Raymond Walden

 

Raymond Walden

Menschliches Glauben

Novum-Verlag

Preis: € 16,90

Format: 13,5 x 21,5 cm

Seiten: ca. 210

ISBN: 978-3-85022-306-5

Veröffentlichung: 06/2008

Neue Rechtschreibung

(Als „Verlagsbestellung“ dauert die Auslieferung über einen Buchladen etwa 10 Tage.)

 

Raymond Walden entwirft kein theoretisierendes Weltbild, sondern zieht es vor, durch zahlreiche Anekdoten aus seinem Leben sein Denken und Fühlen zu konkretisieren. Zahlreiche Beiträge datiert er, denn er schrieb im Laufe vieler Jahre Beobachtungen auf, die zeitlosen Charakter besitzen.

 

Der Autor wurde 1945 geboren. Er ist Pädagoge, populärwissenschaftlicher Astronom und als Astrologie-Kritiker bekannt. 1971 gründet er die Volkssternwarte Paderborn. Seit 2002 ist er Vorsitzender der Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe. Der Autor erkennt die Übereinstimmung der Glaubensmechanismen und leitet daraus die Philosophie der „Kosmonomie“ ab, die er in „Menschliches Glauben“ erstmals im Zusammenhang präsentiert.
 


Lesenswert sind aber auch seine "Sentenzen von Freiheit", die Aphorismen - "knappe, prägnant geformte Sätze, die (überraschend) eine Erkenntnis vermitteln" (nach einer Definition aus dem Brockhaus).

 

Dieser Band 16 der ALV-Schriftenreihe,

Copyright 2005 by Angelika Lenz Verlag, 

Fasanenweg 8,

31535 Neustadt am Rübenberge,

Printed in Germany,

ISBN 3-933037-49-2

(für 9,80 € zu haben)

enthält auch das "Kosmonomische Manifest" des Autors.  Daraus die Präambel:

 

Die Natur folgt in ihrer evolutionären Fortentwicklung wertneutralen Gesetzen, das heißt, es kommen gleichermaßen Leben fördernde wie Leben zerstörende Prinzipien zur Anwendung. So gesehen, ist die Natur gnaden- und kompromisslos. Menschlicher Verstand wird aber durch Bildung in die Lage versetzt, die Naturgesetze zunehmend zu humanisieren, die Naturgesetze zu nutzen, um das Leben zu genießen und das natürlich sinnvolle Sterben zu erleichtern. Dies geschieht ganz besonders durch die Einsicht, dass nicht Egoismus die Basis von Humanität darstellen kann, vielmehr ein Individualismus, verankert in einer erstarkenden humanen Gesellschaft, die den Menschen höher achtet als alle von Menschen erdachten Ideale.
 

... und jetzt noch aus der Schrift das "Vorwort":

Freiheit ist ein hehres Wort, um das erbittert gerungen und dessentwegen mehr denn je gestorben wird. Freiheit existiert zwar in Verfassungen; sie werden aber rigoros im Heiligenschein herrschender Popen, Despoten oder Clans gebeugt.


Freiheit im 21. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wird durch die mächtigsten und vordergründig modernsten Staatsregierungen global untergraben und verhindert.


Freiheit ist die Herausforderung des menschlichen Verstandes in einer Flut von Dummheit, die immer noch glaubt, jedes Opfer sei zur Durchsetzung von Machtinteressen gerechtfertigt.


Sentenzen von Freiheit, so wie sie dem Autor im alltäglichen Leben ein- und auffielen, laden ein zum eigenen Nachdenken. Keine Systematisierung, keine Dramaturgie, keine philosophischen Abhandlungen, stattdessen knappe Denkanstöße, die in ihrer Ein-, Doppel- und bisweilen Mehrdeutigkeit Zustimmung, Widerspruch, Verunsicherung, auch ein Schmunzeln hervorrufen möchten.


Aus beinahe 1000 Sentenzen mag sich der Leser vielleicht per Zufall oder willkürlich Anregungen für seinen ganz eigenen Tag auswählen.


Wer die Sentenzen wie ein Buch hintereinander wegliest und weglegt, hat keine Zeit - möchte vielleicht auch keine haben, sich auf eine mögliche humanere Welt einzulassen.


Es geht in der gebotenen Deutlichkeit in keinem Falle um die Verletzung von Gefühlen und auch nicht um das Aufrütteln einer Gesellschaft, die sich mit einer anerzogenen Selbstverständlichkeit die wundersamsten Religionsmärchen und politischen Lügen auftischen lässt und seit Jahrtausenden die blutigsten Opfer erbringen muss. So liefert beispielsweise gerade die Tradition der christlichabendländischen Kultur die beste Begründung für ein Ende der einen Krieg nach dem anderen gebärenden Transzendenzen.


Die Menschheit verharrt jedoch weit entfernt von einer entsprechenden Reife, so dass sich wahrscheinlich noch für Generationen etwa ein Aufruf an die Massen zu Veränderungen verbietet. Aktionen und Reaktionen ergäben unkontrollierbare Auseinandersetzungen.


Lediglich eine kleine Minderheit mag sich durch die hier geäußerten Gedanken, oft in Form auch eines Selbstgesprächs mit dem „du", angerührt fühlen, Menschen sicherlich aller Kontinente und Kulturen, die ihren Gesellschaften voraus sind und deshalb vielleicht dankbar einige Signale der Aufklärung registrieren, die es, allen öffentlichen Beteuerungen zum Trotze, nur als ganz zarte Keimlinge gibt.


Sentenzen von Freiheit leiten sich aus einem Weltbild ab, das im „Kosmonomischen Manifest" verbindlich formuliert ist. Es erhebt in keiner Weise den Anspruch der einzigen Wahrheit wie beispielsweise religiöse Traktate (Bibel, Koran etc.), stattdessen propagiert es geradlinige demokratische Denkweisen und favorisiert Gewaltlosigkeit als ein künftiges Prinzip, das alle bisherigen Kulturen nicht erreichten, weil sie es in der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden im tiefen Inneren auch nicht wollen.


Die futuristischen Forderungen orientieren sich an den Bedürfnissen des Individuums im jeweiligen Umfeld und begründen sich in seinem Bewusstsein, dass alles regionale und private Geschehen die Einbettung in den übergeordneten Kosmos weitestgehend zu erkennen und zu respektieren hat.


Kosmonomisches Denken bietet Konsequenzen für das menschliche Miteinander in definierter Menschenwürde an. Religionen können solche Evolution nicht bewältigen. Humane Ausrichtungen des Einzelstaates wie der Staatengemeinschaft sollten aber in gewaltfreiem Übergang erfolgen, sich an der Menschenwürde hier und jetzt orientieren und nicht an göttlichen Fabelwesen und ihren Jenseitswerten.


Die Opferbereitschaft aufgeklärter Menschen, so scheint es, wird noch grausamste Prüfungen bestehen müssen, denn die Überlegenheit ist von geistiger und moralischer Qualität und nicht von geistlicher und dogmatischer Inquisition, die über psychische und physische Folterwerkzeuge, Massenvernichtungswaffen und subtile diplomatische Kanäle verfügt.
Mögen die Sentenzen von Freiheit niemals zu Gewalt führen. Es ist Pflicht der Aufklärung - im Gegensatz zu den Religionen - Gewalt zu vermeiden, sich der Gewalt zu verweigern!