Menschliche Kommunikation

Formen, Störungen, Paradoxien
 

Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson

Mental Research Institute Palo Alto, Kalifornien

Verlag Hans Huber Bern Stuttgart Wien  

Vierte, unveränderte Auflage 1969


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vorwort zur deutschen Ausgabe

1. Kapitel: Die begrifflichen Grundlagen
1.1 Einleitung
1.2 Funktion und Beziehung
1.3 Information und Rückkopplung
1.4 Redundanz
1.5 Metakommunikation und pragmatischer Kalkül
1.6 Schlußfolgerungen
1.61 Der Begriff der Black Box
1.62 Bewußtes und Unbewußtes
1.63 Gegenwart und Vergangenheit
1.64 Ursache und Wirkung
1.65 Die Kreisförmigkeit der Kommunikationsabläufe
1.66 Die Relativität von «normal» und «abnormal»
2. Kapitel: Pragmatische Axiome - ein Definitionsversuch
2.1 Einleitung
2.2 Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren
2.21 Kommunikationseinheiten
2.22 Alles Verhalten ist Kommunikation
2.23 Der Schizophrene versucht, nicht zu kommunizieren
2.24 Definition des Axioms
2.3 Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation
2.31 Beispiele
2.32 Daten und Instruktionen in Elektronenrechnern
2.33 Kommunikation und Metakommunikation
2.34 Definition des Axioms
2.4 Die Interpunktion von Ereignisfolgen
2.41 Interpunktion als Ordnungsprinzip
2.42 Diskrepante Interpunktionen
2.43 Bolzanos unendliche, oszillierende Reihen
2.44 Definition des Axioms
2.5 Digitale und analoge Kommunikation
2.51 In natürlichen und künstlichen Organismen
2.52 In menschlicher Kommunikation
2.53 Die Anwendung beider Formen im menschlichen Bereich
2.54 Probleme der Übersetzung zwischen den beiden Formen
2.55 Definition des Axioms
2.6 Symmetrische und komplementäre Interaktionen
2.61 Schismogenese
2.62 Definition von Symmetrie und Komplementarität
2.63 Metakomplementarität und Pseudosymmetrie
2.64 Definition des Axioms
2.7 Zusammenfassung

3. Kapitel: Gestörte Kommunikation
3.1 Einleitung
3.2 Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren
3.21 Verneinung von Kommunikation bei Schizophrenie
3.22 Ihr Gegenteil
3.23 Vermeidung von Kommunikation
3.231 Abweisung
3.232 Annahme
3.233 Entwertung
3.234 Das Symptom als Kommunikation
3.3 Störungen auf dem Gebiet der Inhalts- und Beziehungsaspekte
3.31 Konfusion dieser Aspekte
3.32 Meinungsverschiedenheiten
3.33 Ich- und Du-Definitionen
3.331 Bestätigung
3.332 Verwerfung
3.333 Entwertung
3.34 Stufen zwischenpersönlicher Wahrnehmung
3.35 Beziehungsblindheit
3.4 Die Interpunktion von Ereignisfolgen
3.41 Diskrepante Interpunktionen
3.42 Interpunktion und Wirklichkeitserlebnis
3.43 Ursache und Wirkung
3.44 Selbsterfüllende Prophezeiungen
3.5 Fehler in den Übersetzungen zwischen digitaler und analoger Kommunikation
3.51 Die Mehrdeutigkeit analoger Kommunikationen
3.52 Analogiekommunikationen sind Beziehungsappelle
3.53 Das Fehlen von «nicht» in analogen Kommunikationen
3.531 Mitteilung von «nicht» durch Nichtausfuhren einer Handlung
3.532 Ritual 3.54 Die anderen Wahrheitsfunktionen in Analogiekommunikation
3.55 Hysterische Symptome als Rückübersetzungen ins Analoge
3.6 Störungen in symmetrischen und komplementären Interaktionen
3.61 Symmetrische Eskalationen
3.62 Starre Komplementarität
3.63 Die gegenseitige Stabilisierung der beiden Beziehungsformen
3.64 Beispiele
3.65 Zusammenfassung

4. Kapitel: Die Organisation menschlicher Interaktion
4.1 Einleitung
4.2 Interaktion als System
4.21 Zeit
4.22 Definition eines Systems
4.23 Umwelt und Teilsysteme
4.3 Eigenschaften offener Systeme
4.31 Ganzheit
4.311 Übersummation
4.312 Nichteinseitigkeit
4.32 Rückkopplung
4.33 Äquifinalität
4.4 Zwischenmenschliche Systeme
4.41 Langdauernde Beziehungen
4.411 «Wie» statt «Warum»
4.42 Die einschränkende Wirkung aller Kommunikation
4.43 Beziehungsregeln
4.44 Die Familie als System
4.441 Ganzheit
4.442 Übersummation
4.443 Rückkopplung und Homöostasis
4.444 Kalibrierung und Stufenfunktionen

5. Kapitel: Kommunikationsstrukturen im Theaterstück Wer hat Angst Virginia Woolf?»
5.1 Einleitung
5.11 Inhaltsangabe
5.2 Interaktion als System
5.21 Zeit und Ordnung, Aktion und Reaktion
5.22 Definition des Systems
5.23 Systeme und Teilsysteme
5.3 Die Eigenschaften eines offenen Systems
5.31 Ganzheit
5.32 Rückkopplung
5.33 Äquifinalität
5.4 Das System George-Martha
5.41 Georges und Marthas «Spiel»
5.411 Ihr Stil
5.42 Der Sohn
5.43 Metakommunikation zwischen George und Martha
544 Einschränkung
5.45 Zusammenfassung
5.451 Stabilität
5452 Kalibrierung
5.453 Neukalibrierung

6. Kapitel: Paradoxe Kommunikation
6.1 Über das Wesen der Paradoxien
6.11 Definition
6.12 Die drei Arten von Paradoxien
6.2 Die logisch-mathematischen Paradoxien
6.3 Paradoxe Definitionen
6.4 Pragmatische Paradoxien
6.41 Paradoxe Handlungsaufforderungen
6.42 Beispiele pragmatischer Paradoxien
6.43 Die Doppelbindungstheorie
6.431 Die Bestandteile der Doppelbindung
6.432 Ihre pathogene Wirkung
6.433 Ihre Beziehung zur Schizophrenie
6.434 Widersprüchliche und paradoxe Handlungsaufforderungen
6.435 Die verhaltensmäßigen Wirkungen der Doppelbindung
6.44 Paradoxe Voraussagen
6.441 Die Prüfungsankündigung
6.442 Der «Nachteil» logischen Denkens
6.443 Der «Nachteil> von Vertrauen
6.444 Unentscheidbarkeit
6.445 Beispiel
6.446 Vertrauen - das Gefangenendilemma

7. Kapitel: Die Paradoxien der Psychotherapie
7.1 Die Illusion der Alternativen
7.11 Die Geschichte des Weibs von Bath
7.12 Definition
7.2 Das Spiel ohne Ende
7.21 Drei mögliche Lösungen
7.22 Ein Modell psychotherapeutischer Intervention
7.3 Die Technik der «Symptomverschreibung»
7.31 Das Symptom als spontanes Verhalten
7.32 Symptomatische Behandlung
7.33 Das Symptom und sein zwischenpersönlicher Kontext
7.34 Literatur über Symptomverschreibung
7.4 Therapeutische Doppelbindungen
7.5 Beispiele therapeutischer Doppelbindungen

8. Epilog.- Existentialismus und menschliche Kommunikationstheorie: ein Ausblick
8.1 Der existentielle Nexus
8.2 Die Umwelt als Programm
8.3 Die Hypostasierung der Wirklichkeit
8.4 Stufen des Wissens - Prämissen dritter Ordnung
8.41 Analogien zu Prämissen dritter Ordnung
8.5 Sinn und Nichts
8.6 Änderung von Prämissen dritter Ordnung
8.61 Analogien zur Beweistheorie
8.62 Gödels Theorem
8.63 Wittgensteins Abhandlungen und die Paradoxie der Existenz

Bibliographie

Personen- und Sachregister


Aus dem Vorwort:

... Kommunikation ist ganz offensichtlich eine Conditio sine qua non menschlichen Lebens und gesellschaftlicher Ordnung. Und ebenso offensichtlich ist, daß der Mensch von den ersten Tagen seines Lebens an die Regeln der Kommunikation zu erlernen beginnt, obwohl diese Regeln selbst, dieser Kalkül der menschlichen Kommunikation, ihm kaum jemals bewußt werden.

Das vorliegende Buch versucht, einige wenige Schritte in dieses unbekannte Gebiet hinein zu tun. Es ist ein Versuch, Denkmodelle zu formulieren und Sachverhalte zu veranschaulichen, die die Gültigkeit dieser Modelle zu unterbauen scheinen. Die Pragmatik der menschlichen Kommunikation ist eine Wissenschaft in Kinderschuhen, die noch weit davon entfernt ist, ihre eigene brauchbare Sprache entwickelt zu haben. Besonders ihre Einbeziehung in den größeren Rahmen vieler anderer Wissenschaftszweige ist eine Sache der Zukunft. Aber gerade in der Hoffnung auf diese künftige Einbeziehung wendet sich das Buch an alle, die sich in ihren eigenen Arbeits- und Forschungsgebieten mit den Phänomenen des Verhaltens von Systemen im weitesten Sinn befassen.