Global_2000

>Hier< einiges zu den Ergebnissen des Berichtes
Die Aussagen im
Bericht an den Präsidenten
mit 1508 Seiten aus dem Jahre 1980 über die Zukunftsaussichten für unser heutiges 21. Jahrhundert sind in allen Einzelheiten eingetroffen. Ausgesprochene Warnungen und Empfehlungen blieben bis heute (2008) völlig unbeachtet.
Titel der
Originalausgabe:
The Global 2000 Report to the President (James [Jimmy]
Earl CARTER, 39. Präsident der USA von 1977-1981).
Herausgegeben vom Council an Environmental Quality
und dem US-Außenministerium. Gerald O. Barney, Study Director.
Washington, U.S. Government Printing Office, 1980.
Es übersetzten Band 1: Reinhard Kaiser / Band 2: Vorwort und Danksagung: Holger
Fließbach / Kap. 1: Holger Fließbach / Kap. 2: Wolfgang Köberer / Kap. 3 u. 4:
Gerda Kurz / Kap. 5: Cornelia Rülke / Kap. 6: Inge Henninger-Lehmann / Kap. 7:
Gerd Lingrün / Kap. 8: Cora Stephan / Kap. 9: Hans-Martin Lohmann u. Reinhild
Weskott / Kap. 10: Cornelia Rülke / Kap. 11: Inge Henninger-Lehmann / Kap. 12:
Holger Fließbach / Kap. 13: Wolfgang Köberer (Bevölkerung),, Gerda Kurz (BSP,
Klima), Cornelia Rülke (Technologie), Inge Henniger-Lehmann u. Renate Schumacher
(Nahrungsmittel und Landwirtschaft), Gerd Lingrün (Maritime Umwelt), Cora
Stephan (Wälder und Forstwesen), Hans-Martin Lohmann u. Reinhild Weskott
(Wasser), Thomas Berendt u. Heiner Oelmann (Energie), Holger Fließbach
(Nicht-energetische Mineralien), Udo Rennert (Die Kreise schließen) / Kap.
14-31: Günter Seib / Anhang A: Renate Schumacher / B: Cornelia Rülke / C: Ellen
Reinke-Köberer / D: Michael Bischoff. Tabellen, Figuren und Karten: Michael
Bischoff.
1. Auflage, Oktober 1980.
2. Auflage, November 1980.
3. Auflage, Dezember 1980.
4. Auflage, Dezember 1980.
5. Auflage, Dezember 1980.
6. Auflage,
Dezember 1980.
7. Auflage, Januar 1981.
8. Auflage, Januar 1981.
9. Auflage, Januar 1981.
10. Auflage, Januar 1981.
11. Auflage,
Februar 1981.
12. Auflage, Februar 1981.
Copyright © 1980 Das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika.
Copyright © 1980 für die deutsche Übersetzung
bei Zweitausendeins, Postfach, D-60381 Frankfurt am Main.
Alle Rechte vorbehalten.
Der Verlag dankt Professor Dr. Claus Mueller, N. Y., für seine Hilfe.
Satz G. Wagner, Nördlingen. Repro G. Mayr, Donauwörth.
Druck C. H. Beck, Nördlingen.
Papier Alpafin matt, Albbruck. Bindung G. Lachenmaier, Reutlingen.
Produktion Greno GmbH, D-6053 Obertshausen.
Printed in Germany.
Dieses Buch gibt es nur bei Zweitausendeins im Versand (Postfach, D-60381
Frankfurt am Main)
oder in den Zweitausendeins-Läden in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg,
Hannover, Köln, München, Saarbrücken, Wiesbaden
[oder im Internet (Google-Suche) als 38. Auflage zwischen 6,19 € und 13,33 € (nach Recherche von Walter Rath)]

Begleitschreiben
An den Präsidenten
Sir: In Ihrer Botschaft zur Umweltproblematik an den Kongreß vom 23. Mai 1977 forderten Sie das Council an Environmental Quality und das Außenministerium auf, in Zusammenarbeit mit anderen Bundesbehörden, die »voraussichtlichen Veränderungen der Bevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts« zu untersuchen. Dieses Unterfangen sollte »als Grundlage für unsere längerfristige Planung dienen«.
Die Anstrengungen, die wir daraufhin unternahmen, um Prognosen über gegenwärtige
Entwicklungstrends zu erstellen und eine Planungsgrundlage zu liefern, sind
jetzt abgeschlossen, und wir freuen uns, Ihnen unseren Bericht heute vorlegen zu
können. Er enthält Prognosen der US-Regierungsbehörden darüber, was mit der
Weltbevölkerung, den Ressourcen und der Umwelt geschehen wird, wenn sich an den
Grundlagen der heutigen Politik nichts ändert.
Die Schlußfolgerungen, zu denen wir gelangt sind und die auf den folgenden
Seiten zusammengefaßt werden, sind beunruhigend. Sie deuten für die Zeit bis zum
Jahre 2000 auf ein Potential globaler Probleme von alarmierendem Ausmaß. Der
Druck auf Umwelt und Ressourcen sowie der Bevölkerungsdruck verstärken sich und
werden die Qualität menschlichen Lebens auf diesem Planeten zunehmend
beeinflussen. Die Belastungen sind schon heute so stark, daß ihretwegen vielen
Millionen Menschen die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse nach Nahrungsmitteln,
Wohnraum, Gesundheit und Arbeit und jede Hoffnung auf eine Besserung versagt
sind. Gleichzeitig nimmt die Belastbarkeit der Erde - die Fähigkeit biologischer
Systeme, Ressourcen für die Bedürfnisse der Menschen zur Verfügung zu stellen
-immer mehr ab. Die sich in der vorliegenden Studie widerspiegelnden Trends
deuten nachdrücklich auf einen zunehmenden Abbau und eine Verarmung der
natürlichen Ressourcenbasis auf der Erde hin.
Wenn die Trends verändert und die Probleme verringert werden sollen, werden
weltweit mutige und entschlossene neue Initiativen erforderlich sein, um die
Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, und gleichzeitig muß die Fähigkeit der
Erde, Leben zu ermöglichen, geschützt und wiederhergestellt werden. Grundlegende
natürliche Ressourcen - Agrarland, Fischgründe, Wälder, mineralische Rohstoffe,
Energie, Luft und Wasser - müssen erhalten und der Umgang mit ihnen verbessert
werden. Eine weltweite Veränderung der Politik ist erforderlich, bevor sich die
Probleme weiter verschlimmern und die Möglichkeiten für wirkungsvolles Handeln
immer stärker eingeschränkt werden.
An zahlreichen Punkten hat man begonnen, sich mit den Ressourcen-, Umwelt- und
Bevölkerungsproblemen auseinanderzusetzen. In der vorliegenden Studie werden
diese Initiativen nur gestreift. Das erhöhte internationale Interesse spiegelt
sich in den »Mammutkonferenzen«, die die Vereinten Nationen im Lauf des letzten
Jahrzehnts einberufen haben: über Umwelt (1972), Bevölkerung (1974),
Nahrungsmittel (1974), Siedlungsprobleme (1976), Wasser (1977),
Wüstenausbreitung (1977), Wirtschaft und Technologie im Verhältnis zur
Entwicklung (1979) und über neue und erneuerbare Energieressourcen, die für 1981
in Nairobi geplant ist. Die USA haben sich an diesen Konferenzen aktiv
beteiligt, haben Hilfsaktionen angeregt und unterstützt, von denen jetzt viele
durchgeführt werden. Auch bilateral arbeiten wir mit anderen Nationen zusammen.
Die Problematik des Bevölkerungswachstums, der natürlichen Ressourcen und der
Umwelt wird in unseren Entwicklungshilfeprogrammen immer stärker berücksichtigt,
und mit unseren direkten Nachbarn kooperieren wir bei gemeinsamen Problemen, die
von der Beseitigung der Luft- und Wasserverschmutzung bis zur Bodenerhaltung und
Entwicklung neuer Saatsorten reichen. Viele Nationen auf der ganzen Welt
ergreifen neue Maßnahmen - zur Aufforstung abgeholzter Waldgebiete, zur
Energieeinsparung, zur Erweiterung des Zugangs zu Mitteln der Familienplanung,
zur Verwendung natürlicher Schädlingsbekämpfungsmittel und ausgewählter
Pestizide anstelle der destruktiven Anwendung von Chemikalien.
Angesichts der Dringlichkeit, Reichweite und Komplexität der vor uns liegenden
Herausforderungen bleiben die jetzt auf der ganzen Welt in Gang gekommenen
Anstrengungen allerdings weit hinter dem zurück, was erforderlich ist. Es muß
eine neue Ära der globalen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Verpflichtung
beginnen, wie sie in der Geschichte ohne Beispiel ist.
Die notwendigen Veränderungen übersteigen die Möglichkeiten jeder einzelnen
Nation. Unsere Nation kann jedoch wichtige und exemplarische Schritte tun. Wegen
unserer Vorrangstellung als größter Produzent und Verbraucher von
Nahrungsmitteln und Energie sind unsere Bemühungen um die Erhaltung von Böden,
Ackerland und Energieressourcen von globaler wie von nationaler Bedeutung. Wir
können die Verschmutzung der eigenen Umwelt vermeiden und müssen Sorge tragen,
die Umwelt global nicht zu beeinträchtigen.
Über unsere Grenzen hinweg können wir unsere Zusammenarbeit sowohl mit
entwickelten als auch mit Entwicklungsländern im Geiste der Großzügigkeit und
Gerechtigkeit ausbauen. Hunderte von Millionen Menschen auf der Erde leben heute
unter Verhältnissen äußerster Armut. Menschen, die am Rande des Existenzminimums
stehen, müssen sich Ackerland, Weidegründe und Brennstoffe nehmen, wo sie sie
finden, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen für die Ressourcen der Erde. Eine
erträgliche Wirtschaftsentwicklung in Verbindung mit Umweltschutz,
Ressourcenerhaltung und Familienplanung ist heute von entscheidender Bedeutung.
Ebenso wichtig ist ein besseres Verständnis und ein wirkungsvolles Handeln
angesichts globaler Probleme wie etwa der Anreicherung der Atmosphäre mit
Kohlendioxyd oder des drohenden Verlusts an Tier- und Pflanzenarten in großem
Maßstab.
Um sich den in der vorliegenden Studie beschriebenen Herausforderungen
gewachsen zu zeigen, bedarf unsere Bundesregierung schließlich auch einer sehr
stark erweiterten Kapazität, langfristige Trends zu prognostizieren und zu
analysieren. Die Studie macht die Notwendigkeit einer Verbesserung der heute
vorhandenen Grundlagen für ein langfristiges Planen sehr deutlich. Auf diesen.
Grundlagen beruhen Entscheidungen, von denen das künftige Wohlergehen unserer
Nation abhängt.
Wir möchten dem Leiter von Global 2000, Dr. Gerald O. Barney, und seinem Team
unseren Dank und unsere Bewunderung aussprechen. Ihre Sorgfalt, ihre Hingabe und
das Geschick, mit dem sie eine Vielzahl von Beiträgern dazu bewegten, ihr bestes
zu geben, wissen wir zu würdigen. Besonderer Dank gilt auch all jenen vom
Council an Environmental Quality und vom Außenministerium, die zum engen Kreis
der Mitarbeiter bei der Untersuchung gehörten, und den elf anderen Behörden, die
in reichem Maße zu ihr beitrugen.* Ohne das von den Experten dieser Behörden zur
Verfügung gestellte detaillierte Wissen wäre die vorliegende Studie nicht
möglich gewesen.
Hochachtungsvoll

THOMAS R. PICKERING
Assistant Secretary, Oceans and
International Environmental
and Scientific Affairs, Außenministerium

Gus SPETH
Vorsitzender des Council an
Environmental
Quality
Einiges zu den Ergebnissen des Berichtes:
Die in obigem Buch gemachten Prognosen für die Regierung enden mit dem Jahr 2000. Andere Globalstudien treiben ihre Prognosen weit ins 21. Jahrhundert voran, welche prognostizieren:
- starke Ressourcenverknappungen,
- schwere Umweltschäden,
- Bevölkerungsrückgang infolge höherer Sterberaten.
Das alles ist bereits eingetreten, mit Ausnahme des Bevölkerungsrückganges!
Die Prognose in obigem Buch "Global 200" - also nur bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts - sah richtig:
- weiteres Wirtschaftswachstum in den meisten Gebieten,
- weiteres Bevölkerungswachstum überall auf der Erde,
- verringerter Energiezuwachs,
- zunehmende Nahrungsmittelknappheit und -verteuerung,
- wachsende Wasserprobleme und steigende Umweltbelastung.
Im Anhang zur Zusammenfassung fragt man in Global 2000: "Wie lassen sich die
Ressourcen der Welt am besten nutzen, um die Grundbedürfnisse aller Menschen zu
befriedigen?" (>Hier< mehr.) Ferner: "Das Modell (in Global 2000) setzt Arbeit
und Kapital zur Verlängerung der Lebenserwartung ein. Es geht davon aus, daß der
individuelle Verbrauch zugunsten einer Aufrechterhaltung sehr hoher
Investitionsraten (25 % des BSP jährlich) zurückgestellt wird, und postuliert
eine egalitäre, nichtausbeuterische, vernünftig geleitete Weltgesellschaft, die
es versteht, Umweltverschmutzung, Bodenerschöpfung und andere Formen der
Umweltverschlechterung zu vermeiden. Unter diesen Voraussetzungen kommt sie zu
dem Ergebnis, daß innerhalb von etwas mehr als einer Generation die
Grundbedürfnisse der Menschen in Afrika und Lateinamerika adäquat befriedigt
werden können. Danach werde das BSP stetig wachsen, und das Bevölkerungswachstum
werde sich zu stabilisieren beginnen."
Unter keiner US-Regierung ist diese Empfehlung (Forderung) auch nur ansatzweise berücksichtigt worden.
Auch wenn man von diesen fast utopischen Gesellschaftsverhältnissen und
Investitionsraten ausgeht, bricht das System in Asien zusammen. Das Modell
prognostiziert für Asien eine Nahrungsmittelkrise, die um das Jahr 2010
einsetzt, wenn Land knapp wird. Die Steigerungen der Nahrungsmittelproduktion
vermögen mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt zu halten, und es bildet
sich ein Teufelskreis, der bis zur Jahrhundertmitte zu Hungersnot und
wirtschaftlichem Zusammenbruch führt. Die Modellplaner meinen, eine
Ernährungskrise in Asien könne durch Maßnahmen wie Nahrungsmittelimporte aus
Gebieten mit mehr Ackerland, besseren Ernteerträgen und einer wirkungsvollen
Familienplanung vermieden werden. Dennoch ist es überraschend, wie dieses
Modell, das zeigen sollte, daß die Haupthindernisse für das Wohlergehen der
Menschheit gesellschaftlich und nicht natürlich bedingt sind, katastrophale
Nahrungsmittelengpässe infolge von Landknappheit prognostiziert.
Die Modelle World 2 und World 3, die dem Bericht des Club of Rome Die Grenzen
des Wachstums zugrunde lagen, schenken als einzige in der Gruppe der fünf hier
betrachteten Weltmodelle den Umweltfaktoren große Beachtung. Diese Modelle
untersuchten, genau wie Global 2000, Trends in den Bereichen Bevölkerung,
Ressourcen und Umwelt. Sie sind jedoch stark aggregiert und betrachten die Welt
unter Vernachlässigung von regionalen Unterschieden als ein Ganzes. In den
Fällen, in denen sie von einer Fortführung der gegenwärtigen Politik ausgehen,
prognostizieren die Weltmodelle 2 und 3 weltweit große Pro-Kopf-Zunahmen bei
Nahrungsmitteln und Einkommen bis zum Jahre 2020. Danach führt entweder
Nahrungsmittelknappheit oder Ressourcenerschöpfung zu einer Abwärtsentwicklung.
Beide Modelle gehen davon aus, daß grundlegende Veränderungen in der Politik
diese Trends erheblich modifizieren können.