in der Chemie, Physik,
Bakteriologie und bezüglich der Theorie über den Ursprung des Lebens machte. Er
erklärte sogar, weshalb der Himmel blau ist. Außerdem war er ein großer
Bergsteiger und unerschrockener Polemiker, und er wäre nicht vor der dunklen
Seite des Treibhauseffekts zurückgeschreckt...
...Drei Jahre nach Tyndalls Tod (1896) drehte Svante Arrhenius (1859 - 1927), ein
schwedischer Chemiker, endlich die Medaille um. Arrhenius, der einen der ersten
Nobelpreise in Chemie erhielt, nahm die einfache Tatsache wahr, daß jedes
Jahr Menschen eine Menge Kohlen, Öl und Holz verbrannten; jedes Jahr mehr als im
Jahr zuvor. Die Verbrennung dieser Heizstoffe beschickt die Atmosphäre mit
vielen Millionen Tonnen Kohlendioxyd. Und Kohlendioxyd ist ein Treibhausgas.
Arrhenius erklärte es im Jahr 1896 in der Aprilnummer des London,
Edinburgh and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science. »Wir
blasen unsere Kohlenminen in die Luft«, schrieb er. Der Luft soviel
Kohlendioxyd zuzufügen, muß »eine Veränderung in der Transparenz der Atmosphäre«
bewirken. Mit jedem weiteren Jahr muß die Luft mehr und mehr dunkle Strahlen
einfangen, mehr und mehr Erdlicht. Es wäre leicht möglich, daß diese Veränderung
schließlich den Planeten derart aufheizt, daß es jenseits aller menschlichen
Erfahrung läge...
* Charles David Keeling untersuchte den Verlauf des "Einatmens" von Kohlendioxyd der Pflanzen während des Tagelichtes, während der Zeit - in der sie Blätter tragen, und was an Kohlendioxyd wieder frei gesetzt wird, wenn die Blätter im Herbst und Winter abgefallen sind und faulen... Diese Zyklen wurden aufgezeichnet und über einen langen Zeitraum verglichen unter Berücksichtigung der Kohlendioxydanteile in menschlichen Einflußzonen...