Werbung als Verführung
>Hier< ein wenig zu Büchern (Hoffmann: Werbepsychologie);
>hier< zum Buch von Vance
Packard "Die geheimen Verführer - Der
Griff nach dem Unbewußten in jedermann" (auch auf obiger Webseite)
und (auf neuen Webseiten)
>hier< "psychologische Wirkung von Werbung" - ein Pflichtlektüre,
>hier< zur "Konsumentenpsychologie" ferner
>hier< Werbetricks aufgelistet und Hilfeangebot durch Verbraucherzentrale.
In dem >hier< aufgezeichneten Interview mit Ernst Ulrich von Weizsäcker wurde dieser beispielsweise zu seinen Buchideen "Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch" gefragt: Muß nicht erst eine Machthabergruppe gefunden werden, die Ihre Ideen durchsetzt?
Ein bezeichnender Auszug aus seiner Antwort: "Es ist auch eine Funktion dieses Buches: Denen, die heute so mutig sind mit dem 3-Liter-Auto, auf ganz freundschaftliche Weise mitzuteilen: So mutig ist das gar nicht. Nun muß der Trend weiter angestoßen werden. Das können wir nur, indem wir mehr und mehr Ingenieure, Manager, Projektleute, Gewerkschaftler, Industrieführer ins gleiche Boot ziehen. Wir brauchen dabei stets auch den Journalismus..."
Eine Werbung muß also sein, sonst können alle Bücher und Publikationen als reine Papierverschwendung gleich eingestampft werden.
Den wichtigsten Aspekt in Form von Steuerung des Marktgeschehens stellt der Gewinn dar; denn ohne Gewinn ist niemand in der freien Marktwirtschaft an einer Aktivität interessiert.
Sogar für Kriege muß Werbung gemacht werden. Man erinnere sich an die Werbung, ja die Propaganda (lateinisch "propagatio" = Züchtung, Fortpflanzung, Aus-, Verbreitung: dann Bezeichnung für die Verbreitung der christlichen Glaubensüberzeugung) nach der Zerstörung der Türme des World Trade Centers (11. Sept. 2001), als die USA alles daran setzten, wenigstens in Afghanistan und dann in den Irak einmarschieren zu können.
Nach der psychologisch-soziologischen Definition unterscheidet sich die Propaganda grundsätzlich von der Werbung dadurch, daß die Propaganda in der Regel auf der Verbreitung von Unwahrheit basiert. Die Kriegmaschinerie lebt von der Propaganda.
Werbung, die auf den ersten Blick ganz klar eine Unwahrheit vortäuscht, fällt in die Definition der Propaganda mit dem Ziel, rücksichtslos einen Käufer anzulocken. Beispiel: >Hier<, wo eine Firma mit dem bekannten Namen "Du darfst", "feine Kalbs Leberwurst" ohne Spuren von Kalbsleber anbietet, scheint es sich um einen Grenzfall zu handeln, der aber nach heutiger Rechtssprechung unantastbar ist. Ich habe lange Zeit diese Wurst für meine Katze gekauft, die aber kein Schweinfleisch essen darf und sich regelmäßig übergab, aber Fett für die Verdauung benötigt. Was machen denn Muslime, wenn sie das "Kleingedruckte" erst lesen, nachdem sie statt "Feine Kalbs Leberwurst" ziemlich reines Schweinefleisch verzehrt haben? (Obiger Absatz wurde 2008 nachgetragen.)
Ein Rundfunkkommentator (den Namen habe ich vergessen) schlug einmal vor, daß zur Vermeidung eines Krieges alle Firmen, die Kriegswerkzeuge herstellen und herstellen könnten, zur Produktion verpflichtet werden müßten jedoch zu Selbstkostenpreisen, also ohne jeglichen Gewinn; deshalb, weil es ja auch die Wehrpflicht in vielen Ländern gäbe. Dabei werden junge Männer zum Kriegsdienst gezwungen auch praktisch ohne Verdienstmöglichkeit und Verzögerung in der Berufsausbildung. Da es sich bei der Waffenproduktion meistens um Firmen handelt, die eine enorme wirtschaftliche Macht haben, also viel Geld, würden sie alles in eine Werbung dahingehend stecken, um nachzuweisen, daß Konflikte mit militärischen Mitteln nicht zu lösen seien; ja sie würden mit Hilfe ihrer Werbepsychologen sogar sehr brauchbare Lösungen aufzeigen, wie solche Konflikte tatsächlich auf dem Verhandlungswege ausgeräumt werden könnten. - Gar kein schlechter Vorschlag oder?
Aber das Gegenteil ist der Fall:
Die
Werbepsychologen kramen in Überlegungen, wie die kapitalistischen
Unternehmer noch und noch wirkungsvoller und erfolgreicher den Verbrauchern
das Geld aus der Tasche holen können. Da gibt es die berühmten "Potato-Chips"
oder "Poatato Crips" (crips = gekräuselt, knusprig, braun geröstet) -
gemeint sind die knackigen Kartoffelscheibchen. Es ist von Werbefachleuten
festgestellt worden, daß diese beim Kauen an das urinstinktive Gefühl und
Geräusch erinnern, welchs die noch in den Höhlen lebenden Menschen beim
Zerbeißen von Geflügelknochen empfanden. Also werden Untersuchungen gemacht,
wie und wann es gelungen ist, die Kartoffeln entsprechend knackig zu rösten.
Am Gewinn mißt der Unternehmer seinen einzelwirtschaftlichen Erfolg, also pro Produkt. Der Gewinn beherrscht und kontrolliert das Produktionsgeschehen. Der Unternehmer muß also ständig den Markt, die Absatzmöglichkeiten im Auge behalten. Besteht ausreichend Konkurrenz, so sind auch die Konkurrenzaktivitäten zu beobachten, deren Produktaufmachung, was mit der Verpackung bereits beginnt, ob käuferanziehend oder weniger. Die Preisgestaltung wird er weitgehend nach der Nachfrage orientieren. Soweit die Theorie. Da inzwischen die Verpackungen gleich aussehen und die Preise angeglichen sind, ist bei diesen Überlegungen die Wichtigkeit des Firmenverbandes außer acht gelassen worden. Also ein wenig aus der Praxis:
1993 ging ein Skandal durch die Medien über ein Reiseunternehmen, das Flugscheine ausgestellt und verkauft hatte, aber selbst keine Buchung bei Flugunternehmen tätigtet. Das eingenommene Geld wurde also von den Firmeninhabern einkassiert ohne Gegenleistung und dann Konkurs angemeldet. Die Namen und Anschriften der Verantwortlichen waren bekannt. Das deutsche Justizministerium verkündete offiziell, daß keine strafbare Handlung vorlägen und daher die Verantwortlichen strafrechtlich nicht verfolgt würden...
Ladendiebstahl wird streng geahndet. Aber es gibt keine Strafandrohung, wenn die Preise werbepsychologisch festgesetzt werden (1,99 also nicht einmal 2, aber auch keine 1,94) und nicht nach strengen kaufmännischen Gesichtspunkten kalkuliert.
Der Käufer mag sich ärgern, wenn er eine
schöne, große Cornflakesschachtel erstanden hat, sie aber nur zu 65% gefüllt
vorfindet (aus „verpackungstechnischen Gründen“ sagt der Fabrikant). Da kann
niemand einen vorsätzlichen Betrug anzeigen; denn das Gewicht stimmt.
Ein anderes Beispiel aus der irreführenden Werbpsychologie:

Da habe ich mir 1993, den auf den Fotos der Schachtel gezeigten Pflaumenkuchen (Plum Cake) in Damaskus gekauft, mit kernlosen, gelben Rosinen (Sultanas) usw. für umgerechnet 4,62 DM (für einen Durchschnittssyrer unerschwinglich). Nun schauen Sie sich den echten Kuchen (unteres Foto) und den Kuchen auf der Schachtel an. Sehen Sie einen Unterschied? (Er schmeckt dennoch nicht schlecht.)

Auch hatte ich mir ein paar
Fischdosen für teures Geld beschafft. Wie Sie auf dem ersten Bild sehen,
sollten da kleine Pilze, Champignons genannt, unter anderem mit drin sein,
dachte ich jedenfalls. Als ich die Dose geöffnet hatte, war keine Spur zu sehen.
Zuerst dachte ich, daß der Hersteller vieleicht die Etiketten, also
die Aufkleber vertauscht haben könnte. Das kann ja sicher auch mal passieren und wäre
entschuldbar. Aber dann las ich endlich mal das „Kleingedruckte“: Soße mit
Champignonpulver. Ja, wie macht das der Herr sowieso (siehe Bild mit
Herstellernamen) denn? Werden die Pilze getrocknet und dann zerrieben? Das
glaube ich nicht und vermute vielmehr, daß da - jedenfalls nach dem Geschmack
zu urteilen - höchstens Spuren, geschmacksverstärkt - drin waren.
Auf der nächsten Dose meinte ich, ein Tomatenstück gesehen zu haben. (Können Sie es auch erkennen?) Weder das Kleingedruckte noch der Inhalt deutet auf Tomatenanteile hin. Die muß sich Käufer dann selbst reintun, wenn er den Geschmack „verfeinern“ will. (Es gibt ja überall auf der Welt diese Tomatensoße in einer Flasche, Catchup* = "fang auf", genannt. Warum soll man sich darüber also aufregen.)
* eigentlich Ketchup, das aus Ostindien "stammt"
Da es ansonsten keine anderen Fischdosen in
Syrien gab, kaufte ich die Produkte des Herrn Albert Holst aus Lübeck dennoch, obwohl
ich mich von ihm hinters Licht geführt fühlte.
Ein Sprung in das Jahr 2009! Eine sehr bemerkenswerte Untersuchung ist vom Physiker Ranga Yogeshwar in seinen kürzlich erschienen Buch "Sonst noch Fragen? Warum Frauen kalte Füße haben und andere Rätsel des Alltags" (Verlag KiWi für 8,95 Euro) in seiner 8en Betrachtung (von 108) - Warum setzt der Verstand bei Sonderangeboten aus? - zu finden.
Zitat: "Einkaufen ist für mich purer Stress. Überall werden wir zum Kaufen verführt: »Jetzt zugreifen!«, »Sonderangebot«, »Reduziert« oder »Rabatt« - was meinen Sie: Lassen wir uns davon beeinflussen oder behalten wir im Dschungel der Angebote einen kühlen Kopf?"
Er beschreibt ein erstaunliches Experiment, wobei er mit Helfern mitten in einer Fußgängerzone einen Verkaufsstand aufgebaut hatte mit verschiedenen Putzutensilien. Ein professioneller Verkäufer bot beispielsweise Waren zum Eintelpreis für 0,59 € an oder aber alles zusammen im Dreierpack für 1,99 € an.
Zitat: "Viele entschieden sich für das Angebot im Dreierset - obwohl es tatsächlich teurer war! Die Teile einzeln gekauft ergaben einen Kaufpreis von nur 1,77 € . Das Dreierset war also 22 Cent teurer..."
Yogeshwar geht nicht darauf ein, dass er ja auch die Preise psychologisch geschickt angesetzt hatte: 0,59 und 1,99, was den Eindruck vermitteln soll: weniger als 60 Cent und unter 2 Euro.
Weiter mit dem Zitieren: "Doch warum fallen so viele von uns auf solche »Rabattkäufe« herein? Bonner Wissenschaftler haben sogar mit einem Kernspintomographen untersucht, wie Testpersonen auf Rabattschilder reagieren: Den Probanden wurden per Videobrille unterschiedliche Produkte gezeigt. Neben dem Preis gab es bei einigen Bildern auch den Hinweis »Rabatt«. Und überraschenderweise stellten die Forscher fest, dass beim Betrachten von Produkten mit Rabatthinweis ein Teil des Belohnungssystems, das sogenannte Striatum, besonders aktiv ist, wohingegen andere Areale, die Teil des Kontroll- und Verstandzentrums sind, eine reduzierte Aktivität aufweisen.
Das Zauberwort »Rabatt« scheint also unbewusst unsere Gehirnaktivität zu
beeinflussen. Die Vorstellung, ein Schnäppchen zu
ergattern, ist für unser Belohnungssystem wohl so attraktiv,
dass wir sogar vergessen nachzurechnen. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn uns
eine künstliche Verknappung der Ware durch Schilder wie »Nur heute« oder
»So lange Vorrat reicht!« vermittelt wird. Wenn an den
Schnäppchenjäger in uns appelliert wird, setzt der Verstand aus!"
Übrigens ein angegebener Rabatt braucht keineswegs eine Preisreduzierung zu bedeuten; denn wir als Kunde sind zum Preisvergleichen verpflichtet. Sogar ein an der Ware ausgezeichneter Preis ist nicht verbindlich. Nach einem Gerichtsurteil (im "Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers vom 22. Oktober 2009 wiedergegeben) ist nur der Preis an der Kasse verbindlich!! Also merken Sie sich alle Preise Ihrer eingekauften Artikel vor dem Gang zur Kasse. Sie haben dort die Möglichkeit vom Kauf zurückzutreten, wenn Ihnen der tatsächliche Preis nicht passen sollte!!
Der Mächtige ist der tüchtige, der sich streng im Rahmen (aber oft am äußersten Rande) des Gesetzesnetzwerks bewegt, der mit seiner wirtschaftlichen Macht Fachleute beschäftigen kann, die etwas von Werbepsychologie verstehen, von Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Vermeidung von Steuerzahlungen. Für ihn arbeiten geschulte (rücksichtslose) Ein- und Verkäufer, Personalmanager, ein ganzes Heer von Fachleuten, insbesondere Juristen. Sehr ausführlich beschäftigt sich der Nationalökonom Albrecht Müller, (unter anderem) der ehemalige Redenschreiber für den Bundeswirtschaftsminister (1966 -1972), den Prof. Karl Schiller, in seinem Buch "Machtwahn" mit unserer Führungs-Elite (>hier<).
Der Mächtige beherrscht die Medien, droht mit Entzug der einnahmeträchtigen Werbung, wenn etwas veröffentlicht wird, was gegen seine Interessen verstößt. Er hat es leichter, sich Gehör zu verschaffen als ein Durchschnittsbürger, den niemand beachtet. Viele Medien sind das Sprachrohr der Mächtigen; denn etwas kann er als Parteispende abzweigen (>hier<). Da gingen Affärenskandale durch die Presse von Leuten, die ein Ministerpräsidentenamt bekleiden und unbehelligt das Bundesinnenministerium leiten, wobei sich dann auch noch dieser Innenminister bemüht, den Terroristen bei der Abschaffung der Demokratie durch Einführung eines totalen Überwachungsstaates zuvor zu kommen.
Kommentar: An dieser Stelle will ich das bereits vorher Gesagte noch einmal begründen: Nur wenn sich der Staat frei von Ideologien hält, kommt es auch in den Medien zur echten Meinungsvielfalt; denn dann kommen verschieden denkende Leute mit ihrem Anspruch auf Macht zu Wort. Da würden sich die verschiedenen Ansprüche auf Macht positiv auswirken.
Meinungsgleichschaltung (wie in den ehemaligen
leninistisch-stalinistischen Staaten) führt zum „Wärmetod“, wie der Physiker
sagt. (Wenn es nur eine einzige Temperatur geben würde, ganz gleich welche,
also keine Temperaturdifferenzen, passiert nichts mehr. Dann gibt es kein
Wetter mehr, keinen Verbrennungsmotor, kein Leben, nichts.)
Die Unfreiheit am durchschnittlichen Arbeitsplatz
müssen viele täglich erfahren. Eine Vielzahl der Berufstätigen weiß überhaupt
nicht, was sie eigentlich machen (Schreibkräfte, Leute am Fließband). Sie sind
reine „Befehlsempfänger“.
Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, daß Wirtschaftsflauten herbeigeredet werden, damit die Arbeitnehmern endlich wieder kuschen, Schiß in der Hose haben aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes.
Walter Rath, Damaskus 1991 und Köln 2009 (Es hat sich nichts geändert!)