Streit um Moschee in Köln

 

 

 

>Hier< zu einem Artikel darüber, daß sich der türkische Ministerpräsident Erdogan wehrt gegen die Vorwürfe des türkischen General-Staatsanwaltes, mit der er seinen Antrag zum Verbots der derzeitigen führenden türkischen Partei (2008) begründet.

>Hier< zu einem Artikel über die Voreingenommenheit gegenüber dem Islam;

aus fachjuristischer Sicht geschriebener Artikel  (Teil des Buches) >hier< vorab

und auf dieser Webseite >hier< zu einem Kommentar zum Moschee-Bau

 


 

 

 

Der MOSCHEE-STREIT

Eine exemplarische Debatte über Einwanderung und Integration

Herausgegeben von Franz Sommerfeld

Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2008

ISBN 978-3462-04010-4

 

Aus dem Buch (kopiert):

 

Über das Buch:
Am Anfang steht ein leidenschaftliches Streitgespräch zwischen dem jüdischen Schriftsteller und NS-Überlebenden Ralph Giordano und Bekir Alboga, dem nationalen Dialog-Beauftragten der türkisch islamischen Union Ditib, über den Bau einer zentralen Moschee im Kölner Traditionsviertel Ehrenfeld. Giordano fordert: Stoppt den Bau dieser Moschee! Damit provoziert er Widerspruch, spricht aber auch vielen aus dem Herzen. In der Folge entwickelt sich eine ernsthafte öffentliche Debatte über das Verhältnis von Muslimen und Christen und den Stand der Integration in Deutschland. Inzwischen rühmt etwa die Neue Zürcher Zeitung den Kölner Moscheestreit unter der Schlagzeile »Was für eine Toleranz«, weil dieser »der Debatte über Einwanderung und ihre Folgen eine neue Offenheit« gebe. Dieses Buch dokumentiert den Streit mit 26 Beiträgen aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Der evangelische Präses Schneider kritisiert den imperialen Charakter der Moschee-Architektur. Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde schreibt über das Verhältnis von säkularem Staat und Religion. Günter Wallraff begründet seinen Wunsch, in der Moschee aus den Satanischen Versen von Salman Rushdie zu lesen. Architekt Paul Böhm will die Muslime aus den Hinterhöfen holen. Kabarettist Martin Stankowski startet eine Muslim-Rallye. Bekir Alboga begründet die Notwendigkeit eines repräsentativen Baus. Sabine Kraft schreibt über die Spannung zwischen traditioneller und moderner Moschee-Architektur. Tobias Kaufmann kritisiert die fehlende Bereitschaft der Linken zur Kritik am Islam. Franz Sommerfeld schildert Anfänge, Verlauf und gegenwärtigen Stand des Kulturkampfes.


Der Herausgeber:
wurde 1949 in Leer/Ostfriesland geboren. Nach dem Studium der evangelischen Theologie arbeitete er als Journalist. Er war Chefredakteur der »Deutschen Volkszeitung« und gehörte 1990 in Berlin zu den Mitbegründern der Ost-West-Zeitung »Freitag«. Er war stellvertretender Chefredakteur der »Berliner Zeitung« und Chefredakteur der »Mitteldeutschen Zeitung«. Über die Erfahrungen der deutschen Vereinigung gab er das Buch »Pioniere im neuen Deutschland - Westöstliche Porträts« heraus. Seit 2000 ist er Chefredakteur des »Kölner Stadt-Anzeigers«.
 


Franz Sommerfeld, der Herausgeber, schrieb selbst das Vorwort - 22 Seiten


Die meiner Ansicht nach wichtigsten Stichworte
(von mir selbst, teilweise sehr abgewandelt formuliert) zu seinen (Original-)Überschriften:


"Der Kölner Moscheestreit - ein Lehrstück über Demokratie"

"Der Traum von einer modernen Moschee"

"Entscheidung für eine Ditib-Moschee"

 

Der bekannte (streitbare) Schriftsteller und Holocaust-Überlebende, Ralph Giordano (z.B. 2007: "Erinnerungen eines Davongekommenen"), der sich wegen der Bezeichnung von ganz in Schwarz gehüllte muslimischen Frauen als »menschlichen Pinguine« viele Drohbriefe einhandelte, wetterte heftig gegen den im Jahre 2008 von der Organisation Ditib (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) neu geplanten Moscheenbau, der entgegen den ursprünglichen Absichten mit Minaretten und Gebetsausrufern (Muezzinen), großer Kuppel, Geschäften usw. wie in islamischen Ländern üblich protzen sollte.


Die Ditib, die unter Leitung und Aufsicht des türkischen Präsidiums für Religionsangelegenheiten Moscheen in Europa baut und unterhält, vertritt nicht alle muslimischen Glaubensrichtungen (z.B. die Nusarier, d.h. die Aleviten). Ein Streit unter diesem verschiedenen Glaubensrichtungen scheint vorprogrammiert. Schon ab Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es deutliche Anzeichen, daß die türkische Regierung die Bindung der Immigranten an die Türkei erhöhen will und eine eigentlich selbstverständliche Integration in den deutschen Staat verhindern möchte. Die Ditib, als mittlerweile die mitgliederstärkste Migrantenorganisation in Deutschland, bestand lange Zeit darauf, daß der islamische Religionsunterricht auf Türkisch abzuhalten sei.

Zitat aus den Ausführungen von Herrn Sommerfeld: "Erst vor einigen Jahren leitete der Verband unter seinem damaligen Vorsitzenden Ridvan Cakir einen Wandel ein, spricht sich seitdem für deutsche Predigten und auch für die Ausbildung deutschsprachiger Vorbeter aus. Im Interview mit der »Zeit« erklärt Cakir: »Das Kopftuch ist kein Symbol des Islams, weshalb eine Frau auch dann eine gläubige Frau ist, wenn sie keines trägt. In türkischen Familien hat das Kopftuch nicht die Bedeutung, wie sie ihm von Konservativen gegeben wird.«"


Weiter schreibt Sommerfeld: "Der Kölner Oberbürgermeister" (Fritz Schramma, CDU) "sah im Vorgehen der Ditib eine neue Chance für die Moschee. Für ihn bot gerade die Abhängigkeit der Ditib vom türkischen Staat einen Vorteil: »Wenn wir jemanden haben, der auch offizieller Ansprechpartner des Staates ist, laufen wir nicht so leicht Gefahr, mit Organisationen zu verhandeln, die sich gegen unseren Staat und unsere Rechtsauffassung wenden.« Er kennt zudem einige Ditib-Mitglieder auch privat."


Inzwischen - Anfang September 2008 - ist der Moscheen-Bau durch den Rat der Stadt Köln fast einstimmig beschlossen worden.

 

Weitere Ausführungen im Vorwort von Herrn Sommerfeld sind zu finden unter:

 

"Der Stadtteil Ehrenfeld", wo viele türkische Einwanderer zu finden sind, die viele Traditionsgeschäfte ersetzt haben...
"Entscheidung für eine osmanisch geprägte Moschee"

"Erster Widerspruch aus der CDU"; denn der von den Architekten Böhm vorgelegte Entwurf  als »eine sehr traditionelle osmanische Form« repräsentiere eher »einen nationalen ethnischen Charakter anstatt einen übernationalen Raum für Muslime unterschiedlicher Herkunft. Es wäre besser, ein Gebäude zu planen, mit dem sich Nichtmuslime identifizieren können«...
"»Pro Köln« initiiert Bürgerbegehren"
"Von evangelischen Kirchentag in Köln zum Integrationsgipfel"

"CDU formuliert neue Bedingungen für Moscheebau

"Günter Wallrafs Sonderweg" (der in der neuen Moschee aus den "Satanischen Versen" von Salman Rushdie vorlesen will - in denen ich nichts satanisches gefunden habe)

 


 

Weitere Beiträge im Buch:

 

Jörg Lau: Laut ruft der Muezzin
Ralph Giordano: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem
Henryk M. Broder: Eine Moschee für eine Kirche
Aiman A. Mazyek: »Fundis« auf dem Vormarsch
Dieter Wellershoff: Wofür steht die Kölner Moschee?
Mehmet Yildirim: Die Kölner Ditib-Moschee - eine offene Moschee als Integrationsbeitrag
Helmut Frangenberg: Kleine Migrationsgeschichte der Türken nach Köln

Martin Stankowski: Eine Muslim-Rallye durch die Kölner Stadtverwaltung

Navid Kermani: Die Kölner Botschaft
Peter Berger: Zwischen Damla und Scholzen
Jürgen Becker: Türken können nichts dafür, dass sie Moslems sind
Fatih Cevikkollu: Deutsche sind Arbeitsmaschinen
Tobias Kaufmann: Linkes Scheitern im Umgang mit dem Islamismus
Bekir Alboga: Dialog statt Polarisierung
Hans-Joachim Höhn: Die Goldene Regel
Ernst-Wolfgang Böckenförde: Säkularer Staat und Religion
Paul Stelkens: Moscheeplanung zwischen Baurecht und Verfassungsrecht
Paul Böhm: Auf dem gesellschaftlichen Parkett angekommen
Dörte Gatermann: Die Dialektik von Inhalt und Form
Sabine Kraft: Moscheearchitektur zwischen Nostalgie und Moderne
Joachim Kardinal Meisner: Keine Angst - aber ein ungutes Gefühl
Präses Nikolaus Schneider: Religionsfreiheit - was denn sonst?
Franz Meurer/Michael Paetzold: Kleine Geschenke entfalten die Freundschaft
Joachim Frank: Klimawandel zwischen den christlichen Kirchen und den islamischen Verbänden
Günter Wallraff: Salman Rushdie in die Moschee - eine »satanische« Idee?
Claus Leggewie: Vom Kulturkampf zum Deal

Kurzbiographien der Autoren
 


 

Kommentar: Dieser Streit wird erst einmal ein Anfang zum "Fußfassen" sein. Nach dem Moschee-Bau wird der Antrag auf Anerkennung des islamischen Glaubens als Religionsgemeinschaft bei der Bundesregierung eingehen, was nicht verwehrt werden kann. Damit bekommt diese Gemeinschaft einen Teil der Kirchensteuer und kann offiziell Einfluß auf Ausbildung, Programm-Mitsprache bei öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten bekommen, und darüber hinausgehende Rechte beanspruchen.

 

Bedenklich sollte vor allem auch der ursprüngliche Vorschlag machen als Name der Groß-Moschee in Köln, nämlich Fatih-Moschee, die - gleichen Namens - bereits in Istanbul dem Mohammed II., dem Fatih, d.h. dem Eroberer, gewidmet ist. Dieser Fatih Mohammed eroberte 1453 Konstantinopel, 1460/61, die letzten byzantinischen Besitzungen in Griechenland sowie die türkische Provinz Trapzon (Nord-Ost-Anatolien). 1459 unterwarf er das Kosovo, 1463 Bosnien, 1475 die Halb-Insel Krim; nahm 1480 die Hafenstadt Otranto in Apulien ein und stand mit italienischen Höfen und Handelsrepubliken in Beziehungen.
 

Zunächst wurde von den Erbauern der Moschee der Plan fallen gelassen, im Umfeld des "religiösen" Bauwerkes Geschäfte und sogar Einkaufszentren einzurichten mit der Gefahr, das die "Türkische Gemeinde", geführt von Kenan Kolat, sich dem deutschen "Integrationsdruck" noch weniger ausgesetzt fühlen müsse. Doch auf eine Einnahmequelle wird auf Dauer nicht verzichtet werden. Natürlich wird in diesem Geschäftsviertel die türkische Sprache als Erstsprache zu finden sein, darunter vielleicht noch Englisch; denn die Deutschen selbst haben ja schon längst auf ihre eigene Sprache verzichtet im Rahmen der "Globalisierung" und der freiwilligen Unterwerfung unter die USA als Weltführungsmacht.

 

Die (unkontrollierten) Hasspredigten in den Moscheen (in Türkisch mit Arabisch) werden zunehmen, auch die Einwanderungen nicht Bildungswilligen mit Angehörigen und Kindersegen, um Kindergeld und soziale Hilfen ausbeuten zu können. Fast in jeder Sure (Vers) werden "Ungläubige", dazu gehören auch die Katholiken trotz Annäherungsversuche an den Islam durch deren derzeitigen Papst, als Bösewichte und hart zu Bestrafende hingestellt. Dieser Koran erinnert mich neben Passagen im Alten Testamen an Hassausbrüche in den beiden (nach dem 2. Weltkrieg verbotenen) Bänden an die Ausbrüche eines Adolf Hitlers, die ich noch zu hören und zu lesen bekam. Es fängt an in Sure 2, Satz 8: "Allah hat ihnen (den Ungläubigen) herz und Ohr verschlossen, ihre Augen verhüllt - harte Strafen wartet ihrer." Das klingt sehr nach Altem Testament, in welchen "der Herr" auch den Pharao ("Großes Haus"), den Herrscher Ägyptens verstockte.

 

Zwangsehen, Beschneidungen, Ganzkörperverschleierung, Fernhaltung der weiblich islamischen Gesellschaft wird als Tradition und kulturelle Gegebenheit in der deutschen und schleichend in allen europäischen Demokratien als Sonderrechte gewährt werden und dann sind es nur wenige Schritte zur Scharia (dem islamischen Recht). Es scheint nicht unmöglich zu sein, dass mit Taliban-Methoden ganz Europa überwältigt werden wird.

 

Warten wir's ab! (Wehret den Anfängen, pflegte meine Mutter immer zu sagen!)

 

Den (meines Erachtens) besten, aus fachjuristischer Sicht geschriebenen Artikel zum Moscheen-Streit - sehr kritisch aber frei von Polemik - finden Sie >hier<.

(Walter Rath, 22. März 2008)