"Mein Kampf"
>Hier< etwas zur CD, dem Hörbuch
>Hier< einige Leseproben aus dem Original - Mein Kampf
mit Kommentaren und Verzweigung zu Hitlers Festungshaft

Serdar Somuncu: Nachlass eines Massenmörders
Auf Lesereise mit
»Mein Kampf«
Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach
ISBN 3-404-60513-6, € 9,80
BASTEI LÜBBE TASCHENBUCH - Band 60513
Auf dem Buchrücken zu lesen:
Das Buch sorgt für Aufsehen: Ein Schauspieler (türkischer Herkunft) bringt den am wenigsten gelesenen Bestseller Deutschlands einem neuen Publikum zu Gehör. Serdar Somuncu wurde mit seinen spektakulären Lesungen aus Hitlers Mein Kampf deutschlandweit bekannt. Dabei erzielt er stets einen überraschenden Effekt, denn es darf gelacht werden - nicht über den Diktator und sein verhängnisvolles Regime, aber über die skurrilen Formulierungen in dem bekannten Buch.
Über den Autor
Serdar Somuncu, 1968 in Istanbul geboren, lebt seit seiner Kindheit in
Deutschland. Er studierte Schauspiel, Musik und Regie in Maastricht und
Wuppertal. Seit 1985 inszenierte Somuncu über 100 Theaterstücke und wirkte bei
etlichen Produktionen als Schauspieler mit. Er erhielt zahlreiche Preise, u.a.
den Europäischen Nachwuchsförderpreis.
Von 1996 bis 2001 tourte Somuncu mit seiner spektakulären Lesung aus Adolf Hitlers Mein Kampf durch Europa. Ausschnitte aus dieser Lesung erschienen als WortArt Hörbuch bei Lübbe Audio unter dem Titel: Serdar Somuncu liest aus dem Tagebuch eines Massenmörders - »Mein Kampf«.
Seit Anfang des Jahres 2002 ist
Serdar Somuncu mit einer neuen Lesung auf Tournee: der Sportpalastrede von
Joseph Goebbels mit dem Titel »Wollt ihr den totalen Krieg?«. Unter
www.somuncu.de finden Sie weitere
Informationen über den Autor.
Pressestimmen:
»In seinen Vorstellungen lässt Somuncu die absurde Sprachgewalt des
Volksverhetzers Hitler für einen Moment wieder auferstehen.« Der Spiegel
»Eine schwarze und wilde Komödie.« Jerusalem Post
»Somuncu lässt die absurde Sprachgewalt Hitlers wieder auferstehen und nimmt ihre demagogische Wirkung, indem er die Zuschauer zum Lachen bringt. Jedwede Überhöhung, eben auch die negative, zerstört er damit.« die tageszeitung Berlin
»Ein witzig und brillant
geschriebenes Tagebuch einer ungewöhnlichen Reise.« Die Welt
»Hitler minus Macht ist eine Komödie.« Süddeutsche
Zeitung (Leitsatz auf dem Buchrücken)
Inhaltsverzeichnis
| Über meine Rollen | 7 |
| Vorwort | 11 |
| I Anfänge | 13 |
| 1. Die Idee | 13 |
| 2. Mein Kampf mit Mein Kampf | 16 |
| 3. Klein Adolf | 20 |
| 4. Erste Rollen | 22 |
| 5. Recherche | 26 |
| 6. Braunau | 28 |
| 7. Premierenvorbereitung | 33 |
| 8. Premiere | 40 |
| 9. Berchtesgaden | 48 |
| 10. Die Kritiken | 53 |
| 11. Inhalte | 57 |
| 12. Diskussionen | 63 |
| 13. Rundschreiben und Briefe | 68 |
| 14. Die Polizei | 72 |
| 15. Rechts und links | 75 |
| II Tourneetagebuch | 81 |
| 1. Neuss, 12.08.1996: Der Tourbeginn | 88 |
| 2. Beeskow, 14.08.1996 | 90 |
| 3. Leipzig, 29.08.1996 | 93 |
| 4. Erster Exkurs: Türkische Reaktionen | 96 |
| 5. Oranienburg und Sachsenhausen, 12.09.1996 | 108 |
| 6. Potsdam, 13.09.1996 | 124 |
| 7. Frankfurt an der Oder, 02.10.1996 | 132 |
| 8. Zweiter Exkurs: Nazis | 145 |
| Sex und Wahn | 155 |
| 9. München, 26.11.1996 | 165 |
| 10. Dritter Exkurs: Tourneedepressionen | 175 |
| Bekanntschaften | 180 |
| Seiltänze | 194 |
| Theater heute | 198 |
| 11. Mölln, 10.12.1998 | 202 |
| 12. Sandbostel/Bremervörde, 11.12.1998 | 209 |
| 13. Trier, 21.01.2000 | 213 |
| 14. Im Ausland, Februar und März 2000 | 221 |
| 15. Schweiz, 14.03.2000 | 244 |
| 16. Liechtenstein, 15.03.2000 | 250 |
| Zu Hause | 257 |
| Erkenntnisse | 257 |
| Nachwort | 265 |
| Quellennachweis | 268 |
Aus Über meine Rollen"
Eigentlich bin ich Schauspieler.
Eigentlich. Aber was heißt das schon. Schau-Spieler?
Das mit der Schauspielerei ist nämlich so eine Sache.
Während die meisten Menschen davon ausgehen, dass man als Schauspieler etwas
darstellt, was man überhaupt nicht ist, verhält es sich in Wahrheit vollkommen
anders. Um eine Rolle wirklich zu spielen, muss man sein: die Rolle, man selbst
oder irgendetwas.
Auf alle Fälle spielt man dabei nicht schau. Man ist schau.
Also, müsste ich doch besser Schau-Seiender heißen.
Natürlich gibt es Momente in denen es ungeheuren Spaß macht, etwas zu sein, was
man im wirklichen Leben nicht ist. Ein Liebhaber, ein Mörder, genial,
intelligent, hübsch, gemein, arrogant, ein Vielfraß oder alles durcheinander -
oder keins davon.
Und immer, wenn die zwei, manchmal drei Stunden dieser Zweitexistenz dann
vorüber sind, fällt es einem umso leichter, wieder in die Tristesse des normalen
Daseins zurückzukehren.
Es gibt aber Momente, in denen es nicht nur Spaß macht, sich auf der Bühne
auszuleben, sondern es auch gefährlich ist, wenn man seine Rolle beispielsweise
nicht mit der nötigen Distanz darstellt. Denn dadurch gerät man in Verdacht,
allzu sehr hinter dem zu stehen, was man auf der Bühne spielt...
Aus: dem "Vorwort"
... das Buch, aus dem ich lese, ist
nichts Besonderes, wenn man es inhaltlich betrachtet.
Wenn man aber einmal davon ausgeht, welcher Tanz um diesen Schmöker aufgeführt
wird, dann ist es doch ein besonderes Buch. Dann ist es das Buch überhaupt,
beliebter noch als die Bibel oder der Koran und mit einem unglaublich
interessant machenden Makel behaftet: Es ist ein verbotenes Buch. Welches Buch
verdient schon so eine besondere Behandlung?
Dieses Verbot ermöglicht es,... mit
Mein Kampf auch heute noch unglaubliche Dinge zu bewirken.
Weiter streuen. Weiter erzählen,
fragen, hören. Fernsehen. Video. Bücher, Bücher, Bücher.
Endlich ein Erfolg. Mein Kampf, aber von Christian Zentner. Ein Pseudonym? Nein,
eine kommentierte Ausgabe. Eine kastrierte Version. Vorgekaut, vorgedacht.
Vorgewürgt.
Langsam werde ich stutzig. Wir leben im 20. Jahrhundert, und es gibt tatsächlich
ein Buch, das so verboten ist, dass man noch nicht einmal erfahren kann, wo es -
und sei es nur zur Ansicht - erhältlich wäre. Und das, obwohl es jeder kennt.
Muss ja wirklich ein gefährliches Buch sein. Eine Waffe. Vielleicht lebt Adolf
in diesem Buch, und wenn man es aufschlägt, kommt er herausgekrochen und springt
einem ins Gesicht.
Wie in einem gedachten Mausoleum vegetiert dieser Kerl also dahin. Während seine
Fans sich damit brüsten, dass sie ein Relikt, ein Kultobjekt besitzen, und seine
Gegner noch nicht einmal merken, wie sie ihm durch diese programmatische
Ignoranz zu posthumer Heiligsprechung verhelfen.
Endlich! Die Oma einer Freundin findet im Speicher eine alte verstaubte Ausgabe.
Aber, ich darf niemandem etwas davon erzählen. Wird gemacht. In die Tasche und
ab nach Hause.
Aus: Mein Kampf mit Mein
Kampf
Es geht um die Schwierigkeit, ein Exemplar des Buches überhaupt zu bekommen.
Dann schreibt Somuncu: "Oh, mein Gott. Das kann man doch nicht lesen. Tausend
Seiten. Auf und ab. Hasstiraden, undurchsichtiges Geschwafel, Schwachsinn,
schwacher Tiefsinn und immer wieder Hass, Hass und noch mal Hass... Jetzt habe
ich so lange nach diesem Scheißbuch gesucht, und nun schaffe ich nicht, auch nur
zehn Seiten am Stück zu lesen, ohne dabei Schwierigkeiten mit der Konzentration
zu haben.
Ich versuche, mich zu überlisten.
Ich lasse das Buch auf dem Klo liegen.
Immer wenn ich dort bin, fällt mir auf, dass nichts anderes zu lesen da ist, und
fange noch mal von vorn an.
Es klappt.
Aber ich kann nicht so lange scheißen, wie die Lektüre von Mein Kampf dauert.
Und wenn ich in Etappen lese, dauert das über 20 Jahre, weil ich pro Klogang
nicht mehr als drei Seiten schaffe..."
Serdar Somuncu auf CD
Er liest aus dem
Tagebuch eines Massenmörders - Mein Kampf
ISBN 3-7857-1125-2
Die spannendste Lesung der letzte Jahre in einer packenden Live-Aufnahme
(wirbt der Verlag)
Vorstellung des Originalbuches, das allein verboten ist, und keine hassverbreitende Bibel und kein Hetzen gegen die Ungläubigen im Koran...

von
Adolf Hitler
Zwei Bände in einem Band
Ungekürzte Ausgabe
Erster Band:
Eine Abrechnung
Zweiter Band:
Die nationalsozialistische Bewegung
Zentralverlag der NASDAP, Franz Eher Nachf., G.m.b.H., München
646. - 650. Auflage 1942
Gesamtauflage aller deutschen Ausgaben bisher
7 650 000 Exemplare
(Nur noch einsehbar in einigen Bibliotheken - ansonsten ist der private Besitz verboten!!)
Inhaltsverzeichnis
|
Personen und Sachverzeichnis |
VII | ||
|
Vorwort |
XXVII | ||
|
Widmung |
XXIX |

|
E R S T E R B A N D |
|||
|
Eine Abrechnung |
|||
| 1. | Kapitel: |
Im Elternhaus |
1 |
| 2. | Kapitel: |
Wiener Lehr- und Leidnsjahre |
18 |
| 3. | Kapitel: |
Allgemeine politische Betrachtungen meiner Wiener Zeit |
71 |
| 4. | Kapitel: |
München |
138 |
| 5. | Kapitel: |
Der Wewltkrieg |
172 |
| 6. | Kapitel: |
Kriegspropaganda |
193 |
| 7. | Kapitel: |
Die Revolution |
205 |
| 8. | Kapital |
Beginn meiner politischen Tätigkeit |
226 |
| 9. | Kapitel: |
Die "Deutsche Arbeiterpartei" |
236 |
| 10. | Kapitel: |
Ursachen des Zusammenbruchs |
245 |
| 11. | Kapitel: |
Volk und Rasse |
311 |
| 12. | Kapitel: |
Die erste Entwicklungszeit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei |
363 |
|
Z W E I T E R B A N D |
|||
|
Die nationalsozialistische Bewegung |
|||
| 1. | Kapitel: |
Weltanschauung und Partei |
409 |
| 2. | Kapitel: |
Der Staat |
425 |
| 3. | Kapitel |
Staatsangehöriger und Staatsbürger |
488 |
| 4. | Kapitel: |
Persönlichkeit und völkischer Gedanke |
492 |
| 5. | Kapitel: |
Weltanschauung und Organisation |
504 |
| 6. | Kapitel: |
Der Kampf der ersten Zeit - Die Bedeutung der Rede |
518 |
| 7. | Kapitel |
Das Ringen mit der roten Front |
538 |
| 8. | Kapitel: |
Der Starke ist am mächtigsten allein |
568 |
| 9. | Kapitel: |
Grundgedanken über Sinn und Organisation der SA |
579 |
| 10. | Kapitel: |
Der Föderalismus als Maske |
621 |
| 11. | Kapitel: |
Propaganda und Organisation |
649 |
| 12. | Kapitel: |
Die Gewerkschaftsfrage |
679 |
| 13. | Kapitel: |
Deutsche Bündnispolitik nach dem Kriege |
684 |
| 14. | Kapitel: |
Ostorientierung oder Ostpolitik |
726 |
| 15. | Kapitel: |
Norwehr als Recht |
759 |
|
Schlußwort |
782 |
Adolf Hitler am Ziel: Am 18.03.1933, kurz vor 20 Uhr gab Hermann Göring bekannt, eine der Schlüsselfiguren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und seit 1928 Mitglied des Reichstags, dass der "Ermächtigungsgesetz" (offiziell: Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich) mit 444 gegen 94 Stimmen von der verfassungsmäßigen Mehrheit im Deutschen Reichstag angenommen worden ist, darunter die Abgeordneten der "Partei des politischen Katholizismus im Deutschen Reich", abgekürzt Deutsche Zentrumspartei oder einfach das Zentrum (gegründet 1870/71), und die Abgeordneten der Bayrischen Volkspartei (BVP), mit ihrer betont konservativ-katholischen Linie (hatte von1920 bis 1933 in Bayern die Regierungsmehrheit). Die 81 KPD-Parlamentarier waren zum großen Teil bereits verhaftet oder auf der Flucht, und der Rest wurde zur Sitzung nicht mehr eingeladen. Von den 120 SPD-Abgeordneten konnten nur noch 94 teilnehmen. Der Rest war bereits "ausgeschaltet". (>Hier< im Einzelnen - Artikel von Joachim Schucht)
Leseproben:
Aus dem Vorwort:
Am 1. April 1924 hatte ich, auf Grund des Urteilsspruches des Münchener Volksgerichts von diesem Tage, meine Festungshaft zu Landsberg (>hier< mehr) am Lech anzutreten.
Damit bot sich mir seit Jahren ununterbrochener Arbeit zum ersten Male die Möglichkeit, an ein Werk heranzugehen, das vielen gefordert und von mir selbst als zweckmäßig für die Bewegung empfunden wurde. So habe ich mich entschlossen, in zwei Bänden nicht nur die Ziele unserer Bewegung klarzustellen, sondern auch ein Bild der Entwicklung derselben zu zeichnen. Aus ihr wird mehr zu lernen sein als aus jeder rein doktrinären Abhandlung.
...
Ich wende mich dabei mit diesem Werk nicht an Fremde, sondern an diejenigen Anhänger der Bewegung, die mit dem Herzen ihr angehören und deren Verstand nun nach innigerer Aufklärung strebt.
Ich weiß, das man Menschen weniger durch das geschriebene Wort als vielmehr durch das gesprochene zu gewinnen vermag, daß jede Bewegung auf dieser Erde ihr Wachsen den großen Rednern und nicht den großen Schreibern verdankt.
Dennoch muß zur gleichmäßigen und einheitlichen Vertretung einer Lehre das Grundsätzlich derselben niedergelegt werden für immer. Hierbei sollen diese beiden Bände als Bausteine gelten, die ich dem gemeinsamen Werke beifüge.
Landsberg am Lech, Festungsanstalt. Der Verfasser
Kommentar: Erstaunlich, dass dieser Schwerstverbrecher, unterstützt von der Katholischen Zentrumspartei, seine politische Religion richtig zu meistern verstand, dass er sogar etwas von Psychologie wusste, insbesondere um die Wirkung vorgetragener Worte ungeachtet welcher Bedeutung. Er war ein offensichtlich mitreißender Hassprediger. Außer mir, der ihm wohl oder übel am "Volksempfänger" zuhörte, die sich überschlagende, bellende Stimme als ausschließlich furchterregendes Kettenhundgebell empfand, das sehr gut nachgebildet worden ist durch Charles (Charly) Chaplin in seinem Film "Der große Diktator", namens Hynkel, im Geburtsjahr 1938 des Schriftstellers Herbert Achternbusch gedreht. (Der Film ist einer aus der "Kino-Sammlung" der Süddeutschen Zeitung www.sz-mediathek.de auf DVD mit einem Vorwort von Achternbusch.)
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an meine 1999 im Alter von fast 93 Jahren verstorbene Mutter, die einmal aus dem kirchlichen Gottesdienst kam und sehr von der Predigt des Herrn Pastors angetan war: "Er hat so wunderschön gesprochen." Meine Frage, "was hat er denn gesagt?" beantwortete sie einfach mit: "das weiß ich nicht mehr." Obiger Film, in dem Chaplin teilweise keine Wortinhalte verwendet, zielt in diese Richtung und bestätigt Hitler sehr treffend.
Weiter aus "Kapitel 4 Persönlichkeit und völkischer Gedanke" die "Gedanken" Hitlers zu "Die beste Staatsführung"
... der völkische Staat hat demgemäß die gesamte, besonders aber die oberste, also die politische Leitung restlos vom parlamentarischen Prinzip der Majoritäts-, also Massenbestimmung zu befreien, um an Stelle dessen das Recht der Person einwandfrei sicherzustellen.
Daraus ergibt sich folgende Erkenntnis: Die beste Staatsverfassung und Staatsform ist diejenige, die mit natürlichster Sicherheit die besten Köpfe der Volksgemeinschaft zu führender Bedeutung und zu leitendem Einfluß bringt.
Der Staat muß in seiner Organisation, bei der kleinsten Zelle, der Gemeinde, anfangen bis zur obersten Leitung des gesamten Reiches, das Persönlichkeitsprinzip verankert haben,
Es gibt keine Majoritätsentscheidungen, sondern nur verantwortliche Personen, und das Wort "Rat" wird wieder zurückgeführt auf seine ursprüngliche Bedeutung. Jedem Manne stehen wohl Berater zur Seite, allein die Entscheidung trifft ein Mann.
Der Grundsatz, der das preußische Heer seinerzeit zum wundervollsten Instrument des deutschen Volkes machte, hat in übertragenem Sinne dereinst der Grundsatz des Aufbaues unserer ganzen Staatsauffassung zu sein: Autorität jedes Führers nach unten und Verantwortung nach oben...
Die Parlamente an sich sind notwendig, weil ja vor allem in ihnen die Köpfe die Möglichkeit, sich langsam emporzuheben, denen man später besondere verantwortliche Aufgaben überweisen kann...
In keiner Kammer und in keinem Senate findet jemals eine Abstimmung statt. Sie Arbeitseinrichtungen und keine Abstimmungsmaschinen. Das einzelne Mitglied hat beratende Stimme, aber niemals beschließende. Diese kommt ausschließlich nur dem jeweils dafür verantwortlichen Vorsitzenden zu.
Dieser Grundsatz unbedingter Verbindung von absoluter Verantwortlichkeit mit absoluter Autorität wird allmählich eine Führerauslese heranzüchten, wie dies heute im Zeitalter des verantwortungslosen Parlamentarismus gar nicht denkbar ist...
Was nun die Durchführbarkeit dieser Erkenntnisse betrifft, so bitte ich, nicht zu vergessen, daß das parlamentarische Prinzip der demokratischen Majoritätsbestimmung keineswegs seit jeher die Menschheit beherrscht hat, sondern im Gegenteil nur in ganz kleinen Perioden der Geschichte zu finden ist, die aber immer Zeiträume des Verfalls von Völkern und Staaten sind.
Kommentar: Erstaunlich, wie sehr ich die Darlegungen der in obigem Zitat weiß hinterlegten Sätze bei unserer derzeitigen globalkapitalistische, politischen Religion als verwirklichte Grundlage empfinden muß:
- Firmenführung fast ausschließlich von Leuten mit soziopatischen Charakterzügen, ebenso die politische Führung auf allen Ebenen (Kommunen, Kreise, Länder, Gesamtstaat)
- Verweigerung von Mitbestimmung,
- Verweigerung jeglicher Beteiligung des Volkes an Regierungsform und Regierungsdurchführung (kaum echte eine Parteialternative mehr bis heute, kein Überdenken des bestehenden Systems)
- Die globalkapitalistische, politische Religion darf (und wird nicht mehr) in Frage gestellt.
Walter Rath, Mai 2010