Redlichkeit
>Hier< auf dieser Seite etwas zu dem Begriff "Compliance"
(>Hier< ist einiges über den Begriff "Würde" gesagt
(Kritik am Schutz der Menschenwürde,
die vielen Menschen abzusprechen ist)

Was bedeutet "redlich"? Ein redlicher Mensch ist:
- anständig = "fair" (ein Mensch, der Spielregeln beachtet, offenherzig und kameradschaftlich ist; ein Mensch, der berechtigte Interessen anderer Lebewesen achtet),
- aufrichtig, d.h. aufrecht (der also nicht buckelt und "schleimert"),
- ehrenwert (wert, geehrt zu werden) = ehrbar,
- ehrlich (nimmt niemandem etwas weg),
- rechtschaffen (hält sich an Recht und Ordnung, d.h. Normen und Konventionen),
- integer (ohne Makel und "sauber", der sich nichts zu Schulden kommen läßt),
- rein (nicht verschlagen),
- sittsam (hält sich an Sitten und Gebräuche),
- tugendhaft (ein Mensch, der - nach Platon - Weisheit hat, tapfer, besonnen und gerecht ist; "der dem Kampf zwischen Tugend und Laster gewachsen ist"),
- echt und offen (im Sinne von nicht falsch und hinterhältig),
- bieder (nicht "großkotzig", also bescheiden, maßvoll, schlicht, ordentlich, anspruchslos, genügsam, gemäßigt, maßhaltig, vernünftig, tugendhaft, beruhigend,) = seriös,
- unparteiisch (sachlich, objektiv, nicht ideologisch verbohrt),
- standfest (der Mensch, der Versprechen einhält),
- wahr, wahrhaftig (der in der Wahrheit behaftet und nicht lügenhaft ist),
- treu (der Versprechen einhält und niemanden täuscht und reinlegt),
- lauter (der nicht hin und herschwankt zum eigenen Vorteil),
- höflich (der nicht arrogant und aufbrausend ist),
- unbestechlich (der niemanden bevorzugt, dem ihm Vorteile verspricht),
- abwägend (überlegt bei jeder Entscheidung)
- würdig (achtbar, angesehen, ansehnlich = bemerkenswert, beispielhaft)
- zuverlässig (verlässlich, vertrauenswürdig).
- Ein redlicher Mensch steht zu "Treu und Glauben" (beispielsweise nach §157 [im Kapitel: Auslegung von Verträgen], § 162 [im Kapitel: Einwirken auf Eintritt der Bedingung], § 242 [im Kapitel: Bewirkung der Leistung], § 320 [im Kapitel: Einrede des nichterfüllten Vertrags] und § 815 [im Kapitel: Verhinderung des Erfolges] des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB).
Liebe Leser! Bewerten Sie einmal unsere Führungskräfte und Politiker nach obiger (erweiterbarer) Aufzählung!! (Berücksichtigen Sie dabei auch den Fragekatalog zur Beurteilung der Psychopathie >hier<.)
Auf viele der eingangs aufgezählten Begriffe gehen die Buchautoren Lay und Posé ausführlich ein (insbesondere im Teil III "Unsere Chance - die neue Redlichkeit" und dann im Kapitel "Neue Redlichkeit im verantwortungsvollen Handeln" ab Seite 180).
Walter Rath (September 2009)
Obiges Buch:
ISBN-13: 978-3-593-37924-1
ISBN-10: 3-593-37924-4
Copyright © 2006 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Umschlaggestaltung: Büro Hamburg
Umschlagfoto: Dirk Hoy, Frankfurt am Main
Druck und Bindung: Freiburger Graphische Betriebe
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier.
Printed in Germany
"Unserer
Gesellschaft, unserer Wirtschaft mangelt es an verbindlichen Werten. Das schadet
uns allen. Rupert Lay und Ulf D. Pose, zwei der renommiertesten Experten für
Ethik in der Wirtschaft, nehmen schonungslos unsere wertvergessene Gegenwart ins
Visier. Sie eröffnen die Perspektive einer neuen Redlichkeit, mit der wir unsere
Zukunft auf ein tragfähiges ethisches Fundament stellen können;" ist auf
obigem Buchrücken abgedruckt.
Ferner aus dem Buch:
Der Bestsellerautor Professor Dr.
Rupert Lay (Bild auf obigem Umschlag) ist in deutschen Wirtschaftskreisen die
oberste ethische Instanz. Der Jesuit ist ein Querdenker mit großem Einfluss. Von
2000 bis 2003 war er Vorsitzender des Kuratoriums der Fairness-Stiftung, seit
2004 ist er dessen Ehrenvorsitzender. 2004 bekam Rupert Lay den
Fairness-Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Er ist seit 2003 Ehrenpräsident des
Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V.
Ulf
D. Posé ist seit 25 Jahren Unternehmens- und Personalberater und hat viele
Jahre als Hörfunk- und Fernsehjournalist gearbeitet. 2000 wurde Posé vom
Bundesverband Deutscher Verkaufsförderer und Trainer e.V. für exzellente
Trainingsleistungen ausgezeichnet. Seit 2003 ist er außerdem Präsident des
Ethikverbandes der deutschen Wirtschaft e.V. und Senatsmitglied im Bundesverband
für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA).
Bibliografische Information der
Deutschen Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen
Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
http://dnb.ddb.de abrufbar.
Eine Leseprobe aus obigem Buch:
Ethische Handlungsregeln des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V.
Der Ethikverband der Deutschen Wirtschaft hat als Grundlagenpapier ethische
Handlungsregeln für unternehmerisch handelnde Personen und Unternehmen als
Organisation aufgestellt.
Persönliche Grundsätze
1. Ich handle und entscheide möglichst so, dass das personale Leben
in mir und in der Person eines jeden anderen eher gemehrt, denn gemindert wird.
2. Ich respektiere Würde und Freiheit meiner Mitarbeiter.
3. Ich übernehme für die überschaubaren Folgen meines Handelns die
alleinige Verantwortung.
4. Ich handle und entscheide so, dass das Vertrauen in meine Handlungen
und Entscheidungen eher gestärkt als gemindert wird.
5. Ich handle und entscheide so, dass alle Beteiligten niemals nur Mittel
sondern jederzeit auch Ziel meines Handelns sind.
6. Ich zwinge niemanden, gegen sein verantwortet übernommenes ethisches
und/oder sittliches Gewissen zu handeln.
7. Ich handle und entscheide so, dass die Interessen aller Beteiligten
berücksichtigt und in verantworteter Güterabwägung gegeneinander abgewogen
werden.
8. Ich strebe Konfliktlösungen an, die die Werteinstellungen,
Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten optimal befriedigen.
9. Ich bemühe mich, transparente Strukturen zu schaffen, damit meine
Entscheidungen von allen Beteiligten verstanden werden.
10. Ich handle und entscheide so, dass das Erreichen von Unternehmenszielen und
sozialverträglichem Miteinander in Einklang stehen können.
11. Ich handle und entscheide so, dass die Menge meiner Handlungsalternativen
eher zunimmt, denn gemindert wird.
Unternehmerische Grundsätze
1. Wir handeln und entscheiden so, dass bei jedem unserer internen
und externen Partner die Bereitschaft zu selbstständigem und
selbstverantwortlichem Handeln gefördert wird.
2. Wir handeln und entscheiden so, dass die Identifikation mit dem
Unternehmen eher gefördert als gemindert wird.
3. Wir gehen mit unseren externen und internen Partnern so um, dass das
Vertrauen in unser unternehmerisches Handeln gefestigt und gefördert wird.
4. Wir handeln und entscheiden so, dass die Sicherstellung des positiven
Betriebsergebnisses mit angemessenem Aufwand erreicht wird.
5. Wir unterstützen und erwarten von jedem Mitarbeiter eine
verantwortungsbewusste Erfolgsorientierung.
6. Wir handeln und entscheiden so, dass Mitarbeiter/Kunden/Lieferanten
und Öffentlichkeit sich informieren können.
7. Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Öffentlichkeit haben ein Recht
darauf, Entscheidungen zu verstehen. Dafür schaffen und pflegen wir transparente
Strukturen.
8. Wir berücksichtigen bei konkurrierenden Interessen die Folgen für alle
Beteiligten.
9. Wir pflegen und fördern einen ökologisch sinnvollen Umgang mit
Betriebsmitteln.
10. Wir handeln und entscheiden so, dass die langfristige Mehrung des materiellen
und immateriellen Unternehmenswertes (immaterielle Werte wie Unternehmenskultur,
Wissen und Können, Markenwert als wichtige Quelle langfristiger Nachfrage)
vermehrt wird.
11. Wir fördern, ermuntern und belohnen die Entfaltung primärer Tugenden wie
Zivilcourage, kreativer Ungehorsam, kritische Gerechtigkeit, Konfliktfähigkeit
und Toleranz.
Prof. Dr. Rupert Lay (Ehrenpräsident)
Ulf D. Posé (Präsident)
Dr. Klaus-Jürgen Grün (Vizepräsident)
Prof. Leopold Springinsfeld (Präsidiumsmitglied)
>Hierzu< sollte die Seite über Moral und Ethik aufgesucht werden.
Kommentar: Erstaunlich, dass solche "Grundsätze" formuliert und vorgeschlagen werden müssen. Diese Grundsätze sind in der deutschen Wirtschaft und natürlich auch in der international-globalen offensichtlich nicht selbstverständlich. Da kann es einem ja kalt den Rücken runter laufen. Nach dem eingangs von mir aufgestelltem Katalog sind aber die meisten Begriffe, die zum Komplex der Redlichkeit gehören, noch lange nicht selbstverständlich. Sogar die meisten fehlen vollständig in den auf obigem weißen Feld aufgezählten "ethischen Handlungsregeln" der Buchautoren. Auch fehlen die viel diskutierten "Compliance-Richtlinien" (>hier< die Definition); das sind interne Firmenregeln, deren Nicht-Einhaltung Sanktionen (Tadel, Strafe, Zwang, Degradierung, Ausschluss, also Maßnahmen zur Korrektur des Verhaltens von Einzelnen oder Gruppen) zur Folge haben. Auch ist nicht gesagt über Kontrollen, ob die "Grundsätze", die "ethischen Handlungsregeln" auch eingehalten werden (durch eine integre Unternehmensführung, welche die Planungs-, Koordinations-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben nicht nur definiert sondern auch deren Erfüllung überwacht). Mehr über "Compliance" am Ende dieser Seite.
Sicher, es wäre ganz schön, wenn es wenigstens ein bisschen Redlichkeit gäbe, meinen wohl die hoch dekorierten Autoren des Buches, das dennoch ganz hervorragende Einblicke insbesondere sehr präzise Definitionen, Beschreibungen und Auswirkungen bietet, zum Beispiel im Zusammenhang mit Begriffen wie "Ausbeutung" (ab Seite 150), insbesondere was hierbei über "Funktionalisierung von Menschen" und "Menschwürde" zu lesen ist (Seite 157/158), ferner die sehr guten kritischen Betrachtungen zur "Demokratie" (ab Seite 136), die umfassenden Arten und Weisen und schlimmen Auswirkungen von "Mobbing" (ab Seite 141, >hier< eine kurze Definition von mir).
Nicht nachvollziehen kann ich die Seite 165, auf der mit Statistiken zum Bürgerein- und Steueraufkommen aufgeführt sind, mit einem Ergebnis, dass "die bestverdienenden 50 Prozent aller Steuerpflichtigen 91,5 Prozent der Einkommensteuer erwirtschaften"... usw. usw.
Im Buch habe ich auch an keiner Stelle die Unredlichkeiten mit Bezug auf Steuervermeidung (Steuerbetrug: >hier< eine Veröffentlichung des Bundesrechnungshofes) gefunden.
Ferner gibt es
keine grundsätzliche Kritik am bestehenden, politisch religiösen (insbesondere
globalen) Wirtschaftssystem, beginnend mit der Perversion,
Wirtschaftsunternehmen am Roulett-Tisch (der Börse) mit Chips (Aktien) zu
bewerten.
"Compliance" (Willfährigkeit, Unterwürfigkeit, Einwilligung, Erfüllung, Gewährung) steht für die Einhaltung bestimmter Regeln.
Der Begriff wurde (wahrscheinlich)
zuerst für Wertpapierdienstleistungsunternehmen eingeführt und Bestimmungen sind
ab § 31 des WpHG (deutsches Wertpapierhandelsgesetz) zu finden. Sie dienen dem
Schutz von Anlegern, die ihr Geld vor allem als Sondervermögen aufgrund von
Beratung und Vermittlung eines Geldinstituts (einer Bank) anlegen. Es soll "eine
ordnungsgemäße Durchführung von Wertpapierdienstleistungen sichergestellt werden.
Vor allem soll ein Missbrauch von Insiderinformationen (nicht öffentliche,
geheimzuhaltende Informationen) verhindert werden (§ 12 des WpHG, inzwischen
eine Insider-Richtlinie der Europäischen Union).