Atheismus-Wahn
Ein neues Buch ist uns erschienen
Immer
wieder stößt der Glaube an Gott in den Medien auf heftige Kritik. Gleichzeitig
scheint der Atheismus in der westlichen Welt auf dem Vormarsch zu sein. Einer
der führenden Vertreter der gegenwärtigen Atheismus-Bewegung ist Richard Dawkins.
Mit seinem Buch "Der Gotteswahn" hat er einen weltweiten Bestseller geschrieben,
der vielfach die öffentliche Meinung mitbestimmt.
Doch wie ernst sollte man Dawkins' Thesen nehmen? Alister McGrath unterzieht sie
einer gründlichen Prüfung. Ist der Glaube wirklich intellektueller Unsinn? Hat
die Wissenschaft Gott tatsächlich entlarvt? Wo liegen die Wurzeln des
christlichen Glaubens? Ist Religion böse? Mit diesem Buch halten Sie einen
kritischen Zugang zu "Der Gotteswahn" und dem atheistischen Fundamentalismus in
Händen.
Aus dem Vorwort:
"Richard Dawkins bietet schlicht das atheistische Pendant zu platter
Höllenpredigt und ersetzt sorgfältiges empirisches Argumentieren durch
aufgeladene Rhetorik und höchst selektive Tatsachenverdrehung ... Das Buch
liefert selten mehr als eine Ansammlung gängiger Halbwahrheiten, die übertrieben
dargestellt werden, um möglichst große Wirkung zu erzielen."
Alister McGrath
Kommentar: Ein Buch, das ausschließlich gegen den Exkollegen und
Exfreund Richard Dawkins als im "Atheismus behaftet geblieben" gerichtet ist,
während der Autor zum "Glauben übergetreten ist" (ohne die erwartete
Begründung in seinem Buch). Keine Seite des Buches bleibt ohne Angriff
gegen Dawkins. Kein einziges sachliches Argument wird vorgebracht. Da werden zum
Beispiel zwei Betrachtungsweisen beschrieben, einmal Dawkins' spekulatives, das
so genannte "egoistische Gen": „[Gene] schwärmen in riesigen Kolonien, sicher
verschlossen in gigantischen, klobigen Automaten, abgeschlossen von der
Außenwelt. Sie kommunizieren über gewundene, indirekte Wege mit ihm [dem
Automaten] und steuern ihn per Fernbedienung. Sie sind in dir und in mir; sie
erschaffen uns, unseren Körper und unseren Verstand; ihre Existenz und ihre
Erhaltung ist die letztendliche Begründung für unser Dasein."`
Jetzt wird obige Aussage mit der vom Physiologen und
Systembiologen Denis Noble aus Oxford verglichen: „[Gene] sind gefangen in
riesigen Kolonien, verschlossen in hochintelligenten Wesen, geformt von der
Außenwelt, mit der sie mittels komplexer Prozesse kommunizieren, durch welche
blind, wie durch Zauberei, bestimmte Funktionen entstehen. Sie sind in dir und
in mir; wir sind das System, das ihren Code lesbar macht; ihre Existenz und ihre
Erhaltung hängt voll und ganz von der Freude ab, die wir bei der Fortpflanzung
empfinden. Wir sind die letztendliche Begründung für ihr Dasein. "
McGrath: "Dawkins und Noble haben eine völlig entgegengesetzte Sicht der Dinge.
(Ich empfehle, beide Versionen langsam und gründlich zu lesen, um den
Unterschied richtig zu erfassen..."
Jetzt beginnt McGrath rumzuphilosophieren, ohne Sinn und Verstand. Ob Dawkins die obige Aussage ernst gemeint hat oder wieder einmal rumalbert, sei dahingestellt. Jedenfalls kann ein "egoistisches Gen" nicht nachgewiesen werden. Aber die zweite Beschreibung von Noble ist eindeutig wissenschaftlich falsch: Gene sind auch in den dümmsten Einzellern und nicht nur in "hochintelligenten Wesen" usw. Das ganze Buch ist ein Sammelsurium von Floskeln und theologischem, esoterischem Unsinn, wie man es in jeder Morgenandacht hört vom Erlösen, Heilbringen, Sündenvergeben...
Dawkins ist der Vertreter und Sprecher aller Atheisten nach McGrath. Dazu eine Beurteilung eines immerhin akademisch gebildeten jungen Mannes: "Ich mag keine Engländer"! "Warum das denn nicht"? "Da habe ich mal jemanden kennen gelernt... Das reicht mir!"
Das Buch ist für mich nicht lesbar, das mit den Sätzen schließt:
"Da Dawkins sich aber so exzessiv auf die Rhetorik verlässt, anstatt mit Belegen
zu arbeiten -was für ihn als Wissenschaftler eigentlich selbstverständlich sein
sollte - ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass an seiner Sache etwas faul
ist.
Die bedeutendste „Leistung" von „Der Gotteswahn" könnte ausgerechnet darin
liegen, dass der Eindruck entsteht, als habe dieser Kaiser keine Kleider mehr,
die er anziehen könnte. Und könnte gar der Atheismus ein Gotteswahn sein?"
McGrath ist nicht in der Lage, auf die Idee zu kommen, dass es Religionen mit Vielgöttern oder ohne Götter gibt. Warum ist also der McGrath-Gott der einzige und für uns alle der allgemein gültige?
Walter Rath, Januar 2008