"Marktfundamentalismus"
ist die Erfolgstaktik der Privatwirtschaft in der "freien und ungezügelten Marktwirtschaft", die fernab von einer Bedarfswirtschaft fungiert. Bedarfsweckung (also einem etwas aufschwatzen was man nicht braucht) dient dem Wirtschaftswachstum, und Wirtschaftswachstum ist verankert im deutschen Stabilitätsgesetz (StabG, Kurzbezeichnung für) das "Gesetz zur Förderung der Stabilität und das Wachstum der Wirtschaft" (vom 8.6.1967 - BGB1 I 582).
Diese Privatwirtschaft läßt sich anspornen von einem - keineswegs von mathematischen Gesetzen oder sonstigen wissenschaftlichen untermauerten, an den Börsen betriebenen Roulettglücksspiel. Statt einer, auf einer drehbaren Scheibe rollenden Kugel, werden Aktiennotierungen in Umlauf gebracht, deren Werte ausschließlich vom Firmengewinn, ja sogar schon von miesgemachten oder schöngeredeten Gewinnaussichten abhängen. Der auf diese Weise erhoffte Wertzuwachs einer solchen privatwirtschaftlichen Unternehmungsaktie bestimmt den Bonus* der Spitzenmanager in diesen privatwirtschaftlichen Firmen und ist der ausschließliche und einzige Anreiz der Unternehmensführung. Alles dreht sich um Gewinnmaximierung. Alles andere wird nicht berücksichtigt. Je mehr Aktien ausgegeben werden können, desto höher der Bonus. Je mehr Gewinnsteigerung desto höher der Bonus. Je mehr Umsatzzuwachs, desto mehr Gewinn und damit Bonusauszahlungen... Folge: Einsparungen, insbesondere beim Personal, keine langwierigen Neuentwicklungen, keine Rücksicht auf Umweltbelastung...
* "Bonus" heißt im lateinischen "gut" und bedeutet Gutschrift, Gewinnbeteiligung, Gewinnausschüttung, (Sonder-)Vergütung
Was hat die Ökonomie mit der Sozialethik zu tun? Wenn man vom amerikanischen Casino-Kapitalismus ausgeht, dann gar nichts. (>Hier< mehr)
>Hier< mehr über die Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaftsformen, Wirtschaftsethik und einiges dazu
Auf dieser Seite werden 6 Bücher vorgestellt :
Nach "Der Staat als Beute" von Hans Herbert von Arnim folgt.
"Das gekaufte Parlament - Die Lobby und ihr Bundestag von Friedhelm Schwarz >hier<
"Der gekaufte Staat - Wie Konzernvertreter in
deutschen Ministerien
sich ihre Gesetze selbst schreiben" von Sascha Adamek und
Kim Otto >hier<
"Raubritter in Glaspalästen
- Obskure Praktiken in der Kreditwirtschaft" von Hans G. Möntmann
>hier<
"Die Reichen und die Superreichen - Macht und Allmacht des Geldes" von Ferdinand
Lundberg >hier<
"Absturz in die Marktwirtschaft - Der schwere Weg durch die ostdeutsche Wirtschaftskrise" von Thomas Falkner >hier<

Originalausgabe Mai 1993
© 1993 Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München
Umschlaggestaltung. Adolf Bachmann, Reischach
Satz:
Franzis-Druck, München
Druck und Bindung. Elsnerdruck, Berlin Printed in Germany 5 4
ISBN 3-426-80014-4
Ungeheuerliche Informationen liefern (ohne Abbildung):
1.
Das gekaufte Parlament - Die Lobby und ihr Bundestag
von Friedhelm Schwarz
Piper Verlag GmbH München 1999
ISBN 3-492-04171-X
Aus der Umschlaginformation:
Auf
jeden Abgeordneten des Bundestages kommen drei Vertreter der Lobby, die ihn zu
beeinflussen versuchen. Ein Netz von Beziehungen, Abhängigkeiten und Korruption
hat sich über das Parlament gelegt. Friedhelm Schwarz, selbst jahrelang in der
Politikberatung tätig, zeigt die Tricks, mit denen Gesetze im Sinn der Industrie
wirkungslos gemacht werden können. Er erklärt, wie eine »Vorteilsnahme« diskret
und reibungslos abgewickelt wird, und beschreibt den Kampf der Konzerne (und
Verbände) um den besten Platz am Trog. Dabei ist (fast) jeder Schachzug erlaubt:
»Die Methoden der Lobby erinnern in ihrer ausgefeilten PR-Technik und ihrer
umfassenden Logistik an moderne Feldzüge« (Schwarz). Die Abgeordneten, die sich
diesem Druck entziehen wollen, haben keine Chance - sonst riskieren sie ihre
Wiederwahl.
Es regiert nicht, wen der Wähler bestimmt hat, sondern die Lobby.
2.
Sascha Adamek und
Kim Otto
Der gekaufte Staat - Wie Konzernvertreter in
deutschen Ministerien
sich ihre Gesetze selbst schreiben
1.
Auflage 2008
© 2008 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
ISBN: 978-3-462-03977-1
Aus der Umschlaginformation:
Lobbyismus war gestern. - Die deutsche Politik ist längst
unterwandert.
Mehr als hundert Vertreter deutscher Großkonzerne haben in
Bundesministerien eigene Schreibtische bezogen. Bezahlt werden sie von den
Unternehmen. Sie arbeiten an Gesetzen mit und sind politisch immer am Ball.
»Ein Musterbeispiel für gewissenhaften investigativen Journalismus. Ein Buch,
das dem Leser die Zornesröte ins Gesicht treibt. Und den verantwortlichen
Politikern die Schamesröte. Hoffentlich.« Klaus Bednarz (ehemals u.a.
Moderator der Fernsehserie des Westdeutschen Fernsehens: Monitor)
Vom Fluglärmgesetz über die Legalisierung der Heuschreckenfonds, den Ausverkauf
öffentlicher Projekte an Baukonzerne, das Energiewirtschaftsgesetz, die
Gesundheitsreform bis hin zu milliardenschweren Investitionsprojekten wie der
Lkw-Maut - immer hatten Großkonzerne bezahlte Mitarbeiter in Ministerien
platziert. In Hessen kontrollieren vom Flughafenkonzern Fraport selbst bezahlte
»Leihbeamte« sogar die Einhaltung des Nachtflugverbotes. Auch die EU-Kommission
greift auf »U-Boote« der Industrie zurück: Im Fall der EU-Chemikalienrichtlinie
REACH war ein BASF-Mitarbeiter erst in der EU-Kommission, dann im
Bundeswirtschaftsministerium tätig, um die Chemierichtlinie im Sinne der
Industrie zu beeinflussen. Wer wirklich hinter die Kulissen dieser
Schattenregierung blicken will, stößt zumeist auf eine Mauer des Schweigens.
Die Idee eines »Austauschprogramms« von Wirtschaft und Politik begeisterte
zunächst viele Mitglieder des rot-grünen Kabinetts, passte sie doch zu ihrer
Vorstellung eines schlanken, modernen Staates. Rainer Baake, ehemaliger
Umweltstaatssekretär, bereut heute seine Zustimmung: »Es kann nicht sein, dass
wir im öffentlichen Dienst sparen und dann sagen, nun brauchen wir aber für die
Erstellung von Gesetzesentwürfen die Privatwirtschaft, und die schreibt sich die
Gesetzesentwürfe selbst. Das wäre eine Bankrotterklärung der Politik.«
Die Recherchen der Autoren für das ARD-Politikmagazin »Monitor« veranlassten den
Bundesrechnungshof, ihre Prüfer erstmals in alle Bundesministerien zu schicken.
Denn die Unabhängigkeit staatlicher Entscheidungen ist in Gefahr - und damit die
Demokratie selbst.
Das Gebaren der Raubritter hat sich seit Jahrhunderten nicht verändert: Sie
ködern arglose Mitmenschen, indem sie Hilfe, Schutz und Unterstützung
versprechen; sie kassieren für Rat und Tat saftige Maut und Schutzgelder, die
heute Gebühren heißen; sie führen in die Irre und sind hinterher an gar nichts
schuld; sie nehmen Bürger als Geiseln, die sie bei Bedarf liquidieren; sie
wohnen in prächtigen Burgen voll dienstbaren Gesindes; sie halten sich Knechte,
die sie trefflich verteidigen. Und sie haben Helfershelfer, die sie an ihrer
Beute beteiligen. Nur in einem sind die modernen Raubritter anders als die des
Mittelalters: Während man die Haudegen in ihren glänzenden Rüstungen gleich als
das erkannte, was sie waren, kann man die Räuber unter den vielen seriös
arbeitenden Bankern nicht sofort ausmachen.
Früher wie heute gilt jedoch: Spürt man die Gefahr, ist es für die Rettung meist
schon zu spät. Dieses Buch zeigt, was die modernen Raubritter anrichten,
beschreibt ihre Fallen und nennt die Verbündeten.
Der Autor
Hans G. Möntmann ist ein erfahrener Wirtschaftsjournalist, der regelmäßig in
Zeitungen und Zeitschriften Artikel mit den Themenschwerpunkten Marketing,
Unternehmensanalyse, Unternehmensführung, Länderanalyse und Außenhandel
veröffentlicht. Sein Buch über die Verschwendung öffentlicher Gelder,
»Protzkis
Traumland«, wird im August 1995 als Fischer Taschenbuch 12632 herauskommen.
Hans G. Möntmann
Raubritter in Glaspalästen
Obskure Praktiken in der Kreditwirtschaft
Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am
Main, Mai 1995
Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des Wirtschaftsverlags
Carl Ueberreuter, Wien
© 1993 by Wirtschaftsverlag Carl Ueberreuter GmbH, Wien
Satz: Fotosatz Otto Gutfreund GmbH, Darmstadt
Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany
ISBN 3-596-12631-2
Wachsamkeit ist geboten! Hinter den spiegelnden Hochhausfassaden der Banken lauern oft moderne Wegelagerer. Hans G. Möntmann zeigt mit drastischen Beispielen, was sie anrichten können, beschreibt ihre Fallen und nennt die Verbündeten:
Fischer Wirtschaft
Herausgegeben von
Prof. Dr. Dr. h. c. Bert Rürup
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Partner-Lüge.
Oder: Wie Banker philosophieren und sich dabei arg entlarven
Burscheid.
Oder: Wie eine Region unter den Hammer kommt.
Die Geschichte der P.
Oder: Fünfzehn Jahre durch die Hölle
Die Geschichte des T.-W.
Oder: Wie ein Grundstück zum Grab ambitionierter Vorhaben wurde
Der Fall Kn.
Oder: Der Schock mit dem Sparbuch, die verschleuderte Lebensversicherung und der
Deal mit dem Wechsel. .
Der Fall Fietz.
Oder: Wie einer sich wehrt, der weiß, was er wert ist. .
Die Apokalyptischen Reiter des Kreditgewerbes.
Oder: Mit welchen Methoden Bankkunden aufs Kreuz gelegt werden
Falschberatung.
Oder: Wie Kunden ins offene Messer laufen
Die einfache und die verschärfte Beutelschneiderei.
Oder: Wie wir alle
ausgeweidet werden
Mit dem Recht jonglieren.
Oder: Wie die Banken ihren Wissensvorteil nutzen. . . .
Das Kinderlegen.
Oder: Die früh verlorene Unschuld
Roßtäuschereien.
Oder: Wenn Werbung zur Lüge wird und Beratung zum Betrug
Disziplinarisches.
Oder: Wie die Menschenwürde mit Füßen getreten und wie aus dem Kunden- ein
Feindbild wird
Schlampereien.
Oder: Wie interne Pannen einzelne ruinieren und alle schädigen
Kriminelle Energie.
Oder: Wie das Geld verschwindet, ohne daß man's merkt.
Kompetenz-Lücken.
Oder: Wie Banker sich vertun und trotzdem einen Reibach machen
Arm, reich, beides oder was?
Oder: Warum die Banken ihren Kunden ans Eingemachte gehen müssen
Aus dem Vorwort:
Als ich mit der Recherche für dieses Buch begann, war die Zustimmung
unerwartet groß. Es sei hoch an. der Zeit, hieß es, den Bankern einmal den
Spiegel vorzuhalten und dem Publikum zu zeigen, wie die Geschäfte in den noblen
Burgen wirklich ablaufen. Schon früh tauchte dabei der Begriff des modernen
Raubrittertums auf. Es wurden Erfahrungen laut, die alle mit Übervorteilung,
Ohnmachtsgefühlen, Inkompetenz und auch Angst zu tun hatten. Und, ja, auch hin
und wieder der Einwand, doch bitte nicht ungerecht zu sein: Da hatte tatsächlich
ein Bankangestellter »seinem« Kunden geholfen, eine schwierige finanzielle
Situation zu meistern. Das aber sollte doch die Regel sein und nicht die
rühmliche Ausnahme.
Im gleichen Atemzug, wie die negativen Erfahrungen nur so sprudelten, wurden
aber auch die Befürchtungen laut: Paß auf, die machen dich kaputt hinterher! Und
es klang tiefe Furcht aus dieser Warnung. Sind Banken schon so mächtig, daß der
Normalbürger um einen Freund fürchten muß, der sich getraut, eine Kritik zu
artikulieren?
Ich glaube, das ist das Gefährliche an der Position, in der sich die Banken
heute befinden: die Macht, die sie über die Seelen der Menschen gewonnen hat.
Die sich in Unterwürfigkeit, Botmäßigkeit und Angst niederschlägt und die von
den obersten Gerichten immer wieder einmal geschürt wird. Seit neuestem darf
eine Bank eine Geschäftsbeziehung bereits dann kündigen und den Betroffenen in
den Abgrund stürzen, wenn sich dieser kritisch über bestimmte
Geschäftsgebarungen äußert. »Wegfall der Vertrauensgrundlage« heißt das in der
Sprache der Juristen.
Diese Macht ist stärker und gefährlicher als die monetäre Herrschaft über
Industriebetriebe...
Die Reichen und die Superreichen
Macht und Allmacht des Geldes
Ungekürzte Ausgabe
Umschlagentwurf: Jan Buchholz/Reni Hinsch
Titel der Originalausgabe: »The Rich and the
Super-Rieb.
A Study in the Power of Money Today«
Erschienen bei Lyle Stuart, Inc., New York Aus dem Amerikanischen von Uwe
Bahnsen
Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1971
Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des Hoffmann und Campe Verlages,
Hamburg, 1969
ISBN 3 436 02399 4
Der Autor
Ferdinand Lundberg ist Professor für Sozialwissenschaften und
Volkswirtschaft an der Universität New York. Als Wirtschaftsjournalist begann er
bei der New York Herald Tribune, für die er mehr als acht Jahre lang über die
New Yorker Börse berichtete. Aufsehen erregte er als Autor mit seinen Büchern
»lmperial Hearst«, dessen Thema in dem Film
»Citizen Kane«
dargestellt wurde, und »America's Sixty
Families«.
Über dieses Buch
Das Volk regiert sich selbst durch seine von ehrenhaften Bürgern gewählten
Vertreter. Freie und gleiche Menschen stehen in einem ständigen Wettbewerb
miteinander, der die Tüchtigsten aufsteigen läßt. Arbeit und Wirken werden nach
dem Grad des Dienstes an der Gemeinschaft belohnt, um alle zur Teilnahme an
diesem Wettbewerb anzuhalten: So sollte es in den westlichen Ländern zugehen,
ihren Verfassungen zufolge, und das führende unter ihnen, die USA, sollte den
anderen darin ein Beispiel sein. Lundberg prüft die nordamerikanische
Wirklichkeit an diesem Anspruch und erkennt: »Die wirtschaftliche Macht der
200000 ganz Reichen, und bestimmt die der 700000 Vermögensinhaber, ist
hundertprozentig. Sie wäre auch nicht größer, wenn ihnen das investierte Kapital
ganz gehörte. Im Gegenteil: sie würden die Unterstützung der Kleinaktionäre
verlieren, die dann ihre politischen Gegner wären ... Reichtum wird in den USA
in der Regel nicht mehr durch eigene Anstrengungen erworben, seien sie nun legal
oder ungesetzlich, nützlich oder schädlich, sondern durch Erbschaft. Fast jeder
Superreiche aus dem magischen einen Prozent an der Wohlstandspyramide ist dafür
ein Beispiel ... Dieses Panorama von Macht und Vermögen in privaten Händen weckt
Zweifel an den Lehrsätzen jener Leute, die früher einmal den großen Besitz
schlechthin verteidigt haben ... Wenn es den Reichen durch ihre
Interessenvertreter nicht gelingt, die Regierung für ihre Pläne einzuspannen, so
können immerhin die verschiedensten Methoden die Regierung lähmen, und das auch
noch mit voller Unterstützung der Öffentlichkeit. Sie verwickeln die Nation in
einen schrecklichen Kreislauf grausiger Kriege, die allesamt nur dazu dienen,
das Vermögen der Reichen zu sichern und auszudehnen, die aber den Interessen der
Nation und der Welt völlig zuwiderlaufen. Sie ziehen überall in der Welt ihre
Fäden und engagieren die Macht der Vereinigten Staaten - und das in einem
Ausmaß, das selbst dem Kongreß und dem Präsidenten verborgen bleibt, bis es fünf
Minuten vor zwölf zum Eklat kommt.«
Inhalt
Erstes Kapitel Die Auserwählten
und die Verdammten
Zweites Kapitel Platz an der Spitze: Die neuen
Reichen
Drittes Kapitel Kriminalität und Reichtum
Viertes Kapitel Die Erben
Fünftes Kapitel Amerika-Profil einer Industrieplantage
Sechstes Kapitel Die Finpol-Elite
Siebentes Kapitel Von Steuern und Stiftungen
Achtes Kapitel Die Manager - Minister des
Großkapitals
Neuntes Kapitel Die Republik des Dollars: Die Berufspolitiker
Zehntes Kapitel Die Reichen - wie leben sie?
Elftes Kapitel Oligarchie durch
Versagen
Anhang A
Die größten zu versteuernden Nettoeinkommen seit 1940
Anhang B
Gesellschaften mit den größten Vermögenswerten
Anmerkungen - Namenregister - Sachregister

Allein im ersten Jahr der deutschen Einheit verschwanden im Osten Deutschlands
über die Hälfte aller industriellen Arbeitsplätze von der Bildfläche. Wo sind
die »blühenden Landschaften«, die die Politiker so oft beschworen haben,
geblieben?
Die ostdeutsche Wirtschaftsmisere stellt sich vor allem als eine Folge des
Mißmanagements beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft dar. Westliche
Politiker und Manager setzten ganz darauf, daß die Heilkräfte des Marktes schon
von selbst für ein zweites Wirtschaftswunder sorgen würden. An vielen Beispielen
zeigt Thomas Falkner, wie durch solches Wunschdenken existentielle Chancen für
Menschen, Unternehmen, Branchen und ganze Regionen verspielt wurden.
Thomas Falkner:
Absturz in die Marktwirtschaft
Der schwere Weg durch die ostdeutsche Wirtschaftskrise
Originalausgabe Juni 1994
© 1994 Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München
Umschlaggestaltung: Adolf Bachmann, Reischach
Satz Ventura Publisher im Verlag
Druck und Bindung: Elsnerdruck, Berlin
Printed in Germany
ISBN 3-426-80038-1
Thomas Falkner, geboren 1957, studierte und promovierte an der Universität Leipzig. Nach politischen Differenzen war er von 1985 bis 1990 Nachrichtenredakteur beim Rundfunk der DDR in OstBerlin. Als Mitbegründer der oppositionellen SED-»Plattform WF« trat er für die Auflösung der SED und die Schaffung einer neuen Linkspartei ein; heute ist er parteilos. Von 1990 bis 1993 war er Korrespondent der größten ostdeutschen Tageszeitung, der Freien Presse (Chemnitz), in Berlin und Bonn. Seit Herbst 1993 ist er stellvertretender Chefredakteur der in Berlin erscheinenden überregionalen Tageszeitung Junge Welt. Autor mehrerer Bücher.
Kleine Leseprobe:
Die großen welthistorischen Umbrüche haben 1989 erst begonnen; zu Ende sind sie
noch lange nicht. »So viel Ende war nie«, leitet Robert Kurz sein Buch "Der
Kollaps der Moderne" ein und meint später, auch »das westliche Teilsystem (wird)
den globalen Zusammenbruch nicht überleben können. Es ist undenkbar, daß ein
partikulares Moment des sterbenden Weltsystems sich auf Dauer gegen die Mehrheit
der Weltbevölkerung und gegen eine wachsende Minderheit in seinem eigenen Innern
behaupten kann«. »Auch auf wirtschaftlichem Gebiet«, so hatte
Club-of-Rome-Mitglied Perlmutter bereits auf dem Zukunftskongreß des erlauchten
Kreises im Jahr 1982 analysiert, »droht die Welt immer mehr aus den Fugen zu
geraten, hier allerdings rücken die Unternehmen ins Zentrum des Geschehens.« Und
Perlmutter fragt: »Kann ein an Gewinnmaximierung orientiertes Unternehmen seine
Aufgabenstellung und Entscheidungsstrukturen so weit verändern, daß es in den
kommenden Jahrzehnten einen positiven Beitrag für die menschliche Gesellschaft
leistet? Oder aber ist das industrielle Unternehmen an sich mit einem tödlichen
genetischen Fehler behaftet, der sich in den wachsenden gesellschaftlichen
Turbulenzen niederschlägt? Kann die Industrie, die an vorderster Front
politisch, wirtschaftlich, sozial und ökologisch in die bestehende Problematik
verwickelt ist, auch bei deren positiver Bewältigung die führende Rolle spielen
und so konstruktiv und direkt intervenieren, daß zukünftigen sozialen Unruhen
vorgebeugt wird?«
"Aus Krisensituationen kommt man nur vorwärts heraus, rückwärts wird alles nur noch schlimmer," schreibt Thomas Falkner in seinem Buch.