MIPS
bedeutet Materialintensität
pro Serviceeinheit
oder auch manchmal Material-Input
pro Einheit Service.
Auf Seite 20 des Buches unten: "Der Materialinput (MI) umfaßt alles, was an
natürlichen Rohmaterialien bewegt und eingesetzt wird, um Sachgüter
herzustellen, zu gebrauchen, zu transportieren und auch zu entsorgen, also
betrifft alles, was wir von der Ökosphäre brauchen. Dieser Materialaufwand wird
nun auf den Nutzen bezogen, den wir davon haben; denn schließlich kann es ja
sinnvoll sein, einen hohen Materialinput zu akzeptieren, wenn dadurch ein
überproportional hoher Gewinn an Nutzen entsteht. Deshalb rechnen wir mit
Materialinput »pro Einheit Service«. Wenn wir es nicht tun würden, dann würde es
keine Rolle spielen, ob eine einzige Person in der S-Bahn sitzt oder 300. Denn
der Material-Einsatz in die S-Bahn ist in beiden Fällen derselbe. MIPS ist das
bisher einzige Maß dafür, wieviel Nutzen aus einer bestimmten Menge Ressourcen
gezogen wird. Es ist das bisher einzige Maß für Ressourcen*produktivität. So
einfach ist das. Wir haben das MIPS-Konzept in Wuppertal im Laufe der
vergangenen vier Jahre auf vieles angewandt. Dabei kamen einige Überraschungen
zutage, die uns »Ökos« zunächst ziemlich mitnahmen. Ein Beispiel dafür ist, daß
die Produktion von Baumwolle in einigen Teilen der Welt pro Kilogramm
mehr als 40 000 (vierzigtausend) Liter Wasser verbraucht. Oder daß
für ein Kilo Raps fast vier Kilo Erde durch Erosion verlorengehen...,
daß (andererseits) die Erhöhung der Ressourcenproduktivität von Produkten zum
Aufspüren neuer Marktnischen führt und daß eine kluge Ökopolitik auf
marktwirtschaftlichem Wege Arbeitsplätze schafft..."
* Rohstoffe (natürliche Ressourcen) und Produktionsfaktoren
(Arbeit, Boden, Kapital)
>Hier< zum Buch "Wieviel Umwelt braucht der Mensch? MIPS, das Maß für ökologisches Wirtschaften",
>hier< ein kluger Ausspruch von Ghandi.

Auf der Buchrückseite steht:
Originell und praxisorientiert ist
dieses Buch für die wirtschaftliche und ökologische Sicherung unserer Zukunft.
Es weist den
Industrieländern einen Weg aus der Krise - aus der Sackgasse der Überproduktion
von Wegwerfgütern bei steigenden Arbeitslosenzahlen. Dieser Weg fordert keine
Verzichte, er bringt Gewinn: Eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität für
alle.
Faktor 10 bedeutet- Die klassische Umweltpolitik ist am Ende, ausgereizt. Aber
sie gehört nicht einfach abgeschafft, sie muß Schritt für Schritt durch etwas
Besseres abgelöst werden.
Joachim Wille in der »Frankfurter Rundschau«
Friedrich Schmidt-Bleek
Das MIPS-Konzept
Weniger Naturverbrauch - mehr Lebensqualität durch Faktor 10
Unter Mitarb. von Willi Bierter.
Droemer Knaur - München , 1998
ISBN 3-426-26982-1
Die Folie des Schutzumschlags sowie die Einschweißfolie sind PE-Folien und
biologisch abbaubar.
Dieses Buch wurde auf chlor- und säurefreiem Papier gedruckt.
Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1998
Graupner & Partner, München
Satz: Ventura Publisher ins Verlag
Druck und Bindearbeiten: Clausen und Bosse. Leck
Printed in Germany
Inhalt
Danksagung
1 Einführung
Vom teuren Umweltschutz zum doppelten Gewinn • Was wir »Okos« bisher
übersehen haben • Umweltpolitik wirtschaftlich machen • MIPS und Überraschungen
2 Genuß ohne Reue -
Wie der Faktor-10-Club die Weltformel erfand 22 (von Joachim Wille)
3 Wie gut stehen wir da?
Umweltpolitik-zu erfolgreich'? • Dieser Umweltschutz ist zu teuer! • Input
statt Output • Wir heben die Welt aus den Angeln und versetzen Berge Großräumige
Folgen menschlichen Handelns • Komplexe Gebilde sind sensibel • Über erneuerbare
und nicht erneuerbare Ressourcen • Kreislaufwirtschaft: Das Pferd von hinten
aufgezäumt • Auf den Punkt gebracht
4 Ökointelligente Dienstleistungen
Produkte und Dienstleistungen • Ökologischer Gewinn durch
Funktionsorientierung • Der Wandel des Wertbegriffs • Verfügungsrechte -
ökologisch betrachtet • Auf den Punkt gebracht
5 Ökologische Rucksäcke und der Faktor 10
Ökologische Rucksäcke • Die fünf Kategorien Ökologischer Rucksäcke Der
Faktor 10 • Auf den Punkt gebracht
6 Ökointelligente Produktgestaltung,
Prosumenten und Produzenten
Von der Wiege bis zur Wiege • Der Einfluß der Marktakteure • Das Produkt aus
Kundensicht: Einfache Antworten auf komplizierte Fragen • Das Produkt aus
Herstellersicht: Neue Planungsstrategien • Öko-Design: Das Spinnennetz • Einige
Beispiele für zukunftsweisende Entwicklungen • Der Bumerangeffekt • Auf den
Punkt gebracht
7 MAIA, Rucksäcke und Erosion
Die Methode der Rucksackberechnung - MAIA • Ein Rechenbeispiel: Ist das
»Aluminiumauto« wirklich der kleinere Umweltsünder? • Module für MAIA • Auf den
Punkt gebracht
8 Kosten, Preise, Produktivität
Der Rolls-Royce-Effekt und die COPS • MIPS • Die Dienstleistungseinheit •
Sand und Dioxine - Wozu MIPS gut ist und wozu nicht • Chemie und Kunststoffe -
neue Aufgaben für einen alten Wirtschaftszweig • Ressourcenproduktivität: Mehr
Nutzen für weniger Umwelt • Arbeitsproduktivität und Ressourcenproduktivität •
»Ökologische Preise« und Kennzeichnung • Sagen die Preise die ökologische
Wahrheit" • Auf den Punkt gebracht
9 Strukturwandel - Unternehmen und Arbeit
Steuern auf die Umwelt - ein doppelter Gewinn • Anpassung wirtschaftlicher
Strukturen • Ökoeffizienz • Innovation • Ökointelligente Information und
Kommunikation • Mehr Arbeitsplätze oder weniger? • Neue berufliche
Qualifikationen • Auf den Punkt gebracht
10 MIPS weltweit
Das MIPS-Konzept und Wirtschaftsräume • MIPS und Welthandel • Auf den Punkt
gebracht
11 Zwei Hände voll Erde
Bericht über einen Besuch im Jahr
2005
12 Einsichten und Aussichten
Die neuen Wegweiser • Neue Erkenntnisse • Wo sind die treibenden Kräfte für
den Faktor 10? • Der Appell des Faktor-10-Clubs von 1997 an die Chefetagen in
Regierungen und in der Wirtschaft
Anhang
Checkliste für Produkthersteller • Ökologische Rucksäcke einiger Werkstoffe
und Produkte
Anmerkungen
Register
Ein wenig aus dem Inhalt als Leseprobe:
"...Meine Vision ist der Traum von
einer Zukunft, in der Ökopolitik gute Wirtschaftspolitik bedeutet und
Wirtschaftspolitik den Gedanken ernst nimmt, daß sie ohne die Beachtung
ökologischer Leitplanken so wenig Zukunft hat wie ohne gesellschaftliche und
politische Stabilität. Dieses Ziel meiner Vision ist erreichbar - ohne Verzicht
auf Wohlstand und ohne Verzicht auf soziale Sicherheit.' Dies plausibel zu
machen und den Weg dorthin zu zeigen ist das Anliegen dieses Buches..."
"Was wir »Ökos« bisher übersehen
haben
Zu meiner eigenen Überraschung bemerkte ich bald nach Formulierung meiner
Vision von einer dematerialisierten Wirtschaft, daß wir im bisherigen
Umweltschutz eines so gut wie völlig übersehen hatten: Schon wenn wir Rohstoffe
nur von ihrem natürlichen Ort in den Lagerstätten auf unserem Planeten
entfernen, schon wenn wir sie lediglich an einen anderen Ort bewegen, stört das
die Evolution der Ökosphäre maßgeblich, auch wenn wir die bewegten Massen gar
nicht dazu benutzen, unseren Wohlstand zu mehren. Der Abraum im Bergbau zum
Beispiel, etwa im Jülicher Tagebau westlich von Köln, ist kein Problem der
Schadstoffe, kein Problem der biologischen Abbaubarkeit und kein Problem der
Müllablagerung. Auch tragen diese Berge von Abraum nicht zum ökonomischen Gewinn
seiner Verursacher bei. Sie werden deshalb von der »klassischen« Umweltpolitik
überhaupt nicht erfaßt. Aber es wird sicherlich niemand bezweifeln. daß die
Abraumhalden nur als Folge eines dramatischen Eingriffs in die Natur entstehen
konnten...
Nun, auch auf Abraumhalden blüht und grünt es eines Tages wieder. Die Natur
repariert vieles, und manchmal sogar mehr, als ihr die Pessimisten zutrauen.
Aber sie braucht ihre Zeit dazu. Wenn der Mensch mit seinen Eingriffen in die
Ökosphäre die Natur so schnell umwälzt, daß natürliche Prozesse nicht mehr zum
Zuge kommen können, dann ist eine Schwelle überschritten. Dann führen wir ein
Leben, das nur eine begrenzte Zeit lang möglich ist - so lange, bis wir die
Ressourcen, die uns dieser Planet bietet, aufgebraucht oder zerstört haben. Dann
ist unsere Art zu leben und zu wirtschaften nicht zukunftsfähig. Die technisch
verursachten Materialbewegungen auf dieser Erde, die scheinbar grenzenlose
Gewinnung von Energie und aller anderen Ressourcen sind bisher ein
Haupthindernis dafür, unser Leben auf diesem Planeten zukunftsfähig zu machen.
Da aber die menschliche Ökonomie ein Parasit ist, der nur von der Ökosphäre
leben kann, sind wir schon auf dem besten Wege, durch gedankenlose Überforderung
des Gastgebers Erde unser eigenes Überleben in Frage zu stellen...
Umweltpolitik wirtschaftlich machen
Politisch gesehen sollte die Aussicht, durch Dematerialisierung der Wirtschaft
die Abfallströme und Emissionen entscheidend verkleinern zu können, eigentlich
hoch willkommen sein. Wenn wir die heutigen Sturzbäche von Materialien demnächst
in eine »Kreislaufwirtschaft« einleiten werden, dann bringt dies nicht die
wirkliche Entlastung. Die schaffen wir erst, wenn wir die gewaltigen
Ressourcenströme in unserer Wirtschaft a priori vermeiden. Alle Begeisterung für
Kreislaufführung und Recycling macht leicht vergessen, daß es niemals möglich
sein wird, mehr als dreißig Prozent der heute technisch bewegten Masse zu
recyceln; und diese maximal dreißig Prozent bewegen sich in Kreisläufen, die
niemals dicht sein können. Auch Kreislaufführung kostet Material, kostet
Energie, kostet Umwelt. Die Binsenwahrheit lautet: Wer vorne viel hineingibt,
kann nicht verhindern, daß hinten auch viel herauskommt. Gemeint sind die
Ressourcenflüsse wie etwa Energieträger, Erze, Sand und Wasser, die in das
Produzieren, das Transportieren, das Gebrauchen, das Erhalten, das Recyceln und
das Entsorgen von Produkten, Gebäuden und Infrastrukturen gesteckt werden, um
den uns vertrauten materiellen Wohlstand sicherzustellen und zu mehren."

Diese Abbildung zeigt im Vergleich zu den früheren Überlegungen von Prof. von Weizsäcker mit seinem "Faktor 4" >hier<, daß die Transporteinsparung für die Transportwege eines Erdbeerjoghurts, wobei links die Bestandteile und Behältermaterialien 3500 Kilometer bis zur Produktionsstätte in Stuttgart reisen. Die Grundstoffe, die die Zulieferer verwenden, werden weitere 4500 Kilometer weit gefahren.
Rechts die Alternative: Es
würde auch mit wesentlich weniger Transportaufwand gehen, wenn die Vorschläge
von Prof. Bleek angewendet werden würden.
Aus den Umschlaginnenseiten:
Wußten Sie, daß es umweltfreundlicher ist, für Ihre Urlaubsfotos eine Wegwerfkamera zu benutzen, statt eine teure Kamera zu kaufen, die Sie nur selten gebrauchen? Daß es sich auch für den Unternehmer lohnt, qualitativ hochwertige, langlebige Güter zu produzieren, statt mit Billigprodukten eine schnelle Mark zu machen?

Das hier vorgestellte Konzept zur
wirtschaftlichen und ökologischen Zukunftssicherung erschöpft sich nicht in
theoretischen Überlegungen, sondern ist in erster Linie eine praktische
Anleitung, mit der Menschen ihre Zukunft selbst aktiv gestalten können. Erdacht
wurde es von einem der originellsten Vordenker im umweltpolitischen Bereich,
Professor Friedrich Schmidt-Bleek, und zwar auf der Grundlage seiner
Faktorenanalyse, die er zu Anfang der neunziger Jahre in die Diskussion brachte.
Der Umweltfaktor ist nicht zuletzt durch den Bestseller Faktor 4 bekannt
geworden, in dem Ernst Ulrich von Weizsäcker erstmals einer breiten
Offentlichkeit vermittelte, daß ein umweltfreundliches Wirtschaftssystem
durchaus keinen Wohlstandsverlust bedeuten muß. Friedrich Schmidt-Bleek legt nun
ein vollständiges Regiebuch für den notwendigen Strukturwandel vor. Dieser führt
zu einer Dienstleistungsgesellschaft, die jedoch nicht im herkömmlichen Sinne
verstanden werden darf, sondern durch neue Inhalte eine radikale
Bedeutungserweiterung erfährt.
Ein notwendiges und nützliches Buch für die Sicherung unserer Zukunft.
Prof. Dr. Friedrich Schmidt-Bleek, Physiochemiker, lehrte in den USA, war am
Umweltbundesamt für die Entwicklung und Umsetzung des Chemikaliengesetzes
zuständig, in leitenden Positionen bei der OECD, beim Umweltbüro des
Weltwirtschaftsgipfels und beim Internationalen Institut für Angewandte
Systemforschung in Laxenburg bei Wien; 1992 bis 1997 Vizepräsident des
renommierten Wuppertal Instituts. Er ist Gründungspräsident des internationalen
Faktor-1O-Clubs und Präsident des Faktor-1O-Clubs in Carnoules/Provence.
(Umschlaggestaltung: Agentur ZERO, München.)

»Um den in Deutschland getrunkenen,
Kaffee zu produzieren, werden etwa 12.000 km Fläche in tropischen Ländern
belegt, was etwa der Fläche des gesamten Verkehrssystems, oder etwa 90 Prozent
der durch Gebäude belegten Fläche in den alten Bundesländern entspricht.
Autofahren oder Kaffee trinken?«
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, mit denen Friedrich Schmidt-Bleek uns
verdeutlicht, wie sich unser tägliches Verhalten auf die Umwelt auswirkt. Denn
Deutschland müßte mehrere Male größer sein als es ist, um all die Dinge zu
produzieren, die die Deutschen konsumieren. So aber belegen wir einfach die
Fläche anderer Länder. »Wieviel Umwelt
braucht der Mensch?« ist das zukunftsweisende Buch
eines engagierten Wissenschaftlers, der praxisnahe Wege aus der ökologischen
Krise aufzeigt: Wir müssen nicht einfach den Gürtel enger schnallen, um die
Umwelt zu retten, sondern wir müssen lernen, mit den uns zur Verfügung stehenden
Ressourcen rationaler umzugehen. Und als Meßlatte brauchen wir ein ökologisches
Maß, dessen Basis der Stoffverbrauch ist, und das wirtschaftlich umsetzbar und
international anwendbar ist - MIPS.
»Der ökologische Strukturwandel steht erst am Anfang. Er ist dringlich. Er muß
als Chefsache der Wirtschaft und der Politik begriffen werden. Nun Traben die
Chefs die richtige Lektüre.« Ernst U. von Weizsäcker
Friedrich Schmidt-Bleek:
Mitarbeit: Rainer
Klüting, Stuttgart
Wieviel Umwelt braucht der Mensch?
MIPS - Das Maß für
ökologisches Wirtschaften
Birkhäuser Verlag Berlin - Basel • Boston, 1993
ISBN 3-7643-2959-9

Mit einem Vorwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker
Die Umschlaginnenseite erklärt:
Wir haben 20 Jahre Umweltpolitik
betrieben. Wir haben nach Nanogramnen (Milliardstel Gramm) von Giften gejagt.
Die Umwelt ist dadurch sauberer geworden. Aber dennoch drohen von der Ökosphäre
immer größere Katastrophen.
Was machen wir falsch?
Jeder Verbrauch von Wasser, Stahl, Beton, Boden oder Energie zieht unweigerlich
ein Stück veränderte Umwelt nach sich. Und wir verbrauchen Megatonnen
(Millionen..) davon - billigst. Je mehr Umwelt wir aber in einen Prozeß, ein
Produkt oder eine Dienstleistung investieren, desto gravierender sind die
Folgen. Darum muß das Ziel Dematerialisierung heißen: Die
Materialintensität unseres Wohlstandes ist nicht mehr tragbar. Wir müssen
lernen, Wohlstand mit weniger Umwelt zu schaffen.
Friedrich Schmidt-Bleek hat nun ein ökologisches Maß entwickelt, dessen Basis
der Stoffverbrauch ist. Dieses Maß - MIPS (Materialintensität Pro
Serviceeinheit) - ermöglicht es, die Umweltbelastungsintensitit von Prozessen,
Produkten und Dienstleistungen zu ermitteln und miteinander zu vergleichen.
Der Autor zeigt praxisnahe Wege aus der Krise: Es ist durchaus möglich, auch mit
viel weniger Ressourcen als heute üblich Wohlstand zu schaffen - für alle
Menschen. Eine »Öko-Effizienzrevolution« wäre hierfür allerdings die
Voraussetzung. Und ein ökologisches Maß, das wirtschaftlich umsetzbar und
international anwendbar ist: MIPS...
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
Vorwort
von Ernst Ulrich von Weizsäcker Einleitung
1
Der Mensch ist Teil der Ökosphäre
Die angekratzte Ökosphäre
Die mögliche Zukunft des Menschen
Der Mensch ist stärker als die Geosphäre
2
Umweltpolitik heute
Klassische Umweltpolitik: Das Beispiel Wasser
Öko- und Gesundheitspolitik?
Der Schadstoff der Woche
Prinzipien für den Umweltschutz
Gründe für das Dilemma der
Umweltpolitik
Exkurs: Das Dreieck Wissenschaft - Politik - Presse
Energie - Umweltfeind Nr. 1 ?
Bilanzen: Wieviel Umwelt kostet ein Produktleben?
Ein Joghurt geht auf Reisen
3
MIPS: Ein neues ökologisches Maß
Was ein neues Maß können müßte
Die Furchen im Antlitz der Erde
Materialintensität und Dienstleistungseinheiten
MIPS - das neue Maß
Stoffströme aus systematischer Sicht, oder: Die Sache mit dem Vorsorgeprinzip
Die ökologischen Rucksäcke von Autos und Chemikalien
»Sie suchen das Gold wie Schweine«
4
FIPS: Ein Maß für die Fläche
Flächen, Sonnenenergie und Kaffeebohnen
FIPS (= die Flächenintensität pro
Service- bzw. Dienstleistungseinheit)
Flächenbilanz eines Wirtschaftsraumes
Der teure Durst der Deutschen
It took Britain half the resources of the planet
to achieve its prosperity;
how many planets will a country like India require?
(Großbritannien braucht die halbe Planetenfläche,
um seinen Wohlstand zu erreichen.
Wieviele Planeten wird
ein Land wie Indien brauchen?
Mahatma Ghandi auf die Frage, ob Indien nach seiner Selbständigkeit den
britischen Lebensstandard erreichen werde,
5
Der Faktor 10
Rezyklieren und kreislaufen lassen
Ein Zehntel muß den Reichen reichen
Ein Zentner Umwelt zum Frühstück
6
Dienstleistungen und Konsum
Exkurs: Von Bohrmaschinen, Rasenmähern und Dienstleistungsbündeln .
Was sind Dienstleistungen?
Das ökologisch Bessere wählen
Wachstum, Konsum und Zukunft
7
Design: Von der Reparatur zum Neuanfang
Design zur Befriedigung von Dienstleistungsbedarf
Ökologisch relevante
Produkteigenschaften
Der Beitrag des Designs zur ökologischen Umgestaltung
Kriterien für ein
ökologisches Design
Muß ein Kühlschrank reisen können?
8
Der Markt und seine Signale
Wo wir heute stehen
Bruttosozialprodukt - die unvollständige Bilanz
Die schmalbrüstige Ressourcenproduktivität
Falsche Preise - falsche Marktentscheidungen
Wie kommt
der Strukturwandel in Gang?
Natur versus Kultur - der Sonderfall Landwirtschaft
9
Das internationale Gesicht des ökologischen Strukturwandels
Ökologischer Strukturwandel ist international, oder er ist nicht
GATT - Das
falsche Signal
Ökotechnologien für die Wirtschaftshilfe
Anhang
Ökobilanzen
Produktlinienanalysen
Umweltkennzeichen
Umweltaudits (Audit in der Wirtschaft: Überprüfung)
Stoffberichte
Glossar
Index
Eine kurze Leseprobe (zum Müll):
...In Indonesien leben seit langem
Zehntausende von Menschen davon, unter anderem Kunststoffmüll einzusammeln und
an Recyclingbetriebe zu verkaufen. Doch in letzter Zeit haben, nicht zuletzt
durch den Grünen Punkt, die Kunststoffmüll-Importe aus Europa und Nordamerika
erheblich zugenommen. Recycling-Unternehmen bevorzugen diesen Importmüll, da er
angeblich von höherer Qualität ist. Neue Verwertungsbetriebe werden aus dem
Boden gestampft. Doch da der Export des Mülls in Europa hoch subventioniert
wird, ist er für die indonesischen Betriebe kostenlos. Die Folge: die Preise für
den Müll, den die einheimischen Sammler abgeben, sinken drastisch; viele können
nicht mehr davon leben. Die deutsche »Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit« (GTZ) fördert nun ein Umschulungsprogramm für Müllsammler. Aus
deutschen Steuergeldern wird mithin ein Programm unterstützt, das die Folgen
lindern helfen soll, die durch hochsubventionierten Müllexport, unter anderem
aus Deutschland, entstanden sind.
Ungute, illegale und zuweilen auch kriminelle Praktiken auf der Abfallseite sind
realistischerweise gar nicht oder nur mit hohen Strafverfolgungskosten zu
kontrollieren, solange eine ökologisch und marktwirtschaftlich sinnvolle
Stoffinput-Politik noch nicht existiert. Berichte über entsprechende Vorfälle
finden sich in unregelmäßigen Abständen in der Presse. Die erwähnten
Kunststoffimporte nach Indonesien beispielsweise enthalten nach Angaben und zur
Empörung der dortigen Behörden bis zu 30 Prozent nicht wiederverwertbares
Material und sogar bis zu 10 Prozent Sondermüll.
Das Abfallproblem ist langfristig nur durch die Verringerung des Inputs in die
Technosphäre zu lösen, und diese Abmagerung muß durch veränderte Marktsignale in
Gang gesetzt werden. Teurere Rohstoffe führen auch zu vermarktbaren
Sekundärstoffen.