Rettung der Erde

 

ist ein weiteres Buch von Lester R. Brown, Christopher Flavin und Sandra Postel mit dem vollständigen Titel:

 

ZUR RETTUNG DES PLANETEN ERDE
Strategien für eine ökologisch nachhaltige Weltwirtschaft

Eine Publikation des Worldwatch Instituts


Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Höschele
2. Aufl., 7.-8. Tsd.
Die amerikanische Originalausgabe erschien 1991 bei W. W. Norton & Company, New York, unter dem Titel »Saving the Planet

- How to Shape an Environmentally Sustainable Global Economy«

© 1991 by the Worldwatch Institute

Für die deutschsprachige Ausgabe:

© 1992 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Umschlaggestaltung: Buchholz / Hinsch / Walch

Umschlagabbildung: Michael Collier, STOCK, Boston

Satz: Dörlemann-Satz, Lernförde

Druck und Einband: Clausen & Bosse, Leck

Printed in Gemany 1992
ISBN 3-10-092535-1
Gedruckt auf chlor- und säurefreiem Papier


>Hier< zu einem Kommentar

>Hier< ein wenig über das Worldwatch Institute

 

I N H A L T


Einleitung

Kapitel eins Macht die Rettungsboote frei!

ERSTER TEIL
DIE GESTALT EINER ÖKOLOGISCH DAUERHAFTEN WIRTSCHAFT

Kapitel zwei    Die Effizienzrevolution
Kapitel drei     Aufbau einer Solarwirtschaft
Kapitel vier     Wiederverwendung und Wiederverwertung

Kapitel fünf     Schutz der biologischen Lebensgrundlagen

Kapitel sechs  Getreide für acht Milliarden
Kapitel sieben Eine stabile Weltbevölkerung

ZWEITER TEIL
INSTRUMENTE DES WANDELS
Kapitel acht    Von Wachstum zu nachhaltigem Fortschritt

Kapitel neun   Bessere Indikatoren menschlicher Wohlfahrt

Kapitel zehn   Die Umgestaltung staatlicher Anreize
Kapitel elf      Ökosteuern
Kapitel zwölf Finanzen und Umwelt

DRITTER TEIL
DIE BEVORSTEHENDE HERAUSFORDERUNG
Kapitel dreizehn Der Kampf um eine neue Welt

Anmerkungen

Register


 

Text auf der Umschlagrückseite:
 

Im Juni 1992 findet in Rio de Janeiro die große Umweltkonferenz der Vereinten Nationen statt. Sie entscheidet über das Weiterleben des Planeten Erde. In diesem Band skizzieren die Autoren des international renommierten Worldwatch Institute die wichtigsten Fragestellungen und Lösungsansätze:

• Nahrungsmittel für acht Milliarden Menschen

• Stabilisierung der Weltbevölkerung

• Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen

• Neue Indikatoren für die menschliche Wohlfahrt

• Finanzpolitische Instrumente für eine ökologisch nachhaltige Weltwirtschaft
 


Einige Leseproben:

 

Aus der "Einleitung":
Der Juni 1992 wird ein kritischer Monat für die Welt. Vertreter fast jeden Staates, einschließlich vieler Staats- und Regierungschefs und Dutzender Minister, werden sich in Rio de Janeiro zur UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) treffen. Außerdem werden Umweltexperten und Mitglieder vieler Umweltschutzgruppen sowie Tausende von Journalisten aus aller Welt zugegen sein. Für dieses Publikum sowie die Hunderttausende unserer regelmäßigen Leser haben wir Zur Rettung des Planeten Erde geschrieben.


Die Konferenz in Brasilien, auch als »Erdgipfelkonferenz« bezeichnet, markiert den zwanzigsten Jahrestag der in Stockholm abgehaltenen UN-Umweltschutzkonferenz. Sie stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, den Abwärtstrend umzukehren, der in den letzten zwei Jahrzehnten die Gesundheit der natürlichen Umwelt sowie in beängstigendem Maße die menschlichen Lebensbedingungen kennzeichnete. An vielen Fronten, von der Verlangsamung des Bevölkerungswachstums bis hin zur Stabilisierung des Klimas, sind die neunziger Jahre das Jahrzehnt der Umkehr. Wenn es uns mißlingt, in den nächsten paar Jahren unsere Lebensweise zu ändern, wird Umweltzerstörung zu wirtschaftlichem Niedergang führen, und die beiden Vorgänge könnten sich gegenseitig verstärken...
 

 

2 Leseproben aus "Eine ökonomisch dauerhafte Wirtschaft - Schutz der biologischen Lebensgrundlage". (Man beachte, daß immer orientierungshelfende Schlagworte am Textrand zu finden sind):

 

Gezielte Nutzung

 von Grasflächen

 

Auch das zweite biologische System, Grasflächen, würde in einer dauerhaften Welt anders genutzt. Das meiste unbewaldete Land, das noch vom Pfluge verschont ist, ist nur als Weideland nutzbar. Fast ausnahmslos wird agrarwirtschaftliches Land, das für den Ackerbau zu trocken oder steil ist, zur Viehhaltung genutzt. Die diesem Zwecke gewidmeten 24 Prozent der Landoberfläche der Erde (über 3 Milliarden Hektar bzw. etwa die doppelte Fläche wie die gesamte Ackerfläche) unterhalten fast 3 Milliarden domestizierter Wiederkäuer: etwa zur Hälfte Kühe, zur anderen Hälfte mehrheitlich Ziegen und Schafe.

 

Beunruhigende Tendenzen

Obwohl die Daten über Schäden am Grasland noch skizzenhafter sind als die über Waldrodung, erscheinen die Tendenzen gleichermaßen beunruhigend. Übermäßig große Herden haben geschätzte 73 Prozent der Weideländer der Welt beschädigt. Dieses Problem ist in ganz Afrika unübersehbar. Dort nahm der Viehbestand von 1950 bis 1988 von 272 Mio. auf 560 Mio. zu - eine Zunahme, die dem Wachstum der menschlichen Bevölkerung des Kontinentes von 283 auf 610 Mio. fast genau entspricht."

 

Noch eine Probe aus dem Kapitel "Instrumente des Wandels - Von Wachstum zu Fortschritt":

 

Neben solchen politischen und sozialen Veränderungen erfordern die wirtschaftlichen Systeme radikale Überarbeitung. Ähnlich wie eine Immunkrankheit, in der das Schutzsystem des Körpers das eigene, gesunde Gewebe angreift, so greift unsere Wirtschaft gerade die lebenserhaltenden Systeme an, die ihr Funktionieren sichern. Um dieser Selbstzerstörung entgegenzutreten, ist eine grundlegende Umordnung der Regeln und Praktiken, die die ökonomische Aktivität gestalten, erforderlich. Das Wesen dieser Umwandlung behandeln die folgenden Kapitel - insbesondere die Rolle, die staatliche Anreize, Steuerpolitik, Entwicklungshilfe und Schuldennachlässe in der Gestaltung einer ökologisch dauerhaften Welt spielen.


 

Ein Beispiel aus "Anmerkungen im Anhang" dafür, wer alles als "Warner vor dem Untergang" aufgetreten ist. Natürlich ist garnichts geschehen. Es waren ja nur Unkenrufe...

 

Aus Kapitel  11

Ökosteuern

 

Ziele für Kohlendioxidimmissionen

aus »Germany and the Greenhouse: A Closer Look«, Global Environmental Change Report, 17. August 1990,

aus »East Germany: Country will Comply with CFC Ordinance of West Germany, Seeks Smaller CO2 Cut«, International Environmental Reporter, Juli 1990,

aus »Japan to Stabilize Greenhouse Gas Emissions by 2000«, Global Environmental Change Report, 20. Juli 1990,

aus »Switzerland to Announce Stabilization Goal at Second World Climate Conference«, Global Environmental ChangeReport, 20. Juli 1990,

aus »The Netherlands Sets CO2 Emission Tax for 1990«, Global Environmental Change Report, 22. Dezember 1989,

aus »Country Profiles: Denmark«, European Energ' Report, Mai 1990,

aus dem Ministerium für Umwelt und Energie, Action for a Common Future: Swedish National Report for Bergen Conference, May 1990 (Stockholm: 1989),

aus Michael Weisskopf und William Booth (für Großbrittanien), »U. N. Report Predicts Dire Warming«, Washington Post, 26. Mai 1990,

aus Gunnar Mathisen, Sekretariat für Klimatische Angelegenheiten, Umweltministerium von Norwegen, pers. Mitteilung, 30. Januar 1990,

aus »Austria to Reduce CO2 Emissions 20 % by 2005«, Global Environmental Change Report, 14. September 1990,

aus Emmanuele D'Achon, Erste Sekretärin, Französische Botschaft, pers. Mitteilung, 10. Oktober 1990, und

aus Bill Hare, Australian Conservation Foundation, pers. Mitteilung, 17. Oktober 1990; Kohlenstoffsteuern

aus Geraldine C. Kay, »Global Climate Change Timeline«, Global Environmental Change Report, 28. Juli 1990,

aus »Nation Adopts Carbon Dioxide Tax; Measure to be Higher an Coal than Gas«, International Environment Report, März 1990, und

aus Anders Beryd, Abteilung für den Brennstoffmarkt, Nationale Energie-Administration, Schweden, pers. Mitteilung, 10. August 1990; schwedische Energiesteuern

aus einer Übersetzung der wichtigsten Vorschläge des Gesetzesvorhabens zur Umweltpolitik der schwedischen Regierung, dem schwedischen Parlament im Februar 1991 vorgelegt, und

aus Ola Jornstedt, »Green Taxes Gaining Ground in Sweden« enviro, April 1991.


Kommentar: Diese obige Liste kann heute beliebig fortgesetzt werden. Statt einmal zuzuhören und aufmerksam zu lesen, beschäftigen sich die Verantwortlichen dieser Welt mit der Reparatur ihrer wahnhaften Kapitalismus-Religion, derzeit mit (von den "Wirtschaftsweisen" nicht, von vielen anderen jedoch schon vorhergesehenen) Bankenfehlspekulationen - eigenartiger Weise sind (offensichtlich) alle Geldinstitute, vor allem diejenigen unter staatlicher Aufsicht stehenden besonders betroffen -  und mit dem Umsatzeinbruch der Autoindustrie. Auch diese müssen unterstützt werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Dabei wäre es viel, viel billiger die "freiwerdenden" (so heißt es bezeichnender Weise sogar offiziell) Arbeitenden voll und ganz zu unterstützen als einen völlig überholten Industriezweig. Da werden zum Beispiel jährlich an Bergwerke im Ruhrgebiet um die 230 Tausend Euro je Bergmann an Subventionen gezahlt, um den Arbeitsplatz zu erhalten. Würde man jedem Bergmann 500 Tausend Euro geben unter der Auflage, sich bei keinem Arbeitgeber mehr sehen zu lassen und auch nicht bei einer staatlichen Unterstützungsstelle, wäre allen Beteiligten weit mehr geholfen. Nur gäbe es keine Manager mehr in diesen unterstützten Betrieben, die absahnen und die Köfferchen der Politiker mit Schmiergeldern füllen können.  

Walter Rath (November 2008)