Der Anti-Katechismus:

 

 

Karlheinz Deschner; Horst Herrmann

200 Gründe gegen die Kirchen und für die Welt

Hamburg: Rasch und Röhring, 1991
ISBN 3-89136-302-8
 

Inhalt


Wozu der Mensch da ist
oder: Wie die beste aller Religionen finden?

Wie kommt ein Mensch zur Religion?
Wozu machen Menschen anderen Menschen Angst - und Hoffnung? - Warum fordern »Missionen« immer Opfer? - Weshalb werden noch immer Säuglinge getauft? - Weshalb ist die »große Zahl« der Christen falsch?

Weshalb streiten sich so viele Christentümer?
Müssen geschichtliche Fakten als Beleidigung des Christentums verstanden werden? - Ist das Christentum originell? - Brauchen die Kirchen Denkhilfen? - Warum ist von einer »Reform der Kirche« nichts zu erwarten?

Wozu ist Gott auf Erden?
Weshalb hat Gottvater so viele Väter? - Warum ist Gott ein Vater und ein lieber Vater? - Gibt es eine Alternative zum lieben Gott der Christen?
 

Was sich die Menschen bieten lassen
oder: Welche ewige Wahrheit darf es heute sein?

 

Wozu gibt es ein solches Service-Unternehmen?
Wie viele Menschen bedient die Kirche? - Warum nicht aus der Kirche austreten? - Wozu werden eigentlich noch Kirchtürme gebaut? - Was verdienen Bischöfe und Pfarrer? - Sind nicht Diakonie und Caritas der Kirchen liebste Kinder? - Werden kirchliche Kindergärten von der Kirche bezahlt? - Können wir mit der Fürsorge der Kirche zufrieden sein? - Spricht die Kirche für das Volk? - Nebenbei: Wann dürfen in Deutschland die Glocken läuten? - Wo bleibt das »Freie Wort zum Sonntag«?


Über wieviel Moral verfügt die Kirche?
Sollst du Vater und Mutter ehren oder doch lieber die Kirche? - Warum haben es Frauen in der Kirche so schwer? - Muß einer ledig bleiben, um besonders viel von der Ehe zu verstehen? - Wer kennt den »normalen Sex« am besten? - Darf sich jemand auch »auf katholisch« scheiden lassen? - Muß Geburtenkontrolle »sündhaft« sein? - Warum kämpft die Kirche für das ungeborene Leben? - Hat auch der Zölibat seine Folgen zu tragen? - Machen Kleriker gute Geschäfte? - Zensiert die Kirche noch immer? - Hat sich die Kirche als Ausbeuterin bewährt? - Wer hat sich bis zuletzt für die Sklaverei engagiert? - Was haben Kleriker gegen Bauern? - Wer hat die »Soziale Frage« nie beantwortet? - Ist der Kirchendienst für Arbeitnehmerinnen gefährlich? - Wer darf sich nicht scheiden lassen und wieder heiraten, ohne fristlos gekündigt zu werden?


Was hat denn Jesus mit alldem zu tun?
War dieser kreuzbrave Jesus vielleicht ein Rebell? -- Heißt der Stifter der Kirche » Paulus« - Welche Rolle haben die Evangelisten gespielt?


Was Kirchen Menschen antun
oder: Wer wäscht da seine Hände in Unschuld?

 

Darf es ein bißchen Mord und Totschlag sein?
Es wird doch noch gerechte Kriege geben? - Haben Päpste und Bischöfe sich wenigstens selbst an das 5. Gebot gehalten und »nicht getötet«? - Wie oft mußte die Madonna als Kriegsgöttin dienen? - Wozu sind Kreuzzüge geführt worden? - Haben etwa die »Ketzer« die Inquisition erfunden? - Wer hatte Lust daran, »Hexen« foltern zu lassen? - Kennen wir die Namen einiger Judenmörder vor Hitler? - Haben Päpste Grund gehabt, einen Weltkrieg zu verhindern? - Kommt Krieg gar aus der Kirche selbst?

Sollen wir noch an die »heilige Kirche« glauben?
Wurden nur Vorbilder heiliggesprochen? - Welchem Heiligen verdankt die Kirche ihre Anerkennung? - Führt sich die fromme Folklore der Kirche auf einen Verbrecher zurück? - Darf sich ein überführter Massenmörder als »Stellvertreter Gottes« fühlen? - Finden sich sogar ein paar heilige Päpste? - Wie stand es um die »päpstliche Heiligkeit« im i6. Jahrhundert? - Wie war es um die heroischen Tugenden eines Papstes aus dem 20. Jahrhundert bestellt? - Für wen hat die »Heiligkeit« sich ausgezahlt? - Warum liegen Mord und Landnahme so nahe beisammen? - Stimmt es, daß der Papst finanziell in der Klemme steckt? - Hockt der Heilige Stuhl auf seinem Geld? - Was heißt denn »Peterspfennig«?

Sind die Kirchen wirklich »nicht von dieser Welt«?
Mögen Bischöfe die soziale Marktwirtschaft? - Werden bestimmte Kirchen noch immer an erster Stelle privilegiert? - Sind Staat und Kirche etwa keine Partner? - Nützen »Kirchenverträge« nicht allen? - Leistete die Kirche Geburtshilfe für den Faschismus? - Hat die Kirche Hitler zuwenig versprochen?
 

Was Kirchen überleben läßt
oder: Wie lange noch wird es so weitergehen?

Was alles stecken sich die Kirchen in die Tasche?
Warum Kirchensteuer zahlen? - Muß es Sondertarife für Besserverdienende geben? - Nehmen die Kirchen Jahr für fahr mehr oder weniger Geld ein? - Welche Subventionen beanspruchen die Kirchen? - Wofür sollte die Kirche denn »entschädigt« werden? - Wieviel Steuergelder reicht der Verteidigungsminister an die Großkirchen weiter? - Sollen Kirchenfreie den Kölner Dom mitbezahlen? - Bezahlen Konfessionslose für Priesterschüler, Atheisten für Theologen?

Was hat sich denn da angehäuft?
Wieviel Grund und Boden besitzen die Kirchen? - Soll niemand mehr die Kirche »beschenken,<? - Gibt es realistische Alternativen zur Kirchensteuer?

Wozu brauchen die Kirchen überhaupt noch Geld?
Wer gibt das Geld der Kirchen wieder aus? - Was hat die Kirche eigentlich für die Dritte Welt getan? - Warum verkaufen die Großkirchen ihren Besitz nicht zugunsten der Armen? - Kosten konfessionell betriebene Schulen nicht zuviel? -- Wozu benötigen Schülerinnen noch Religionsunterricht?- Laßt es sich nicht ohne diese Kirchen menschlicher leben?


Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis


 

Dieses Buch überrascht: Es ist eine wirkliche Neuerscheinung. Erstmals haben zwei international anerkannte Kirchenkritiker gemeinsam ein Werk verfaßt, das den religiösen Mief durchdringt und freie Luft zum Atmen schafft. Karlheinz Deschner, der führende Kirchenhistoriker, breitet Detail um Detail aus dem geschichtlich greifbaren, aber den Menschen bewußt verschwiegenen Wissen über das Christentum und seine Kirchen aus, und der renommierte Religionssoziologe Horst Herrmann steuert Daten und Fakten aus Glaubenslehre, Recht und Moral der Kleriker bei. Obgleich zwei Autoren es geschrieben haben, ist das kenntnisreiche und stilistisch glänzende Buch aus einem Guß.


Warum mußte diese Arbeit getan werden? Kirchenfromme Schriften gibt es zu Tausenden; keine von ihnen darf alles wissen und gar sagen, was offen zu sagen ist. Noch immer gilt das erprobte klerikale Prinzip des Informationsverbots, des Verdrehens, Täuschens, Verleumdens. Noch immer fehlt es an Büchern, die griffige Gegengründe liefern.


Wie sollen sich die Millionen uninformierter »Laien« gegen die Zensur zur Wehr setzen? Was antworten Schüler auf die Verdummungsangebote von Religionslehrern? Was sagen Eltern ihren Kindern, die konfessionelle Kindergärten besuchen und von klein auf indoktriniert werden? Das vorliegende Standardwerk setzt Maßstäbe und schafft endlich Abhilfe.


Einen Anti-Katechismus wie diesen hat es noch nie gegeben. Fakten, um Argumente von Pfarrern und Religionslehrern ad absurdum führen und Konsequenzen ziehen zu können, bietet er in Fülle - Informationen ohne Denkverbote, ohne Scheuklappen und Schönfärberei. Wußten Sie beispielsweise, daß
• nichts im Christentum spezifisch christlich ist, sondern ausnahmslos alles aus dem Heidentum, dem Judentum oder anderen älteren Religionen stammt?
• mittelalterliche Christen zuzeiten an einem einzigen Tag mehr Juden massakrierten, als die über 200jährige antike Christenverfolgung insgesamt Opfer gekostet hat?
• sämtliche Faschistenführer - Mussolini, Hitler, Franco, Pavelic - mit intensiver Unterstützung des Vatikans an die Macht gelangten?
• ein Papst unseres Jahrhunderts ein Privatvermögen von umgerechnet 80 Millionen Mark hinterließ?
• bundesdeutsche Großkirchen von ihren Milliardeneinnahmen nur etwa 8 Prozent für öffentliche soziale Zwecke ausgeben?
• klerikale Kreise an fast allen Industriezweigen beteiligt sind, von der Rüstungsindustrie bis zur Herstellung von Kondomen?
• ein evangelischer Geistlicher keine Jüdin heiraten, doch mit ihr zusammenleben darf?
• die katholische Kirche ein Rechtssystem aufrechterhält, das nicht der Menschenrechtscharta der UNO entspricht?


I
Vorwort

Karlheinz Deschner
Wir haben uns zusammengetan und ein Handbuch für die vielen geschrieben, die nicht immer ein Standardwerk zu Religion und Kirche griffbereit haben, sich aber von Fachleuten knapp und kritisch über Daten, Fakten, Hintergründe des geistlichen Geschäfts mit Gott und der Welt informieren lassen möchten.


Jahr für Jahr überfluten Tausende »frommer« Druckerzeugnisse die Menschheit. Wir wissen, daß viele zunehmend unter dieser Belästigung leiden. Es ist ja nicht jedermanns Sache, Tag für Tag Bischöfe, Pfarrer und andere Kirchenbezahlte handeln zu sehen, reden zu hören, ohne den wirklichen Sachverhalt, die viel besseren Argumente zu kennen.


Wir meinen, unser Buch schaffe erstmals Abhilfe, biete Information ohne Denkverbot. Es ermöglicht, sich dem klerikalen Seelenterror zu entziehen, die geistige Gesundheit zu gewinnen oder zu erhalten. Wir hoffen nicht zuletzt, es werde auch von jenen benutzt, die dem großkirchlichen Religionsunterricht ausgesetzt sind. Sie sollen künftig nicht mehr wehrlos sein.

Karlheinz Deschner / Horst Herrmann
Haßfurt und Nordwalde, im Dezember 1990
 


Horst Herrmann

Karlheinz Deschner, geb. 1924, Dr. phil., studierte u. a. Theologie, Literaturwissenschaft, Geschichte. Nach aufsehenerregenden belletristischen und literaturkritischen Schriften wurde er mit provozierenden Werken zur Religions- und Kirchenkritik bekannt. Arno-Schmidt-Preis 1988. »Der bedeutendste Kirchenkritiker des Jahrhunderts.« (Wolfgang Stegmüller) - »Keinem einzigen der von Deschner reportierten historischen Fakten ist kirchlicherseits bisher widersprochen worden!« (Hoimar v. Ditfurth)


Horst Herrmann, geb. 1940, Dr. theol., wurde 1971 Professor für Theologie in Münster; 1975 Dekan der kath.-theol. Fakultät. Seit 1981 lehrt er Soziologie. In zahlreichen Veröffentlichungen zu kirchenpolitischen Themen hat er Denkanstöße geliefert. 1990 erschien bei RRV »Die Kirche und unser Geld«, »ein verdammt munteres Buch«. (Die Zeit); »ein glänzend geschriebenes Pamphlet gegen die ... Verfilzung von Staat und Kirche...« (Der Spiegel)