Super-Kapitalismus

Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbt

 

Die englischsprachige Ausgabe erschien 2007 unter dem Titel "Supercapitalism. The Transformation of Business, Democracy, and Everyday Life."
Copyright © 2007 by Robert B. Reich

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter

http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-593-38567-9

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Satz: Campus Verlag, Frankfurt am Main

Druck und Bindung: Ebner&Spiegel GmbH, Ulm

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>Hier< zu einigen kritischen Bemerkungen auf dieser Seite.

>Hier< mehr zu Robert Reich (getrennte Webseite)


Aus den Umschlagseiten:

 

F R Ü H E R gab es einfach nur Kapitalismus. Heute gibt es den Superkapitalismus. Denn nie zuvor war die Wirtschaft so mächtig wie heute. Sie dominiert alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens, auch die Politik. Robert Reich berichtet, wie es dazu kam, und zeigt, wie wir als Bürger die Demokratie wieder stark machen können.


»Dieses Buch ist ein längst überfälliger Aufruf zur Neubewertung des Kapitalismus und es liefert Hinweise dazu, wie wir aus dem Schlamassel, in dem wir stecken, wieder herauskommen. Es ist ein wichtiges Buch - jeder sollte es lesen.« Joseph E. Stiglitz, Nobelpreisträger für Ökonomie


WARUM ist der Kapitalismus so stark und die Demokratie so schwach geworden? Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Entwicklungen? Lässt sich die Demokratie wieder stärken, und wenn ja, wie?


»Ein Unternehmen hat die Aufgabe, das Spiel der Wirtschaft so aggressiv zu spielen wie möglich. Wir als Bürger müssen Unternehmen daran hindern, die Spielregeln selbst festzulegen. Das ist die Herausforderung. Es gibt nur einen einzigen konstruktiven Weg der Veränderung: Wir müssen den Superkapitalismus daran hindern, auf die Demokratie überzugreifen. Alles andere ist Zeitverschwendung.« Aus dem Inhalt



Kopie aus der PDF.Datei als Pressemitteilung des Campus-Verlags:

Robert Reich
Superkapitalismus
Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbt
Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer
2008, geb., 400 Seiten, EUR 24,90/EUA 25,60/SFR 44,00

ISBN 978-3-593-38567-9
Sperrfrist: 10. Januar 2008

Nie zuvor war die Wirtschaft so mächtig wie heute. Sie expandiert, bemächtigt sich der Politik und gefährdet so die Demokratie. Robert Reich, ehemaliger Arbeitsminister unter Bill Clinton, analysiert die Dynamik, die dieser Entwicklung zugrunde liegt und zeigt, wie die Demokratie wieder gestärkt werden kann.
Quelle: Campus 23. Jnuar 2009
Seit den siebziger Jahren sind wir Zeugen eines fulminanten globalen Siegeszugs des Kapitalismus. Die Konsumenten haben heute mehr Macht als jemals zuvor, der Konkurrenzdruck und Wettbewerb unter den Unternehmen wird immer schärfer, Produkte und Dienstleistungen zunehmend besser und günstiger, die Erträge höher. Der Erfolg des Kapitalismus geht jedoch mit einer zunehmenden Ungleichverteilung von Einkommen und Wohlstand, wachsender Arbeitsplatzunsicherheit, sozialer Ungerechtigkeit und ökologischen Bedrohungen einher. Traditionellerweise ist es die Aufgabe der Demokratie, diese Probleme zu lösen, doch das gelingt ihr immer weniger. Wir leben in einem System, das unsere individuellen Bedürfnisse als Konsumenten und Investoren besser denn je erfüllt, aber unsere gemeinschaftlichen Bedürfnisse als Bürger zunehmend unberücksichtigt lässt.

Robert Reich analysiert den Triumph des Kapitalismus und den Niedergang der Demokratie - eine Entwicklung, die nicht nur die USA, sondern längst auch Europa betrifft. Anschaulich zeigt der Autor, dass freie Marktwirtschaft und Demokratie im heutigen Zeitalter des Superkapitalismus nicht mehr Hand in Hand gehen. Im Gegenteil: Der Kapitalismus schwächt die Demokratie. Die Wirtschaft besetzt immer mehr Bereiche des Politischen, nimmt, zum Beispiel in Form von Lobbyismus, immer mehr Einfluss auf die Politik und untergräbt die Bereitschaft der Regierungen, die Interessen ihrer Bürger wahrzunehmen.

Reich ist kein Antiglobalisierer, aber er plädiert für die Entflechtung von Wirtschaft und Politik sowie für eine klare Aufgabenzuteilung. Darum hält er auch die hierzulande immer lauter werdende Forderung nach sozialer Verantwortung von Wirtschaft und Unternehmen für unsinnig. Der Kapitalismus ist dazu da, Gewinne zu erzielen, aber er hat kein soziales Bewusstsein. Es ist Aufgabe der Demokratie, den Wohlstand gerecht zu verteilen; die Politik muss die Spielregeln für die freie Marktwirtschaft schaffen. Reichs fundierte Analyse setzt eine überfällige Debatte in Gang und zeigt, wie die Demokratie wieder gestärkt werden kann.

Der Autor
Robert Reich ist Professor an der University of California und einer der einflussreichsten Intellektuellen der USA. Er war von 1993 bis 1997 Arbeitsminister unter Bill Clinton. Reich ist Autor mehrerer Bücher, darunter Die neue Weltwirtschaft (1993) und Goodbye, Mr. President (1998).

Kontakt
Margit Knauer, 069-976516-21, knauer@campus.de, Kathrin Franz, 069-976516-25, franz@campus.de
 


Kritik:  Leider ist beim Autor des Buches und ehemaligen Arbeitsminister beim ehemaligen USA-Präsidenten, Bill Clinton, trotz seiner Kenntnisse und Fähigkeiten als Wirtschaftswissenschaftler immer noch die Grundhaltung verinnerlicht, daß "freie Märkte die notwendige Voraussetzung ist für politische Freiheit und stabile Demokratie". Zwar erkennt er die "Superstärke des Kapitalismus" und die entsprechend "geschwächte Demokratie". Aber er stellt das Handeln von Aktien von Firmen, unsinniger gehandelt als Chips auf einem Rouletttisch, nicht grundsätzlich, also eine solche Institution überhaupt nicht  infrage. Er erkennt nicht, daß dadurch keine langfristige Planung, keine wirkliche Neuerung, kein Umsetzen von unkonventionellen Gedanken mehr möglich ist.

 

Firmeninhaber in den "Gründerzeiten" lechzten nach Neuerungen, nach ingenieursmäßiger Umsetzung von Vorstellungen. Das lateinische "ingenium" beinhaltet: Fantasie, kluge Einsicht, geistreiche Erfindung, Genie, Talent, aber auch Mut und Entschlossenheit. Neuerungen wurden häufig aus erwirtschaftetem Kapital erprobt und marktreif gemacht. Keine moderne Aktiengesellschaft hätte je ein erstes Auto, ein erstes Flugzeug, absolut garnichts auf den Markt gebracht; denn Aktiengesellschaften sind Spielbälle von profitgierigen Spekulanten und, was der Autor ebenfalls übersieht, voll und ganz unter der Knute von Wirtschaftsverbänden, die im Buch mit keinem Wort erwähnt werden, die aber streng darauf achten, daß sich niemand - nicht nur unter Aktiengesellschaften einen sogenannten Wettbewerbsvorteil verschafft. Insbesondere mittelständige Unternehmen - immer noch die tragende Staatssäule - unterstehen dem Mafiaähnlich strukturierten Zwang von Verbänden, diese wiederum agieren wie Männerbünde.

 

Es gibt nur noch ungeheuer vielseitigen Einheitsbrei in völligem Überfluß: Autos sind lediglich immer dicker und runder und stärker und kaum mehr von einander zu unterscheidbarer geworden. Es gibt über 250 verschiedene Mittelklassewagen, die nur ihren jährlich wechselnden Rückleuchten zu erkennen sind. Diese, als "Innovationen" (Erneuerungen? Verbesserungen?) beanspruchen jährlich unzählige Milliarden an Entwicklungskosten, die der Käufer mitbezahlen muß und die natürlich steuerlich absetzbar sind. Niemand darf bequeme Schiebetüren, Lenkradschaltung, alternativen Antrieb anbieten. Entweder haben alle Hybridantrieb - abgesehen von einigen teuren Erprobungsmodellen - oder niemand. Es gibt keinen einzigen Bildschirm mehr weder für ein Fernsehgerät noch für einen Computer im Verhältnis 4 zu 3 oder besser sogar 3 zu 4; denn zu bearbeitende Akten haben immer noch letzteres Format. (Daher habe ich ein "Pivot"-System, also um 90 Grad drehbar). Die Palette an Einheitsbrei läßt sich beliebig fortsetzen. Hunderte von Müslifirmen zeigen die gleiche Verpackungsgröße in den Warenhäusern. Und nun spricht der Herr Professor Reich davon: "...die Verbraucher... haben heute mehr Auswahl als je zuvor und können immer leichter zu besseren Anbietern wechseln..." Er hat aber leider wohl auch nicht das "Kleingedruckte" der unzähligen Anbieter gelesen. Es gab vor kurzem in einem deutschem Magazin seitenlang eine Aufstellung über Flugpreise: Grundpreis, Flughafengebühr - ja/nein - Koffer bis xx Kilogramm, Zahl der Gepäckstücke, Mitnahme von Surfbrettern und anderen Sportartikeln und viele Sonderleistungen mehr. Addierte man alles zusammen, war die Preise gleich. Richtig ist, aber das steht auch im Buch des Autors: Es gibt nur noch billige Angebote, aber keine gute Qualität (Güte). Auch Personen von Qualität (mit guten [moralischen] Eigenschaften) gibt es kaum. Die Qualität erscheint umgekehrt proportional der Position.

 

Dennoch, das Buch ist ein sehr wichtiger Beitrag zu unserer Aufklärung.

Walter Rath, März 2009