Buch von Dawkins "Gotteswahn"; Inhalt und Auszüge
>Hier< zu einer Rezension für Amazon-Bücherversand von Alexa Rostoska
(vom 1.11.2007, aber erst am 22.1.2011 als E-mail zugeschickt)
Zur "öffentlichen" Kritik am Buch >hier<
>Hier< eine bissige Kritik an Dawkins,
dessen Buch als Kampfschrift bezeichnet wird.
Unter www.gotteswahn.de
(nicht zu verwechseln mit diesen Webseiten gotteswahn.info)
wird sogar das Buch von Dawkins mit Hitlers "Mein Kampf"
verglichen.
www.gotteswahn.de war früher eine Domain von Ullstein,
wurde aber nie benutzt und dann aufgegeben
Verlag Ullstein derzeit (Okt. 2011): www.buch.de/
>Hier< eine Inhaltszusammenfassung und Bemerkungen aus dem Buch selbst:

Die Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel
"The God Delusion" bei Bantam Press, London.
Das Nachwort entstammt der Taschenbuchausgabe
von "The God Delusion", 2007
bei Black Swan/Transworld, London, erschienen.
Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin
Copyright der deutschen Ausgabe
© by Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2007
Alle
Rechte vorbehalten Copyright © 2006 by Richard Dawkins
Copyright des Nachworts © 2007 by Richard Dawkins
Gesetzt aus der Berling bei Leingärtner, Nabburg
Druck und Bindung: Bercker, Kevelaer Printed in Germany
ISBN 978-3-550-08688-5
Eine furiose Streitschrift wider die Religion
»Religion ist irrational, fortschrittsfeindlich und zerstörerisch.« Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann - brillant und bei aller Schärfe humorvoll.
»Ein großartiges Buch, hellsichtig und klug, wahrhaft richtungsweisend.« (Ian McEwan)
»Richard Dawkins' Der Gotteswahn sollte jeder lesen, vom Atheisten bis zum
Mönch.« (Julian Garnes)
»Eine ausgedehnte Erfrischungskur für den Verstand.« (Sunday Times)
Richard Dawkins, 1941 in Nairobi geboren, ist
Evolutionsbiologe. Seit 1995 hat er den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl
für Public Understanding of Science an der Universität Oxford inne. Sein erstes
Buch, "Das egoistische Gen", l978, auf Deutsch erschienen, war international ein
Bestseller und gilt als Standardwerk der Evolutionsbiologie
(entnommen aus dem Buch, auch das Bild unten).
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INHALTS-VERZEICHNIS
VORWORT
Verdienter Respekt Unverdienter Respekt
Polytheismus Kleine grüne Männchen
Die
»Beweise« des Thomas von Aquin Das
Argument der Schönheit Das Argument der Heiligen Schrift Das Argument der bewunderten religiösen Wissenschaftler Pascals Wette Bayes'sche Argumente
GOTT
GIBT Nicht reduzierbare Komplexität Die Anbetung der Lücken Das
anthropische Prinzip: die planetare Version Zwischenspiel in Cambridge
5 DIE
WURZELN DER RELIGION Unmittelbare Vorteile der Religion
Gruppenselektion
Psychologisch für Religion disponiert Cargo-Kulte
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6 DIE WURZELN DER MORAL:
WARUM SIND WIR GUT? Eine Fallstudie über die Wurzeln der Moral Wozu soll man gut sein, wenn es keinen Gott gibt?
ETHISCHE ZEITGEIST Waren das nicht Atheisten?
WARUM DIESE FEINDSELIGKEIT? Adressen atheistischer Organisationen im deutschen
Sprachraum ANMERKUNGEN PERSONENREGISTER
SACHREGISTER |
Der Gotteswahn (englischer Originaltitel The God Delusion) ist ein Buch des britischen Zoologen Richard Dawkins. Dawkins legt darin eine umfassende Kritik an theistischer Religion und ihrem Gottesbegriff dar. Die 2006 erschienene Originalausgabe war im Januar 2007 auf der Sachbuch-Bestsellerliste der New York Times auf Platz 4. In Deutschland wurde das Buch am 10. September 2007 veröffentlicht und war am Tag danach in der Amazon-Bestsellerliste auf Platz 3.
Zu Beginn differenziert Dawkins die Aussagen verschiedener Wissenschaftler zu ihrer religiösen Einstellung. Er zeigt, dass etwa Albert Einstein nicht an einen Gott glaubte, wie oft unterstellt, sondern den Begriff metaphorisch (anschauungs- und assoziationsreichen Sprachstil) für das von ihm bewunderte Universum gebraucht hat. Im weiteren spricht Dawkins den seines Erachtens grundlosen Respekt an, der in westlichen Gesellschaften der Religion beigemessen wird. Dabei zitiert er H. L. Mencken: „Wir müssen die Religion des Anderen respektieren, aber nur in dem Sinne und dem Maße, wie wir seine Theorie respektieren müssen, dass seine Frau schön ist und seine Kinder klug.“
Anschließend zeigt er auf, dass die USA ursprünglich als säkularer (weltlich, heidnisch; der Welt der Laien in der Kirche angehörend) Staat gegründet wurden, heute aber als der am stärksten religiös geprägte Staat der westlichen Welt anzusehen sind. Dies zeige sich unter anderem in der Intoleranz gegenüber Atheisten bei großer Toleranz gegenüber beliebigen religiösen Bekenntnissen und Sekten.
Dawkins widerlegt häufig verwendete Gottesbeweise, schreibt aber auch, dass es vom Standpunkt der Wissenschaft aus unmöglich ist, die Existenz eines „Höheren Wesens“ zu widerlegen, weil es generell unmöglich ist, die behauptete Existenz irgendeines Wesens zu widerlegen bzw. dessen Nichtexistenz zu beweisen. Hier führt Dawkins >Russells Teekanne< an und fügt hinzu, dass es in der Literatur sehr viele derartige Dinge "gibt": Zeus (im griechischen Mythos: der höchste der Götter), Aphrodite (zu griechisch aphrós "Schaum" die Schaumgeborene, Göttin der sinnlichen Liebe, der Schönheit und Verführung, von den Römern der Venus gleichgestellt), Amun-Ra (Stadtgott von Theben, das >Fliegende Spaghettimonster<.
Dabei grenzt er sich jedoch deutlich von der >NOMA<-Theorie >Stephen Jay Goulds< ab, das heißt der Auffassung, dass Wissenschaft und Religion zwei voneinander getrennte Bereiche seien. Vielmehr argumentiert er, dass eine Welt mit einem Gott sich grundlegend von einer Welt ohne Gott unterscheidet. Daher fällt die Frage nach der Existenz irgendwelcher Götter nach Dawkins in den Aufgabenbereich der Wissenschaft.
Ein Kapitel behandelt die Entstehung von Moral. Dawkins schreibt, dass Menschen ihre Moral nicht aus religiösen Schriften ableiten, sondern die Entstehung von Moral ein gesellschaftliches Phänomen sei. Er benutzt hierfür den deutschen Begriff Zeitgeist. So übt Dawkins Kritik an der Bibel, die nicht nur als Grundlage des heutigen menschlichen Handelns und dessen Moral völlig ungeeignet sei, sondern auch – selbst von Christen – gar nicht dafür benutzt werde. Moderne Christen würden nur Ausschnitte aus der Bibel als moralische Grundlage nennen, etwa die Zehn Gebote oder die Bergpredigt, nicht aber z.B. die im Alten Testament ausführlich beschriebenen Völkermorde. Wie aber, so fragt Dawkins, entscheidet ein Christ, welche Passagen der Bibel beherzigenswert sind und welche nicht? Sicher nicht anhand der Bibel selbst, sondern nach eigenem Gutdünken; die Bibel sei dann eine nachgeschobene Begründung für bereits zuvor gefällte moralische Urteile.
Insgesamt betont Dawkins, dass schon ein „gemäßigter“ Glaube an Übernatürliches dem Fundamentalismus (kompromissloses Festhalten an (politischen, religiösen) Grundsätzen) zugute kommt. Er führt aus, dass die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in dieser Form nur möglich gewesen seien (ebenso wie religiös motivierte Anschläge überall sonst auf der Welt), weil die Attentäter wirklich geglaubt hätten, nach ihrem Tod als Märtyrer (der um seines Glaubens oder seiner Überzeugung willen Verfolgung oder Tod erleidet) in ein "Paradies" zu kommen. Dieser Glaube habe sich aber nur deshalb festigen können, weil die Gesellschaft, in der die Täter aufgewachsen sind, den scheinbar harmlosen Glauben an Gott und an ein Paradies für selbstverständlich hält.
Auch kritisiert Dawkins die staatliche Förderung religiöser Schulen, speziell in Großbritannien, da damit dem Fundamentalismus Vorschub geleistet werde.
Zum Ende thematisiert er die oft behauptete Nützlichkeit des Glaubens für ein "gutes Leben". Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht notwendig ist, an Gott zu glauben, um glücklich zu sein; hierzu auch das Buch vom Philosophen und Mathematiker, dem Nobelpreisträger, Sie Bertrand Russel, "Warum ich kein Christ bin" (>hier< mehr).
Dawkins legt in seinem Buch nahe, dass viele Missstände in der Welt religiösen, ja theologischen Ursprungs sind:
"Stellen wir uns doch [...] eine Welt vor, in der es keine Religion gibt – keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, keine Anschläge auf die Londoner U-Bahn, keine Kreuzzüge, keine Hexenverfolgung, keinen >Gunpowder Plot<, keine Aufteilung Indiens, keinen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, kein Blutbad unter Serben/Kroaten/Muslimen, keine Verfolgung der Juden als ‚Christusmörder‘, keine ‚Probleme‘ in Nordirland [...]"
Das Buch "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins zieht seine Überlegungen zu seiner These von den sich im Laufe des Lebens entwickelnden und vererbbaren MEM's mit ein. (Mehr >hier<.)
An dieser Stelle sei auch auf sein Buch vom "egoistischen Gen" (>hier<) hingewiesen.
Dawkins weist auch darauf hin, daß der "Gotteswahn" wie eine schwere, kaum heilbare, ansteckende Infektion gesehen werden kann...
Jedoch hatte diese Gedanken bereits der 1900 im Alter von 56 Jahren (nach 11 Jahren "geistiger Umnachtung") verstorbene deutsche Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche, nämlich daß für das Christentum kein Mensch geboren werde, sondern ein Mensch müsse für diese Religion krank genug sein. Karlheinz Deschner und Horst Herrmann erläutern in ihrem Buch "Der Antikatechismus" (>hier<): "Nicht alle Christen der Geschichte konnten diese Krankheit ausbilden; die meisten von Ihnen wurden von dem todbringenden Virus befallen und mußten ihn tragen wie ein Wirtstier, wollten sie nicht gleich von denen umgebracht werden, die ihn freiwillig weitertrugen. Mit Schwert und Feuer fiel die Religion der Liebe über die Menschen her und brachte ihnen bei, was sie zu glauben, zu hoffen, zu lieben hatten und was nicht..."
.. das würde
mir besser gefallen.
Ein aufschlußreiches Buch über US-amerikanische Denkweisen in puncto Religions-,
Bibel- und Gottesverständnis. In diesem himmelschreiend teuflisch zu nennenden
Ausmaß jenseits jeglicher Logik und auch jenseits aller natürlichen Moral wird
man diese Denkweisen wohl nicht mehr oder zumindest nur noch seltener im
intellektuellen Europa antreffen. (Denke ich - hoffe ich doch !!!) Quo vadis,
USA ?
Daß der alttestamentarische Rächergott ein Albtraum, das NT ein posthumes
Konstrukt sogenannter Evangelisten und eines Saulus-Paulus ist, daß gesunder
Menschenverstand oder gar Logik in keiner - aber auch absolut in keiner einzigen
- konstruierten, institutionalisierten und instrumentalisierten monotheistischen
Religion stattfindet und jeden mit mittelmäßiger Intelligenz ausgestatteten
Menschen beleidigen muß: diese simple Feststellung ist auch im 21.Jh. noch nicht
ausreichend verbreitet oder gar angekommen!!!
Fehlinterpretation und Mißbrauch von Religion spricht noch nicht generell gegen
jegliche Religion. Gottesbeweise gelingen jedoch nicht, denn - wie Karl Jaspers
es schlicht ausdrückt -
* ein bewiesener Gott wäre kein Gott, sondern nur irgendeine Sache in der Welt *
Beweise der Nicht-Existenz Gottes gelingen ebenso wenig.
Wahrscheinlichkeitsrechnungen mögen für Naturwissenschaftler temporär
befriedigend sein und sie bis zum nächsten Update ruhig schlafen lassen. Für
Philosophen sind sie arbiträr, d.h. nicht gleichermaßen im Zentrum der
Betrachtung.
Aber das, was Religionen mit Menschen machen, ruft Geistes- wie
Naturwissenschaft gemeinsam auf den Plan, um diesem Psychoterror Paroli zu
bieten. Religionsausübung muß zur Privatsache eines jeden freien Menschen
erklärt werden. Fragebögen und Antragsformulare, die in einem Kästchen die
Religionszugehörigkeit angekreuzt wissen wollen, sind bereits ein unzulässiger
Übergriff auf die Intimsphäre des Menschen. Die Freiheit der Religionsausübung
darf nicht zu visuellen wie auch praktischen Belästigungen Andersdenkender
ausarten. Andersdenkende dürfen nicht als "Ungläubige" tituliert und
diskriminiert werden. Morddrohungen gegen potentielle Konvertiten müssen auf das
Strengste geahndet werden. Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen politische
Äußerungen - außer dem Aufruf zum Frieden - konstatiert werden, sind mit einer
einstweiligen Verfügung sofort zu schließen. Staaten, denen radikale
Religionsausübung nachzuweisen sind, verstoßen gegen das Völkerrecht und müssen
international entsprechend geächtet werden. Das wäre ein Anfang auf einer langen
Liste von berechtigten Forderungen. "Religionen" haben viel Unheil, Leid und
Elend angerichtet und tun es weiterhin: das ist auch im 21. Jh. eine traurige,
aber leider wahre Feststellung.
Aber die Gegenbewegung dazu ist nicht ein radikaler Atheismus.
Alle -ismen, wie auch deren Vertreter, die sich entsprechend -isten nennen, sind
verdächtig, einseitig zu sein und das Kind mit dem Bade auszugießen.
*Vergiß Religion - wähle Spiritualität, bzw. finde zu ihr in dir zurück* (aus
"Der Kuß der weißen Schlange") - womit keine Perversion in eine Pseudo-Esoterik
gemeint ist.
Der Mensch ist mehr, als ein Zellhaufen auf einer bestimmten Stufe der
biologischen Evolution.
Geistige Evolution ist vonnöten, die die Fortschritte in der Naturwissenschaft
voll integriert, aber umfassender ist und über sie hinausgeht. Wenn Energie
nicht zugrunde geht, dann betrifft dieses Gesetz nicht nur die materielle
Energie, sondern logischerweise auch die geistige Energie, die nicht nur
Wissenserweiterung, sondern Bewußtseinserweiterung beinhaltet.
Große Naturwissenschaftler waren oder wurden auch zugleich immer zu Philosophen:
von Pythagoras bis Einstein.
Sie gönnen sich nicht das mühelose Vergnügen, etwas abzuleugnen, was sie (noch)
nicht wissen. (Frei nach Eliphas Levi)
Der Geist, der stets verneint (Goethes Faust), bringt nicht weiter. Die Natur-
wie die Geisteswissenschaft sind aufgerufen - kompromißloser und konsequenter
als bisher erfolgt - für die geistige Freiheit und als deren Konsequenz für die
physische Freiheit des Menschen einzutreten und sie zu verteidigen.
Ein Anfang wäre schon einmal, die knechtende "christliche" Lehre der Erbsünde
abzuschaffen. Es gibt sie nämlich nicht. Pelagius (418 n.Chr.) hatte doch Recht.
Es gibt sie auch für hinterwäldlerische "Bibeltreue" nicht: seit die Sintflut
alle "Sünder" vernichtet hat und nur Gottes Liebling Noah mit seiner Frau und
einer Anzahl von Tieren in seiner Arche überlebte. Wir sind zwar weiterhin
"Sünder", aber keine "Erbsünder" - schon seit 5000 Jahren nicht mehr!!!
Der Papst sollte d a r ü b e r nachdenken, anstatt überflüssige Bücher zu
publizieren und eine unsinnige Menge von Priestern selig zu sprechen. Das wäre
segensreich für URBI ET ORBI !!!
Dawkins Buch vom GOTTESWAHN gibt Anstoß für überfällige Reformen, aber er
schreibt keine neue Bibel. Atheismus ist zwar eine Gegenbewegung, aber kein Ziel
- nicht wirklich. Trotzdem - oder gerade deswegen - die Empfehlung, das Buch zu
lesen. 5 Sterne, weil er sich auf seine Weise redlich bemüht, für freies Denken
einzutreten, und die Theologie als kindische Pseudowissenschaft entlarvt wie
schon so viele vor ihm, die dafür auf dem Scheiterhaufen brennen mußten. Ich
schließe mich dem Einsteinschen Bekenntnis an, an das mich Dawkins dankenswerter
Weise wieder erinnert hat (S.32), möchte allerdings den Begriff "Religiosität"
durch "Spiritualität" ersetzen wollen. Wie Einstein bin ich in diesem Sinne -
und nur in diesem Sinne - zu den tief spirituellen Menschen zu zählen.