Enzyklopädie der Religionen

 

 

 

Weltbild Verlag GmbH, Augsburg

ISBN 3-89350-425-7

 

© 1990 Gruppo Editoriale Fabbri Bompiani Sonzogno Etas S.p.A.
Deutsche Fassung: Weltbild Verlag GmbH, Augsburg.


Idee, Konzeption, Produktion:
topic Verlag GmbH, Karlsfeld bei München.

 

Redaktion: M. Elser, S. Ewald, G. Murrer.

 

Unter Mitarbeit von:

Prof. Dr. G. Denzler,

Dr. A. Lohner (katholische Theologie),

Prof. Dr. W. Graf (evangelische Theologie)

sowie L. Allmann, H. Barnitzke, R. Balleisen, M. Betzler, C. Cebulj, C. Cossmann, K. Engleitner, Dr. H. Flachenecker, S. Fortner, A. Gaab, L. M. Giani,J. Hackeschmidt, R. Hagengruber, Dr. U. Huber,J.N. Häußler, S. Laube, J. Lederle, C. Lembert, H. u. 1. Obermann, N. Pautner, M. Pelz, U. Prinz, Dr. M. Rath, M. Ramstedt, M. Riedenauer, E. Santifaller, A. Schachner, S. Schuch, C. v. Schwanenflug, N.J. Seidl, Dr. H. Specht, W. Stallbaum, Dr. W. Stump, R. Sturm, B. Stüve, Dr. K.Tanner, Dr. W.-G.Thieme, R.Trautwein, Dr. A.Waschbüsch, C. Weiand, Dr. H. Zedelmaier.


Druck: in Italien von Gruppo Editoriale Fabbri Bompiani Sonzogno Etas S.p.A.


Der Verlag schreibt auf der Rückseite:

"Eine umfassende, reich illustrierte Informationsquelle:
Mit über 2500 Stichwörtern bietet die neue grobe Enzyklopädie
der Religionen einen komplexen Überblick über die Weltreligionen und alle wichtigen religiösen Bewegungen. Von der Vor- und Frühgeschichte bis heute werden Kulte, Religionsstifter, Sekten, Schlüsselbegriffe und zentrale religionsgeschichtliche Ereignisse sowie bedeutende Persönlichkeiten eingehend dargestellt.
Zahlreiche Farb- und Schwarzweißabbildungen vervollständigen die Beiträge dieses Nachschlagewerks.
 


Beispiel aus der 1. Seite mit den dortigen beiden Bildern:

Die erste der ägyptischen Plagen:

Aaron verwandelt das Wasser

 in Blut (Exodus 7,14-25).

Gotische Buchmalerei (13. Jh.).

Aaron. Der Bruder des Mose und der Mirjam aus dem jüdischen Stamm Levi ließ am Berg Sinai ein goldenes Kalb gießen, das von den Israeliten als Götze verehrt wurde. Die Nachkommen Aarons waren Priester am Jerusalemer Tempel.


Abaelard, Pierre.
Der mittelalterliche Philosoph (Nantes 1079 - Chalon-sur-Saöne 21.4.1142) gilt als einer der Begründer der Scholastik. Er lehrte, daß die gute Absicht wichtiger sei als die gute Tat und daß auch Heiden die Erkenntnis Gottes möglich sei. Beides führte dazu, daß seine Schriften vom Papst verboten wurden. Am berühmtesten ist der Briefwechsel mit seiner Geliebten Heloise, der zur Weltliteratur gezählt wird.

 

Abaton siehe Adyton


Abbasiden.
Die arabisch-islamische Dynastie, die ihre Abstammung auf einen Onkel Mohammeds zurückführte, hatte nach dem Sturz der herrschenden -> Omaijaden (um 750) bis 1258 das -• Kalifat inne und verlegte dessen Sitz von Damaskus nach Bagdad. Die abbasidischen Kalifen förderten die Übersetzung von philosophischen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Werken der Antike, die erst so den Gelehrten Europas zugänglich wurden.


Abendland.
Als Begriff von Martin Luther geprägt, bezeichnet das Abendland jene Länder Europas, die im Mittelalter eine geistig-religiöse Einheit bildeten. Seine Wurzeln liegen in der griechischen Antike, dem römischen Christentum und der germanischen Kultur. Klöster und Universitäten stärkten bis zur Reformation den kirchlich-kulturellen Zusammenhalt der Länder, aus denen das Europa von heute entstand.


Abendländisches Schisma.
Die Zerspaltung des abendländischen Christentums begann, weil zwei, später drei Päpste den Stuhl Petri beanspruchten. Dadurch wurde im 14. Jh. eine der größten Krisen in der Kirche ausgelöst, die im Konzil von -> Konstanz beigelegt wurde.

Ausschnitt des Fresko von Leonardo da Vinvi im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Milano
Abendmahl.
Der Begriff weist zurück auf das letzte Mahl, das Christus mit seinen Jüngern feierte (Bericht im Matthäus-, Markus- und Lukas-Ev
angelium). Dies war die letzte Zusammenkunft vor der Gefangennahme und Kreuzigung Christi.
Die allgemeine Bedeutung der Mahlfeiern, die in allen Kulturen zu finden sind, liegt in ihrem gemeinschaftsstiftenden Charakter, religiös in der Vermittlung von Gottheit und Gläubigen. Seinen speziellen Sinn erhält das Abendmahl im Christentum durch die Verbindung von Brot und Wein mit dem Leib und Blut Christi. Diese Verwandlung und die durch sie vollzogene Gemeinschaft der Gläubigen mit Christus bildet trotz unterschiedlicher Interpretationen den Mittelpunkt der christlichen Gottesdienstfeiern. Gegen eine rein symbolische Deutung des Abendmahls wandte sich ->Luther, indem er zwar die tatsächliche Verwandlung von Brot und Wein verneinte, jedoch die reale Präsenz Christi in der Messe anerkannte.

 

Abendmahlstreit. Bei dieser Auseinandersetzung lehrte Paschasius Radbertus (um 790 bis um 865) die wirkliche Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Rathramnus (Anfang 9. Jh. - nach 868) behauptete dagegen eine bloß bildliche Identität. Später lehrte auch Berengar von Tours (Anfang 11. Jh. - 1088) ein nur symbolisches Eucharistieverständnis.


Aberglaube. Dieser fehlgeleitete Glaube stellt in Form von Wahrsagerei, Wahnideen oder Magie eine konkrete Beziehung zu geheimnisvollen, irgendwie göttlich gearteten Mächten her. Oft sind diese verehrten Kräfte Bestandteile der Natur, deren Wirkungen wissenschaftlich nicht erklärt werden können. Der Übergang zu einem bewußten Götzendienst oder Teufelskult ist fließend. Als alter ...

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