Was zu tun ist

 

>Hier< zu einer Leseprobe aus dem Kapitel: "... 205 Wege, um die Erde zu retten"

 

Eine Agenda für das 21. Jahrhundert

Das politische Programm für Barack Obama
»Ein fesselndes Manifest, das viele lesen sollten.« Bill Williams, The Boston Globe
von Thomas L. Friedman

Titel der 2008 im Verlag Farrar, Strauss and Giroux erschienenen Originalausgabe: Hot, Flat and Crowded. Why the World Needs a Green Revolution and How We Can Renew Our Global Future


© der deutschen Übersetzung Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2009 Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden


Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germanv
Erste Auflage 2009
ISBN 978-3-518-42058-4
 


 

Der dreifache Pulitzer-Preisträger Thomas Friedman »hat mit seinem Buch Die Welt ist flach die Globalisierung als journalistischen Echtzeit-Roman geschrieben«, so Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

 

In Was zu tun ist diagnostiziert Friedman anhand vieler konkreter Beispiele und äußerst detailliert die hochgefährlichen Folgen der globalen Entwicklungen: Die globale Erwärmung und das gewaltige Wachstum der Erdbevölkerung haben die gesamte Menschheit in ein neues Zeitalter versetzt, in das »Zeitalter der Energie und des Klimas«.


Dieses wird dominiert von Konflikten, deren Lösung für das Überleben der Menschen entscheidend ist. Im Gefolge der wachsenden Nachfrage nach immer knapperen Energie- und Rohstoffvorräten können kriegerische Auseinandersetzungen alltäglich werden; vernichtet der verheerende Klimawandel die Überlebensbedingungen großer Bevölkerungsgruppen, sind als Konsequenz einer neuen Armutskluft zwischen Energiebesitzern und Energiehabenichtsen riesige Migrationsströme unausweichlich.

 

Angesichts einer solchen Weltlage der höchsten Alarmstufe entwickelt Thomas Friedman eine Agenda für das 21. Jahrhundert: An die erste Stelle der anzupackenden Aufgaben setzt er die Notwendigkeit einer weltweiten grünen Revolution. Die innovativen Instrumente, die das drohende katastrophische neue Zeitalter verhindern können, sowie die notwendigen Formen der Zusammenarbeit im Gefolge dieser Revolution entfaltet Thomas Friedman anregend und aufrüttelnd in seinem radikal eingreifenden Buch über und für eine neue Epoche.



Thomas L. Friedman, geboren 1953 in Minneapolis, Kolumnist der New York Times, ist einer der weltweit angesehensten Journalisten. Er hat mehrere Bestseller über Weltpolitik und Globalisierung geschrieben und wurde dreimal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

»Es sind Leute wie Thomas Friedman, die die grüne Seele der amerikanischen Bevölkerung wachgeküßt haben. Und dies ist das ansteckend Amerikanische an diesem Buch: Es gibt wohl kaum jemanden, der, wie dieser Autor, die Klimakrise als Chance zur fundamentalen politischen Erneuerung begreift.«
Ulrich Beck >Hier<

Zuletzt erschien Die Welt ist flach. Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts. Aktualisierte und erweiterte Ausgabe, 2008 (suhrkamp taschenbuch 3964)
 


Leseprobe

 

...Das Nachdenken über Möglichkeiten, Leben und Arbeit mit saubererem Strom, größerer Energie- und Rohstoffproduktivität und einer ökologischen Ethik grüner zu gestalten, wird popularisiert und demokratisiert. Es handelt sich nicht länger um eine elitäre Angelegenheit ...


... Nach Angaben des amerikanischen Patentamts war »grün« 2007 der in Waren- und Markenzeichen am häufigsten benutzte Ausdruck. Journalisten für Umweltfragen, die in den Redaktionen früher irgendwo in einer Ecke saßen, gelten heute als coole Typen. Universitäten bieten immer mehr Veranstaltungen zu ökologischen Fragen an und bemühen sich, ihren carbon footprint*, ihren »Kohlenstoff-Fußabdruck«, zu verringern, und dasselbe gilt für eine wachsende Zahl von Unternehmen. Kein Politiker wird heute gewählt ohne das dreifache Versprechen: "Ich werde für sauberere Brennstoffe sorgen. Ich werde Amerika von seiner Ölabhängigkeit befreien. Ich werde den Klimawandel bekämpfen."

* Angesprochen wird das Erdgeschichtliche Zeitalter "Karbon", das vor 360 Millionen Jahren begonnen sein soll mit dem Erscheinen von zahlreichen Amphibien, ersten Reptilien, baumförmigen Farnen, Schachtelhalmen, Bärlappgewächsen, deren Abdrucke Steinkohlenlagern entdeckt werden konnten. Das "Karbon-Zeitalter" endete vor 286 Millionen Jahren (wird behauptet).

Die Politik hat sich in diesem Bereich so stark verändert, daß selbst al-Qaida-Anhänger, die stets ihren Finger am Puls der Zeit haben, sich als Grüne präsentieren. Nach einem Bericht in Newsweek
vom 10. September 2007 zeigte im Juli 2007 »eine Dachorganisation islamistischer Gruppen, die sich für einen Gottesstaat in Indonesien einsetzen (und deren Führer öffentlich Osama bin Laden unterstützt haben), auf einer Demonstration gegen ein amerikanisches Bergbauunternehmen und die Bush-Administration (gemeint George W.) Transparente mit der Aufschrift >Friends of the Earth< ... Die [echten] Friends of the Earth protestierten gegen die unerlaubte Verwendung ihres Logos und bestritten jegliche Verbindung zu der Organisation. Aber wir sollten nicht überrascht sein, wenn radikale Islamisten weitere Versuche unternehmen, ihre Ziele unter dem Deckmantel sozialer Aktivitäten zu verfolgen.«


Um sich von den Muslimen nicht überholen zu lassen, beteiligen sich auch die Juden an dem Spiel. UPI berichtete am 5. Dezember 2007: »Eine Gruppe israelischer Umweltschützer hat im Internet eine Kampagne begonnen, die Juden in aller Welt ermutigen soll, am diesjährigen Chanukah-Fest* mindestens eine Kerze weniger anzuzünden ... Die Initiatoren der Kampagne für ein grünes Chanukah-Fest sagen, jede Kerze, die vollständig abbrennt, produziere t S Gramm Kohlendioxid.« Wenn alle jüdischen Haushalte in der Welt der Aufforderung folgten, wäre das bereits ein Anfang zu einem koscheren Kohlenstoff-Fußabdruck. »>Die Kampagne ruft die Juden in aller Welt dazu auf, die letzte Kerze einzusparen und die Erde zu retten, damit wir kein weiteres Wunder benötigen<, sagte Liad Ortar, einer der Initiatoren, gegenüber der Jerusalem Post.«

* "Weihe" auf Hebräisch, ist das achttägige jüdische Fest im Dezember zur Erinnerung an die, 165 vor der Zeitrechnung von Judas Makkabäus veranlasste Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem. Nach diesem Judas wurden die Makkabäer benannt. Der Letzte von ihnen wurde unter Herodes hingerichtet


...Ich habe zu oft gelesen oder gehört, es habe eine grüne Revolution stattgefunden. Natürlich gibt es eine Menge grüner Begeisterung. Aber wenn ich höre, eine grüne Revolution habe stattgefunden, kann ich mich nicht der Frage enthalten: »Wirklich? Wirklich? Eine grüne Revolution? Haben Sie jemals eine Revolution erlebt, bei der niemand zu Schaden gekommen ist?...«

 

...Die amerikanischen Farmer... bauen jetzt Pflanzen für die Äthanolgewinnung an und erhalten dafür gewaltige staatliche Subventionen, obwohl die Produktion von Äthanol aus Mais als Strategie zur Verringerung der CO2-Emissionen nicht sinnvoll ist. Exxon Mobil sagt, das Unternehmen werde grün, und General Motors sagt dasselbe. GM stattet seine Autos mit gelben Tankverschlüssen aus, die anzeigen, daß diese Autos einen Flex-Fuel-Motor besitzen, der mit einem Gemisch aus Benzin und Äthanol betrieben werden kann. Jahrelang machte GM keine Anstalten, die Flex-Fuel-Technologie als Kaufargument herauszustellen, denn der einzige Grund, weshalb GM einen Teil der Autos mit solchen Motoren ausstattete, hatte seinen Grund darin, daß der Konzern dann noch mehr benzinfressende Hummers und Pickups bauen durfte, ohne die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für den Kraftstoffverbrauch (CAFE) zu überschreiten. Aber was sollen solche Spitzfindigkeiten?...
 


* wurde von mir hinzugefügt (W.Rath)